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Full text of "D. Marcus Elieser Bloch's, ausübenden Arztes zu Berlin ... Oeconomische Naturgeschichte der Fische Deutschlands .."

3ol{n Ol, ^Briggs 



- . 



D. MARCUS ELIESER BLOCH'S, 

ausübenden Amcs zu Berlin ; der Göttinger, Utrechter, Frankfurter, Vliefsinger und Harlemer Societäten der WifTenfdhtfte« ; 

der churfurftlich-Mainzifchen Akademie der Wiflenfchaften ; der Berliner, Danziger.Hallifchen und Zürcher naturforfthenden 

Gefellfchaften; der römifch-kaiferlichen Akademie der Naturforfcher; der St. Petersburger, Leipziger, Baycrifchen 

und Cellifchen ökonomifchen Gefellfchaften Mitglieds oder Correfpondenten, 

NATURGESCHICHTE 

DER AUSLÄNDISCHEN FISCHE. 

MIT SECHS UND DREISSIG AUSGEMALTEN KUPFERN NACH ORIGINALEN. 



ERSTER THEIL. 



I 



. r ,, /: : 





BERLIN, 1785. 
Auf KoficÄ des Verfaflers, und in Commjfsion in der Buchhandlung der Realfchu) 



-UL, 






Vorrede. 

ch übergebe hier demPublico den erften Theil meiner Natürgefchichte aus* 
ländifcher Fifche , worin blos die fogenannten fchwimmenden Amphibiea 
vorkommen. Es ift bekannt, dafs unter allen Klauen der Thiere, die Natürge- 
fchichte derjenigen, welche die Amphibien enthält, in den neuern Zeiten wenig 
oder gar nicht bearbeitet worden ift. Ich habe es mir daher vorzüglich angeler 
gen feyn lauen, von diefen, fo viel als möglich, zufanimen zu bringen. Ich bin 
auch wirklich glücklich genug gewefen. fo viel von den auslä'ndifchen zu erhal- 
ten, dafs diefer Theil fie nicht alle fafien kann, und werde daher die noch übri- 
gen im zweiten folgen lauen. Mein Vorrath von ausländifchen Fifchen, 
nebft den Plümierfchen Handzeichnungen ift zwar bereits dergeftak angewach- 
fen, dafs fie fich ^weiter, als auf die angekündigten drey, erftrecken würden: 
ich will aber lieber von den Knochen- als von den Knorpelfifchen welche zu- 
rücklauen. Die Kenner und Liebhaber der Natürgefchichte könnten mir zwar 
einwenden, dafs es mir ja unbenommen fey, in einem oder mehreren Supple- 
menttheilen die noch übrigen bekannt zu machen. So fehr auch diefes mei- 
nem Wunfeh, diefes Fach der Natürgefchichte fo vollftä'ndig als möglich be- 
arbeiten zu können, gemäfs iftj fo fehe ich mich doch genöthigt, es zu un- 
terlauen , um nicht meiner Familie zu fchaden. Denn wer nur die Koften, 
welche mit der Ausgabe eines folchen Werks verbunden find, einigermafen 
kennet, wird leicht einfehen, dafs bey der geringen Anzahl von Subfcribenten, 
ich um fo weniger zu meiner Auslage komme, da der Selbftverlag, wegen der 



Vorrede. 

Verfendungen der kleinen Paquete mit der Port mir ungleich kofibarer fällt, 
als einem Buchhändler, der feinen Verlag mit der Fracht nur nach Leipzig 
fchickt, und ohne einen weitläufigen Briefwechfel feinen Abfatz machen, und 
fich hiernächft berechnen kann. 

Ich fchmeichle mir indeflen, dafs die geringe Anzahl der Subfcriben- 
ten nicht fowohl von dem Mangel des Beifalls, als vielmehr daher rühre, dafs 
man nicht gewohnt ift, auf ein einziges Werk viel zu wenden. Da indcfTen 
ein jeder Bücherliebhaber jährlich ein gewifTes zum Ankauf der Bücher be- 
ftimmtj fo überlade ich es der Beurtheilung eines jeden, ob es nicht rathfamer 
fey, an einem Originalwerke etwas zu wenden, als mehrere Bücher zu kau- 
fen, worunter fich wahrfcheinlich verfchiedene befinden, die gröflentheils nur 
die Kopien von andern find. Ich kann wohl, ohne fchamroth zu werden, das 
meinige zu den erftern rechnen, da ich alle Zeichnungen entweder felbft auf 
das genauere nach der Natur machen lade, oder aus den vortreflichen Hand- 
zeichnungen des Paters Plümier nehme. Solten fich indeffen die Umflände 
ändern, und die Anzahl der Subfcribenten fich dergeftalt vermehren, dafs ich 
hoffen könnte, einigermaarTen zu meiner Auslage zu kommen; fo will ich 
mich gerne, nach Endigung- diefife Werks, zu einigen Supplcmentbänden 
verftehen. 



VcrTcichnifs der hochßen und rcfpeäive Subfcrihtnten. 



be. Königl. Majeftät von Dännemark &c. 2 Exemplare. 

Se. Königl. Majeftät von Schweden &c. 2 Exemplare. 

Se. Königl. Majeftät von Pohlen &c- 

Ihro Königl. Majeftät, die Königin von Preußen. 

Se. Königl. Hoheit, der Kronprinz von Preuffen. 

Ihro Königl. Hoheit, die Prinzefsin Amalia von Preuffen. 

Se. Königl. Hoheit, der Prinz Heinrich von Pieuffen. 

Se. Königl. Hoheit;, der Prinz Friedrich Wilhelm von Preuffen, 

Se. Königl. Hoheit, der Prinz Friedrich Ludewig Carl von Preußen. 

Se. Durchlaucht, der Churfürft von Sachfen. 

Se. Durchlaucht, der Churfürft von Maynz. 

Se. Durchlaucht, der Erbftatthalter Prinz von Oranien. 

Se. Durchlaucht, der Landgraf von Heffen-Caffel. 

Se. Durchlaucht, der Fürft von Anhalt -Dcffau. 

Se. Durchlaucht, der Fürft -BifehofF zu Hildesheim. 

Se. Durchlaucht, der Herzog von Mecklenburg- Schwerin. 

Se. Durchlaucht, der Herzog zu Sachfen - Gotha und Altenburg. 

Se. Durchlaucht, der Marggraf von Baden- Durlach. 

Se. Eminenz, der Cardinal und gefürftere ErzbifchofF Graf Migazsi in Wien. 

Se. Durchlaucht, der Erbprinz von, Sachfen - Coburg -Saalfeld. 

Se. Durchlaucht, der Fürft Adam von Allersberg in Wien, 

Se. Durchlaucht, der Fürft Carl Eugen von Fürftenberg. 

Se. Durchlaucht, der Fürft Johann von Schwarzenberg in Wien. 

Se. Hochgräfliche Excellenz, der regierende Graf von der Lippe- Schaamburg. 

Se. Hochgräfliche Excellenz, der regierende Graf von Reufs der XLIIXfte zu Plauen. 



Ferzekhnifs der refpeclive Subfcribenten. 



Die Bibliothek der ökonomifchen Societät zu 
Burghaufen.] , 

— Bibliothek des grofsbrittanifchen Mufei in 
London. 

— Cburfürffliche Bibliothek zu Manheim. 

— Bibliotl ek des Gymnafii in Stettin, 

— Kaiferl. Königl. Bibliothek zu Prag. 

— Ratbsbibliotbek zu Stralfund. 

— Herzogliche Bibliothek zu Weimar. 
Frau von Arcnftein in Wien. 

Herr Afchenborn, Kaufmann zu Berlin. 

— Doktor von Auenbruggcr in Wien. 

— Ritter von Bandes, Präfident der Köm' gl. 
Societät der Wiffenfchaften zu London. 

— Beireis, Hoffrath und Prof. in Helmftädr. 

— Baron von Blomberg in Liebthal. 

— Hoffrath u. Direktor Beber zu St. Petersburg. 

— Prediger Bergmann in Riga. 

— Profeffor Bel'ekc in Mietau. 

— Dr. Bolten, Phyficus zu Hamburg. 

— Brandes , Grosbrittanifeher Hoffrath ZU 
Hannover. 

— ~ Brandes, Apotheker zu Walsrode. 

— Leibnrtzt Brückmann, zu Braunichwcig. 
. — Profeffor Brünniche zu Coppenhagen. 

Se. Excellenz der Grofskanzler und Juftitzmini- 

fler Freiherr von Carmcr in Berlin. 
Herr Cafpar Jacob, Kaufmann in Berlin. 

— von Cobres in Augspurg. 

Se. Excelienz. der Director der sa'mtl. K. K. Ar- 
tillerie, Graf Jofeph von Colloredo in Wien. 
Herr Dr. Cropp, Sub-Phyficus in Hamburg. 
Se. Excellenz, der Stadtnaher von Dahlberg zu 

Erfurt. 
Herr Daum, Banquier in Berlin. 
— i Dietcrich, Obercon'iftorialrath in Berlin. 

— Mngiftcr Drnyfen in Stralfund. 
DerKöuigl.Neumärk. Segieiungspriifident, Herr 

Reiclisgraf von Finkcnftcin zu Madlitz. 
Herr C. U. von Pirks, Erbherr der Dubenalk- 
feben Güter in Curland. 

— Franz, Abt zu Polligny in Bayern. 

— Genz, Generalmünzdirektor in Berlin, 

— Dr. Gcnzinger in Wien. 

und Profeffor Giefeke in Hamburg. 

— ' Dr. Haken in Stralfund. 

— Prediger Herbft in Berlin. 

( — Amfel Herz, Banquier zu Harn. 
— - Baron von Hoberg in Schienen. 



Herr Hoffinann , Erbherr auf Schosdor/F in 
Schlefien. 

— Honkeny, Oberamtmann zu Golm. 

Se. Excelienz, der Staatsmänner, Freiherr von 

Hoym in Breslau. 
Herr Hudron , Chymift in London. 

— Ifaak Daniel Itzig, Banquier in Berlin. 

— Graf von Kamke, Geh.Finanzrath in Berlin. 

— Knorr, Oberinfpe&or in Stettin. 

Sc. Excellenz, Herr Graf Leopold von Kolo- 

wrath, Hoff-Cammerprä{idcnt in Wien. 
Herr Dr. Kraatz in Hlklesheim. 

— — und Profeffor Langguth in Wit- 
tenberg. 

— Magufch, Geh. Finanzrath in Berlin. 

— Graf Matufchka zu Breslau. 

— Freiherr von Meermann, im Haag. 

— Candidat Meier in Osnabrück. 

— Dr. Meilmann im Haag. 

— Profeffor Merrem zu Duisburg. 

— C. P. Meier, Kaufmann in Amfleidarn. 

— Dr. und Hoffrath Meier in Prag. 

— Meier in Hamburg. 

— Hoffapotheker Meyer in Stettin. 

— Profeffor von Mittclburg in Wien, 

Se. Excellenz, Herr Graf von Moltke, König!. 

Dänifchcr Geh. Rath zu Copenhagen. 
Herr G. L. Müller, Kaufmann in Berlin. 

— von Mütfchefahl, Königl. General - Land- 
fehaftsrendant in Breslau. 

\ — Münzmeiftcr Nelker in Berlin. 

— Dr. und Affcffor Nürenberg in Stralfund. 

— Dr. und Hoffrath Opitz in Minden. 

— Graf von Podewils zu Gufow. 

— Freiherr von Pouel, K. K. Regierungsrath. 
zu Wien. 

— Graf von Rhöder, Königl. Preufs. Land- 
febafts Direclor in Schlefien. 

Frr.u Gräfin von Rhödern in Berlin. 
Herr Rudolphi, Regierungsrath in Berlin. 

— Niels Ryberg, Königl. Dan. Conferenzratk 
zu Coppenhagen. 

Se. Excellenz, der Staatsmänner und Ober-Kam- 
merherr, Herr Graf von Sacken in Berlin. 

Herr Salzmann, Kaufmann in Berlin. 
■ — Sauter, Kaufmann in Rheineck bey St, Gallen. 

Frau Geheimeräthin, Baroneffe von Schellers- 
heim, zu Eisberg bey Minden. 

Herr'. Seheercr, Geheimer Obcrtribunalsrath ia 
Berlin.. 



fcrzeichnifs der refpeciive Subfcribenten. 



Herr von Sierdorf , Kömgl. Preufs. Kammer- 

herr zu Breslau. 
Se. Excellenz, der Staatsminifter Freiherr von 

der Sehulenburg in Berlin. 
Se. Excellenz, der Staatsminifter Reichsgraf von 

der Sehulenburg zu Wolfsburg. 
Herr Baron von Schulenburg, Geh. Krieges - und 

Landrath in Berlin. 
Frau Gräfin von Schmcttau in Berlin. 
Herr Silberfchlag, Oberconfiflorial- und Ober- 

baurath in Berlin. 
-*-■ Spengler, KönJ Diin. Kunft- und Natura- 

lienverwalter in Coppenhagen. 

— ProfelTor Sprögcl in Berlin. 

— von Suhm, Kon. Diin. Cammerherr in Cop- 
pcnliagen. 

— Stephanie der jüngere in Wien. 

— Gcucralchirurgus Theden m Berlin^ 



Se. Excellenz , der Königl. Dan.' Gtfrtimrafh 

Herr Graf von Thott in Coppenhagen. 
Herr Cafpar Voght, Banquier in Hamburg. 

— Dr. Vlifs in Berlin. 

— - Vosmar, Kadi und Direclor des Prinzlichen 
Naturalienkabinets, im Haag. 

— Dr. und Stadtphyficus Wartmann in St. 
Gallen. 

— HorTmedicus Weber in Walsrode. 

— von Weichs, Crmrfurftl. Kammerherr und 
Regierungsrath zu Straubing. 

— Profefibr Wcigel in Greifswalde. 

— Zäpelihn, erfter Buchhalter bey der Gen«' 
rat- Zoll- und Accife - Adrniniitrafion in 
Berlin. 

Se. Excellenz, der Juftitzminifter, Freiherr voi* 
Zediitz in Berlin. 



*MÖ£ 



*UL*efysuusu 






Inhalt. 



J^inleitung. S. 3. 

DerCorallenfaugerS. 5 Taf. CIX. Fig. 4. 

Das Seepferdchen — 6 — — — 3. 

Die Stachelnadel — 10 — CXXf. — 1.2. 

Der Einhornteufel — II — CX. 

Die Seekröte. — 13 — CXF. 

DergctiegerteHay — 16 — CXII. 

Der banäirte Hay — 19 — CXIII. 

Der kleingeflekte 

Hay — 21 — CXIV. 

Das Seefchwein — 23 — CXV. 

Der Meerengel — 25 — CXVI. 

Der Hammerfifch — 29 — CXVII. 

DieMeerfau — 3,1 ~ CXV1II. 

Der Menfchen- 

frcffer — 33 — CXIX 

DerSägefifch — 41 — CXX. 

Der Zitterroche — 44 — CXX1I. 

Der Bartfifch — 48 — CXX1II. — I. 2. 
Von den Meerpferden überhaupt. S. 51» 

Der Seedrache S. 52 Taf. CIX. Fig. 1.2. 

Der Schwimmer — 53 — CXXI. — 3.4- 

Von den Schneppenßfchen überhaupt. S. 54. 

DerSchneppenfifch S. 55 Taf. CXXIII. Fig. I. 

Der Meflerfifcli — 57 — — — 2. 
Von den Seeratzen überhaupt. S. 60. 

Die Seeratzc S. 6.1 Taf. CXXI V. 



Von den Jgelßfchen überhaupt. S. 65. 
Der lange Stachelfifch S. 67 Taf. CXXV, 
Der runde Stachelfifch — 69 — CXXVI. 
DieStachelkugel — 73 — CXXVII. 

Der ichwimmende Kopf— 75 — CXXVIII. 
Der Haufen — 79 — CXXIX. 

Von den Beinßfchen überhaupt. S. 95. 

Das ftachellofe Dreieck S. 99 Taf. CXXX. 

Der Kettenfifch — 101 — CXXXI. 

Das zweiftachelichte 

Dreieck — 103 — CXXXII. 

Der Seeüier — 105 — CXXX11I. 

Das vierftachelichte 

Dreieck — 108 — CXXXIV. 

Das geperlte Dreieck — 110 — CXXXV. 

Der Thurmträger — 113 — CXXXVI. 

Das glatte Viereck —115 — CXXXVII. 

Der Nafebeinfifch —118 — CXXXVIII. 

Von den Stachelbäuchen überhaupt. S. 1 20. 

Der Schi ldkrötenfifch S. 123 Taf.CXXXIX. 

Der Sternbauch — 126 1 — CXL. 

Der geftreifte Stachel- 
bauch — 128 — CXLT. 

Der Seekröpfer — 130 — CXLII. 

Der getiegerte Stachel- 
bauch — 133 — CXLIII. 

Der Zottcnfifch — 135 — CXLIV. 



NATURGESCHICHTE 



ERSTER T H E I L. 



A 




E in l e itung. 



-n 



.ch glaube mit Recht vorausfefzen zu dürfen, dafs die Käufer diefes Werks auch jenes 
von den Fifchen Deutfchlandes befitzen werden : es würde daher unangenehm feyn , 
wenn ich das, was ich in jenem Werke gefagt habe, hier wiederholen wollte, und 
ich fetze alfo dasjenige, welches ich fowohl in der Einleitung, als bey jedem Ge- 
fchlccht allgemein gefagt habe, mit Recht als bekannt voraus. 

A 2 Aus 



4 EINLEITUNG. 

Aus diefem Grunde will ich zuerfl diejenigen Fifche liefern, welche zu den bereirs 
abgehandelten Gefchlechrern gehören ; und da in der vorletzten Abtheilung die Knorpel 
fifche vorkommen ; fo werde ich auch mit diefen den Anfang machen, und fo wie dort 
das Linneifche Syftem zum Grunde legen, ohne mich ftreng an jene Ordnung der Ge- 
fchlechter zu binden, indem ich nicht alle bekannte Fifche behandle, fondern nur fol 
che, deren Zeichnungen ich nach Originalen habe machen lafsen, oder mir von Sach- 
verständigen mitgetheilet worden find. 




Nadelfifche. 



DER CO RALLEN SAU GER. 
T ^^ CIX. Taf. Fig. 4. 

| Jer Rumpf fiebeneckigt, mit braunen Querlinien, K. 2. Er. 14. A. 4. S. 7. R. 26. 

Syngnathus\ corpore heptagono, lineis transvcrfalibus brnncis. Bf. IL P. XIV. A.IV. 

C. VIL D. XXVI. 

Syngnathus Pelagicus, f. phniis pe&oralibus cau- Syngnathus Pelagicus, corpore medio heptage- 
dxque radiatis, ani nulla, no, pinna dorn anum ver- 

corpore feptemangnlato , ius, Osbefc Reifen nach 

Linu. S ; ft, Nat. p. 4*G\ China S. 40. 

n.3. Der Corellenfauger. Müll, L. S. 3. Th. S. 342. 

Der fiebeneckigte Rumpf, und die in der Quere auf demfelben flehende braune 
Linien, find Merkmale, wodurch diefer Fifch fich von den übrigen feines Gefchleckts 

A 3 



*). 4 , 
Der .Coral- 
lenfauger. 



*) Die drey vorhergehende und das allgemeine von den Nadelrifchen flehet im 3. Th. der 
Fifche Dcutfchl. S. 112—116. 



6 Naäclfifchc. 

nnterfchcidet. In der Kichmenhaut find zwey, in der Bruftfloffe vierzehn, in der After- 
flofib vier, in derSchwanzfioffe flehen, und in der Rücken floffe fcchs und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift klein, die Schnautze röhrenförmig, die Untcrkinnlade vor der obern 
hervorftehend, der Stern im Auge fchwarz und fein Ring weis ; der Körper hat übri- 
gens eine braungelbe Grundfarbe, die Bruftfloffe in: bleifarbig, 4er Rücken und die 
Schwanzfloffe gelb. An dem fiebeneckigten Rumpfe zählt man achtzehn, und am Schwän- 
ze, welcher viereckigt ift, zwey und dreifsig Gelenke. In Amerika giebt es eine Abän- 
■derung, bey welcher Linne am Kopfe fünf und zwanzig, am Schwänze drey und dreyfsig 
Gelenke, und in der Rückenfloffe fünf und dreifsig Strahlen bemerkt hat a). Diefer Na- 
delfifch, der nicht über eine Spanne lang wird, gehört am Vorgebürge der guten Hoff- 
nung zu Haufe. 

Die inneren Th eile lind eben fo., wie bey der im dritten Theil befchriebenen b) 
Trompete gebildet. 

In Deutfchland. nennet man diefen Fifch Corallenfauger, 

-Osbeckhzx uns zuerft mit dem Corallenfauger bekannt gemacht : jedoch die zarte 
Afterfloffe unbemerkt gelaffen c) ; daher denn auch Linne, der fich auf diefen Schriftftel- 
ler bezieht, fie ebenfalls nicht angegeben hat. Noch ift mir von diefem Fifche keine 
Zeichnung vorgekommen, 

5 - . DAS SEEPFERDCHEN. 

Das See- 

CIXteTaf. Fig. 3. 
prerdchen, ° J 

, Der Körper mit Höckern verfechen, K. a. Br. i?. A, 4. R. 20. 
Sjmgnathus, corpore tuiercuhfo, B. IL P.IVtt, A.IV. D. XX. 
Syngnathus Hippocampus, S. pimice cauda: qua- Syngnathus Hippocampus Brunn. Put. Mafs. p. 
drangulae nuila, corpore feprem- 10. n. ig. 

angulato, Lmn. S. N. p. 417. — — Müll. Prodi-, p. 39. 

n. 7. n. 327. 



a) S.N. p. 417. O Reife nach China S. 40. 

b) S. den 3ten Theil meiner Ökonom. S. 113. 



Seepferdchen. 7 

Syngnathus corpore quadrangulo, pinna caudfcca- Hippocampus. Gcmer Aquat. p.414. Nomencl. 

rens. Arted. Sy 11. p. I . n. 1 . Spcc. p . 3. p. 267. Mecrrofs , Meerpferdt. 

~ cauda opterygia, capite inflexo, Gra- Thierb. S. 155. 

nov. Zooph. p. 43. n. 170. __ Charlet. Onom. p. 59. n. 3. 

— parte anterior! hexagona, pofterlori _ Willughb. Iclith. p. 157. Tab. I. 25. 

q uadr a ngula,caudaimpcnni,ZW. _ ^ ^ ^ ^ n ^ R .^ 

Jara. p. 441. n. 1. ^t™, p ^ ^ ^ R ^ n ^ 

Cravracion, corpore circumflexo, fi ficcatus, & qua- T . 

J > r > . H. parvus, n. 4. 

fiincifo; angulofus, cute coriacea, tenaci, . .,, , .- . - 

' & ' j . > — «quivoca, Aldrov. de pifc. p. 716.. 

capite equino quadantenus fimili, roftro tu- 

. , • n r, rr; ■ Cheval marin, Bell. Aquat. p. 444. 

bulofo, in exitu operculo lnitructo. KUin. 

Miff. Pifc. III. p. 23. n. 32. GeclZeepaardje, Valent, MuH p. 388- n. 130. 

fonmfc*»«. ^/mk. 1. 14. c. 14. Seebiber., Pontop. Nor». 2. Tli. S.95. 

Hippocampus. Rondel. de Pifc. P.2. p. 114. Das Seepferdchen, Müll, L. S. 3 Th. S. 344. 

Die Höcker, womit diefer Fifch befetzt ift, dienen zum Zeichen, ihn von den 
übrigen feines Gefchlechts zu unterfcheiden. In der Kiemenhaut find zwey, in der Bruft- 
flofie fiebenzehn, in der AfterflofTe vier, und in der Rückenflofle zwanzig Strahlen vor- 
handen. 

Der Kopf ift grofs, und die Aehnlichkeit deilelben mit dem vom Pferde hat un- ' 
ftreitig Gelegenheit zu feiner Benennung gegeben. Diefe Aehnlichkeit bekömmt er erft 
nach dem Tode, indem er beym Abfterben den Kopf beugt, und den Schwanz ein- 
rollt, beim Leben aber hat derfelbe wie andere NadelhTche eine gerade Richtung, lie- 
ber der Nafe bemerkt man eine, über den Augen aber vier knöcherne Erhöhungen, 
welche fich in Fafern endigen. Die Augen find grofs, haben einen fchwarzen Stern und 
einen filbernen Ring um denfelben. Der Kiemendeckel ift grofs, geftrahlt, ange- 
wachfen, und die Kiemenöfnung fehr eng. Der Rumpf ift fiebeneckigt, und mit eben 
fo vielen Reihen Erhöhungen verfehen. Der Bauch ragt hervor, und endigt fich in eine 
gezackte Schneide. Der Schwanz ift viereckigt, läuft in eine floflenlofe Spitze aus und 
ift aus fünf und dreifsig, der Rumpf aber aus dreizehn Schildern zufamm engefetzt; je- 
doch findet fich nicht bey allen Exemplaren genau diefe Anzahl, denn von neun, die vor 
mir liegen, haben drey am Schwänze ein Schild mehr als die übrigen. Auf der braunen 



8 Nadelßfche. 

Grundfarbe des Rückens und der Seiten erblickt man viele fchwarze und weiffe Punkte, 
und bey einigen auch weiffe fchmale Flecke. Der Bauch ift braun, und die FlofTen find 
zart und röthlich. Der Rumpf ift wie der Kopf auf den Seiten zufammengedrückt, 
und die Höcker auf denfelben find bey einigen mit Fafern verfehen. Diefer Fifch wird 
häufig an den Ufern des mittelländifchen Meeres, befonders zu Pozzuoli, Neapel, in 
Frankreich bey Marfeille, im Nordmeere, und in Indien in der Straffe Sunda ange- 
troffen. Er erreicht die Größe von acht bis zwölf Zoll, und lebet wie die übrigen von 
kleinen Wafferinfekten, 

Der Magen ift grofs, das Herz kleirr, die Leber lang, fchmal, und von einer 
Llafsgelben Farbe. Die Gallenblafe hat die Gröfle eines Gerftenkorns, der Darmkanal 
ift kurz ohne alle Beugung, die Schwimmblafe liegt unter dem Magen, und der Rogen 
ift doppelt. 

In Deutfchland heift diefer Fifch Seepferdchen ; in Frankreich Cheval marin , 
Cheval und Chevalet, in Italien CavalJeto marino, und in Venedig befonders Biscia, in 
Holland Zeepaardje, in Dännemark Hav -Bauer, und in-Norwegen Soe Heß, Soe'Baever. 

Das Seepferdchen war bereits den Griechen bekannt. Auch Plinins gedenkt an 
mehreren Stellen eines Fifches unter der Benennung Hippocampus a), da er aber deflel- 
ben bey den Fifchen, worauf die Waffergötter vorgeftellt werden, erwehnet; fo rmifs er 
entweder von unferm Fifch einen unrichtigen Begriff gehabt, oder einen andern darun- 
ter verftanden haben. 

Kay, der aus demfelben unrichtig vier befondere Gattungen gemacht b), hat 
unftreitig den Klein verleitet, drey Nebengattungen anzunehmen c); denn die Fafern, die 
etwas mehr hervorftehenden Höcker, und die tieferen Einfchnitte zwifchen den Schil- 
dern, find nur Zufälle, die vom Alter, oder der Verfchiedenheit des Gefchlechts her- 
rühren. Aus eben diefem Grunde kann ich auch dem Gronov nicht beipflichten, wenn 
er den mit den Fafern an den Höckern zu einer Abänderung macht, d). Nach dem 

a) Hift. nat. 1. 36. c. 5. c) Mifs. III. p.23. n.32. 

Ia) Synops.^.45. n. 1 — #. A) Zooph, p. 43. n. 17a. 



Seepferdchen. 9 

Bellon folldas Männchen Vom Nabel an fünfeckigt, das Weibchen aber fechseckigt 
feyn a); allein ich zweifele fehr hieran, wenigftens habe ich an den neun Stücken, die ich 
befitze, keinen Unterfchied wahrnehmen können. 

Bellon , der uns die erfte Zeichnung von diefem Fifche gab , verfah' ihn , um 
demfelben mehr Aehnlichkeit mit dem Pferde zu geben, mit Mähnen, auch verfetzte 
er ihn unter die blutlofen Wafferbewohner b). Bald darauf gab uns Rondelet eine et- 
was beflere Zeichnung, hielt ihn aber für ein Infekt c). Diefes thut auch Gesner, der 
zugleich in feiner Zeichnung die fämtlichen Flößen ausläft d) ; auch foll er nach der Be- 
hauptung diefer SchriMeller ein Mittel gegen den Bifs des tollen Hundes feyn. 

Aelian giebt den Bauch diefes Fifches für giftig aus e); Plinius, Galenus und 
Rondelet rühmen ihn als ein wirkfames Arzneymittel wider verfchiedene Krankheiten. 
Allem Anfehen nach ift diefes Thierchen weder nützlich noch fchädlich, und ift wahr- 
fcheinlich feine befondere Bildung Schuld, dafs man ihm folche auszeichnende Eigen- 
fchafren zueignet. 

Pont oppidan <fieht diefen Fifch für ein Infekt an, und irret, wenn er fagt, die 
hervorragende Spitzen dienten ihm ftatt der Füfse, um auf dem trocknen Lande damit 
fortzukommen f). 

In Dalmatien wird diefer Fifch noch gegenwärtig als ein Heilmitttel wider die ge- 
ronnene Milch der Frauens g), und in Norwegen für ein giftiges Gefchüpf angefehen h). 

Wenn Linne fagt, dafs die Afterfloffe vor dem After fitze, und daher als eine 
Bauchfloffe anzufehen fey ; fo widerfpricht ihm die Erfahrung i): wenigftens verhält es fich 
fo bey meinen Exemplaren, bey denen die Afterfloffen hinter dem After befindlich find. 



a) Aquat. p, 444. f) Norw. 2 Th. S. 96. 

b) A. a.O. g) Brunn. P. M. p. 11. 



c) de Pifc. P. 2. p. 114. h), Pondopp. a. a.O. 

d) Aquat p.414. s yft- N at- P- 4*7- 

e) üb. 14. c. 14. 

Naturg. ausländ. Fifche I. Theil - B 



IO Nadclßfche. 

DIE STACHELNADEL. 
Syngnathus biaculeatus. 



* CXXIte Tafel. Fig. j. 2 . a) 

6, . 

Die Stachel- ^ cr Körper viereckigt, zwey Stacheln am Kopfe. K. 2. Br.21. A. 4. R.34. 

nadel. Syngnathus, corpore tedropogno, acaleis daobus ad caput, Er. IL P.XXL A.IV. 

D. XXXIF. 

Der viereckigte Körper und die zwey Stacheln über den Augen find hinlängliche 
Merkmale diefen NadelnTch von den übrigen zu unterfcheiden. In der Kiemenhain find 
zwey, in der Bruftfloffe ein und zwanzig, in der Afterfloffe vier, und in der Rücken- 
flofTe vier und dreyfsig Strahlen befindlich. 

Die Schnautze ift lang, von beiden Seiten zufammengedrückt, und der Mund wie 
bey den übrigen diefer Art befchaffen; die Augen find klein, die Pupille ifl fchwarz, und 
der Ring gelb. Die über denfelben befindliche Stacheln find nach hinten zu gebo- 
gen, und zwifchen ihnen bemerket man eine flache Vertiefung. Diefer Nadelfifch 
weichet wegen feiner Geffalt von den übrigen merklich ab : denn am Anfang des 
Rumpfs ift er an einem kleinen Theil dreieckigt, und am übrigen viereckigt; am 
Schwanz bey feinem Anfange fechseckigt, und am übrigen Theil viereckigt. An erfte- 
ren zähle ich fiebenzehn und an letzterem fünf und vierzig Schilder. Am Rumpfe be- 
.merkt man auf jedem Schilde hellere Flecke, die gleichfam eine Seitenlinie bilden. Noch 
finde ich bey einem von beiden Exemplarien am Bauche zwey fich kreuzende StreifFen, 
die ein römifches X bilden. Der Rumpf ifl am Bauche breit, am Rücken fchmal, die 
Seiten find braun, und der Bauch gelb und braun geflekt, die Floffen find zart und von 
einer gelblichen Farbe. 

Zwey diefer Nadelfifche habe ich von einem holländifchen Naturalienhändler 
gekauft, welcher mich verficherte, dafs er fie unter andern Seltenheiten von einem Oft- 
indienfahrer gekauft habe. 

a) Nachdem hundert und ein und zwanzig lieh beiiammen bleiben mögen, habe ich ihn 
Tafeln geftochen waren, erhielt ich erft diefen hier mit abgehandelt, 
Fifch, und damit die Gattungen fo viel als mög- 



Einhornteufel. ' 1 1 

Klein hat einen Nadelfifch aus der Oftfee mit einem Stachel auf dem Kopf ab- 
gezeichnet, welcher der unfrige- zu feyn fcheint; mit Gewifsheit aber läfst fich des- 
wegen nichts behaupten: weil feine Befchreibung zu kurz ifr 3 und er von ihm fagt, 
dafsihm die AfterflolTe fehle a). 

Auch Statins Müller hat einen dergleichen Fifch mit zwo Spitzen über den Au- 
gen abzeichnen laffen b) ; da er ihm aber eine Schwanzfloffe giebt, und für den aequoreiu 
des Linne erkläret, von dem diefer Schriftfteller fagt, dafs ihm die Bruft- und Afterflof 
fen fehlen c) 5 fo]kann er nicht unfer Fifch feyn. 

DER EINHORNTEUFEL. 
CXte Tafel. 



)2. 

r Eir 
hornteufel. 



Der Kopf in einer nafenförmigen Geftalt fich endigend, B. I O. Br. 5 . A. 6. S, 1 1 . R. 9. 

Der Ein 
Lophius, capite roflrato. P.X. V. V. A. VI. CXI. D.IX. 

Lophius Vefpertilio, L. depreflus, capite roftrato. Guacucuja, Marcgr. Iter Eraf. p. 143. 

Linn.'S. N..p. 402. n.a, Vefpertilio aqua- _ pjumier. Manufcr. 

ticus, Mus. Ad. Fr. p. ?5. t, o .-.•/• 1 r- 

1 J — Kay 6) nops. Pilc. p. 30. 11.3. hg, 1 — 3. 

— fronte unicorni. Arted. Syn. p. 88- n.2. ^ „ , 

AM } [ o - Jonfl. dePifc.p.207. T.ap.f.a. 

— — — (jronov. Mus. 1. p. 58-11. 129. 

Zooph. P . 5 8. n.209. The am e'^an Toadfish , Will. Ichth. p. 218. 
Batrachus, cjpice vomeris inftar cornuto, Klein. 1. E. 2. 1.3. 

Mifs. Pifc.III. p. 16. n. 8- & Batrachus capi-. Seeßedermaus, Seeligm. Vögel, 8ter Tli. T.73. 

te feute offeo. p. 17. 11.9. % I — 3- 

Rana pifeatrix americana, Seb. Tlief. 1. p. 118. Der Einhornteufel. Müll. L.S. 3. Th. S. 283. 

t. 74. flg. 2. 

Der in eine fpitzige Nafe auslaufende Kopf giebt ein Merkmal ab, diefen Fifch 
von den übrigen feines gleichen zu unterfcheiden. In der Bruftfloffe zählet man zehn, in 

B 2 



a) Mifs. Pifc.IV. p.26. n. 12. t. 5. f. 1. *) Die erfte Gattung nebft dem allgemeinen 

b) L. S. 3. Th. T. X. f. 5. von diefem Gefchlecht ift im dritten Theil, 

c) S. N. p. 417. n. 4. S. 81 — 87- befchrieben. 



1 2 Einhornteuf el. 

der Bauchfloffe fünf, in der AfterflofTe fechs, in der Schwanzfloffe eilf und in der Rük- 
kenfloffe neun Strahlen. 

Diefer Fifch verdienet wegen feines Horns, und feiner den Händen und Füf- 
fen 'ähnlichen Floffen, mit Recht den Nahmen des Einhornteufels. Den Körper ma- 
chen die darauf befindlichen fpitzen Höcker rauh. Sie find eben fo, wie die beim Stöhr, 
napffö'rmig und geftrahlt; die Grundfarbe ift oben und unten röthlicht, die Höcker 
find gelb, die Bauchfloffen und Rückenfloffe braun, die Schwanz- und Bruftfloffen gelb- 
licht. Die Augen find grofs, haben einen fchwarzen Stern, in einem weis und gelblich 
geftrahlten Ringe. Die Mundöfnung ifl klein, unterwärts, und beide Kinnladen find mit 
einer Reihe kleiner fpitzer nach inwendig gekrümmter Zähne befezt. Ueber dem Mund 
fiehet man die zwey Nafenlöcher, und über diefen eine hornartige Fafer, die fich in ein 
Knöpfchen endigt; letztere dienet dem Fifch ohnftreitig, fo wie die beim Seeteufel, zum 
Anlocken der Fifche. Der Körper ift vorne breit, nach dem Schwanz zu aber fchmal. 
Die untere Seite hat, den Rand ausgenommen, zwar keine Höcker, fie ift aber demohn- 
geachtet von ganz feinen Stacheln rauh, und der After an derfelben ohnweit der Schwanz- 
floffe befindlich. Die Bauchfloffen, welche gleichfam die Voderpfoten vorftcllen, fitzen 
näher beifammen, als die Bruftfloffen, welche die Stelle der Hinterpfoten vertreten; letz- 
tere find mit einem dem Ellenbogen ähnlichen Gelenke verfehen. Die Kieme'nöfnungen 
find klein, halbmondförmig, und an der Oberfläche hinter den Bruftfloffen befindlich. 

Der Aufenthalt diefes Fifches ift in Amerika, befonders im füdlichen Theil def- 
felben, und habe ich die Zeichnung der obern Seite aus des Paters Plumter Handfchrift 
genommen, die untere aber nach einem Original aus meiner Sammlung machen laffen. 

Diefer Fifch gehört, wie man aus feinem bewaffneten Munde fleht, zu den fleifch- 
freffenden Wafferbewohnern; er fizt gewöhnlich in einem Hinterhalt von Seekräutern, 
und lauert auf die ihm nahe kommenden Fifche, Infekten und Würmer; er hat nur we- 
nig und mageres Fleifch, daher er auch für Menfchen ein fchlechtes Nahrungsmittel 
abgiebt. 

In Deutfchland heifl diefer Fifch Seeßedermaas und Einhornteufel], in Brafilien 
Guacucufa, in England Sea Bad } und in Frankreich la Chauve-Souris de mer.' 



Seekröte. 13 

Marcgraf befchrieb den Einhornteufel zuerft unter dem Brafilifchen Nahmen - 
Guacucnja a), und lieferte eine Zeichnung davon; worin jedoch die Luftlöcher nicht an- 
gezeiget find. Ray gefeilte ihn den Seeteufeln b) bey, dem auch die neuern Ichthyo- 
logen folgen. Klein macht unrichtig aus unferm Fifch zwo verfchiedene Gattungen, c) 

Bekanntlich rühren die Betreibungen der Fifche im Seba vom Artedi her : al- 
lein die von diefem Fifche kann ihn nicht zum Verfaffer haben, weil er unmöglich den 
Seeteufel des Gesner für unfern Fifch hätte halten können d). 

DIE SEEKRO ET E. 
CXIte Tafel. 
Der Körper rauh, der Kopf abgeftumpft, Br. 11. B. 5. A. 7. S. 10. R. 12. «_«_«. 

Lophius, corpore fiabro , capitc ob t lifo, P. XL V. V. A. VII. C. X. D. XII. 3. 

Die Sec- 
Lophius Hiftrio, L. CompreiTus. Linn. Sylt. Nat. Batradius, Klein. Mifs. Pifc, III. p. 16. n. 3 — 7. kröte. 
p.403. n. 3. Iter Weftgothl. p. 137. Tab. 3. fig. 4. 

Tab. 3. f. 5. Lophius tumidus Chi- pifeis brafilienfis cornutus, Petiv. Gazoph. t. 20. 
nenfis, Baliftes. f. Guaperua , Mus. £ 5, 

Adolph. Fried, p. 56. Rana pifcatHx amei .i C ana, Sek. Thcf. Tom. 1. 

p. 118. n.3— 7. Tab.54. £3 — 7. 
Guaperua Marcgr. Iter Braf. p. 150. 



— tumidus, Osbek Reife nach China, S. 400. 

— cute feabra, capite catheoplateo retufo, Gro- 

tiov. Zooph. p.59. n. 210. 

,, . . ... The American Toad-Fish. Ray Synops. Pifc. 

— minor, cute tenuion rugoio , pinna doriah . , 



majori, cirro nafali bifurco, Brown. Jam. 



p. 29. n. 2. 



p. 457. Die Seekröte, Müll, L.S. J.th. S. 284. 

Der rauhe Körper und der abgeftumpfte Kopf find unterfcheidende Kennzeichen 
für diefen Fifch, In der Bruftfloffe zählt man eilf, in der BauchUoffe fünf, in der After- 
floffc lieben, in der Schwanzfloffe zehn, und in der Rückenfloffc zwölf Strahlen. 

B 3 



a) Iter Braf. p. 143. c) Mifs. IIL p. 16. n. 8. p. 17. 11. 9. 

b) Syn. Pifc. p. 30. n. 3. d) Seb. Thcf. p, 1. p, ug. 



14 Seekröte. 

Der Kopf ift klein, die untere Kinnlade vor der obern hervorgehend, und beide 
mit ganz kleinen Zähnen wie eine Rafpel befetzt. Statt der Zunge bemerkte ich in der 
Mitte einen etwas erhabenen Knorpel. Sowohl die Lippen als der übrige Körper find 
mit Fafern befetzt. Der Körper ift von beiden Seiten zufammengedriiekt, und wird 
durch die darauf befindlichen Häkchen rauh. Der Kopf und Rücken find vorne etwas 
breit, nach hinten zu aber fcharf, der Bauch dick und hervorflehend; dicht an der Ober- 
lippe fleht man eine knorpelichte und geftreifte elaftifche Fafer , an deren Ende zwey 
fleifchichte länglichte Körper fitzen; hinter^diefer ift noch ein anderer flärkerer fleifchich* 
ter Strahl, und zwifchen diefem und|derRückenfloiTe ein noch dickerer befindlich; beide 
find durch eine Haut am Rücken befeftiget, vind oberwärts mit vielen Fafern befezt; diefe 
Werkzeuge dienen dem dicken und zum Schwimmen ungefchickten Gefchöpfe, zu An- 
gelruthen um andere Fifche anzulocken. Die Nafenlöcher find ohnweit dem Mun- 
de befindlich. 

Die Augen find rund, haben einen fchwarzen Stern, der in einem gelben braun- 
geflrahlten Ringe ftehet. Auf den Seiten und am Rücken ift er gelb, am Bauche aber 
braun. Der Körper fowohl als die Floffen find mit unbeflimmten braunen Streiffen, 
und mit Flecken von unbeftimmter Figur geziert; die Streifen find bey einigen breit, bey 
andern ftellen fie nur Linien vor. Einer von denen die ich befitze, hat grofse weifi'e 
Flecke, und bey einem andern find diefe mit einer weiften Linie eingefafst. Die Bruft- 
und Bauchfloffen geben diefem fonderbaren Gefchöpf das Anfehen eines vierfüfsigen 
Thieres, die übrigen Floffen aber zeigen, dafs es zu den Fifchen gehöre: indeffen fehlet 
diefen eben fo wie allen übrigen feines Gcfchlechts die Seitenlinie. Die Haut an dem 
Bauche ift locker, und nur hie und da durch kleinen Fafern an dem Fleifche befeftiget. 

Wir treffen diefen Fifch in Brafilien und China an, wo er vom Raube lebt, und 
(Ich gewöhnlich ins Meergras oder hinter Steinen verborgen aufhält. Ev erreicht die 
Grolle von neun bis zehn Zoll. Als ich diefem Fifch auffchnitte, kam ein dünner Darm- 
kanal zum Vorfchein, unter diefen lag ein dicker gelber Sack oder Magen, der oben und 
feitwärts von der Leber umgeben war. Bey deffen Oefnung fand ich einen drittehalb 
Zoll langen noch ganz unverfehrten Fifch in einer- gebogenen Lage, die ich bisher noch 



Seekröte. 1 5 

in keinem Fifch bemerkt habe, indem bey andern allezeit der Kopf nach unten und der 
Schwanz nach oben zu liegt. Unfcr Räuber mufs diefen Fifch von der Seite gefafst, und 
fo zufammengedrükt verfchlukt haben. Die Magenhaut ift dick und inwendig dicht mit 
Falten befezt, der Darmkanal fängt obervvärts bey dem Magen an, macht drey Beugun- 
gen, und ift etwas länger als der Fifch. Der Maftdarm war weit, dikhäutig, nnd andert- 
halb Zoll lang. Auf jeder Seite fahe ich einen orangefarbenen cylindrifchen Körper, 
der in der Mitte zufammenhing, und durch eine dünne Haut am Rükgrad befeftiget war, 
welcher fich ganz auseinander wickeln liefs. Ein jeder diefer Körper war, nachdem ich 
die Haut, wodurch fie in Falten gelegt wurden, trennte, vier Zoll breit, und anderthalb 
Zoll] lang; diefe Körper halte ich für die Nieren. Unter dem Magen, dicht am Rükgrad 
und an dem Zwergfell kam eine runde Blafe zum Vorfchein, aus welcher bey der Oef- 
nung eine weiffe Feuchtigkeit lief. 

Die Kiemenöfnung i(l klein, und unter der Beugung der Hinterfüfse oder den 
Bruftfloflen befindlich; üz ging in grader Richtung bis in die Mitte der untern Kinnlade, 
und als ich diefe öfnete, kamen die vier Kiemen, welche durch eine Scheidewand von 
den gegenüberftehenden getrennt waren, zum Vorfchein. Ueber dem Zwergfell lag ein 
kleines Herz. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch Seekröte, die Engländer American Toad-Fish f 
die Brasilianer Guaperu> und die Franzofen Crapatid de mer. 

Auch die Bekanntmachung diefes Fifches haben wir dem Marcrraf zu verdan- 
ken, der uns zugleich auch eine Zeichnung davon lieferte a). 

Ray gefellet ihn mit Recht den Seeteufeln bey. Urne, brachte ihn anfänglich 
unter die Hornfifche b), in feinem Syriern aber unter die Seeteufel. 

Seba, der alle Stücke feines Kabinets zeichnen liefs, lieferte uns vier Abbildun- 
gen c) ,' und Klein macht unrichtig fechs befondere Gattungen darnach d). 

a) Iter Braf, p. 150. c) Thef. Tom. I. Tab. 54. f. 3 - 7. 

b) ßaliftes. Mus, Adolph. Fried. 1. p. 56. <3) Mifs. III. p. 16. n. 3 — 7. 



i6 Hayfifche. 

DER GETIEGERTE HAL 
CXIIte Tafel. 



3> *\ Der Körper gefleckt, die Bauchfloffen getrennt. 

Der getie- Squalus varius , pinnis ventralibus difcretis, 

* fe Squalus canicula, f. varius inermis, pinna ani me- 2x«A«» Arifl, H. A. 1.6. c. 10. II. 

dio inter anum caudamque pinnatam. Canicula faxatilis , Gesner Aquat. p. I6> Icoa. 
Linn. Sift. Nat. p. 3 99- n. 8- & A ^ p ^ TUeA g< gQ> b 

— ftellaris , f. varius inermis, pinnis ventrali - 

bus difcretis, dorfalibus caudae proxi- t0V ' ^' '9 ' 

mis.n. 9 . - ->*/?<,« p. 25. t. 8- f. I. 

— ex rufo varius, pinna ani medio inter anum ~~ maximus, JVillughb. p.63. T. B. 4. f. I. & 

& caudam pinnatam, Arted. gen. p. 68- — — JR<y S)nops. Pifc. p.22. n. 14. 
n.9. Syn. p. 97. n. 10. & Squalus conduflus. Osbeck Reife nach China. S. 91. 

— cinereus, pinnis ventralibus discretis, gen. „ _ , . 

Scorzono, Salvian. Aquat. p. 137. b- 
p.69, n. 12. Syn. p. 97. n. 12. 

— dorfo yario inermi: pinnis ventralibus di- Gat- Augbier, Brunn. Pifc. Maß. p. .5 n. 10. 

feretis; dorfalibus cauda proximis, Gro- Guat augur, Galeus ftellaris major. Bellen, p. 73. 

,wv. Mus. II. p. 4. 5. n. 200. Zooph. Roufett£j Canicula faxatiliS} Rond _ p. r , p . 3§3 . 

p. 32. n. 145. vanet, ß. ^^ Dog . Fihj Vem BZ m p Il3 n 4<J 



Die grofle Meerkatze, Seeligm. Vögel, 8Th.T-7g. 



Galeus, capite roftroque brevifiimis, ex rufo & 
cincreo maculis nigris varius, Klein Miß. 
Pifc. III. p. 10. ii: 4. & Der gelbe Hay, Schriften der Dronth. Gefetlfch. 

— cinereus, maculis nigris rarioribus fed majo- a ' ' ' 2I ' • I ' 2 - 

ribus, quam in pracedenti. n.5 . Der Hundsbay, Müll. L. 5. 3-Th. S. 262. 

Der gefleckte Körper und die getrennten Bauchfloflen, find Merkmale, wodurch 
man diefen Hay von den übrigen unterfcheidet. 

Der Körper -Hl fchmal und lang, am Rumpfe rund, am Kopfe nach unten, und 
am Schwänze nach der Seite zufammengedrükt. Die Grundfarbe ift bis auf den weiffen 
Bauch röthlich, und mit dergleichen kleinen und groffen zirkeiförmigen braunen Ringen 

*) Die erften beiden Haye und das allgemeine von diefem Gefchlecht fteben im dritten Theile 
der Fifche Deutfchl. von S. 69 — 78- 



Der getiegcrte }Jay. 17 

und Flecken geziert. Der Kopf ift bey diefer Gattung klein und endigt fich in eine kurze 
und ftumpfe Spitze , und der Schwanz ift lang. Die Mundöfnung ift grofs, länglicht, 
und beide Kinnladen find mit drey Reihen glatter, in eine Spitze auslaufender Zahne 
befezt. Der Gaumen ift, fo wie die knorplichte Zunge, rauh. Die länglichten Augen 
haben einen feegrünen Stern in einem weislichten Ringe; dicht hinter denfelben find 
die Wafferöffnungen, und nächft diefen die Luftlöcher fichtbar. Der After ift zwifchen 
den Bauchfloffen, und an diefen zwey knorplichte Körper, die auf unfrer Tafel mit 
vorgeftellt find, befindlich. Der Rücken ift mit zwey Floffen befezt, wovon die erfte hin- 
ter den Bauchfloffen, und die zweite der Afterfloffe gegenüber fteht. Die Afterfloffe 
fteht zwifchen den Bauchfloffen und der Schwanzfloffe in der Mitte ; letztere ift fehmal, 
und hat ohnweit dem Ende einen tiefen Einfchnitt. 

Diefer Hay lebt fowohl in heiffen als in gemässigten Gegenden, daher man ihn 
. in England, im mittelländifchen Meere, am Vorgebürge der guten Hoffnung, um den 
Ciinarifchen Infein, und allenthalben unter der Linie antrift. Er erreicht die Länge von 
fünf bis fechs Fufs, und gehört zu den Raubthieren, die fogar den Menfchen gefährlich 
find. Er verfolgt die Schiffe, und fängt alles auf, was über Bord geworfen wird. Osbck 
erzält, er habe in deffen Magen, auffer einer Menge Boniten a), auch die ins Meer ge- 
worfenen Hüner mit den Federn gefunden b). Er ift fo kühn, dafs auch die Menfchen 
nicht vor feinen Anfällen ficher find, daher die Matrofen, wenn fie in die Boote fteigen, 
fich vor ihm in acht nehmen muffen. 

Man fängt ihn mit groffen an ftarken Stricken befeftigten Haken, an denen man 
ein Stük Spek oder ein Huhn befeftiget. Er hat ein fo zähes Leben, dafs der Rumpf, 
nachdem man den Kopf und Schwanz davon gehauen, und die Eingeweide herausgerif- 
fen, fich noch eine Stunde lang bewegt c). 

Diefer Fifch hat ein zähes und thranigtesFleifch, daher es auch nur im Nothfall, 
und zwar das von den jungen gegeffen wird. Man fchneidet es in Scheiben, und wäfcht 

a) Scomber Pclamis L. b) Reite nach China. S. 93. c) A. a. O. 

C 



1 8 Hayßßhe. 

es fo lange im Waffer, bis der Trahn ausgezogen ift, welches man daran erkennt, wenn 
auf der Fläche deffelben kein Fett mehr zu fehen ift. Es wird in Butter gebraten, oder 
mit einer Butterbrühe zurechte gemacht, genoffen ; jedoch nur der Schwanz. Seine Haut 
wird bey feinen Holzarbeiten zum Poliren gebraucht. Ev gehöret übrigens zu den le- 
bendig gebührenden Fifchen, und will man neunzehn Junge bey ihm gefunden haben, 
welche er nach und nach von fleh geben foll ; denn dieFifcher verfichern^dafs fie ihn zu 
allen Zeiten trächtig finden. Auch follen die Weibchen die Männchen an Gröffe bey 
weitem übertreffen a). 

Der Magen ift grofs, der Darmkanal weit, und die Leber beflehet aus zwey Lap- 
pen, an deren grölten die Gallenblafe befindlich ift. 

In Deutfchland wird diefer Fifch der getiegerte Haj/, in England Greater Cot- 
Fish, und Bronce, in Frankreich Roufitte, in Marfeille besonders Gat-Augkier und Gutau- 
gur, und in Italien Scorzono genannt. 

Die Griechen und Körner erwehnen zwar fchon des getiegerten Hayes : allein 
die erfle wiewohl nicht fonderliche Zeichnung haben wir dem Bellonb'), eine beflere aber 
dem Rondelet zu verdanken c). 

Artedi, Klein und Linne führen unrichtig das groffe Hündchen d), des Wilhighby 
und Ray zu unferm Fifch an; denn da diefe Schriftfteller von ihrem Fifche fagen, dafs er 
verwachfene BauchflofTen habe e) ; fo haben fie nicht den unfrigen, fondern den folgen- 
den befchrieben. £s ift vielmehr fein Maximus f ) unfer Fifch, deffen Befchreibung, die 
er aus dem Rondelet anführet, mit dem unfrigen genau ftimmt. Durch diefen Irthum 
hat Willughby den Artedi g), Klein h) und Linne i) verleitet, unfern Fifch als zwey be- 
fondere Gattungen anzufehen : denn die Kennzeichsn des geftirnten Hay, wodurch 
die angeführten Schriftfteller diefen Hay beftimmen, treffen wir alle bey unferm Fifch 



a) Penn. ß.Z.III. p.114. 

b) Aquar. p. 73. 

c) P. I. p. 383. 

d) Catulus major. - 

e) Ichth. p. 63. Synops. p.22. n. 13. 



f) A. a. O. 

g) Squalus n. 10. 12. Syn. p. 97. 
■h) Galeus n.4.5. Mifs, P. III. p. 10. 

i) Squalus canicula, S. Stcllaris n. 8. 9. p. 399. 



Der getiegerte Hay, 19 

bis auf die graue Farbe, die Artedi nach dem Willughby angiebt, an, und diefe allein ift 
kein zureichender Grund eine eigene Gattung daraus zu machen, wie denn auch Gunner 
unferm Fifch eben diefe Fa^be beigeleget a). Diefes gilt auch von den gröffern Flecken, 
wodurch Klein feine fünfte von der vierten Art. unterfcheidet: denn dafs beide bey den 
Fifthen fich nach demWaffer, Gefchlecht und Alter abändern, ift bereits öfters er- 
wähnt worden, und erhellet 'folches auch aus denjenigen Exemplaren, die ich befitze; 
denn bey dem, den ich hier habe abbilden laffen, find die Flecke zirkeiförmig, bey dm 
andern aber rund, und verhältnifsmäfsig eben fo grofs ajs bey jenen, und bey der drit- 
ten ganz klein, wie die vom folgenden; hiervon find die erflern beide, und der vierte 
ein Männchen, der dritte aber [ein Weibchen. 

Wenn Willughby b) und Artedi c) die Frage aufwerfen : ob unter dem Muß eins fiella- 
ris primus des Bellon unfer Fifch zu vergehen fey?jfo mufs wohl ein Schreib- oder Druk- 
fehler zum Grunde liegen, da bey dem erwähnten Schriftsteller kein Fifch unter diefer 
Benennung vorkommt. Eine andere Frage' diefer beiden Schriftfteller d): ob unter Cani- 
cula faxatilis des Rändelet unfer getiegerter Hay zu vergehen fey ? kann ich bejahen, da 
letzterer Tagt, dafs er noch einmal fo grofs würde, als fein Canicula Arifioteüs. 

Auch haben Artedi und Linne unfern Fifch nicht genau beftimmt : denn alle die 
von ihm angegebenen Kennzeichen finden wir auch bey den folgenden. 

Pennant führt unrichtig den Catulus major deS Willughby und den Canicula Ariflo- 
tclis des Rändelet e) zu unferm Fifch an, welcher, wie ich eben erwiefen, der folgende ift. 

DER BANDIRTE HAT. 



Squalus fäTciatus. 4- 

Der bandir- 



CXIIIte Tafel. 
Der Körper bandirt, zwey Bartfafern am Munde. 
Squalus corpore fafeiato, ore cirrofo. 

C 2 



te Hay. 



a) Schriften der Dromh. Gefellfch. aterTheil. c) Syn, p. 79. 
S. 217. d) A. a. O. 

b) Ichthyol, p. 163. e) B, Z. III. p. 113. 



20 Hayfifche. 

Squalus varius, naribus ori proximis; foramini- Mus. i p 62. n. 136. Zoopb. p. 33. n. 14*-. 

bus pone oculosj fpiraculis utringue qua- Squalus fpiraculis quaternis, cirris oris duobus, 

remis; cauda longiffima, Seb. Thts. T. III, corpore rufo, albo transverfim fäfeiato, 

p, 105. t.34. f. 1. Herman, Tab. affinit. p. 302. Nota h. 

— capite obtufo, cirris duobus ad maxillam Der getiegerte //ay, Forfl. Zool. Indic. S. 24. 

fuperiorem, dorfo vario inermi, Gronov. Tab. 13. f. 2. 

Diefer Hay läft fich durch feine zwey Fafern am Munde und durch feine Quer- 
banden von den übrigen leicht unterfcheiden. 

Der Körper ift geftreckt, und etwas rauh, der tfumpf kurz und dick, der Kopf 
breit, vorne flach und abgeftumpft ; die Nafenlöcher auf der untern Seite find ohmveit 
dem Rande, und die Wafferlöcher dicht hinter den Augen befindlich. Der Mund öfnet 
fich unterwärts in die Quere; die obere Lippe ift dick, und hervorragend; beide Kinn- 
laden find wie eine .Rafpel von ganz kleinen zugefpitzten Zahnen rauh, und der Fifch 
kann die obere vor- und zurükftoffen. Die Zunge ift kurz und dick; an den beiden 
Winkeln des Mundes fitzen zwey Lappen. Die Augen find klein, länglicht, und haben 
einen blauen Stern in einem fchwarzen Ringe. Der Bauch ift breit, und von grauweißer 
Farbe. Die BruftfloiTen find kurz und breit, und fitzen am Rande des Bauches; die 
Bauchfloffen find kurz und getrennt, und der After ift zwifchen ihnen in der Mitte. Sie 
flehen der erften, und die Afterfloffe der zwoten RückenflofiTe gegenüber. Der von 
beiden Seiten zufammengedrückte Schwanz wird nach hinten fo dünn wie ein Blatt, und 
feine Floffe ift lang, und am Ende deffelben mit einem tiefen Einfchnitt verfehen. Die 
Grundfarbe des Körpers ift fchwarz, und wird von weiflen nach der Quere laufenden 
unregclmäfsigen Banden StreifFen und Flecken unterbrochen. Der gröfte aus meiner 
Sammlung ift nach feiner ganzen Länge auf der Tafel vorgeftellt : man foll aber auch 
welche von fünfzehn Fufs Länge finden a). 

Wir treffen diefen Fifch im indifchen Meere an, und habe ich den hier abgebil- 
deten dem Herrn Konferenzrath Müller, der ihn vom Herrn Dr. König aus Tranquebar 
bekommen, zu verdanken. Er lebt von Mufcheln und Krebfen, wozu ihm fein gekörn- 

a) Tabul. Affinit. Anim. p. 302. 






Der bandirte Hay, Der kl eingeß eckte Hay. 21 

ter Mund zum Zermalmen der Schale zu ftatten kommt, und habe ich in feinem längli- 
ehen Magen Krebsbrut angetroffen. 

In Deutfchland wird diefer Fifch der bandirte Hay, und in Indien Wannan-poliea 
genannt. 

Artedi, der diefen Fifch zuerfl aus der Sebaifchen Sammlung befchrieben hat a), 
giebt ihm vier Luftlöcher ; an den beiden Exemplaren, die ich befitze, habe ich fünfe 
bemerkt : indeffen flehen die letzten fo dicht zufammen, dafs man fie nur für eins hält, 
wenn man fie obenhin unterfucht. Der Herr ProfefTor Herman in Strasburg ift, da es 
ihm an Gelegenheit fehlte, diefen Fifch felbil zu unterfuchen , fehr wohl zu entfchuldi- 
o-en, wenn er ihm ebenfalls nur vier Luftlöcher giebt b). 

DER KLEINGEFLECKTE HAT. 

CXIVte Tafel. __ 

Der Körper gefleckt, die BauchfiofTen zufammengewachfen, 5- 

' , . . . .. ?•/ ^- Derklcin- 

Saualus varms, pmnis ventralibus concretis. 

... gefleckte 

Squalus Catulus, f. dorfo ocellato mutico, pinnis Catulus minor, Aldrov, de Pifc. p. 390. fig. 2. 

ventralibus concretis, dorfalibus caudas Canicula Ariftotelis, GesnerJqttat.Tp.i6S- Icou. 

approximatis. Liuu. S. N. p. 402.11. 10. Anim. p. 146. Thierb. S. 80. 

— dorfo vario, pinnis ventralibus concretis; _ _ y^ de p ifc . p _ 24- 7.8- f. 2. 

.^W. Gen. p. 96.11. 8- Syn. p.97. n.io. ' ■ . 

r J • PefceGatto, Sah. Aquat. p. 157. b. 

mermis, pinnis ventralibus concretis; . 

Galeus ltellans minor, bell. Aquat. p. 74. 
dorfalibus caudae proximis, Gron. Mus. 2. 

Canicula Ariftotelis, Rond. P. I. p. 380. 
v.AA- n. 199- Zoopli. P- 32. n. 44. 

P 4 4 y V i vr il Rufctta Fmfe. Defcript. Animal. P. XVIII. 

Galeus dorfo pulverulento tantillum rubente, 

cr - n ■ v Same, oder Tuka Same, Kampf. Gefch. von [a- 
maculis inordmatis, exiguis, fuicis albidis- ' > rj j 

oue varius. Klein. Mifs. Pifc. III. p. 10. n. 6. P an > J Tb ' S * ^ T - «• % 7- 
Catulus major, WiUughb. Icbtb. p. 62. Catulus ^attuccio, Cetti, Sari 3 Tb. S.6 9 . 

minor p. 64. Tab. B.4. f. 2. Gar Gatufio > Brünn - ? ifc - Mafs " P- 5; »• »■ 

__ _ Ray Syn. p. 22. n. 12. 13. Haa- Gaele, Muli. Prodr. p. 38. n 3 14. 

Leder Spottet Dog-Fish , Penn. B. Z. III. p. 1 15. Das Seebündclien, Müll. L. Ä 3. Th. S. 264. 

m47.pl. 15- _J , 

a) Seb. Tbef. p. 105. .. . b) Tab. Affinit. p. 302. 

c 3 



22 Hayßfche. 

Der gefleckte Körper und die beiden zufammengewachfenen in eine Spitze 
fich endigenden BauchflofTen find fiebere Merkmale;, diefen Hay von den übrigen zu im- 
terfcheiden. 

Der Körper hat, den weiffen Bauch ausgenommen, eine rötbbche Farbe; der 
Kopf ift grofs, und die halbdurcbfichtige Scbnautze länger als bey dem getiegerten. Die 
Nafenlöcher flehen zwifchen diefen und der Mundöfnung in der Mitte, s und der Mund 
ift weit und furchtbar bewaffnet: denn jede Kinnlade ift mit vier Reihen nach einwärts ge- 
krümmter fägeförmiger Zähne beferzt. Ein jeder Zahn hat drey Spitzen, wovon die 
mittlem lang, und die an den Seiten kurz find. Die Zunge l& breit, glatt und frey. An 
den halb bedeckten Augen bemerkt man einen fchwarzen Stern in einem weiffen Ringe, 
und binter denfelben die Wafferlöcher. Zunächft der ftarken Bruftfloffen find die fünf 
Luftlöcher fichtbar. Der Rücken ift bräunlich, rund, und die Seiten find wenig zufäm- 
mengedrückt. Der After ift innerhalb den verwachfenen BauchflofTen befindlich und ra- 
gen bey meinem Exemplare zwey harte einen Zoll lange knorpliche Körper bervor, wel- 
che die Naturkündiger für Geburtsglieder baken. Der Schwanz 'übertrifft den Rumpf 
tn Länge: denn bey dem vor mir liegenden beträgt fie nicht mehr vom After bis zum 
Ende der Schnautze, als zehn Zoll, vom After bis zum Ende der Schwanzfloffe hingegen 
einen Fufs. Die After- und vordem Rückenfloffen find klein- letztere ftehen weit hinten 
am Rücken, die erftere unter den BauchflofTen und die hintere der Afterfloffe gegenüber. 
Die Schwanzfloffe hat ohnweit dem .Ende einen ftarken Finfchnitt, und ift fchmal. Die 
Haut ift glänzend, und von den dichten, harten, hervorgehenden fternförmigen Stacheln 
rauh, daher fie auch zum Glätten gebraucht wird. 

Wir treffen diefen Fifch nicht nur im mittelländifchen und Nordmeere, fendern 
auch in Oftindien an. ( Er wird nur zwey bis drey Fufs grofs, und ift daher der kleinfte 
unter den Hayfifchen. Fr ift fehr begierig nach Raub, und verzehret alles was er be- 
zwingen kann; er felbft aber wird von den Menfchen, wegen feines trahnigen Gefchmaks 
nur im Nothfall verzehret; feine Leber hingegen giebt einen fchönenTrahn. Sowohl in 
Rückficht der Fortpflanzung, als auch der .Einrichtung der innern Theile kömmt er mit 
dem vorhergehenden überein. 



Der kleiugißeckte Hay. 23 

In Deutfchknd wird diefer Fifch kleiner Seehund, in Norwegen Haa -Gaeh; in 
England Leß'er Rough Hound und Morgay , in Frankreich Roujfette, inMarfeille befon- 
ders Gar, Gatuße, in Italien Pefie Gatto , in Sardinien Gattuccio, auf der Infel Malta 
ilRufetta, und in Japan Same oder Tuka-Same genannt. 

Bellon hat diefen Fifch zuerft befchrieben, und eine Zeichnung davon geliefert, 
in der aber. die erfte RückenfloÖe zu weit nach dem Kopfe zu vorgeftelltifl: a) : Bande- 
let hingegen hat uns bald darauf eine, beffere Zeichnung gegeben b). 

Linne führt unrichtig den gelben Hay des Gunner zuunferm Fifch an: denn da 
diefer die Bauchfloffen getrennt vorgeftellet hat c); fo kann es nicht diefer, fondern 
der vorhergehende feyn ; auch kömmt er in Abficht der runden Flecken mit jenem 
überein d). 

WillughBy macht unrichtig aus unferm Fifch zwey befondere Gattungen: denn 
dafs auch unter feinem gr offen Seehündchen e) unfer Fifch zu vergehen fey, erhellet aus 
den zufammengewachfenen Bauchfloffen , die er bey beiden angemerkt hat f ) und hie- 
durch ift aach Ray in den nämlichen Fehler verfallen g). 

Rays Frage : ob das gemeine Seehündchen mit dem kleinen Seehündchen des 
Salvian einerley fey h)? läfst fich mit ja beantworten. 

DAS SEESCHWEIN. 

CXVte Tafel. 

Eine Reihe Schneidezähne am Unterkiefer. 5 # 

Squalus unica ferie dentium ineiforium in maxilla inferiore. Das See- 

Squalus Centrina, f. pinna.anali nulla, dorfalibus Squalus pinna ani carens,' ambitu corporis tri- fchwem. 

fpinofis, corpore mbtriangulari, Lim, Syft. angulato. Arted. gen. p. 67. 11. 5. Syn. 

Nat, p-398- n.2. P-95-"-5- 



a) Aquat. p. 74. f) P- 63. 64. 

b) P. 1. p. 383- g) Syn. Pifc. Catulus major, p. 22. n. 12. Ca- 

c) Schrift, der Brontb.'Gefelifch. aTh/ T, 2. tulus minor, 11. 13. 

d) Im a.D. Tab. 2. h) Ä. a. O. 

e) Catulus major, p. 62. 



*4 'Hajfßjcke. 

Galcus brevis, craffus, pinnis dorfalibus fpinofis, Pcfce porco, Sah. p. 156. b. 

ano caudae proximo, Klein Mifs. Pifc. III. — — Cetti, Sard. 3 Th. S, 70. 

p. 10. n. 7. Pore, Brunn. P. Mafs. p. 3 11, 7. 

K.£vt ? /th AeJian. 1. 1, c. 55. p.59. 1. 11. c. 8- Purk-Haae, Haa- Kiaering, Müll. Prodr. p. 37. 

— centrina, Gesner. Aquat. p. 609. Icon. Ani- n. 313. 

mal. p. 146. Thierb. S.78. b. — — Pomopp. Nonv. 2 Th.S. 184. 

— AUrov. de Pifc. p. 401. The Centrina, ^« ofEngl. p. 200. 

— y»?;/?. de Pifc. p. s8- T. 8- %• 4. 5> Bernadet, Renard, Humanthin, Rand, de Pifc. 

— Willughh. Ichtb. p. 58. T. B. 2. 3. P. I. p. 384. 

Vulpecula, Bellon. Aquat. p. 62. Der Sauhund, Müll, L. S. 3.Th. S. 255. 

Die einfache Reihe Zähne in der Unterkinnlade, giebt ein ficheres Merkmal für 
diefen Hayfifch ab. 

Der Rumpf ifl dreyeckig, am Rücken fcharf, und am Bauche breit, oben braun, 
und unten weifslich. Der Kopf ifl klein, flach, und endigt fich in eine ftumpfe Spitze. 
DieNafenlöcher befinden fich nicht weit vom Munde, und die Wafferlö'cher flehen hinter 
den Augen. Der unterwärts gelegene Mund ifl faft befländig offen, und in der obern 
Kinnlade find drey Reihen fpitziger Zähne vorhanden. Die halb bedeckten Augen er- 
fcheinen länglich und haben einen fchwarzen Stern von einem gelblichen Ringe umge- 
ben. Die Haut hat ftatt der Schuppen lauter aufrecht flehende harte Blätter, welche fie 
rauh machen, und ift eins davon auf der Tafel vorgeftellet. Unter diefen liegt eine 
ftarke Fetthaut, welche zu feiner Benennung Gelegenheit gegeben hat. Der Schwanz ifl: 
kurz, und von beiden Seiten zufammengedrükt. Die Bruft- und Bauchfloffen find dop- 
pelt ; die erfte Rückenfloffe fängt ohnweit dem Kopf an, und fchliefst eben fo, wie die 
zwote einen harten Stachel ein, den Aelian für giftig hält a), womit jedoch nach der Beob- 
achtung des Steno nur die Männchen verfehen feyn follen b). Die Schwanzflofie ift nur 
kurz, und eine Afterfloffe gar nicht vorhanden. Der Aufenthalt diefes Fifches ifl im 
mittelländifchen Meere, wo er mehrentheils in der hohen See lebt, und nur dann Und 
wann an den Ufern erfcheint, daher er nur feiten gefangen wird. Man bemächtigt (ich fei- 
ner durch den Angelhaken. Er wird nicht leicht, über drey bis vier Fufs lang angetroffen. 



a) Hb. XL c. g. b) Btim.Klein, Mifs. Pifc. III. p.ic. nota £. 



Der Meerengel 2j 

Er gehuret, wie der bewafnete Mund beweifet, zu den Raub thlercn. Unter allen HayüTchen 
hat er das härtefte Fleifch, und wird daher nur im Nothfall von armen Leuten genoflen. 

Man nutzet nur die Haut zum Poliren, und die Leber zum Oeh], welches ausge- 
braten wird, und das Rändelet a) als ein Mittel wider die Gliedcrfchmerzen anrühmt. 

Die Leber ift blafs, befteht aus zween Lappen, und bedeckt den Magen. Die 
Galle ift dunkelgrün, und die rothliche mit einem JEinfchnitt verfehene Milz liegt dem 
Magen zur Seite ; diefer ift lang und der Darmkanal kurz und weit. 

In Deutfchland wird diefer Fifch das Seefchwein, in Norwegen PurkHaae, Hua- 
Kiaering, in England Centrina, in Frankreich Bernadet, Renard und Humanthin, m 
Marfeilk befonders Pore, und in Italien Pefce porco genannt. 

Diefer Fifch war bereits den Griechen und Römern bekannt, und Bellon hat uns 
zwey Zeichnungen davon geliefert, wovon die erfte die befte ift b). 



DER MEERENGEL, =— = 

CXVIte Tafel 7- 

Der Meer- 
Der Körper flach. Squalus corpore depreßb, cngeL 

Sqalus fquatina, f. pinna anali nulla, caudse dua- Squatina, Jonfi. de Pifc. p. 39. Tab. XI. f. "7. 

bus, ore terminali, naribus ciirofis, L. S. N. Charlet. Onom. p. 131. n. 5. 

p. 398. n.4. Ange, ou Angelot de mer, Belhn. Aquat. p. 78- 

— pinna ani carens, ore in apice capitis, Ar- Pei-Ange, Brunn, pifc. Mafs. p. 5. n. 12. 
ted. gen. p. 67. n.6. Syn. p.95. n. 6, Squadro, Sah. Aquat. p. 151. 

Rhina, five Squatina autorum , Klein, Mifs, Pifc. lo Suadro, Cetti, Sard. 3 Th. S. 6g. 

III. p. 14. n. 1. Tab. 2. fig. 5. 6. The Monkor Angel-Fish, Willuglihy, Ichth. 
H'rVuj, Arifl, Hift. An. 1. 2. c. 15. 1. 5. c. 5. 10. 1 u p. 97. Tab. D. 3. 

I.9. c37.de Part. 1. 4. c 12.13. — — — — Ray, Syn. pifc. p. 26. 

Squatma } PJz».N.h|£r. L9. c. 12.24.42.51. 1.3.3. c.9. — Angel-Fish, Penn, Britt. Zool. III. p.99. 11.7. 

— Rond. P. 1. p. 367. n. 39. pl. XII. 

— Gesner Aquat. p. 899. 902. Icon. Animal. Schoerhay, Pakhay, Gronov. Mus. i.p. 63. n. 137. 
p. 39. 40. Thierb. S. 165. b. 166. Zooph. p. 151. n. 151. 

— Rstidel. Aldrov. de Pifc. p. 472. Der Meerengel, Mull. L.S.3. Th, S.265. 

a) de Pifc. P. 2. p. 368. b) Aquat. p. 63. 64. 

Naturg, ausländ. Fifihe l Tkeit D 



$6 U ay fifch e. 

Man erkennt diefen Hay an feinem nach unten zufammengedrükten Körper. 

Der Geftalt nach kömmt er mit den Rochen, der Lage der Luftlöcher an den 
Seiten nach aber mit den Hayfifchen überein : er macht daher den Uebergang von den 
Rochen zu den Hayen. Der flache Kopf bildet einen Zirkel, und ift breiter als der 
Rumpf, die Mundöffhung ift breit, und nahe am Rande befindlich ; in diefer flehen zwey, 
und in jener drey Reihen oben zugespitzter und nach einwärts gekrümmter Zähne. Es 
hat indeffen diefer Fifch mit den übrigen Rochenarten diefes gemein , dafs die Alten von 
ihnen mehrere .Reihen Zähne als die Jungen haben , und hierdurch läfst fleh erklären, 
warum ich bey meinen beiden Exemplaren, die nicht über einen Fufs lang find, in der 
obern Kinnlade nur zwey, und in der untern drey , Willughby a) und Rondelet b) in je- 
ner fünf, und in diefer drey gefunden. Beide Kinnladen können vom Fifch herausge- 
floffen und wieder eingezogen werden. Die Zunge ift breit, dünn, glatt, und läuft vor- 
ne in eine Spitze aus. Die Nafenlöcher liegen vorwärts am Rande, und fie bedeckt eine 
Haut, die fich in zwo Bartfafern endigt. Ohnweit diefes Randes find die kleinen Augen 
fichtbar, deren Stern feegrün, und von einem gelben Ringe umgeben ift, und hinter die- 
fen befinden fich zwey halbmondförmige Löcher, welche fich in einer fchiefen Richtung 
im Gaumen öffnen, und der Fifch läfst durch felbige das eingefogene Waffer aus> Die 
fünf halbmondförmigen Luftlöcher an den Seiten, werden durch die hervorragende Haut 
Vom Rücken und von der Seite bedekt; das oberfte Luftloch fleht mit dem gegen- 
über in genauer Verbindung, indem ich mit der Sonde, die ich auf der einen Seite hin- 
einflach, auf der andern wieder durch kam. Die Luftröhren Hegen bey diefem Fifche 
nicht fo frey, wie bey den übrigen Hayen, indem an jeder Zwifchenhaut (Septnm) eine 
Haut befindlich ift, welche die nächfte Oeffnung bedeckt. Die obere Fläche des Kör- 
pers ift grau und die untere weifs ; jene ifl von kleinen krummen nach dem Rücken zu.ge« 
boo-enen Stacheln rauh, diefe aber bis auf dem Schwanz glatt. Von diefer Haut wiffen 
die Türken den fchönflen Chagrin zu verfertigen , welcher zu Uhrgehäufen gebraucht 
wird, und die Römer poliren damit Holz und Elfenbein. Die Bruflfloffen find grofs 

a) Ichthyolog. p, 80. b) de pifc, P, 1. p, 367. 



Meer enget 27 

und breit, und ohne Zweifel haben diefe zur Benennung des Meerengels Gelegenheit ge. 
geben. Die Bauchftoffen find länglich und weifs, die BruftflofTen aber oben weifs, und 
unten braun eingefafst. Die zwey Äückenfloflen find klein, und haben ihren Sitz am 
Schwänze. Die Schwanz floffe hat eine fenkrechte ilichtung und einen kleinen mondfor-- 
migenAusfchnitt. Die Bauchhöhle ift lang und breit, der After länglich, und zwifchen 
den beiden Bauchfloffen befindlich. Bey den Männchen fieht man zwey längliche knorp- 
liche Körper, die dem Weibchen fehlen, und die AfterflofTe mangelt diefem Fifche. 

Wir treffen diefen Fifch im mittelländifchen Meere und in der Nordfee an. In 
der Gegend von England wird er in einem Gewicht von ohngefähr hundert a), im mittel- 
ländifchen Meere hingegen von hundert und fechszig Pfund gefangen b). Um Holland 
bekömmt man ihn zuweilen von ungeheurer Gröffe c). Er erreicht die Länge von fechs 
bis achtFufs, und gehört mit zu den Kaubthieren , lebt, da er fich mehrentheils im 
Grunde aufhält, vorzüglich von Schollen und .Rochen, welche man in feinem Magen öf- 
ters antrifft. Er ift fo kühn, dafs er fogar Menfchen anfällt, wie dann ein englifcher 
Fifcher, der einen dergleichen großen im Netze hatte, und unvorfichtig zu Werke ging, 
von ihm angefallen und übel zugerichtet wurde d). Man lockt ihn ebenfalls, wie die vor- 
hergehenden durch ein Stück Fleifch am Angelhaken, Nach der Bemerkung des Arifiote- 
lis foll die Begattung blos durch das Äeiben des Männchens auf dem /Jucken des Weib- 
chens gefchehen e), und foll er im Frühling und Herbft jedesmal fieben bis acht Junge 
zur Welt bringen f). Gronov hingegen verfichert, dafs er auf einmal dreyzehn und 
mehrere lebendige Junge von acht Zoll Länge gebähre g). £r hat ein fchlechtes Fleifch, 
welches der gemeine Mann kauft, und es foll doch nach dem Galen nahrhafter feyn, 
als das vom Zitter- und Stachelrochen h), 

D 2 

a) Penn. B. Z. 3. p. 99. e) Hift. Anim. 1. 5. c. 5. 

bj Rondel. P. i. p.j5g. O — — 1. 5. c. 10. 

c) Gronov. Mus. 1. p. 63. g) Zooph. n. 151.. 

d) Pen». A. a. O. h) de Aliment. Claff. II. 



aS Hayfifcke, 

Die Leber ift grofs und blafsgelb, dick und die Galle dunkelgrün, die Milz klein, 
der Magen grofs, und der Darmkanal weit. 

In Deutfchland wird diefer Fifch Meerengel, in Holland Schoerhay, Paekhay , in 
Frankreich Ange und Angeht de Met; in Marfeille Pei-Ange, in England Monck , oder 
Angel- Fish, in Italien und Sardinien Squadra und Squadro genannt. 

Wenn Arifioteles erzählt, dafs diefer Fifch die Eigenfchaft befitze , feine Farbe 
zu verändern, und fie derjenigen gleich zu machen, welche das Thier hat, auf deffen 
Raub er ausgeht a); fo ifl diefes wohl eben fo ungegründet, als wenn er vorgiebt, dafs 
er bey einer vorgehenden Gefahr die Jungen in fich aufnehme : denn die Unmöglich- 
keit davon ergiebt fich fchon in Anfehung des erftern aus der dicken und undurch- 
fichtigen Haut; und in Anfehung des zweyten habe ich felbige bereits im dritten Ban- 
de der Fifche Deutfchlands S.71. gezeigt. Eher lieffe es fich denken, dafs nach der 
Erzählung des Oppian die Alten die erfchrocknen Jungen mit ihren Floffen umgäben, 
und fie dadurch befchützten. 

Nach dem Rondelet folkn die zu Pulver geftoffenen Eier diefes Fifches ein fiche- 
res Mittel wider den Durchfall feyn b); wenn er indeflen dem Plimus nachfagt c), 
und es fogar durch .Erfahrungen bekräftigen will, dafs diefer Fifch auf die Brüfte 
gelegt, den allzuftarken Wachsthum derfelben verhindere, und ihnen die gehörige Ve- 
ftigkeit gebe; fo gehört diefes wohl zu den Fabeln jener Zeiten. 

£s ift übrigens diefer Fifch, der den Griechen und .Römern bekannt war, vom 
Bellon zuerfl fchlecht abgezeichnet worden, indem er die Nafenlöcher und die Öff- 
nungen hinter den Ohren ohnangezeigt gelaflen, und die Schwanzfloffe gabelförmig 
vorgeftellt hat d). 



a) Hift, Anim, 1, 3, c. 3, c) 1. 32. c. 10, 

V) P,I, p,370, ä) Aquat. p. 78. 



Der Hammsrfifch. 29 

der hammerfisch: 

CXVIIte Tafel. 
Der Körper wie ein Hammer gehaltet. . 

Q 

Squalus corpore malleiformi. 
1 r Der Ham, 

Squalus Zygaena, f. capite latiffimo transverfo Kornac, Mokarran, Abukott, Torsk. Defcript. oicrfifcli.. 

malleiformi, Linn. Syft. Nat, p, 399, n, 5, Animal. p.X. 

Mus, Adolph, Fr. 1. p. 52. La Zigene, Dutertre, Infi, des Antill. T. II. p. 207. 

— capite latiffimo transverfo mallei infrar } Le Marteau, Pantoufflier desAmericains,Zygene, 
Artsd. Gen. p.67. n.7. Syn. p. 69.11. 7. Poiffon Jnif, Cour sd' Hiß. N. Tom. V.p. 439. 

Ccftracion fronte arcus figura, Klein. Mifs, LeRequin, Fer min Sarin. Tom, II. p. 248. 

Pifc.III. p. 13. n. 1, Le Niveau, le Plomb, Rondel, de Pifc. p. 389. 

H'zw'y*»»*j Arift. 1,3, c. 15. Le Marteau, Bomare, Dict. Tom. VI. p. 547. 

— Aelian. 1,9, c. 49. Pantoufflier, Labat. Voyage de V 'Ameriqtie , Tom. 
Zygama, Gesner Aquat. p, 1050, Icon. Anim. IV, p. 301. 

p. 150. Meerfchkgel, Thierb, S. 82. b, — Plmiier, Manufcript. 

— Aldrov. de Pifc. p. 408. Kruyshay, Balans-Vish, Gronov. Mus. I. p. 63. 

— Jovflon. p. 39. tab, VII. f. 8. 9. 11. 139. Zooph. p. 32. n. 145. 

— ' Charlet. Onom. p. 128. The Balance Fish, Willughb. Ichth. p. 35. Tab. B. 1. 
Sphyrama Gillii, Mus. Ecsler, p. 55. T. XV. — — - Ray Synops. Pifc. p. 20. n. f. 
Liberia Balifta, Cagnola, Bellon. Aquat. p. 61. Der Schisgel, Schlsegelfifch , Judenfifch, Rieh- 
Ciainbetta, Sah. Aquat. p. 128- b. ter.s Ichth. S. 666. 

Pei-jouzou, Brunn. Pifc. Mafs. p. 4. Der Hammerfifch, Müll, L. S. 3 Th. S. 258- 

Die fonderbare Bildung diefes Fifches, der einem Hammer gleicht, macht ihn 
vor den übrigen kenntbar, und feine Aehnlichkeit mit verfchiedenen Werkzeugen haben 
zu den vielfältigen Benennungen, die er in Frankreich und Italien erhalten, und die ich 
-am Ende anführen werde, Gelegenheit gegeben. Der auf beiden Seiten verlängerte 
Kopf hat vorn einen dünnen und etwas ausgefchweiften Rand und ift oben und unten 
rund. An den Enden derfeiben erblickt man die großen hervorgehenden Augen, die 
einen fchwarzen Stern in einem goldenen Ringe haben. Sie find nach unten zu gerichtet, 
und der Fifch wird dadurch in den Stand gefetzt, die unten und zur Seite vorhandenen 
Thiere wahrzunehmen, deren er lieh mit feinem fürchterlich bewaffneten Munde bemäch" 

D 3 



SO Hayßfche. 

tigt. Ohmveit dem Rande find unterwärts die länglichten mit einer Haut bedekten Na- 
fenlöcher, und beim Anfange des Rumpfes die Bogenförmige Mundöffnüng fichtbar. 
In jeder Kinnlade find drey, und bey groffen vier Reihen breiter oben zugefpitzter, und 
auf den Seiten fägeförmiger Zähne befindlich. Der Kopf ift bey den jungen breiter 
als bey den altern, wie ich folches bey einem anderthalb Fufs langen jungen Exemplare 
das ich befitze, und bey dem fechs Fufs langen, welches mir aus dem herzoglich -braun- 
fchweigifchen Cabinet mitgetheilet wurde, wahrgenommen habe. Die Zunge ift dick, 
breit, und der vom Menfchen ähnlich. Der Rumpf ift geftreckt und rund, daher ihn 
Arifloteles mit Recht den langen Fifchen beigefellet a). Der Hammerfifch hat ober- 
wärts eine graue, unterwärts eine weiffe Farbe, und ift mit einer rauhen Haut umge- 
ben. Die Floffen find bey ihrem Anfange fchwarz, und übrigens grau; fie haben fammt- 
lich einen mondförmigen Ausfchnitt. Die Bruftfloffen fitzen unterwärts; die Bauchflof- 
fen find getrennt, klein, und zwifchen ihnen ift der After fichtbar. Die After- und zwei- 
te Rückenfloffe find klein, die Schwanzfloffe lang. Die erfte Rückenfloffe ift grofs, 
und nahe am Kopfe befindlich. 

Wir treffen diefenFifch im mittelländifchen Meere, befonders bey Smirna häufig 
an, fo wie auch in den amerikanifchen Gewäffern, vorzüglich in der Gegend der antilli- 
fchen Infein und Jamaica. Er erreicht eine fehr anfehnliche Grö'ffe, und ein Gewicht 
von vier bis fünf hundert Pfunden b). Ohne Zweifel haben Aelian c) und Galen d) 
ihn aus diefem Grunde für einen WallhTch gehalten. Er iiFein ftarker Räuber, wel- 
cher auch des Menfchen nicht fchonet. Die Neger fehen fich daher öfters bey ihren 
Wafferbefchäftigungen genöthiget, ihn mit vereinigten Kräften anzufallen, und befitzen 
eine befondere Gefchicklichkeit fich feiner zu bemächtigen : die Fifcher hingegen wif- 
fen ihn durch Lockfpeife mit dem Angelhaken zu erhalten. JEr hat ein zähes übelrie- 
chendes Fleifch, wovon Galenus fagt, dafs es fo, wie das von den übrigen Hayfifchen, 
fchlechte Nahrung gäbe. 

a) Hift.Anim. 1.2. c. 15. c) 1. 10. c.2. 

b) Richter Ichth. p. 666. ä) de Alim. 1. 3. 



Der Hammerßfch. 31 

Seine inneren Theile find eben fo , wie die von den vorhergehenden, gebildet, 
und bemerkt man bey den Männchen am After zwey knorplichte hervorgehende Körper. 

In Deutfchland ift diefer Fifch unter dem Namen Hammer- oder Schlägelfißch 
bekannt; in Holland nennt man ihn Kruyshay und Balansßsh, in England Balance -Fish, 
in Frankreich Niveau, Plomb, Martern, Quarre, Regle; in Marfeille befonders Pei- Gou- 
ziou; in Italien Pefce Mdrtello, Pefce Baleflra; in Rom befonders Ciambetta; auf der 
Infel Malta Martel; in Spanien Pas Limo, Toilandano; in Amerika Pantoufflier, und in 
Arabien Kornae, Mokarran, Abu kott. 

Die Kenntnifs diefes Fifches haben wir zwar den Griechen, die erfle Zeichnung 
aber dem Bellon zu verdanken a). Jene machten einen WallhTch aus ihm ; diefer und 
feine Nachfolger der Salvian und Rändelet halten ihn zwar auch für eine WallhTchgat- 
tung, haben ihn jedoch bey den Knorpelflfchen , wohin er eigentlich gehört, mit ab* 
gehandelt. 

Aldrovand hat zu unferm Fifch noch eine andre Gattung hinzugedichtet, der er 
eineRückenfloffegiebt, welche fo lang als der Rücken ift b), diefe hat Jonßon getreu- 
lich kopirt c). 

DIE ME EP. SAU. 
CXVIIIte Tafel. 



Der Körper grau, die Zähne fägefürmig, eine Floße am After. '9 

Squalus, corpore einer eo, dentibus ferratis, cum pinna anali. ie CC1 " 

Squalus Galcus, f. naribus ori vicinis, foramini- TaXict %Jm, Arifl, HifL Animal. 1. 67 c. 11. 

bus ad oculos, Linn. S. N. p. 399. n. 7. Canicula, Plui. nat, hift. l.g. c.46, 1. 32. c. 11. 

— naribus ori vicinis, foraminibus exiguis ad Galcus Canis, vel Canicula Plinii, Gesner, Aquat. 

oculos, Arted. Gen. p. 68- n. 9. Syn. p. 167. Icon. Anim. p. 144. Thierb. S. 80. 

p. 97. n. 9. Canis galeus vulgaris , Alirov. de Pifc. p. 388- 

Galeus, roftri extima parte pellucida, dentibus — — — Jonfi. de Pifc. p. 25. T. 8. f. 4. 

acutis, in tres ordines difpofitis, Klein, Mifs. — — Willughb. Ichth. p. 51. t. B. 6. f. 1. 

Pifc. III. p. 9. n. 3. — — Ray, Syn. Pifc, p. 20. n. 5. 

a) Aquat. p. 6r. b) de Pifc. p. 40g- c) de pifc. p. 29. Tab. VII. f. 8-9» 



32 Hayfifihe. 

Canofa, Sah. Jquat. p. 132. Qiien de Met, Bomare, D1&. Tom. III. p. 13g. 

Pal, Brunn. Pifr. Mafs. p.4. n. 9. The Tope, Penn. Briet. Zool. III. p. in. 

Milandre & Cagnot, Rondel. P.I. p. 377. Die Meerfau, Müll. L.S. 3.TI1. S. 260. 

Diefer Hay unterfcheidet fich von dem ihm überaus ähnlichen Menfchenfref- 
fer a), Pferd b), und blauem Hay c); vom erften durch die Gegenwart der Afterfloffe, 
vom zweiten durch die fägeförmigen Zähne, und vom dritten durch die graue Farbe. 

Der Körper ift geftreckt und rund, der vorn zufammengedrückte Kopf endigt 
fich in eine ftumpfe Spitze; die Augen find klein, gröftcntheils verdeckt, ihr Stern 
fchwarz, der Ring weifs, und hinter denfelben erblickt man eine runde Oeffhung. Der 
unterwäfits fich öffnende Mund ift oben und unten mit drey Reihen fägenförmiger fpitzer 
Zähne bewaffnet; ein jeder Zahn hat an den Seiten zw.ey kleine Spitzen, wovon ich ein 
Paar auf der acht und fechszigften Tafel habe abzeichnen laden. Ueber dem Mund befin- 
den fich die Nafenlöcher, welche mit einer Haut bedeckt find, und hinter den Augen die 
Wafferlöcher. Sämmtliche Floffen find klein und fchwärzlich. Der After liegt zwifchen 
den Bauchfloffen, und der Schwanz hat beinahe die Länge des übrigen Körpers. 

Der Aufenthalt diefes Raubfifches ift hauptfächlich im mittelländlfchen Meere 
und in der Nordfee erfcheint er nur feiten. Er erreicht eine anfehnliche Gröffe und ein 
Gewicht von beinahe hundert Pfunden d) , hält fich gewöhnlich in Gefellfchaft mit meh- 
rern in der hohen See zufammen, und ift fehr gefräfsig, indem er fogar Stücken von 
Holz verfchlingt, wenn es mit Fett hefchmiert ift. In .Rückficht feiner Nahrung, Fort- 
pflanzung, der Art fich feiner zu bemächtigen, der Befchaffenheit des Fleifches, der ■auf- 
fern Haut, und der inneren Theile kömmt er mit den vorhergehenden überein. 

In Deutfchland wird diefer Fifch Meerfau, in England Tope., in Frankreich 
Chien de Mer, Milandre und Cagnot, inMarfeille befonders Pal, und in Italien Canofa 
genannt. 



a) Squalus Caixharias L. c) Squalus glaueus £. 

b) Squalus maximus L, d) Sah. Aquat. p. 133. 



Der Menfchenfrejfer. 33 

Von diefem .Fifch, der den Griechen und .Römern bereits bekannt war, haben 
wir dem Rändelet zwar die erfte Zeichnung zu verdanken a); allein diejenige, die uns 
bald darauf Salvian geliefert hat, hat vor jener merkliche Vorzüge b). 

Die Beftimmung des Artedi undZzWvon diefemFifche ift zu allgemein, da meh- 
rere Haye die Nafenlöcher ohnweit dem Mund, und die Wafferlö eher bey den Augen haben. 

Dem Zweifel des Herrn Brünniche, dafs unfer Fifch fich vom Canicula unterfchei- 
de c), fetze ich folgendes entgegen: 

1. Der Canicula ift röthlich und gefleckt, der Galeus hingegen grau und ohne Flecken. 

2. Sitzt die erfte Rückenfloffe bey letzerem faft den Bruftfl offen, bey jenem den Bauch- 
ftoffen gegenüber. 

3. Hat der Galeus eine Afterfloffe aufzuweifen, der Canicula aber nichts. 

Herr Pennant führt zwar zu unferm Fifch den Canicula des Bellon an ; allein da 
diefer Schriftfteller von feinem Canicula fagt, dafs ihm die Afterfloffe fehle ; fo kann er 
wohl unfern Fifch nicht gemeinet haben : auch führt er den Mufiehs des Gronov un- 
richtig zu unferm Fifch an d). 

DER MENSCHENFRESSER. 

CXIXte Tafel. 

Der Körper grau, der Rücken breit. ■■ ■ - 

Squalus corpore cinereo, dorfo lato. lo ' 

DerMen- 
Scjualus Carcharias, f. dörfo piano, dentibus Squalus capite fubacuto, dentibus lanceolatis fer- f c i ien f. e /r 

ferratis, Linu. S\ ft. Nat. p. 400. n. 12. raus, fex ordinibus difpofitis, pupilla lon- 

— dorfo piano, dentibus plurimis ad latera giori angufla, Brown. Jam. p. 458. n. 2. 
ferratis , Artcd. Gen. p. 70. n. 1 4. Syn. Cynocephalus albus, Klein. Mifs. Pifc. III. p. 5. n. r . 

P - 98- "' I4< H'A*tcU, Arifl. H. A. 1. 5. c 5. 1. 9. c. 37. 

— capite fubdeprefib, roftro fubacuto, corpo- 

..„,., . . K«6B«5/*f, -A/ien. 1. 7. p. 306. 310. 

re unicolore, pinms peaoralibus maximis, 

Gronov. Mus. 1. p. 63. n. 138. Zooph. Lamla, PUn.K.H. I.9.C.24. 
p. 32. n. 143. — Rondcl. de Pifc. P. I. p. 390. 



a) p. 377. b) p, 130. e) P. M. p. d) Britt. Z00I.III. p. m. 

Naturg. ausländ. Fifche. L Thcil. E 



34 Hayfifche. 

Canis Carcharias. feuLamia, Gesner Aquat. p. 173. Gcrfch, vel Kerfch, ForsL Dcfciipt. Anirn. p. 20. 

Icon. Animal. p. 151. n. 19. Gabdol. P. XVIII. 

152. 153. Thierb. il Cane Carcaria, Cetti, Sard. 3TI-1. S.71. 

S. 81. 82. ThcShark or Seahound, Charlet. Onom.p.27. n -l- 

^_ ~_ — _ ^Wroü.dePifc.p.381. TheWhiteScharck ) // x y'^/^.Ichth.p.47.T.ß < 7. 

382 — 387- — — — äijv Synops. Pifc. p ig. 

— — — Ariftotelis, Jonfl. de Pifc. — — — Penn. B.Z.III. p. 106. n. 42. 

p. 24. Tab. 6. f. 6. L'Ami, Brütm. Pifc. Mafs. p. 5. n. 13. 

— — Bellon. Aquat. p. 58. Le Requin; Requien, Requiem, Diel, des Amin. 
Ekallurkfoack, Otto Fabricius Faun. Grönl. p.127. tom. III. p. 682. 

//aakal, Olafs Reife nach Isl. iTh. §. 6$5.. Femin. H. N. de Sur. p. 98. Dcfcript. 

Haabrand, Leein. Lappl. S. 161. Tom. II. p. 24g. 

Hav-Kal, Hai-Fish, Haae-Skiacrding, Haae-Skiae- Requiem, du Tertre, Hift. des Antill. p. 202. 

ring, Haa-Kal, Akkalagge, Müll. Prodr. Haa-Skierding, Schriften der Dronth. Gefellfch. 

p-38- u.316. 2Tb. S. 299. Tab. X. XI. 

Haabrand, Haae-Kiaring, Pontopp. Norw. 2 Th. Der Meervielfrafs, Kolbens Reifen. S. 372. 

S, 218. Der McnfchenfrefTcr, Müll. L. S. 3 Th. 266. 

Die graue Farbe und den breiten Rücken halte ich bey diefem Fifche für cha- 
racteriftifche Zeichen. : 

Der Körper ifl geftreckt und rauh, der Kopf vorne breit und dünn, und endigt 
fich in eine kurze Spitze ; die halb bedeckten Augen haben einen fchwarzen Stern in ei- 
nem feegrünen Ringe, hinter welchen die Wafferö'ffnungen fo wie unter der Schnautze 
die halb bedeckten Nafenlöcher befindlich find. Die Mundöffhung ift weit, und fürch- 
terlich bewaffnet, indem £e mit vielen Reihen fägefö'rmiger oben zugespitzter Zähne 
befetzt ift. Die Anzahl derfelben richtet fich nach dem Alter der Fifche ; fo bemerkte 
Herr Otto Fabricius bey einem lebendigen vier Ellen langen MenfchenfrefTer in der 
obern Kinnlade vier Reihen, worinn über hundert, und in der untern drey an hundert 
und fünfzig beweglicher Zähne, aufler denen, welche eben erft aus dem Fleifch durch- 
brachen a): bey alten Fifchen hingegen findet man jede Kinnlade mit fechs Reihen be- 
wafnet. Die vordem Reihen find feile, die hintern kann der Fifch aber nach der Lage 

a) Faun. Grönl. p. 273. 



Der Menfihenfrejfer. 35 

feines Raubes richten ; da nun in jeder Reihe zum wenigften dreyfsig Vorhanden find ; fo 
ift der Mund eines folchen Raubfifches mit drey bis vierhundert dergleichen Zähnen be- 
waffnet. Diefe Zähne, welche man auf der Infel Malta und Sicilien häufig in der Erde 
findet, find unrichtig von den altern Naturkündigern für Schlangenzungen gehalten 
worden; fie haben eine folche Feftigkeit, dafs ohngeachtet fie mehrere Taufend Jahre in 
der Erde gelegen haben, fie unverfehrt geblieben find, Schon aus der Menge und Gröffe 
der Zähne läfst fich beweifen, dafs diefe Thiere vormals häufig und von außerordentli- 
cher Gröffe vorhanden gewefen feyn muffen. Ich habe einen folchen Zahn aus meiner 
Sammlung auf meiner Platte abzeichnen laffen , und wenn man die verhältnifsmäfsige 
Gröffe des Mundes berechnet, worin eben fo viele Reihen groffe als bey der abgezeich- 
neten kleine .Raum haben ; fo mufs der Aachen wenigftens acht bis zehn Fufs weit ge- 
wefen feyn, und in der That findet man ihn auch noch heutiges Tages fo grofs, dafs 
man bey deffen Anblick nich wenig erfchrickt. Rändelet erzählt, dafs man ihn zu Zei- 
ten wegen feiner Gröffe entzwey hauen mufs, um ihn auf zwey Wagen laden zu kön- 
nen a). Auch fahe er einen folchen Fifch am Ufer liegen, in deffen Aachen der fette- 
fte Menfch ungehindert hätte hinein -kriechen können. Die Zunge ift kurz, dick, breit 
und knorpelich ; die Nafenlöcher find doppelt, und mit einer Haut halb bedeckt, und 
die Wafferöffnungen find hinter den Augen befindlich. Die Floffen find bräunlich, die 
Bruftfloffen ftark, Die erfte Rückenfloffe ift grofs, die zweite und die Bauchfloffen find 
klein. Die Schwanzfloffe ift lang, und die Afterfloffe mangelt ihm gänzlich. Der Af- 
ter liegt zwifchen den geti-ennten Bauchfl offen, und der Schwanz ift kürzer als bey den 
vorhergehenden. Wir treffen diefen wegen feiner Raubbegierde und Kühnheit berüch- 
tigten Fifch im mittelländifchen Meere, und faft in allen Gegenden des groffen Welt- 
meeres an. Er hält fich gewöhnlich in der Tiefe auf, und kömmt nur in die Höhe, 
um feinen Hunger zu befriedigen. An den Ufern erfcheint er aber nur, entweder beim 
Verfolgen feines Raubes, oder wenn er feinem Feinde dem Potfifch b) zu entkommen 

E 2 

a) de Pifc. P. 1. p. 391. b) Phyfcter Macrocephalus L, 



36 Mayßfche. 

focht, dem er fich, fogar wenn er tod ift, nicht zu nähern getrauet. Er verfchlingt alle 
Arten von Wafferthieren, fowohl lebendig als tod,befonders fucht er den Heiligebut, Ka- 
beljau, das Seekalb und den Thunfifch auf. Bey Verfolgung des letztern geräth er zu 
Zeiten mit in das Netz, und hat man bey diefer Gelegenheit in Sardinien welche gefangen, 
die drey bis vier hundert Pfund wogen, in welchen fich acht bis zehn unverfehrte Thun- 
fifche fanden a). Dem Menfchen fällt er an, wo er feiner nur habhaft werden kann, 
daher man ihn in Dentfchland mit dem Namen Menfchenfreffer belegt hat. Die Wahr- 
heit diefes Vorgebens darf man um fo viel weniger in Zweifel ziehen, da faft in allen 
Befchreibungen von Seereifen traurige Gefchichten von ihm erzählt werden. Ferrum be- 
richtet, dafs er einem Matrofen, der fich bey feinem Schiff, das auf der Miede lag, ba- 
dete, ein Bein abgebiffen habe b). £in paar ähnlicher Fälle gedenket Pater Fe uillc c). 
Ev war ein Augenzeuge davon, wie ein folcher einem feiner Schüler, der fich mit noch 
vier andern in feiner Gegenwart badete, ein Bein abbifs, bevor ihm jemand gefchwind 
zu Hülfe kommen konnte, ohnerachtet die Ähede voller Schiffe lag. Einige Zeit vor- 
her wurde ein junges Frauenzimmer, das fleh mit noch einigen beim Ausflufs des La- 
mentinfluffes badete, auf der nämlichen Infel, von einem folchen Fifche verfchluckt d). 
Auf die nämliche Art hat auch ein Matrofe am Ufer des mittelländifchen Meeres ein 
Bein verlohren e), und Herr Forfler erzählt, dafs er einem dergleichen^ der ein Netz 
einzog, nach der /fand gefchnappt, und zum Glück nur den £rmel gefafst habe f). 
Seine Zähne find auch nur zum Fefthalten und Abbeiffen eingerichtet, daher er was ihm 
vor feinen Aachen nicht zu grofs ift, ganz verfchluckt. Rondelet verfkhert, man habe 
im Magen eines bey Marfdlle gefangenen Fifches einen ganzen geharnifchten Menfchen 
gefunden g), und Gimner erwähnt eines Seehundes von der Grolle eines Ochfen, wel- 
cher fich in feinem Magen befunden. £ben diefer berichtet, dafs man auffer andern 

a) Cetti, Sard. 3 Th. S. 73. e) Dici des ■ Anim. Tom. 3. p. 684. 

h) Surin. Tom. 2. p. 248. f ) .Tagebuch der Keifen nach der ^üdfec, S. 1 89. 

c) Allgemeine Reifen, S. 77. -g) de Pifc. P. 1 . p. 5 9 r . 

d) A. a. O. 



Der Menfchenfrejfer. 37 

Fifchen ein .Rennthier ohne Hörn bey ihm angetroffen habe, welches durch einen Fehl* 
fprung oder andern Zufall in die See gerathen war a). 

Ein Cap itain der aus Guinea Sklaven auf feinem Schiffe hatte, und wahrnahm, 
dafs die Schwarzen deswegen den Selbftmord ausübten, weil fie glaubten, fie ftünden 
bey den Ihrigen wieder auf, wollte fie vom Gegentheil überzeugen: er liefs einen 
Selbftmö'rder, nachdem er ihm die Beine hatte feftbinden laffen, in die See werfen, 
und ohngeachtet er mit möglicher Gefchwindigkeit wieder herausgezogen werden follte, 
fo hatte ihn ein Menfchenfreffer verfchluckt, und an den Beinen glatt abgebiffen. £s 
ift daher diefer Fifch in dem heiffen Himmelsftrich ein Schrecken der Schiffsleute: denn 
wenn einer das Unglück hat, bey feinen Arbeiten über Bord zu fallen; fo findet er ge- 
wöhnlich fein Grab in dem Aachen diefes Fifches b). 

Diefes Thier erreicht eine Gröffe von fünf und zwanzig bis dreifsig Fufs c) , 
und Müller gedenkt eines, den man bey der Infel St. Margaretha fing, der an fünfzehn 
hundert Pfund gewogen d). Bey deffen Oeffnung fand man darin ein ganzes Pferd, wel- 
ches vermuthlich aus einem Schiffe über Bord geworfen worden war. 

Herr Brünniche fagt, dafs während feines Aufenthalts zu Marfeille einer von 
fünfzehn Fufs Länge gefangen worden fey, und zwey Jahre vorhero habe man fich. 
zween ungleich gröfferer in dafiger Gegend bemächtiget, davon man in dem Magen 
des einen zwey Thunfifche, und einen Menfchen mit feiner Kleidung gefunden, wo- 
von erftere beide nur wenig, und der letztere gar nicht befchädigt gewefen fey e). Auch 
Kolbe verfichert, dafs die Bewohner des Vorgebürges der gutenHoffnung durch diefes 
Thier zu Zeiten einen Arm oder ein Bein verloren f). 

Die Weite des Rachens bey diefem Fifche hat den Rondelet und mehrere fol- 
gende Naturkündiger und Theologen veranlaffet zu glauben, dafs derjenige Fifch der 

E 3 

a) Droutli. Schriften, 2 B. S. 300. d) Müll. L. S, 3 Th. S. 267. 

h) Penn. B. Z. III. p. 107. e) Pifc. Mafs. p. 6. 

c) Dia. desAnim. Tom. 3. p. 583. Schlifft, der f) Reif. S. 374. 
Dronth. Gefcllfehaft, i B. S. 299. ; 



38' Hay fifche. 

den Jonas Verfehlungen, ein Hay gewefen fey, indem die Wallfifche eine' viel zu enge 
Kehle haben, als dafs ein Menfch durchkommen könnte. Ich finde keinen Widerfpruch 
in diefem Gedanken, da man in den altern Zeiten alle Fifche von anfehnlicher Gröfle 
Wall fifche nannte; daher auch der Thun- und Schwerdtfifch u. f. w. vom -Arifioteles 
in diefe Klaffe gerechnet worden. Im Jahr 1760 ward hier ein ausgetopfter Menfchen- 
freffer vorgezeigt, der zwanzig Fufs lang, und an feinem ftärkften Theil neun Fufs im 
Umfang hatte; er war im mittelländifchen Meere gefangen, und wog drey taufend 
zwey hundert und vier und zwanzig Pfund. Die Gefräfsigkeit diefer Fifche geht fo weit, 
dafs fie auch ihrer eigenen Art nicht fchonen, wie folches aus der Erzählung des Leems 
erhellet. Ein Lappe, fagt er, der einen Hayfifch gefangen hatte, befeftigte folchen an 
feinem Kahn, bemerkte aber kurz darauf, dafs er ihm fehle, ohne zu wiffen, wie er 
drum gekommen fey : als er aber nicht lange nachher einen gröffern fing, und diefen öff- 
nete ; fo fand er in deffen Magen feinen verlornen Hay wieder a). Aber auch eben die 
Raubbegierde diefes Fifches macht es, dafs man fich feiner leicht bemächtigen kann. 
Wenn man fich nur mit einem ftarken Haken, der an einer zwey Ellen langen eifernen 
Kette befeftiget hl, verfehen hat, (denn einen Strick würde er bald abbeiffen,) und da er 
einen ftarken Geruch hat ; fo kann man ihn durch faules Fleifch auf eine Entfernung von 
einer bis zwey Meilen anlocken. Die Isländer pflegen einen Sack mit faulem Fleifch 
oder einen Seehundskopf an ihren Haken zu binden, und ihren Boten nachfchleppen zu 
laden. Auch mufs er ein feines Gehör haben, weil er, wenn er Menfchen laut zufammen 
fprechen hört, aus der Tiefe in die Höhe kömmt, und dem Schiffe fich zu nähern pflegt : 
daher die Grönländer, wenn fie mit ihren Nachen, die fie aus Seehundshäuten verfer- 
tigen, auf tiefe Stellen kommen, fich ganz ftille verhalten, weil fie fonft Gefahr lauffen, 
würden, mit ihrem Schiffe von ihm gefreffen zu werden. Es ifl indeffen angenehm zu 
fehen, wie der Menfch, der fich vor diefem Ungeheuer fonft fo fehr fürchtet, fich mit 
ihm beim Wallfifch recht nachbarlich verträgt: denn indem jener diefen von oben plün- 
dert; fo beiffenihm diefe Stücken aus dem Leibe b). Es hl ein Vergnügen mit anzufehen, 

a) Lappl. p. iöo. b) Otto Vabrkius Faun, Grönl. S. 129.. 



Der Mcnfchenfrcßer. 39 

was diefer Fifch, wenn er feine Gefangenfchafr merkt, für Sprünge macht, um fich zu 
befreien. Wenn alle Verfuche fruchtlos find; fo übergiebt er fich vor Angft, und ftöfst 
felbft den Magen, worin der Haken fitzt, heraus. Wenn die Matrofen fich an feiner 
Quaal hinlänglich ergötzt haben 5 fo ziehen fie ihn in die Höhe, machen ihm einen Strick 
um. den Leib, und hauen ihm alsdann, ehe fie ihn aufs Verdeck bringen, aus Furcht von 
ihm ergriffen zu werden, den Kopf ab, und weil er wegen feines zähen Lebens noch 
lange mit dem Schwänze, in welchem er viele Kräfte hat, um fich fchläget; fo wird auch 
diefer bald abgehauen. Die Irländer fangen diefen Fifch ebenfalls mit verfaultem Flei- 
fche; wenn fie nun merken, dafs fie einen großen haben, fo ziehen fie ihn ans Boot, fchla- 
gen ihn fo lange mit einem Stock, an dem eine Spitze befeftigt ift, bis erftirbt: denn 
wenn fie weit vom Haufe entfernt find; fo laufen fie Gefahr, dafs er die Kette durch die 
ftarke Bewegung entzwei dreht. So fürchterlich er auch den Menfchen ift, fo kann er 
fich doch des Schmarutzerfifches a), der fich ihm anhängt, und mit ihm die Meere 
durchftreicht, nicht erwehren: denn man fängt feiten einen folchen Fifch, an dem nicht 
ein paar Schiifshalter fitzen foiten. £in anderer Umftand, der bey diefem Fifche merk- 
würdig ift, ift, dafs man befonders in den heiflen Gegenden faft allezeit den Lootsmann b) 
in einer gewuTen Entfernung vor ihm her fchwimmen fieht. Wenn diefes nur dann 
und wann gefchähe, fo würde man es als einen Zufall anzufehen haben; allein da es 
nicht nur von ungelehrten, fondern auch von eigentglich reifenden Natur kündigern ver- 
fichert wird; fo läfst fich die Sache nicht wohl läugnen. Was für eine Urfache diefe 
kleinen Fifche aber zu Reifegefärten der groffen macht, ift mir noch ein Räthfel : denn 
das, was man noch insgemein davon glaubt, dafs nämlich diefe kleinen Fifche als Kund- 
feh after vorausgingen, die gröiTeren Thiere vor ihrem Nachfolger zu warnen, und fel- 
bige aus Dankbarkeit nicht nur ihrer fchonen, fondern auch ihnen einen Theil abgäben, 
dies halte ich deswegen für Erdichtung, weil der MenfchenfrefTer mit feinen Zähnen 
nicht zerftücken, fondern nur verfchlucken, und daher den Kleinen nichts abgeben kann. 



a) Echineis Reinora L. b) Gafterpfteus Duclor, L, 



40 Hajißfche. 

Unter allen HaynTchen hat er das efsbarfte Fleifch , und kommt es dem vom 

Heiligebut am nächften. Es beflehet aus zweyerley Lagen, davon das äuflere roth 

und zart, das innere aber weifs und gröber ift a). Die Isländer genieffen es gekocht, 

getrocknet, und lallen es gewöhnlich vorhero um es zart zu machen, in einen gewiffen 

Grad der Fäulung übergehen. Die Norweger bereiten es zu Raf- und Röckel auf eben 

die Art, wie das vom Heligebut b). Aus feiner Haut macht man in Norwegen Leder 

i zu Gefchirren der Pferde, und die Isländer verfertigen ihre Schuhe daraus; auch bereitet 
i 
man aus feiner Leber Trahn, und diefe ift oft fo grofs, dafs fie zwey bis drittehalb Ton* 

nen anfüllt c). 

In Abficht der Einrichtung der innern Theile kömmt er mit dem vorhergehen- 
den üb er ein. 

- In Deutfchland wird diefer Fifch. Menfchenfrefer, Meervielfrafs , in Dännemark 
JJav-Kal, Hai-Fisk, in Norwegen Haae-Skiaerding, Haaekiaering , Haa-Kal, von den 
Letten Akkalagge, in Schweden Haa-Skiaerdiug, im Stifte Dronrheim das Mannchen, 
und die jungen Haabrand, Haae-Kiaering, in Grönland Ekallurkfoack, in Island Haakal, 
in Lappland Haabrand, in Frankreich Ami, Requin, Requien, Requiem, in Sardinien 
UCaneCarcaria, in England white Scharck, und in Arabien Gerfch oder Kerfch genannt. 
Von diefemFifche, der bereits den Griechen bekannt war, hat uns Bellon die 
erfte Zeichnung geliefert; allein fie ift ungetreu, indem er ihm eine AfterflofTe gegeben, 
und die erfte RückenflofTe zu niedrig am Rücken gefetzt hat d). Rondelet Mit ihn eben- 
falls mit einer AfterflofTe und mit einer mondförmigen Schwanzfloffe vor e), die Gesner 
kopirt hat f ). Die welche uns die folgenden Ichthyologen mitgetheilt haben, find viel 
beffer, und gebe ich Klein vollkommen Beifall, wenn er fagt, dafs wir von diefem fo 
allgemein bekannten graufamen Gcfchöpf noch keine gute Zeichnung aufzuweifen 
haben g). 



a) Otto Fabricius Faun. Grönl. j>. 128. e) P.I. p.370. 

b)Naturgefch.derFifcheDeutfchl.aTh.S.50. f) Aquat. p. 173, 

c) Fontopp. Nonv. 2TI1. S.218. g) Mifs.HI. p.6. 

d) Aquat, p. 60. 



Der Sligeßßch. 41 

Artedi citirt unrichtig den Tiburo des Rondelet } Jonflon und Gesner, der eine 
WallnTchgattung ift, zu unferm Fifch a) : denn da Rondelet fagt, dafs er Milch in den 
Brüllen habe; fo gehört er zu den Wallfifchen. 

Aldrovand b) und Jonßon c) haben unferm Fifch, um ihn noch furchtbarer zu 
macheu, die Säge des Sägefifches auf dem Rücken wachfen huTen, 

DER SAEGEFISCH. 
CXXfte Tafel. 
Der Kopf in einer fägeförmigen Geftalt fich endigend. 
Squalus roßro ferrato. 

Squalus Priftis, f. pinna ani nulla, roftro cnfiformi, Priftis, f. Serra, Gesner Aquat. p.739. Icon. Aniin. 

ofleo piano utrinque dentato, Linn. Syft. p. 171. Thierb. S. 101. 

Nat.p.4oi.n. 15. Mus. Adolph, Fr. i.p.52. WiUughb.Ichth.$.6i.T$b.B.g.f.5. 

OttoFabric. Faun. Grönl. p. 130, 11.91. Ray Synops. Pifc. p.23. 

■ Müll, Prodr. p. 38. n, 319- — Rond, de Pifc. p. 487. 

— roftro longo cuspidato ofleo piano utrinque Charlet. Onom. p. 168. 

dentato, Arted. gen. p. 66. n. i.Syn. p.93.n.t. Xiphias feu Gladius, Jonfl. de Pifc. p. 15. T. 4. f. 1. 

— Gronov. Mus. I. p. 60. it. 132. Zooph. p.33. — Blas. anat. p.307. t.49.f. 13. p.466. §. 11. 

n. 148, Araguagua, Marcgr. Iter Brafil. p. 158. 

— Brown. Jam. p-458- n. I. — Piß. Ind. utr. p. 54. 

Galeus roftro longo, piano firmo, ofleis!fpinis va- Acipaquitly, Fernand. Anim. nov. Hifp. 

lidis, compreffis, rectis, ex advcrfo litis , fer- Abuminfchar, Schaekra, Forsk. Defcr. Anim. P. X. 

i£ inftar munito, K/e»J,Mifs. Pifc. III. p. 12. ilSia, p. 18. 

11. II. Tab. 3. fig. 1.2. Spadon, Du Tertre, hift. des Antill. p. 207. 




Serra, Plin. N. H. 1. 9. c. 2. 

Priftis, C. Serra. Cfe/Exotic. Hb. 6. c. 19. p. 135. 

Aldrov. deCet. p.692 — 696. 

■ Olear.Gott. Kunft.S.4i.T.2Ö.f. I. 



The Saw-Fish, Art. of Angl. p. 250. 
Langue de Serpent, Bell. Aquät. p. 66. 
Sägefisk, Pont. Norw. 2Th. S. 290. 
DerSägefifch, Müll.L.S. 3.TI1. S.273. 



Das Schwerdt, welches diefer Fifch am Kopfe trägt, und das auf beiden Seiten 
mit harten in eine Spitze fich endigenden Zähnen verfehen ift, dient zum fichern Kenn- 



a) Syn, p. 98. b) p. 388- 

Naturg, ausländ, Fifchc I, Theil, 



c) Tab. 6.%. 5. 



42 Hayßfche. 

zeichen deffelben, und diefes hat unftreitig Gelegenheit zu der Benennung diefes Fifchcs 
gegeben; es ift als ein Fortfatz des Kopfs zu betrachten, und mit einer platten lederar- 
tigen Haut überzogen. Die Anzahl der Zähne ift weder bey allen , noch auf beiden 
Seiten gleich: von den'drey Stücken, die ich befitze, hat eins auf beiden Seiten fechs und 
zwanzig, das andere auf der einen eben fo viel, und auf der andern fieben und zwanzig, 
und das dritte zwey und zwanzig, und auf der gegenüberftchenden fünf und zwanzig. 
Bey jungen find die Zähne fpitzig,bey den altern hingegen abgeftumpft. Diefes Seh werdt 
dient dem Fifch ,'ohne Zweifel fowohl zu feiner Vertheidigung, als auch zum Werkzeug 
andere Fifche damit zu verwunden, und fich ihrer zu bemächtigen. Auch unter fich 
felbften muffen fie in Streit gerathen, da Statins Müller ein dergleichen Schwerdt in fei- 
ner Sammlung hatte, worin der abgebrochene Zahn eines andern fafs a). Die Zähne ha- 
ben die Härte der Knochen, obgleich die übrigen Theile des Fifches nur knorpelartig 
find. Bey einem ungebohrnen Hay ift das Schwerdt noch weich , und die Zähne liegen 
in der Haut verborgen, wie folches auf der hundert und zwanzigften Tafel, wo ich ei- 
nen folchen Hay, den ich befitze, mit feinem Beutel oder Eidotter habe abbilden laffen, 
zu erfehen ift. Der Körper ift, wie bey andern Hayarten, geftreckt, die Haut glatt, der 
Rücken und die Floffen find fchwärzlich, an den Seiten etwas grau, und der Bauch weifs. 
Der Kopf ift vorne flach, die Augen find grofs, und haben einen fchwarzen Stern in ei- 
nem goldgelben Ringe; hinter denfelbeh find die Wafferlöcher , und unterwärts über 
dem Munde dieNafenlöcher fichtbar. DieMundöffnungift in der Quere, und beide Kinn- 
laden find mit gekörnten Zähnen befetzt. Die fünf Luftlöcher fitzen an der untern Seite 
dicht an den Bruftfloffen; die eben benannten Floffen find breit und lang; die Bauchflof- 
fen, zwifchen welchen der After befindlich ift, find getrennt und klein; die Schwanz.- 
fioffe ift kürzer, als bey den übrigen, und die beiden Äückenfloffen fitzen weit hinten 
auf dem Rücken. Der SägehTch liebt fowohl das kalte, als warme Klima, denn wir 
finden ihn bey Spitzbergen und Brafilien. Er erreicht eine fehr anfehnliche Gröffe, und 
ift aus diefer Urfache vom Ariftoteles bis zum Willughby zu den Wallfifchen getechnet 

a) L.S.3TI1.P.275. 



Der Sägeßch. 43 

worden. Marcgraf befafs ein Schwerdt von fünf Fufs Länge a); an demjenigen, den 
ich befitze, ift der Rumpf zwey Fufs zwey Zoll, und das Schwerdt neun Zoll lang. 
Nimmt man nun diefes Verhältnifs als richtig an; fo mufs derjenige, von dem das 
Marcgrafche Schwerdt genommen ift , ohne daffelbe über neun, und mit Innbegriff 
deffelben über vierzehn Fufs Länge gehabt haben. Indeffen foll man ihn auch, wie S. 
Müller verfichert, von fünfzehn Fufs Länge ohne das Schwerdt finden b). In Rück- 
ficht feiner Nahrung, feiner Vermehrung, und der innern Theile, kömmt er mit dem 
vorhergehenden überein. 

In Deutfchland nennt man diefen Fifch Schwer dtßßh , in Holland Zivaardvir, 
und Zaagvish, in Frankreich Scie, in England Saw-Fisk, in Schweden Siig-Fisk, in Nor- 
wegen Suaerd-Pisk, Säge-Fisk, Saug-Fisk> in A T eufpanien Acipaquitly, in Amerika Aragua- 
gua, in Arabien Abuminfchar , Schaekra, und auf der Infel Malta Sia. 

Plinins gedenkt auch eines Fifches unter dem Namen Priftis, ich zweifle aber 
ob unfer Fifch darunter zu verftehen fey, weil er ihm eine Länge von zwey hundert 
Ellen beilegt: da er indeffen Aale zu drey hundert Fufs lang werden läfst c); fo kann 
er auch die Gröfse diefes Fifches, um ihn recht fürchterlich zu machen, übertrie- 
ben haben. 

Rondelet beging den Fehler, diefen Fifch für eine Wallfifchgattung, vermuth- 
Tvch wegen feiner Gröffe, zu halten, diefer verleitete ihn zu einem andern, dafs er näm- 
lich feine an fich fchlechte Zeichnung noch mit einem Spritzloche verfahe d). Diefes 
Verfehen beging auch Gesnere*), Aldrovand f) und Jonfion g). Letzterer erdichtete 
noch eine neue Zeichnung, in welcher er den Fifch mit einem Bart verfah, und ihm 
fein Schwerdt auf den Kopf fezte, auch ihm noch ein Pferdemaul machte, welche 
Zeichnung Jonßon getreulich kopiren liefs. 

F % 

a) Itcr Bvafil. p. \$%. e) de Pifc. p. 739. 

b) Mull. L. S. 3 Th. S. 274. f) de-Pifc.~F.l. p. €92. 
OH.N.I.9.C.3. g) imj .— p.i 5 .Tab.IV. f.i. 
d) de Pifc. P,I. p. 487. 



7- *) 



44 Rochen. 

DER ZITTERROCHE. 
: CXXIIte Tafel. 



Der Körper glatt. Raja tota Uvis. 
Der Zitter- 

i-Gche,] Raja Torpedo, R. tota Levis, Linn. S. N. p. 395. tertia & quarta, Gm««- Aquat, p. 988 — 992. 

n. 1. Mus. Adolph. Icon. p. 124 — 127. Thierb. S.74 — 77. 

Friedr. p. 50. Torpedo prima — quarta, Rond. P. 1. p. 358 "3^3- 

— . — — — Arted. Gen. p. 73. — maculofa,/4Wr.p.4i7.nonmaculofa,p.4ig. 

Syn. p. 102. n. 10. — — Jonfl. p. 30. Tab. 9. f. 3 — 6. 

— dorfo monopterygio, caudabrevi, apice pin- — Redi > Experiment, p. 60. 

nato: lsfcvis, inermis, roftro fubobtnfo, Gro- The Crampfish, TVillughb. p.8i. Tab. D. 4. 

nov. Zooph. p. 35. n. 152. — — ^ P- 2 ». n. 1. 

Narcation 1 -4. Xbfe Miß. Pifc. III. p. 3I . 32. Est01 W T " mouIeti > Dormigliofe, Brunn. Pifc. 

Mafs. p. 1. 
H'N*g*«, Ar ift. Lac 13. 15. 1.5. c. 5. 11. 1.6. cio. _ ,. ;, 01 A 

Occbiatella, Sah. Aquat. p. 142. 

II. . 9. C 37. La Torpedine, Cetti, Sard. 3 Th. S. 58. 

_ ^&;U.i.c.36.L 5 .c.37.L9-c.l4. TheTorpedo,orCrampfi S h,CWfo.Onom.p.l29. 

Torpedo, Plin. nat. hift. 1. 9, c. 16. 24. 42. 51. _ Electric Ray, Penn. Britt. Zoolog. III. p. 89- 

I.33. eil. 9. Gefleckter Zitterfifch, Kolbens Reife nach dem 

— Bellon. Aquat. p. 89- Torpedo oculata,p-93. Vorgebürge der guten Hoffnung, n. 379. 

— Bellonii, torpedo maculofa prima, feeunda, Der Krampftifch, Müll. L. S. 3 Th, S. 237. Tab. 10. 

Diefe Rochenart zeichnet fich von den übrigen dadurch aus , dafs ihre Haut oh- 
" ne alle Stacheln ift. Der Kopf ift vom zirkeiförmigen Rumpf des Fifches nicht zu un- 
terfcheiden. Auf der Oberfläche bemerkt man die fehr kleinen Augen, und hinter die- 
.fen die etwas gröfferen Wafferlöcher, die fich in dem Munde öffnen. Am Rande und 
längs dem Rückgrad fleht man kleine Oeffhungen, aus welchen beim Zufammendrücken 
ein zäher Schleim hervorkömmt ; diefer dient ohnftreitig ftatt der Schuppen oder Hök- 
ker zur Befchützung der glatten Haut. Auf der obern Seite findet man fünf fchwarze 
runde Flecke, welche jedoch nicht bey allen Exemplaren angetroffen werden. Ob- die 
Urfache davon in dem verfchiedenen Gefchlecht oder Alter liege, getraue ich mir noch 
nicht zu entfeheiden. An der untern Seite ift, wie bey andern Rochenarten, die Mund- 



*) Die vorhergehenden Rochenarten, fo wie das Allgemeine davon ift im dritten Theil der Fi- 
fche Deutfchlands S. 48 — 68. befindlich. 



Der Zitterroche. 45 

offnung,' dieNafen- die zehn Luftlöcher, und der Af rer beiindlich; die beiden Kinnla- 
den find mit kleinen fpitzen Zähnen befetzt ; der Schwanz'ift lang, oberwärts mit zwey 
kleinen Rücken - und einer runden Schwanzfloffe verfehen. 

Der Aufenthalt diefes Fifches ift im mittelländifchen Meere und in der Nord- 
fee; im erftern trifft man ihn vorzüglich häufig in allen fchlammigten Gegenden von 
Sardinien, und im letztern bey den weftlichen Küften von England und Irrland an. 
Auch findet man ihn im Perfifchen Meerbufen , und nach dem Oppian im Nil a), und 
das letztere leidet um fo viel weniger einen Zweifel, da auch Forsköal eine Abände- 
rung von dem unfrigen aus dem Nil befchreibt b). Diejenigen, die man im mittelländi- 
fchen Meere.findet, haben auf der obern Seite eine dunkelrothe Farbe, als wann fie 
mit Ziegelftein überzogen wären: die in der Nordfee aber eine graubraune, auf der 
untern Seite aber in beiden Gewäffern eine wcifse Farbe. Er erreicht eine ziem- 
liche Gröffe, und ein Gewicht von achtzehn bis zwanzig Pfunden: jedoch wird er 
beim Vorgebürge der guten Hoffnung nicht über ein Viertel Pfund fchwer ange- 
troffen c). Derjenige, wovon ich hier die Zeichnung liefere, ift mir aus dem 
herzoglich braunfehweigifchen Kabinet gütigft mitgetheilet worden. Eine Eigen- 
fchaft, die diefen Fifch vorzüglich merkwürdig macht, ift die, dafs er demjenigen 
der ihn berührt, eine folche Erfchütterung mittheilt, welche auf eine kurze Zeit eine 
Art von Betäubung der Hand und des Arms nach fich zieht, und diefe Wirkung ift de- 
fto ftärker, je gröffer und je frifcher der Fifch ift; am allerftärkften aber fo lange er 
noch in der See ift: denn fo verfichern die englifchen Fifcher, dafs wenn fie unverfehens 
auf ihn treten, fie einen fo ftarken Stofs empfangen, welcher üc niederwerfe d). Nach 
den angeftellten Verfuchen des Redt, verliert der Fifch feine Eigenfchafr in eben dem 
Verhältnifs, als er dem Tode nahe ift: denn je matter er wird,jje fchwächer wird diefe, 
und mit dem .Ende feines Lebens verfchwindet fie gänzlich. Derjenige Fifch, mit wel- 

F 3 

a) De Pifcatu, Üb. 1. c) Kolbens Reifen S. 379. 

b) Defcript. Animal. p. 15. cl) Britt. Z.III, p,02. 



46 Rocheil, 

ehern Rcdi den Veffucli gemacht a), war ein Weilchen das fünfzehn Pfund wog, und 
ift im Märrz 1766 gefangen worden. Die Empfindung, welche er dabey gehabt, be- 
fchreibt er alfo : „Kaum," fagt er, „berührte ich den Fifch mit der Hand; fo fing es mir 
nicht nur in derfeiben , fondern in dem ganzen Arm und Schulter an zu kribbeln, 
diefe fingen an zu zittern, und der Ellenbogen dergeftalt zu fchmerzen, dafs ich 
mich genöthigt fand, die i/and wieder wes; zu ziehen, und diefes wiederfuhr mir je- 
derzeit, wenn ich den Verfuch wiederholte" b). Nach der Beobachtung des Forska'öl be- 
geht diefe Kraft in einer Zufammenziehung der kleinern Theile, und befitzt diefelbe 
allein der Schwanz : denn wenn er ihm am Bauch anfafste ; fo empfand er, wenn der 
Schwanz beweget war, den Stofs am ftärkften ; hielt er ihn am Kopfe, fchwächer ; am 
allerfchwächften aber an den Seiten: hielt er aber den Schwanz feit; fo empfand er 
von den übrigen Bewegungen des Körpers gar nichts. Nicht durch eine unmittelbare, 
fondern auch mittelbare Berührung eines Spieffes oder Angelruthe, foll, wie Aelian c) 
und Plinius d) berichten, eine itrfchütterung bewirkt werden , welches auch die neuern 
■Fifcher beftättigen e). Et lebt von Fifchen, welche man in feinem Magen antrifft, 
und foll er, AtmArifioteles zufolge, wenn er im Sande liegt, die über ihm her fchwim- 
menden Fifche betäuben, und in diefem Zuftand fich ihrer bemächtigen: denn bey 
feinem breiten Körper und fchmalen Floffen fchwimmt er nur fehr langfam, und würde 
er fonft feine ihm nöthige Nahrung fich fchwerlich verfchaffen können. £r bedient 
fich aber diefer Eigenfchaft nicht nur zu feiner Ernährung, fondern auch, wie Cicero 
richtig anmerkt f), zur Verteidigung. Der Schöpfer hat die Oberfläche der übrigen 
Rochenarten, und befonders den langen und beweglichen Schwanz mit Dornen befetzt: 
da nun diefe Waffen unferm Fifche fehlen; fo hat ihn derfelbe durch diefe betäubende 
Kraft reichlich dafür fchadlos gehalten. Wer bewundert nicht auch hier die weife 

a) Exper. p. 63. d) N. H. 1. 3 1. c. 1. 

b) A. a. O. p 6ir e) Penn. A. a. O. 

c) 1. 12. e. 15. de natura Dcomm, 1.2. 



Der 2itterro c he. 47 

Vorficht des allgütigen Schöpfers . f Diefer Fifch hatein zähes Leben, und fleht bey kühler 
Witterung erfl nach vier und zwanzig Stunden ab. Man fängt ihn mit Netzen und 
der Angel, wenn ein Fifch daran befeftigt ift. Der Zitterroche pflanzet fich auf eben 
die Art fort, wie die übrigen Rochen, und foll er nach dem Ariftoteles feine Jungen nur 
im Herbfl von fich geben a). Da man indeffen im September vollkommene Junge, 
und zugleich noch ganz wenig entwickelte £ier bey ihm gefunden hat b); fo ift es 
wahrfcheinlich, dafs er feine Jungen, fo wie die übrigen Rochenarten , nicht mit ein- 
mal, fondern nach und nach von fich gebe. £r hat ein weiches und fchleimigtes 
Fleifch, welches Galen zu den leicht c) Rondelet aber zu den fchwer zu verdauenden d) 
Speifen rechnet, und wird er heutiges Tages nur vom gemeinen Mann gekauft. Nach 
dem Galen foll denen Genufs denenjenigen Perfonen, die mit dem fchweren Gebrechen e) 
behaftet find, nützlich feyn f), lebendig an den Kopf gehalten, die Kopffchmerzen 
heilen, und nach dem Diofcorides auch die Gliederfchmerzen heben, wenn er an. den 
leidenden Theil gehalten wird g). Dafs die £rfchütterung zur Zertheilung der flocken- 
den Säfte mit beitrage, und dadurch die Schmerzen lindern könne, zeigen die in den 
neuern Zeiten mit der Electricität gemachten Erfahrungen. 

Das Herz ift flach, der Magen grofs und breit, der Darmkanal kurz und weit, 
die Leber ift weifslich, und gleichfam doppelt; denn die beiden Lappen hangen nur 
an wenigen Theilen zufammen. Die Gallenblafe hängt an dem rechten Lappen, und 
ift mit dem linken durch einen Gallengang verbunden; die Miltz ift rö'thlich und rund, 
und die £ierftöcke liegen an beiden Seiten. 

In Deutfchland heifst diefer Fifch ZitTerfifch , in England Crampßsh, in Frank- 
reich Torpille, in Bourdeau befonders Tremble, in Marfeille Eflorpijo, Tremouleti, Dof- 
migliofe, in Venedig Sgrampho, in Rom Öcchiatella > in Genua Tremorize , in Perfien 
Lerzmacki, und in Arabien Riado. 

o) I. 5. c. 11. e) Epilepfia. 

b) Penn. B. Z. IN. p.91. f) de Siiöpl. c, 5. 

e) de Alim. 1. 3. • g) de Simpl. 1.2. c. 15. 

d) del'ifc. P.I. p.358. 



48 Seehaafen. 

Bellon machte aus dem gefleckten und ungefleckten Zitterrochen zwey befondere 
Gattungen, und lieferte zuerft von beiden für feine Zeit gute Zeichnungen a). Rondelet 
vervielfältigte diefelbe ohne Noth, und machte vier Arten daraus, die er mit abzeich- 
nen liefs b); Gesner c) kopirte diefe, und vermehrte fie durch ein paar neue, aber fehr 
fchlechte Zeichnungen. Aldrouand folgte darauf dem Bellon d) und Jonfion e), und 
Klein f) dem Rondelet, Willughby giebt wie Salvian nur eine Gattung an, dem 
Ray, Artedi und Linne mit Recht Beifall geben. Der Ausfpruch des Plinius, dafs die- 
fer Fifch, wenn er zu der Zeit da der Mond in der Wage fleht, gefangen, und drey 
Tage unter dem freien Himmel aufbewahret wird, alsdann die Geburt erleichtere, ift 
eben fo ungegründet, als dafs das Einreiben der Galle deffelben die Fortpflanzungstrie- 
be unterdrücke g). 



a -*5 DER BARTFISCH. 

DerEart- 
fifch CXXIIIte Tafel. Fig. 3.4. 

Die Bruftfloffen in der Geflalr eines Barts. K.7. Br. 34. B. 6. A. 33. S. 10. R. 41. 

Cyclopterus pinna peBorali barbifonni. Br. VII. P. XXXIV. V. VI. A. XXXIIL 

C. X. D. XLL 

Cyclopterus Liparis, C. corpore nudo, pinnis The Sea-Snail, Ray Synops. Pifc. p. 74. n. 24. 

dorfali, aivali caudalique unitis, Limi. S. N. Abapokitfock, Amerfulack, Faun. Grönl. p. 135. 

p.414. n. 3. n. 95. 

— Gelatinofus, Morskoi Ufchkabn , Pall. Spi- — ; — Müll. Prodi-. P. IX. 

eil. Zool. Fafc. VII. p. 20. Tab. 3. Unauous-Suker, Penn. B. Z. III. p. 135. n. 58.. 

liporis Amd. Syn. p. 117. n. 1. P1.2I. %. 3. 

Cyclogafter, Gronov. Mus. II. p. 9.11. 157. Zooph. Der Schmalzfifch, Jonfl.&iz Pifc. p.rj.T. 1. f. 7. 

p.55. n. 198. Der Ringbauch, Müll. L. S. 3. Tri. S. 333. 

Tbc Sea-Snail, TVillughb. Icbtb. Ap.p. 17. T. H.6. f.i 

a) Aquat. p. 89. 93- O M.B.III. p.-3l. 

b) P.I. 358 — 368. %) Hb. 32. c. 10. 

c) Aquat, p. 990 — 993- . *) Der erfte und das allgemeine von diefem 

d) p.417.418. Gefcblccbt fleht im dritten Theil der Fifche 
c) p. 31. Deutfehl S. toi — 107, befehrieben. 



Der Bartßfch. a» 

Man erkennet diefen Fifch an feinen bis unter die Kehle fich' erstreckenden und 
einem Barte ähnlichen Bruftfloffen, in diefen hat er vier und dreifsig, und in den ver- 
wachfenen Bauchfloffen zufammen zwölf, in der Kiemenhaut fieben, in der Afterfloffe 
drey und dreifsig, in der Schvvanzflofle zehn, und in der Rückenflofle ein und vierzig 
Strahlen. 

Der Körper ift geftreckt, dick, fchuppenlos, und mit einem zähen Schleim 
überzogen. Der Kopf und die Seiten find gelb, der Bauch weifs, der Rücken und die 
Hoffen braun, der ganze Körper aber mit braunen Streiffen und Punkten geziert. Der 
Kopfift kurz, ftumpf, flach und breit. Die Mundöffnung ift weit, und die obere Kinnla- 
de etwas länger als die untere; beide find von fehr kleinen fpitzen Zähnen rauh. An der 
Oberlippe finden fich zwey kleine Bartfafern, und zwifchen jenen und den Augen find,; die 
Nafenlöcher .fichtbar. Die Augen find klein, und ;an den Seiten ohnweit dem Scheitel 
befeftiget; fie haben einen fchwarzen Stern in einem gelben Ringe. Der Kiemendeckel 
ift glatt, rund, und vermitteln 1 der Kiemenhaut am Rumpfe angewachfen ; die Kiemen- 
öffnung ift nur eng, und oberwärts befindlich. Die Kiemen find klein, und- auf jeder 
Seite vier vorhanden. Der Rumpf ift auf den Seiten zufammengedriiekt. Die Seitenlinie 
läuft mitten über den Körper. Der Bauch ift hervorftehend, und der After dem Kopfe 
näher als der Schwanzflofle. Der ganze Körper ift in einer dünnen lofen Haut, wie in 
einer Blafe eingehüllt. Sämmtliche Floffen find lang, die Schwanzfloffe ausgenommen* 
welche kurz und rund ift. Die Bauchfloffen find in einem Ringe zufammengewachfen, 
vermittelft welcher fich der Fifch an andere Körper feft anfaugen kann. Diefer iting 
hat eine bläuliche Farbe, und zwölf in einem Kreife geordnete braune Flecke. 

Wir treffen diefen Fifch in der Nordfee, besonders in der Gegend von Holland 
und England, imgleichen in Kamtfchatka an. Auch geht er in die Flüffe, wie man ihn 
denn im Y-Flufs bey Amfterdam findet. In diefen Gegenden wird er nicht über fünf 
bis fechs, in Kamtfchatka aber über achtzehn Zoll4ang angetroffen. Seine Laichzeit 
fällt nach Hr. Pennants Verficherung im Februar a), und haben feine Eier nach Stellers 

a) Britt.Zool.HI. p. 135. 
Naturg. ausländ. Fifihe. I. Theil, G 



5o Der Bartfifch. 

Beobachtung die Größe der Erbfen. Er hat ein fehr fchleimiges und fettes Fleifch, das 
an der Sonne leicht zerfliefst, lebt von Waflerinfekten, Schneckenbrut und kleinen Fi- 
fchen. Man fängt ihn mit dem Netze. Sein übelfchmeckendes Fleifch foll fogar, wie 
Steller verfichert, nicht einmal von den Hunden gefreffen werden, welche fonft doch halb 
verfaulte Fifche nicht verfchmähen: an diefen beiflen fie aber nicht, wenn fie noch fo 
hungrig find, daher ihn die Ruflen für giftig halten a). 

Das Herz ift röthlich, dreieckig, und das Darmfell fchwarz. Die Leber ift blafs- 
gelb, grofs, und in vier Lappen getheilt. Die Milz ift braun, dreieckig, oben gewölbt 
und unten flach. Der Magen ift weit. Der Anfang des Darmkanals, welcher die Län- 
ge des Fifches hat, wird von acht und vierzig Anhängfein umgeben. Die Nieren fan- 
den, unter dem Zwergfell an, und die Harngänge find zart, die Urinblafe weit, die Rib- 
ben fehr zart, und der Rücken befteht aus vier und fechszig Wirbelbeinen, 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch Ringbauch , die Holländer Kringbuyk , die 
Franzofen Cycloptere barbu, die Engländer Sea-Snail und Uncluous-Suker , und die Ru£ 
fen Morskoi Ufchkahn. 

Dem Doktor Johnfon haben wir die Entdeckung : die Bekanntmachung aber dem 
Wülughby zu verdanken b). Jener hat feine Befchreibung auch mit einer Zeichnung be- 
gleitet, welche aber lehr fchlecht ift, da fie nicht die mindefte Aehnlichkeit mit unferm 
Fifche hat c). Sie wird von der, welche uns Herr Pennant gegeben d), weit übertrofFen. 

Gronov hat diefem Fifche unter der oben angeführten Benennung ein eigenes 
Gefchlecht beftimmt; allein Linne bringt ihn wegen der in einem Kreife Verwachfenen 
Bauchfloffen mit Recht zu den Seehafen. 



a) Patt. Spie. Zool. fafc. 7. p. 20. c) Im a. B. Tab. H. 6. f. f. 

b) Ichthyol. App. p. 17. d; B. Z. III. p. 135. 



Meerpferde. 5 1 

XXXIftes Gefchlecht. 

Die Meerpferde. 



De 



ERSTER ABSCHNITT. 

Von den Meerpferden überhaupt. 



*er Körper nach unten zufammengedrückt, der Kopf in einen Schnabel fich endigend, 
Pifces corpore cateoplatheo , capite rofirato. 

Pegafus, Linn. S. N. gen. 143. p.418. Le Pegafe, Goüan. hift. desPoifl*. p. 110. 227. 

Cataphra&us, Gronov. Mus. i.p. 65. Zooph.p. 115. -Meerpfeide, Müll. L. S. 3Th. S. 347. 

Der nach unten zufammengedrückte Körper, und der ftark verlängerte Oberkie- 
fer find Kennzeichen für die Fifche diefes Gefchlechts. 

Sie haben einen gepanzerten und gegliederten Körper, breite Bruft- und fchmale 
Bauchfloffen. Die Mundöffnung ift unterwärts, die Kiemenöffnung einfach, und liegt 
an der Seite vor der Bruftfloffe. Diefe Fifche leben von Würmern, Rogen und fetter 
Erde, gehören in Oftindien zu Haufe, und werden dafelbft nicht über drey bis vier Zoll 
lang angetroffen. Denen altern Ichthyologen find diefe Fifche unbekannt geblieben. 
Ruyfch gedenkt zuerft des Seedrachens a) unter dem Namen eines Amboinifchen Fifches; 
darauf machte uns Linne mit dem Flieger b), und Gronov mit dem Schwimmer c) be- 
kannt. Beide Schriftfieller beftirhmen diefen Fifchen ein eigenes Gefchlecht; letzterer 
unter dem Namen Panzerfifche; unftreitig wegen ihres geharnifchten Körpers, und er- 
ftere wegen ihrer breiten FlofTen, und der Aehnlichkeit mit dem Seepferdchen, die flie- 
genden Seepferde. 

G 2 



a) Pegafus Draconis, L, b) Pegafus volans i. c) Pegafus natans £', 



I. 



5^ Der Seedrache. 

DER SEEDRACHE. 
'■ CIXte Tafel. Fig. 1.2. 

Der See- Der Kör P er ^ reit und viereckig. Br. 10. B. 1. A. 5. S. 8- R. 4. 

diache. Pegafus corpore lato tetragonoque. P X. V. I. A. V. €. VIII. D. IV. 

Pegafus Draconis, P. roftro conico, i. S, N. NajaLavet JangKitsjil, Klein Zeedraakje, Va- 

P- 4°8- n. 1. i enu Ind> Vo i, 3> p> 428 T 27I 

Cataphradus corpore tetragono: capite fuperne K i einc Draakje, Ruyfch, Theatr. Amin. p. ia. 

tuberculofo; roftro brevi feabro, Gronov. ^ , c 

lab. 7. r. 2, 3. 
Zooph. p.i 15.11.356. Tab. 12. f. 2.3. Pifcicu- „ * , 

lusAmboinenfis volans, offeo tubereulofus ; Der Seedl>achc ' Mül1 ^ & 3- Th. S. 348. 
proboseide ferrata, Mus. 1. p. 55. n. 146. Tab. 10. f. 7. 

Man erkennt den Seedrachen an feinem breiten und vierecktigten Körper. Er 
ift mit einem Schilde umgeben, hat wegen feiner ausgebreiteten BruftfloiTen viel Aehn- 
lichkeit mit den Rüffelkäfern, und fcheint mir eben fo die Verbindung der Fifche mit 
den Infekten, als der fliegende Hering mit den Vögeln auszumachen. In der Bruftfloffc 
zählt man zehn , in der Bauchflofle einen, in der Afterfloffe fünf, in der Schwanzflofle 
acht, und in der Äückenfloffe vier Strahlen. 

Der Kopf ift mit dem Rumpfe genau verwachfen ; der Oberkiefer endigt fich in 
einen platten Rüffel ; der unterwärts gelegene Kiemendeckel ift geftrahlt; und mit dem 
Rumpf vereinigt. Die Kiemenöffnung ift klein, mondförmig, und auf der Seite vor 
den Bruftftoffen befindlich. Beide Kinnladen find mit äufferft kleinen Zähnen befetzt, 
und der Mund öffnet fich unterwärts. Die Augen, welche auf den Seiten liegen, find 
hervorragend, haben einen fchwarzen Stern in einem gelben Ringe, und kann der Fifch 
fowohl die auf der Seite als unten vorkommenden Gegenftände wahrnehmen : fie dienen 
ihm alfo fowohl zu feiner Sicherheit als zum Unterhalt. Die Nafenlöcher find ohnweit 
den Augen befindlich. Der Rumpf ift oberwärts mit verfchiedenen geftrahlten Höckern 
befetzt; die untere Seite breit, und hat in der Mitte eine nach der Länge laufende Er- 
habenheit, aus welcher die Bauchfloflen entipringen. Der After ift am Ende des Rum- 
pfes befindlich. Am viereckigten Schwantze zähle ich acht auf den Seiten hökrige 
Schilder. Die Grundfarbe ift bläulicht, und die der Höcker braun; die Strahlen in den 
Floffen find einfach, und die in der Bruft hervorftehend. Jede Bauchflofle befteht aus 



Der Seedrache. 53 

einem einzigen langen Strahl ; einen eben dergleichen Strahl nehme ich über jeder Bruft- 
flofTe wahr. Aller Wahrfcheinlichkeit nach dienen diefe Strahlen dem Fifche nicht fo- 
wohl zu Schwimmwerkzeugen, als zu Angelruthen, um die Brut anderer Fifche anzulok- 
ken. Die jRückenfloffe fleht der ^fterfloffe gegenüber. 

Wir trefFen diefen Fifch in Oftindien an ; er wird nicht leicht über drey oder 
vier Zoll lang, und lebt, wie es aus dem Bau feines Mundes wahrscheinlich wird, von 
der Brut anderer Seebewohner, 

In Deutfchland wird diefer Fifch Seedrache, und in Holland KJeine\Draakje 
und Zee-Draakje genannt. 

Rujfch hat uns zuerft mit diefem Fifch bekannt gemacht, und Gronov ihn in der 
Folge genau befchrieben a). Nachher haben ihn Linne und Gronov mit den nachfol- 
genden in ein eigenes Gefchlecht unter den obenangeführten Benennungen gebracht. 

In der vom Gronov' gegebenen Zeichnung find die Aigen fad gar nicht, und 
der Äüffel zu kurz vorgestellt. 

Linne führt unrichtig die vierte Figur auf der 34Üen Tafel des Seba> welches, 
die Fifiularia paradoxa des Herrn Pallas ift, zu unferm Fifch an b). 

DER SCHWIMMER. — . . . ■ 

CXXIfte Tafel. Fig. 2. 3. 2 ' 

' 'Der 
Der Körper lang und viereckig , Br. y . B. 1 . A. 5. S. 8. R. 5. Schwimmer« 

Pegafus corpore elongato tetragonoque , P. IX. V.l. A.V. C.VIII. D.V. 

^egafus natans, P. roftro enfiformi hieran, Linn. Cataphractus roftro fpatuliformi trancato, Gro- 

S. N. p.418. n. 3. nov. Zooph. p. 115. n. 357. 

Der Schwimmer, Müll. L. S. 3 Th. S. 349. 

Man erkennet diefen Fifch an feinem langen und viereckigen Körper. In der 
Bruftflofle zählt man neun, in der ZJauchfloffe einen , in der AfterflofTe fünf, in dec 
Schwanzfloffe acht, und in der Äückenfloffe fünf Strahlen. 

_ G 3 

«0 Mus. I. n. 146. b) Spicil. Fafc. 8. p. 32. 



54 'Der Schimmmer. 

Der Körper ift Vorne breit, hinten fchmal, und mit Schildern bedeckt, oben von 
einer gelbbraunen, und unten von einer weiffen Farbe. Der Kopf ifl: flach, kurz, breit, 
und nach vorne zu, wo er in den langen Rüffel übergeht, fchmal; letzterer ifl: am Ende 
dünn gezähnelt, und breiter als in der Mitte. Der Mund hat eben die Lage und Bil- 
dung wie bey den vorhergehenden; die tilgen find grofs, rund, und ftehn an den Sei- 
ten beim Anfang des Rüffels ; fie haben einen fchwarzen Stern in einem gelben .Ringe. 
Der Kiemendeckel ifl: geftrahlt, und die Kiemenöffnung an den Seiten befindlich. Der 
.Rumpf ifl: vorn breit und dick, und wird bis an die Schwanzfloffe immer fchmäler 
und dünner. Die untere Seite ifl: breit und glatt , und der ^fter liegt an der Unter- 
fläche in der Mitte. Die eilf Schilder, woraus der Schwanz zufammengefetzt ift, ver- 
lieren fleh, je mehr fie fich dem Ende nähern, und ifl: das letzte davon mit zwey Sta- 
cheln verfehen. Sämtliche Strahlen in den Floffen find einfach, die gegeneinander 
überftehenden Rücken - und Jfterfloffen klein, und die Schwanzfloffe fchmal , die Bruft- 
floffen von einem violetten, die übrigen von einer bräunlichen Farbe. 

Diefer Fifch gehört in Oftindien zu Haufe, genieffet mit jenen gleiche Nahrung, 
und wird, weil er fo wenig fleifchig ift, nicht gegeffen. 

In Deutfchland nennet man diefen Fifch Schwimmer, und in Frankreich Nagern: 
Im übrigen haben wir die Bekanntmachung diefes kleinen Fifches, wie oben erwähnt, 
dem Gronov zu verdanken. 

XXXIIftes Gefchlecht. 

S chnepp en fifch e. 



ERSTER ABSCHNITT. 

Von den Schneppenßfchen überhaupt. 
Der Körper an den Seiten zufammengedrückt,der Kopf in einen Schnabel fich endigend. 
Pifies corpore plagioplatheo, capitc roßrato. 
Centriscus, L.S.N.Gen.140. p.415. . LaBecaffe, Goüan. Hiftoire des Po ifl". p. 110. 

— , Gronov. Zoopli. p. 128. 225. 

Amphifilen, Klein Miß. P.IV. p. 28. Solenofto- Schildfifche, MW, L. S. 3TI1. S.335. 
mus, p.24. 



Schneppenfifche, 55 

Der Von beiden Seiten zufammengedrückte Körper, und der in einem langen 
Schnabel fich endigende Kopf find Merkmale, wodurch die Meerpferde von den übrigen 
Fifchen fich unterfcheiden. 

Der Körper diefer Fifche ift bey einem mit Schildern und bey andern mit Schup- 
pen bedeckt. Der Mund ift zahnlos, und die untere Kinnlade fleht vor der obern et- 
was hervor, Sie leben vom Schlamm und Würmern , und werden nicht über fechs 
bis fieben Zoll lang. Wir treffen fie zum Theil im mittelländifchen, und zum Theil 
im oftindifchen Meere an. Vor der Hand find nur zwey. Arten bekannt: der Schnep- 
pen - a) und Mefferfifch b). Die Kenntnifs des erftern haben wir dem Rondelet und 
des letztern dem Ruyfch zu verdanken, der ihn für einen Nadelfifch hielt c). Beide 
haben ihre Befchreibungen durch Zeichnungen deutlich gemacht. 

Die altern Ichthyologen, welche beinahe einem jeden Fifch ein befonders Ka- 
pitel widmeten, handelten auch den Schneppenfifch allein ab j der Syftematiker Artedi 
brachte ihn unter die Hornfifche d), und Klein unter feine Hohlröhrfchnautzen e); 
den Mefferfifch hingegen handelt er in einem eigenen Abfatz ab f ), Gronov hingegen 
macht aus beiden unter der obenangeführten Benennung ein eigenes Gefchlecht. Linni 
folgt anfänglich dem Artedi , nachhero dem Gronov. . 1^,»., ,. ■■ 

1. 

DER SCHNEPPENFISCH. DcrSchnep- 

CXXIIIfte Tafel. Fig. 1. penfifch.; 

Der Körper mit Schuppen bedeckt. K. 4. Br. 16. B. 5. A. 18- S.9. R. 4. 17. 
Centriscus fquamofus. B. IV. P. XVI. V. V. A. XFIII. C. IX. D. IV. XVII. 

Centrifcus Scolopax, C. corpore fquamofo fcabro, riore operculata, L. S. N. ed. 10. p. 329. n, g. 

cauda re&a extenfa, L, S.N.p.415. n. 2. Centrifcus, aeuleis 2 loco pinnarum ventralium, 

— Gronov. Zooph. p. 128- n. 395. folitario infra anum, Arted. gen. p. 54. n. 6. 

Baliftes Scolopax, pinna dorfali anteriore quin- Syn. p. 82. n. 6. 

quies radiata, roftro longiffimo, maxilla infe- 

3.) Centrifcus Scolopax L. d) Baliftes. 

b) Centrifcus fcutatus L. e) Solenoftemur, M. P. IV. P24. 

c) Theatre Anira. p.5. tab.3. f. 7. f) Amphifi'en, 1. a. B. p. 28. 



56 Schneppenßfche. 

Solcnoftcmus, roftro tricntcm totius pifcis aquan- The Snipe-Fish, Charlet, Onom. p. 123; n. 5. 

te, pifce vix quatuoi- digitis longo, Klein TheTrumpet or Bellows-Fish, Willughb. p. 160. 

Mifs. pifc. IV. p. 24. it. I. Tab. I. 25. f. 2. 

Scolopax, Gesner Aquat. p. 838- Icon. Animal. — — — — — Ray Synops. p. 50. 

p. 11. Thierb. S.4. ' Meerfchncpff, Jonft. de Pifc. p. 10. T. 1. f. 9. 

— Aldrov. p. 298- Der Schneppenfifch, Müll. L.S. 3. Th. S. 337. 

Die Schuppen, welche den Körper bedecken, unterfcheiden diefen von dem 
Mefferfifch. Sie find hart, laufen in eine Spitze aus, liegen dicht übereinander, und 
laffen, wenn man mit der Hand gegen die Schuppen fährt, den Fifch rauh anfühlen. 
In der Kiemenhaut zählet man vier, in der Eruftfloffe fechszehn, in der Bauchfloffe fünf, 
in der Aftcrfloffe achtzehn, in der Schwanzfloffe neun, in der erften Rückenfloffe vier, 
und in der zweiten fiebenzehn Strahlen. 

Der Körper ift kurz und breit, von beiden Seiten zufammen gedrückt, und von 
einer blafsrothen Farbe ; der Kopf ift oben etwas breit, und endigt fich in eine nach 
oben zu gebogene Äöhre, an deren Ende die kleine Mundöffnung befindlich ift, diefe 
wird von der untern Kinnlade, die an der obern wie ein Deckel an einer Dofe fchliefst, 
bedeckt. Die doppelten Nafenlöcher find ohnweit den Augen befindlich; letztere find 
grofs, ftehn an der Seite, und haben einen fehwarzen Stern und einen blafsrothen Ring. 
Der Kiemendeckel befteht aus einem Blättchen, und die Kiemenöffnung ift weit, und be- 
deckt die darunter liegende Kiemenhaur. Die Seiten laufen fowohl oben als unten in 
eine Schneide aus, und ift die obere ftumpf, die untere fcharf, und der After ift der 
Schwanzfloffe ungleich näher als dem Kopfe. An der Bruftfloffe ift der erfte Strahl 
der längfte. Die kleinen Bauchfloffen kann der Fifch in einer hinter denfelhcn lie- 
genden knöchernen Furche verbergen. Die Afterfloffe ift kurz und der Schwanzfloffe 
nahe; diefe ift rund. Die beiden Äückenfloffen flehen der Afterfloffe gegenüber; die 
vordere befteht aus vier harten Strahlen, wovon der erfte grofs, beweglich, und nach 
hinten zu mit einer Furche und an beiden Seiten gezähnelt ift. Sämmtliche Floffen ha- 
ben eine graue Farbe. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner des mittelländifchen Meeres, wird nicht über ei- 
ne Spanne lang angetroffen, und habe ich die Mittheilung deffelben dem Herrn Hof- 



Der Mejferfifch, 57 

medicus Taube zu verdanken. Er hat ein zartes, wohlfchmeckendes und leicht zu ver- 
dauendes Fleifch, weil er aber an fich nur dünn ift; fo wird er gewöhnlich nur unter 
andern Bratfifchen verkauft und genoffen. Da er bey feinen verhältnifsmäfsigen kleinen 
Floffen nicht fchnell genug fchwimmen , und daher durch die Flucht feinem Feinde 
nicht leicht entkommen kann ; fo hat ihn der Schöpfer mit einem beweglichen Spiefs 
zu feiner Vertheidigung begäbet. 

In Deutfchland führt diefer Fifch den Namen Meerfchnepfe und Schnepfenfifch 
in England Snipe-Fish, Trump et- Bellows-Fish, und in Frankreich Becajfe. 

Rondelet, der wie erwähnt, diefen Fifch zuerft befchrieben, lieferte uns davon 
eine weit erträglichere Zeichnung a), als die, welche wir nachhero vom Willuehby er- 
halten b), und welche die folgenden Ichthyologen kopirt haben. 

DER MESSERFISCH. ___ 

CXXIIIfte Tafel. Fig. 2. .'3. 

Der Körper mit Schildern bedeckt, Br. n. B. «. A. 13. S 12 R 5 tt Der Mcffer " 

3 * ' • 3> II- fifch. 

Centriscus fiutatas, P. XL V. V. A. XIII. C. XII. D. III. XL 

Centrifcus fcutatus, C. dorfo loricato laevi, Linn. Ikan Pifan, Mes-Vifch, Valent. Ind. Vet. & Nov 
S.N. p.415. n. 1. , V0I.3.P.420. 11.243. f. 243. 254. 

— corpore loricato, pellucido, laevi : cauda in- — Peixe, R/£y/c/;, Thcatr. Anim.p. 5. tab. 3^.7. 
curvata, Gronov. Mus. II. p. 18. n. 171. Farras el bahr, Kefab el bahr, Forsk. Defcript. 
tab. 7. f. 3. Zooph. p. 129. n. 396. Anim. p. XVII. 

AmphüIS.en, Klein Mifs.Pifc. IV. p.2g- t.6. £ 6. Der Mefferfifch , Müll. L. S. 3 Th. S. 336. 

— cauda refta, Seb. Thef. III. p. 107. t.34. f. 5. tab. 10. Hg. 4. 

Die glatten Schilder, womit diefer Fifch bedeckt iffc, unterfcheiden ihn von den 
vorhergehenden. Diefe Schilder find fo dicht und fo glatt aneinander gefügt, dafs üe 
nur ein einziges zu feyn fcheinen, und hat er viel Aehnlichkeit mit dem fogenannten 
Mefferhefte c), und verbindet daher die Fifche mit den Mufcheln. In den Bruftfloffen 



a) P.I. P . 422. b) Ichth. T. I. 20. f. 2. c) Solen Siliqua L. 

Naturg, ausländ. Fifche L Theil. H 



58 Der Meferßfch. 

find eilf, in der Bauchfloffe fünf, in der Afterfloffe dreizehn, in der Schwanzfloffe zwölf, 
in der erften Rückenflofle drey, und in der zweiten eilf Strahlen. 

Der Kopf ift länglich, und läuft in eine röhrförmige nach oben zu gekrümm- 
te Schnautze aus. Die Mundö'ffhung ift klein, und die untere Kinnlade fteht vor der 
obern hervor. Die Augen haben einen fchwarzen Stern, einen weifsgelben Ring, und 
■find mit einer Nickhaut bedeckt. Die Nafenlö'cher find doppelt, und dicht an den 
Augen befindlich. Der Kiemendeckel ift glatt, durchfichtig und hornartig, und die Kie- 
menöffnung liegt an der Seite, und ift weit. Der Rücken läuft in einen langen Sta- 
chel aus, womit der Fifch fich wahrfcheinlich gegen feinen Feind vertheidiget. Die 
Farbe des Rückens ift bräunlich, an den Seiten gelb mit Silber vermifcht, und nach 
dem Bauche zu rö'thlich. Die von oben nach unten zu laufende weifte Linien rühren 
von der Vereinigung der Schilder her. Der Fifch ift dünn, und beide Seiten laufen 
oben in eine fcharfe Kannte aus. Wenn man ihn gegen das Licht hält; fo nimmt 
man ohnweit dem Rücken eine durchfichtige Stelle wahr. Die Schale hat über und 
über einen fchönen Goldglanz, und fieht aus, als wäre fie mit einem Goldfirnifs über- 
zogen. Der untere braune Theil befteht ohngefähr aus zehn bis zwölf Schildern. Am 
untern Rande nimmt man eine dünne Haut wahr, die vom Rüffel bis an die AfterflofTe 
fich erftrekt, neben diefer flenn die Schilder auseinander, zwifchen welchen der Ahtr 
liegt. Sehr merkwürdig ift der Sitz der Floffen bey diefem Fifche: denn noch ift mir 
keiner zu Gefichte gekommen, deffen Bruftfloffe fo weit von der Kiemenöffnung ent- 
fernt gewefen wäre, oder der nur eine einzige Bauchfloffe hätte, wie diefer Fifch. Eben 
fo verhält es fich mit den beiden Äückenfloffen, welche unter dem Schilde dicht an der 
Schwanzfioffe fitzen. Die Bruft- Bauch- und ilückenfloffen find gelblich, und die 
übrigen braun. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Oftindien, wo man ihn in der Gröffe von fechs 
bis acht Zoll antrifft. Seine Nahrung nimmt er durch das Einfaugen zu fich, denn 
ich habe keine Zunge wahrnehmen können, und befteht diefe aus fetter £rde, oder 
kleinen Wafferbe wohnern. Als ich die Bauchfchüder von einander fchnitt, fand ich das 
Fleifch diefes Fifches fo dünn, dafs es nicht über einige Gran wiegen konnte ; es war 



BerMejferfifch. 59 

auf beiden Seiten an den Schildern angewachfen, und hatte eine weiffe glänzende Farbe; 
die Leber befiand aus zwey Blättchen, die an den Schildern auf beiden Seiten feftfaflen ; 
der Magen war dünn, lang und rund, und mit zarter Krebsbrut angefüllt. Der Darm- 
kanal hatte zwey Beugungen, und war noch ein halbmal fo lang, als der ganze Fifch felbfr. 

In Deutfchland nennt man diefen Fifch Meferfifch, in Indien Ikan-Pifan, in Hol- 
land Mesvifch, und in Arabien Farrar el bahr, Kefab el bahr. 

Klein, dem wir, wie erwähnt, die .Bekanntmachung diefes Fifches zu verdanken 
haben, hat uns auch mit einer Zeichnung befchenkt a), worin er aber eben fo, wie 
Gronov b), die Bauchfloffe ohnangezeigt gelaffen. 

a) Mifs. Pifc. IV. tab. 6, f. 6. b) Mus. II, Tab. 7. £ 3. 



H 2 



60 Seeratzen. 

XXXHIftes Gefchlecht. 

Die See ratzen. *) 



ERSTER ABSCHNITT. 

Von den Seeratzen überhaupt. 
Ein Stachel am Rücken. 
Pifces aculeo dorfali folitarioj 

Chimaera, Linn. S.N. p. 401. gen. 132. Acipenfer, Klein Was. Pifc. IV. p. 16. n. 10. 

Callorynchus, Gronov. Zooph. p. 31. Seedrache, Müll. L.S. 3.Th.S.276. 

Der einzige Stachel auf dem Rücken ift ein Charakter für die Fifche diefes Ge- 
fchlechts. 

Der Körper ift geftreckt, und der Kopf läuft in eine Spitze aus. Der Mund öff- 
net fich unten, und jede Kinnlade ift mit zwey Schneidezähnen bewaffnet. Auf jeder 
Seite ift nur eine Oeffnung zum Atheniholen fichtbar. Der Schwanz läuft in eine bor- 
ftenartige Spitze aus, und ift länger als der übrige Körper. Sie leben vom Raube. Der 
Aufenthalt des einen ift im nordifchen, und des andern im äthiopifchen und brafiliani- 
fchen Meere: denn man kennt bisher nicht mehr als zwey Arten, die Seeratze a) und 
den Seehahn b). Die Bekanntmachung des erftern haben wir dem Gesner c), und 
des letztern dem Freßer d) zu verdanken. Gesner hat ihn befonders unter dem Namen 
Seeaffen e) abgehandelt. Clußus betrachtet ihn als einen Dornhay f), Aldrovand als ei- 
ne Nebenart vom Seefchwein g), und Jonfion bringt ihn mit dem Hammerfifch h) zufam- 

*) Die Müllerfche Benennung Seedrache habe b)- Chimaera Cnllorj nchus L. 

ich nicht beibehalten, theils weil der kurz vorher c) Thierb. S. 83- 

bcfchriebene Fifch Pegafus Draconis diefen Na- d) Voyage de la mcr du Sud, T. 1. p. 211. 

men führt, theils weil man fich bey einem Dra- pl. 17. f. 4. 

chen einen fliegenden Fifch vorftellt, und die Chi- c) Simia marina. A.a.O. 

mera inNorwegen Seeratte genannt wird; fo ha- • f ) Galeus Acanthias, Exotic.l. vi. c. xx.p. 137. 

be ich fie auch zum Gefchlechtsnamen genommen. g) Squnlus Centrina. de pifc. p. 402. 

a) Chimsera monftrofa JL h) Galei gcnus, de pifc. p.29. 



Seerätze. 



Die Seeratze. 61 

men. Klein fahe den Seehahn a) für eine Störgattung b) an, Gronov aber beftimmt 
ihm ein eignes Gefchlecht c). Artedi liefs beide aus und Linne brachte fie in„ein Ge- 
fchlecht unter der obenangeführten Benennung zufammen. 

DIE SEERATZE. 

CXXIVfte Tafel. ^~ 

Der Schwanz in eine Borfte fich endigend. Die 

Chimxra, cauda ßliformi. 

Chimsra monftrofa, C, roftro fubtus plicis per- Vulpeculn, Ström Sundm. S.289- 

tufis, Lira. Syft.Nat,p. 401. n. i. Vidunder- Hav-Kat,Jis-Galte,Soe-Raev, Müll. Prodi-, p.38. 

Fisken, Mus. Adolph. Friedr. p. 53. tab. 25. n. 320. 

Galeus Acanthias, Cluf. Exotic. p. 137. Haamuus, Geirnyf, Olafs Isl. T.Th. S. 192. 

— Clus. TVill. p.75. B. 9. f. 9. Guulhaae, Pont. Norw. 2.TI1. S. 217. 

— — Ray Syn. Pifc. p.23. n. 15. Blankhaac, Guldhaac, Guldfisken, Sölvfisken, 

Simia marina, Gesner Aquat. p. 877. Icon Anim. Bye-NafTet, Spil-Strüng-Hyfe, Spiel- Strick- 

p. 153. Seeaffe, Thierb. S. 83. b. Scheilfifch, Dronth. Schrift. 2. Th. S. 248. 
— Jonfi. de pifc. p. 29. tab. I. f. 6. Ga- La Chimere, Solvhaen, Afcanius, Icones p. 6. 

lei genus, tab. 44. f. 2. tab. 15. 

Centrma prima, AUr. de pifc. p. 402. Centrina Der Pfeildrache, Müll. L. S. 3 Th. S, 276. 

vera, p.403. Simia marina Danica p. 405. 

Der in einen dünnen Faden fich endigende Schwanz dient zum Karakter für die- 
fen Fifch, Der Körper ift gedreht, und von beiden Seiten zufammengedrükt. Der Kopf 
ift länglich, endigt fich in eine nafenförmige Spitze, und ift allenthalben mit vielen klei- 
nen runden OefFnungen, aus denen fich ein Schleim ausprefien läfst, verfehen. Der 
Mund öffnet fich unterwärts, ift klein, und jede Kinnlade vorne mit zwey Schneidezähnen 
und hinterwärts mit einem .Backzahn verfehen; an der obern bemerkt man einige nach 
der Länge laufende vertiefte Linien, welche aus mehrern Zähnen zufammengefetzt fchei- 
nen. Die obere Lippe ift, wie beim Haafen, getheilt, und auf jedem Winkel des Mundes 

tj Callorynchus. "b) Acipeafer, Mifs.IV. p. 16. n. io. c) Callorynchus, Zoopb 



6a / Die Seeratze." 

ift ein hervorgehender Lappen befindlich. Die Nafenlöcher find dicht über demfelben, 
und am Kopfe ift die Haut faltig. Die Augen find grofs, haben einen meergrünen Stern, 
in einem weifsen Ringe, und glänzen wie Katzenaugen ; daher auch diefer Fifch in eini- 
gen Gegenden von Norwegen den Namen Seekatze erhalten hat. Sowohl über als unter 
dem Auge ift eine gekrümmte Linie fichtbar, die fich mit der Seitenlinie, welche ohn- 
weit dem Kopfe bis zum Ende des Schwanzes fortläuft, vereinigen. Diefe Linie ift weifs, 
auf beiden Seiten braun eingefafst, und da fie eben fo ftark in die Augen fällt, wie die 
vom Schellflfch; fo fehen diefen Fifch die nordifchen Bauern für.' eine Abänderung densel- 
ben an, und nennen ihn daher Spiel-Striing-Hyfe, oder Spiel-Strich-Schellfifch. Auf dem 
Kopfe bemerkt man bey dem Männchen eine Fafer, an der ein kleiner Püfchel hängt, 
und da das Exemplar, wornach die Zeichnung gemacht ift, ein Weibchen war; fo habe 
ich diefe befonders auf der Tafel vorftellen laffen. Wegen diefes Zierraths am Kopfe 
machen ihn, wie Gunner erzählt, die norwegifche Bauern zum König der Fifche a): der 
gemeine Mann in Schweden hingegen, wie Linne berichtet b), zum Scheufal, woran 
fich das Frauenzimmer wegen ihres übertriebenen Kopfputzes fpiegeln folle. Die Kie- 
menöffnung ift klein, einfach, und wenn man die Kiemenhaut nur etwas erweitert; fo 
kommen die vier- zottige Kiemen , die wie bey den Schuppenfifchen gebildet find, zum 
Vorfchein: es ift jedoch die hintere Kieme ganz und die vordere zum Theil durch eine 
Haut an den benachbarten Theil befcftigt. Da die Zwifchenräume der Kiemen, wie bey 
den Schuppenfifchen, offen find, und das eingefogene Waffer durch diefe herauslaufen 
kann; fo waren auch keine befondere Wafferlöcher, wie bey denHayen und Rochen, er- 
forderlich. Die Silberfarbe, womit der Fifch glänzt, giebt ihm nebft den braunen Flek- 
ken ein fchdnes Anfehen, und haben daher die Norweger Gelegenheit genommen, ihm 
den Namen Blaeckhaae, Guldkaae, Guldfisken, Solwfisken oder glänzenden Gold- und 
Silberfifch zu geben. Der After liegt zwifchen den Bauchfloffen, an welchen bey den 
Männchen zwey knöcherne Geburtsglieder bey den Weibchen aber die doppelten Mut- 



ti) Haae-Konge, Schriften der Dromh.GefeUfch. b) Mus. Adolph. Friedr. p. 54. 
a.Th. S.275. 



Die Seeratze. 63 

teröffnungen vorhanden find. Der Schwanz ift faft noch einmal fo lang als der Körper, 
und weil er in eine fo dünne Spitze ausläuft; fo hat man in Norwegen daher den Fifch 
mit dem Namen Seeratze belegt. Die Bruftfloffen find grofs , die Bauchfloffen klein, 
die zweite und dritte RückenflofTe fchmal; die erfte ift dreieckig, und an einem ftarken 
nach hinten zu gezähnelten Stachel befeftigt'; die zweite Äückenfloffe fängt gleich hinter 
der erften an, ift fehr lang, und die dritte fleht der Afterfloffe gegenüber. Sämmtlichc 
Floffen find braun. Diefen Fifch hat Linne mit Recht, wegen feiner fonderbaren Bil- 
dung, die aus mehrern Theilen von andern Thieren zufammengefetzt fcheint, mit dem 
Namen Chimäre belegt. 

Wir treffen diefen Fifch wie oben erwähnt, im Nordmeere an, und hat man 
noch nie einen über drey bis vier Fufs lang, und einen Fufs im Umfange gefehen. 
Er lebt von Medufen a) und von Krebfen, welche ich in feinem Magen zermalmet ge- 
funden. Man erhält ihn durch das Netz bey Gelegenheit der Dorfchfifchereyj er wird 
aber wegen feines zähen Fleifches nicht gegeffen. Aus feinen Eiern backen die Nor- 
weger Pfannenkuchen, und aus dem hintern Theil des Schwanzes machen fie, wenn fie 
ihn getrocknet haben, PfeifFenräumer. Die Leber binden fie in Leinwand, und brau- 
chen das herausgetröpfelte Oehl wider die Augenkrankheiten, und als einen Bal- 
fam für "Wunden. 

Das Herz ift flach und fehr klein. Die Leber ift groß , befleht aus drey Lap- 
pen, wovon der mittlere der längfte ift, bis am After reicht , und den graden Darm- 
kanal umgiebt. Die Gallenblafc enthält eine dunkelgrüne Galle. Die Miltz ift lang 
und dreieckig, von einer dunkeln, braunrothen Farbe. Der Magen ift lang, rund, 
und der Darmkanal kurz, weit, und ohne alle Beugungen. Bey den Weibchen be- 
merkt man innerhalb dem Nabelloche zwey OefFnungen, davon eine jede vermittelft ih- 
rem Eiergang mit der Mutter in Verbindung fleht. Bey den Männchen bemerkt man 
aufferhalb des Afters die beiden Zeugungsglieder. 

In Deutfchland nennt man diefen Fifch Chimäre, Pfeildrache und Seeratze, ia 
Dännemark Sälvhaen, Hau-Kat, in Norwegen Haae-Muus, GnulHaae,Jis-Galte, Soe-Raev, 

a) Soepia Caput medufse L. 



^4 Die Seeratze. 

SpilStraeng-Hyfe, Söe-Rotte, Söe-Muus, Haa- Kotige, Blanckhaac, Guldhaac, Guldfisken, 
Sölvfisken, Bye-N äffet, Spiel- Strich- Schellfifch, in Island Geimj/t, Haa-Muus, und in 
Frankreich Chimere. 

Linne fahe den .Seefuchs a) unrichtig für unfre Chimäre an , und verfiel da- 
durch in einen doppelten Fehler, einmal, dafs er den Artedi zu unferm Fifch anführt, 
und zweitens, dafs er letztern in feinem Syftem ausläfst. 

Wie wir gefehen haben, ift unfer Fifch bereits vom Gesner, Clufius und WH- 
lughby befchrieben und abgezeichnet worden: um fo vielmehr ift es zu verwundern, 
dafs Artedi ihn in feinen Schriften nicht angeführt hat. 

Dem Gesner haben wir zwar die erfte Bekanntmachung, wie erwähnt, zu ver- 
danken, feine Zeichnung aber ift fchlecht. Etwas beffer find die, welche uns darauf 
Aldrovand gegeben hat: es hielt aber diefer Schriftfteller erftlich unfern Fifch unrich- 
tig für das Meerfchwein; zweitens macht er drey befondere Gattungen daraus b). 

Klein hält unrichtig den Dornhay des Clufius der unfer Fifch ift, für gekünltek c). 

Der Verfaßer des Artikels von der Seeratze im neuen Schauplatz der Natur 
S. 8S- 86- irret, wenn er glaubt, dafs unter der fechsten Spitzmaus des Klein d) unfer 
Fifch zu verftehen fey: es ift diefer vielmehr der Seefachs des Artedi. 



a) Vulpes, und vulpecula der Schriftfteller. c) Mifs. Pifc. III. p.9. n. 1. 

b) de Pifc. p. 402. 403. 405. d) Galeus n.6. 



^= r=^Jb^C^ 



Igelfifche. > 6 5 

XXXVftes Gefchlecht. 
Igelfifche. 



ERSTER ABSCHNITT. 

Von den Jgelfifehen überhaupt. 

JL/ie Kinnladen hervorragend und getheilt. 
Pifces maxillis porretfis indivißsque. 

Diodon, L. S. N. gen. 138. p. 412. Crayracion, Klein Mifs. Pifc. III. p. 19. n. 5. 6. $. 
Oilracion, ArteL Syn. p. 86- n. 3. 17. 18. 19. 12. 13. 14. 15. 16. 

21. 22. Heriffons de mer, Goüan. Hift. des Poi(T, p. 219. 

— fphaerico, vel oblong« - rotundo corpore, Gro- Igelfifche, Müll. L.S. 3.Th. S. 323. 
nov. Zooph. p.47. 

Die über das Zahnfleifch hervorragenden in eine Sehneide lieh endigenden Kinn, 
laden, lind ein ficherer Charakter für die Fifche diefes Gefchlechts. Der Körper ift mit 
langen, ftarken, weifs und fchvvarz geflekten Stacheln befetzt; inwendig find fie hohl, nach 
oben zu rund, und am Grunde endigen fie fich in drey Wurzeln, wovon fie eine drei- 
eckige Geftalt annehmen. Sie find bis an der Spitze mit der Haut, welche den Fifch um- 
giebt, überzogen, und kann der Fifch felbige, wie das Stachelfchwein und der Igel, nach 
feiner Willkühr bewegen. Er richtet fie, wenn er fich vertheidigen will, in die Höhe, 
und machen diefe Fifche in diefer .Rückficht die Verbindung mit den vierfüfsigen Thie- 
ren aus. Der Körper ift bey dem einen rund, und bey dem andern länglicht. Die Kinn- 
laden dienen diefem Fifche ftatt der Zähne : denn da fie in eine fcharfe Schneide auslau- 
fen; fo vertreten fie die Stelle der Schneidezähne. Ihr Körper ift nur mit fünf Floffen 
befetzt, davon zwey an der Bruft, am Rücken, After und Schwänze an jedem eine fitzen, 
Naturg. ausländ. Fifche. I. TheiU I 



66 I&elfifchc. 

Wir treffen diefe Fifche beim Vorgebürge der guten Hoffnung, im weftincß- 
fchen und arabifchen Meere an. Ihre Nahrung find Fifche, Krebfe, und Mufcheln. 
Sie erreichen die GröfTe von einem bis zwey Fufs. 

Bey den Griechen und .Römern findet man keine Nachricht von diefen Fifchen. 
jRondelet machte uns mit dem runden a), und Marcgraf mit dem länglichten Stachel- 
fifch b) bekannt. Diefe beide Arten wurden von den Ichthyologen ohne Noth ver- 
vielfältigt: denn fo machte Clußuso) vier, Artedi d) und Willughby z) fechs, Ray f) fünf, 
und Klein g) acht Gattungen. Gronov h) hingegen nimmt nur zwey Gattungen und 
drey Nebenarten an, dem auch Linne i) gefolgt ifl. Marcgraf k) macht mit Recht nur 
zwey Gattungen, Dutertre i) aber unrichtig nur eine daraus. Willughby und Ray 
brachten fie in ein Gefchlecht unter dem Namen Kugelfifche m). Klein zählte fie un- 
ter den Kropfifchen n) , Artedi und Gronov unter den BeinhTchen o ) ; Linne aber be- 
nimmt ihnen mitRecht ein eigenes Gefchlecht unter oben angeführter Benennung. Auch 
die Zeichnungen von diefen beiden Fifchen find ohne Noth vervielfältigt worden: fo 
giebt uns Statins Müller drey p), Clußus vier q) Seba fünf r) , Jonfion fechs s ) , und 
Willughby fieben t). 

Kühlreuter hat uns noch eine neue Art kennen gelehrt u), die Linne zwar für 
eine Abänderung des Mühlenfteins v) hält; allein, wie aus der genauen Befchreibung des 
Pallas erhellet u) ; fo gehört er wegen feiner ungetheilten Kinnladen in unfer Gefchlecht. 

a) Diodon Atinga, L. n) Crayracion. 

b) Diodon Hiftrix, L. o) Onracion. 

c) Exotic.1.6. c.21 — 24. p) 3-Th. t.io.f. I — 3. 

d) Syn.p. 39. n. 3. 17. 18.29.21.22» q) I. 0. B. 

e) Ichth.p.144. 11.4.6— 10. r).Thef.III. t.23-f. I — 4. t. 24. f. io. 

f) Synops. Pifc. p.42. n. 1 —5. s) de Pife. t. 3. f. 1. t. 24. f. 10. t. 33. f. io- 

g) Mifs. Pifc. III. p. 19. n. 5. 6. 9. 13 — 16*. t. 39. f. 3. t. 45. f. 3. 4. 

h) Zooph. p.47. n. 180. 181- *) Ichth. t.I.4. f. 6. I.5.I.6.I.7. 1.8- f. I. 2. 

i) N.S. p.412. 413. Apend. t. 5. £2. 

k) Iter ßraf. p. 159. i6g. ») Nov. Act. Petrop. T. 10. p. 440.1. 6. 

I) Antill.T.II.p.209. v) Tetrodon Mola L. 

m) Pifces Qrbe*. w) Spicil. fafc. 8-P-39- 



Der lange Stachelfifch. 



ZWEITER ABSCHNITT. 

Von den Igelfifchen insbesondere. 

DER LANGE STACHELFISCH. Diodon Atinga a). 
CXXVfte Tafel. 
Der Körper länglich, Er. 21. A. 17. S. 10. X. 14. 
Diodon oblongus, P. XXL A. XVIL C. R. D. XIV. 



*7 



1. 

Der 

lange Sta- 
chelfifch. 



Biodon Hyftrix, D. oblongus, aculeis tcretibus. 
Linn. S. N. p. 413. 11. 2. D. holocanthus acu- 
leis capite collique longioribus, variet. ß. 

©ftracion oblongus holocanthus, aculeis longifli- 
mis teretifonnibus in capite imprimis & col- 
lo, Artedi gen. p. 60. n. 20. Syn. p. 85. 11. 22. 

— fpharico - oblongiufculus , bidens: aculeis 



fus, demto infimo ventre, molli, rans inftar, 
11.12. Crayracion capite contrafto; fpinis 
longiffimis, n. 15. & Crayracion oblongo ro- 
tundus, aculeorum acie obtufa, pun£tis reti- 
culatis in dorfo, cauda pinni&que variis, n. 16. 
Orbis muricatus ranae ri£tu, Willughb. Ichth. 
p. 145. Hiftrix alter, p. 155. tab. J. 8- f. 2. 



teretibus pradongis fubulatis. Gron. Zooph. Oftracion oblongo-oratus, aculeis undique lon- 



gis teretribus & retroverfis , Seh. Thef. III. 
p.62. n. 10. t. 24. f 10. 
Guamajacu Atinga , Ray p. 42. n. 2. 5. 

— — Marcgr. Iter Braf. p. i6"8- 
.— - — Plüm. Manufcr. 

— — Jö«_/?. p. 207. tab. 39. flg. 3. 
loris. Klein Mifs. Pifc. III. p. 19. n. 9. tab.3. The little Globfisb , Gray Muf. Soc. p. 106. 

f. 6. & Crayracion oblongus, fupra & infra Poiffbn arme, du Tertre Antill. T. 2. p.209. 
utramque pinnam poftbracbialem & ad cau- Der große Stachelfifch, Müll. L.S. 3.TI1 S. 326. 
dam macula nigerrima; toto corpore fpino- 

I 2 



p.47. n. 181. 
— oblongo - tumidus, aculeis longis, undique 

muricatus, Broivn. Jam. p. 456. n. 4. 
Crayracion oblongus, fpinofus; fpinis in capite 

longiflimis; dorfo arcuato; oculis Sc ore 

magnis; labüs craflis: pirinis fetis j rufi co- 



a) Marcgraf, welcher beide Stachelfifchc zu- hellt, den runden damit. Da diefes wabrfchein- 
erft umftändlich befchrieben bat, nennt den läng- lieh ebenfowohl , wie A t r i n g a flatt Atinga, 
lieben Stachelfifch Atinga. Linne , der die von einem Schreibfehler herrühren mag; fo habe 
Benennung Atinga von dem Marcgraf eilt- ich die Marcgraffche Benennung bey dem läng- 
lehnt, belegt, wie aus feiner Befclireibung ee> lichten beibehalten. 



68 Der lange Stachelßfch. 

Man unterfcheidet diefen vom nachfolgenden durch den länglichen Körper. In 
4er Bruftfloffe zählt man ein und zwanzig, in der Afterfloffe fiebenzehn, in der Schwänz» 
Hoffe zehn, und in der .Rückenfloffe vierzehn Strahlen. 

Der Kopf ift klein, oben breit, auf den Seiten etwas zufammengedrückt, und 
inwendig mit einem ftärken Knorpel verfehen. Die Nafenlöcher find einfach, röhren- 
förmig, und ftehen zwifchen der Mundöffnung und den Augen in der Mitte ; diefe find 
grofs, haben einen fchwarzen Stern in einem gelben Ringe: jene ifl klein, und von den 
Kinnladen flehet die obere, welche in der Mitte einen kleinen Winkel macht, von der 
untern etwas hervor. Die Stacheln fowohl, als der ganze Körper find mit fchwarzen 
Flecken befetzt. Der Rücken ifl breit, rundlich, von einer fchwärzlichen Farbe. Die 
Seiten find etwas zufammengedrückt, haben eine bläuliche Farbe, die nach unten zu in 
einer weiffen übergeht. Der Bauch ift weifs, breit und lang, und der After ohnweit 
der Schwanzfloffe befindhch. Die Kiemenöffnung ift fchmal, und dicht vor den Bruft- 
floffen fichtbar. Sämmtliche Floffen find gelb, fchwarz gefleckt, haben eine bräunliche 
Einfaffung, und vielzweigigte Strahlen. 

Diefer Fifch ift in den amerikanifchen Gewäffern, und am Vorgebürge der guten 
Hoffnung einheimifeh , wo er fich an den Ufern aufhält, um feine Nahrung, die aus 
Krebfen undMufcheln befteht, aufzufuchen. Er hat nur wenigJFleifch , und welches 
überdies mager und zähe ift ; es wird aus diefem Grunde faft gar nicht gegeffen. Man 
fängt ihn mit dem Netze bey andern Fifchereien; auchbeifst er an die Angel, wenn ein 
Krebsfchwanz daran befeftigt ift. Er erreicht die Gröffe von zwölf bis fünfzehn Zoll. 

Die Haut welche den Körper umgiebt, ift hart, und unter derfelben befindet fich 
eine andere, welche dünne und fackförmig ift, und die der Fifch aufblafen kann. Als 
ich diefe auffchnitt, kam der lange dünnhäutige Magen zum Vorfchein. Der Darmkanal 
hatte viele Beugungen, und war zweimal fo lang als der Körper. Die Leber ift grofs, 
befteht aus drey Lappen, reicht bis am After, und kömmt nicht fogleich bey der Oeff- 
nung des Bauches, wie bey andern Fifchen zum Vorfchein, fondern erft alsdann, wenn 
der Magen und Darmkanal weggenommen ift. 



Der runde Staehelßfch. 6$ 

In Deutschland wird diefer Fifch langer Stachelßfch, in Frankreich poiffon tirme i 
und Atingue , in Engelland Linie Globfish, und in Brafilien Guamajacu genannt. 

Ich befitze zwey Fifche diefer Art, bey dem einen find fammtliche Stacheln in die 
Höhe gerichtet, wie fie in unfrer Zeichnung erfcheinen, und bey dem andern nur die 
am Kopfe , wie üe Klein a) vorgestellt hat, Diefe verfchiedene Richtung der Stacheln 
läfst mich glauben, dafs die vordem, welche zugleich die längflen find, allezeit in die 
Höhe flehen, die übrigen aber nur unter gewiflen Umftändcn fich aufrichten. Aus der 
Vergleichung der Befchreibung des Artedi b) und Klein c) ergiebt fich, dafs felbige eine 
eigene Gattung daraus machen. Auch führt Klein unrichtig unfern Fifch als vier d), 
Willughby e), und Ray f) aber als zwey befondere Arten auf. 

Marcgraf hat '.uns , wie oben erwähnt, mit dem Fifch zuerft bekannt gemacht, 
befchenkte uns auch mit einer Zeichnung, worinn' jedoch die Mundöffnung zu grofs, 
und die Stacheln zu kurz vorgefiellt find g). 

DER RUNDE S TA C H EL FI S C H.. Diodon Hyftri*. 

CXXVIfte Tafel. 
Der Körper rund, Br.22. A. I2:S. io. R. 14. 
Diodon rotundus , P. XXII. A. XII. C. X. D.XIV. 




Diodon Atringa, D. fphsericus, aculeis triquetris, 

Linn. S. N. p.412. 11. 1. 
Oftracion fubrotundus , aculeis undique denfis, 

bafi triquetris, Arted. gen. p. 60. n. 18- Syn. 

p. 83- n. 3. Oftracion bidens fphauicus, 

aculeis undique denfis triquetris, gen. p. 59. 

b. 14. SjU. p. 86. n.17. Oftracion fubrotun- 



dus, aculeis undique brevibus triquetris ra- 
ris, gen. n. 16. Syn. n. 19, Oftracion fubro- 
tundus aculeis undique denfis, bafi trique- 
tris, gen. p. 60. 11. 18. & Oftrac. conico-ob- 
'longus, aculeis undique longis, teretiformi- 
bus, imprimis in lateribus, gen. p. 60. n. 19. 
Syn. p. 86. n.ai. 



n 



a) Mifc. HL t. 3. F. 6. 

b) Syn. p. 86. n. 22. 

c) I. a. B. Crayracion p. 19. n. 9. 
«) p- 19- "9- 12. 15. 16. 



e) Ichthyol, p. 155. Hyfhix alter, & Orbis fpi- 
nofus. 

f) Synops. pifc. p.42. n, 25. 
-g) Brafil. p. 168. 



7® Der runde Stachelfifch. 

Oftracyonfpsricusbidens: aculeisbrevibus undi- maiacu Guara, T.33. f. 10. Orbis fpinofa, 

que, bafi triqueü-is, Gron. Zooph.p. 47. n. 1 80. T. 45. f. 3. Hyftrix pifcis, f. 4. 

Crayracion ovatus & muricatus, ri&u latiffimo po- Hyftrix pifcis, Cluf.Exotic. 1. 6. c. 21. Orb/s fpi- 
lyodon, Klein Mifs. Pifc. III. p. 18. n. 5. nofus, c.22. Orbis muricatus, c. 23. Orbis 

Crayr. ovatus & muricatus, ore parvo, cujus muricatus alter, c. 24. 

inferior mandibula fuperiorem excedit, n. 6. Orbis ecbinatus feu muricatus, Will. Icbth. p. 144. 
Crayracion oblongo-rotundus, ore produflo, Orbis fpinofus Clufii & Hyftrix pifcis Chtf. 

diametri trium uncailium, bidentulo, fuper- p. 146. Orbis muricatus alter & Guamajacu 

ciliis elatis, fpinis undique borridus, p. 20. Guara, p. 147. Tab. J.4. f. 6. J. 5. J.7. J. 8 

u. 13. & Crayrac. oblongo-rotundus, ore bi- f. 1. .Rfljy Snops. Pifc. p. 42. n. 1.5. 8- 

dentulo, fuperciliis depreflls & lsevibus, n. 14. Guamajacu Guara, Piquitinga, Araguagua, Camu> 

Hiftrix pifcis, Sebae Thefaur.III.p. 58. n. I. Orbis ri, Marcgr. Iter Brafil. p. 158. 

muricatus n. 3. Oftracion bidens n.4. t. 23. Toujou-Cocciou Caraibarum, Plüm. Manufcr. 
f 1 — 4. Schokiae, Abumechajat, Forsk. Defcript. Animal. 

Qrbis ecbinatus, uVe muricatus , Rondel de Pifc. p.XVII. 

P. I. p. 421. Ikan Doerian, Terpandjang, Doeri, Doeri-nja, 

_ _ Gesner Aquat. p. 532. Icon. Anim. Valent. Ind.V et. & Nov. V0I.3.P.458. n.357. 

p. 156. Meertaube, Meerflafche , Kugel- Poiftbn arme, du Tertre Antill. Tom. II. p. 209. 
fifch, Tbierb. S. 84. b. The Globe, Schell-Fisb, Hed gehogg Globe-Fish, 

— — AUrov. de Pifc. p. 556. Charlet. Onom. p. 154. n. 5. 

Reverfus Indicus, Jonfi. de Pifc. p. 11. Jagfifcb, DerKugelfifch, Müll L.S<3.Th.S.323.Tab. io. 
T. 3. f. I. & orbis ecbinatus, p.123. Meer- f. 1 — 3. 

taube, T. 24. f. 10. Piquitinga, p. 1 86. Gua- 

Die runde Geftalt diefes Fifches ift ein Kennzeichen, woran fich diefer von dem 

vorhergehenden unterfcheiden läfst. In der Bruitfloffe zählt man zwey und zwanzig, 

in der Afterfloffe zwölfe, in der Schwanzfloffe zehn, und in der Rückenfloffe vierzehn 

Strahlen. 

Der Kopf ift klein, die Augen find grofs, ihr Stern ift fchwarz, und der Ring, 

der diefe umgiebt, gelb. Die Nafenlöcher find ohnweit den Augen, und das moridför- 

mige Luftloch dicht an der Bruftfloffe befindlich. Der Rücken ift bläulich , die Seiten 

und der Bauch find weifs; der After fleht dicht an der Floffe diefes Namens; letzterer 

fleht der Rückenftoffe gegenüber. Sämmtliche Floffen find kurz, haben fchwarze Flek- 

ke, und vielzweigige Strahlen. Der ganze Körper ift mit hell- und dunkelbraunen Flek. 

keu befetzt. Die Stacheln find an den Seiten länger, als am .Rücken und Bauche. 



Der runde Stackelßfch. 7t 

Diefen Fifch treffen wir nicht nur, wie den vorhergehenden, in Amerika, fön- 
<lern auch im rothen Meere an. In Rückficht des innern Baues, der Nahrung, der Art 
fich feiner zu bemächtigen, kömmt er mit dem vorhergehenden überein, an Gröfle aber 
übertrifft er jenen bey weitem. Da er ebenfalls nur ein mageres und zähes Fleifch hat; 
fo wird er nicht geachtet : indefTen ift fein Fang, wie der Pater du Tertre erzählt, ein 
beluftigendes Schaufpiel a): denn wenn man einen Krebsfchwanz an die Angel flieht. 
fo findet er (ich bald dabey ein : weil er fich aber vor der Schnur fürchtet; fo gehet er ei- 
ne Zeitlang um die Angel herum ; endlich verfucht er mit Behutfamkeit den Krebsfchwanz 
zu koften: wen« nun die Angelruthe unbeweglich gehalten wird; fo wird er dreift, und 
verfchlukt den Krebsfchwanz; fo bald er aber feine Gefangenfchaft merkt, bläfet er fleh 
auf, wird dick und rund, richtet die Stacheln in die Höhe, und fucht alles was er er- 
reichen kann, zu verwunden. Wenn er lieht, dafs fein Beftreben vergebens ift; fo 
ftrekt er das Gewehr, indem er feine Stacheln niederlegt. Er bedient fich darauf einer 
andern Lift, drückt die Blafe zufammen, und fpritzt zugleich mit der Luft das eingefo- 
gene Waffer von fich, und weil er auch hierdurch nichts ausrichtet; fo fängt er fich aufs 
neue an aufzublafen, und mit feinen Stacheln zu drohen. Da er nun, fo lang er im Waf- 
fer bleibt, ein zähes Leben hat; fo wird er, wenn die Zufchauer fich an feiner Marter 
hinlänglich geweidet haben, aufs Land gezogen , da er alsdann fich zwar tapfer zu ver- 
theidigen fucht, aber doch innerhalb einigen Stunden abfteht. 

In Deutfchland heifst diefer Fifch Kugelßfih, Meertaube, Meerflafihe, Jagdfifch, 
in Frankreich PoiJJ'on arme und Guara, in England Globe, Scullßfh, Hedgehögg y und in 
Brafilien Guamajaca guara, Piquitinga, Araguagua und Camuri. Die Amerikaner und die 
dafigen Portugiefen nennen ihn Peixe porco, und die Araber Schokiae und Abumechajat. 

Ich befitze von diefem Fifch eine Abänderung, welche, von jener darin abweicht, 
«lafs fie einen breiten Rücken, und hinter dem Kopfe eine in die Queere laufende Vertie- 
fung hat, und die Stacheln dicht ne! eneinanderftehn,nnd welches vielleicht das Männchen 
ift. Ich hielt es für überflüfsig, eine Abbildung davon zu geben, da man fich leicht durch 

a) AntUl. T.II. p.209. 



?2 Igelfifche. 

diefe kurze Befchreibung einen deutlichen Begriff davon machen kann : überdem treffen 
wir beim Clußus a), Seba b) , Jonflon c) und Statins Müller d) Zeichnungen an. In- 
deffen haben ihn nicht nur die erwähnten SchriMeller, fondern auch Willughbye),Ray f) 
und. Artedi g) als eine befondere Gattung aufgeführt. Ueberhaupt finde ich, dafs die 
Schriftfteller keinen deutlichen Begriff von diefem Fifche gehabt haben muffen , fonften 
würde er nicht von ihnen fo fehr vervielfältigt worden feyn. 

Clußus, der in einer holländifchen Sammlung verfchiedene getrocknete, theils 
Verftümmelte Exemplare von unferm Fifch fahe, macht unrichtig vier befondere Gattun- 
gen daraus h): denn dafs fie fämmtlich ein und diefelbe Fifchgattung gewefen, erfieht 
man aus dem Verhältnifs der Dicke zur Länge ; weil bey allen der Umfang faft ein Drit- 
tel ftärker als die Länge war. Willughby liefs fich hierdurch nicht nur zu einem ähnli- 
chen Irrthum verleiten, ein gleiches zu thun, fondern fahe auch den runden Stachelfifch 
des Rondelet und den Guara des Marcgraf, welche ebenfalls die unfrigen find, als befon- 
dre Gattungen an , und machte daher unrichtig i), wie auch Jonflon, k) fünfe, Klein 1) 
Vier, Seba m) drey, und Ray n ) zwey Arten daraus. Es find übrigens die ohne Noth ver- 
vielfältigten Zeichnungen gröftentheils zu fchlecht, und die angezeigten Allegata bey den 
'Schriftftellern zu verwirrt, als dafs ich mich länger dabey verweilen könnte. 

"Wenn Linnc zu beiden Gattungen die erfte und zweite Figur, welche Seba auf 
der drey und zwanzigften Tafel geliefert hat, anführt; fo rührt diefes vermuthlich von 
einem Schreib- oder Druckfehler her. 



ä) Exotic. p. 139- P Ichth. p. 144. §.4. p. 146. §. 7. 8- p. 147. 

b) Thef. III. T. 23. f. 3. t. 24. f. 10. §. 9. 10. 

c) de Pifc. tab. 45. f. 3. k) de Pifc. T. 3. f. 1. T.24. f. 10. T.32. f. 10. 

d) L. S. 3. TL T. 10. f. 3. T - 45- f - 3- 4- 

e) Ichtb.p.i 4 ö.§.7- 1} M^ c - m -r > - [ 9-»-S<5.1?.20.n.iii 4 . 

f) Synops.Pifc. p. 4 2.n. 3 . m ^ Thef. III. p.58. n. 1.3.4. 

g) Syn. p. S6. n. 19. *> S >" n0 P S - P ifc - P'i 8 ' »• *•* 
h) Exotic. 1.6. c. 21. 22.23. 24. 



Die StachelkugeL 73 

DIE STÄCHELKUGEU 

Diodan orbicularis.. 

CXXVIIte Tafel. 

Die Stacheln kurz. Br. 21. A» 11. S. 8- R* IX* 
Biodon aculeis brevibm. P. XXL A. XL C. VIII. D. XL 

Orbis cchinatus feu muricatus. Rond. P. I. p.421. Oibis echinatus f. muricatus. Ray p. 43. n.5. 

— — — ■ — Gtsner Aquat. p. 632. Troutoen. Renard Hiß. des PoifT. p. 9. tab. 5. 

— — — — AUrov. p. S5> fig. 32. 

— — — — fFillughb. p. 144. tab. The prickly Bottlefish , Brown. Jamaic. p. 455. 

G.4.%.6. 

Die kurze Stacheln find ein ficherer Charakter für diefen Fifch. In der Bruft, 
flofle hat er ein und zwanzig, in der AfterflofTe eilf, in der Schwanzfloffe acht, und in 
der RückenflofTe eilf Strahlen. 

Der Körper ifl, wenn er fich aufbläft, kugelförmig geflaltet, auf der Oberfläche 
deffelben ragen die Stacheln mit den Flollen, fo wie auch der Mund allein hervor ; die- 
fer ifl klein, und die beiden Kinnladen Vertreten die Stelle der Zähne. Die Lippen find 
kurz, die Nafenlöcher ohnweit der Mundöfnung, und die Augen mit ihrem Stern in ei- 
nem weifTen Ringe find hinter denfelben befindlich. Die Stacheln find kurz, und endi- 
gen fich in eine fcharfe Spitze, flehen auf drey langen unter der äuffern Bedeckung fort- 
laufenden Wurzeln. Der Rücken ifl braunroth, die Seiten und deri Bauch fchmutzig- 
weifs, und die Flotten find röthlich. Auf den Seiten find verfchiedene braune run- 
de Flecke fichtbar» 

Der Fifch, von dem ich hier die Zeichnung liefere, ifl vollkommen rund , und 

feine Stacheln find aufgerichtet, zum fichern Beweis, dafs er während der Vertheidi- 

gung fein Leben eingebüfst hat. Jedoch kann diefer Fifch, da feine Stacheln kurz und 

weit auseinander flehen, nicht fo flark verwunden, als die beiden vorhergehenden. Sein 

Naturg, ausländ. Fifilur. I. Theil. K 




74 Die Stachelkugel 

Vaterland ift das Meer um Jamaica, das Vorgebürge der guten HofFnung, und die Mo- 
luckifcheii Infein. Er erreicht die Länge von neun bis zehn Zoll und lebt gleich den 
Vorhergehenden von Mufcheln, Schnecken und Krebfen» Sein Fleifch wird ebenfalls, 
weil es für giftig gehalten wird, nicht gegeffen. Der Bau der inneren Theile weicht von 
den übrigen diefes Gefchlechts nicht ab. 

Man kann diefen Fifch wegen feiner kugelförmigen Bildung mit Recht die Sta- 
chelkugel nennen. In Holland heifst er Pennevijch; in Frankreich Orbe-herißbn; in 
England prickly Bottleßfh, und auf den Moluckifchen Infein wird er von den dafigen 
Holländern Troutoen gennant. 

Dem Rondelet haben wir die erfte Bekanntmachung diefes Fifches zu verdan- 
ken: wenn er aber fagt, dafs er der Bewohner des nördlichen Oceans fey; fo ift er hierin 
nicht gut unterrichtet gewefen : auch hat er in feiner Zeichnung fämmtliche FlofTen, 
bis auf die am Schwänze , weggelaffen a). 

Ich bin ungewifs, ob unter der neunzehnten Gattung der Kugelfifche b) des Ar- 
tedi c) , und der erften Abänderung des erften Stachelfifches des Linne d ) unfer Fifch 
zu verftehen fey, da ich die von diefem Schriftfteller angegebenen Kennzeichen, als das 
netzförmige Gewebe und die dreieckigten Stacheln, bey meinem Fifche vermiffe. 

a) P. I. p.421. c) Syn. p. 86. 

V) Oftracion. d) S.N. p.413. 



Der fthivimmende Kopf. 75 

DER SCHWIMMENDE KOPF. 

Diodon Mola. 

CXXVIIIte Tafel. 

Der Körper breit, der Schwanz abgeftumpft, Br. 13. A. 16. S. 14. R. 17. « 

Diodon corpore lato , cauda truncata, P.XIII. A.XVL C.XIV. D.XVIL * 

Der 

TetrodonMola, T. Levis, compreflus, cauda trun- Mola, Sah. Aquat. p. 154. fchwimmea - 

cata: pinna breviffima, dorfali analique an- — Aldrov. de Pifc. p. 412. P' 

nexa, Linn. S. N. p. 412. n. 7. — Jonfi. de Pifc. p. 29. tab. 9. füg. 2. 

Oftracion cathetoplateus fubrotundus inermls af- — Charlet. Onom. p. 129. n. 3. 

per, pinnis pe&oralibus horizontalibus, fo- Pifcis Mola, feu Luna Jacobai Muf. Reg. p. 16. 

raminibus quatuor in capite, Arted. gen. tab. 6. fig. 3. 

p.6i. n.22. Syn. p.83- n.4. The Sun Fish, Willughb. p. 151. tab. I. 26. 
— fubrotundus, brevis, latus, feaber: pin- — — Ray Synops. p. 51. 

nis dorfi anique lanceolatis/ cauda proxi- II Kamar, Forskaiil Defcript. Animal. p. xvnr. 

mis, Grott. Zooph.p,5o. n.i85. ShortDiodon,P«»2,B,Z.III p. 131. PI, 19. n.55. 

Crayracion anomalus pifcis , quod cauda omni- La Lune, Rendel. P. I. p. 424. 

110 caret, Klein Mifs. Pifc. III» p. 23, n. 31. Mole, Erün. Pifc. Mafs. p. 8. n. 16. 

Orthragoriscus feu luna pifcis. Gestier Aquatil. Der Mühlenfteinfifch, Müll. L. S. 3 Th. S. 31g. 

p. 640. Icon. Animal. p. 158. Thierb. S. 85- tab. 8. %. 6. 

Man erkennet diefen Fifch an feiner fich fehr auszeichnenden breiten und hinter- 
wärts abgeftumpften Geftalt, und da diefe ihm das Anfehn giebt, als wäre er ein abge- 
fchnittener Kopf eines Fifches; fo halte ich die ihm beigelegte Benennung für fchickli- 
cher, als die Benennung Mühlenfteinfifch, mit welcher ihn Statins Müller beleget hat. 
In der Bruftfloffe zähle ich dreizehn, in der Afterfloffe fechszehn, in der Schwanzfloffc 
vierzehn, und in der Rückenfloffe fiebenzehn Strahlen. 

Der breite Körper geht oben und unten in eine Schneide aus, welche durch 
eine hervorragende Haut gebildet wird ; die Oberfläche ift rauh anzufühlen, und der 
Kopf läfst fich vom Rumpfe nicht unterfcheiden. Die Mundöfnung ift klein, und die 
beiden entblöfsten, und in der Mitte gebogenen Kinnladen gleichen einem Vogelfchnabel. 

K 2 



76 Der fchwimmende Kopf. 

Die Augen flehen ohnweit dem Scheitel , find grofs, und haben einen fchwarzen Stern, 
der von einem weifsgelben Ringe umgeben ifl; die Nafenlö'cher find einfach, und zwi- 
fchen der Mundüfnung und den Augen befindlich; der Rücken hat eine graue, und 
die Seiten und der Bauch eine Silberfarbe ; die Bauchfloffen und die Seitenlinie fehlen. 
Die Bruftfloffen find klein , vielzvveigigt geftrahlet, und haben bey ihm eine ganz andere 
Richtung, als bey den übrigen Fifchen, indem fie nicht wie gewöhnlich perpendicu- 
lär, fondern horizontal flehen: das ifl, fie find nicht nach der Breite, fondern nach 
der Länge des Fifches, am Rumpfe befefligt. Sie dienen daher nicht zum Fortfloffen, 
fondern den dünnen und breiten Körper im Gleichgewicht zu erhalten , und um fich auf 
die eine Seite zu legen : letzteres gefchiehet, wenn er die eine Floffe an fich ziehet, und 
mit der andern fortfährt gegen das Waffer zu fchlagen: er fällt alsdann auf die Seite. 
Diefe Stellung nimmt er, wenn er ruhen will, an, und kann man fich alsdann feiner leicht 
bemächtigen; fo erzählt Herr Briiimiche, dafs, als man von feinem Schiffe einen derglei- 
chen fchlafenden Fifch auf dem Meere bemerkt, ein Bootsknecht hinein ge-fprungen 
fey, ihn im Sprunge ergriffen, und herausgeholet habe a). Die Rücken- und After- 
floffe find lang, fitzen am Ende des Körpers, und find mit der kürzern Seh wanzfloffe 
verwachfen; die Strahlen in den erflen beiden, theilen fich am Ende in fo fehr viele kleine 
Nebenzweige, dafs fie gleichfam eine zottige Haut vorflellen, welche flatt der Bruftflof- 
fen zum Fortfloffen des Körpers dienen: denn da die Schwanzfloffe fehr kurz ifl ; fo kann 
fie der Fifch nur zum Lenken, und nur wenig zum Fortfloffen gebrauchen. Die Haut wel- 
che die Schwanzfloffe einfchliefl, ifl dick, und ihre Strahlen find einfach. Vermittelft 
der Rücken- und Afterfloffe wird der Fifch in den Stand gefetzt, wenn er feiner Nah- 
rung nachgeht, fich nach dem Grunde des Meeres zu begeben , und wieder in die Höhe 
zu fleigen: jenes gefchieht, wenn er die Afterfloffe an fich zieht, und mit der Rücken- 
floffe gegen das Waffer flöfl , und diefes bewürkt er durch eine gegenfeitige Richtung 
derfelben. 



a) Pifc. Mafs. p. 8- 



Der fchwimmende Kopf, 77 

Diefer Fifch ift, ob er fich gleich in dem mittelländifchen Meere aufhält, dem- 
ohngeachtet den Griechen und Römern unbekannt geblieben. Dem Salvian haben wir 
die Bekanntmachung deffelben zu verdanken. Derjenige, den er befchreibt, wog hun- 
dert Pfund, allein in der Nordfee, zu deren Bewohner er ebenfalls gehöret, erwächfet 
er zu einer ungeheuren Gröffe: denn fo gedenkt Burlace eines bey Plymouth gefangenen 
von fünf hundert Pfunden a). Auch im mittelländifchen Meere wird er acht bis zehn 
Fufs lang angetroffen b). Aufferdem irr er auch an der Küfte von Dalmatien und am 
Vorgebürge der guten Hoffnung zu Haufe. Er hat ein fehr weiffes, dem Schnee ähnli- 
ehes Fleifch, welches durch das Kochen in einen zähen Schleim aufgelöfet wird: es ift 
aber wegen des trahnigten Gefchmacks unangenehm, und dergeftalt an der Haut ange- 
wachfen, dafs es nur durch ein fcharfes Meffer mit Mühe davon kann getrennt werden. 
Es ift mit Fett durchwachfen , das beim Kochen ein Oehl giebt, welches wegen feines 
üblen Geruchs, nur zur Lampe als Trahn gebraucht wird. Auffer diefem Oehl wird 
weiter nichts als die Leber genützet, die, wenn fie mit Nelken gefpickt, und in Wein 
geftobt wird, ein wohlfchmeckendes Gericht abgiebt. 

Die Leber ift grofs, getheilt, die Gallenblafe weit, und der Gallengang öfnet 
fich im Magen ohnweit deffen obern Oefnung. Die Nieren find weit, und die Harnlei- 
ter endigen fich am Grunde der Harnblafe; der Harngang hat eine befondere Oefnung 
hinter dem After; der Darmkanal ift weit, mit vielen Windungen, wie bey den vier- 
füfsigen Thieren verfehen. 

In Deutfchlandheift diefer Fifch fehwimmender Kopf und Mühlenfteivffch ; in Hol- 
land Molenfleenvisch; in England Sunfish und Molekite ; in Frankreich Linie, in Mar- 
fcille befonders Mole; in Spanien Bont ; in Italien Pefce Tamburo, Molo, und Pefce Po- 
tazzo, und auf der Infel Malta Kamm: 

Dem Salvian haben wir auch die erfte und gute Zeichnung zu verdanken, web 
che die folgenden Ichthyologen bald beffer, bald fchlechter kopirt haben. Bis auf dem 

K 3 



a) Ptnn. B. Z. III. p. 130. t) RendeL de Pifc. P.I. p. 426. 



7§ * Ber fchwimmende Kopf. 

Artedi wurde diefer Fifch befonders abgehandelt, aber dicfer Syftematiker führte ihn 
unter den BeinnTchen auf, ob er gleich mit denfelben nicht die minderte Aehnlichkeit hat. 

Linne irrete darinn, dafs er ihn unter die mit vier Zähnen verfehene Fifche 
zahlte a), da er doch nichts weniger als geipaltene Kinnladen, welche die Zähne vor- . 
{teilen, aufzuweifen hat. 

Diefer Fifch weicht in Abficht feiner Geftak fo fehr von den übrigen feiner 
Klaffe ab, dafs man ihm mit Recht ein eigenes Gefchlecht widmen, und den abgestumpf- 
ten Schwanz zum Gefchlechtskennzeichen machen folte, da uns Aldrovand einen läng- 
lichten b), den auch Herr Pennant befchrieben c), und Pallas einen runden diefer Art 
bekannt gemacht hat d) ; fo würde diefes Gefchlecht vor der Hand drey Arten in fich 
faffen. 

Die vier Löcher im Kopfe, welche Artedi als Kennzeichen diefes Fifches mit an- 
giebt e), habe ich an dem Exemplare, welches mir der Herr Hofmedicus Taube zu 
Celle zum Abzeichnen gefälligft mitgetheilt hat, nicht finden können. 

a) Tctrodon. n. 7. d) Spicil. Zool. fafc. 8- p. 39; tab.4. fig.7. 

b) de Pifc. p. 413- «) s Y n - P« 83- "• 4- 

c) ß.Z.III. p. 129. n. 54' 



■ ui^ fijm. —^ 



Der Haufen. 7$ 

DER HAUSEN. 
CXXIXte Tafel 

Die Kiemenöfnung nicht ganz bedeckt, Br. 33« B. 30. A- 25. S. 40. R. 66. 
Acipenfer opercuh brevi. P. XXXIII. V. XXX. A, XXV. C. XL. D. LXVI. = 



Acipenfer Hufo, A. citris IV, fquamis dorfäli- fop.52. Icon. Animal. p.334. 336. Thierb. 

bus tredecim, caudalibus quadraginta tribus, S. 185 b.. igö. 

Linn. S.N. p. 404. n. 3. Hufo, AUirov. de Pifc. p. 534. Attilus verus ex 

— tuberculis carens, ArttL gen. p.65. n. 2. Palo, p. 562. Antaceus Boryfthenis, p. 564. 
Syn. p.92. n.*. — Germanorum , Wtllughb. Icbth. p. 243.] tab' 

— capite complanato, fcabro, in roftrum albicans, P. 7. fig. 1. 2. & Attilus Rondelii p. 241. 

craffum, prominens & acutum definente. — — Ray Synops p. 113» n. 4. Attilus 

Klein Mifs. Pifc. IV. p. 14. n. 8- & acipenfer ro- Rond. n. 3. 

ftro breviore, graciliore & magis acuminato, — — Jonft. de Pifc. p. 1x6. tab. 25. fig. I- 3- 

quam praecedens; cranio magis protuberan- — — Charlet. Onomat. p. 153. n. I. 

te & rotundo; &c.p. 15. n. 9. Belüge, Kiorpa, Chorbio, Gmelin Reifen durch. 

— corpore tuberculis obfito; roftro obtufo; Rufsl. 1 Th. S. 199. 2.TI1. S.246. 

oris diametro roftrilongitudincm fuperante. Beluga, Lepech. Reif I. Th. S. 158- tab. 1 1. fig. 1. 2. 

Kramer Elench. p. 383.11. I. — Fall. Reif. i.Th. S. 131. aTh. S.339. 

Avt***7o 5 , kelian. 1. 14. c.23. 26. Ie grandEsturgon, 5uwareDia.Tom.1V. p.293. 

Attilus, Plinius H.N. I.9. c. 15, Haufen, Marfigli Danub. Tom. IV. p. 31. tab. 10- 

— Bellon. p. 102. fig. 1,2. Tom. VI. tab. 9 — 21. 

— pado, Rondel. P. 2 p. 173. *- Müll. L. S. 3. Th. S. 291, 
Antaceus Boryfthenis, Gesner Aquatil. p.50. Hu- 

Man erkennet diefen Fifch an dem kurzen Kiemendeckel, welcher die Oefnung 
nicht ganz bedeckt. In der Bruftfloffe bemerke ich drey und dreifsig, in der Bauchfloffe 
dreifsig, in der Afterfloffe fünf und zwanzig, in der Schwanzflofle vierzig, und in der 
RückenflolTe fechs und fechszig Strahlen. 



*) Die beiden erften Nummern, und das allgemeine ift im dritten Theil der Fifche Deutfchlan- 
des S. 87 — 103 enthalten. 



3-*) 

Der 
Haufen. 



f Der Haufen- 

Der Haufen gehört zu den geftreckten mit einer weiten Kiemenöfnung verfe- 
henen KnorpelhTchen. Der Kopf ftellt ein länglichtes Viereck vor, deffen äußeres Ende 
in eine ftuinpfe Spitze oder Schnautze ausgeht, welche kürzer als beim Stöhr und Ster- 
let, und ebenfalls unten mit vier Bartfafern verfehen ift. IndefTen giebt es auch welche, 
die einen fpitzigern Rüffel haben ; diefe find fehr fett, und werden von den Fifchern an 
der Wolga Schip genennet a). Der Mund ift viel weiter als beim Stöhr und Sterlet, öf- 
aet lieh unten in die Quere, ift zahnlos, und hat ftarke Lippen , welche von zwey halb- 
mondförmigen Knorpeln gebildet werden, die der Fifch nach Willkühr hervorftoffen 
und zurückziehen kann. Die Augen find fehr klein und haben einen febwarzen Stern in 
einem filberfarbigen Ringe. Der Kiemendeckel beftehet aus einem einfachen glatten 
Blättchen, und fchliefst wie erwähnt die Kiemenöfnung nicht gänzlich: ein Umftand, 
den ich noch bey keinem andern Fifch wahrgenommen habe. Der Knorpel am Kopfe 
und die Schnautze ift dick, weifs, halb durchficht!' g, und Co elaftifch, dafs daraus verfer- 
tigte Kugeln, wenn man felbige mit ftarker Kraft gegen den Fufsboden wirft, gleich 
einem Ballen von Federharz zu wiederholtenmalen auf und nieder fpringeu. Der 
Rumpf ift dick und nach Lepechin b) mit-fünf Reihen knöcherner Schilder befetzt, von 
welchen auf dem Rücken und auf jeder Seite eine, und zwey am Bauche befindlich find. 
Die Anzahl am Rücken befteht gewöhnlich aus zwölf bis fünfzehn, die auf den Seiten aus 
fünf und fünfzig bisfechtzig,und die am Bauch aus zehnbis zwölf Schildern. DieRücken- 
fchilder find geftrahlt und ungleich gröffer als die an dem Bauch und den Seiten. Sie 
verlieren fich fämtlich mit der Zunahme des Fifches dergeftalt, dafs man f.s bey den Al- 
ten gänzlich vermifst c). Der Rücken ift fchwarz, der Bauch weifs, und die Seiten find 
bläulicht und wellenförmig. Sämmtliche Floffen find nach Verhältnifs des Fifches nur 
klein, haben eine graue ins blaue fpielende Farbe, und werden von einer dicken Haut 
umgeben. Der fchuppcnlofe Körper ift glatt, mit einem zähen Schleim überzogen, und 
der After befindet fich ohnweit der SchwanzflofTe. 



a) fällst Reifen in 4to. I.Th. S. 13 1. b) Reifen I. TL Tab. II. c) Kramer Elench. p. 383. 



Der Haufen. %i 

Wir treffen diefen Fifch im fchwarzen und Cafpifchen Meere an, ans welchem 
er in die FlüfTe und Ströhme gehet: vorzüglich findet er fich häufig in dem Wolga- Jaick- 
und Donauftrohm ein. Er gehöret auch zu den Bewohnern des mittelländifchen Mee- 
res, und fteigt aus demfelben in den Poflufs. In der Donau wird er am meiften an der 
Mündung gefangen ; er fteigt indefTen auch hoch herauf, und geht bis in die Gegend 
von Komoren und Peft. Zu Zeiten kommt er auch höher: fo fchreibt mir der HerrRath 
Schiefermüller, dem ich die hier gelieferte Zeichnung zu verdanken habe, dafs noch erft 
vor zwölf Jahren ein drey hundert Pfund fchwerer einige Meilen über Wien und vor 
zwanzig Jahren ein anderer eine Meile vor Linz erfchienen fey. ■ Seine Laichzeit fällt 
im März und April, und er geht in die FlüfTe um feine Eier im Grunde an den fchnell- 
flieffenden Stellen abzufetzen ; diefes bewürket er, indem er fich gegen die vom Sande 
entblöfste Stellen reibet. Ein Theil der Haufen laicht auch in den Meeren felbft an den 
Kurten, wo das MeerwafTer durch das Ergicffen der FlüfTe verfüfst und gemildert wird, 
und wenn fie diefes Gefchäft verrichtet haben; fo begeben Gq fich in die FlüfTe, um fich 
dafelbft an den Fifchen zu fättigen, befonders verfolgt er als feine Lieblingsfpeife den 
WeisflofTer a), welcher im Frühjahr fchaarenweife fchwärmt. Ueberhaupt ift der Hau- 
fen fehr gefräfsig: denn er begnügt fich nicht an Fifchen, fondern verfchlingt auch, 
wie Herr Pallas verfichert b), junge Seekälber, wilde £nten, ja fogar Holzwerk, Schilf, 
Wurzeln und Bündel, die auf dem WafTer fchwimmen. Nach vollbrachtem Laichge- 
fchäfte gehet er wieder ins Meer. Im Herbft kehrt ein grofTer Theil derfelben in 
die FlüfTe zurück, um dafelbft in den tiefen Stellen feine Winterruhe zu halten. Dafs 
es fich würklich mit diefen Reifen fo verhält, erkennet man daraus, weil man vom May 
bis im Auguft keinen mehr fängt. So gewifs es ift, dafs diefer Fifch fo wie der Scöhf 
in denFlüfTen laiche ; fo hat man doch nach der Verficherung des Marßgli c) Pallas d) 



b) Reifen i. Th. S. 344. d) A. a. O. 

c) Danub.IV. g. 31. Reif. aTh. S.246. 

Naturg. ausländ. Fifche L Theil. L 



82 Der Haufen. 

und Gmclin *) keine Junge von diefen Fifcharten wahrgenommen. Ich kann dagegen 
anführen, dafs ich mehrere nur fechs bis acht Zoll lange Stö'hre, fowohl aus der Elbe 
bey Magdeburg, als aus dem Oderftrohm erhalten habe. Der Haufen ift beinahe der 
grölte unter den Flufsfifchen; denn man findet welche von achtzehn bis vier und zwan- 
zig Fufs Länge a). Marßgli gedenkt eines von neun hundert b), Plinius von taufend c), 
Herr Lepechin von zwölf hundert d), und Herr Pallas von zwey taufend acht hundert 
Pfunden e). 

Die Haufen bekommen in Rufsland nach ihrer Gröffe auch verfchiedene 
Namen: einer von fechs, fieben oder acht Spannen heift Sapkowaja, von neun und 
zehn Polumernaja, von zwölf Mernaja, von dreizehn und vierzehn Gorbufcha, von fünf- 
zehn Ulufchnaja oder Polamateraja, und derjenige., der das letzt angegebene Maafs 
überfteigt, Matcraja. 

Der Fang des Haufen ift für einige europäifche Nationen von groffer Wichtig- 
keit, befonders für die rufsifche, da mit dem daraus verfertigten Caviar und der Haufen- 
blafe ein ftarker auswärtiger Handel getrieben wird. Man bemächtigt fich feiner auf 
mancherley Art, wovon uns Marßgli f), Gmelin g) und Herr Pallas h) umftändliche 
Nachricht gegeben haben. 

In der Donau, fängt man ihn auf folgende Art: Wenn die Fifcher ihn in der 
Tiefe bemerken ; fo fuchen fie fich feiner mit Harpunen, wenn er fich aber an der Ober- 
fläche fehen läft, mit dem Speer zu bemächtigen ; fo bald die Fifcher wahrnehmen, dafs 
er getroffen ift, nähern fie fich demfelben, ziehen ihm einen Strick durch den Mund 
und die Kiemenöfnung, und binden ihn an das Schiff» Der gröfte Theil wird ver- 



*) Cyprinus Grislagine L. wovon ein jedes vierzig Pfund] hält. Reifen iter 

») JVMughb. p.243. Theil, S.I159. 

b) Danub. IV. p. 31. e) oder 70 Pud. Reifen 2 Th. S. 343. 

c) H. N. 1. 9. c. 15. f) Danub. IV. p. 31. 

ä) Oder nach Herrn Ltptch'm dreifsig Pud, g) Reifen iTh. S.199. »Th. S.246. 

K) — >Th. S.131.2TI1.S.339. 



Der Haufen. 83 

mittelft der Netze, welche weite Mafchen haben, gefangen. Diefe Netze werden queer 
über den Strolim anfgeftellt, und vermitteln: zweier Kähne fortgeführt. Wenn der Fifch 
mit feiner Schnautze gegen die Mafchen ftöft; fo fährt er zurück, und die Fifcher ge- 
hen ihm alsdenn mit ihren Netzen fo lange nach, bis er auf ein flaches Ufer geräth, vrß 
er aus Mangel an Waffer nicht weiter kommen kann ; hierauf fuchen fie fich feiner zu 
bemächtigen, und ziehen ihn vermitteln 1 eines Stricks in der Kiemenöfnung wieder in 
den Strohm, und fchleppen ihn fo lebendig nach Wien und andere große Städte. Er 
wird alsdenn auf den Märkten wie anderes Schlachtvieh ausgehauen und verkauft. Bey 
dem Anbinden muffen fich die Fifcher fehr in acht nehmen, um nicht von feinem Schwän- 
ze getroffen zu werden, weil er fie fonft mit Gewalt in den Strom fchleudert. 

Die Einrichtung zum Fifchfang des Haufens im Jaick und der Wolga ifl viel zu 
merkwürdig, als dafs ich befürchten folte, meine Lefer würden die Mittheilung einer Nach- 
richt davon nicht gut aufnehmen, befonders da man vielleicht mit einer kleinen Abän- 
derung in anderen Ländern Gebrauch davon machen könnte. Es ift in der That zu ver- 
wundern, wie Völker, die in den Künften und Wiffenfchaften faft gänzlich zurückgeblie- 
ben find, in diefem Stücke ungleich finnreichere Erfindungen aufweifen können, als an- 
dere kultivirtere Nationen. Man bedient fich nämlich dazu der Fifchwehren, Angeln 
.und Netze. Von den Wehren ift dasjenige, welches die Fifcherfalle (Gorodba) genennt 
wird, das merkwürdigfte, wovon uns Herr Pallas folgende Befchreibung liefert b): 

Man wählt folche Gegenden des Fluffes dazu, wo von dem Ufer ab fich ein fla- 
cher Grund bis faft in die Mitte des Fluffes erftreckt. An einem folchen Orte wird eine 
Reihe von Bäumen oder Pfählen queer über einen Theil des Fluffes entweder in gerader 

L 2 



b) In feinen Reifen durch verfchiedene Pro- Georg GmtlmsMeiCen durch Rufsland, 2ter Theil, 

vinzen Rufslands 111410 ifter B. S. 134. Wer in- wo man felbigc von S. 201 — 232. befchrieben, 

deffen eine umftändliche Nachricht von diefen und auf Tab. 35 — 37. abgebildet findet. 
Wehren zu v/iffen verlangt, den verweife ich auf 



$4 Der Haufen. 

Linie, oder in einem ftumpfen Winkel, welcher fich Strohm abwärts ofnet, in den Grund 
gefchlagen, fo dafs felbige bis über die Oberfläche des Waffers oder Eifes hervorragen. 
Darauf nimmt man Horden, welche von Reifig oder Korbwerk von der Breite geflochten 
find, .dafs fie von dem Grunde bis an die Oberfläche reichen, und diefe läft man mit 
Steinen vor den Pfählen alfo gegen den Grund nieder, dafs fie von der Ströhmung des 
Fluffes gegen die Pfähle angetrieben und feftgehalten werden. Dadurch entfteht alfo 
eine Art von Verzäunung oder Fifchwehre im Waffer, welche die an felbiger Seite des 
Fluffes aufsteigende Fifche nöthigt, längs derfelben hinzufireichen, -und einen andern 
Durchgang zu fuchen. Nun ifl: bey denen winklicht angelegten Fifchwehren in dem 
Winkel felbft eine Oefnung von etwa zwey oder drey Faden gelaffen , welche der Ein- 
gang zu einer viereckigten, auf drey Seiten mit Pfählen und Korbwerk ebenermaffen ge- 
fchloffenen Kammer ifr, in welcher fich der Fifch fängt. Bey denen in gerader Linie 
über den Flufs gezogenen Fifchwehren aber ifl: ohngefähr in der Mitte der ganzen Län- 
ge eine dergleichen gedoppelte Kammer an der Strom abwärts fehenden Seite, alfo an- 
gelegt, dafs die Oefnung diefer Kammern, gegen die Ufer gerichtet find. In beiden 
Fällen wird im Winter über diefen Kammern das .Eis beftändig offen gehalten, und eine 
Strohhütte über die Oefnung gebaut, in welcher noch an denen Seiten fo viel Raum ifl, 
dafs die Arbeiter frey herumgehen, und fich bey einem kleinen Feuer wärmen können. 
Man fieht, dafs in beyden Fällen der Fifch, indem er längs dem Zaune hin, ei- 
nen Durchgang fucht, um den Strom weiter hinauf zu fteigen, in die Kammern nothwen- 
dig eintreten mufs. Um nun von der Ankunft eines Fifches fogleich benachrichtiget 
zu feyn, und fich deffelben bemächtigen zu können, find Anftalten in jeder Kam- 
mer bereit. Auf dem Grunde liegt ein viereckigter Rahmen aus ftarken Stangen, wel- 
cher entweder mit einem Netzwerk von dünnen Stricken gegattert, oder, wie es im Som- 
mer gebräuchlich ifl, mit einem Korbwerk ausgeflochten wird, und den ganzen Raum 
der Kammer befchlägt. An den vier Ecken find ftarke Seile befeftigt, wodurch man 
diefes Roftwerk, mittelft zweier über die Oefnung gelegter Hafpeln, in die Höhe winden 
• kann. Ueber der Oefnung der Kammer ifl: entweder ein von Stangen und Korbwerk 
£«flochtenis Fallgatter, deffen man fich nur im Sommer bedient, oder ein Netz bereit, 



Der Haufen. 85 

welches an eine Querftange gefpannt ift, und vor die ganze Oefnung ausgebreitet wird, 
indem man diefe Querftange, mittelft zweyer fenkrechter Stangen auf den Grund herab- 
läß:. - Damit nun die Arbeiter wiffen, wenn ein Fifch in die Kammer gekommen ift, und 
felbigen fogleich fperren können; fo find noch überdies vor der Oefnung der Kammer, 
von einem fchwebenden kurzen Querholze viele Schnüre gleichfam wie Strahlen bis auf 
den Grund des Waffers gegen den im Grunde liegenden Rahmen ausgefpannt, fo dafs ein 
jeder groffer Fifch, der zur Kammer eingeht, einige diefer Schnüre berühren, und das 
über dem Waffer fchwebende Querhob bewegen mufs. So bald man alfi/an diefem ei^ 
nige diefer Schwingung bemerkt; fo wird das Fallgatter oder Netz, niedergelaffen, und 
nachdem alfo die Kammer verfchloffen ift, das bewegliche Roftwerk aus dem Grunde in 
die Höhe gehafpelt, da denn alles in der Kammer eingefperrte mit heraufkommen mufs. 
Man nimmt den vorhandenen Fifch mit den Haken weg, läft das Roftwerk nieder, und 
öfnet die Kammer wieder zu einem neuen Fange, Brey Arbeiter verrichten das ganze 
Werk. 

Damit felbige aber zur Nachtzeit nicht beftändig wachen dürfen; fo ift man 
noch auf ein anderes im Grunde fehr einfaches Mittel gefallen, wodurch lieh der Fifch in 
der Kammer, wie in einer Falle gleichfanf felbft fängt, und denen Arbeitern feinen Un- 
ftern ankündigt. Man hängt nämlich an das Fallgatter, oder an die Stangen, womie 
das Netz niedergelaffen wird, einige Steine, wodurch felbige von felbft auf den Grund 
niederfinken können. Um nun felbige über der Oefnung zu halten, werden vier kleine 
Hölzer an den Zaum des Fallgeftelles dergeftalt angelegt, dafs das erfte Holz wie ein He- 
bel das Netz oder Gatter trägt, das letzte Kerbholz aber an die vor der Oefnung gefpann- 
ten Schnüre feftgebunden ift. Wenn nun durch den Fifch die Schnüre bewegt werden ; 
fo läft das fehr empfindliche Kerbholz los, die Falle fchlägt nieder, und das Netz oder 
Fallgatter, welches dadurch gehalten wurde, finkt auf den Grund, und verfperrt die 
Kammer; zugleich wird eine Schnur dadurch angezogen, an welcher eine kleine Glocke 
hängt, wovon die fchlafenden Arbeiter erwachen, den Fifch ausheben und die Falle wie. 
der ftellen, 

L 3 



8 $ Der Haufen. 

Von dem Fifchfang mit den Netzen, deffen fich die Aftrakanifchen Fifcher be- 
dienen, verdient folgendes Sacknetz, wegen der damit verbundenen Feyerlichkeit, ange- 
führt zu werden a). Es hat zwey Faden in die Länge, und nur zwey Ellen in die Brei- 
te, und man gebraucht daffelbe, um den Haufen aus den tiefen Stellen, in denen er 
überwintert , herauszufangen. 

Wenn im Winter die Kälte einbricht; fo werden den Auffehern der Wehre Be- 
fehle zugefchickt, an allen den Stellen, wo man Haufengruben bemerket hat, alle Fifche- 
rey zu verbieten, und die VorbeifchifFenden zu erinnern, dafs fie kein Gefchrey erheben, 
am allerwenigften aber ein Schiefsgewehr abfeuern. Hierauf entfernen fleh die Fifcher, 
und es werden Wachen ausgeftellt, welche verhüten muffen, dafs der Fifch nicht beun- 
ruhiget werde. An dem Tage, den man dazu befümmt hat, fich feiner zu bemächtigen, 
wenn man nämlich fieht, dafs der Fifch öfters in die Höhe und wieder in die Tiefe ge- 
het, welches gemeiniglich in dem Anfang des Novembers fällt, wird allen Fifchern an- 
gekündigt, mit ihren diesfalls erforderlichen Geräthfchaften auf diefe oder jene Nieder- 
lage zu einer ihnen angefagten Stunde zu erfcheinen. Der Befehlshaber desFifchcomtoirs 
felbften ladet Tages zuvor viele Gäfte, und insbefondere Vornehme von Aftrakan zu 
fich, und begiebt fich mit denenfelben nach den Niederlagen, wo fie ftattlich bewirthet 
werden. Der Befehlshaber geht den andern Morgen mit den Zufchauern und in Be- 
gleitung der Hälfte von Fifchern an eine Stelle diefer Gruben hin; zu den übrigen fer- 
tigt er die andere Hälfte mit ihren Auffehern ab. Nähert man fich dem beffimmten 
Ort- fo wird befohlen, eine allgemeine Stille zu beobachten. Hierauf werden die Bote 
mit den Netzen eiligft zurechte gemacht; man giebt mit einem Flintenfchufs das Zeichen 
ium Aufbruch, und alsdenn gehen alle Boote, deren gewöhnlich über drey hundert find, 
auf einmal aus. So bald die Netze ausgeworfen und alle Plätze im Waffer verfperrt find, 
fo fol°-t auf die bisherige Stille ein gewaltiges Gefchrey. Die erfchreckten Fifche wollen 
bald auf diefe bald auf jene Art Rettung fuchen. Einige fteigen zur Oberfläche des 
Waffers, audere bleiben in der Mitte, noch andere fuchen durch ängftliche Bewegung 
der Gefahr auszuweichen, alle aber verfehlen das Ziel, und werden von einer Menge 
a) Siehe Gmelin Reifen ater Th. S.225— 2.27. 



Der Haufen. 87 

Fifcher umgeben, die alle insgesamt darauf bedacht find,, den Weg zum Entfliehen abzu- 
fchneiden. Hier fiehr man bald ungeheure Mafchinen fleh auf der Oberfläche des WaG 
fers herumwälzen, bald die Boote der Fifcher herumdrehen. Hier erblickt man Fifcher 
vom Kopf bis an die Füffe nafs und betrunken, ein lärmendes Gefchrey erheben; dort 
hört man Zank und Schimpfvvorte, die ein Fifcher über den andern ausftö'fr, wenn etwa 
ein Boot auf das andere von ohngefähr oder mit Fleifs zurennt; auch bemerkt man den 
Neid, wann das Glück einem gröffere oder mehrere Fifche gegönnt hat, als dem andern. 
Wenn endlich die Haufen genug beunruhiget, und aus ihren Gruben herausgezogen 
•worden find ; fo werfen die Fifcher die Achane a) auf die Seite, nehmen diePogonai b) zur 
Hand, und bemächtigen fleh der Fifche, die mit dem Strohm zu entrinnen fliehen. Da 
wird dann wieder keine Ordnung beobachtet. Da rudert ein jeder hin, wo er kann, 
und fo entftehen wieder taufend Zänkereien, wann einer dem andern zu nahe kommt, 
oder fogar ihre Netze ineinander verwickeln, das doch unvermeidlich ifc, weil eine Stelle 
folcher bey einander verfamleten Gruben kaum zweyhundertFaden in der Länge beträgt. 

Beluftigend ift es , eine Menge fo groffer Fifche in einem fo geringen Umfange 
beifammen zu fehen, und merkwürdig, dafs ein Haufen, deffen lieh zu einer andern Zeit 
kaum zehn flarke Männer bemächtigen konnten, anjezt von zweyen überwältiget wird. 

Diefer Fifchzug dauert ohngefähr zwey Stunden lang, undibbald er vorbey ift} 
fo begeben fleh die Fifcher an den Ort der Niederlage. 

Sobald nun alle Gruben durchgefucht, und die darin befindlichen Fifche heraus 
find; fo verfamlen fleh bey demfelben abermal Wächter, und nach einigen Tagen, wann 
von diefen die Anzeige gefchieht, dafs andere Fifche fleh wieder einftellen, fo wird der 
zweite Fang verordnet, und derfelbe manchmal zum dritten und vierten mal an der 
nämlichen Stelle , und in gewiffen Zwifchenräumen wiederholt. Doch gefchieht diefes 
nur alsdann, wenn man einen groffen Vorrath von Fifchen bemerkt, welches fleh nach 
der Beobachtung der Aftrakanifchen Fifcher alle vier Jahr zuträgt; fünften begnüge 
man fleh mit einem zweymai gefchehenen Fang. 

a) Ein Achim ift ein gerades hundert und zwan- b) Ein Pogonai ift ein fackförmiges Nez , das 
zig Klafter langes Nez, das quer über den Flufs zwey Faden lang und zwey Ellen breit ifl. 
geibannt wird. 



88 Der Haufen. 

Zu der Aftrakanifchen Fifcherey mit der Angel gehört Vorzüglich das 
Grundfeil (Snast) a). Diefes befleht aus mittelmäßigen auf zwey und fiebenzig El- 
len langen Tauen, an welche zu hundert und fünf und zwanzig anderthalb Faden lange 
Stricke mit groffen Angelhaken angeknüpft werden. Ein folches Seil wird ein 
Neil: C Gnesdo ) genannt. Die Angelftrickc werden nur eine halbe £lle voneinander 
an das Hauptfeil gebunden, fo dafs an jedem Ende daffelbe auf anderthalb Faden 
frey bleibt. Dreifsig folche mit den Enden aneinander gebundene Nefter pflegen 
zu einem Grundfeil gerechnet zu werden, welches alfo einige hundert Faden in der 
Länge hat. Zwifchen zwey Neftern wird allemal ein Stein von etlichen Pfunden 
feft angebunden, und an denfelben zugleich ein Bündel von trocknem Wafferpumpen- 
kraut, welches an einem zwey Faden langen Strick treibt, befeftiget ift. An beide En- 
den eines ganzen Grundfeils werden hölzerne Anker angebunden. £in folcher Anker 
befteht aus zwey gcfpaltenen Baumflücken, welche an einem Ende, jedes einen Mar- 
ken Zweig haben, der die Stelle des Ankerarms vertritt- an dem andern £nde wird ein 
doppeltes Querholz wie an einem Anker befeftigt, und zwifchen diefe Holzftücken klernt 
man fchwere Ziegelfteine ein, um den Anker fchwer genug zu machen, welche man um 
alles zufammen zu halten, mit Matten und Stricken feft umwindet. Jeder Anker hat 
ein Thau von etwa fünf und zwanzig Faden , welches mit dem äuffern Ende des Seils 
zufammen geknüpft ift. Wenn der Anker in die See geworfen ift, fo greift er mit den 
krummen Zweigen oder Armen in den Grund, und hält alfo das Seil, welches zwifchen 
den zwey Ankern nach der Länge ausgeworfen wird, am Boden feft. An den Angelha- 
ken fpieft man den Weisfloffer b), um den Haufen anzulocken, weil diefer feine Lieb- 
lingsfpeife ift. An dem nach oben gekehrten Arm des Ankers wird eine Stange 
angebunden , welche mitten durch ein länglicht zufammengefchnürtes Bündel von 
trocknem Seepumpenkraut gefteckt wird, und an ihrem obern Ende einen Wifch 
von trocknem Wermuth hat. Der Anker zieht das eine £nde im Waffer niederwärts, 
das fchwimmende Bündel Seepumpenkraut aber fenkrecht, und mit dem Wermuthwifch, 

a) Pallas Reifen II. Jh. S. 339. . b; (Oblc) Cyprinus Grislagüic L. 



Der Haufen, g$ 

in die Höhe, welches alfo befiändig als ein Merkmal aus dein Waffer hervorragt r und 
fehr weit gefehen werden kann. Gemeiniglich wird ein folches Grundfeil auf Stellen, 
wo nicht viel über oder unter drey bis vier Faden Waffer ift, ausgeworfen, fo dafs das 
Hauptfeil von den daran befeftigten Steinen auf den Grund gezogen wird, und nur die 
Stangen mit Wermuthwifchen, und die an das Tau befehligten Büfchel oben treiben, ali 
ein Zeichen, wo man das Grundfeil nefterweife ausheben kann, um die gefangenen Fi- 
fche abzunehmen. DiezurAefung an die Angelhaken gefpiefte Fifchgen fchwimmen auf 
dem Grunde umher, und werden von den Haufen begierig verfchluckt, die folcherge- 
ftalt an den Angeln hängen bleiben. Weil das ganze Seil nachgiebt, und doch mit ei- 
nem groffen Gewicht im Waffer liegt; fo kann fich auch der gröile Fifch nicht losreif 
fen; die Anker aber verhindern, dafs das Grundfeil weder durch die Bewegung der 
Fifche, noch durch die Wallung desWaeffers aus feiner Lage gebracht werden kann. Die 
ausgefeilten Grundfeile werden täglich zweimal der ganzen Länge nach behutfam und 
nach gerade ausgehoben, und die gefangenen Fifche mit Haken ins Schiff geholet. Nach 
Befichtigung eines Grundfeils werden die aufgebrachten Fifche, damit fie von der Hitze 
nicht verderben, an einem Seil, welches durch den Mund und die Kiemen öfnung gezo- 
gen ift, wieder ins Waffer gelaffen, um fie lebendig ans Land führen zu können. Wenn 
Gg eine genugfame Menge beifammen haben, werfen fie das Grundfeil wieder aus, neh- 
men die Fifche ins Fahrzeug, und fahren alfo zu Lande. Dafelbft werden felbige mit 
Haken auf das gebrückte Ufer gezogen , und nach der Reihe aufgehauen. Das erfle ift, 
dafs man den Kopf mit dem Beil fpaltet, den Bauch vom Kopf bis an die Afterflofsfe- 
dern auffchneidet, und nacheinander das Eingeweide, den Rogen, die Schwimmblafe, und 
endlich die Rückenfeene ausnimmt. Der untere Theil des Magens der Haufen, nebft 
dem Darm wird weggeworfen ; den weiten und fehr fleifchichten Schlund aber hauet 
man zur Speife ab , falzet und verkauft ihn in Aftrakan zu fechs bis fieben PCope- 
ken das Stück. Nach Aushebung des Rogens wird die Schwimm • oder Leimblafe, 
welche den ganzen Rücken einnimmt, ausgeriffen, in Eimer gethan, und den Leimbe- 
reitern übergeben. Endlich wird der Rückenknorpel aufgefchnitten, um die Rücken- 
Naturg* ausländ, Fifche. L 1 heil. M 



90 Der Haufen. 

fenne oder das Mark heraus zu ziehen,' welche gewafchen, über Stangen gehängt an der 
Luft getrocknet wird. 

Nachdem das Eingeweide heraus ift, wird noch das Fett, welches befonders bey 
den Milchern um dem Milch und auf den Seiten häufig angefetzt ift, mit Meffern herun- 
ter gefchabt, in Eimer gefammlet, und nachmals ausgefotten und gereinigt. Diefes 
frifche Fett ift von gutem Gefchmack, und kann ftatt Butter oder Oel gebraucht werden; 
daher gilt der Eimer in Aftrakan vierzig bis fünfzig Kopeken. 

Der alfo gereinigte Fifch wird gewafchen, und nach den Eiskellern geführt, wo 
man felbigen zwölf und mehr Stunden in einer ftarken Sole oder Salzlake pökeln läft, da- 
rauf in Schichten aufftapelt, und mit Salz dergeftalt beftreut, dafs faft der ganze Fifch 
bedeckt wird. Die allergröften Haufen werden auf eine befondere Art zertheilt, und 
geben fünf Stücke, nämlich den Kopf, den Bauch, die Seiten und den Rücken. Diefe 
Zertheilung gefchieht deswegen, damit das dicke Fleifch der groffen Fifche gefchwin- 
der durchfalzen könne. Die Seiten und der Rücken pflegen gemeiniglich, wenn fie aus 
der Salzlake kommen, in lange Riemen gefchnitten, und auf Stangen gedörrt zu werden ; 
diefes giebt den fogenannten Balik ab, welches in der tartarifchen Sprache überhaupt 
Fifch bedeutet. 

Das Fleifch des Haufen ift weifs, fett, füfslich und kommt am Gefchmack dem 
Kalbfleifch am nächften ; es wird auch eben wie diefes zur Speife zubereitet, der gröfte 
Theil aber eingefalzen verbraucht, hierdurch erhält es einen fo guten Gefchmack, dafs 
es dem vom Lachfe nahe kommt, nur mufs es vorhero einige Tage im Waffer liegen, da- 
mit das Salz ausgezogen wird, 

Der Haufen liefert für Rufsland zwey wichtige Handlungsartikel, den Caviar 
und die Flaufenblafe. 

Der Caviar wird auf zweierlei Art zubereitet. Der eine wird körnigter und der 
andere Sackcaviar genannt ; letzteren hält man für den beften. Der körnigte Rogen wird 
durch ein grobes Sieb oder Roftwerk gedrückt, um ihn von den Häuten und Blurgefäffen 
zu reinigen, und darauf in Trögen gefalzen, fo dafs etwa fünf Pfund Salz aufs Pud Ro- 
gen kömmt. In den Trögen läft man den Rogen drey viertel Stunden, oder eine ganze 



Der Haufen. 91 

Stunde durchfalzen, legt ihn darauf auf dichte Siebe' aus, läft die überflüfsige Lake ab- 
laufen, und fchlägt ihn endlich in Fäffer, welche dicht zugefpündet werden. 

Der Sack- oder gerungene Caviar wird., nachdem man ihn von den Häuten ge- 
reiniget, auf eine halbe Stunde in Salzlake geweicht, wober man öfters verfuchen , und 
Acht haben mufs, ob der Rogen, wenn man ihn zwifchen den Fingern zerdrückt, noch 
milcht. Sobald er es nicht mehr thut, mufs er aus der Lake auf dichte Siebe gebracht 
werden, und dafelbft abtriefen. Darauf thut man ihn zu halben Pfunden in fpitzige 
Säcke, die mit dem langen Zipfel an quer liegenden Stangen feftgeknüpft , und mit 
Macht gerungen werden , damit auch die lezte Lake ausgedrückt werde. Den ausge- 
rungenen Rogen fchlägt man in Fäffer, und läft ihn durch einen Menfchen der lederne 
Strümpfe an den Füllen hat, feil: eintreten, worauf die Fäffer zugemacht, und wohl ge- 
theert werden, damit der Rogen nicht verderbe. 

Sonft bereitet man auf den Niederlagen noch eine dritte Art, nämlich den foge- 
nannten armenifchen oder türkifchen Caviar, welcher vor dem Kriege aus Aftrakan nach 
der Türkey verführt wurde. Der Rogen wird fo wie man ihn aus den Fifchen nimmt, 
ganz in Kaften fchichtweife gelegt, und jede Schicht dick mit Salz beftreut, fo dafs es 
den Rogen ganz bedeckt, auch mit den Händen eingeklopft, um defto beffer durchgrif- 
fen zu können. Wenn man einen Kaften fokhergeftalt angefüllt hat; fo wird ein mit 
Steinen befchwerter Deckel darauf gelegt, damit fich durch die Preffung über dem Ro- 
gen Lake erzeuge, und fo läfst man ihn vier bis acht Monathe pöckeln ; nämlich der 
im Frühling eingelegte wird im September, und der im Herbft eingelegte im May fer- 
tig. In diefer Zeit wird der Rogen faft ganz trocken, und überzieht (ich mit Salz, wel- 
ches mit Waffer abgefpühlt, derfelbe an der Sonne von neuem getrocknet, und alfo in 
Fäffer gepackt wird. 

Den allerfchlechteften geprefsten Caviar machen die Arbeiter nur vor fich zum 
Verkauf, und nehmen darzu den untauglichen Rogen von todt ans Ufer geworfenen oder 
gar zu fetten Fifchen, imgleichen die faferigten Ueberbleibfel von dem durch die Siebe 
gearbeiteten guten Rogen, falzen diefes Mängfel in Käftchen, und rühren es mit dem 

, • M 2 



9 3 Der Haufen, 

Salzwacker durcheinander , fchlagen es darauf in große hölzerne oder kupferne Gefäße, 
damit nichts davon abtriefe, undpreffen es ftark, bis es etwas trocken ift. 

Die Haufenblafe wird folgendergeftalt bereitet: Wenn die Blafe herausgenom- 
men ift, wird fie ins Waffer gethan, vom Blute gereiniget, der Länge nach aufgefchnit- 
ten, und die äuffere Haut davon abgezogen. Hierauf wickelt man fie in Leinewand, 
und knetet fie mit den Händen, bis fie fo weich wie ein Teig wird, woraus hernach Tä- 
felchen und andere Figuren mit einem Loch in der Mitte bereitet werden, um fie an 
Schnüren aufzuhängen und zu trocknen. Bisweilen werden fie auch ungeknetet blofs 
aufeinander gelegt, mit einem naflen Tuch bedeckt, und an die Sonne gefetzt, in diefem 
Fall erweichet fie die Sonnenhitze allein. Hernach drückt man fie mit den Händen auf 
Brettern in kleine Stangen zufammen, verbindet fie an den Enden miteinander, dafs fie 
die Geftalt kleiner Würfle erhalten, und hängt fie zuletzt zum Trocknen an Stricken auf. 
Diefer Leim mufs in einer gemäfsigten Wärme, und nicht an der Sonne getrocknet wer- 
den, weil er im letztern Fall Riffe bekommt. 

Wenn man ihumit Candelzucker fchmelzen und zu einem gelben durchfichtigen 
Leim kochen läft, erhält man den fogenannten Mundleim. Auch mit Brandwein giebt 
er einen fehr feft bindenden Leim, womit man zerbrochenes Glas und Porcellan wieder- 
rum kitten kann. In diefer Ab ficht fchlägt man die Haufenblafe mit einem Hammer zu 
dünnen Blättchen, fchneidet fie in kleine Stücke, und zerläfl fie über dem Feuer in ge- 
meinem Brantwein. Andere laffen fie eine Nacht hindurch in reinem Waffer weichen 
fchneiden fie hernach in kleine Stücke, laffen fie in anderm Waffer eine halbe Viertelflun- 
de lang kochen, und rühren den Leim während diefer Zeit bcfländig um; hierauf wird 
er durch ein leinen Tuch gefeiget, und bleibt eine Zeitlang ruhig flehen, wo er dann her- 
nach abgefchäumet wird. Diefer Schaum nebfl Satze in ein wenig Waffer aufgekocht 
giebt einen Leim, welcher den erflern noch an Klarheit übertrifft. Die auf folche Art 
mit Brandwein aufgelöfete Haufenblafe giebt einen fo feinen und zugleich fo flark bin- 
denden Firnifs, dafs man die damit zufammen geleimten Fugen zerbrochener Gläfer, 
Taffen u, f. w. kaum entdecken, und dennoch die Getränke in dergleichen ergänzte Ge- 
fäffe ohne Nachtheil ziemlich warm eingieffen kann. 



Der Haufen, 93 

In den Haufen von der greiften Art findet man nicht feiten einen Stein, welcher 
unter dem Namen des Belugenfteins bekannt ift. Es liegt derfelbe nach Herrn Pallas 
Beobachtung innerhalb der Nieren in einem befondera Häutchen, Auswendig ift er, 
wenn 'man ihn frifch herausnimmt , etwas weich und feucht, wird aber bald an der 
Luft hart. Auf den Fifchereyen bey Aftrakan foll derfelbe am h£uflgften„ai>er nie gröf- 
fer, als ein Hünerey vorkommen. Seine Geftalt ift bald oval, bald ziemlich platt, und 
etwas eingebogen, oder mit einer umgebogenen Ecke, worinn er um den Rückenknor- 
pel gelegen hat» 

Die Haut des Haufen wird ausgefpannt getroknet, und von den RufTen und Tar- 
tarn ftatt der Fenfterfcheiben gebraucht; dafs aber wie lApne erzählt a), fehr dauerhafte 
Kutfchriemen daraus gemacht würden, davon weifs man, wie Herr Lepechin fchreibt, 
in Rufsland nichts. 

Sämtliche Eingeweide diefes Fifches haben eine fchwarzbläulichte Farbe. Der 
Schlund und Magen ift weit, fo dafs wie Herr Pallas erzählet, in einem mittelmäfsigen 
zwey Seekälber und einige Fifche Platz haben, b). 

Die Schwimmblafe ift ungetheilt, keilförmig, mit ihrem "ftumpfen Ende nach dem 
Kopfe zu gerichtet; fie liegt am Rückgrad, mit dem (je durch befondere Bänder verbun- 
den ift. Die nach dem Rücken zugekehrte Seite ift weifs , und die andere fchwärzlich. 
Der Rogen ift doppelt und hat bey dem oben angeführten groflen Haufen ein Gewicht 
von acht hundert Pfunden gehabt. Auch finden fleh, nach Herrn Pallas Verficherung, 
Hermaphroditen bey diefen Fifchen c). Wer übrigens die inneren Theile genauer ken- 
nen will, den verweife ich auf den Marßgli, der de im fechsten Bande feines Werks von 
der Donau auf der neunten bis ein und zwauzigften Tafel vorgeftellt hat. 

In Deutfchland heift diefer Fifch Haufen; inUngarn Wifchal und Morona ; und - 
wenn ihm die Schilder fehlen, in Deutfchland Glatt Dick und in Ungarn Jefetra Tock 

M 3 

8 ) L. S. N. p.404. c) A. a. O. 

h) aterTkil. S. 34t. 



94 Der Haufen. 

, und Seretvenfertß, in Rufsland Beluga, Behttga ; einer von zwölf Spannen helft Mernaja, 
von neun und zehn Polumernaja, von fechs bis acht Sapkowaja, von dreizehn und vier- 
zehn Gorbufcha, von fünfzehn Ulufehnaja oder Polumatcraja, und derjenige, der das letzt 
angegebene Maafs überfteigt, Muteraja; in der Gegend vom Anürfluffe wird er Kala- 
fchhi , und in Italien Adello, Aeterno und ^i«;o genannt. 

Des linne Beftimmung, welche er von einer gewiffen Anzahl von Schildern her- 
nimmt, ift unficher: denn erftlich weichet ihre Anzahl merklich ab ; fo giebt Kramer a) 
dem Rücken dreizehn, und jeder Seite drey und vierzig Schilder. Meine Zeichnung 
enthält am erfteren zwey und zwanzig und an letzteren fünf und-vierzig. Herr Lepechin 
fagt, dafs man am Kücken zwölf bis fünfzehn und am Bauche fünf und fünfzig bis fechs- 
sig Schilder finde b). 

Wenn Statins Müller c) und Bomare d) erzählen, dafs die Italiäner den Haufen 
durch Schalmeien und andere mufikalifche Inftrumente aus dem Poflufs ans Ufer locken., 
und diefe Gelegenheit ihn zu fangen wahrnehmen; fo ift folches wohl weiter nichts, als 
ein Mährchen, da die Fifche überhaupt iich vor einem jeden Geräufche fcheuen. 

Rondelet irret, wenn er glaubt, dafs der Haufen kein Zugfifch fey, fondern be- 
ftändig im Poflufs angetroffen werde e). 

Auch gehört diefes zu den Vorurtheilen jener Zeiten, wenn Pliniiu erzählet, 
dafs ein kleiner Hering, der fehr begierig nach feinem Blut wäre, ihm in den Schlund 
krieche, eine Ader dafelbfl: öfne, und ihn fo tödte f). 

Bellon und alle folgende Ichthyologen, fogar Artedi nicht ausgenommen, haben 
unrichtig den gemeinen Wels für eine Haufenart angefehen. Man betrachte nur die Zeich- 
nung, die uns Bellon g), Rondelet h), Gestur i), Aldrovand k) und Jonflon 1) gegeben ha- 



a) Elench. p. 383- g) Aquat.p. 104. 

b) Reifen 1 Th. S. 15g. ty ParslI p< I? ^ 

c) L. S- 3 Th. S. 292. i} Gemer Aquat p> 59 f 2 _ w Aji . mjl 

d) JDiaion. Articlc grancl Efturgcon P- 334- f. 2. Tliicib. S. 186. 
c) de Pifc. P. 2. p. 173. k ) de Pifc , p 555# 

f) H.N. 1. 9. e. 15. P . 155. i) tab 2$ ffgt4# 



Der Haufen. 95 

ben ; fo wird man aus den doppeltere .Rückenfloffen , der weiten am .Ende des Kopfes be- 
findlichen Mun dorn ung, und denen an der Oberlippe befindlichen Bartfafera, den Wels er- 
kennen muffen. 

. UniTreitig hat die Verfertigung der Haufenblafe, die man in Rufsland auch 
von diefem Fifch macht, dem Bellon zu diefem Irrthum Anlafs gegeben , indem er den 
Wels unrichtig Haufen nennet, und hat er auch die folgenden Ichthyologen zu diefem 
Irrthum verleitet. 

Artedi macht zwar den Wels nur zu einer Abänderung vom Haufen a); allein, 
da feine feilen Theile knochenartig, find, fo gehört er auch bey ihm In eine ganz an- 
dere Klaffe, 

1 Marßgli b) und Klein machen unrichtig aus dem Glattdieck, welcher nichts an 
ders als einer von den Schildern entblöfter Haufen ift, eine befondere Gattung c). 

Willughby d)> Kay e), und Jonflon f) machen ohne Grund aus dem Attilus des 
Rändelet-, und dem Haufen des Gesner zwey, und Aldrovand g) drey befondere Gat- 
tungen. 

1 - ' . , . .-i 

a) Syn. p. 92. n.2. var. ß. c) Synops. p. 113. n.3.4. 

b) Danub. IV. p. 345. tf ) tab. 25. fig. 1. 8- 

c) Mifs.IV. p. 15. n.9. g) p- 534. 562. 564. 

d) Ichth. p. 243. tab.P.7.fig.r. und p. 241. 



$6 Beinfifche. 

XXXIftes Gefchlecht. 

Beinfifche. 



ERSTER ABSCHNITT. 

Von den Beinfifchen überhaupt. 
Der Körper in einer harten Schale, 
Pifi es integumento duro. 

Oftracion Lintt. S. N. gen, 136. p.407. Orbes, quibus pluiimi dentcs, Will. Ichth. p. 156. 

—> Arted. gen. 39. p.55. n. I — 10. Append. p. 19. 

— Gronov. Zooph. p. 44. n. 173 — 179. — — — — Ray p. 44. 

Crayracion , Klein Mifs. Pifc III. pag. ao. n. Coffre, Goüan Hift. des Poiff. p. 108. 21$. 

17 — 30. Beinfifche, Müll. L. S. 3 Th. S. 303. 

Die Fifche diefes Gefchlechts erkennt man leicht an der harten Schale, worin- 
nen ihr Körper, den Schwanz ausgenommen, fteckt. Sie gränzen daher an die Schild- 
kröten, befonders aher an die Seeäpfel a), da ihre Schale, wie beydiefen, in Schilder 
abgetheilt ift, welche mit kleinen Perlen befetzt find, auch wie jene, durch die Länge 
der Zeit, oder während des Kochens zerfallen. Diefe Schilder erfcheinen gewöhnlich 
in einer fechseckigten Geftalt, und find mit kernförmigen Figuren geziert, oder mit ei- 
nem feinen Netze überzogen. Der Kopf ift abfchüfsig, der Mund öfnet fich vorwärts, 
ift klein; die Zähne find keilförmig, flehen dicht beifammen , und haben eine Orange- 
farbe. Die Lippen find beweglich und roth; die Zunge ift kurz, unbeweglich, und fo, wie 
der Gaumen, glatt. Die Augen ftehen am Scheitel nahe beifammen, und werden durch 
einen hervorragenden knöchernen .Rand vor äufferen Verletzungen gefiebert. Die beiden 

0) chini. L. 



Beinfifthf. 9? 

Länder bilden am Scheitel eine Furche. Die Nafenlöcher find klein, länglicht, bald ein- 
fach, bald doppelt, und ohnweit den Augen befindlich. Der Kiemendeckel ift klein, 
beweglich, und beflehet aus einem lederartigen Blättchen. Die Kicmenöfnung ift lang, 
fchmal, und bildet einen flachen Bogen. Der Kücken ift bey einigen fcharf und bogetv 
förmig, bey andern bildet er eine breite Fläche, und nur bey wenigen ift er mit einem 
oder mehrern Höckern verfehen. Die Seiten find lang, hoch, und nach oben zu zufam- 
mengedrückt. Die Bauchfläche ift breit, lang, und der After ohnweit der Schwanzflofle 
befindlich. Der Schwanz ift unbedeckt, glatt, und, wie fich aus dem mondförmigen 
Ausfchnitt, der auf beiden Seiten der knöchernen Hülle befindlich ift, ergiebet, nach bei- 
den Seiten zu, beweglich. Von Seitenlinie und Schuppen ift keine Spur wahrzunehmen. 
Von den Floffen, deren diefe Fifche nur fünfe haben, fitzen zwey an der Bruft unterhalb 
der Kiemen.öfnung : da fie eben eine folche Richtung, wie die am fchwimmenden Kopf, habeq, 
und folglich nur dem Fifch, fich im Gleichgewicht zu halten und auf die Seite zu legen, die- 
nen ; fo fieht man, warum der Schwanzfo frey feyn mufte : damit er fich nämlich vermittelft 
deffelben lenken und fonftoffen konnte. Was alfo bey andern Fifchen die Bruftftoffen, 
bey dem fchwimmenden Kopf die Äücken- und Schwanzfloffen verrichten, das bewürket 
hier der ftarke Schwanz allein. Von den übrigen dreien Floffen ift eine hinten am Rük- 
ken, eine am After, und eine am Schwänze befindlich : jene beiden find eben fo, wie die 
Bruftfioffen, klein; die cm Schwänze hingegen ift grofs; fie find ihsgefamt rund, und 
mit vielzweigigen Strahlen verfehen. 

Diefe Fifche gehören zu den fleifchfreffcnden Thieren, und find Bewohner der 
Oft- und Wcftindifchen Meere. Einige davon treffen wir in dem rothen Meere an. Sie 
haben nur wenig, aber ein wohlfchmeckendes Fleifch. 

Bellon machte uns zuerft mit dem ftachellofen Viereck a), Aldrovavd \mt dem 
Hochrücken b) und mit dem NafenbeinfiTch c), Claßus mit dem geperlten d) , und vier- 

a) Pifcis Niloticus, Aquat, p. 300. OfUacion c) Ouracion prior, de Pifc. p. 550. 
cubicus L f 

b) OiWion alter, de Pifc. p. 561. Offracicm d ) Exotic. p. 142. Oftnuäon trigonus L. 
gibbofus L. 

yntnrg. ausländ. Fifche I. Theil N 



38 Beinßfche, . 

ftachelichten Dreieck a), die auch Marcgraf in der Folge befchrieb b), bekannt. Darauf 
lehrte uns Bornim den Seeftier c), Lifier das ftachellofe d), das zwey- e) und dreiftache- 
lichte Dreieck f), und den vierhöckerigten Beinfifch g) kennen. Diefe machen zufanr 
men zehn Gattungen aus, wovon aber Artedi nur neun aufführt h), indem er den 
Seeftier, ob er gleich vom Bontius und den folgenden Ichthyologen hinlänglich befehde- 
ben worden, ausliefe. Auch Limit nimmt nur neun Gat ungen an : und nimmt den Nafen- 
beinfifch in feinem Syftem, ohngeachtet Willughby i), Ray k), Artedi 1) und Klein ihn an- 
führen, nicht mit auf. Da diefe Fifche in den Zeichnungen auf den Schildern öfters von- 
einander abweichen; fo hat diefes Gelegenheit gegeben die Gattungen ohne Noth zu- 
vervielfältigen; fo macht Lifier aus dem angeführten zwölf m), Ray dreizehn n) und Klein 
vierzehn Arten o). In den neuern Zeiten lehrte uns Gronov den Thurmträger p) kei* 
nen, und im Plümier finde ich eine Handzeichnung vom Kettenfifch. Lifier gefcllete «V 
feinen Kugelfifchen bey, und brachte fie unter die Abtheilung der vielzähnigten q), dem 
auch Ray folgte r). Artcdi, Klein und Gronov haben fie mit den Stachelfifchen s) und 
Stachelbäuchen t) in ein Gefchlecht zufammen geworfen ; Lima aber trennte Ge mit 
recht, und belegte fie mit der oben angeführten Benennung. 



a) Exotic. p. 142. Oftracion quadricornisL. 

b) Hift. Braf! p. 142. 

c) Juan Setang, Hift. Nat. ind. Orient, p. 79. 
Oftracion eornutus L. 

d) Willughb. App. p. 20. n. 6. Oftracion tri- 
queter L. 

' c) — — — n. 4. 5. Oftracion bi- 
eaudahs L. 

i) -T- — p. 19. n. 2. Oftracion tri- 
eornis L. 

g) — — p. 20. 11.7. Oftracion tu- 
berculatus L. 



h) Syn. p.84. Oftracion n. 6— 14. 

i) kbtb.p. 156. Append.p.oo.n. 8. tab. I. n, 

k) Synops. p. 44. n.3. p.45.n.n. 

1) Syn. p. 84. n. 7. 

in) Willughb. Append. p. 19. 20. 

n) Synops. p. 45. 

0) Mifs.III. p.20. Crayracion n. 17 30. 

p) Zooph. n. 176. 

q) Willughb. Ichth. p. 156. 

r) A. a. O. 

s) Diodontes L. 

i) Tetrodontes L, 



ft-siUra Q giM^ . j , 



Das fiachellofe Dreieck. 99 

DAS STACHELLOSE DREIECK. 
CXXXfte Tafel. 
Die Schilder erhaben, der Körper dreieckig und ftachellos, Br. I7-A, 12. S. 14. R.II. 

Oßracion triangularis muticus, teßiilis convexis. P. XVII. A. XII. C. XIV. D. XL Das 

fiachellofe 
Oftracion triqueter, O. trigonus muticus, Im«. fig-8- & Crayr. triangulatus ,• capjte & orc Dreieck, 

S. N. p. 407. n. 1. & O. polyodon inermis produ&is, cornubus carens, limbo ventris 

triqueter, trekandtad kurra, Mus. Adolph integro, n.23. 

Friedr. I. p. 60. Plfcis triangularis ex toto cornibus carens; hu- 

— triangulus, tuberculis exiguis innumeris, jus fquamae hexagonac mediae paululura e. 
aculcis carens, Arted. gen. p. 57. n. 10. minent, atque infinitis exiguis tuberculis 
Syn. p. 85- n. 14- ftriatim difpofitis ornantur; item huic ven- 

— aculcis carens, Gronov. Zooph. p. 46. ter pra: caeteris fui generis maxime latefeit, 

n. 179. Muf. I. p. 55. n. 122. feilieet quafi bafi pro magnitudine amplißi- 

„ tuberculis exiguis inermis, afper; acu- ma.WUlughb. Append. p. 20. n. 6. tab. 1. 18. 

leis carens. Seb. Thef. III. p. 61. n. 6. — Ray Synops. p. 45. n. 9. 

tab. 24. fig.6. The Trunck-Fish, Brown. Jamaic. p. 457. 

— triqucteius gibbus, tegmine ofleo, 'areola- Oldvife Fish, Anonym. Supplem. to adfeript. of 
to, dorfo acuto. Brown. Jamaic. p.45. n.5. Three hundred Anim. p. 43. 

Crayracion parvus , corpore & capite triangula- Das Biegeleifen, Müll. L. S. 3. Tb. S. 304. 

ris, oreparvo, innumeris exiguis ftellis pi- Der dreieckigte Kropfifch. Knorr. Delic.Tom.II, 
eins, cauda quadripartita, quinque farieplu- p. 50. tab H. 1. fig.3. 

mofa, Klein Mifs. Pifc. III. p. 21. n. 24. tab. 3. 

Man erkennet diefen Fifch an feiner dreieckigen fiachellofen Geftalt und an fei- 
nen o-ewölbten Schildern. In der BruftflofTe zählet man fiebenzehn, in der AfterflolTe 
zwölf, in der SchwanzftofTe vierzehn, und in der RückenfiofTe eilf Strahlen. 

Von den drey Seiten des Fifches ift die unterfte die fchmälefte ; in der Mitte find 
fie breit, am Kopfe und Schwänze fchmal : fie ftoffen in einen fcharfen Winkel zufam- 
men, und bilden fowohl am Rücken als an dem Bauch einen bogigten Rand. Die unteren 
Ränder find glatt und ftumpf, der oberen aber fcharf und rauh. Wenn man den Fifch 
von oben herunter in Stücken fchneidet; fo bildet ein jedes einen Triangel, deffen beide 

N 2 



*oo Las ßachellofe Dreieck. 

auf der Grundfläche flehende Sjchenkel einander gleich find. Die fechseckigten Schilder 
find in der Mitte erhaben, aus deren Mittelpunkt Linien nach der Peripherie hinlaufen, 
die mit kleinen Perlen beftreut find. Die länglichen Nafenlöcher find ohnweit den Au- 
gen befindlich; diefe haben einen fchwarzen Stern, und einen weiflen Ring, welcher von 
einem gelben umgeben wird. Der Körper ift braunroth, feine Schilder haben in der 
Mitte einen weiffen Fleck, und die Hoffen find gelb gefärbt. Der Schwanz ift lang, und 
mit weiffen runden Flecken geziert, welche ein dunkelbrauner Rand umgiebt. Seine 
Floffe ift eben fo, wie die übrigen Floffen, rund, und mit vielzweigigten Strahlen ver- 
fehen. 

Man bringt diefen Fifch fowohl aus den Oft- alsWeftindifchen Gewäffern von ei- 
nem bis einen und einen halben Fufs Länge. Er lebt von Krebs- und Mufchelbrut. Sein 
Pleifch ift fo wohlfchmeckend, dafs es nachBrowns Urtheil a) fowohl gebraten als gefüllt 
alle übrige amerikanifchen Fifche übertrifft. Es fleht daher derfelbe in fo hohem Preife, 
dafs er nur eine Speife der Äeichen ift. 

In Deutfchland wird diefer Fifch glattes Dreieck, oder Biegeleifen, von der hol- 
ländifchen Benennung Strj/kyzer-Vifch, von der Aehnlichkeir, die er mit dem Pletteifen 
hat, genannt. Die Engländer nennen ihn Trunck-fish und Oldvif-Fish, die Franzofen 
Coffre HJfe, und die Schweden trekantad Kurra. 

Dem Lifler haben wir zwar, wie erwähnt, die erfte Bekanntmachung zu verdan- 
ken: allein er handelt ihn fo kurz und fo unvollftändig ab b), dafs wir eigentlich durch 
ihn nichts als fein Dafeyn kennen. Seine Nachfolger haben bis auf den Stutius Mül- 
ler, der etwas umftändlicher davon redet c), nichts mehr gethan. 

Vom Willughby rührt die erfte Zeichnung her, xxw&Seba hat ohne Noth zwev 
gegeben, und an beiden die Bruftfloffen beinahe fenkrecht vorgeftellt e). Klein macht 
unrichtig aus unferm Fifch zwey befondere Gattungen. 



a) Jam. p. 407. d) Tab. I." 18- 

b) Willughby Append. p. 20. e) Mifs. III. p. 21. n. 23.24. 

c) L. S. -3 Th. S. 304. e) Jhc£. tab.24. 25. fig. 6. 12. 



Der Kettenflfch. 101 

DER KETTENFISCH. 

Oflracion concatenatus. 

CXXXIte Tafel. 



Der dreieckigte fiachellofeKörpermitkettenförmigenFiguren. Br.12. A.9.S. 8-R lo- 2. 

Oflracion triangularis muticus, figuris catenulatis. P.XII. A.IX. .CITII. D.X. Der 

KettenbYch. 
ßuamajacuape , Pliitnier Manufcr. 

Diefer Fifch unterfcheidet fich von den übrigen Beinfifchen, durch feine drei- 
eckigte 'flach eil ofe GeAalf, und von dem vorhergehenden durch die kettenförmige Zeich- 
nungen, die man auf feinen Schildern wahrnimmt. In der Brufifioffe zählet man zwölf, 
in der Afterfloffe neun, in der Schwanzfloffe acht, und in der Rückenflofle zehn 
Strahlen. 

Die Seiten find fchmäler, und der Rücken macht keinen fo ftarken Bogen und 
die Ränder find flumpfer , als beim vorhergehenden. 

Durch das Suchglas nahm ich auf der Oberfläche bey demfelben eine befon- 
dere Einrichtung der Schilder wahr. Ein jedes Schild ift aus fechs Dreiecken zufam- 
mengefetzt, wovon vier faft gleichfchenklicht, die beiden in der Mitte aber zwey ver- 
längerte Schenkel haben. Da nun die langfehenklichten mit ihren Grundflächen auf- 
einander flehen, und mit ihren Spitzen an die Spitzen der benachbarten Schilder floffen ; 
fo entflehen daraus die kettenförmigen Figuren : diefe Figuren aber verlieren fich nach 
dem Bauch zu, weil alle kleine Schilder einander ähnlich find. Die Ränder diefer Schil- 
der find erhöhet und von weifler Farbe. In der kleinen Mundöfnung finde ich die obere 
Kinnlade länger als die untere, und in jeder fünf Zähne. Die Nafenlocher find einfach, 
länglicht und dicht vor den Augen befindlich ; letztere haben einen fchwarzen Stern mit 
einer gelben Einfafiung und einem grünlichen Ring. Die Farbe des Kopfes ifl afchgreu 
mit einigen blaiTen violetten Streiffen, der Seiten violet ins graue fpielend , des Bauches 
und der Ränder der Schilder weifs, des Schwanzes bräunlich, der Flößen, aber rechlich. 

N 3 



j02 Der Kettenßfch. 

Per Pater" PlütHier, nach deffen Handzeichnung ich meinen Fifch habe flechen 
laffcn, und welche mit einem Original, das ich in meiner Sammlung befitze, genau 
übereinkommt, hat ihn bey den Antillifchen Infein gefunden. 

Er lebt eben wie der vorhergehende von Infekten und Würmern. Seine Feinde 
find die Raubfifche. 

In Deutfchland kann diefer Fifch füglich Kettenßfch , und in Frankreich Coffre 
* maille, genannt werden; in der Landesfprache aber wird er von den Einwohnern der 
Antillifchen Infein Guamajacuape genannt. 

Ob diefer Fifch das Weibchen oder das Männchen von dem vorhergehenden, 
oder eine befondere Gattung fey, darüber kann jch nichts entfcheiden; ob er indeffen 
als eine eigene oder niir als eine Nebenart von dem fo eben befchriebenen zu halten fey, 
diefes überlafle ich anderen Naturkündigern zur Beurtheilung, Ich habe indeffen kein 
Bedenken getragen, ihn als eine eigene Art, wegen feines geftreckten Körpers, feiner 
befondern Einrichtung der Schilder, und der merklichen Abweichung der Anzahl der 
Strahlen in denFloifen, aufzuführen. 



Das Ziveiflachelichte Dreieck. 103 

DAS ZWEISTACHELICHTE DREIECK. 
CXXXIIte Tafel. 



Der dreieckigte Körper gefleckt, zwey Stacheln am After. Br. 13. A.9. S. 8- R« 10 - a, 

Oflracion triganus, macülofus, aculeis binis fnbcaudalibus. P. XIII. A. IX. C. Pill D. X. Das 

zweiftachc- 
Oftracion bicaudalis, O. trigonus, fpinis fubcau- bus proccflibus in venire, caudam refpicien ij Gnte jj re j. 

dalibus duabus, pinna dorfali radiis decem. tibus; cujus integrum corpus figui'is hexa cg ^_ 

Linn. S.N. p.408. n.J. gonis cum fimilibus infcriptionibus radian- 

— triangulatus, totus macülofus ac tubercu- tibus pifruni, n. 22. 

lofus, aculeis duobus in imo ventre, Ami. Pifcuhrianguktus, capitis aculeis ca,tpns,FPilIughb. 

gen. p. 57. n. 8- Syn. p. 85- n. 12. & Oftra- Ichtb. tab. 1. 16. Pifcis triangulatus ex toto 

cion triangulatus , tuberculis bexagonis ra- macülofus, tab. I. 17. Pifcis triangularis. 

diatis, aculeis duobus in imo ventre, gen. Lifter; Willughb. Append. p.20. n.4. 5. 

p.57. n. 9, Syn. p. 85. n. 13. Pifcis medioeris triangulatus, Ray Synops. p.44. 

— Seh. Thef. III. p. 61/11.7. tab. 24. %. 7. n. 7. & Pifcis triangulatus parvus, nonnifi- 
■ — Gronov. Zoopb. p.46. n. 178. var. ß. y. imo ventre cornutus, p. 45. n. 8> 

Crayracion triangularis, totus macülofus, linubus Der Pflockfcliwanz, Malt. L. S. 3 Tb. S. 307. tab. 8. 
in ventre. Klein Mifs. Pifc. III. p. 21. 11.21. %• 3- 

Sc Crayracion triangularis exeornis; la:vi- 

Man unterfcheidet diefen Beinfifch von den übrigen durch feinen dreieckigen 
Körper, der mit vielen kleinen runden Flecken, und mit zwey Stacheln ohnweit dem Af- 
ter verfehen ift. In der Bruftfloffe bemerkt man dreyzehn , in der Afterfloffe zehn, in 
der Schwanzfloffe neun und in der Rückenfloffe zehn Strahlen. 

Die Augen find grofs, haben einen fchwarzeri Stern, in einem röthlichen Ringe. 
Die einfachen Nafenlöcher flehen dicht vor denfelben. In der obern Kinnlade finde ich 
fechszehn und in der untern zwölf Zähne. Auch bey diefem Fifch find die beiden Sei- 
tenflächen breiter als die untere, und von kleinen erhabenen Punkten rauh. Von den 
fchwarzen Flecken flehen bald einer bald mehrere in einem Schilde. Auch der kurze 
Schwanz und feine Floffe ift damit befetzt., Die Grundfarbe des Körpers ift grau und 
blafsgelb marmorirt; fämtliclie Fioffen haben eine gelbe Farta mit einer dunkleren £in- 
faffung und vielzweigige Strahlen. 



r 04 Das zweiflachelichte Dreieck. 

Wir treffen diefen Fifch in den oftindifchen GevväfTern an, wo er die Länge ei- 
nes FuiTes, und drüber, erlangt. 

In Deutfchland wird diefer Fifch Pflockfchwanz und das zweiflachelichte Drei- 
eck, ton den Franzofen aber le Coffre ä deux piquants genannt. 

Von diefem Fifch giebt es eine Abänderung, die ich gleichfalls befitze, und 
woraus Lifier a), Ray b), Artedi c) und Klein d) eine eigene Gattung machen. Ihre 
Abweichung fcheint mir aber nicht beträchtlich genug zu feyn, urh diefen Schriftftellem 
zu folgen. Er kommt in feiner ganzen Geftalt bis auf den Zeichnungen der Schilder 
überein; denn, ftatt dafs dief^ mit fchwarzen Flecken verfehlen find, hat bey jenem, ein 
jedes Schild einen fechsflachliehten Stern aufzuweifen. Uebrigens haben wir von bei- 
den die erfte Zeichnung dem Willughby zu verdanken e). Sie find ungleich richtiger, 
als die, welche fein Nachfolger Seba f ) geliefert hat. 



n) If'ilhghby Append. p. 20. n. 4. d) Mifs. PiFc. III. p.21 n. 22, 

b) Synops. Pifc. p. 45. 11. 8- e) tab. I. 16. 1. 17. 

c) Syn. p 85. n. 13. f) Thef. tab. 24. fig. 7. 



Der Seeflier, I05 

DER SEESTIER, 
CXXXIIIfte Tafel. 



Der viereckigte Körper mit vier Stacheln verfehen. Br. 1 1. A. 9, S. 10. R. 9. 4» 

Der 
Oftracion quadrangularis , dcw/m quatuor. P.XL A.IX, C.X. D,IX. s ft . 

Oflracion comutus, 0. tetragonus, fpinis fron- Kakatocba capitano, Volenti Ind. Vct. Sc Nov. 

talibus fubcaudalibusque binis , Lim, S. N. Vol. III. p. 358. n. 38- f- 38- Ikan toetombo 

p. 409. n. 6. Sc O. polyodon tetragonus, an- Batavi, gedoornde Dooskensvifch, p, 451. 

tice poflice dorfoque fpinofus , Horn-Kurra n. 338- Ikan toetombo Bezar, groote Dos- 

Muf. Adolph. Friedr. 1. p. 59. kensvifch, p. 454. n. 344. fig. 344. Ikan toe- 

— . quadrangulus , aculeis frontalibus , analir tombo, Tandoc Kocning p. 461. n. 357. 

busquebinis, Gronov. Piicis quadrangularis,' Worm. Muf. p. 275. 

Zooph. p, 45. n. 175. Pifciculus cornutus, Ican Setang, Bont. H. N. Sc 

Muf. r.p. 54. n . 118. Med. p. 79. 

_ «~ _ duobus in capite & ro- — — - ^z7/wg%Ichtli.p. 156. Ap- 

tidcm in imo ventre, Seb. Thef. III. p. 61. pend. p. 20. n. 13. tab. 1. 13. 

n.8- tab. 24. fig. 8- Sc Oflracion quadrangu- fig. 1. 

lus, minor, flavefcens, figuris hexagonis ve- — — Ray Synops. p. 45. n. 13. 

luti ladiatis undique piaüs; aculeis duobus Ko/Fetvifch, #Kjy/i7n'heati\Anim.p.9.tab.5.fig.6. 

in capite & totidem in imo ventre armatus, PetitComute, KewörrfHiftoireNaturelle des Indes. 

p. 6i.ii. 13. tab. 24. fig. 13. Tom.Lpl.39.fig. i97.Zce-Kat,Tom.II.pl.?. 

Crayracion quadrangularis, pone Sc ante procef- fig. 38. Efpece de cbat marin, pl. 13. fig. 6p. 

fibus duobus longis cornufimilibus Sc pellu- Der Hornfifch, Seligm. Vögel SterTh. tab. 74. 

cidis armatus, Klein Mifs. Pifc.III. p.22. n.26. Das Seekätzchen, Müll. L. S. 3. Th. S. 309. 

Die vier Stacheln, womit diefer viereckigte BeinnTch verfehen iil, geben ein fiche- 
res Merkmal ab, ihn von den übrigen zu unterfcheiden. In der Brultfloffe erblikt man 
eilf, in der After flöße neun , in der Schwanzflofle zehn, und in der Rückenfloffe neun 
Strahlen. 

Von den vier Seiten ift die am Bauche breiter, und die am Rücken fchmäler, als 
die übrigen beiden; alle viere Aoffen in einen fcharfen Winkel zufammen. An den bei- 
den obern Rändern nimmt man in der Mitte eine kurze Spitze, und zwifchen diefen eine 
Naturg, ausländ. Fifche. I. Theil. O 



-10& Der Sceßier. 

dritte wahr,- von den vier langen Stacheln find zweyam Kopfe, und eben fo viel ohnwei r 
dem After befindlich und alle vier am Grunde fein gefurchet. Der Kopf ift kurz und 
fehr abfchüfsig. Die Augen find grofs, und haben einen fchwarzen Stern, der in ei- 
nem gelbgrünen Ringe eingefchloffen ißt j vor ihn find die Nafenlöcher fichtbar. In der 
obern Kinnlade finde ich zehn, und in der untern acht Zähne. Die Schilder haben in der 
Mitte einen hervorftehenden Punkt, aus welchem rauhe Linien nach den Rändern lau- 
fen. Einige von den Schildern find fiebeneckigt, und diefe Form erhalten fie da- 
her, weil Üq an (leben andere ftoffen. Die Farbe des Körpers ift braungelb, der Bruft- 
Rücken-und Afterfloffen gelblicht, die Schwanzfloffe braun, mit einer breiten dunk- 
leren Einfaffung, und diefe fowöhl als der Schwanz felbft ift ungemein lang. 

Wir treffen diefen fonderbar gebildeten Fifch in Oftindien und an den Ufern der 
Moluckifchen Infein an. Er erreicht die Länge von acht bis zehn Zoll. Seine Nah- 
rung hat er mit dem vorhergehenden gemein. Wegen feiner fcharfen Stacheln vergreifen 
fich die Raubthiere nicht an ihm,- nur der einzige Seewolf a) verliehet es zuweilen, dafs 
er auch diefen nicht fchonet: es koftet ihm aber auch, wenn er ihn nicht wieder weg- 
bricht, das Leben, indem feine Eingeweide durch die Spitzen verletzet werden b). Er 
hat ein hartes, zähes und fchwer zu verdauendes Fleifch , daher ihn nur der gemeine 
Chinefer zu effen pflegt. Nach dem Reiiard foll feine Leber fo fett feyn, dafs fie fich 
faft ganz in Oehl auflöfet c). 

Von den Deutfchen wird die fer Fifch Seekätzchen, Seeßier genannt; in Holland 
heift er Koffervifch un&Zeckatje ; in Frankreich Coffre d quatre corne, und in Indien Kaka- 
tocha capitano, Ican Setang, Ican Toetombe, und Tandoc Kfinmg, von den dafigen Hol- 
ländern wird er gedoornde Dooskensvifch und groote Dooskensvifch geheiifen. 

Gronov befchreibt noch einen andern Seeftier, welcher am Rücken drey, auch 
auf jeder Seite der untern Ränder zwey ftarke Stacheln hatd), und macht daraus eine be- 



a) Anarhichas Lupus L. c) Hirt, des Poifl". pl. 27. 

b) Born, H-N. p'79- 4) Zooph. n. 175. 



Der Seeßier. 107 

befondere Gattung, Meiner Vermutlmng nach ift diefe entweder das Mannchen von 
dem unfrigen, öder doch höchftens nur eine Abänderung deffelben. 

Dem Bontius haben wir die erfte wiewohl fchlechte Zeichnung zu verdanken a); 
etwas beffer ift die,' welche uns nachher Willughby geliefert hat b) : noch beffer find die 
vom Seba> er hat jedoch den BrufiflofTen eine unrichtige Stellung gegeben, und die 
Zeichnungen ohne Noth verdoppelt c). 

Linne führt unrichtig das vicrftachelichte Dreieck des Artedi zu unferm Fifch an e). 

Worm irret, wenn er glaubt, dafs die drey- oder viereckigte Gewalt zufällg fey, 
und nur von der verfchiedenen Art diefe Fifche zu trocknen herrühre , und daher deji 
dreieckigten Beinfifeh des Clußus und Marcgraf mit dem unfrigen nur für eine Gattung 
hält e). 

n) Hiß:. Nat, p 79. d) MuC Adolph. Fridr. p. 55. 

b) Icht. tab. 1. 13. fig. 1. e) Muf. Wormian. p.274. 

c) Tab. 24. fig.8- 13. 



O 2 



108 



Das vierfiachelichte Dreieck. 



5- 

Das 
vicrftache' 
lichte Drei- 
eck, 



DAS VIERSTACHELICHTE DREIECK. 
CXXXIVte Tafel. 
Vier Stacheln am dreieckigten Körper. Er. 6. A. 8- S. io. R.7* 
Ofiraciou triangularis, aculeis quatuor, JP, FI. A. VIII. C. X. D. VII. 



Oitracion quadricomis , O. trigonus, fpinis fron- 
talibus fubcaudalibusque binis, Linn. S. N. 
p.4oo.n. 5. 
— triangulatus, 2 aculeis in fronte & totidem 
in imo venire, Arted. gen. 
p.56. n. 5. Syn. P .85-n-9- 
■ — - — aculeis frontalibus analibusque 

binis. Gronov. Zooph. p. 45. 
n.177. Muf . i- P-54x n. 121. 
T- anterius quadrangulus, fed dorfo acuto, gib- 
bofo, aculeis duobus in capite, & totidem 
in ventre. Seba Thef. III. p.61. n.9. tab. 24. 
fig.9. 
Crayracion triangularis, cornibus duobus curtis 
in fronte, ventris limbo ex totidem finubus 
angulofo. Old Husband - Fish , Klein MiCs. 
Pifc. III. p. 21. n. 19. 
Pifeis triangularis maximus, cornutus, fquamis 
hexagonis& radialis donatusj mediae fqua- 
mae iire earum centrum parum eminet. 
Shane Jani. Vol. II. p. 280. n. 7. 



Pifcis triangularis cornutus Guß Exotic. p. 142. 

— — •• — TVillugh. Ichth.p.i49.Ap- 

pend. p. 19. n. 1. tab. 1. 14. 
■ — — — 7\«>' Synops. p. 44. n.4. 

— — — • Guamajacu ape. Jacob. 

Muf. Reg. p. 16. tab. 7. 
fig. 3. 
Guamajacu ape pifcis cornutus , ' Marcgr. Iter 
Eraf p. 142. 

— — Plüm. Manufcr. 

— — Jonfi. tab. 16. fig. 3. Pifcis trian- 

gularis. tab. 45. fig. 6. 
The Cuckold- Fish, Brown. Jamaic. p. 457. v.,6. 
Horncd, Coney-Füh, Hughes Barbad. p. 306. 
Triangel. Valmt. Muf. mufeor. Vol. II. p. 163. 

tab. 32. fig- 3. 
Toadfisbjtaoca. S/oa«eJamaic. Tom. II. p.2go. 11.7. 
Der Seeguckguck. Müll. L. S. 31er Th. S. 308. 

tab. 8- fig. 4- 
Der gehörnte dreieckigte Kropfifch. Kr.orr De- 

lic. tom.II. tab. H, VII. fig. i.p.ör. 



Die zwey Stacheln am Kopfe und hinter dem After, womit der dreieckige Kor- 
per befetzt ift, geben ein zuverlässiges Unterfcheidungszeichen für diefen Fifch ab. In 
der Bruftflofle finde ich fechs, in den Afterfloffen acht, in der Schwanzfloffe zehn, und 
in der Rückenfloffe fieben Strahlen. 

Bey diefem Fifch find die Seitenflächen breiter, als bey dem vorhergehenden, der 
Kopf aber weniger abfehüfsig. Die Augen find oval, haben einen dunkelblauen Stern 



Das vierfiachelickte Dreieck. 109 

in einem gelblichten Ringe. In der obern Kinnlade bemerke ich vierzehn und in der 
untern zwölf Zähne. Die Schilder find von den fehr kleinen darauf befindlichen Per- 
len rauh anzufühlen. Die Grundfarbe des Körpers ift braun, ins röthliche fpielend, 
mit braunen länglichten Flecken von unbeftimmter Figur. Der Schwanz und die Floi- 
fen find gelb und mit vielzweigigen Strahlen verfehen. Der Schwanz ift lang, und mit 
fchwarzen Flecken verfehn; feine Floffe ift breit: die Rücken- und After fl offen aber 
kurz, und der Rücken bildet einen Bogen. 

DieferFifch ift ein Bewohner des Meers um Jamaica, den Antillifchen Infein 
von Guinea und Oftindien. Von den Exemplaren, die ich von diefem Fifch befitze, ift 
das gröfte, die Schwanzftoffe mit eingerechnet, fünfzehn Zoll lang, und die hier mit- 
getheilte Zeichnung ift aus der Handfchrift des Paters Pliimier genommen, und habe ich 
felbige mit meinem Original genau übereinftimmend gefunden. Nach der Verfiche- 
rung des Marcgraf hat diefer Fifch nur wenig Fleifch, das von den Einwohnern nicht 
geachtet wird a). 

Ohne Zweifei ift die fonderbare Geftalt diefes Fifches daran fchuld, dafs er mit 
fo verfchiedenen Namen belegt worden ift. Müller nennt ihn Seeguckguck: allein da 
er mit diefem Vogel keine Aehnlichkeit hat ; fo halte ich die obige Benennung für fchick- 
licher. In Holland ift er unter dem Namen Kockkock bekandt. Die englifchen Schrift- 
fteller haben ihm die Namen Citckold- Fish , H&rnecl Conej/ßsk, die Franzofen Coffre 
a quatre piquant gegeben, und in Brafilien und Jamaica heift er Guamajacuape. 

Dem Clufius haben wir die erfte Zeichnung zu verdanken b ( ), die aber eben fo 
fchlecht ift, a!s diejenige, welche uns nachhero Marcgraf gab c); die Willughbj/khc 
hingegen ift beffer d), als die, welche xms Seba lieferte e), da bey dem letzteren die Bruft- 
floffen nach dem Schwänze zu gerichtet find, und der Rücken einen zu ftarken Bogen hat ; 
auch beim Jonfton finden wir eine fchlechte Zeichnung f ). 

O 3 



a) Iter BraC p. 142. d) tab I. 14. 

b) Exotic. p. 142. e) tab. 24. %. 9. 

c) A. a.O. f) tab.45.%.0. 



Das geperlte Dreieck, 

DAS GEPERLTE DREIECK. 
CXXXVte Tafel, 



6 - Der Rücken ftarlc gewölbt, zwölf Strahlen in derAfternofTe.Br. I2*Ä.I2.S.7.R. 14. 

Das . 

gepeilte Oßracion dorfo arcuato, pinna annali radiis duodeeim. P. XII. A. XII. C. VII. D. XIV. 

Dreieck. 

Oftrarion tngonus, O. trigonus fpinis fubcauda- radiantibus, infignitus Klein Mifs. Pifc. III. 

libus duabus, pinna doifali radiis quatuor- p. 20. n. l8- 

■deeim. Linn. S.N. p.408. n. 2. Pifcis trianguläre fine cornubus; Cspines. Clufii 

- — triangulatus, .limbis figurarum bexagona- exotic. p. 142. 

rum emtnentibus, aculeis in imo venire. — — y° n fi- tab. 45. fig. 6. 

Arteä. gen. p. 56. n. 5. Syn. p. §5. n. 1 1. — ' _ Clufii Willughb. Icluh. p. 149. 

— triangulatus, aculeis frontaHbus nullis, ana- 156. Append. p. 20. n. 3. tab. 
libus binis. Gruiiov. Zooph. p. 46. n. 17g. * 1. 13. 

Muf.I.p.55. n.122- — — Clufii Ray Synops. p. 44. n. 5. 

— triangulatus, figuris hexagonis, parum tu- Guamajacu ape, fine cornubus in fronte. Maren-. 
berculofis 8c quafi radiatis, aculeis duobus Braf. p. 142. 

in imo ventre. Sek Thef, III. p. 60. n. 3. tab. CofFre, bourfe, Cocbon de mer. Dutertre An- 
24. fig. 3. tili. Tom. II. p. 2 11. 

Crayraciontriangularis,in limbo caudidnplicitcr Triangulär -Fish, Huges Barbad. p. 305. tab. 28- 

fpinofus, fubfufeus, figuris fexangularibus, Das Dreieck. Müll. L. S. 3.TIL S. 306, 

Das geperlte Dreieck unterfcheidet fich von den übrigen, durch feinen flark ge- 
wölbten Rücken, und die zwölf Strahlen in der Afterfloffe. In der Bruft- und After-' 
floffe zählet man zwölf, in der Schwanzfloffe fieben, und in der Rückenfloffe vierzehn 
Strahlen. 

Diefer Fifch hat höhere Seitenflächen als alle übrigen im ganzen Gefchlecht, und 
da er zugleich kurz ift; fo wird dadurch der erwähnte ilärkere Bogen gebildet. Auch 
der Kopf iß gröffer und abfehüfsiger, als bei jenen. Die Mundöfnung ift fchr klein, die 
obere Kinnlade mit zehn, und die untere mit acht dicht beifammen flehenden Zähnen 
bewaffnet. An den Seiten flehen die Schilder mit ihren Mittelpunkten, und am Bauche 
'•nie ihren Rändern hervor; fie find mit Linien, auf denen flarke Perlen fichtbar find, ver- 



Das geperlte VrciecL II I 

fehen. An den großen Augen ift der Stern fchwarz und der Ring goldfarben. Die 
Grundfarbe des Kopfes ift grau ins gelbe fpielend, des Rumpfes gelb ins braune fpielend. 
Sämmtliche Floffen find gelb, haben eine bläuiiehte Einfaffung und ftarke vielzweigigte 
Strahlen; die Stacheln find ftark, und mit Hohlkehlen verfchen. 

Diefer Fifch wird einen Fufs und drüber lang, und ift um den Antillifchen In- 
fein undjamaica einheimifch. Er lebt von Korallen und ihren Bewohnern, und wenn 
Marcgraf in feinem Magen Sand angetroffen hat; fo ift diefer wohl zufälliger Weife da- 
hin gekommen. Vielleicht dient er ihm auch zur Verdauung, 'wie folches der Fallbey 
vielen Vögeln ift. Eben diefer Schriftfteller fand einen diefer Fifche in dem Magen de» 
gefleckten Barfch a), zum fichern Beweis, dafs auch die harten Schalen, womit fie umge- 
ben find, fie vor den Nachftellungen der gefräfsigen Thiere nicht fichern. Wie der 
Pater Dut e rtre verfichert, fo foll diefer Fifch, wenn man ihn fängt, wie ein Schwein grun- 
zen, daher er ihn auch mit dem Namen Seefchwein belegt hatj auch hat er, nach defFen 
Verficherung ein hartes und zähes Fleifch b). Man fängt ihn mit dem Netze; er beift 
aber auch an die Angel : wenn man ihn aber nicht bald darauf j herauszieht, fo beift er 
mit feinen fcharfen Zähnen die Angel entzwey c). 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch das Dreieck, und das geperlt e Dreieck; in 
England he ift er Triangular-Fish, und in Frankreich Coffre ä perles, Coffre , Bourfe, Co- 
chon de mer. Von den Brafilianern wird er Guamajacit ape, und von den dafigen Portu- 
giefen Capines genannt. 

Vom Clußus haben wir die erfte Zeichnung erhalten d); er hat eben fowohl, als fei- 
ne Nachfolger Willugkby e), Seba f ) und Jonfion g) den BruftflofTen unrichtig eine fenk- 
rechte Richtung gegeben. Gronov macht aus unferm, und dem kurz vorher befchriebe- 
nen zweiftachlichten Dreieck mit feiner Abänderung nur eine h), Linke zwey i), und Ar- 

a) Iter p. 42. St. Ebeififeh, Perca guttata, L. f) TheC III. tab. 24. (ig. 3. 

b) AntiU.Tom.il. p. 211. g) Tab.45. fig.6. 

c) Dutertre a. a. O. h) Zooph. n. 778. 

d) Exotic. p. 142. i) Ofiracion n. 2. 3. 
c) khth. tab. 1. 13. fig.2. 



112 Da; geperlt c Dreieck. , 

tedi drey a) Gattungen. Ich kann weder einen noch den andern tadeln, weil es hier le, 
diglich darauf ankömmt, in welchem Verhältnifs man diefe Fifche gegeneinander be- 
trachtet; flehet man nur auf die dreieckigte Geflalt, und auf die beiden Stacheln, fo ma- 
chen fie nur eine Art aus : nimmt man aber Rücklicht auf die Zeichnungen der Schilder, 
fo kann man h*e allerdings für drey verfchiedene Arten halten. 

Ray führt unrichtig unfern Fifch als zwey befondere Gattungen auf: einmal als 
das groffe Dreyeck des Clußus, und das anderemal als deffen hornlofes Dreieck b), da 
doch diefe beiden Benennungen einen und denfelben Fifch anzeigen. 

a) Ofhacion n. 9. 12. 13. b) Synops, p.44. n. 2. 5. 



Der Thurmtr'dger. £Üj 

DER THURMTRJEGER. 

Oftracion turritus. 

CXXXVIte Tafel. 



7» 



Eine ftarke Erhöhung auf dem viereckigten Körper, ßr. 12, A. 10. R. 10. Dcr 

ThurmtrS- 
Ofiracion quadr angularis, procejfu magno in dorfo. P. XII, C. X. D. X. ger 

Oftracion quadrangularis,aculeis frontalibus ana- Ican Tomtombo. Renard. Hiftoire des PoifT. Tu ju, 

libusque binis : lateribüs dorfoque aculeatis. II. pl. 4. fig. 24. pl. 9- % *4- 

Gronov. Zoopli. p. 45. n. 176. 

— turritus fuperciliis dorfoque fpinis folitariis, Der viereckigte gehörnte Kropfifch. Knorr De- 

abdom'me fpinis utrinque quatuor, Djemel. lic Tom. IL tab, H. 1. fig. 1. 3. p. 50. 

Forskaöl Defcript. Anim. p.75. 11,113. 

Der grofie auf dem Rucken flehende Höcker dienet zum fichern Charakter die' 
fes Fifches. In der BruMoffe zähle ich zwölf, in der After- Schwanz - und Rückenfloffe 
in jeder zehn Strahlen. 

Diefer Fifch ifl unten viel breiter als oben, die untern .Ränder find fcharf, die 
obern flumpf; an jenen fitzen auf jeder Seite drey bis fünf kurze nach hinten zu ge- 
krümmte, breite, und in eine fcharfe Spitze fich endigende Stacheln. Diefe vermehren 
fich wahrfcheinlich mit dem Alter: denn fo finde ichbey den drey Exemplaren, die ich 
vor mir habe, am kleinfien auf den Seiten nur drey, am grölten fünf, und an dem von 
mittlerer Gröffe, auf der einen Seite vier, und auf der andern fünf Stacheln, in den Knor- 
rifchen Zeichnungen vier, und in der Renardfchen fünf auf jeder Seite. Ueber jedem Auge 
ift ein dergleichen Stachel befindlich. Die obere Fläche, welche zu beiden Seiten in die 
Höhe fteigt, hat in der Mitte einen breiten,, dünnen, geftrahlten knöchernen Höcker, 
der in eine fcharfe nach hinten zu gekrümmte Spitze ausläuft, und da diefer dem Fifch 
das Anfehen giebt, als wenn er einen kleinen Thurm trüge; fo habe ich daher die Ver 
anlauung genommen, ihn mit der angeführten Benennung zu belegen. 

Die Schilder find mit erhabenen Linien und Rändern verfehen, und da fie bald 
aus fechs, (leben, und acht Dreiecken zulammengefetzt find; fo erhalten fie dadurch eine 
Naturg. ausländ. Fißie LThciL P 



H4 Der Thurmtriiger* 

fechs- Geben- oder achteckigte Geftalt, und da die Ränder erhaben find; fo bekömmt 
der Fifch das Anfehen, als wäre er mit einem Netze überzogen. Die Grundfarbe des 
Fifchesift gelbgrau, des Schwanzes braun, und der Fl offen grau; am ganzen Körper 
bemerkt man hier und da runde braune Flecke. Der Kopf ift grofs, abfchüfsig, und 
der Mund etwas hervorgehend. Die obere Kinnlade ift mit zwölf, und die untere mit 
acht Zähnen bewaffnet. Die Augen haben einen fchwarzen aber nicht ganz runden 
Stern, und einen goldfarbenen Ring; die Kiemenöfnung ift weit, und die Kiemenhaut 
mit einem Strahl verfehen. 

Der Aufenthalt diefes Fifches ift im rothcn und oftindifchen Meere ; befonders- 
findet man ihn häufig um den moluckifchen Infein. Er erreicht die Gröffe von zehn bis 
zwölf Zoll, und lebt, wie die übrigen feines Gefchlechts, von Würmern und Infekten- 
brut. Er hat ein zähes und hartes Fleifch, und eine groffe und fehr öhlichte Leber. 
Die Europäer in Oftindien verachten ihn, die Schwarzen hingegen wiffen ihn zur wohl- 
fchmeckenden Speife zuzubereiten a), 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch den vier eckigten gehörnten Kropfßfih und den 
Thurmtrager, die Franzofen Chameau marin, die Araber Djetnel, und die Japaner Ican 
tomtombo. 

Knorr lieferte uns zuerft zwey Zeichnungen von diefem Fifche b) : allein fie find 
eben fo fehlerhaft, als die, welche uns bald darauf Renard gegeben hat c). 

Gronov fürt unrichtig den Seeftier desLinne zu unferm Fifch an d). Eben die- 
fes Schriftftellers Frage : ob unter dem Hornfifch des Edwart e) unfer Fifch zu ver- 
stehen fey? wird verneinet, denn es ift, wie fich aus deffen Zeichnung ergiebt, unfer 
Seeftier. 



a) Hift. des Poiff. Tom. II. pl. 4. %. 24. d) Zooph. n. 176. 

b) Delic. Tom. II. p. 50. tab. H. 1. fig. 1.2. e) Seligm. Vögel 8ter Band tab. 14, 



A. a, O. pl. 4, %. 24. pl. 9. % 14. 



Das glatte Vieveck. 



"5 



DAS GLATTE VIERECK- 
CXXXVIIte Tafel. 
Braune Augen am viereckigten Körper. Br. 10. A. 10. S. 10. Ri@- 
Ofiracion quadranguhris , ocellis bruneis. P. X. A. X. C. X. D. X. 



Da« 

glatte 



Oftracion cubicus, O. tetragonus muticus, lateri- Oftracion Nili. Gestier Aquat. p. 642. 757. Icon. Viereck. 



Anim. p. 31g- Thierb, S. 477. 

— Willughby Icluh. p. 148. & Pifcis 
quadrangularis cni in fingulis mediis fqua- 
mis la eralibus Unguis macu x mojusculse. 
Append, p.20. n. 11. tab. I. 13. 

Holofteus Bellon. Allrcv. p. 559. 



bus planiufculis. Linn. S. N. p. 410. & O- 

ftracion polyodon , tetragonus , inermis, 

Kubb-Kurra. Muf. Adolph. Fricdr. p. 39. 
obiongo- quadrangulus, maculis variis plu- 
rimis. Arted. gen. p. 56. a. 4. Syn. p. 84- n. 8- 
"~ quadrangulus inermis ; dorfo lseviter conve- 
xo. Gron. p. 44. n. 173. Muf. i.p.54. n. 129. 
quadrangulus, tuberculis <k maculis variis, — — Jonfl. de Pifc. p. 124. tab. 2. 

nigricantibus , lineäque longitudinali in fig- 8. 

dorfo ornatus. Seba Tbefaur. III. p/60, n.4. jkan Peti-Baris'Äa, geftreipte Kiftkens-vifch. Va- 



& Oftracion quadrangulus, nigrafcens, tu- 
berculis minimis & maculis albis varius , p. 
61. n.5. tab. 24. fig. 5. 
Crayracion quadrangularis ftellulis ex albo caru- 
lefcentibus fuper terreo infignitusj cauda 
varia. Klein Mifs. Pifc. III. p.21. n. 25. tab. 



lern. Ind. Vet. & Nor. Tom. III. p. 
386. n. 420. 

— RenardH'itt des Poid Tom. i.pl. 2g. 

fig. 125. Carcaffe pl. 39. Tom. II. pl. 6. 

fig. 29. pl. 7. fig. 32. pl. 12. fig. 57. pl. 15. 

fig. 57. pl. 25- fig- 29. 

I. fior. 8- Crayrac. quauangulans & produ- A , _ ,.., „ , ... „ ~ . ■ . . . _ 
h ° J J ° r Abu bendnk. Forskaol Defcnpt. Anim. pl. if. 

ctus, p. 22. n. 27. Crayrac. in fingulis mediis 

n. 4o- 
fquamis Unguis maculs majusculs n. 30. 

tt 1 pl i- ■,-■ vV-1 • t? 11 „ *„,,„- Square - Fish, Grew. Müf. 1 7. fig. 3. 

Holofteus alius pilcis Niloticus. ßeuoii. Aquat. J ' ' . 3 

p. 300. ' Die Todtenruhe. Müll. L. S. 3 Tb. S. 311. 

Diefer viereckigte Beinfifch unterfcheidet fich von den übrigen durch die wie Au- 
gen gebildete runde und braune Flecke, womit fein Körper geziert ift. Eine jede FloiTe 
iit mit zehn vielzweigigten Strahlen verfehen. 

P 2 



IJ 6 Bas glatte Vtereck. 

Bey diefem Fifch find die Seiten fchmal und lang, und ift die unterße breiter 
als die'oberfte. Auf jedem fechseckigen Schilde nimmt man einen braunen Zirkul und 
in deffen Mitte einen weiffen Fleck wahr. Die Schilder nach dem Rücken zu find dunkler, 
als die unter dem Bauche. Die Lippen find flark; die obere Kinnlade hat zwölf, und 
die untere zehn Zähne ; das Auge ift länglicht, hat einen fchwarzen Stern in einem gelb- 
lichten Ringe. Die Luftlöcher find kleiner, als bey den übrigen Beinfifchen 5 die Sei- 
ten find grau, der Kopf gelblicht, der Schwanz braun, die Bruftfloffen röthlich, und 
die übrigen Floffen find grau und am Grunde röthlicht. Der Körper läft fich von den 
kleinen runden Perlen, womit die Schilder befetzt find, rauh anfühlen. Bey diefem 
Fifch vermifst man die Stacheln : ob die ftachellofen die Weibchen von den bewaffneten 
oder dem angeführten Seeftiere find, öder ob fie befondere Gattungen ausmachen? die- 
fes können nur diejenigen Naturkündiger entfcheiden, welche Gelegenheit haben, diefe 
Fifche an den Oertern ihres Aufenthalts zu unterfuchen. 

Er gehört in Oftindien zu Haufe, und wird von den Japanern Ican, Peti-Boriska, 
von den dafigen Holländern Coffervißh, gefireipte Kißkenvifch, Doodkifi, genannt, wel- 
ches foviel, als Sarg bedeutet, deswegen ihn auch Statins Müller mit dem unfchickü" 
chen Namen Todtenruhe belegt hat. In Deutfchland heift er das ßachellofe Viereck, 
in EnghndSquare-Fish, und in Schweden Kubb Kurra, in Frankreich Coffre tigri. 

Er erreicht die Länge eines Fuffes, und lebt, nach dem Bau feines Mundes zu 
urtheilen, gleich den übrigen diefes Gefchlechts, von Infekten und Würmern, und hat 
nach der Befchreibung des Forskaöl a), ein fehr wohlfchmeckendes Fleifch, 

Bellon hat uns zwar eine Zeichnung von diefem Fifch geliefert, da er aber nur 
ein knöchernes Gebäude allein befafs ; fo muften ihr auch die Floffen fehlen ; diefe ha- 
ben Gesnerh) und Jonfion c) kopirt : dem Wittughby d) und Klein e) hingegen haben wir ei- 
ne gute Zeichnung zu verdanken. Auch die Sebaifche würde nicht zu tadeln feyn, wenn 

b) Deflript. Anim. p.XVII, d) tab. I. 12. 

1>) Aquatic. p. 642. t ) tab. I. fig. 1, fig. 8. 

c) de Pifc. tib. 25. fig. ß. 



Das glatte Viereck. H7 

er den Brußfloflen nicht eine unrichtige Stellung gegeben hätte. Letzterer hat diefen 
Fifch als zwey d), und Klein e), als drey befondere Gattungen aufgeführt. Auch führt 
Klein unrichtig den viereckigten Beinfifch des Artedi zu dem unfrigen an f). Renard hat 
uns ftatt einer guten acht fchlechte Abbildungen von diefem Fifch gegeben g). Auch 
kömmt es mir unwahrfcheinlich vor, wenn er erzählt, dafs diefe Fifche fo zahm wären, 
dafs, wann man fie rufte, fie aus der Hand fräffen h). 



d) Theraur. III. p. 60.11.4. tab.24.fig.4- p.61, g) HifbdesPoiff.Tom,I. pl.1g.fig.125. pl.39. 
n. 5. tab.24. fig. 5- ' Tom. II. -pl. 6. fig. 29. pl. 7. fig. 32. pl. 13. 

e) Mifs. III. p. 21. n. 25. tab. 1. fig. 8. p. 22. fig. 57. pl. 15- fig- 57- P 1 - 2 5- fi g- 29- 
n. 27. n. 30. 

f) A. a. O. n. 27. h ) L a ' B - Tom " IL P 1 ' VL 



** 



1*8 Der Nafenbeinßßi. 

DER NASENBEINFISCH. 

Oftracion Nafus. 

CXXXVIIIte Tafel. 

,<~ „ a Ein nafcnförmiger Höcker über dem Munde. Br.9. A.9. S.9. R.9. 

9- . Ofiracion roflro nafijormi. PJL A. IX. C.IX. DAX. 

Der 

Nafenbein- Oftracion oblongo quadrangulus, roflro acuto, Oftracion tcrtius roftratus. Lifl. Willughb. p. 1 56; 

fif-h. maculis indoifo&capite. Arted. gen, p. 56. & pifcis majusculus, qua- 

n. 3. Synon. p. 84. n,7» drangularis , roftratus. 

Crayracion roftro os in prona parte fuperante, App. p. 20. n.8-t:ab. 1. 11. 

ftcllatus & teflcllatus, Klein Mifs. Pifc. III. — — — Ray p.44. h. 3. #45. n 1 1. 

p. 22. n.29. Scbnottholf. Jon/Ion. de Pifc. p. 125. tab. 25. 

Nafus niloticus. Aldrov. p. 559. Oftracion prior, fig. 7. 

p. 560. 

Die über dem Munde befindliche einer Nafe ähnliche Hervorragung, giebt einen 
fiebern Charakter für diefen Fifch. In jeder Floffe finde ich neun ftarke und vielzwei- 
glgte Strahlen. 

Bey diefem Fifch haben faft alle vier Seiten eine gleiche Breite, welche in einem 
fcharfen Winkel zufammenftoffen , und da fie lang und fchmal find j fo ftellt der Fifch 
ejn länglichtes Viereck vor. Mitten auf der obern Seite nimmt man eine nach der Länge 
laufende hervorgehende Linie wahr, auf der vier kleine Spitzen fitzen. £in jedes Schild 
ift aus fechs Blättchen zufammengefetzt, welche durch ihre hervorgehende Ränder einen 
fechsblättr igten Stern bilden. In der Mitte diefer Sterne, nimmt man einen rothen run- 
den Fleck, der aus kleinen Perlen zufammengefetzt ift, wahr. Auffer diefen ift auch 
der Kopf und der Rücken mit kleinen rothen Flecken befprengt. Die Augen find grofs, 
und haben einen fchwarzen Stern in einem grüngelben Ringe. In der obern Kinnlade 
befinden fich vierzehn, und in der untern zwölf lange und runde Zähne. Die Grund- 
farbe des Fifches ifrgrau, der Fioffen rüthlieht, vnd der Schwanz,, ungleichen der Kopf 
find mit einigen braunen Flecken verfehen. 



Der Nafenbeinßßh. H£ 

Diefen Fifch treffen ms an der Mündung des Nils und im Nil felbft an ; er wird 
einen bis zwey Fufs lang, und geniefl unftreitig mit dem bereits befchriebenen einerley 
Nahrung. 

InDeutfchland wird er der Nafenbeinßfch, und in Frankreich Cofre a bec genannt. 

Äldrovand, der uns die erfte Zeichnung von diefem Fifch gab , liefs die After- 
floffe aus a); es ift daher die, welche uns Willughby hinterlaffen hat, ungleich beffer, als 
die vom Äldrovand b)» 

Ich weifs nicht, aus welchem Grunde Linne unfern Fifch in fein Syriern nicht 
aufgenommen hat, da ihn doch Äldrovand, Willughby, Ray, Jonßon y Klein und Artedi 
befchrieben haben. 

Willughby c) wndRayd) machen aus unferm Fifch unrichtig zweybefondere Gat- 
tungen, Gronov führt ihn unrichtig zu dem oben befchriebenen glatten Viereck an e), 

Artedi betrachtet ihn erft als eine Nebengattung des viereckigten f ), und gleich 
darauf als eine eigene Art g). 



a) de Pifc. n. 560. c) Zoopb. p. 44. n. 173. 

b) Ichth. tab. 1. 1 1. Sjb- P- 84- »• 6. a. 
c; Ichth. p. 156. Append. p. 20. n. 8- g) A. a. O. n. 7. 

d) Synops, p. 44. n.3. p.45. nvll- 



J ,,. - > > * rtf fä JUU.-*^ 



Stachelb ducke. 



XXXVIItes Gefchlecht. 

Stachelbäuche. 
ERSTER ABSCHNITT. 

Von den Stachelbäuchen überhaupt. 
Zwey Zähne in jeder Kinnlade. Pifces dentibus quatuor. 

Tetrodon Z,7«w. S. N. Gen. 137. p. 410. p. 155. & orbis oblongus teftudinis ct- 

Ofhacion ArtecL. Gen. 39. n. 11 — 13. 21. Syn. P ite " 

Oibes quibus quaterni dentes .R/zySynops.p. 43. 

& orbes quibus bini dentes. 11. 7. 

— corpore cathcoplateo. Gronov. Zooph. p. 40. ■,,, -n- 1 , ~.. .,.- 

1 x 1 r ty Heinions de mei- a quatre dents. Guan. Hift. 

"** des Poiflbns, p. 217 Sc Coffie ä quatrt 

Crayracion Klein Mifs. Pifc. III. p. 18. n. 1 — 4. g. dents. p. 109. 

Orbes quibus quaterni dentes. Willughb. Icbth. Stachelbäuche. Müll L. S. 3. Th. S. 3 1 2. 

Die zwey breiren Zähne, womit jede Kinnlade verfehen ift, dienen zumKarakter, 
für die Fifche diefes Gefchlechts. 

Bey genauer Unterfuchung ergiebt fichs, dafs das, was man für Zähne hält, nicht 
eigentlich folche, fondern dafs es die Kinnladen felbft find, die fich in einen fchneiden- 
den Rand endigen, welche dem Fifche dazu dienen, die Mufcheln und Krebsfchalen zu 
zerbrechen. Diefe Fifche haben ftatt der Schuppen kurze, borftenartige Stacheln, wo- 
mit zum Theil nur der Bauch allein, und zum Theil der ganze Körper befetzt ift. Sie 
haben einen fehr weiten Bauch, den fie aufblafen können, dergeftalt, dafs der Körper 
nura's der geringe Theil des ganzen erfcheint; diefer Sack dienet dem Fifch zur Schuz- 
wehr gegen feine Feinde: denn, indem er diefen Beutel auf bläfet; fo wird fein Umfang 
fo grofs, dafs er nichtleicht anders als von einem machtigen Raubfifch verfchlukt werden 



Stach elb auch e, 1 2 1 

den kann, da er auch außerdem noch mit vielen kleinen Stacheln befetzt ift ; fo trauen 
fie.fich um fo viel weniger an ihn. Ich habe bey der Unter fuchung diefes Fifches gefun- 
den, dafs der Theil des Körpers, der fich auf blafen läft, ein befonderer Sack ift, welcher 
zwifchen dem Darmfell und den Eingeweiden liegt, und von der innern Haut des erfte* 
ren gebildet wird. Er flehet mit dem Magen in keiner Verbindung, daher ich ihn 
auch durch den Mund gar nicht, defto leichter aber durch die Kiehmenöfnung aufblafeu 
konnte : dafs aber nach Renards Vorgeben er auch vermöge des Magens feine Beute 
in der Art erhafche, dafs er das verfchluckte Waffer mit Gewalt auf die Fifche fpritze, 
und fie dadurch betäube a), ift deswegen ohne Grund, weil diefer Sack mit dem Magen 
auffer aller Verbindung id. Der Kopf ift grofs, die Mundöfnung am Ende deffelben,' 
nur klein; die Lippen find dick, die Zunge ift kurz, unbeweglich, und mit kleinen War- 
zen befetzt. Der Gaumen ift rauh, und im Schlünde flehen zwey bewegliche rafpelar- 
tige Knochen. Die Augen flehen nahe am Scheitel, find rund und mit einer Nickhaut 
bedeckt. Die Nafcnlöcher find einfach, klein, und ohnweit den Augen befindlich» 
Die Kiemenöfnungen find einfach, fchmal, kurz, und bilden einen flachen Bogen. Die 
Kiemendeckel find klein, und beliehen aus einem knorpelichten Blättchen. Bey einige« 
Fifchen fehlet die Seitenlinie ; der Rücken und die Seiten find gröftentheils mit Flecken 
und Streiffen gezieret, und ihr After ift ohnweit der Schwanzfloffe befindlich. Das 
Fleifch derfelben ift zähe, und wird auch, weil man es für giftig hält, nur von wenigen 
genoffen. Diefe Fifche find mit fünf Floffen verfehen, wovon zwey an der Bruft dicht 
hinter den Kiemen, eine hinten am Rücken, eine am Schwänze, und eine am After fitzen; 
ihre Strahlen find flark, vielzweigigt, und mit einer dicken Haut umgeben. 

Wir treffen diefe Fifche theils im mittelländifchen, theils in dem oft- und weft- 
indifchen Meere an ; eine Gattung davon gehöret auch im Nordmeere zu Haufe, Sie 
erreichen keine beträchtliche Gröffe, leben von Mufcheln, Schnecken, Krebfen und an- 
dern kleinen Wafferbewohnern, und gehören zu den Eierlegenden Fifchen, wenigftens 
waren diejenigen, die ich unterfucht habe, mit zwey Eierftöcken verfehen. 

a) Hift. des Poiff. Tom. II. pl.30. %. 142, 
Ndturg* ausländ. Fifche I. Theil. Q^ 



1 ^2 Stachclbäuche. 

Plinius machte uns zuerfr mit dem Seekröpfer a), Clußm mit dem SchildkrÖten- 
fifch h\Wiüughby mit dem Sternbauch c), Kaempfer mit dem gefleckten Sternbauch d), 
Garden mit dem Windbeutel e), und Linne mit dem'geftreiften Stachelbauch f) be- 
kannt. Von diefen, welche zufammen fechs Arten ausmachen, waren dem Willughby, 
Ray und Artedi nur drey bekannt. Willughby führt zwar fechfe auf, allein feine erfte 
und zweite Gattung ift unfer Seekröpfer, und feine vierte und fünfte gehören, weil fie 
nur zwey Zähne haben, in das vorhergehende, fo wie hingegen fein länglichter Kugel- 
fifch, den er unter die zweizähnigten bringt g), in diefes Gefchlecht. Ray, der gar (le- 
ben Arten annimt, hat eben nicht mehr als Willughby gekannt, da er eben die Fehles 
begeht, die jener begangen hat, und feine Seetaube h) kommt mit feiner dritten Num- 
mer, oder dem Sternbauch überein. Auch Artedi hat aus den ihm bekannten drey Ar- 
ten viere gemacht i), da feine erfte und fünfzehnte Gattung einerley find, wie ich in der 
•Folge bey dem Seekröpfer zeigen werde. Linne führt zwar fieben auf, allein feine fie- 
bente Gattung, oder der fchwimmende Kopf k), gehöret, wie wir oben gefehen haben, 
weil er nur zwey Zähne hat, nicht hieher, fondern in das Gefchlecht der StachelnTche. 
Eben diefen Fehler begehet auch Herr Goüan 1). Nach der Zeit hat Forskadi zwey neuer 
Gattungen erwähnt m),und auch ich werde hier einige noch wenigbekannte befchreiben. 

Lifler n), dem auch Ray folgt, hat mit recht die vierzähnigte von den übrigen 
Kugelflfchen getrennt, Artedi und Klein haben fie wieder damit vereinigt,- Gronou wid- 
met ihnen eine befondere Abtheilung o) und Linne ein eigenes Gefchlecht. 



a) Orbis H. N. 1. 32. c. 2, Tetrodon hif- g) Iclnh. p. 155. 
P ;du s L. h) Synops. p. 44. n . 6. 

b) Orbis oblongus. Exotic, p. 14. Tetrodon I) Syn. p- 83- 85» 
teftudineus L. k) Tetrodon mola L. 

c) Orbis Lagocephalus, Ichth. p. 144. Tetra- 1) Hift. des Poiff. p. 217. 

don Lagocephalus L. m) Defcripr. Anirn. p. 17. 11.49.51. 

d) Amoen. p. 883. Tetrodon ocellatus L. n) Willughly a. a. O. 

e) Tetrodon laevigatus L. 0) Zooph. p. 49. 

f) Tetrodon lineatus L. 



Der Schildkrotenfifch. 123 

DER SCHILDKROETENFISCH. 

CXXXIXfte Tafel. 



Der Körper geftreckt, die obere Kinnlade hervorftehend. Br. 20. A. 8- S. g. R. 10. I# 

Tetrodon corpore oblongo, maxilla fup er iore prominente. P. XX, Ä. VIII.C. VIII. D. X. Der 

• Schildkrö* 

Tetrodon t.eftudineus, T.abdomine piano lceviore, Orbis oblongus teftudinis capite. Clußi cxotic- rcnnfch; 

dorfo futuris curvis albis pi£to. Liun. S. N. p. 141. 

p.410. n. 1. Oibis oblongus teftitudinis capite. WiUughby 

Oftradon oblongus glaber, capite longo, corpore fi- Ichtb. p. 147. tab. I. 9. fig. 3. Bontvifch 

gurisvariisornato.iiH». Append. p. 6. tab. 8. fig. 3. 

Amoenit. Tom.I.p.591, — oblongus teftudinis capite. Ray Synops. 

tab. 2. fig. 3. p. 43. n. 7. Bontvifch p. 152. n. \6. 

— — — Arted. gen. p. 60. n. 21. — oblongus teftudinis capite. Jonfl. tab. 45. 

Syn. p. 85. n. 23. fig. 7. 

— tctraodon fubrotundus; dorfo lineis nigris, Bontvifch. "Nieuhoff. Oftind. Tom. II. p. 287. n. 5. 
variis, aculeis breviffimis undique. Seb. Tlief. tab. ad pag. 278. fig. 5. 

lll.p. 60. n. 1. tab. 24 fig. 1. & Oftrac. tetra- Oibis laevis oblongus, cinereis & fufcis maculis 
odon, fubrotundus, albefcens aculeis exiguis notatus, tbe Toad- Fish, Sloan. Voyag. to 

depreffis in dorfo & venire, n. 2. fig. 2. . Jamaic. p. 279. 

Crayracion lsevis, oblongus, corpore teflellato. Der Schildkrotenfifch, Müll. L.S. 3-Th. S. 313. 
Klein Mifs. Pifc. III. p. 19. n. 8. 

Diefer Fifch unterfcheidet fich von den übrigen, durch feinen geftreckteri Kör- 
per, und den hervorgehenden Oberkiefer. In der Bruftfloffe rindet man zwanzig, in 
der After- und Schwanzfloffe acht, und in der RückenflofTe zehn Strahlen. 

Der Kopf ift ungemein grofs, oben breit, vorn abfchüfsig, und läuft ftumpf aus ; 
die Mundöfnung ift ungemein klein, und die Lippen find ftark. Die Zunge ift kurz, 
glatt und knorpelartig; die Nafenlöcher flehen den Augen nahe; letztere find klein, ha- 
ben einen fchwarzen Stern, und einen rothen Ring. Der ganze Körper ift durchaus von 
kleinen Stacheln rauh; die Seitenlinie habe ich bey ihm nicht entdecken können. Die 
Giundfarbe deffelbeu ift braun ins rothe fpielcnd, auf der nach der Länge laufende blaue 



124 & er Sclüldkrötenßßk. 

Und braune unregelmäfsige Streifen mit einander abwechfeln ; diefe Banden gehen auch 
zu Zeiten nach der Breite des Körpers, wie folches aus der Zeichnung des Seba erhel- 
let a). Auffer diefen find auch nach dem Schwänze zu auf dem Fifch fchöne hell- 
blaue runde Flecke fichtbar, der Bauch aber, der bey dem unfrigen nur wenig hervor- 
ragt, ift weifs, der Rücken und Schwanz find rund, und die mondförmige Kiehmenöfnung 
in einer weiten Entfernung vom Munde befindlich ; fämtliche Strahlen haben eine röth- 
liche Farbe, eine braune EinfafTung, und die SchwanzflofTe befonders ift mit einer dicken 
Haut umgeben. 

Wir treffen diefen Fifch in den Gewäffern um Jamaika und Oftindien an. Er 
lebt von Krebsbrut und andern hartfchaligen Infekten und Würmern, Er erreicht die 
Gröffe von einem bis zwey Fufs. Ob das Fleifch diefes Fifches efsbar fey? davon finde 
ich in den angeführten Schriftftellern keine Nachricht, 

In Deutfchland wird diefer Fifch, wegen der Aehnlichkeit feines Kopfes mit 
dem von der Schildkröte, der Schildkrötenßfch, und in Frankreich Tete de la Tortue ge- 
nannt ; bey den Engländern führt er, weil er fich wie eine Kröte aufblafen kann, den 
Namen Krütenfifch, Toad-Fish, und bey den Holländern, weil er bunt ift, Bontvijch. 

Clufius hat uns zwar die erfte Zeichnung von diefem Fifch e gegeben b), allein 
fie ift fo fchlecht gerathen, dafs fie eher einer Schildkröte als unferm Fifche gleicht. Die- 
fe haben Jonfion cj und Willughby d) kopirt; darauf gaben uns Seba e), Nieuhofl') hin 
ne g) und Sloan h) ein jeder eine beffere Abbildung. Es fehlet jedoch der Nieuhoffihev, 
die auch im Wittughbj/ befindlich ift i), die Rückenfloffe, fo wie der einen Sebßijchen die 
Streiffen mangeln k). 



o) Thef III. tab. 24. fig. I. f) Oftind. Tom. II. p. 278. % 5- 

b) Exotic. p. 141. g) Amcenit.Tom. I. tab. 3. fig. 8> 

t) Tab, 45. fig. 7. h) Voyag. to Jamaic. p. 279. 

d) Ichth. tab. I.9, fig. 3. i) Append. tab. 8- fig- 3- 

e) The£ III. tab. 24. fig. I. 3. k)Thef III. tab. 24. fig. 2. 



Der Schildkrötenßfclu 125 

Im WiÜughhy a) und Sebab) finde ich unfern Fifch als zwey verfchiedene Gattun- 
gen befchrieben» Artedi c) und Klein* d) Frage: ob unter dem glatten und langen Ku- 
gelfifch des Sloane der unfrige zu verliehen fey? kann ich bejahen, da fowohl dte Be- 
fchreibung als die Zeichnung unfern Fifch zu erkennen geben. 

Willughby e) und Ray f) zählen unrichtig den Schildkrütenfifch zu den zwey- 
zähnigten Kugelfifchen. Auch hat letzterer unfern Fifch als zwey befondere Gattungen 
aufgeführt g). 

Klein ift ohnftreitig durch die elende Zeichnung des Clußu* verleitet wordett, 
diefem Fifche ftatt der Stacheln Schilder zu geben h)- 



a) fchth. p. 147. Append. p. 5. _ t) I. a. B. p. 155". 

b) Thef. III. p. 60. n. 1. 3. Q Syn. p. 43. n. 7. 

c) Syn. p. 85. n. 23. g) A, a. Ö. b. p. 152. n.it 
Ä) Mifs. PtfcIIL p. 19. fe ) A - a - °- 



CL3 



I2£ Der Sternbauch. 

DER STERNBAUCH. 

L _ CXLfle Tafel. 

3 - Sternförmige Stacheln am dicken Bauche. Br. 15. Ä. 10. S. 10. R. 12. 

Ster 'bauch Tetradon, aculeis ficüas efformantibus in ventre. P.XF. M, C. X. D.XTI. 

Tetfodon lagoceplialus, T. abdominc aculeato, laterales aculeato. Klein "Mifs. Pifc. III. 

corpore laevi, humeris prominentibus. Limi. p. 18. n. 3. 

S. N. p. 410. 11.2. Orbis cauda produ&iore, dorfo,lsevi, ventre fpi- 
Ofhacion tetrodon, ventricofus; abdomine mu- nofo. IVillughbylzhxh.y, 144 tab. I. 2. Co- 

ricato. Belg-Kurra. Muf. Adolph. Friedr. lumba marina. Append. p.5. tab. 5. %. 5. 

Tom. I, p. 5$. Orbis lagoceplialus, Haie globefish. Graw. Muf. 
— catbcoplateo-oblongus, ventre tantum acu- Societ. p, 108- tab. 7. fig. 5. 

leato & fubrotundo. ^md.gen.p. 58. n. 13. — — Ray p. 43. 11.3. Zeeduif, 

Syn. p. 86. n. 16. P-44- "-6. 

> — catheoplateo-oblongus. SebaTheC. llf. p-58- — laevis variegatus. Catesby p. 20. tab. 28. 

n. 5. tab. 23. fig.5. 6. & orbis lagoceplialus, Zee Duif. NieuhoffOftind. Tom. 2. p. 275. tab. 

p. 59. n. 6. ad pag. 274. fig. 5. 

-rr. catbeopiateo-oblongus, ventre tantum acu- Groote Blafer. Renard Hift. des PoifT.Tom.il. pl. 

leato & fubrotundo. Liuu. Amoenit. Tom. I. 30. fig. 142. 

p. 191. n. 40. Orbe. Plüm. Manufcr. 

— catheoplateus, oblongus, tetraodon: ventre GlobeDiodon. Fenn. B.Z.III.p. 122,11.56. pl. 20. 

tantum afpcro. Gron. Zooph. p.49. n.183. Der Hafenkopf. M«//.L.S. 3.Th.S.3i3. tab. $.6g.i. 
Crayracion dorfo laevi, ventre ad usque pinnas 

Man erkennet diefen Fifch an feinen flernförniig gebildeten Stacheln , womit 
der Bauch allein hefetzt ift. In der Bruftfloffe finde ich fünfzehn , in der After- und 
SchwanzflolTe zehn, und in der Rücken floiTe zwölf Strahlen. 

Der Kopf ift länglicht, die Mundöfnung fehr klein, und beide Kinnladen find gleich 
lang. Die Nafenlöcher flehen zwifchen diefen und den Augen in der Mitte; letztere find 
cval haben einen fchwarzen Stern, der in einem gelben Ringe flehet. Der Rücken und 
Schwanz find rund, und den Bauch kann der Fifch durch dasAufblafen ungemein ausdeh- 
nen, wie aus unfrer Zeichnung erheller, und je jünger er ift, einen deflo gröfTern Bauch 



Der Sternhauch. 117 

hat er, wie ich folches aus den dreien Exemplaren, die ich beiitze, erfehe. Die Sterne 
find an demfelben in zwanzig bogenförmige Reihen geordnet, jeder wird von einem Sta- 
chel, der auf drey Wurzeln flehet, gebildet, der übrige Körper ift glatt, die Grundfarbe 
des Rumpfes ifl gelb, und des Bauches weifs; am Rücken und an der Schwanzfloffc 
nimmt man verfchiedene braune Querflreifen , und am Bauche dergleichen runde Flecke 
von der nämlichen Farbe wahr- Auch bey diefem Fifch habe ich die Seitenlinie nicht 
bemerken können, Sämtliche Floffen find gelb, und dunkel eingefafl. 

Diefen Fifch treffen wir in den Gewäffern um Jamaika, in den oft- und weflin- 
difchen Meeren an- Er erreicht eine anfehnliche Gröffe. Derjenige, der mir aus dem 
herzoglich - braunfchweigifchen Kabinet zum Abzeichnen mitgetheilet ward, war ausge- 
ftopft, und noch einmal fo grofs, als meine Zeichnung. Er lebt, wie man aus dem 
Bau der Zähne flehet, von den im Meergrund befindlichen Wafferinfekten und Würmern, 

In Deutfchland heift diefer Fifch Hafenkopf 'und St ernbauch , in Schweden Belg- 
kurra, in Holland Grootc Blafer und Zec-Duif, in Frankreich Orbe etoile r und in Eng- 
land Hare-Globefish und Globe Diodon. 

Catesby hat unferm Fifch zwey Floffen geraubet a). und Renard ihn mit eben fo 
viel befchenkt b) : jener ftellt ihn ohne Rücken- und AfternofTe, und diefer mit zwey 
Rücken- und einer Bauchffoffe vor. 

Herr Pennant führt zwar den Lcevigatus des Ltnne zu unferm Fifch an; allein 
aus der Verglekhung feiner Zeichnung mit der Befchreibung des Linne von beiden Fl- 
iehen ergiebtfich c), dafs er den unfrigen und nicht den Windbeutel vor fleh gehabt habe, 
weil bey letzterem nur der voder'e Theil des Bauchs mit Stacheln verfehen ifl. Auch 
giebt er ihm flatt vier nur zwey Zähne d)- 



a) Fifche, tab. 28- . pl. 20. 

b) Hill. desPoiff.tom.il. pl.30. %. 142. <ä) p. 122. 



I2 8 Her geßreifte Stachelbanch. 

DER GESTREIFTE STACHELBAUCH. 
= CXLIfte Tafel. 



Der Der Baucn hervorgehend , der Kopf erhöher. Br. 19. A. 9. S. 12. R. 12, 

gcftreifre Tetrodoti ventre prominente capiie elevato, P.XIX. A, IX. C. XII. D. XII. 

Stachel- 

baucb, Tetrodon lineatus, T. fafciis longitudinalibus q Ue aculeato, infia anum glabro, Fabakft 

fufcis pallidisquc. Lim. S. N. p. 411. n. 3. Hafläq. Reif, nach Palsftina, S. 441. n. 91. 

Muf. Adolph. Friedr. Tom. II. p. 55! Der geftreifte Stachelbauch. Müll. L. S. 3terTh. 

— corpore teretiusculo, abdominc inflato,utrin- §315. 

Der weit hervorgehende Bauch und der erhöhete Kopf karakterifiren diefen. 
Fifch. In der Bruftfloffe zähle ich neunzehn, in der AfterüolTe neun , in der Schwanz- 
Joffe zwölf, und in der Rückenfloffe eben fo viel Strahlen. 

Der Bauch diefes Fifches ift mit fchönen, krummen nach der Länge laufenden 
braunen und weiffen Streifen gezicret. Der Kopf ift klein, nach vorne zu abfehüfsig ; 
beide Kinnladen find von gleicher Länge. Die Nafenlöcher flehen dicht an den Augen, find 
röhrenförmig und mit einer engen Mündung verfehen; fie haben einen fchwarzen Stern 
in einem goldenen Ringe, und werden von einer Nickhaut halb bedeckt. Der Rücken ift 
rund, abfehüfsig, von bläulichter Farbe, der Schwanz kurz, und eben fo wie feine Floffe 
mit fchönen braunen Flecken geziert. Der Bauch ift ungeheuer grofs, und verbirgt, 
wenn man ihn von vorne betrachtet, den Fifch ganz, wie man folches aus der zweiten 
Figur auf der giften Tafcll erfehen kann ; er ift bis auf den Schwanz und die Floflen 
von kleinen Stacheln rauh; jene find gelb und kurz. Die zarte Seitenlinie welche 
am Genick vor dea Augen ihren Anfang nimmt, gehet um daffelbe von unten herum, 
macht alsdann eine kleine Beugung nach dem Bauche zu, fteigt nachhero in die Höhe 
nach dem Rücken, läuft mit demfelben parallel bis an die Floffe, wo fie fich von ihm ab- 
trennt, und in der Schwanzfloffe veiliert. 

Der Aufenthalt diefes Fifches ift im Nil, alwo ihn Hajfelquift ohnweit Cairo ge- 
fehen hat: die dafigen Fifcher rerficherten ihn, dafs er fich erft feit kurzem dafelbft 



Der geß reifte., Stachelbauch. 129 

eingefunden habe; ohnftreitig ift er aus dem rnittelländifchen Meere, wo fein eigentli- 
cher Aufenthalt feyn mufs, durch einen Zufall dahin gerathen : diefe Fifcher verficher- 
ten ihn auch, dafs , wenn fie ihn lebendig anfafieten, ihre Hände davon, wie von Nef- 
feln, aufliefen. Hieraus machen fie den Schlüfs, dafs feine Stacheln giftig feyn, welche 
Eigenfchaft fie auch aus diefer Urfache dem Flcifche beilegen; daher der Genufs deffel- 
ben von den Aegyptiern verabfeheuet wird. Jenes Auflaufen der Hände wird unftrei- 
tig, fo wie bey den Neffeln durch den Schmerz, welchen die feinen Stacheln bewürken, 
verurfachet. 

Das Herz ift klein, birnförmig, und das Herzohr grofs und weit. Der Ma- 
gen ift weit, derDarmkanal hat drey Beugungen, die Leber ift ftark, und befteht aus 
einem groffen und zwey kleinen Lappen , die Miltz und Gallenblafe find klein. 

In Deutfchland wird diefer Fifch der gef reifte- Stachelbauch , in Frankreich Globe 
raj/J, und in Arabien Fahaka genannt. 

Linne hat unfern Fifch nur mit wenig Worten a), Hajfclqaifl b) und Statins 
Müller c) aber haben ihn umftändlich befchrieben, jedoch keiner von ihnen uns mit ei- 
ner Zeichnung befchenkt. 



a) S. N. p.411. n.%. b) L. S. 3. Tb, S.31.1. 

b) Rei£ S. 441. 



Naturg, ausländ. Fifhe. I. Theil. 



13<? 



Der Seekrüpfer. 



4- 
Der 



DER SEEKROEPFER. 
CXLIIfte Tafel. 

Der Bauch hervorftehend, die Stirn gerade. Er. 18. A, 10. S. io. R.«). 
Tetroden venire prominente, fronte plana. P. Will. A. X. C. X. D. IX. 



Tetrodon hifpidus, T. totus hifpidus, papillis fe- Orbis primus Rond. Willughb. p. 143. tab. I. 1. Sc 



taccis. Linn. S. N. p. 411. n.6. 
Oftracion fpharicus tetraodon, aculeis exiguis. 
Arteä. gen. p. 58. 11. II. Syn. p. 83- n. 1 



orbis hirfutus Wormii. p. 155» 
tat. I. 3. 
— Ray Synops. p. 43. n. 1. 2. 
tetraodon ventricofus, corpore toto murica- — pifcis folaris diftus, Seba Thef. III. p.59. 
to. Lagerfl. Chin. p. 23. n . 7. tab. 23. fig. 7. 8. 

— oblongo-rotundus, tetraodon: aculeis bre- — Aldrov. p. 353. orbis ftellatus. p. 355. 
vibus undique, excepto ad caudam. Gro- Pefce palombo. Sah. p.208. b. 
»ow. Zoopb. p.48. n. 182. .Muf. 1. p.55. IkanPapoewa Djantan. Valent. Ind.Vet. Sc Nov. 
»•124. III. p. 422. fig. 249. 

Crayracion toto ventre fphaencus & parvulis acu- Le Flascopfar. Rond. Hift. des Poiff. p. 322. Or. 
leis doiiatus; quatuor dentibus Luis inftru- - bis, de Pifc. P. 1. p. 419. 

clis, cauda produfla. Klein Miß. Pifc, HI, Weather-Cock. Art. of Angl. p. 139. 



p. 18. n. 2. 
Orcbis. Plin. Hift. Nat. lib. 32. n.2. 

— vel Orbis. Bellon. Aquat. p. 298-299. 

— — — Gesner Aquat. p. 631.634. Icon. 
Animal.p. 154. 155. Lumpfifch, Kugelfifch, 
Schnottolf, Meerflafch. Thierb. S. 83. b. 

— Hirfutus. Wortn. Muf. p. 270. 



Scullfish, Globefifch, Charte*. Onorn. p.T54-n. 5. 

Globe Diodon. Penn. B. Z. III. p. 132. n. 56. pl. 20. 

Orbis Jonfl. p. 123. Meertaube, Meerfiäfcb, Ku- 
gelfifch. tab. 24. fig. 9. Sternflafch, fig. n. 
Schnattfifch, fig. 12. 

Die Seeflafche Müll. L. S. 3. Tb. S.318. 



Diefer Fifch unterfcheidet fich von den übrigen durch feinen weit vor dem Ko- 
pfe hervorragenden Bauch, und von dem vorhergehenden durch die flache Stirn. In 
der Bruftflofle zählet man achtzehn, in der After- und Schwanzfloffe zehn, und in der 
Rückenfloffe neun Strahlen. 

Der Körper ift kurz, und wenn der Bauch aufgeblafen ift, aufferordentlich dick; 
x*a könnte daher füglicher fagen, der Fifch fey ganz Bauch, als mijt Plinitu dafs er 



Der Seekröpf er. 131 

ganz Kopf fey a). Der Kopf ift klein , die Lippen am Munde ftark, und die Nafenlfl- 
cher ohnweit den Augen; letztere lind klein, haben einen fchwarzen Stern, der von ei- 
nem goldenen Ringe umgeben wird. Der Rücken ift rund, der Schwanz kurz, und auf 
den Seiten ein wenig zufammengedrückt. Der ganze Körper ift bis auf den Schwanz 
dicht mit kleinen Stacheln befetzt. Die Grundfarbe des Fifches ift weisgrau, derRük- 
ken bräunlich, und auf beiden Seiten nimmt man verfchiedene Streiften von ähnlicher 
Farbe wahr. Sämmtliche Floffen find klein, von grauer Farbe, und mit vielzweig igten 
Strahlen verfehen. 

Wir treffen diefen Fifch im mittelländifchen und oftindifchen Meere, auch im 
Nilftrom an. Er wird einen bis zwey Fuß lang, und hat, wie Bellon verfichert b), ein 
efsbares Fleifch. 

In Deutfchland nennet man diefen Fifch mit Recht, wegen feines hervorftehendera 
Kropfes, Seekröpf er; fonft ift er auch unter den Namen Seeflafche, Meertaube, Meer- 
fiafche, Stemfiafche, Schnatt fifch, und Kugelfifch bekannt. In Venedig heift er, wegen 
der Aehnlichkeit mit einer Taube, pefce colombo. Die neuern Griechen, welche ihn mit 
einer Fiafche vergleichen, nennen ihn Flaicopfaro, welche Benennung die Franzofen bey- 
behalten haben; die englifchen Schriftfteller hingegen, die ihn der runden Geftalt 
des Gehirns, oder einem Waflerhahn, oder einer Kugel ähnlich finden, belegen ihn mit 
den Namen Gehirnfifch, ScuU-Fish , Wafferhahn, Weather-Cock, und Kugel, Globe. In 
Indien wird er Ican Papoewa Djantan genannt. 

Bellon, der uns die erfte Zeichnung gab, verfahe fie ftatt der Stacheln mit Schup- 
pen c), und Rändelet ftellte den Bauch zu kurz vor d). Gesner kopirte diefe, e) und gab 

R 2 



a) Seine Worte find: totusque capite conflat. c)' I. a. B. p. 299. 
Hift.Nat. lib. 32. e. 2. d) de Pifc. P. 1. p. 419. 

«b) Aquat, p. 298, c ) Aquat. p.631. ' 



I3 2 -D^- Scekr'öpfer. 

uns eine heue etwas beffere a); noch vorzüglicher aber ift die, welche wir dem Salvim 
zu verdanken haben b). 

Aldrovand, welcher die Gesnerfche abzeichnen liefs, verfahe uns gleichfalls mit 
einer neuen, die er aber ftatt der Bruft- und Afterfloffe mit fternförmigen Figuren, die 
in Zirkeln flehen, verzierte c) 

Gronov führt unrichtig die fünfte.'Nummer der vierzähnigen Kugelfi fche des Ray, 
welche unfcre Stachelkugel ift, zu unferm Fifch an d). 



a) Aquat.»p. 634. c) Pifc. p. 554. 555. 

b) Aquat. p. 208. b. d) Zooph, p. 48. n. 182. 



Der getiegerte Stachelbauch. 133 

DER GETIEGERTE STÄCHELBAUCH. 
Tetrodon Honckenii. 

CXLIIIte Tafel. 
Der Unterkiefer hervorflehend. Er. 14. A. 7. S. 7. R. g. 
Tetrodon maxilla inferiore longiore. P.XIF, A.VIL C.VIl D.FIIL 

Der hervorflehende Unterkiefer ifl ein ficheres Merkmal diefen Fifch von. den 5, 

übrigen zu unterfcheiden, In der Bruflfloffe zählet man vierzehn., in der After- und E> er 

getiegeiite 
Schwanzfloffe fieben, und in der Rückenfloffe acht Strahlen. Stachel- 

Der Kopf ifl klein, die Mundöffnung gröffer, als bey den übrigen diefes Ge- bauch, 
fchleehts. Die Nafenlöcher find einfach, röhrenförmig, und ohnweit der Oberlippe be- 
findlich; die Stirn ifl abfehüfsig, die Augen find klein, von der äuffern Haut halb be* 
deckt, ihr Stern ifl fchwarz und ihr Ring bläulicht. Der Rücken ifl gerade, rund, und 
fo wie die Seiten von brauner Farbe; auf erflerem flehet mni>blafsgelbe, und auf letzte- 
ren hellblaue Flecke. Der Bauch und der Schwanz find bis an der Seitenlinie weifs, 
und der ganze Körper bis auf den Kopf und Rücken von kurzen Stacheln rauh; die 
zarte Seitenlinie fängt unterhalb dem Auge an, fleigt nach dem Rücken zu in die Höhe, 
läuft mit demfelben in gleicher Richtung bis in die Mitte der Schwanzfioffe, in der 
fie fich verliehret; fämmtliche Floffen find bräunlich, und nur die Bruftfioffen mit ei- 
ner blauen Einfaffung verfehen. . 

Diefer Fifch hält fich in den oflindifchen und chinefifchen Gewäffern auf, und 
habe ich ihn meinem fehr dienflfertigen Freunde, dem Herrn Oberamtmann Honkeny 
zu verdanken : diefes Exemplar ifl zwar nicht gröffer, als die davon genommene Zeich- 
nung, wahrfcheinlich aber findet man ihn auch gröffer. 

Die äuffere dicke Haut , welche den Körper umgiebt, macht vor der Kiemenof- 
nung eine Falte, welche diefelbe zum Theil bedeckt, und die Stelle der Kiemenhaut ver- 
tritt; wenigflens habe ich keine eigentliche Kiemenhaut bemerken können. Der Kiemen- 
deckel beftchet aus einem knorplichten Biättchen,~wekhes innerhalb der Kiemenöfnung 

R % 



J 34 Der getiegsrte Stachelbaucb. 

bis auf ein hervorgehendes Knöpfeben, verfleckt Hr. Ich habe nur drey lange Kiemen 
gefunden, davon eine jede, wie bey den Schuppenfifchen, aus zaey zottigen Blättern 
befteht. Bey der Oefnung des Unterleibes fand ich die auflere Haut an das Darmfell 
zwar angewachsen, fie liefs fich jedoch von denselben leicht trennen. Die innere Haut 
des letztem bildete mit der auffern des Magens denjenigen Sack, wodurch der Fifch 
fich aufblafen kann. Nach diefem kam der dünnhäutige Magen, der mit halbverdauter 
Krebsbrut angefüllt war, zum Vorfchein. Zur rechten Seite deffelben, denn ich hatte 
den Fifch dergeftalt auf dem Rücken vor mir liegen, dafs deffen Kopf gegen mich ge- 
richtet war, lag eine ungeteilte lange Leber, die oben abgeftumpft und unten zugefpitzt 
war. Die Gallenblafe und Milz waren klein, der Darmkanal aber von mittlerer Länge: 
denn er war zweimal gebogen. Was mir unerwartet vorkam, das waren zwey nur oben 
und unten ein wenig befeftigte wie Nieren gebildete Körper, die, als ich fie ofnete, mit 
Eiern angefüllt waren. Die Eier fitzen in kleinen breiten Büfcheln, welche die Ge- 
walt desjenigen Krauts haben, das man Fuchsfchwanz nennt. Beide Eierfäcke haben 
unterwärts einen gemeinfehaftlichen hohlen Gang, der £c verbindet, und vermittelft 
welchen -die Eier einen Ausgang finden. Die Anzahl der Eier war grofs, fie hatten eine 
Orangefarbe, und waren von der Gröffe des Hirfefaamens, 

In Deutfchland kann man diefen Fifch, wegen feiner Flecke mit dem Namen 
des getiegerten Stachelbauchs und in Frankreich Herifon tigre, belegen. 



Der Zottenfifih. »S*» 



DER ZOTTEN FISCH. 
Tetrodon Spengleri. 

CXLiVfte Tafel. 



6. 

Der 

Zotten- 



Viele Fafern am Körper. Br. 13. A.7. S.g. R.8- 

Tetrodon cirris plurimis, P.XIII. A.VL C. FIIL D. VUL "fföh. 

Die vielen kurzen Fafern, womit der Körper befetzt ift, unterfcheiden diefenFifch 
▼on den übrigen diefes Gcfchlechts. In der Bruftfloffe zähle ich dreizehn, in der After. 
Hoffe Heben und in der Schwanz- und Rückenfloffe acht Strahlen, 

Der Kopf ift grofs, das Auge klein, der Stern fchwarz, und der Ring gelb- 
Die Nafenlöclier find röhrenförmig, und dem Auge näher als der Mundöfnung. Letz- 
tere ift ungemein klein, und beide Kinnladen find von gleicher Länge. Die Stirn ift breit, 
und abfehüfsig, der Rücken rund, und bildet einen flachen Bogen. Die Grundfarbe des 
Kopfes, Rückens und der Seiten ift röthlichr, worauf fich viele dunkelbraune Flecke be- 
finden. Von der Mundöfnung bis zur SchwanzfJoffe ziehet fich eine Reihe dunkelbrau- 
ner runder Flecke hin. Der Bauch iftweifs, und weit weniger ausdehnbar, alsbey den 
drey vorhergehenden; dagegen mit ungleich ftärkern Stacheln befetzt: auch find der Rük- 
ken und die Seiten von einem Zoll hinter dem Auge bis auf einen Zoll von feiner Floffe 
mit kleinen Stacheln verfehen. An dem Körper befinden fich, den Bauch ausgenom- 
men, kleine Fafern oder Zotten, und da diefes der einzige unter allen übrigen ift, der 
felbige aufzuweifen hat, fo habeich ihm den Kamen Zottenfifih beigeleget. Die zarte 
Seitenlinie fängt vor dem Auge an, macht unterhalb demfelben eine Beugung in Geilalt . 
eines halben Zirkels, nähert fich darauf dem Rücken , läuft mit demfelben paralel, und 
endigt fich in der Mitte der SchwanzflofTe. Sämmtliche Floffen find klein, haben viel- 
zweigigte Strahlen und eine graue Farbe. 



136 Der Zottenßfch. 

Das Vaterland diefes Fifches ift das oflindifche Meer, und habe ich ihn meinem 
würdigen Freund, dem Herrn Kuuflverwaltcr Spengler in Koppenhagen zu verdanken. 
Er erreicht die Grö'fie der hier gelieferten Zeichnung, und lebt wahrfcheinlich von 
Krebs- und Mufchclbrut; 



Ende des erden Theils. 



D. MARCUS ELIESER BLOCH'S, 

ausübenden Arztes zu Berlin; der Güttinger, Utrechter, Frankfurter, Vlieflinger und Harlemer Societäcen derWiffenfchaften; 

der Churfürftlich-Mainzilchen Akademie der Wiflenfchaften ; der Berliner, Danziger, Hallifchen und Zürcher Naturfor- 

fchenden Gefellfchaftcn ; der Römifch-Kaiferlichen Akademie der Naturforfcher ; der St. Petersburger, Leipziger, Baierifchen 

und Cellifchen ökonomifchen Gefellfchaften ; der Ackerbau - Gefellfchaft und des Muße zu Paris, Mitglieds 

oder Correfpondenten, 

NATURGESCHICHTE 

DER AUSLÄNDISCHEN FISCHE. 

MIT SECHS UND DREISSIG AUSGEMALTEN KUPFERN NACH ORIGINALEN. 



ZWEITER THEIL. 



C> . 65 




BERLIN, 1786. 
Auf Koften des Verfaflers, und in CorumuTion der Buchhandlung der Realfchule, 



J&& 



VORREDE. 



Jjej der lieber -gäbe diefis Bandes meines Fifchwerks an 
ein geehrtes Publikum, finde ich nichts %u erinnern, als 
daßelbe um die fernere UnterfliitT^ung eines mit vieler Mühe 
und Kofien verbundenen Werks {u bitten. Ich fchmeichele 
mir deßen fernere gutige Aufnahme um fo viel mehr , da ein 
jeder Kenner eingesehen wird , daß die Kupfer mit jedem 
Bande bejfer geßochen, reinlicher abgedruckt und mit mehrerer 



V O R R E D E. 

Sorgfalt ausgemalet werden; daß ferner mit jedem die Zahl 
der unbekannten Fi/che ßch vermehre, wodurch denn die 
Kenntnifs in diefim Fache der Natur gefchichte erweitert wird. 
Mehr er es %u fagen verbietet mir die Befcheidenheit : das was 
ich aber angeführet habe, fchien mir nothw endig , um den 
nöthigen Abfat{ bey der Fortfit^ung die/es Werks qi befördern. 



Fortfe tzung 
des 

Ver^eichniffes der hohen und rejpecl. Herren Subfcribenten. 



Oeine Durchlaucht der regierende Fürft von Lichtenftein zu Wien. 



Hr. ProfefTor Bernoulli zu Bafef. 
Der Ritter Hawkins in London. 
Hr. von Herz in Augfpurg. 
>. Hr. Doktor Kappelhoff in Amflerdam. 
Hr. von Krockow, General in Preußen. 
Hr. Hofrath Kraft in Wien. 
Hr. von Leitner zu Cafchau. 
Hr. von der Null in Wien. 

Hr. ProfefTor Sprüngli zu Stettlin in der Schweiz. 
Hr. von Textoris, K. K. Ingenieur und Ober -Waldburger in Leitfchau. 
Hr. Doclor Trofchel in Amfterdam. 
Hr. Doclor von Schofelin in Wien. 
Hr. Baron Sigismund von Zois in Wien. 



I n h 



l u 



XJer gefleckte Stachelbauch . ; : : ; . . Seite 4, 

Der geftreckte Stachelbauch — 6, 

Der Schnabelfifch . . . ; — 

Von den Hornfifcken überhaupt ....... — 9' 

Der Einhornfifch — 12 

Der kleine Einhornfifch — 15, 

Der zweifhchelichte Hornfifch — 17, 

Der Stachelfchwanz .......... — 19, 

Das alte Weib :..... — 22, 

Der gefleckte Hornfifch . — 25 

Der fchwarze Einhornfifch ....... — 27 

Der chinefifche Hornfifch — 29, 

Die Murene — 31 

Der bunte Aal — 35 

Der Meeraal — 37 

Von den Kahlrücken überhaupt : — 41 

Der elektrifche Aal — 43 

Der Langfchwanz — 59. 

Der Kurzfchwanz — 6r 

Von den Degenfifchen überhaupt — 63 

Der Spitzfchwanz . , — 65 

Von den Schlangenfifchen überhaupt — 

Der Graubart ;...... — 70, 

Der ElephantenrüfTel — 72 

Von den Deckfifchen überhaupt — 74. 

Die Golddeck« — 75 



Taf. CXLV. 

— CXLVI. Fig. 1. 

— CXLVI. — 2. 

— CXLVII. 

— CXLVIII. Fig. T. 

— CXLVIII. — 2. 

— CXLIX. 

— CL. 

— CLL 

— CLII. Fig. 2. 

— CLII. — 1. 

— CLIII. 

— CLIV. 

— CLV. 

— CLVI. 

— CLVII. Fig. 2. 

— CLVII. — I. 

— CLVIIL. 

— CLIX. Fig. I. 

— CLIX. — 2. 

— CLX. 



Inhalt. 

Von den Spinnenfifchen überhaupt Seite 

Der Spinnenfifch ....♦...,. — 

Der Seedrache oder der kleine Spinnenfifch . . — 

Von den Sternfehern überhaupt — 

Der Sternfeher . . ; — 

Der Stockfifch l — 

Die Meerquappe — 

Der breite Schellfifch — 

Der bandirte Schleimfifch — 

Der Meerpapillon — 

Der Meerhirfch , — 

Der Augenwimper. — 

Von den Hochrücken überhaupt ....... — 

Der Hochrücken — 

Von den Bandfifchen überhaupt ....... — 

DerBandfifch — 

Von den Schildfifchen überhaupt — 

Der Schiffshalter — 

Der Anfauger . . — 

Von den Stut^öpfen überhaupt — 

Das Sechsauge — 

Der gefleckte Stutzkopf — 

Die Meerpfau - — 

Der blaue Stutzkopf — 

Von den Langfchwän^en überhaupt — 

Der Berglachs . — 

Die Nafengrundel — 

Der oflindifche Groppe > • — 

Der Brummer — 

Die Stachellinie — 



77- 






79- 


Taf. CLXI. 


84- 


— 


CLXU. Fig. 2. 


88. 






90. 


— 


CLXfll. 


94. 


— 


CLXIV. 


100. 


— 


CLXV. 


105. 


— 


CLXVI. 


ITO. 


— 


CLXII. Fig. 1. 


112. 


— 


CLXVII. Fig. 1. 


"5- 


— 


CLXVII. — 2. 


118. 


— 


CLXIII. 


xai. 






122. 


— 


CLXIX. 


124. 






126, 


— 


CLXX. 


129. 






131- 


— 


CLXXI. 


135- 


— 


CLXXIL 


138. 






140. 


— 


CLxxur. 


143- 


— 


CLXXIV. 


146. 


— 


CLXXV. 


148. 


— 


CLXX VT, 


150. 






152- 


— 


CLXXVII. 


154- 


— 


CLXXVHI. Fig. 3. 


156. 


— 


CLXXV1II. — 1. 2. 


157- 


— 


CLXXIX. 


159- 


— 


CLXXX. 



NATUR- 



NATURGESCHICHTE 

AUSLÄNDISCHER FISCHE. 



ZWEITER THEIL. 




•STACHELBAUCHE. 



DER GEFLECKTE STACHELBAUCH. 

CXLVte Tafel. 

Eine halbmondförmige Binde auf dem Rücken. Br. 13. A. 12. S. 8- R. 15» 
Tetrodon fajcia femilunari in dorfo. P. xvill. A. XI j. C.Vill. D. XV. 

Tetrodori ocellatus., T. fafcia humerali ocel- Geogde OpMaazer-vifch. Maf.JJaverian. p.IO. 
lata. Linn. S. N. p. 4_r r. n. 4. Mu£ Adolph. n. 205. 

Friedr.U. p. 55. & Oftracion macnlofus, Kai-po-y. Osbeck ReiH nach China. S. 294. 
abdomine muricaco. Reife nach Schonen. Fu-Rube. Kampf. Jap. 1. Th. S. 152. 
S. 245. Der gefleckte Stachelbauch. Müll. L. S. 3. Th. 

p. 316. 



iefer Fifch unterfeheidet fich von den übrigen durch ein fcfwarzes halbmond- * - 

förmiges Band auf dem Rücken; diefes Band, mit einer gelben EinfafTung, dienet Dergefleck- 
dem Fifche zur Zierde. In der BruftfloiTe zählet man achtzehn , in der AfterfloiTe te StacheI " 
zwölf , in der Schwanzflofle acht und in der RückenfloiTe fünfzehn Strahlen. 

A <?, 



4 Der gefleckte Stachelbauch. 

Der gefleckte Stachelbauch ift dick, rund, und nur an der Bruft und am Bauche 
mit Stacheln befetzt. Der Kopf ift klein, oben breit, an den Seiten nur wenig 
zufammengedrückt. Die Mundöfnung ift rund , beide Kinnladen find von gleicher 
Länge und mit beweglichen Lippen bedeckt , die Zunge ift glatt und rundlicht. 
Die Nafenlöcher ftehen ohnweit den Augen, letztere find klein, ohne Nickhaut, und 
haben einen fchwarzen Stern der von einem goldfarbenen Ringe eingefchloflen ift. 
Die Kiemenöfnung ift halbmondförmig, und dicht vor der Bruftflofle befindlich. 
Der Rücken ift rund, glatt, von dunkelgrüner Farbe, die nach den Seiten zu heller 
wird, und feine Floße flehet auf einem fchwarzen Fleck, mit einer gelben Einfaflung. 
Die Seitenlinie fängt noch vor dem Auge an, macht eine Beugung um daflelbe, und 
läuft hernach mit dem Rücken parallel. Der Schwanz ift kurz, glatt, rund, und 
der After ftehet weit hinten am Körper. Sämmtliche Floffen find kurz, gelblich, 
und mit vielzweigigten Strahlen verfehen. Der Bauch hat eine weüTe Farbe und ift 
mit kurzen ftarken Stacheln befetzt. 

Das Vaterland diefes Fifches ift China und Japan ; dort trift man ihn in füfsen 
WafTern und hier im Meere häufig an, und wird diefer Fifch für fo giftig, gehalten, 
dafs der Genufs feines Fleifches innerhalb zwey Stunden den Tod nach fich ziehen 
foll. Der Chinefer welcher Herrn Osbeck diefes verficherte, rieth ihm daher feine 
Hände wohl abzuwafchen; auch ift aus diefem Grunde der Verkauf defTelben durch 
ein Gefetz verboten. AiuTer diefem giebt es in Japan noch einige Arten die hieher 
zu gehören fcheinen a) , und welche man ebenfalls für giftig hält ; einer davon 
hat ein fo zartes Fleifch, dafs er für den wohlfchmeckendften unter allen dafigen 
Fifchen gehalten wird : damit nun der Genufs defTelben keine üble Wirkungen 
hervorbringen möge ; fo fchneidet man den Kopf ab , trennt die Gräten und 
Eingeweide davon , und benimmt durch wiederhohltes Wafchen dem Fkifche feine 
fchädliche Eigenfchaft. Ob nun gleich dem ohnerachtet zu Zeiten Menfchen davon 
fterben ; fo hält es die übrigen doch nicht ab , davon zu effen , denn fie glauben 

a) Sutumebuka, Mabuka und Kitamakura. Kämpf. I. Th. S. 152. 153. 



Der gefleckte Stachelbauch. 5 

dafs in folchem Falle die gehörige Reinigung vernachläfsiget feyn mürle. Es ift: 
daher in diefem Reiche der Genufs diefes Fifches den Soldaten gänzlich unterfagt; 
und wenn dem ohnerachtet {ich einer oder der andere dadurch den Tod zuziehet, 
gehen feine Söhne der militairifchen Ehrenilellen verluftig. Es giebt noch eine andere 
Art defTen Gift fo heftig ift , dafs er auch durch das forgfältigfte Wafchen dem 
Fleifche nicht benommen werden kann , und diefen wählen fich gewöhnlich die 
zur Speife, welche ihres Lebens überdrüfsig find 0). 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch den gefleckten Stachelbauch; die Holländer 
Geogde Ophlaa^er-Vifch; und die Franzofen Heriffbn croijfant; in China wird er 
Kai-po-y und in Japan Fu-Rube genannt. 

Kämpfer hat diefes Fifches zuerft gedacht, Osbeck b) und Linne c) haben ihn 
nachhero befchrieben , allein eine Zeichnung davon ift mir nicht bekannt geworden. 

Linne führt zwar die fünfzehnte Gattung der Beinfifche des Artedi zu dem 
unfrigen an , allein da nach feiner Befchreibung der Fifch durchaus mit Stacheln 
befetzt ift; fo ift es nicht der unfrige, fondern der Seekröpfer d). 



a) Osbeck. Chin. S. 294. Kampf. Jap. c) Muf. Adolf. Friedr. II. p. 35. 

I. Th. S. 123. d) Tctrodon Hifpidus L. 

6) A. a. O. 



A3 



Der geßreckte Stachelbauch. 



DER GESTRECKTE STACHELBAUCH. 
Tetrodon oblongus. 

CXLVIte Tafel Fig. i. 

Der Körper geftreckt, die Kinnladen gleich lang. Br. i<5. A. n. S. 19. R. 12. 

Tetrodon oblongus j maxillis aequalibus. P. xvi. A. xi. C. xix. D. xn. 

8- Uiefer Fifch unterfcheidet fieh von dem erften oder vom Schildkrötenfifch durch 

Derge- f e ; ne gleich lange Kinnladen, von. den übrigen aber durch den geftreckten Körper. 
flreckteSta- ° i 

chelbauch. * n ^er Bruftfloffe find fechszehn , in der AfterflofTe eilf, in der SchwanzflofTe 

neunzehn, und in der RückenflofTe zwölf Strahlen befindlich. 

Der Kopf ift lang , oben breit, und die Lippen find itark, z^ifchen dem Auge 

und der Mundöfnung ift ein runder weiffer Fleck , in welchem die doppelten 

Nafenlöcher befindlich find. Die Augen flehen am Scheitel , haben einen fchwarzen 

Stern in einem gelben Ringe; die Kiemenöfnung ift weit und der Kiemendtckel 

endigt fich unterwärts in eine Spitze, der Rücken ift rund, und fo wie der Kopf 

mit braunen Streifen geziert. Der Bauch ift breit, und bis an den After mit Stacheln 

verfehen. Auch der Rücken ift von den Nafenlöchern bis an feiner Floße von 

kleinen Stacheln rauh. Die Seiten find glatt und filberfarben. Merkwürdig find 

an diefem Fifch die beiden Seitenlinien, welche die Gränzen der Seiten gleichfam 

beftimmen. Die obere fängt dicht hinter dem Auge an, macht nach unten eine 

Beugung und geht alsdann in ziemlich gerader Richtung nahe am Rücken zum 

Schwänze hin ; die untere fängt am Kinn an, geht nahe am Bauche fort, macht an 

der Bruftfloffe, nach oben eine Beugung, und fteigt an der Afterfloffe in die Höhe. 

Beide verlieren fich nicht, wie gewöhnlich, in der Mitte der SchwanzflofTe, 

fondern an den beiden äuffern Enden derfelben. Die Bauchhöhle ift fehr lang 

und der After weit hinten am Körper befindlich, Sämmtliche Floflen find gelbgrau 



Der gefir -eckte Stachelbauch. 7 

und haben vielzweigige Strahlen, wovon die am Schwänze vor der Verbindungs- 
haut hervoi flehen. Wie der Bau des Mundes zu erkennen giebt, lebt diefer Fifch 
von den hartfchaligen WafTerbewohnern. Sein Vaterland ift Ortindien, und er 
wird wahricheinlich gröfTer als gegenwärtige Zeichnung, die nach einem Originale 
verfertiget ift, welches ich in meiner Sammlung befitze. 

Ich habe noch einen andern Stachelbauch der von diefem darin abweichet, 
dafs er auf dem Rücken fechs braune Bänder hat, auf den Seiten rauh, und am 
Bauche ftärker ift. Endlich unterfcheidet er fich auch durch die Anzahl der 
Strahlen in denFlofTen; er hat in der BruftfiofTe ftatt fechszehn, achtzehn, in der 
AfterflofTe ftatt eilf , neun , in der SchwanzflofTe ftatt neun , fieben , und in der 
RikkenfTofTe ftatt zwölf, nur eilf Strahlen. 



Der Schnahelßfih. 



DER SCHNABELFISCH. 
Tetrodon roftratus. 

CXLVIte Tafel Fig. 2; 

Der Kopf in einem Schnabel fich endigend. K. 1. Br. 16. A. 8- S. 10. R. 9. 
Tetrodon maxillis proreäis. B. 1. P. xvi. A. viii. C. x. D. ix. 

Der ifc'hn Die verlängerten Kinnladen, welche einen Schnabel bilden, find ein Merkmal 
belfifch. woran man diefen Fifch erkennen kann. In der Kiemenhaut zähle ich einen Strahl, 
in der Bruftflofle fechszehn, in der Afterflofle acht, in der SchwanzflofTe zehn und 
in der Rückenflofle neune. 

Beide Kinnladen find gleich lang, die Stirn ift abfchüffig und breit; die Augen 
find grofs und nahe am Scheitel befindlich, ihr Stern ift fchwarz und der Augenring 
röthlich, um denfelben find braune Sternförmige Strahlen, und um den Schnabel 
Linien von gleicher Farbe fichtbar. Der Rücken und der vordere Theil des Bauches 
find nur mit Stacheln befetzt , der übrige Körper ift glatt. Die Seiten find zufam- 
mengedrückt, nach dem Rücken zu grau, im übrigen %ber weifs. Der After ift dem 
Schwänze näher als dem Kopfe. Eine Seitenlinie habe ich nicht bemerken können. 
Die BruftflofTen find kurz und breit, die Schwanzfiofle ift an beiden Enden braun, 
die übrigen Flößen find gelblich, und alle mit vielzweigigten Strahlen verfehen. 

Diefer Fifch gehöret ebenfalls in Oftindien zu Haufe; ich habe felbigen dem um 
die Naturgefchichte verdienten und zu früh verftorbenen Hrn. Konferenzrath Müller 
in Kopenhagen zu verdanken. 



XXXVHIftes 



Hornßfche. 



-ß^^^M 



$r - ^=^m ===== ^ 

XXXVIIIftes GESCHLECHT. 

HORNFISCHE. 
Erster Abschnitt. 

Von den Hornfifchen überhaupt. 
Der Körper rauh, der Bauch fcharf. Pißes corpore hi/pido, abdomine carinato. 

Baliftes. Linn. S. N. gen. 135. p. 404. Le Balifte. Goüan Hift. des PouT. gen. 52, 

Arted gen. 33. p. 50. & Capnfcus, r j -r 

, . Hornfifche. Mä//. L. S. 3. Th. S. 294. 

Syn. p. 04. ° y ^ 

Schiesfifche. Onomat. Hift. nat. Tom. 2. p. 132. 

Gron. Zooph. p. 5t. Mausbocksmaul. Neuer Schaupl. der Natur. 

Caprifcus. Klein. Miffi Pifc. HI. p. 24. 5. B. S. 428. 



D 



ie rauhe Haut und die fcharfe Endigung des Bauches find Eigenfchaften, 
woran man die Fifche diefes Gefchlechts erkennen kann. 

Der Körper ift von beiden Seiten zufammengedrückt und mit kleinen Stacheln 
befetzt, und diele machen, dafs fich der Fifch rauh anfühlen läfst. Die Gränzen 
des Kopfes und dis Rumpfes lafTen fich nicht genau beftimmen. Die Mundöfnung 
ift eng, und beide Kinnladen find mit Zähnen befetzt. Die Kiemenöfnung ift fchmal 
und flehet höher als die BruflflofTen. Der Kiernendeckel fehlet und die Kiemenhaut 
welche verborgen liegt, ift mit zwey knorpelichten Strahlen verfehen. Der Bauch 
und Rücken endigen fich in eine Schneide, auf jenem flehen zwey FlofTen, davon 
die vordere bey einigen ihren Sitz zwifchen den Augen hat, und da fie alsdann nur 
aus einem Stachel befteht; fö hat man diefen für ein Hörn angefehen , und das 
Gefchlecht mit dem Nahmen Hornfifche belegt. Auch diefe Fifche können den 
Naturg. ausländ. Fifche. IL Thal. B 



10 Hornfifche. 

Bauch etwas aufblafen. Unter der Haut des Bauches liegt ein flarker Knochen der 
mit feinem Ende aus derfelben hervorragt, und von kleinen Stacheln rauh ift. Die 
Hornfifche gehören zu den fleifchfreffenden Thieren , und einige erreichen eine 
anfehnliche GröfTe ; verfchiedene prangen mit fchönen Farben , und die mehreften 
werden für giftig gehalten. 

Unter den europäifchen GewäfTern hat das mittelländifche Meer einen einzigen, 
den die Italiener Pefce Bakflra nennen , aufzuweifen : daher denn auch diefer 
von den altern Ichthyologen befchrieben worden ift a). Clafius machte irns 
zuerft mit dem kleinen b) , Marcgraf mit dem groffen Einhornfifch c), mit dem 
alten "Weibe d) und mit dem chinefifchen e) , den auch in der Folge Osbeck 
genau befchrieb , bekannt. Darauf gedenkt Lißer des gefleckten f), des ftach- 
lichten g) , des Gabelfchwanzes h) und des fchwarzen HornhTches i ). Artedi 
brachte fie in ein Gefchlecht, und belegte es mit dem Namen Balißes, vermuthlich 
wegen der Aehnlichkeit des harten Stachels, mit dem Mauernbrecher der Griechen: 
er läfst aber den groffen und kleinen Einhornfifch aus , bringt ftatt diefer den 
Schnepfenfifch k) in diefes Gefchlecht, und handelt den Baleftra befonders ab /). 
Nach der Zeit lehrte uns Seba den RüfTelhornfifch m), Nieuhoff den zweiftachlich- 
ten n) und den punktirteno) Hornfifch, den Gronov genau befchreibtp), kennen. 



ß) Orchis. Betton Aquar. p. 293. h ) Guaperva cauda forcipata. A, a. O» 

b~) Monoceros pifcis, Exotic. p. 143. Ba- Tab " *' 22, 

Iiftes tomentofus L. Guaperva cauda ftriata. A. a. O. Tab. I. 

a -n n- £». t» i-./i 24. Baliftes ringens L. 

c) Acaramucu BrafT. p. 168. Bahftes mo- T . ° 

_ k) Centrifcus fcolopax L, 

noceros L. l 

/) Caprifcus Syn. p. 114. 

d) Guaperva. I.a.B.p. 163. Bahftes vetulaL. . D ,. n n r , „ ... , 

r r j m ^ Bahftes roftratus. Seb. Th. III. tab. 24.' 

e) Pira aca. p. 154. n ^ & ß yarius tab ^ n ^ Baliftes hi- 
/) Guaperva longa. Wälughb. App, p. 2T. fpidus X. 

tab - I. 20- n) Hornvifch. Ind. Tom. 2. p. 272. 

g) Guaperva hiftrix. A.a.O. Tab. I. 21. 0) Stipvish, — — p. 275, 

Baliftes aculeatus L. p) Muf. 1. p. 52. n. 115. 



Hornfifche. , »* 

Daraufmachte uns Klein mit einem neuen 7), dem Gronov Indien zum Vaterlande 
giebt r) , bekannt, und bringt ihn mit noch zehn anderen in ein Gefchlecht welches 
er mit dem Namen Caprifcus belegt, zusammen s). Nachher befchreibt Gronov einen 
aus den GewäfTern Curafaus /) und einen aus Amerika u). Endlich hat Linne 
den Pockenrücken v) und den Warzenfchwanz x) befchrieben, welche zufammen 
fiebenzehn Gattungen ausmachen. Linne giebt aber diefem Gefchlechte nur achte, 
indem er den gefleckten und den Gabelfchwanz des Lifier , den zweiftachlichten 
und den punktirten Hornfifch des Nieuhoff, den Kleinfchen, und den Weft- und 
Oftindifchen des Gronov übergeht , ohngeachtet WUlughby , Ray und Artedi 
die mehreften davon befchrieben haben. Am meiften wundert mich, dafs er den 
Baleftra, den doch alle Ichthyologen feit dem SaLvian befchrieben und abgebildet 
haben, nur in der Bcfchreibung des königl. Mufad erwähnet y) \ und da er aus 
dem Chinefifchen des Marcgraf und dem des Clußus nur eine Gattung macht; fo 
bleiben ihm nur acht Gattungen übrig. 

Im Renard finde ich neunzehn Fifche, welche in diefes Gefchlecht gehören: 
allein , wegen der elenden Zeichnungen und des Mangels der Befchreibungen, läfst 
fich nicht bestimmen, ob es neue oder bekannte Gattungen find {). 

Sehr unfchicklich finde ich es, wenn in dem neuen Schauplaq der Natur im 
5ten Bande S. 217. das Wort Caprifcus durch Mausbocksmaul überfetzt wird. 



q) MnT pifc. III. p. 25. n. 8. " kenbouti, n. 96. Kandawawar, n. 98. Ewau-~ 

r) Zooph p. 52. n, 193, we founock, n. 154. Touring Reuw Marne!, 

s) A. a. O. p. 24. n. 193. Touring Reuw Femel, n. 194. 

t ) p. 53. n. 196. Tom. II. Poupou de Mampe, 11. 54. Cornuto, 

u) n. 192. n. 94. Touring Reuw, n. 103. Kleen-Oft- 

v) Baliftes verrucofus. Indis vaar, n. 136. Maenvifch, n. 136. Kroo- 

z) — — papillofus. per, n. 140. Ikan Radi, n. 153. Gros Pou- 

y) Muf. Adolph. Friedr. I. p. 58. pou, n. 157. Beer-Vuh, n. 163. Poiflon de 

l) Touring, Hill:, des Poiff. Tom. I. n. 24. röche, n. 165. Bulfok de Baero, n. 191. 
Poupou, n, 25, Ewauwapangey, n. 69. Ko- 

B a 



Der Einhornfifch. 



Zweiter Abschnitt. 

Von den Hornfifchen insbefondere. 
DER EINHORNFISCH. 

CXLVIIte Tafel. 

Ein Hörn zwifchen den Augen, ein und fünfzig Strahlen in der Afterflofle, Br. 15. 
A. 51. S. ii. R. 1. 43. Balißes unicornu, radiis quinquaginta uno in pinna 
ani. P. xv. A. Li. C. xu. D. 1. xlviii. 

Baliftes Monoceros, B. pinna capitis unira- Baliftes Monoceros. Osleck. Reif, nach China 

diata, radiis caudalibus carinatis. Linn, S. N. S. 145. 

p. 404. n. 1. Muf. Adolph. Friedr. IL p. 53. Eenhornige Hoornvish, Harlem. Verhandl. 

Caprifcus longus; mandibula inferior fuperiore XX. Th. 2tes St. p. 345. 

longior; hexaodon; cutis ad infimum ven- Acaramucu. Marcgr. Brafil. p. 163. 

tremfufca; nigris punäis & lineis ferpen- Willughb. Ichth. p. 336. tab.E. 2. 

tinis, coloris cyanei, varia; cauda extrema fig. 2. 

peclinata, pone oculum longum aculeum Erftes Mausbocksmaul. Neuer Schaupl. d, Nat. 

ferens , quem ad ufque pinnam dorfalem re- V. Band S. 428. n. 1. 

condere poteft. Klein MifT. III. p. 25. n. 10. Das Einhorn. Müll. L. S. 3. Th. S. 295. 



D 



x xJqx eine Strahl, welcher die erfte Rückenfloffe vorftellt und zwifchen den Augen 

Der Ein- befindlich ift, nebft den ein und fünfzig Strahlen in der Afterfloffe, find Merkmale, 
fcomfifch, 

woran diefer Hornfifch fich leicht erkennen läfst. In der BruftflofTe find fünfzehn, 

in der AfterflofTe ein und fünfzig , in der Schwanzflofle zwölf, in der erften 

Rückenfiofle einer und in der zweiten acht und vierzig Strahlen vorhanden. 

Diefer Fifch ift von beiden Seiten zufammengedrückt , fehr dünn und 

durchaus rauh anzufühlen. Der Grund ift grau und braun marmorirt. Der Kopf 



Der Einhornfifch. 13 

ift grofs, abfchüflig, die MundöfFnung klein, von den beiden Kinnladen ift die 
untere die längfte, und eine jede mit acht, am Grunde breiten, in eine Spitze auslau- 
fenden Zahnen verfehen. Die Lippen find beweglich und die Augen riehen nahe am 
Wirbel, haben einen fchwarzen Stern in einem gelben Ringe. Gleich vor den 
Augen . bemerkt man zwey länglichte Oefnungen, welche wahrfcheinlich zu den 
Geruch und Gehörwerkzeugen führen , vor und über den BruftflofTen Gehet man 
die fchmale und fchregl aufende Kiemenöfnung. Die beiden Seiten, auf denen 
ich die gewöhnliche Linie nicht wahrnahm, laufen oben und unten in eine Schneide 
aus. Die Bauchhöhle ift weit, und der After der Mundöfnung etwas näher als der 
SchwanzfiofTe. Der Strahl, welcher ftatt der BauchflofTen da ift, liegt innerhalb 
der äufTern Haut verborgen, und derjenige, welcher die erfte RückenflofTe vorftellt, 
ift nach hinten gebogen, an der hintern Seite an beiden Rändern fein gezackt, wie 
fich folches aus der auf unferer Tafel vergrößerten Zeichnung defTelben wahrnehmen 
läfst. Er ift unterwärts durch eine befondere Haut am Rücken befeftigt. Sämmtliche 
Floflen haben eine gelbe Farbe, und nur die SchwanzfiofTe allein ift mit drey braunen 
Streifen verfehen. Die Rücken- und AfterflofTe haben einfache, die Schwanz- und 
BruftflofTen aber getheilte Strahlen. 

Wir treffen diefen Fifch in den chinefifchen und brafilianifchen GewäfTern an ; 
man fängt ihn fowohl mit der Angel, als auch mit dem Hamen; von ferne hat er 
im Schwimmen das Anfehen einer Flunder a). Er wird einen Fufs und drüber lang, 
ift aber, weil er nur fehr dünn ift und ein zähes Fleifch hat, nicht geachtet; er lebt 
von der Brut der Krebfe und den Polypen. Sowohl in China als auch in Carolina 
findet fich eine Abänderung diefes Fifches auf den man fchwarze, runde und blaue, den 
chinefifchen Buchftaben ähnliche Flecke findet , daher ihm auch Osbeck den Namen 
Buchßaben-Hornßfch gegeben hat b). Catesby hingegen hat denfelben, weil er ihn 
bey den Bahamifchen Infein getroffen, mit dem Namen Bahamifcher Einhornfifch, 



ff) Osbeck , China S. 144, b) Baliftes fcriptus. A. a. O. 

B 3 



*4 Der Einhomfifch. 

belegt, und liefert uns eine Zeichnung davon c). Diefer erreicht die Länge von 
drey Fufs. Es unterscheidet fich diefer Fifch darin , dafs er einen gezackten 
Schwanz hat, dafs fein Hörn gerade ift und hinter den Augen flehet. Er hat, wie 
man aus der Catesbyfchen Zeichnung flehet, nur zwey Zähne in jeder Kinnlade. 
Auch foll fein Fleifch, wie diefer Schriftlicher verfichert, giftig feyn, und wird 
daher nicht verfpeifet; er hält .fich vorzüglich in den Gegenden, wo die Corallen 
wachfen, auf, und lebt von Corallen und Mufcheln , die Catesby in feinem 
Magen gefunden hat. 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch Einhornfifch , von den Franzofen 
Licorne de mer, und von den Brafilianern Acaramucu genannt. 

Auch der achte Caprifcus d) des Klein , den er auf der dritten Tafel 
unter Fig. n. vorfielt, ift vielleicht nur eine Abänderung, die fich durch die 
Bartfafern von dem unfrigen unterfcheidet. 



c) Carol. tab. 19. d) MhT. P. III. p. 25. 



Der kleine Einhornßfch. 



15 



DER KLEINE E I N HO RN F I SC H. 

CXLVIIIte Tafel Fig. 1. 
Ein Hörn zwifchen den Augen, viele Stacheln am Schwänze. Br. 9. A. 17. S. 9. 

R. 1. 31. BaUfies unicornu, cauda hirfuta. P. ix. A. xxvn. C. ix. 

D. 1. xxxi. 
Baliftes tomentofus, B. pinna capitis biradi.ita, Monoceros pifeis. Clufii Exotic. p. 143. 



corpore pofterius fubvillofo. Linn. S. N, 

P- 405- n - 3 
Baliftes radio dorfali poftice dupliciter ferrato ; 
pinna ventrali minore quam radius : lateri- 
bus pilofis ad caudam. Gron. Zooph. p. 52. 
n. 191. tab. 6. fig. 5. & Baliftes aculeis dorfi 
dnobus, primo poftice dentato, cauda ftib- 
rotunda, lareribus caudam verfus hiriutis, 
Muf I. p. 51. n. 114. 



— Wülughb. Ichth. p. 150. 

— Rai. Synopf. p. 47. 



Ewauwe Hornvish, die hetLigehaam, geftip- 
peld heeft, en het vinbeetje, aan den aars 
fterck gedoornd. Ren. tom. I. p. 27. pl. 25. 

Ikan Kipas, Wajer - -vifch. Valent. Oftind. 



tom. 3. p. 556. n. 28. fig- 28. 
Baliftes unicolor, afper, aculeo dorfi, poftica Der Zotenfifch. Müll. L. S. 3. Th. S. 297. 
parte uncinulis ferrato. Seb. Thef. . Tom. III. tab, 8- fig- 1. 

p. 63. n. 18. tab. 24. fig. ig. 

JL/er kleine Einhornflfch unterfcheidet fich von dem grofsen durch die kleine = 

2. 
nach hinten zu gekrümmten Stacheln am Schwänze, und von den übrigen durch Der j^'g^g 

den einzigen Strahl, welcher die erfte RückenflofTe vorftellt. Diefer ift nach Einhorn- 

hinten zu an beiden Ecken gezähnelt , kürzer, ftärker und breiter als der 

vorhergehende. In der Bruftrloße zählet man neun , in <ier AfterflofTe rieben 

und zwanzig, in der SchwanzfloiTe neun, in der erften RückenflofTe einen, und 

in der zweiten ein und dreißig Strahlen. 

Der Körper ift dünn , rauh , auf beiden Seiten zufammengedrückt , und 

endiget fich oben und unten in eine Schneide. Die Mundöfnung ift klein, 

beide Kinnladen find von gleicher Länge; die obere ift mit zehn, und die untere 

mit acht kleinen Zähnen befetzt. Die doppelten Nafenlöcher flehen dicht an den 



lö , Der kleine Einhornfifch. 

Augen, und die Kiemenöfnung ift nahe an der BruftflofTe befindlich; die Augen find 
rund, haben einen fchwarzen Stern in einem goldfarbenen Ringe. Auch an diefem 
Fifche habe ich keine Seitenlinie wahrnehmen können. Die Stirn und der Rücken 
find braun, in diefem nimmt man eine Furche wahr, in welche der Fifch feinen 
Stachel zurück legen kann. Die Seite ift oberwärts gelb, und nach unten zu grau, 
der Bauch ift gelb , und mit rauhen fchwarzen länglichten Flecken befetzt. Der 
vorwärts befindliche Strahl ift ftärker, als der von dem vorhergehenden. Diefer 
Fifch verbindet das Gefchlecht der Stachelbäuche mit den Hornfifchen : denn in 
Rückficht der erften RückenflofTe, der BauchflofTe und der Zähne kömmt er mit 
letzteren, in Anfehung des rauhen Bauches aber, der fich fo wie bey jenen aufblafen 
läfst, mit jenen überein. Die erften Strahlen der Rücken- und AfterflofTe endigen 
fich in zwey- und die übrigen in einfache Spitzen; die in der SchwanzflofTe aber find 
vielzweigigt. Sämmtliche Floflen haben eine gelbe Farbe. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner oftindifcher GewäfTer , und wird dafelbft von 
den Indianern Ikan kipas, Ewauwe, JVajer -vifch ; von den Holländern Hornvifch 
genannt ; die Deutfchen nennen ihn den kleinen Einhornfifch ; die Franzofen la 
petite Licorne ; und die Engländer Little Old-wife. 

Clufius hat uns zwar mit einer Zeichnung von diefem Fifch verfehen, er giebt 
ihm aber einen zu langen Stachel d). Renard b) und Müller c) begehen nicht nur 
eben diefen Fehler , fondern letzterer fetzt auch den Stachel zu weit hinten an den 
Bauch. BefTer find die Abbildungen die uns Seba d) und Gronov e) geliefert haben. 
In allen diefen Zeichnungen finde ich nur einen Stachel angezeigt, auch mein Exem- 
plar hat nicht mehr. Wenn indeflen Linne ihm zwey giebt f) ; fo gründet er fich 
wahrfcheinlich auf dem Brown. Noch führt Linne die 1 9. Fig. des Seba zu unferm 
Fifch an, allein da diefer länglicht ift und einen fehr langen Rüffel hat; fo wäre er 
wohl von diefem zu unterfcheiden. 

d) Exotic. p. 143. V) Hirt, des PohT. T. 2. pl. 25. fig. 134. c) L. S. 3. Th. tab. 8. fig- 1. 
d) Thef. III. tab. 24. fig. 18. «) Tab.. 6. fig. 5. f) S. N. p. 82. 

DER 



Der yweifiachlichte Hornßfch. if 

DER ZIFEIST ACHLICHTE HORNFISCH. 
Balifies Biaculeatus. 

CXLVIIIte Tafel. Fig. 2. 

Zwey Stacheln am Bauche. Br. 13. B. 1. A. 17. S. 12. R. 4. 13. Balißes 

acukis binis in ventre. P. xiii. V. 1. A. xvn. C. xn. D. w. xxiii. 

Hoorn-vifch. Nieuhoff Ind. Tom, 2. S. 212. Baliftes radiis ventralibus binis fubulatis diver- 
Tafel zur S. 228. fig. 3- gentibus. Gron. Zooph. p. 53. n. 194. 
Pifcis cornucus. Wülughb. App. p. 5. tab. 10. BaÜftes dorfo triacantho, aculeis binis loco 
fig. 2. pinnarum ventralium, cauda bifurca. Muf. I. 
Ray Synopf. p. 151. n. 12, p. 52. n. 115. 

IVlan erkennet diefen Fifch fehr leicht an den zwey Stacheln, welche die Stelle der - 

Bauchfloflen vertreten. In der BruftfloiTe find dreizehn, in der BauchflofTe einer, Der zwei- 

in der AfterflofTe fiebenzehn, in der SchwanzflofTe zwölf, in der erßen RiickenflofTe ihch!ichte 
r .. . . Hornfifch. 

fünf, und in der zweiten drey und zwanzig Strahlen befindlich. 

Der Körper ift geftreckt, ein wenig rauh und etwas dicker als der bey dem 

vorhergehenden. Der Kopf endigt fich in eine rüfTelförrnige Geftalt, die Mundöf- 

nung ift klein , beide Kinnladen find von gleicher Länge; in der obern find zwölf, 

und in der untern zehn in einer Spitze fich endigende Zähne. Die Nafenlöcher find 

doppelt und ohnweit den Augen befindlich, diefe find grofs, länglicht und flehen 

nahe am Scheitel, ihr Stern ift fchwarz, und der denfelben umgebende Ring 

hellgrün. Die Kiemenöfnung ift fchmal, und dicht vor den Bruftfloflen befindlich. 

Die Seiten und der Bauch haben eine weifle, der Rücken aber eine graue Farbe. Die 

Seitenlinie läfst fich bey diefem Fifch deutlich wahrnehmen, fie fängt über dem 

Auge an, läuft ohnweit dem Rücken mit demfelben parallel, und macht kurz vor 

der Schwanzflofie, in der fie fich verliert, eine Beugung. Die zwey erwähnte 

Stacheln find lang und auf beiden Seiten gezähnelt ; am Bauche fleht man zwey 

Furchen , welche zur Aufnahme jener Stacheln beftimmt find, vor denfelben ift ein 

Naturg. ausländ. Fifche. IL Tlieil. C 



i3 Der {wäßachlichte Homfifch. 

fchwarzer Fleck befindlich, von den Flößen ift die erfte auf dem Rücken fchwarz., 
alle übrigen find gelblicht. Die Bruft- und SchwanzflofTen haben vielzweigige , 
die übrigen aber einfache Strahlen, die Schwanzflofle ift lang und gabelförmig, der 
After ßeht am Bauche weit vom Kopfe entfernt; der erfte Strahl in der vordem 
Rückenflofle ift ftark , lang , nach hinten zu gebogen , und von beiden 
Seiten gezähnelt. 

Diefer Fifch gehöret in Oftindien zu Haufe, ich habe ihn von meinem 
gelehrten Freunde, dem Herrn Do<äor Wallbaum zum abzeichnen erhalten. Wie 
fich aus dem Bau des Mundes ergiebt; fo gehört er zu den Raubfifchen, und lebt 
wahrfcheinlich, wie die übrigen diefes Gefchlechts, von zarten Polypen und Krabben- 
brut; feine eigentliche Größe kann ich nicht beftimmen. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch den ^weiftachlichten Hornfifch ; die 
Franzofen Balifit ä deux piquants ; und die Holländer in Indien Hornvifch. 

Nieuhoff, der diefen Fifch zuerft bekannt gemacht, hat uns eine, wiewohl 
ungetreue Zeichnung von ihm geliefert. Ohngeachtet wir im Willughhy eine 
Kopie und auch die Befchreibung des Nieuhoff 'bey ihm überfetzt finden a)\ fo hat 
doch weder Artedi noch Linne feiner erwähnt. 

«) Ichth. app. tab. jo. fig. i. 



Der Stachelfchwan{. 



19 



DER STACHELSCHITANZ. 

CXLIXte Tafel. 

Zwey bis fünf Reihen Stacheln am Schwänze. Br. 15. B. 13. A. 13. S. 13. 
R. 3. 25. Balifies duobus usque ad quinque ordinibus aculeorum in cauda. 
P. xv. V. xiii. A. xxiii. C. xiii. D. in. xxr. 



Baliftes aculeatus, B. pinna dorfali anteriore 
triradiata , caudae lateribus fpinis recum- 
bentibus. Linn. S. N. p. 405. n. 6. 

Baliftes roftro fubobtufo: radio dorfali antror- 



tibus variegatus; in medio dorfo aculeus 
recurvus membranse alligatus; pone hunc 
quatuor fpinze minuta:,in ventre pinna parva 
radiis acutis. n. 7. tab. 3. fig. 10. 



fumferrato, ventrali humili fcabro, lateri- Guaperva hiftxix. Willughb. Ichth. App^ 
bus caudam verfus parallele aculeato-fcabris. p. 21. tab. I. 21. 



Cronov. Zooph. p 51. n. 188- 
Baliftes dorfo triacantho, & tribus ordinibus 

aculeorum utrinque verfus caudam. Seb. 

Thef III. p. 63. n. 15. tab. 24. fig. 15. 
Caprifcus cornutus fupra oculum; tres pollices 

a cauda quinque acukis coloris varii, inftru- 



Schaaram. Forskaöl Defcr. Anim. P. XVII. n 46. 
Sounock Hoornvifch, diezwartis, met eene 

Schuinfche bandover de zyden. Ren. tom.I. 

p.41. pl. 28. fig. 154. Man-vifch, tom. II. 

pl. XXVIII. fig. 136. Gros Poupou. Ind. 

pl. 34. fig. 157. 



£rus; infigni hirfutie ad caudam. Klein Der Stachelfchwanz. Müll. L. S. 3. Th. S. 299. 

Miff. III. p. 25. n. 5, Caprifcus fufcus, ad Siebentes Mausbocksmaul. Neuer SchaupLder 

oculos & a medio corpore ad pinnam in- Natur, 5. Band S. 430. 
feriorem prope caudam lineis Iatis albican- 

JDie zwey bis fünf Reihen Stacheln am Schwänze find ein ficheres Unterfcheidungs- D 4 " 
zeichen für diefen Fifch. In der BruftfloiTe zählet man fünfzehn, in der chelfchwanz 
BauchfloiTe dreizehn, in der AfterflofTe drei und zwanzig, in der Schwanzflofie 
dreizehn, in der erften RückenflofTe drey und in der zweiten fünf und zwanzig 
Strahlen. . Die Stacheln find nach hinten zu gekrümmt und greiffen' daher in die 
Finger, wenn man vom Schwänze nach dem Kopfe zu, hinfahren will. Die Anzahl 
derfelben ift nicht bey allen Fifchen und in allen Reihen gleich : denn fo finde ich 
unter zweien, die ich befitze, an einem auf der einen Seite in der erfien und zweiten 
Reihe eilf, in der dritten vier Stacheln, auf der andern Seite in der erften Reihe 

C a 



*° Der Stachclfchwan{. 

eilf, in der zweiten zehn , und in der dritten [drey Stacheln; an dem andern 
hingegen auf der einen Seite , in der erften Reihe zwölf, in der zweiten eilf, und 
in der dritten fünf Stacheln, auf der ändern Seite in der erften Reihe dreizehn, in 
der zweiten zwölf, und in der dritten fechs Stacheln. Dafs die Zahl der Reihen 
fich auch nicht immer gleich fey, erfehen wir aus dem Linni, der dem feinigen vier 
dergleichen giebta). Beim Willughby finde ich unfern Fifch mit fünf b), beim 
Seba c) und Klein d) aber nur mit drey Reihen Stacheln vorgeftellt. Forskaöl 
erwähnt eines mit zwey, und eines andern mit fünf Reihen e), da er diefen den 
grofsen, jenen hingegen den kleinen nennt; fo bin ichungewifs, ob die Verfchie- 
denheit der Reihen von Stacheln nicht etwa eine Folge des Alters, oder ob fie 
würklich wefentlich find, und Abänderungen bezeichnen. Mir ift erfteres deswegen 
wahrfcheinlich, weil wir bey vielen andern Gefchöpfen ein ähnliches wahrnehmen, und 
aus diefem Grunde habe ich die erwähnten Schriftfteller zu meinem Fifch angeführt. 
Sollte indeflen ein neuerer Naturkündiger hierin fichere Beobachtung anftellen; fo 
bin ich fehr bereit mich von ihm belehren zu lalTen. 

Der Körper ift breit, dicker als bey dem vorhergehenden, und feine rauhe Ober- 
fläche ift in länglichte Vierecke abgetheilt, die mit kleinen runden Wärzchen befezt 
find. Der Kopf ift grofs, und endigt fich in eine ftumpfe Spitze. Die Mundöfnung 
ift klein. Die beiden Kinnladen find von gleicher Länge ; in der obern zähle ich 
zwölf, und in der untern zehn in eine Spitze auslaufende Zähne. Ueber den Lippen 
nimmt man einen blauen Streifen wahr, und vier andere dergleichen fiehet man über 
und drey unter dem Auge. Diefes ift rund, hat einen fchwarzen Stern in einem 
goldenen Ringe, und gleich vor ihm flehen die kleinen runden Nafenlöcher. Zwifchen 
der Bruftflofle und der letzten blauen Linie ift die Kiemenöftnung fichtbar. Von 
der Mund Öffnung an bis zur erften blauen Linie ift ein röthlicher Streif vorhanden. 
Die Seiten find oben braun und unten weifsgelb, und von der Mitte derfelben laufen 

a) Syft. Nat, p ; 405, n. 6. </) MifT. Pifc. 3. tab. 3. fig. 10. 

b) Ichth. tab. I. 24. e) Defcript. Anim. P. XVII. 

c) TheC III. tab. 24. fig. 13. 



Der Stachelfchwan^ <xi 

hinter der BrufiflofTe vier braune Bänder am Bauche hinunter. Unter dem Bauche 
bemerkt man einen ftarken gezackten Strahl , und hinter demfelben verschiedene 
Spitzen, welche man einigermafsen als eine BauchflofTe anfehen kann. Auch an 
diefem Fifch habe ich keine Seitenlinie bemerken können. Sämmtliche FlofTen find 
kurz, die Strahlen in der erden Rücken- und BauchflofTe ftachlicht und einfach, 
die in den übrigen FlofTen aber weich und vielzweigig; erflere ift fchwarz, die 
übrigen find am Grunde braunroth und an den Enden grau. Der erfle Strahl in 
der Rückenflofle ift breit, und nach vorne gezähnslt. 

Diefer prachtvolle Fifch ift ein Bewohner oflindifcher GewäfTer, und vor- 
züglich dem rothen Meere eigen. Er hat nach Forskaöls Verficherung ein 
übelriechendes und zugleich unfchmackhaftes Fleifch, und wird daher nicht 
geachtet. Er lebt von Krebsbrut, wenigfhns habe ich die Trümmern davon in 
feinem Magen gefunden. Die GröfTe welche er eigentlich erreicht kann ich nicht 
beftimmen ; von dem gröften unter denen welche ich befitze liefere ich hier eine 
Abbildung. Er wird fowohl durch Netze, als mit der Angel gefangen. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch den Stachelfchwani; die Franzofen 
Balifle ä pointes ; die Araber Schaaram; und die Holländer in Indien Gros- 
Poupou, Sounak, Hoornvifch, Manvifch. 

Willughby giebt von unferm Fifch die erfle Nachricht, aber feine Zeichnung 
davon ift fehr elend a). BefTer find die des Seha b) und Klein c), jedoch läfst fich 
aus der letztern die Anzahl der Reihen der Stacheln nicht erkennen. Diefer 
Schriftfteller macht aus dem Willughbyfchen und dem unfrigen zwey befondere 
Gattungen d). 



a) Append. p. 21. tab. I. 2r. c) Miff. III. tab. 3. fig. 10. 

J) Thef. III. tab, 24. fig. 15. d) I. a. B. p. 25. n. 6. 7. 



C3 



Das alte Weib. 



DAS 



Das alte 
Weib. 



ALTE Tr E I B. 

€Lte Tafel. 
Drey Stacheln in der erften Rückenflofle, am Bauch eine FlofTe. K. l. Br. 13. 
B. ia. A. 1$. S. 14. R. 3. ig, Balifies pinna ventrali unica, aculeis tribus 
in pinna dorfali prima. Br. iL P. xviu. V. xu, A.xxviu. C. XIV. 
D. in. xxix. 



Baliftes vetula, B. pinna dorfali anteriore trira- 
diata, ventrali longitudinali, caudaii bifida. 
Linn. S. N. p. 406. n. 7. 

Baliftes aculeis dorfi tribus , cauda bifurca. 
Artedi gen. p. 53. n. 1. Syn. p. g2. n. I. 

Balifies oiliculis lateralibus caudse & anticis 
pinna; dorfalis pofterioris filamentofis. Gron. 
Zooph.p. 53. n. 195. 

Baliftes major fafciata, dorfo triacantho, cau- 
da bifurca, radiis exterioribus longiflimis. 
Brown Jamale, p. 456. n. 1. 

Baliftes vetula Osbcck. Reif, nach China. S. 385. 

« tribus in dorfo aculeis, & cauda ad- 

modum bifurca confpieuus. Seb. Thef. III. 
p. 62. n. 14. tab. XXIV. fig. 14. 

Turdus oculo radiato. Catesby Carol. Tom. II. 
p. 22. tab. 22. 

Caprifcus, extrema cauda & pinna dorfali in 
tenuifllma & longifllma fila produ&is^ dua- 
bus latiufeulis fafeiis rubris , ad maxillas 
transverfis. Klein. Miff Pifc. III. p. 25. n.4. 
& Caprifcus, rubro iride, oculo flexuofis 
lineis coeruleis radiato, in reliquo capite tri- 
bus fafeiis j in dorfo tres aculei membrana 



conjunfri, oppofito unico in ventre ante 
pinnulam feptem ariftis fuffultam; fuperiori 
pinna caudaque lunata utrinque , in fila 
longa produtrisj pinnis & cauda cyaneis 
n. ri. 
Guaperva, Peixe-porco. Pifu Ind. p. 57. 

— — Jonfl. de Pifc. p. 18& 

tab. 34. fig. a. 

— — Marcgr. Brafil. p. l6f . 

maxime caudata. Willughb. Append. 

p. 21. tab. I. 23. 

— — Ray. Syn. p. 49. n. 4. 

Caprifcus variegatus, cauda fufeinulata, vulgo 

bourfe. Plurn. Manufcr. 

Sultan ternate. Valent. Ind. Tom. III. p. 410. 
n. 202. fig. 202. 

The File -Fish. Grew. Muf p. 113. 

Das alte Weib. Müll. L. S. 3. Th. S. 300. 
tab. 8- fig- 2. 

Viertes Mausbocksmaul. Neuer Schanpl. der 
Natur. 5 Band. S. 429. und eilftes Maus- 
bocksmaul. S, 43 r. 

Derdreyftachlichte Stachelfchweinfifch. Onom. 
Hift. nat. 2. B. S. 134. 



lVIan erkennet diefen Fifch an der einzigen BauchfloiTe und an den drey Stacheln 
in der erften Rückenflofle. In der Kiemenhaut hat er zwey, in der BruftflolTe 



Das attt Weih. 13 

zwölf, in der Afterflofle acht und zwanzig, in der SchwanzflofTe vierzehn, in der 
erften RückenfiofTe drey und in der zweiten neun und zwanzig Strahlen.. 

Diefer Fifch ift breit und dünn, rauh und dergeftalt in kleinen rundlichten 
Feldern abgetheilt, dafs fie den Schuppen ähnlich find. Der Kopf ift in Vergleich 
mit den übrigen Hornfifchen von mittlerer GröfTe, die Mundöfnung klein; beide 
Kinnladen find mit Schneidezähnen befetzt, davon ich in der obern vierzehn, in der 
untern zwölfe finde. Die Lippen find ftark und haben eine blaue EinfafTung, an 
den Backen flehet ■man zwey, unter dem Auge drey, und über demfelben acht blaue 
Streifen; letztere fcheinen aus dem Auge wie aus einem Mittelpunkt zu entfpringen. 
Der Stern im Auge ift fchwarz, und fein ihn umgebender Ring roth. Die Kiemen- 
öfnung ift über der BruftfiofTe fichtbar, und weiter als bey den übrigen diefes 
Gefchlechts. Vor den Augen ift eine kleine Vertiefung worin zwey kleine 
Oefnungen befindlich find. Auf den Seiten ift er zufammengedrückt, auf dem 
braungelben Rücken fiehet man blaugrüne Streiften. Die Seiten find gelb, das 
Kinn und der Bauch grau, vor der BauchflofTe nimmt man drey Reihen 
Stacheln wahr. Die Seitenlinie habe ich nicht finden können. Der After ift 
in der Mitte des Körpers, und der Schwanz nahe an der AfterflofTe mit blauen, 
ohnweit der SchwanzflofTe aber mit blaugrünen Banden geziert. Die BruftflofTen 
find gelb und blau eingefafst. Die AfterflofTe ift grau, mit blauen Linien verfi-hen. 
Die SchwanzflofTe hat gelbe vielzweigige Strahlen, und eine fchöne blaue 
EinfafTung, die beiden äufTerften Tehr langen Strahlen geben diefer FlofTe ein 
fchönes Anfehen. Die RückenflofTen find bläulicht, der Strahl in der erften ift 
fehr ftark , und nach vorwärts gezähnelt , hinter demfelben ift eine Furche am 
Rücken zur Aufnahme derfelben. Die zweite RückenflofTe ift fichelförmig, und 
mit vielen blauen Linien geziert, fie hat eben fo wie die Bruft- und AfterflofTe 
gabelförmige Strahlen. 

"Wir treffen diefen Fifch in den oft- und weftindifchen Gewäflern an. 
Marcgraff fand ihn in Brafilien , Brown bey Jamaica, Plümier im fiebenzehnten 
Grad nördlicher Breite America's, wo ihn ein Lootsmann mit einem Speer fing, 



24 Das alte Weib. 

und Osbeck in China. Er gleicht von ferne einem Bley oder BrafTen, und grunzet 
wenn er gefangen wird, daher haben ihm die Schiffer den Namen des alten Weibes 
beigelegt. Er erreicht eine ziemliche GröfTe; derjenige , den ich befitze, hat die 
GröfTe der gegenwärtigen Zeichnung. Die Abbildung, die ich in den Handzeich- 
nungen des Pater Plümier finde, ift gröfTer als die meinige. Er hält fich im Grunde 
auf, und lebt von Mufcheln und Auftern. Man fängt ihn mit der Angel, und er wird 
nur, wie Marcgraff Tagt , gebraten genofTen, denn gekocht hat er ein übelfchmecken- 
des Fleifch. Auch diefer Fifch kann den Bauch etwas auf blafen. 

Der Magen ift weifs, der Darmkanal hat zwey Beugungen, die Leber ift blafs- 
gelb, dünn und befleht aus einem groffen und einem kleinen Lappen. Die 
Gallenblafe ift klein, die Milz bläulicht, die Schwimmblafe mit dem Zwergfelle 
verwachfen , und beftehet aus einer fehr dicken und ftarken Haut. Auch bey diefem 
Fifche habe ich weder Milcher noch Rogner gefunden, ich kann daher feine Art 
fich fortzupflanzen nicht beftimmen. 

Die Americaner nennen diefen Fifch Guaperva; die Engländer Olt-wife; die 
Franzofen la Vieille; die Portugiefen Peixe-Porco; die Holländer aud Wyf und 
die Deutfchen altes Weib. 

Klein macht unrichtig aus der Guaperva maxima, die Willughby auf der 
Tafl F. 25. vorgeftellt hat , mit dem Catesbyfchen zwey befondere Gattungen a). 
Eben diefer Fehler wird auch im neuen Schauplat? K der Natur begangen b). 
Gronov's Frage: ob unter der Guaperva des Pifo unfer Fifch zu verflehen fey? 
kann ich mit ja beantworten , denn man darf nur die Befchreibung und die 
Zeichnung, die Marcgraff von diefem Fifch giebt, mit der unfrigen vergleichen-, 
fo wird man finden, dafs fie mit einander übereinftimmen. 

«) MuT. Pifc. III. p. 26. b} 5ter Band S. 429, n. 4. p. 431. n. IX. 



DER 



Der geßeckte Hornfifch. 15 



DER GEFLECKTE HORNFISCH. 

Baliftes macularus. 

CLIte Tafel. 
Die Afterflofle breit, zwey Stacheln in der erften RückenflofTe. Br. 14. A. ai. 
S. ia. R. 1. 14. Balifies pinna anali lata , acukis duobus, in prima pinna 
dorfall F. xir. A. xxi. C. xii. D. iL xxiv. 

Baliftes aculeis dorfi duobus, cauda quadrata. Maan-vish, Poiffon de lune, Turin -Saratfe. 

Arted. gen. p. 53. n. 2. Syn. p. §2. n. 2. Renard. tom. II. pl. 38- fig- 138. 

Caprifcus murium dentibus minutis , duobus Guaperva longa. Willughb. App. p. 21. ;'tab.I.20. 

aculeis in cervice, altero brevi , tertio ex Ray. Synof. p. 48. n. 2. 

oppofito , in ventre; latertii coloris; pin- Plum. Manufcr. 

nis ad caudam & in ipfa pinna cauda radiis The little Oidwife. Brown. Jam. p. 456. n. 2. 

diftinais. Klein MUT. Pifc. III. p. 25, n. 6. Sechftes Maus bocks maul. Neuer Schauplatz 

tab. 3. fig. 9. der Natur, 5. Band S. 430. 

The prikle or long File - Fish. Graf Muf. Der Stachelfchweinfifch mit viereckigtem 

p. 113. tab. 7. Schwänze. Onomat. Hill nat. tom. II, p. 133. 



13 ex gefleckte Hornfifch unterfcheidet fich von den übrigen diefes Gefchlechts 6. 
durch feine breite Afterflofle, und durch die zwey Stacheln in der erften Rücken- er ge " 
flofTe. In der Bruftflofle zähle ich vierzehn, in der Afterflofle ein und zwanzig, in Hornfifch. 
der Schwanzflofle zwölf, in der erften RückenflofTe zwey, und in der zweiten vier 
und zwanzig Strahlen. 

Diefer Fifch ifl, fo wie der vorhergehende, von beiden Seiten zufammenge- 
drückt, jedoch dicker als jener; feine Oberfläche ifl ebenfalls in länglichte 
Vierecke eingetheilt , und von kleinen Wärzgen rauh. Allenthalben nimmt man 
blaue runde Flecke auf der Bruft- Rücken- und Schwanzflofle wahr. Der Kopf ifl 
verhältnifsmäfsig klein und etwas abfchüfllg, und der Mund ungemein eng. Die 
Kinnladen find von gleicher Länge, und ich finde in einer jeden zwölf, unten breite 
und oben fpitzige Zähne; vor den Augen nehme ich eine länglichte Vertiefung, 
Naturg. ausländ. Fifche. IL Theil. D 



*<5 Der gefleckte Hornfifch. 

und über denfelben die zwey Nafenlöcher wahr. Der fchwarze Stern wird von 
einem feegrünen Ringe umgeben. Der Rücken und die Seiten find violet, der 
Bauch gelblichweifs, der Knochen am Bauche fehr ftark und rauh ; zwifchen 
diefem und dem After vertreten einige Stacheln die Stelle der Bauchfloffe; die erfte 
Rückenfloffe hat einen ftarken, langen, nach vorne gezähnelten und einen dünnen 
und kurzen Strahl; fie ifl durch eine lange Haut am Rücken befeftiget. Die 
zweite Rücken- After- und Schwanzfloffen find grofs , und haben fo wie die 
kleine Bruftfloffen vielzweigige Strahlen. Leztere und die Schwanzfloffe find gelb. 

Wir treffen diefen Fifch in den amerikanifchen Gewäffern an ; er erreicht eine 
anfehnliche Gröffe. Die Abbildung des Pater Plümier ift gröffer, als die 
welche ich hier mittheile; beide find den Originalen, welche ich befitze, voll- 
kommen gleich. 

In Anfehung der Befchaffenheit der inneren Theile, und in Abficht feiner 
Nahrung ift er dem vorhergehenden ähnlich : auch habe ich weder Milch noch 
Rogen entdecket ; und es ift allerdings fonderbar dafs ich bey drey verfchiedenen 
Gattungen diefes Gefchlechts, welche ich unterfucht, und die von verfchiedener 
Gröffe waren , weder Eier noch Junge habe finden können. 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch gefleckter Hornfifch; von den Engländern 
Prickle- or long File- Fish und Little Oldwife ; von den Franzofen Balifle tachete, 
genannt. In Oftindien heifst er Maan -vifch und Turin- Saratfe. 

Im Willughby finde ich von diefem Fifch die erfte Nachricht , und beim 
Grew a) und Klein b ) eine gute Zeichnung ; es befremdet mich daher um 
fo vielmehr , dafs Linne feiner nicht erwähnt , da ihn doch Artedi in fein 
Syftem mit aufgenommen hat. 

a) MuH tab. 7, £) Miß Pifc. III. tab/3. fig. 9. 



Der fchwarie Einkor nßfch. <i"[ 



DER SCHWARZE EINHORNFISCK 

Baliftes niger. 

CLIIte Tafel. Fig. 2. 

Zwey Stacheln in der erften RückenfloiTe, die Afterfioile fchmal. Br. 16. 
A. 3a. S. 13. R. 2. 33. Balißes pinna anali brevi, aculeis duohus in pinna 
dorfali prima. P. xvi. A. xxxn. C. xiii. D. 11. xxxiii. 

Baliftes ringens, B. pinna dorfali anteriore Guaperva lat. Ray Synopf. p. 49. n. 5, 

triradiata, lateribus capitis triplicatis cau- Baliftes ringens. Osbeck China. S. 386. 

da bifida. Im/z. S. N, p. 407. n. 8- Baliftenoir, Kolkenbouti. Renard. Hift. des 

Baliftes lineis ftriatis, cauda bifurca. Arted. Poiff.Tom. I. p. 26. pl. 17, fig. 96. & Ran- 
gen, p. 54. n. 4. dawaar p. 27, pl. 18. fig. 98- 

Baliftes roftro obtufo : radio dorfali ventrali- Ikan Kandawara. Valept. Ind. III. p. 359. 

que brevi retufo fcabro : cauda lunulata : la- fig. 42. 

teribus parallele punclatis. Gron. Zooph. Derbreite geftreifte Stachelfchweinfifch. Onom, 

p. 52. n. 190. Hift. Nat. Tom. IL p. 134. 

Guaperva lata ad caudam ftriata Lifteri, Der Nafenrümpfer. Müll. L. S. 3. Tb, S, 301, 

WillugKb. App. p. 21. n. 5. tab. I. 24. tab. 9. fig. I. 

iLwey Stacheln in der erften RückenfloiTe und die fchmale AfterflofTe unterfchei- 7 

den diefen Fifch von den übrigen feines Gefchlechts. In der BruftflolTe zähle ich Der ^ cnwar - 

ze Einhorn- 
fechszehn , in der Afterfioile zwey und dreißig , in der SchwanzflolTe dreizehn , fifth. 

in der erften RückenfloiTe zwey und in der zweiten drey und dreißig 
Strahlen. 

Der Körper iftfchwarz, jedoch liehet man an der After- und zweiten Rücken- 
floiTe einen blauen Streif. Er ift ebenfalls auf den Seiten zufammengedrückt, vorne 
breit und nach dem Schwänze zu fchmal. Uer Kopf ift kurz, fehr abfchüllig, und die 
Mundöfnung weiter als bey den übrigen , die obere Kinnlade ftehet vor der untern 
etwas hervor, und beide find mit breiten oder Schneidezähnen verfehen. Die 
Augen find rund, haben einen fchwarzen Stern in einem weilTen Ringe, und vor 

D a 



*8 Der fckwar^. Einhornfifch. 

ihnen flehen die Nafen- und Ohrlöcher. Am Bauche hat diefer Fifch ftatt der 
FloiTe einen rauhen, langen, Harken Strahl, der gröftentheils mit der Haut bedeckt 
ift. Die rauhe Haut ift in lauter rautenförmige Felder abgetheilt; am Schwänze 
nimmt man drey vertiefte Linien wahr. Der erfte Strahl in der erften RückenflofTe ift 
fehr ftark nach hinten gebogen und vorne gezähnelt, der zweite nur klein. Sämmtliche 
Strahlen in den FlolTen endigen fich in mehrere Zweige, und an der SchwanzflofTc 
bilden die zwey äußeren , wegen ihrer Länge, einen mondförmigen Ausfchnitt. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner der chinefifchen GewäiTer. Osbeck verfichert 
dafs man denfelben, wenn er von den Wellen ans Ufer getrieben wird, mit Brod 
anlocken und mit den Händen greifen kann a). Er wird gröffer als die andern 
diefes Gefchlechts. Merkwürdig ift übrigens an ihm die fchwarze Farbe , die man 
bey den Fifchen äufTerft feiten wahrnimmt. 

Die Indianer nennen diefen Fifch Kolkenbutti und Kadawaar; die Holländer 
Gryniert; die Franzofen Balifte noir; und die Deutfchenfchwarier Einhornfifch. 

Dem Lifler haben wir die erfte Bekanntmachung und dem Willughby die erfte 
Zeichnung zu verdanken. 

Zinne macht unrichtig aus dem Caprifcus des Salvian und unferm Fifch nur eine 
Gattung, denn er führt fowohl den Balifies ringens, den er im Mufeo befchreibr, 
und denjenigen den Osbeck befchrieben, zu feinem Balifies ringens an: allein dafs 
beide von einander unterfchieden find, wird man leicht aus der Vergleichung der 
TVillaghbyfchenY'iguT , auf die (ich Linne im Mufeo bezieht, mit derjenigen die wir 
bey eben diefem Schrifcfteller auf der TafiJ. 2.4. finden, erfehen. 

Auch St atius Müller hat uns eine Zeichnung geliefert b) : wenn man fie aber mit 
derjenigen die er vom kleinen Einhornfifch giebt c), vergleicht; fo kann man keinen 
wefentlichen Unterfchied wahrnehmen. Die erfte RückenflofTe ift bey ihm nur mit 
einem Strahl vorgeftellt und im Text giebt er drey an d). 

a) Reife nach China. S. 386. b) 3. Th. tab. 9. fig. I. 

O I. a. B. Tab. 8- fig. I. d) I. a. B. S. 301. 



Der chineßfche Hornßfch. *9 



DER CHINESISCHE HORNFISCH 

Baliftes cliinenfis. 

CLIIte Tafel Fig. i. 
Ein Stachel am Kopfe, eine Floße am Bauche. Br. 13. B. 13. A. 30. S. II. 
R. I. 30. Balifies radio in capite unico , pinna ventrali unica. P. XI H. 
V. xiii. A. xxx. C. xii. D. 1. xxx. 

Baliftes chinenfis. Osbeck Chin. S. 147. Pira aca. Marcgr. Iter. Brafil. p. 154. 

radio dorfali poftice dupliciter ferrato; __ _ Willughb. Ichth. p. 150. tab. I. 4* 

pinna ventrali prominente ultra radium : la- c CT j 

teribus ad caudam pilofis. Grön. Zooph. 

p. 5 r. n. 189. Baliftes cauda fubrotunda, A* SynopC Pifc. p. 47. 

lateribus hirfutis, pinnis ventralibus coali- Der Brafilianifche Saufifch. Richter Ichth, 

tis, membranaceis, monacanthis. Muf. II. S, 668» 

p. 39. n. 196. 

JL/iefer Fifch unterfcheidet fich von den drey erften durch feine BauchflofTe, und - 
von den übrigen durch den einzigen Strahl in der erften RückenflofTe. In der Bruft- Der chinefi- 
und BauchflofTe zähle ich dreizehn, in der AfterflofTe dreiffig, in der SchwanzflofTe ^^ 
zwölf, in der erften RückenflofTe einen und in der zweiten dreißig Strahlen. 

Der Körper iß breit, rauh, mit kleinen orangefarbigen Flecken befprengt, und 
von beiden Seiten ftark zufammengedrückt. Der Kopf ift kurz , abfchüflig, beide 
Kinnladen find von gleicher Länge, und eine jede ift mit zehn fchmalen dicht 
beifammenftehenden Zähnen bewafnet. Die Augen find grofs, rund, haben einen 
fchwarzen Stern in einem weifTen Ringe, und an ihnen flehen die Nafen- und 
Gehörlöcher. Der Stachel über den . Augen diefes Fifches , welcher die erfte 
RückenflofTe vorftellt, ift nach hinten zu in doppelter Reihe gezähnelt, und hinter 
demfelben merkt man am Rücken eine Furche, welche zur Aufnahme diefes Stachels 
dienet. Der Rücken und Bauch find fcharf, die Seiten grau und der Bauch ift 
veislicht; die Seitenlinie fängt hinter den Augen an, macht bald darauf eine 



3° Der chineßfihe Hornfifck. 

Beugung nach dem Bauche zu, und bleibt am Schwänze kaum merkbar. Hier finde 
ich acht nach vorne zu gekrümmte Stacheln, die in zwey Reihen vertheilt find. 
Die BauchflofTe ift einfach, rauh, hat gezähnelte Strahlen, welche mit ihren Enden 
in einer dicken Haut verborgen liegen, nur der erfte ftärkfte Strahl liegt frey. Die 
zweite Rücken- und die Afterfloffe find grau und gelb punktirt, die SchwanzflofTe 
ift rund, und ihre Strahlen find an den Enden getheilt, die in den übrigen 
aber einfach. 

Diefer Fifch ift in Brafilien und China ejnheimifch; ob er gröfTer wird als 
die Zeichnung befagt, kann ich nicht beftimmen. Wegen feines wenigen und 
dabey übelfchmeckenden Fleifches dient er nur den Aermften zur Speife. 

Die Brafilianer nennen diefen Fifch Piro, aca; die Deutfchen den chineßfihen 
Hornfifch; und die Franzofen Balifie chinois. 

Marcgraff, der diefen Fifch zuerft bekannt gemacht, hat uns auch eine ziemlich 
gute Zeichnung von ihm gegeben. 

Willughby a), Ray b) , Gronov O und Zinne d) machen aus unferm Fifch 
und dem Clußusfchen nur eine Gattung; allein man darf nur die Marcgrafffcht 
Zeichnung mit der von Clußus und Gronov vergleichen; fo wird man fehen, daß 
erfterer fo wie der unfrige mit einer BauchflofTe , die jenem fehlet , verfehen ift., 
und daher nicht wohl beide für einen und denfelben Fifch können gehalten werden. 
Auch unterfcheidet fich diefer in Abficht der GröfTe, der fchönen Flecke, und des 
minder rauhen Schwanzes, 

Da diefer Fifch fowohl vom Marcgraff als Willughby hinlänglich bekannt 
gemacht worden ift; fo wundert es mich, warum ihn die Syftematiker Klein und 
Artedi ausgelafTen haben. 



a) Ichth. p.150. c) Zooph. p. 51. n. 189. 

h) Synopf p. 47. d) Syft. nat. p. 405. n. 3. 



Die Manne-. 



31 



AAL E. 



DIE 



U R E N E. 



CLIIte Tafel. 



Die Floffen häutig. Murcena pinnis adipofis. 



Mursna pinnis pecloralibus nullis. Linn. S. N. 

p. 425. n. I. Murzena pinnis pe£loralibus 

carens, Amcenit.fTom. 1. p. 601. n. 53. tk 

Orm-äl. MuH Adolph. Friedr. I. p. 76. 
Mursena pinnis pecloralibus carens. Artedi 

gen. p. 25. n. 6. Syn. p. 41. n. 6. 
Muresna maculofa; maxillis Jequalibus, aper- 

turis branchialibus utrinque: pinnis peclo- 

ralibus nullis. Gron. Zooph. p. 40. n. 164. 

MuH 1. p. 16. n. 46. Mursna punctata va- 

ria; pinnis pecToralibus nullis, aperturis 

branchialibus utrinque. Zooph. p. 40. n, 165. 
Murana omnium autorum. Klein. MifT. Pifc. 

III. p. 28- n. 1. Murama maculata nigra & 

viridis; tubulis in fuperiori mandibula ex- 

tremalongis, p. 29. n. 4. 
Murana, five conger Brafilienfibus. Seb. Thef. 

III. p. 72. tab. 69. fig. 4. 5. 
m^*c;«. Arift. 1. 1. c. 5. 1. 2. c. 13. 15. & 1, 3. c. 10. 
Munena. Plin. H. N. I. 9. c. 16. 19, 20. 
■ Sah. Aquat. p. 60. 

IVlan erkennet diefen Fifch an feiner häutigen FlofTe welche am After anfängt, den 2 » *) 
Schwanz umgiebt, und am Rücken in einer ziemlichen Entfernung vom Kopfe fich 



Mursna. Aldrov. de Pifcib. p. 354. Muraina 
foemina p. 356. Mursenamaf. p.357. 

Gesner Aquatil. p. 575. Icon. animal. 

p. 87. Muraal. Thierb. S. 46. 

Wülughb. Ichth. p. 103. tab. G. I. 

Ray Synopf Pifc. p. 34. 

Jonß. de Pifc. p. IOO. tab. 2ü. fig. 4. 

II Muraena. Forskaöl Defcr. animal. p. XIX. 
Combat Babi, Aal die gerlakt is, met eenen 

vooruit fleckenden Bek. Renard. Tom. I. 

p.28. Tom. II. pl. 18. fig. 103. 
La Murene. Bellon Aquatil. p. 160. 

Rondel. Hift. des PoifT. P. I. p. 314. 

Dutertre Antill. tom. II, p. 220. 

tab. ad. pag. 209. 

Fluni. Manufcr. 

La Murena. Cetti Sard. III. S. 94. 

Murcena maculata nigra & -viridis. Catesby 

Carol. tab. 19. & Mursena maculata nigra. 

tab. 20. 
Die Murene. Müll. L. S. 4. Th. p. 32. 



*) Diefer Fifch und die folgende achte ge- Nummer und das was die Fifche diefes Ge- 
hören in die Klaffe der Kahlbaucher. Die fchlechts mit einander gemein haben, fleht im 
Einländifchen derfelben Klaffe , die erffe 3ten Th. der Fifche Deutfchlands S. 2. u. f. w. 



3- Die Murene. 

endiget, fie beftehet wie die Fettßofle bey anderen Fifchen aus der verlängerten 
Haut, welche das Fleifch bedeckt. Da diefem Fifche die Bruft- und Bauch- 
flofTen fehlen; fo macht er den Uebergang von den Fifchen zu den Schlangen 
Der Körper ift bey älteren auf den Seiten zufammengedrückt , bey jüngeren 
hingegen rund. Der Kopf ift klein, die Mundöfnung grofs, beide Kinnladen find 
mitfpitzigen von einander entfernten Zahnen befetzt, welche in einander eingreifen: 
auch im Gaumen find Zähne befindlich. Die Augen find klein, haben einen 
fchwarzen Stern in einem goldgelben Ringe. Am Ende des Kopfes und ohnweit 
den Augen und dem Munde fieht man zwey hole Fafern, wahrfcheinlich 
Oefnungen für den Geruch und das Gehör. Die Kiemenöfnung ift fchmal, und 
ftatt dafs fie bey andern Fifchen nach der Breite des Körpers fleht , ift fie bey 
diefem nach der Länge gerichtet, und ich habe eben fo wenig den Kiemendeckel, 
als die Kiemenhaut daran wahrnehmen können. Wie grofsen Abänderungen die 
Farben bey den Fifchen unterworfen find, kann man unter andern auch an diefem 
fehen: denn ich befitze einen, der auf dem braunen Grund fchmale kettenförmige, 
nach der Queere laufende weifte Linien hat. Herr Cetti merkt an, dafs die 
Murenen im Sardinifchen Meere insgefammt gelb gefleckt wären a). Cattsby hat 
uns zwey Zeichnungen gegeben , worin bey dem einen der Grund grün und bey 
dem andern weifs , und mit fchwarzen Punkten beftreut ift. In der Handzeichnung 
des Paters Plümier finde ich den Grund weifs , die Flecke grofs, gelb, und auf 
diefen fchwarze Punkte. Da diefer Fifch t wie fchon vorher bemerkt worden, weder 
Bruft- noch Bauchfl offen hat; fo bewegt er fich nur durch den Stofs des hintern 
Theils feines Körpers. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner der Salzwafler, und fowohl in dem oft- und 
weftindifchen , als mittelländifchen Meere anzutreffen ; befonders wird er im 
fardinifchen häufig gefangen. Ihr Hauptaufenthalt ift im MeerwafTer, daher denn 

auch 

«) Sard. III. S. 94. 



Die Murene. 33 

auch Arifiotdes fie zu denjenigen Fifchen rechnet, welche fowohl im füllen als falzigen 
Waller leben können. Im Winter verbergen fie fleh im Grunde und kommen im 
Frühjahr an die Ufer des Meeres, um fich an der Fifchbrut und den Krebfen zu 
fättigen r befonders aber lieben fie die Polypen, daher auch diefe den bellen Köder 
abgeben. Sie find fo gefräfsig, dafs fie fich beim Mangel der Nahrung einander die 
Schwänze abbeißen, wovon fie jedoch nicht flerben; dies, und dafs fie mehrere 
Tage außerhalb dem WafTer leben können, kann zum Beweife dienen, dafs fie ein 
zähes Leben haben. 

Diefer Fifch wird mit der Grundfchnur, vorzüglich aber mit hölzernen Reufen 
oder Körben, die man in den Grund fenkt, gefangen. Er hat ein fehr wohlfchme- 
ckendes Fleifch, daher er bey den Römern in grofTem Anfehn ftand. Um ihn zu 
allen Zeiten haben zu können, fiel man darauf, denfelben in Behältern aufzubewahren. 
Hirius war der erlte, welcher mit grolTen Koften dergleichen in der See anlegte <z), 
und zu den Gaflmahlen feiner Freunde, als Cäfar im Triumph eingeführt wurde, 
fechs taufend Stück lieferte. Nach des Plinius Verficherung waren die Murenen 
bey den Römern fo beliebt , dafs man den Ohrringen und anderm Frauensputz 
ihre Gellalt gab. Sie lafTen fleh auch fehr zahm machen ; dem CrafTus erfchienen 
felbige, wenn er fie rief; und gab er ihnen etwas, fo fprangen fie vor Freuden. 
Er liebte diefelben fo außerordentlich, dafs er die abgeltorbenen beweinte und 
flattlich begraben liefs a). 

Wir finden in den alten Schriftllellern viele Nachrichten von unferm Fifche, 
jedoch haben fie uns über die Art feiner Fortpflanzung wenig zuverlaffiges hinter- 
lafTen ; man fleht gleich , dafs dasjenige was fie davon fagen, auf vorgefafste 
Meinungen fich gründet. Nach dem Arifiotdes begattet er fich wie die Schlano-en, 
indem das Männchen und Weibchen fich einander umfchlingen, und foll er zu allen 
Zeiten Junge hervorbringen b), Plinius meint, alle Murenen wären Schlangen, 
und glaubt, dafs fie fich bey ihrer Begattung am Ufer aufs Trockne begeben. 

d) PHn. 1. 9. c. 55. Ä) I. a, B. I. 5. c. 5. 

Naturg. ausländ. Fifche. II. Theil. E 



34 Die Manne. 

Rondelet hingegen fagt, fie begatteten fich mit der Viper. Die nachherigen 
Ichthyologen haben zum theil diefe Märchen wiederhohlt, auch einer der neueren 
Naturkündiger, Herr Cetti, fagt uns weiter nichts, als dafs er von Fifchern und 
Köchen erfahren, wie fie niemals lebendige Junge bey ihnen gefunden hätten; ob fie 
aber auch keinen Rogen, wie beim gemeinen Aal, bey ihnen bemerkt, darüber 
fcheint er fich nicht befragt zu haben. Da, wie wir oben gefehen, die Murene 
ein zähes Leben und zugleich ein fehr wohlfchmeckendes Fleifch hat, auch in 
Fifchbehältern ausdauert ; fo lohnte es fich wohl der Mühe fie auch in andern 
Ländern einheimifch zu machen. Ift es mit dem Goldkarpfen aus China nach 
Europa und mit dem Sterlet aus der Wolga nach Schweden und Deutfchland 
gelungen, warum follte es nicht auch bey diefem aus Italien möglich feyn? 

In Deutfchland heifst diefer Fifch Murene ; in Frankreich Murene; in England 
Muräne ; in Oftindien Cambat Balei; und in Italien Murena. 

TVillughby fand bey der Zergliederung diefes Fifches einen grofTen fehr 
langen Magen, der beinahe bis am After reichte. Die Leber war lang und röthlich, 
die Gallenbläfe oval und war mit einer bläulicht - grünen Galle angefüllt. Die 
Schwjmmblafe war klein, weifs, dickhäutig, in der Mitte weit, und auf beiden 
Seiten eng. 

Wenn Athenceus fagt: dafs der Bifs derjenigen Murenen tödtlich fey, welche 
durch die Begattung der Viper entftanden find; fo leitet er dies vermuthlich daher, 
weil der Vater diefe fchädliche Eigenfchaft befizt. 

Unfer Fifch, der fich in verfchiedenen Flecken und Farben zeigt, gab Verarilaf- 
fiing, dafs Catesby a), Renard b) und Gronov c) zwey, und Klein d) unrichtig 
drey befondere Gattungen daraus machten. Die Mannigfaltigkeit der Farben rührt 
von der Verfchiedenheit des WafTers her. 

a) Carol. S. 20. 2L O Zooph. p. 40. n. 104. 165. 

6) Hift. des PoifT. tom. I. pl. 28- fig- 51. d) MifT. III. p. 28. n. 1. p. 29. n. 4. 5. 
tom. IL pl. 18. fig. 103. 



Der bunte Aal 35 

DER BUNTE AAL. 

CLIVte Tafel. 

Der Körper gefleckt, der Schwanz flofTenlos. K. 10. Br. 10. A. 79. R. 136". 

Murtznamaculata, cauda aptera. B. x. P. x. A. lxxix. D. cxxxvi. 

Murama Ophis', M. cauda aptera cufpidata, Serpens marinus, maculofus Lift. Willughb, 

corpore tereti. Lina. S. N. p. 405. n. 2. - App. p. 19. tab, G. 9.. 

Murasna teres gracilis maculofa , cauda tereti , ,, • , r n c , r „.,. 

B ' Serpens marinus maculofus. Ray Synopl. Pifc. 

cufpidata apterygia. Arted. gen. p. 24. n. 5. ^ 

Syn. p. 41. n. 5. 
f, . . r . . ..... Far, Uuz. Forskaöl Defcript. Animal. p, xiv; 

Conger ventre maculofo, pinnis albidis, cau- ' r 1 

dam extremam non attingentibus. Klärt Der Seeferpent. Müller L. S. 4. Th. S. 36. 

MüT. Pifc. III. p. 27. n. 4. 

JL/iefe Aalart erkennet man an den dunklen Flecken auf einem weifTen Grund, und - " - — - 

''.'-•" 3- 
an dem flofTenlofen Schwänze. In der Kiemenhaut und BruftflofTe zählet man Tj er bunte 

zehn, in der Afterflofle neun und fiebenzig, und in der RückenflofTe hundert und Aal - 
fechs und dreiffig Strahlen. 

Der Körper diefes Fifches ift lang, rund, glatt und mit Schleim überzogen; 
ohne FlofTen würde er das vollkommne Ardehen einer Schlange haben. Der 
Kopf ift klein, die Mundöfnung weit, und beide Kinnladen lind mit weitläuftig 
flehenden in ein einander greifenden Zähnen bewaffnet. Die Nafenlocher, Kiemen- 
öffnungen und Augen find klein , letztere haben einen fchwarzen Stern in einem 
filberfarbigen Ringe. Der Rücken ift grau und fchwarz gefleckt ; der Bauch 
kurz, Häher denn der After dem Kopfe ungleich näher ift als dem Schwänze, 
der fich in eine ftumpfe Spitze endiget. Die Seitenlinie läuft mitten über den 
Körper weg, und ift mit weifTen Punkten und fchwarzen Flecken geziert. Die 
Bruftfloffe ift klein, und unter derfelben ift die kleine Kiemenöffnung, wie beim 
Aal, vorhanden. Die RückenflofTe fängt nicht weit vom Kopfe an, und endiget 

E 1 



3<S Der bunte Aal 

fich nahe an der Schwanzfpitze; diefe fowohl als die AfterflofTe haben einfache 

Strahlen, die durch eine dünne klare Haut mit einander verbunden werden. 

Der Aufenthalt diefes Fifches foll Oßindien feyn ; Linne giebt die euro- 
päifchen Meere zu feinem Vaterlande an. Dafs er zu den Raubfifchen gehöre, zeigt 
der Bau feines Mundes, ob er aber zu den lebendig gebährenden oder zu den 
eierlegenden Fifchen zu zählen fey, dies kann ich nicht beftimmen. Ueberhaupt 
weis man, fo viel mir bekannt ift, von keinem einzigen Fifche diefes Gefchlechts 
etwas zuverlä'fliges über die Fortpffanzungsart. Er erreicht eine anfehnliche Größe: 
wie denn derjenige , den Lifier befchrieben , drey und einen halben Fufs lang war. 
Der Pater Leguat erwähnet eines Fifches von fechszig Pfunden am Gewicht, welches 
der unfrige zu feyn fcheint; er fand denfelben bey der Infel St. Mauritius und liefs 
ihn kochen, allein der Genufs deffelben bekam ihm und feinen Reifegefährten nicht 
wohl ; der Gefckmack feines Fleifches war widrig a). 

Der deutfche Name Buntaal , fo wie die franzöfifche Benennung Murine 
tachete , ift diefem Fifche , feines gefleckten Körpers wegen , angemefTen. In 
Arabien wird er Far und Uu^ genannt. 

Lifier , der uns zuerft mit ihm bekannt machte , hat auch eine gute Zeichnung 
von ihm geliefert b). 

«) Müll. L. S. 4. Th. S. 36. V) Willughb. Ichth. tab. G. 9. 



Der Meeraal. 37 

DER MEERAAL. 

CLVte Tafel. 
Die After- Schwanz- und Rückenflofle verwachfen, die Seitenlinie weifs. K. 10. 
Br. 19. A. S. und R. 306. Murcena pinna ani, caudce dorßque coadnata, Unea 
later all alba. Br. x. P. xix. A. C. & D. cccvi. 

Murama Conger, M. roftro tentaculis duobus, Conger. Alirov. de Pifc. p. 349. 

linea laterali ex pun&is albida. Linn. S. N. Jonß. p. 19. Meeraal, tab. 4. fig- 7« 

p. 426. n. 6. Muraena Conger. Bont. H. N. Ind. p. 1 J5, 

Muraena Conger. Müller Frodr. p 40, n.330. Broncho. Sah. Aquat. p. 66. b. 

fupremo margine pinna: dorfalis nigro. II Grongo. Cetti Sard. III. p. 95. 

Arted. Gen. p. 24. n. 2. Syn. p. 40. n. 2. Conger or Conger - Eel. JViÜughb. Ichth. 
Conger, pinna membranacea, in futnmitate p. III, tab. G. 6. 

nigra, totutn dorfum ad caudam ufque de- Ray Syn. p. 37* n< '• 

currente.* tubulis brevibus in extremo roftro ; Milwel. Charlet. Onom. p. 125- n. 8. 

Klein MuT. Pifc. III. p. 26. n. I. Penn. B. Z. III. p. 147. n. 64. 

Koyre«*. Arift. üb r. c. 5. 1 2. c. 13. 15. 17. Le Congre. Rondel Hift. des Poiff. P.I.p.308. 

Conger. Plin. lib. 9. c. 16 2o. Bellon. Aquat. p. 162. 

Gesner Aquat. p. 290. Icon.Anim, Dutertre. Antill. Tom. II. p. 22Ö. 

p. 89. Meeraal, Thierb. S. 47. Der Meeraal. Müll. L. S. 4. Th. S. 42. 

JL/ie weifTe Seitenlinie und die verwachfene After- Rücken- und Schwanzflofle T ~ 
dienen zum Kennzeichen diefes Fifches. In der Kiemenhaut zahle ich zehn, in der D« - Meeraal 
Bruflflofle neunzehn, und in der verwachfenen After- Schwanz- und RückenflolTe 
dreihundert und fechs Strahlen. 

Der Körper ift rund, hat mit der Bildung des Aals die meifte Aehnlichkeit, 
und ift eben wie diefer mit einem Schleime überzogen; vom Rücken an, bis über 
die Seitenlinie ifb er grau, weiter herunter und am Bauche weifs und grau 
gefleckt. Der Kopf ift von oben nach unten zufammengedrückt, der' Rumpf 
hingegen rund, am Ende des obern Kiefers find zwey hohle Röhren, und dicht 
an den Augen zwey Vertiefungen fichtbar, wovon die erften wahrfcheinlich 

E 3 



33 Der Meeraal 

die Nafen- und die letzteren die Ohrenlöcher find. Die MundöfFnung ift 
grofs, beide Kinnladen find mit fpitzigen auseinander flehenden Zähnen 
bewaffnet; am Kinn flehet man kleine Oefnungen aus welchen beim Preffen ein 
Schleim zum Vorfchein kommt. Die Augen haben einen fchwarzen Stern in 
einem filberfarbigen Ringe, find länglich, und viel gröffer als beim Aal. Die 
Kiemenöfnung ift eng, liegt wie beim Aal unter denBruftfloffen, die Seitenlinie läuft 
mitten über den Körper, und beftehet aus einer Reihe Punkte. Der Schwanz endiget 
fleh in eine Spitze, und der Afrer ift von ihm etwas mehr entfernt als vom Kopfe; 
die BruftflofTen find grau, die zufammengewachfene Bauch- Brücken- und AfterflofTe 
gelblicht und mit einer fchmalen braunfehwarzen Einfaffung verfehen. 

Wir treffen diefen Fifch im mittelländifchen Meere, an den antillifchen Infein, 
im Nordmeere , vorzüglich häufig aber an den Küften von Engelland an. Er 
erreicht eine fehr anfehnliche Gröffe. Im mittelländifchen Meere wird er zu 
dreißig bis fechszig Pfund fchwer gefunden a), und in der Nordfee noch ungleich 
gröffer. Burlace fagt, dafs man ohnweit der Mounts- Bucht einen hundert Pfund 
fchweren gefangen habe b), und Herrn Pennant wurde verfichert, dafs bey Scarbo- 
rough einer ausgefifchet worden fey, der zehn und einen halben Fufs lang gewefen, 
und achtzehn Zoll im Umfange gehabt habe. Auch Gesner erzählt, dafs man 
welche von vier bis fünf Ellen Länge, und von der Dicke eines Menfchenfchen- 
kels gefangen habe c). So lange diefer Fifch noch klein ift, ift er dem Aal fehr 
ähnlich , man kann ihn jedoch durch folgende Merkmale leicht unterfcheiden. 
Erftens , hat der Aal kleinere und weniger in ordentlichen R.eihen flehende Zähne. 
Zweitens, ift die obere Lippe beim Meeraal ungleich ftärker, wie beim gemeinen 
Aal. Drittens ift die Farbe bey erfterem mehr weifs, wenigftens hat er groffe 
weiffe Flecke. Viertens, hat er eine weiffe punktirte Seitenlinie. Fünftens, hat feine 
Floffe eine fchwarze Einfaffung. Sechstens, hält er fich die mehrefte Zeit im falzi- 
gen, und gehet nur auf eine kurze Zeit in füffes Waffer, da hingegen der gemeine 

a) Sahian Aquat. p. 66. V) Pen. B. Z. III. p. 147. c) Thierb. S. 47. 



Der Mm aal. 39 

Aal mehrentheils im letztem lebet. Im Winter verbirgt er fich , um fich vor der 
Kälte zu fchützen im Schlamm, aus dem er im Frühjahr zum Vorfchein kömmt; 
ein Theil bleibt beftändig im Grunde des Meeres, ein anderer aber hält fich an 
den Ufern und Mündungen der Flüfleauf ; diefe haben einen fchwärzlichen Rücken, 
jene aber find durchaus filberfarben. Die jungen Meeraale trift man in unglaublicher 
Menge in Engelland in dem Flufs Severn an. Die Fifcher fchöpfen fie, fo zu fagen, 
nur aus, und bedienen fich dazu der Köfcher, deren Netz fie aus Pferdehaaren 
flechten. Der Aprilmonat ift eigentlich die Zeit wo fie erfcheinen. Die Fifcher 
Hellen fich alsdann während der Ebbe am Rande des "WafTers und fchöpfen fie aus 
dem in den Gruben zurück gebliebenen "Waffer aus. Ein einziger kann gewöhnlich 
während der Ebbe fo viel davon erhalten, dafs man einen Scheffel damit anfüllen 
kann. Sie gehören zu den vorzüglich wohlfchmeckenden Fifchen. Auch die groffen 
Meeraale haben ein weiffes, füfses Fleifch, weil es aber fehr fett ift; fo werden 
auch gute Verdauungskräfte darzu erfordert. Galen erklärt es für ungefund a), und 
Albertus Magnus fagt, dafs fein Genufs den Ausfatz {Lepra) zuwege bringe b). 
Auf was Art diefer Fifch fich fortpflanzt, ift noch vielem Zweifel unterworfen. 
Arißoteles fagt zwar, bey einigen fände man nichts als Fett, hey anderen aber 
wären die Eier in Fett eingehüllt ; man dürfte nur etwas davon zwifchen den Fingern 
reiben ; fo würde man bald einige harte Körper , nämlich die Eier , gewahr 
werden c). Auch nach dem Rondelet follen die Eier reihenweife im Fett ver- 
borgen liegen, und wenn man jenes am Feuer zergehen liefTe; fo kämen die Eier zum 
Vorfchein d). Man wird aber ohne mein Erinnern begreifen, dafs noch viel an 
der Gewifsheit fehle : ob diefer Fifch würklich zu den eierlegenden oder lebendig 
gebärenden Thieren gehöre , befonders da keiner von beiden eines Milchers 
Erwähnung thut. Auch die Zeit in welcher fie ihr Gefchlecht fortpflanzen ift noch 
unbekannt. Nach dem Oppian follen fie fich wie die Schlangen in einander winden. 



a) De Alim. üb. 2. c) Lib. 2. c. 15. 

b) H. A. 1. 6, c. 17. </) Hift. des Poiff. P. I. p. 308. 



4° Der Meeraal. 

Unfer Fifch ift ein ftarker Räuber , und fchonet felbft feiner eigenen Gattung 
nicht; er lebt von Polypen und Fifchen, befonders aber focht er die Krabben auf, 
wenn fie ihre harte Schale abgelegt haben. Er aafet auch, und findet man ihn an 
den Stellen wo verreckte Thiere hingerathen find, allezeit in Menge beifammen. 
Seine Feinde find, aufTer den andern Raubfifchen, die Murene. Er hat ein fehr zähes 
Leben, denn es fchadet ihm nicht, wenn ihn auch von der Murene der Schwanz 
abgebiffen wird, wenigftens wird uns diefes vom Rondelet verfichert a). 

Man fängt ihn in England durch Aalränge ; in Sardinien durch Körbe, welche 
tief ins Meer eingefenkt werden. Auf den antillifchen Infein hingegen bedienet man 
fich folgenden Handgriffs: man fucht ohnweit den Ufern einen fteinigten Grund, 
oder eine Stelle wo niedrige Felfen beifammen find, aus; man nimmt einige Steine 
weg, gräbt ein Loch, fchüttet etwas Blut hinein , und verfieht die Stelle mit 
Angeln, woran zerftückte Polypen oder Krabben zur Lockfpeife hangen. Durch 
diefe beiden Mittel werden fie bald herangelockt. Man mufs indeffen beim Heraus- 
ziehen fchnell zu Werke gehen, damit fich diefer Aaal nicht mit dem Schwänze an 
irgend einen Körper befeftige , denn er halt daran fo feit, dafs er eher die Kinnlade 
einbüßet, als lofs läfst. Der Pater Dutertre verfichert felbft die Erfahrung gemacht 
zu haben b). 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch Meeraal genannt; in Holland heift er 
Kongeraal; in England Conger oder Conger-eel, die jungen Elwers , in Cornwallis 
befonders Milvel; in Frankreich Congre; in Italien Broncho ; in Sardinien Grongoj 
auf der Infel Malta Imfella, und in Japan Fammo. 



a) Hifh des PohT. P. I. p. 309. 3) Antill. tora, II. p. aar. 



XXXKftes 



Von den Kahlrücken. 41 



#F 



XXXIXftes GESCHLECHT. 
KAHL RÜCKEN. 

Erster Abschnitt. 

Von den Kahlrücken überhaupt. 

Der Rücken flofTenlos. Pifces dorfo apterygio. 

Gymnotus. Linn. S. N. gen. 144 p. 427. Gymnotus. Cron. Zooph. p. 41. 

■ Arted. Gen. 21. p. 25. Syn. p. 43. Les Gymnotes. Goiian Hift. des PoifT. Gen. 30. 

p. 106. 169. 

.L/er glatte von FlofTen entblöfste Rücken dient denen Fifchen diefes Gefchlechts 
zum Unterfcheidungszeichen. 

Der Körper ift fchmal, lang und dünn, und da der Rücken auch nicht dick ift, 
und der Bauch fich in eine Schneide endiget; fo kommt ihre Geftalt einem MefTer 
nahe. Der Kopf ift klein, glatt -und fchuppenlos ; die Mundöffnung ebenfalls 
klein, ohne merkliche Lippen und in den Kinnladen findet man nur fehr kleine 
Zähne. Die Augen find klein, rund und mit einer Nickhaut verfehen. Die Kie- 
menöfFnung ift von mittlerer GröfTe, die Kiemenhaut mit fünf Strahlen verfehen, 
der Kiemendeckel rund, glatt, und beftehet aus einem einzigen Blättgen. Die 
Seitenlinie ift gerade , der After eng, und ohnweit dem Kopfe befindlich. Die 
BruftflofTen find klein, die Afterflolle aber fchmal und lang; die SchwanzflofTe ift 
bey einigen mit der Afterflofle verwachfen. 

Wir finden die Fifche diefes Gefchlechts vorzüglich in den amerikanifchen Gewäf- 
fern, daher fie den altern Naturkündigern nicht bekannt fey n konnten. Marcgraf machte 
Naturg. ausl Fifche. 11. Th. F 



4^ Von den Kahlriicken. 

uns zuerßx mit dem Kurz - und Langfchwanz aus Brafllien a ) , Seba mit dem 
Spitzkiefer b) und Ricker mit dem elektrifchen Aal c ) bekannt. Linne lehrte uns 
den Weifsftern d) kennen, von dem uns Herr Profeflbr Pallas eine Zeichnung 
gegeben hat e); diefe machen zufammen fünf Arten aus, wovon Linne jedoch nur 
vier annimmt , und den Kurz - und Langfchwanz nur für eine Art hält ; er 
führt zwar noch eine fünfte Art aus China auf/"), allein da diefe mit einer Rücken- 
flofTe und mit Schuppen verfehen iit; fo ift er felbft zweifelhaft, ob fle nicht zu 
den Seewölfen zu zählen fey , mit welchen fie jedoch, meines Erachtens, nicht die 
minderte Aehnlichkeit hat. Es rnüite daher ein neues Gefchlecht daraus gemacht 
werden. Bontius hat fie bereits unter dem Namen Meerfchley g ) befchrieben, 
aber fchlecht abgezeichnet; Herr Pallas hat nicht nur eine umftändlichere Befchrei- 
bung, fondern auch eine genauere Zeichnung davon geliefert h). In den neueren 
Zeiten hat Herr Brünniche diefes Gefchlecht mit einem neuen Fifch aus dem 
mittelländifchen Meere bereichert i). 

c) Gymnotus Carapo L. /) Gymnotus afiaticus. 

b) roftratus L. g") Tinea marina. Ind. p. 78. 

c ) — ele&ricus L. K) I. a. B. p. 40. tab. 6. fig. 3. 

d) — albifrons. Q Pifc. Maff. p. 13. 

c) Spie. Zool. Fafc. VII. tab. 6. fig. 1. 



Der ekktrifche Aal. 



Zweiter Abschnitt. 

Von den Kahlrücken ins b efo nder e. 



DER ELEKTRISCHE AAL. 

CLVIte Tafel. 
Der Schwanz abgeftumpft. Gymnotus cauda obtufa. 

Gymnotus eleclxicus. G. nudus dorfo aptery- Angnille de Boeuf. Memoires de I'academie de 
gio , pintla caudali obtufifTima. Linn. S. N. Berlin de l'annee i 760. p. 23. 



p. 427. n. 2. 

Gymnotus pinna ani ad extremum cauds lata: 
truncata: contiuuata: maxilla inferiore pau- 
lo longiore. Gronov Zooph. p 4 c n 169. 
Adh Helvet. Tom IV. p 26. tab. 3 fig. r-5. 

Gymnotus nigricans; capiteplagioplateo; cau- 
da curca; obtufa virtute torpedo. Seb. Thef. 
III. p. 108. n. 6. tab. 34. fig. 6. 

Gymnotus. Mufchenbr. Introd. ad phyf.nat. 
Tom. I, p. 290. 

Torpedo recenriorum. Langguth. Opufc. II. 
p. I. tab. I. fig. i - 5. 

Toporfic, Bancerot. Reif, nach Guinea. S. n6. 

Elecrrical-Eel. Philofoph. «-ansäet, vol. 65. 
p. 94. Gymnotus eleclricus p. 395. pl. r. 2. 

Puraque. Aügem. Reif. löterB. S. 132. 



Torpille ou Anguille tremblante. Fennin 
Defcript. de Surin. tom. II. p. 260. An- 
guille tremblante. Hift. nat. de la Hollande 
equinoxale p. 6u. 

Torpedo oder Krampffifch. Neue phyfical. 
Beluftig, itet B. S 287. 

Conger - Aale, oder DriMfch. Allgem. Magaz. 
12. Th. S. 103. 

Der betäubende Aal. Martini. Naturlex. iterB. 
S. 18. tab. 1. Mannigfaltigk. 2ter Jahrg. 
51. Woche. 

Zitteraal. Müll. L. S. 4. Th. S. 46. 

Zitterfifch. Neues Hamb. Magaz. 73. St. S. 73. 

Der Arzt, 2ter B. S. 334. 



Beef-Aal, Sidder-Aal. Verhandl. der Hol- ElecTrifcher Gymnotusfifch. Onomat. H. N. 

länd. Maatfchap. n. B. p. 372. Tom. IV. p. 205. 

Anguille de Cayenne, ou tremblante. Bomare Cayennifcher Zitteraal. Neuer Schaupl. der 

Did. d'hift. nat. Nat. iter B. S. 1.3. Puraque 6ter B. S. 738. 

JVLan erkennet den elektrifchen Aal an feinem abgestumpften Schwänze. ■ - -■ 

Der Körper ift lang, glatt, mit einem Schleim überzogen und gröftentheils Der elektri- 
von fchwarzer Farbe. Am Rumpfe fieht man verfchiedene hellere Flecke; es giebt fche Aa1, 

F a 



44- Der elektrifche Aal. 

auch welche die röthlich find, und diefe haben eine ftärkere elektrifche Kraft a), 
von welcher Eigenfchaft wir bald reden werden. Der Kopf ift kurz, etwas breiter 
als der Körper von oben nach unten zufammmengedrückt. Die Mundöffnung ift 
weit, die Lippen find dick und beweglich. Beide Kinnladen, wovon die obere 
etwas länger als die untere ift, find mit vielen kleinen fcharfen Zähnen befetzt. 
Die Zunge ift breit, und fo wie der Gaumen voller Warzen; ohnweit dem Rande 
der obern Kinnlade fieht man die Nafen- und GehöröfFnungen dicht hinter 
einander. Die Augen , welche an der Oberfläche des Kopfes fitzen , find fehr 
klein, haben einen fchwarzen Stern in einem gelben Ringe, und find mit einer 
Nickhaut verfehen. Allenthalben wird man am Körper kleine haarförmige OefFnun- 
gen gewahr, durch welche fich ein zäher Schleim auspreffen läfst, der ohnftreitig 
dazu dienet, den Körper vor äiuTerlichen Verletzungen zu fchüizen. Die Kiemen- 
öffhungen find eng, haben eine fchiefe Richtung und liegen dicht an den Bruft- 
flofTen. Die Bauchhöle ift kurz und der After nahe am Kinn befindlich. Von den 
doppelten Seitenlinien diefes Fifches läuft die eine nahe am Rücken, und die andere 
nahe an der AfrerflofTe fort. Die BruftflofTen find klein, die AfterflofTe ift lang, die 
SchwanzflofTe abgeftumpft, und alle drey find mit weichen einfachen Strahlen verfehen, 
deren Anzahl fich aber, wegen der fie umgebenden dicken Haut, nicht beftimmen läfst. 
Wir treffen diefen Fifch in Guinea , Surinam , Cayenne , Peru , an den 
afrikanifchen Küften im Flufs Senegal, und überhaupt unter dem heiffen Himmels- 
ftrich, an. PJr liebt vorzüglich reines WafTer und hält fich daher an fteinigten 
Seeufern und den Mündungen der Flüfle auf; auch geht er in die FlüfTe und 
in die damit verbundenen Seen. Er kommt öfters an die Oberfläche des WafTers 
um Luft zu fchöpfen, wobey er eine Luftblafe von fich läfst, und ftehet daher leicht 
ab, wenn er nicht frifche Luft fchöpfen kann, aus welchem Grunde er auch ftirbt, 
wenn er lange im Netze, in denReufen oder an der Grundfchnur gefangen, in der 
Tiefe gelaffen wird. Sein Fleifch ift fett und wohlfchmeckend, das am Rücken 

o) Allgem. Magaz. 12* B. S. 103. 



Der elektrifche Aal. 45 

derb und grätigt, am Bauche aber weich und fchleimigt; er wird fowohl von den 
WeifTen als Indianern genofTen. Diejenige Eigenfchaft des Fifches, dafs er dem- 
jenigen der ihn berührt, einen heftigen Stofs mittheilet, hat mit Recht die Auf- 
merkfamkeit der Naturkündiger rege gemacht. 

Richer , welcher 167 1 von der Parifer Academie zu mathematifchen Beobach- 
tungen nach Cayenne gefchickt wurde a), gedenkt einer Aalart, welche fowohl 
beim unmittelbaren als mittelbaren Berühren eine heftige Erfchütterung verurfachet. 
Es ift diefes allem Anfehen nach unfer Zitteraal, wie aus der hierunter angeführten 
Stelle erhellet b). Es verftrich darauf beinahe ein dreiviertel Jahrhundert, bevor 
man weiter etwas von diefem Fifche hörte : denn erft gegen die Mitte diefes Jahr- 
hunderts erwähnt de la Condamine in feiner Reife nach dem innern Amerika c) eines 
Fifches unter dem Namen Puraque, den man im Amazonenflufs findet, der eben 
diefe Wirkungen hervorbringt, und allem Anfehen nach unfer elektrifcher Aal ift. 
Mit völliger Gewisheit aber hat uns Ingram in einem Briefe aus Towerhill, vom 
Hornung 1750 Nachricht von unferm Fifche gegeben; er nennt ihn zwar Torpedo 



/z) Siehe Weidler Gefchichte der Aftrono- 
nomie, S. 532. 

Z>) „ Je fus beaucoup plus furpris de voir 
„ un poiffon long de trois a quatre pieds, 
„ femblable a une anguille, groffe comme la 
„ jambe, & teile que celle de mer que les pe- 
„ cheurs appellent Congre, lequel etant tou- 
„ che non feulement avec le doigt, rnais rae- 
„ me avec l'extre'mite d'un bäton, engoordit 
„ tellement le bras & la partie du corps, qui 
„ lui eft la plus proche, que l'on demeure 
„ pendant un demi quart d'heurefans pouvoir 
„ le remuer , & caufe meme un eblouifle- 
„ ment qui feroit tomber fi on ne prevenoit 
„ pas la chute en fe couchant par terre, & 
„ enfuite on revient au meme etat qu'aupa- 



„ ravant. J'ai ete" temoin de cet effet, & je 
„ l'ai fenti, ayant touche ce poiflbn avec le 
„ doigt, unjour que je rencontrai des Sau- 
„ vages qui en avoient un encore vivant, le- 
„ quel ils avoient bleiTe" d'un coup de fleche, 
„ & tire de l'eau avec la fleche meme. Je 
„ n'ai pas pu favoir d'eux le nom de ce poif- 
„ fon: ils difent qu'en frappant les autres 
„ poiffons avec fa queue, il les endort & les 
„ mange; ce qui eft aife a croire , voyant 
„ 1'efFet qu'il produit für les hommes lorfqu'ils 
„ le touchent. " Me'moir. de VAcad. de Paris 
Tom. VII. p. 93. 

c) Voyagedel'Ame'r. m6ridionale.4to 1743. 
Relation d'un voyage de I'Anie'rique meridio- 
nale. 1745. Svo. Allgem. Reif 6ter B. S. J32. 

F3 



46 Der elektrifche Aal. 

(Zitterroche) <z) , allein aus feiner Befchreibung erhellet klar, d'afs er einen 
Zitteraal vor fich gehabt habe. Von ihm lernen wir zugleich, dafs diefer Fifch eine 
elektrifche Atmofphäre haben muffe : denn, als er ihn mit einem eifernen Reifen 
berühren wollte , fo wurde, noch ehe die Berührung gefchah, fein Arm fo ftark 
erfchüttert, dafs er den Reifen fallen liefs b). 

Herr Gravefand erkannte zuerft dafs diefer Stofs von einer elektrifchen Materie 
herrühre, denn er fagt in einem Briefe von Rio IfTequebo vom 11 Nov. 1755, an 
den Herrn Profeffor Allemand: „ er bringt eben dielelben Wirkungen hervor wie die 
„Elektricität, welche ich bey Ihnen empfunden habe, da ich eine Flafche in der 
„Hand hielt, welche mit einem eifernen Drath an einer elektrifchen Röhre befeftiget 
„war; jedoch mit dem Unterfchied, dafs man hier keinen Funken wahrnimmt, 
„ohngeachtet der Stofs viel ftärker ift; denn wenn der Fifch etwas grofs lft, fo 
„wirft der Stofs denjenigen der ihn anrühret, ohnfehlbar zur Erde nieder, und 
„man fühlt ihn am ganzen Körper c)." 

Bald darauf machte Gronov d ) die Verfuche bekannt , welche einer feiner 
Bekannten in Amerika mit einem Aal dafelbfl angeflellt hatte; woraus die thierifche 
Elektricität diefes Fifches ohnbezweifelt erwiefen wird. Auch erfehen wir daraus, 
dafs fich das elektrifche Flüffige durch mehrere Perfonen mittheile, wenn die erfte 
den Kopf des Fifches berührt, während die letzte, in einer Entfernung von demfelben, 
die Hand im Waffer hält., und dafs fie unterbrochen wird, wenn man den Fifch 
mit elektrifchen Körpern als Siegelack oder Seide berührt. 

Mufchenbrcßck , welcher die thierifche Elektricität erkannte e), meldete folches 
feinem Freunde Nollet ; an dem Dafeyn einer folchen Materie zweifelt jedoch 
der Verfaffer in der Gefchichte der Denkfchriften /), und fchreibt fie vielmehr 



«) Neue Phyfical. Beluft. 1. B. S. 288. zogene Verhandel. III. p. 468. Ada Helv. IV. 

*)I.a.B. P . a9 a p - 26 - Zo °P h 'P-4 2 - 

e) Introd. ad Philof. Natur. Lugd. Batav. 

c) Neues Hamburg. Magaz. 20. St. S. igo. ^ ^ Tom L § 2QQ 

d) Hadern. Verhandl. II. p. 372. Uuitge- f) Hilf, de l'Aead. de Paris. An. 1760. p.2K 



Der ekktrifche Aal. 47 

gewifTen Muskeln zu , die Raumur beim Zitterrochen gefunden haben will a~). 
Auch der Herr Profeflbr Alkmand war diefer Meinung zugethan b). Bald darauf 
betätigte van der Lott durch feine Verfuche die thierifche Elektricität noch mehr, 
indem er zeigte, dafs man durch Berührung des Fifches durch verfchiedene Metalle 
einen heftigen Stofs, durch Lack und Wachs &c. aber gar keine Wirkung hervorzu- 
bringen vermögte c). Fermin bekräftigte die elektrifche Wirkung dadurch noch 
mehr, dafs er durch vierzehn Sklaven , die fich einander anfafsten, den Stofs 
fogleich empfand, als der erfte den Fifch mit einem Stock berührte d). Auch die 
Verfuche, welche Bancroft angeftellt hat, fetzen diefe Würkung aufTer Zweifel e). 

Die neueilen Verfuche, die mir bekannt geworden find, haben uns Williamfon 
und Garden, erfterer in einem Schreiben an Walsh, aus Philadelphia vom 3. Sept. 
I 773/)s und letzterer in einem dergleichen an Ellis, aus Charletown vom 14. Aug. 
1774 g), mitgetheilt. Es würde unnöthige Wiederholung feyn, wenn ich alle 
Verfuche, die ein jeder gemacht hat, nach der Reihe her erzählen wollte. Da nun 
die des Herrn Williamfon, unter allen übrigen, die thierifche Elektricität am deut- 
lichften zeigen; fo will ich diefe herfetzen. Der Aal, deffen er fich bediente, 
war dreyFufs lieben Zoll lang, und nahe am Kopfzwey Zoll dick; man hatte ihn 
von Guyana nach Philadelphia gebracht, wo Herr Williamfon fich aufhielt. 

Erfier Verfuch. Als er ihn mit einem Finger berührte, empfand er einen fo hef- 
tigen Stofs in den Gelenken der Finger , als wenn er eine geladene leidner 
Flafche angefafst hätte. 
Zweiter Verfuch. Er berührte ihn darauf ganz ftark, und empfand einen ähn- 
lichen Schmerz , der bis an den Ellenbogen gieng. 
Dritter Verjuch. Er berührte ihn mit einem zwölf Zoll langen eifernen Drath, 
und hatte die nämliche Empfindung in den Gelenken des Daumens und des 
Fingers, mit welchen er den Drath hielt. 



ß) Memoir. de l'Acad. de Paris. An. 17 14, e ) Naturgefch. von Guyana p. 120. 

6) Neues Hamb, Magaz. 20tes Sc. S. 182. /) Philof. Trans. Tom. 05. p. 95. 

e) Allgcm. Magaz. 12. Tb. S. I05. #) I.a. B. p, 102. 
d~) Surin. p. 59, 



jj Der elektrifche Aal. 

Vierter Verfuch. Während dafs eine andere Perfon, die eranfafste, den Fifch 
durch das Berühren reizte, fteckte er feine Hand ins WafTer, in einer Entfer- 
nung von drey Fufs von demfelben, und er empfand eine folche Empfindung in 
den Fingerfpitzen , als wenn er ihn felbft berührt hätte , jedoch weniger 
fchmerzhaft. 

Fünfter Verfuch. Er warf einige kleine Fifche hinein, welche der Aal fogleich 
tödtete und verfchluckte. 

Sechßer Verfuch. Er that den Katerwels d), der zum wenigften anderthalb Zoll 
dick war, hinein, welchen er ebenfalls tödtete und verfchlucken wollte, da er 
aber zu grofs war, nicht konnte. 

Siebenter Verfuch. Um zu erfahren , ob die hineingeworfenen Fifche durch 
den Einflufs der elektrifchen Materie getödtet wurden, that er eine Hand ins 
WafTer in einiger Entfernung von den Aal, und ein anderer Katerwels wurde in 
das WafTer geworfen. Der Aal fchwamm auf ihn zu, gieng aber bald wieder 
zurück, nicht lange daraufkehrte er um, fahe ihn einige Sekunden lang feurig 
an, und gab ihm einen folchen Stofs, dafs der Wels fich auf den Rücken 
legte, und bewegungslos da lag; er empfand in demfelben Augenblick- einen 
gleichen Schmerz in den Fingern, wie beim vierten Verfuch. 

Achter Verfuch. Einen dritten Katzenwels , welchen man ins WafTer geworfen, 
gab der Fifch einen folchen Stofs , dafs er fich auf die Seite legte , aber noch 
fortfuhr Zeichen des Lebens von fich zu geben. Der Aal fchien diefes zu bemerken, 
er gieng weg, kehrte aber fogleich wieder zurück und tödtete ihn vollends. 
Er konnte leicht wahrnehmen, dafs der zweite Stofs ftärker war , als der erfte, 
der Aal verfuehte weiter nicht diefe Fifche zu verfchlucken, ob er gleich noch 
mehrere tödtete. Er bemerkte jederzeit, dafs, wenn er einen tödten wollte, er 
gerade auf ihn zu gieng als ob er ihn freuen wollte, und wenn er an ihn kam, 

£o 

a) Silurus Catus L. 



Der elektrifche Aal. 49 

fo hielt er einige Zeit ftill ehe er ihm den Stofs gab , jedoch verrichtete er 
auch diefes manchmal fofort, als er an ihn kam; wenn wir einen von diefen 
Weifen , der tod fchien , in ein anderes Gefäfs mit WafTer brachten ; fo 
erholte er fich wieder; fo wie die Fifche, die man durch einen fchwaehen elek- 
trifchen Schlag betäubt , auf eben die Art wieder zu 'fich felbfl kommen. 

Neunter Verfuch. Wenn er den Aal mit der einen Hand fo berührte, dafs er 
davon gereizt wurde, und die andere Hand in einer kleinen Entfernung ins 
WafTer hielt; fo empfand er in beiden Armen einen folchen ftarken Stofs, als 
die leidner Flafche hervorbringt. 

Zehnter Verfuch. Er {teilte einen Stock , welchen er in der Hand hielt ins 
WafTer, und berührte mit einem andern den Aal, der Stofs gierig durch beide 
Arme, wie vorher. 

Eilfter Verfuch. Während dafs er einen feiner Reifegefährten bey des Hand 
hielt, welcher den Aal berührte, fteckte er die andere Hand ins WafTer, und 
beide empfanden einen Stofs. 

Zwölfter Verfuch. Er fafste mit einer Hand den Fifch fachte an , und indem 
fein Gehülfe ihm den Kopf ftark berührte, fo empfanden fie beide einen 
heftigen Stofs. - 

Dreizehnter Verfuch. Acht bis zehn Perfonen Hellten fich Hand in Hand in einen 
Kreis ; der erfle that die Hand in einer geringen Entfernung vom Fifche ins 
WafTer, und fobald der letzte den Kopf berührte; fo empfanden fie alle eine 
fchwache Erfchütterung. 

Vierzehnter Verfuch. Derfelbe Verfuch wurde wiederhohlt, nur mit dem Unter- 
fchiede , dafs der erfle den Kopf und der letzte den Schwanz berührte, und 
ein flarker Stofs war der Erfolg davon. 

Fünfzehnter Verfuch Er und noch jemand hielten ein jeder mit einer Hand das 
Ende einer kupfernen Kette; der eine fteckte die freie Hand ins WafTer, wahrend 
dafs der andere den Aal ftark reizte, und fie erhielten beide einen Stofs. 

Naturg. ausländ. Fifche, II, Theil. G 



50 Der ekktrifche Aal. 

Sechs^ehnter Verfuch. Er wickelte fich ein feidnes Tuch um die Hand und be- 
rührte den Aal, empfand aber keine Erfchütterung, während dafs fein Gehülfe, 
der zu derfelben Zeit feine Hand in einer geringen Entfernung vom Aal ins 
"WafTer hielt, einen Stofs bekam. 

Sieben\ehnter Verfuch. Eine Menge anderer Verfuche wurden von zwey Perfonen 
angeftellt, davon die eine die Hand ins WafTer bald in einer geringen Entfer- 
nung vom Schwänze hielt, oder ihn berührte, und die andere den Kopf an- 
fafste ; mit den andern beiden Händen hielten fie eine Holzkohle, einen 
eifernen- oder metallenen Drath, ein Stück fchweres auch leichtes Holz, Glas, 
Seide u. f. w. Das Refultat davon war, dafs alle die Körper, welche die 
gewöhnliche Elektricität leiten, es auch hier thaten, und fo auch im entgegen- 
gefetzten Fall, dafs diejenigen Körper, welche die Mittheilung der Elektricität 
abhalten, es hier ebenfalls auch thaten. Nur die metallene Kette gab alsdann 
erft einen Stofs , wenn fie gefpannt war. 

Achtzehnter Verfuch. Einer aus der Gefellfchaft , der lieh über gläferne Flafchen 
fetzte, empfand einige Stöfse von der Berührung des Aals, gab aber weiter 
kein Zeichen von Elektricität von fich. Auch der ElektricitätsmefTer zeigte 
keine Elektricität an, weder wenn er über des Aals Rücken gehangen, noch 
wenn er an die Perfon gehalten wurde, die den Stofs empfand. 

Neunzehnter Verfuch. Eine Perfon hielt eine zu elektrifchen Verfuchen zuberei- 
tete Phiole in der einen Hand, legte die andere auf den Schwanz des Fifches; 
wärend dafs der Gehülfe den kurzen Drath in der einen Hand hielt, der mit 
der Flafche in Verbindung ftand, ergriff er den Fifch mit der andern Hand 
beim Kopfe, und er erhielt einen heftigen Stofs in der Hand und dem Arme, 
der andere aber empfand nichts. 

Zwan\igfler Verfuch. Er nahm zwey metallene Dräthe , in der Stärke einer Ra- 
benfeder , die an den Enden abgerundet waren ; fie wurden auf hölzerne 
Geflelle dergeftalt in entgegengefetzter Richtung zufammengebracht ; dafs fie 
nur noch den hundertften Theil eines Zolles auseinander entfernt waren, er 



Der elektrifche Aal. 51 

hielt das eine Ende diefes Draths in der einen Hand, und während dafs fein 
Gehülfe das eine Ende des andern Draths in der Hand nahm, fo fleckte der eine 
von ihnen die Hand ins WafTer nahe an dem Aal, und der andere berührte den 
Aal mit der freien Hand : diefer erhielt einen Stofs , jener aber empfand nichts. 
Er wiederhohlte diefes Experiment zu fünfzehn bis zwanzig mal mit verfchie- 
denem Erfolge. Wenn die Dräthe dergeftak gefteHet wurden, dafs fie einen 
dritten Theil eines Zolles auseinander entfernt blieben ; fo ward der elektrifche 
Stofs nicht durch fie geleitet , wenn aber die Dräthe fo nahe zufammen 
gebracht wurden, dafs fie nur in der Dicke eines doppelten Poßpapiers von 
ander entfernt waren; fo empfanden fie beide den Stofs fehr heftig. In diefem 
Fall war unflreitig der elektrifche Funken aus einem Drath in den andern 
übergegangen, allein fie waren nicht fo glücklich diefen Funken fichtbar zu 
machen: indeffen bemerkte er dafs der Aal, während dafs diefe Verfuche ge- 
macht wurden, fich nicht leicht reizen liefs und übel zu befinden fchien. Er 
habe öfters zur felbigen Zeit mit der Hand fowohl auf dem Rücken als auf den 
Seiten vom Kopf nach dem Schwänze zu geftrichen, auch einen Theil feines 
Körpers aus dem "WafTer gehoben, ohne dafs der Fifch den geringften Wider- 
ftand leiftete. 

Aus diefen Verfuchen erhellet : 

Erflüch. Dafs der Aal jedem lebendigen Gefchöpfe das fich ihm nähert eine 
fchmerzhafte Empfindung mittheilen könne. 

Zweitens. Dafs diefe Wirkung nach der Lage des Aals, in der er fich befindet, 
flünde, daher diefe Empfindung bald heftiger , bald fchwächer, oder auch gar 
keine hervorbringe. 

Drittens. Dafs der mitgetheilte Stofs oder die fchmerzhafte Empfindung nicht 
von einer Bewegung der Muskeln des Aals herrühre, weil er den Stofs in 
einer gewilTen Entfernung mittheilet ; und , weil man ihn durch gewilTe 
Subftaiuen fortleiten kann, da man durch andere von gleicher Härte und 
Spannung nichts empfindet. 

G a 



5 a Der elektrifche Aal. 

Viertens. Dafs der Stofs von einer gewifTen flüfligen Materie die aus dem Fifche 

ausftrömt, herrühre. 
Fünftens. Dafs diefer Ausflufs des Aals auf eben die weife im menfchlichen Körper, 
als die elektrifche Materie würke, und fie bey ihm eben diefelbe Empfindung 
hervorbringe, und dafs er die Thiere auf eben diefelbe Art tödte, oder betäube, 
wie wir diefes bey der kiinftlichen Elektricität wahrnehmen , und dafs end- 
lich alle diejenigen Körper, welche die Elektricität leiten, auch bey diefem die 
Mittheilung bewürken; fo wie im Gegentheil alle die Körper, welche den 
Lauf der Elektricität hemmen, fie auch in diefem unterbrechen: woraus fich 
denn mit Gewifsheit folgern läfst, dafs der Aal mit einer elektrifchen Materie 
verfehen feyn muffe. 

IndefTen fcheinen verfchiedene Verfuche fleh einander zu widerfprechen : 
denn fo erzählt Ingram a) , dafs er, ehe er noch das WafTer berührte, einen Stofs 
bekommen; de la Condamine, dafs er von der Berührung eines Stocks eine Erfchütte- 
rung gelitten b). Ingram hingegen versichert, dafs er durch den Stock keinen Stofs 
empfunden c) , und van der Lott dafs er durch Bley und Blech nicht fey erfchüttert 
worden; dafs ihn Williamfon d) , von Heiden e) und ein Mohrenj unge;/) haben aus 
dem WafTer heben können , ohne weiter etwas widriges empfunden zu haben. Allein 
aller Widerspruch verfchwindet, wenn wir die Natur des Fifches genau erwägen; wir 
werden alsdann wahrnehmen; 

I ) Dafs der Fifch , wenn er ruhig ift , keine widrige Empfindungen verurfache. 
l) Dafs er im Gegentheil, wenn er böfe ift, einen Stofs hervorbringe, und 

dafsdi efer defto heftiger fey , je mehr er vor der Berührung gereizt wird. 
3) Dafs ein frifcher Fifch diefe Würkung ungleich Stärker äufTere , als einer der 
fchon lange in einem Gefäfse geftanden hat. 



e) Neue phyfical. Beluftig. I. B. S. 290. d) AHgem. Mag. I2ter B. S. 105. 

b) Allgem. Reif. I4ter B, S, 132, e) Neues Hamburg. Mag. 20. St. S. igr. 

c) I. a. B. S. 291. /) I. a. B. 73. St. S. 80. 



Der ekktrifche Aal. 53 

4) Dafs er nur durch folche Körper, die als Leiter der gewöhnlichen Elektricität 
bekannt find, feine Würkung äuflere; dafs hingegen alle folche, welche jene 
Eigenfchaft nicht haben, diefe Würkung nicht erfolgen lafTen. 

5) Dafs der Fifch auch in einer gewiffen Entfernung, ohne alle Berührung, den 
Körpern einen Stofs mittheilen könne. 

6) Dafs, wenn man den Fifch am Rücken mit beiden Händen zugleich ergreift 
und feilhält , er keine Empfindung verurfache. 

7) Dafs ein kranker Fifch gar keine, oder nur fehr fchwache Elektricität merken 
laffe, und dafs felbige mit dem Tode ganz aufhöre. Und 

8 ) Dafs er die Fifche, ohne fie zu berühren, betäuben, auch tödten könne. 
Hieraus läfst fich mit Gewifsheit folgern : 

a) Dafs die Erfchütterung , welche der Stofs verurfachet , eine elektrifche 
Materie fey. 

b) Dafs der Ausflufs diefer Materie aus dem Kopfe herrühre und von der Will- 
kühr und der Gefundheit des Fifches abhänge; daher es gekommen, dafs er 
bey mittel- oder unmittelbarer Berührung, bald nur eine geringe, ein 
andermal aber eine heftige, und zu einer andern Zeit gar keine "Würkung 
geäufsert habe. 

c) Dafs die thierifche Elektricitätsmaterie von einer andern BefchafFenheit, als 
die gewöhnliche feyn muffe, weil fie fonft zu allen Zeiten den ableitenden 
Körpern folgen müfte. Ferner, weil feuchte Witterung und naffe Körper diefe 
Elektricität mehr befördern, da fie fie bey andere hemmen. 

d) Dafs der Fifch den Stoff der Elektricität in fich felbfl erzeuge.» weil der kranke 
und todte deren gänzlich beraubt ifl. 

e) Dafs zum Ausflufs diefer Materie eine Bewegung der Muskeln, befonders der 
am Rücken nöthigfey; weil, fobald diefe durch das Feilhalten in ihrer Bewe- 
gung gehemmt werden, kein Stofs erfolgt.. 

/) Da der Zitterroche alle die Erfcheinungen bis auf den fichtbaren Funken 
fehen läfst ; diefe auch unftreitig von einer thierifchen Elektricität herrühren, 

G3 



54 Dir dektrifche Aal. 

und find dadurch alle Hypothefen, die man feit zweitaufend Jahren erdacht 

hat, felbige zu erklären, unnütz geworden. 
Diefe elektrifcheEigenfchaft dient eigentlich dem Fifche um (ich feine Nahrung zu 
verfchaffen, auch zur Vertheidigung gegen Raubfifche, die er, indem fie lieh ihm 
nähern betäubt, und lieh fo vor ihnen in Sicherheit fezt. 

So viel auch immer die angeführten Verfuche das Dafeyn der elektrifchen 
Materie beweifen; fo waren doch viele Naturkündiger wider felbige, weil man 
keine elektrifche Funken wahrnehmen konnte. Auch Herr Walsh 7 welcher durch 
feine zu Rpchelle angeftellte Verfuche, die Elektricität beim Zitterrochen bewies, 
konnte keine Funken zu wege bringen. Herr Ravendifch fucht zwar durch Verfuche 
darzuthun, dafs man auch durch die leidner Flafche einen Stofs, wobey nur ein 
fehr fchwacher Funken gefehen wird , bekommen könne ; allein der Zweifel liefs 
fich hierdurch noch nicht heben, da doch immer ein fchwacher Funken lichtbar ilt, 
der auch bey einem gröffern Zitterrochen als der , defTen Herr Walsh zu Röchelte 
fich bedient hatte, nicht wahrzunehmen war. Herr Walsh liefs darauf einige diefer 
Fifche aus Surinam kommen; allein fie itarben unterwegs, fo wie diejenigen, 
welche Mufchenhrceck verfchrieben hatte. Er fetzte darauf eine anfehnliche Prämie 
auf jedes Stück, welches man ihm lebendig bringen würde. Hierdurch wurden 
diefe Fifche mit mehrerer Sorgfalt behandelt, und er hatte das Vergnügen, vier 
lebendige Zitteraale in London zu erhalten. Wie man aus einem Brief deffelben an 
Herrn k Roy liehet ä); fo hat er den elektrifchen Funken auf folgende weife lichtbar 
gemacht : Er brachte nämlich ein metallenes Blatt auf eine Glasfeheibe , Ipakete 
folches in der Mitte von einander, und indem er den Fifch aus dem Waffer nahm 
und ihn reizte ; fo fah er den elektrifchen Funken aus einem metallenen Blatte in das 
andere übergehen. Man hat um fo viel weniger Urfach an der Richtigkeit diefes 
Verfüchs zu zweifeln , da der Ritter Pringle und Herr Magelan Herrn k Roy 
verfichern , dafs fie nebll vielen andern Gelehrten den Uebergang des Funkens auf 



a) Roiier, Journal, Oftobre 1776. p. 33r. 



Dzr elektrifche Aal. 55 

der Scheibe gefehn hätten, und dafs der Verfuch zu zehn bis zwölf mal mit dem 
nämlichen Erfolg wiederholt worden wäre. Älagelan fetzt auch noch diefen Um- 
ftand hinzu, dafs fieben und zwanzig Perfonen aus der Gefellfchaft fich einander 
angefafst, und als die äufTerite den Aal berühret , fämmtlich einen Schlag, wie von 
der leidner Flafche erhalten hätten a). 

Man fängt den Zitteraal mit dem Netze; wenn die Fifcher einen grofsen gefangen 
haben, fo fchlagen fie ihm mit einer Keule auf den Kopf, um fich nicht der 
Erfchütterung auszufetzen. Die jungen behält man in Surinam in weiten dazu 
verfertigten Trögen auf, und füttert fie mit kleinen Fifchen ; in Ermangelung 
derfelben mit Regenwürmern. Infekten find ihre angenehmfte Speife , denn fie 
fchlurfen felbige, wenn man fie ins WafTer wirft, mit großer Begierde ein. Da 
die Haut diefes Fifches einen häufigen Schleim abfondert ; fo mufs man ihm 
wenigftens einen Tag um den andern frifches WafTer geben; man verfieht den Trog 
mit einem Hahn, wodurch das WafTer abgelaffen wird. Bey diefer Gelegenheit 
läfst man den Fifch oft etliche Stundenlang ohne WafTer unbeweglich liegen, und 
wenn er in diefem Zuftande berührt wird, fo erregt er eine nicht minder heftige 
Erfchütterung als fonft. 

Die Art und Weife, wie fich diefer Fifch fortpflanzt, ift ungewifs. Man hat 
verfchiedene Verfuche gemacht ihn nach Europa zu verpflanzen , aber die Menge 
des frifchen WafTers, welches erforderlich ift, ihn oft genug zu erfrifchen, und die 
Stoffe, welchen er durchaus von der Bewegung des Schiffes ausgefetzt ift, haben 
diefe Bemühung bisher fruchtlos gemacht. In feiner Heimath ift er als ein wohl- 
fchmeckender Fifch bekannt, und wird fowohl von den Europäern als Indianern 
verfpeifet. 

Herr Hunter hat auf drey Tafeln die Muskeln und Nerven diefes Fifches 
ftechen lallen b), und vier und dreißig vom Kopfe nach dem Schwänze zu laufende 
Bündel oder Muskeln wahrgenommen, welche an dem Wirbelknochen befeftiget find. 

a) Ro{ier, Journal, a. a, O. p. 333. b~) Philofoph. transact. Tom. LXV. P. II. pl. I - 3. 



5ö Der elektrifche Aal. 

Auch Fermin will zwey befondere Muskeln gefunden haben a). Es läfst fich aber 
daraus nicht eher mit Gewifsheit fchliefsen , ob diefer Fifch eine ihm ganz 
eigene Einrichtung der Muskeln habe, bevor man nicht mehrere Fifche di efes 
Gefchlechts eben fo genau zergliedert und damit verglichen haben wird. Da 
uns indefTen noch niemand Nachricht von den Eingeweiden gegeben hat; fo halte 
ich mich um fo viel mehr verpflichtet, diefelben, fo wie ich fie in meinem Fifche 
gefunden, zu befchreiben. Mein Fifch war zwey und einen halben Fufs lang, die Höhle 
des Unterleibes betrug vier Zoll, die Haut war dick, zähe und lederartig. Ohnweit 
dem Kinn befanden fich zwey kleine Oefnungen dicht nebeneinander, davon die eine 
der After, und die andere der Harngang war; beide lagen über einen Zoll lang unter 
der Haut über dem Darmfelle. Der Schlund war weit, ftark, muskulös, und mit 
vielen Falten verfehen. Der Magen bildete auf der rechten Seite einen Beutel, 
hatte ebenfalls ftarke Falten, und ich konnte an ihm fowohl die obere als untere 
Verengerung b) wahrnehmen. Der Zwölffingerdarm , welcher oben am Magen 
feinen Anfang nahm, gieng in gerader Richtung nach der rechten Seite zu, machte 
eine Beugung in einem fpitzen Winkel, wendete fich nach unten , fchlug fich um 
den Magen herum, flieg an jener Seite deffelben wieder in die Höhe, und gieng 
darauf wieder hinunter, machte eine neue Beugung, gieng zurück und endigte fich 
am After. Die Leber befland aus zwey Lappen, davon der eine über den Gedär- 
men, und der andere unterhalb derfelben lag: erfterer war kurz und breit, letzterer 
lang, oben fchmal und unten breit, beide waren oberwärts am Zwergfell und unten 
durch viele Bänder an dem Darmkanal befeftiget. Die bläulichte Milz umgiebt den 
Zwölffingerdarm, und ift an demfelben durch viele kleine Bänder befeftiget; die 
Nieren waren klein , und eine Schwimmblafe nicht vorhanden. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch Zitteraal, auch Bef- und betäubender Aal; 
die Holländer Beefaal, Sidder-Aal ; die Engländer Ekäric - und Torporfic - eel ; die 

Franzofen 

a) Defcript. de Surin. II. p. 162. b) Cardia & Pylorus. 



Der elektrifche Aal. 57 

FwnzoCenAnguilletremldante, Anguillede Caycnne xmdAnguillc de Bceuf; in Surinam 
von den Negern wird er Naki- Fifchi, und von den Brasilianern Puraque genannt. 

Herr Allemand irret, wenn er den Garapo des Marcgraf mit dem unfrigen für 
einerley Fifch halt a), denn dafs diefer ein ganz anderer Fifch fey, ergiebt fleh aus 
der Vergleichung der Befchreibungen und Abbildungen. 

Hunter hält zwar den Walsh für den Entdecker der thierifchen Elektricita't b): 
allein da diefer erlt 1773 die Verflache mit dem Zitterrochen zu Rochelle angeflellt 
hat, und Gravtjand u. a. m. verfchiedene Jahre vorher durch Verfuche diefe Eigen- 
fchaft bey unferm Fifch hinlänglich erliefen hatten; fo kann auch IValsh nicht für 
den Entdecker gehalten werden. Wenn Ingram erzählet c), dafs, wenn ein 
Frauenzimmer bey gewifTen Umftänden den Fifch berühre, fie die Reinigung ver- 
liere, und die Bleich- und Waflerfucht bekomme ; fo ifh diefes wohl mehr der 
Würkung es Schreckens als dem Fifche zuz lfchreiben. 

Auch ift es ein unrichtiger Schlufs , dafs unfer Fifch, weil er öfters an die 
Oberfläche kommt, um Luft zu fchöpfen, mit Lungen verfehen feyn, und zu den 
Amphybien gehören müiTe d . Es ift dies bey allen Fifchen der Fall, wenn fie in enge 
BehältnifTe gefetzt werden, wie ich folches bey vielen aus dem Karpfengefchlecht, 
die ich in meinem Zimmer in ein Gefäfs gefetzt hatte , beobachtet habe. Es kann 
ein jeder diefes bey dem Schlammpitzker , den man eine lange Zeit im Glafe 
erhalten kann, wahrnehmen. 

Wenn van derLott erzählet, dafs fünf Perfonen , welche fich einander ange- 
fafst , und wovon* die eine den Fifch mit der Spitze eines Degens , den fie in 
der rechten Hand hielt, berührte, blofs in dem rechten und nicht im linken Arm 
einen Stofs empfunden hätten e) \ fo mufs hieran die Einbildungskraft Schuld 
gewefen feyn. 



d) Neues Hamburg. Mag 20tes St. S. 178. <0 Langg. Op. p. 12. 

b~) Philofoph. Transac>. t 65. p. 395. e) Allgem. Magaz. 12. B. S. Iü6. 

c) Neue phyfic. Beluft. 1. B. S. 292. 



Natufg. ausl. Fifche. IL TL H 



58 Der ekktrifche Aal 

Fermin a) und Ingram b) belegen unfern Fifch eben fo unrichtig mit dem 
Namen Torpedo, als van der Lott mit dem Namen Congeraal c). 

Herr Do&or Schilling hat auch mit dem künftlichen Magnet und mit der 
Magnetnadel beim Zitteraal Verfuche gemacht, vermöge diefer follte der Fifch 
vom Magnete angezogen werden, und feine elektrifche Kraft verlieren d) , indem er 
ihn, nachdem er eine Zeitlang an den Magneten gelegen hatte, ohne widrige Em- 
pfindung berühren konnte, allein, da er aber felber anführt, dafs ein anderer Aal 
nicht allezeit dem Magnet gefolgt fey , und da der Fifch ohngereizt keinen Stofs 
hervorbringt ; fo läfst fich hieraus nichts mit Gewifsheit fchliefTen. Eben fo 
wenig als daraus, wenn van der Lott durch die Berührung einer eifernen Stange, 
welche mit einem trocknen Tuche umwickelt war e ) , nichts empfand ; wenn man 
aber diefes Tuch nafs machte, heftig erfchüttert wurde. Weil es wahrfcheinlich ift, 
dafs in den Fällen, wo keine Erfchütrerung erfolgte, der Aal fich in einem ruhigen 
Zuftand befunden hatte, und nicht gereizt worden war. 

Die kleinen Schuppen die Langguth unferm Fifch giebt f), habe ich nicht 
finden können. t 

Wenn Gronov an einem Orte fagt, dafs die obere Kinnlade länger als die untere 
fey g), und an einem andern das Gegentheil behauptet h); fo liegt vermuthlich 
hier ein Schreib- oder Druckfehler zum Grunde. 

Es find übrigens unfer Fifch und der Zitterroche nicht die einzigen Fifche, 
welche die Natur die fonderbare Eigenfchaft der elektrifchen Kraft verliehen hat, 
denn fo gedenkt der Pater Dutertre eines kleinen Fifches, der fich bey den antillifchen 
Infein findet i), und Nieuhoff k) eines Degenfifches aus Oftindien, welchen fie 
ebenfalls diefe Eigenfchaft beilegen. 

a) Surin. p. 261. /) Torpedine recentiorum. p. I. 

J>) Neue Philof Beluft. 2T. B. S. 288- «0 Zooph. p. 42. 

c) Aügem.Magaz, 12. Th S. 103. A) Acla Helv IV". p 24. 

d) Neues Hamb. Magaz. 73tes. St, S. 76. i) S. Journ. des Sav. 1776= S. 117. 
O Allgem. Magaz. a. a. O. k) Ind. IL p. 270. 



Der. Langfchwan? c 



59 



DER L A N'G SCHWANZ. 

CLVIIte Tafel. Fig. 2. 



Die obere Kinnlade hervorftehend , der 
Gymnotus macrourus maxilla fuperiore 

Gymnotus Carapo, G.nudus, dorfo apterygio, 
pinna ani longitudine cauds attenuats. Linn. 
S.N. p. 427.11. 1. 

Gymnotus. Arted. Gen. p. 25. n. 1. Syn. 
P- 43- n. 1. 

maxilia fuperiore longiore : cauda 

elongata fubulata. Gron, Muf. I. p. 29. n, 72. 
Zooph. p. 41, n. 168 var. ß. y. 

Gymnotus fufcus: maxilla inferiore breviore : 
dorfo adcaudam fulcata. Seb. Thef 111. p. 99. 
n. 4. tab 32. fig. 4. Gym. variusj capite co- 
nicoj ventre turgidione. p. 98- n. 2. tab. 32. 
fig. 2. & Gym. coerulefcens , ventre latiore, 
macula nigra adbranchias. p.99. n. 3. tab. 32. 
fig. 3. 



Schwanz lang. K. 5. Br. 10. A. 130. 
longiore. B. v. P. x. A. ccxxx. 

Carapo brafilienfibus prima fpecies. Marcgr. 

Brafil. p 170. 
Carapo brafilienfibus prima fpecies. Pifo. Ind. 

p. 72. 
Carapo brafilienfibus. Willughb. Ichth. p. 115. 

tab. G. 7. fig. 4. 
Carapo brafilienfibus. Ray. Synopf. Pifc. 

p. 41. n. 10. 

Jonß. de Pifc. p. 193. tab. 34. fig. 12. 

Ruyfch. Theatr. Anim. p. 135. tab. 34. 

fig. 12. 

Diflion. des Anim. Tom. I. p. 431. 

Der furinamfche Aal. Martini. Naturlex. p. 32, 

tab. 3. fig. 2. tab. 4. fig. 3. 4. 
Der Brafilianer. Müller. L, S. 4. Th. p. 45. 



xJ'iq hervorftechende obere Kinnlade und der lange Schwanz machen diefen Fifch '" 

kennbar. In der Kiemenhaut zählet man fünf, in der BruftflofTe zehn , und in Der lang- 
der AfterflofTe zweihundert und dreißig Strahlen. s • 

Der Kopf ift von beiden Seiten zufammengedrückt, die Zunge kurz, dick und 
breit, und fo wie die Kinnlade mit vielen kleinen fpitzigen Zähnen befetzt. Die 
Augen find ungemein klein , haben einen fchwarzen Stern, der mit einem filbernen 
Ringe umgeben ift, vor denfelben nimmt man runde, und am übrigen Theile des 
Kopfes viele kleine Oefnungen wahr. Der Kiemendeckel befteht aus einem groiTen 
und einem kleinen Blättchen; die Strahlen in der Kiemenhaut find breit und haben 
eine krumme Richtung; die Bauchhöle ift kurz und der After eng und ohnweit dem 

H a 



6o Der Langfchwan^. 

Kopfe befindlich. Die Seitenlinie fängt über dem Kiemendeckel an, und geht in 
gerader Richtung bis an das Schwanzende fort. Der Rücken ift rundlich und fchvarz. 
Die Seiten und der Bauch haben eine braunröthliche Farbe. Allenthalben fleht 
man braune Flecke von unbestimmter Geftalt. Der Schwanz endiget fleh in eine 
fchmale Spitze. Von den drey FlofTen, welche diefer Fifch befltzt, find die beiden 
an der Bruft kurz, und die am After ift fehr lang, fie fangt ohnweit;dem Kopfe an, 
und nimmt bey dem Männchen gleich hinter dem After, bey dem Weibchen aber 
erft hinter dem Bauche ihren Anfang. Sie haben insgefammt eine bräunliche Farbe 
und einfache Strahlen. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner der amerikanifchen Gewäfler , vorzüglich der 
um Brafilien. Marcgraf giebt ihm zwar nur einen Fufs Länge, allein ich befitze 
einen von zwey Fufs. 

Wie man aus dem mit Zähnen verfehenen Mund erflehet; fo gehört, er zwar 
zu den fleifchfrefTenden Thieren; allein er kann fleh jedoch, feines kleinen Mundes 
wegen, nur an die Fifch- und Krebsbrut machen, wovon er jedoch fehr fett wird. 
Die Bauchhöle ift fehr kurz ; das Darmfell weis, unter demfelben kam zuerft der 
Maftdarm zum Vorfchein ; darauf folgte die dünne aus einem Lappen beftehende 
Leber, der Magen ift kurz, dickhäutig und mit zwey Anhängen verfehen; ich fand 
darin Schuppen und Gräten. 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch Langfchwan^ ; von den Franzofew 
Carapo ä queue longut; und von den Brasilianern Carapo genannt. 



v Der Kur[fchwan[. öl 

DER KURZSCfTANZ. 

CLVIIte Tafel. Fig. i. 
Der Unterkiefer hervorftehend , der Schwanz kurz. K. 5. Br. 13. A. 193. 
Gymnotus brachiurus, maxilla inferiore longiore. B. v. P. xiii. A. cxciu. 

Gymnotus Carapo, G. nudus, dorfo aptery- Carapo brafilienfibus , fecunda fpecies. Pifo, 

gio, pinna ani longitudine cauds attenuatcE. Ind. p. .72. 

Lina. S. N. p. 427. n. I. Gymnotus, Putaol. Carapo brafilienfibus. Willughb. Ichth. p. 115» 

Amcen. Tom. I p. 512. tab 2. fig. 6. tab. G. 7. fig. 4. 

Gymnotus. Gron. Muf I. p. 29. n. 72. Zooph. Ray. Synopf. l'ifc. p. 41. 

p. 41. n. "168. var, 5. n. ir. 

Gymnotus lineis transverfalibus varius , ma- Carapo. DicTrion. des Anim. Tom. I. p. 431, 

xilla inferiore longiore, cauda curia fubu- Der furinamfche Aal, Martini. Naturlex. p.32: 

lata. Je3.Tb.ef III. p. 97. n. T.tab. 32. fig. 1. tab. 3. fig. 1. 

Carapo brafilienfibus, fecunda fpecies. Marcgr. Der Brafilianer. Müll. L. S. 4. Th. S, 45. 

Brafil. p. 170. 

Uer kurze Schwanz und der hervorftehende Unterkiefer find Merkmale für diefen 

Fifch. In der Kiemenhaut zähle ich fünf, in der BruftflofTe dreizehn und in der 

AfterflofTe hundert und drey und neunzig Strahlen. 

Der Kopf ift klein, von oben nach unten zufammengedrückt , beide Kinnladen — 

3. 
find von kleinen Zähnen rauh. Der Riemendeckel beilehet aus zwey Blättchen, j) er Kurz- 

die KiemenöfFnung ift eng, und der Rumpf mit zarten Schuppen bedeckt. Am fcll w anz ' 

Rücken fleht man eine Furche, die am Genick anfängt und bis in die Mitte fich 

erftrecket. Die Grundfarbe des Fifches ift hellgelb, auf der man wellenförmige 

Linien erblickt, die Hey einigen braun , bey andern röthlicht, und bey noch andern 

weifs find. Der Schwanz endiget fich in eine kurze Spitze. Auch auf den FlofTeh, 

die mit den vorhergehenden von nämlicher BefchafFenheit find, flehet man fehr 

viele kleine Punkte.- Die Seitenlinie fängt nahe am -Genick an , läuft ohnweit dem 

Rücken fort, und endiget fleh nahe am Schwänze. Auch ohnweit der AfterflofTe 

nimmt man eine vertiefte Linie wahr. 

H3 



6a Der Kur^fchwan^. 

Diefen Fifch treffen wir eben Wohl als den vorhergehenden, in den FlüfTen 
und flehenden GewäfTern von Brafilien an. Ob er aber eben die GröfTe des vor- 
hergehenden erreicht, ift mir unbekannt. Wenigftens ift derjenige, den ich befitze, 
nicht größer als die Zeichnung die ich hier gebe. Zu folge den Nachrichten, die 
Marcgraf und Pifo von ihm ertheilen ; fo hat er ein eben fo wohlfchmeckendes 
Fleifch als der vorhergehende. Auch die inneren Theile finde ich den vorigen 
gleichförmig gebildet. 

Bey den Brasilianern führt er ebenfalls den Namen Carapo ; die deutfche, fo 
wie die franzöfifche Benennung, die fich auf feinem kurzen Schwanz bezieht, halte 
ich für anpalTend. 

Marcgraf, Pifo, Willugby und Ray machten aus dem vorigen und aus diefem 
zwey befondere Arten. Auch Seba hat ihn als eine befondere Gattung befchrieben, 
und eine Abbildung davon geliefert. 

Artedi und Linne fehen ihn mit dem vorhergehenden nur für eine Art an. 
Gronov aber hält letztern für eine Nebengattung des erflern : beim Klein hingegen 
vermifTe ich fie beide gänzlich, wenigftens habe ich fie unter feinen aalförmigen 
Fifchen a), wohin fie eigentlich gehören, nicht gefunden. Die folgenden Gründe 
haben mich bewogen, mit den erfteren Ichthyologen , davon zwey befondere Gat- 
tungen zu machen. 

i ) Hat der letzte nur einen kurzen und jener einen langen Schwanz. 

ft) Bey diefem flehet der Oberkiefer, bey jenem hingegen der Unterkiefer hervor. 

3) Hat der Kurzfchwanz nur hundert drey und neunzig Strahlen in der Afterflofte, 
der Langfchwanz hingegen zweihundert und dreißig darin aufzuweifen. Endlich 

4) Ift diefer mit Flecken und jener mit Streifen verfehen. 

«) Encheüopus. 



Degenfifche. 63 



XLftes GESCHLECHT. 

DEGENFISCHE. 
Erster Abschnitt. 

Von den D e g e nfifc h en überhaupt. 
Der Körper degenförmig, am Rücken eine FlofTe. Pifces enßformes , monopterygu- 

Trichiurus. Linn. S. N. Gen. 145. p. 429. Trikiure, ou Paille-en-cul. Goüan. Hift. des 

Lepturus. Arted. Spec. p. in. Poiff - Gen *• P- l02 ' Iir " 

Dünnfchwantze. Müll. L. S. 4. Th. S. 52. 
Gymnogafter. Gronov. Zooph. p. 136. Ri em fifch. Leske. Anfangsgr. 

Enchelyopus. Klein. MUT. Pifc. IV. p. 5, n. 3. 1. Th. S. 360. 

JVLan erkennet diefe Fifche an ihrem langen, dünnen, in eine Spitze auslaufenden 
Körper, und an der einzigen RückenflofTe. 

Der Kopf ift lang, von beiden Seiten zufammengedrückt, und endiget lieh in 
eine Spitze. Die Mundöffnung ift weit, und beide Kinnladen lind mit beweglichen 
Zähnen von ungleicher Länge beletzt. Die Augen find grofs, die Kiemenöffnung 
ift weit , und der Kiemendeckel beftehet aus einem einzigen Blättchen. Die 
Seitenlinie ift gerade, der Körper fchuppenlos., und der After dem Kopfe naher 
als der SchwanzflofTe. 

Die Degenfifche find fowohl Bewohner der oft- als weftindifchen Meere, 
denn wir treffen fie in beiden an. Die Kenntnifs der Fifche diefes Gefchlechts 
haben wir erft den neuern Naturkündigern zu verdanken. Marcgraf machte 



64 Degenfifche. 

uns zuerft mit dem Spitzfchwanz a) und Nieuhoff mit dem elektrifchen 
Degenfifch b) bekannt. Artedi befchrieb erftern genau c), unter der eben ange- 
führten Benennung , läfst aber letzteren aus , ohngeachtet wir vom Nieuhoff, 
Willughby d) und Ray ■ e) eine Befchreibung davon haben. Klein bringt fie beide 
unter feinen Baftartaalen f) , Gronov g) und Linne h) hingegen ;beftimmen ihnen 
ein eigen Gefchlecht, machen aber aus beiden nur eine einzige Gattung; allein da 
ichrin der NieuhofFfchen Zeichnung die beiden Kinnladen gleich lang, mit kleinen 
kaum fichtbaren Zähnen befetzt, und den Schwanz nicht fo fpitzig als bey dem 
Marcgraffchen angetroffen habe i), da ferner diefer durchaus filbrig, jener hingegen 
braun und gefleckt ift, und zugleich eine thierifche Elektricität befitzt k); fo glaube 
ich mit Recht, ihn als eine befondere Art aufführen zu muffen. 



a) Mucu Brafil. p. 161. Trichiurus Leptu- /) Enchelyopus. Mifi". IV. p. 5. 



rus. L. 

b~) Murael. Ind. II. p. 270. 

c) Spec. p. in. 

d) Ichth. Append. p. 3. 
O Synopf. Pifc, p. 141. 



g) Zooph. p. 136. 

Ä) Syft. Nat. p. 409. 

£) Willughb. Append. tab. 3. fig. 3. 

Jt; Nieuhoff*. a. O. 



Zweiter 



Der Sfit\fchwan\. 



65 



Zweiter Abschnitt. 

Von den D e g enfifchen ins b efo nd e r e. 



DER SPITZSCHWANZ, 

CLVIII« Tafel. 

Der Unterkiefer hervorgehend, die Zähne grofs. K. 7. Br. 11. R. 117. Trichiurus 

maxilla inferiore, longiore, dentibus magnis. Br. Vii. P. XI. D. cxvn. 



Trichiurus Lepturus. Lina. S. N. p. 429. n. I. 
Süver-Skiötel. Muf. Adotpk.FrieJr.il. p.76. 
tab. 26. fig. 2. 

Lepturus. Arted. Spec. p. in. n. T. 

Gymnogafter. Gronov.. Zooph. p. 136. n. 44. 

Enchelyopus capite produclo, ferpentino, ex- 
trema mandibula: fuperioris at inftar rhino- 
cerotis hamato , dentibus acutiflimis 20 vel 
21, oculis magnis örbicularibus; tripinnis; 
duabus branchialibus, unica dorfali ex me- 
ris aculeis membrana conjunclis conflante, 
& a cervice ad extremitatem caud^e teretis 
& a pinnisdecurrente; nulJa ventrali. Klein. 
Miff. Pifc. IV. p. 52. n. 1. tab. 12. fig. 7. 
& Ench. capitulo conico acuminato, oculis 
Sc ore parvis ; in dorfo & Iateribus fufcus ; 
in ventre hepatici coloris; duas plus minus 
pedes Iongus ; cauda tereti, ad branchias 
pinnatus ; pinna dorfali longa ufque ad 
decrefcentem caudam ; ventralibus ca- 
rens. n, 3, 



Enchelyopus totus argenteus ; riclu ferpen- 
tino; ventre nudo, cauda acuminata apenni. 
•Seba. Thef Vol. III. p. 102. n. I. tab. 33. 

fig. 1. 
Gymnogafter argenteus compreffus, cauda at- 

tenuata impenni; the Sword-Fish. Brown. 

Jamaic. p. 444. n. 1. tab. 45. fig. 4. 
Mucu Brafilienfibus. Willughb. Ichth. tab,G,7. 

fig. 2. 
Mucu. Marcgr. Brafil. p. 161. 
Anguille de Ia Jama'ique. Bamare. Diclionn, 

Tom. VII. p. 7. 
Anguille de la Jama'ique. Dielion. des Anim; 

Tom. I. p. 133. 
Trikiure, öu Paille - en - cul. Coüan. Hill, des 

Poiff. p. 11 r. 
Mucu. Jonft. de Pifc. p. 202. tab. 37. fig. r. 
Der chinefifche Aal. Martini. Gefch. der Nat. 

I. Th. S. 28- tab. 2. 
Der. Spitzfchwanz. Müll. L. S, 4. Th. S, 53. 

.tab. 1. fig. 3. 



Der hervorgehende Unterkiefer und die großen Zähne find Kennzeichen l 

wodurch fich diefer Fifch von dem NieuhoiFfchen unterfcheidet. In der Kie- Der Spitz- 
fchwanz, 
Natur -g. ausländ. Fifche. II. T/ieil. *■ 



66 Der Spit{fchwan{. 

menhaut- zählet man lieben, in der BruftflofTe eilf, und in der RückenflofTe hundert 

und fiebenzehn Strahlen. 

DieferFifch, welcher fich unten und oben in eine Schneide endigt, ift lang 
und dünn, glänzet dergeftalt über dem ganzen Körper ; als -wäre er mit einer Haut 
von dünngefchlagenem Silber überzogen. Der Kopf ift fchmaf, auf den Seiten 
zufammengedrückt, und oberwärts etwas breit. Die Mundöffnung ift grofs, beide 
Kinnladen find theils mit langen, theils mit kurzen fpitzigen Zähnen bewaffnet; jene 
find mit ein bis zwey Wiederhacken verfehen. Die Zunge ift glatt, lang, dreieckigt 
und wie eine Vogelzunge gebildet; der Gaumen ift glatt und im Schlünde find 
zwey länglichte rauhe Knochen vorhanden. Die Augen flehen nahe am Scheitel, 
•und haben einen fchwarzen Stern in einem goldnen Ringe, welcher nach der innern 
Seite zu eine weifTe EinfafTung hat ; vor denfelben ift eine ziemlich weite OefFnung, 
welche wahrfcheinlich das Nafenloch ift, befindlich. Die Kiemenöfthung ift weit, 
die Kiemenhaut hat fieben krumme Strahlen, und der Kiemendeckel ift mit einer 
Haut eingefafst. Die Seitenlinie ift gelb, fängt über dem Kiemendeckel an, läuft 
längs dem Körper fort., und verliert fich in der Schwanzfpitze. Die Bauchhöle ift 
lang, der After eng und dem Kopfe näher als dem Schwanzende. Diefer endigt 
fich in eine Spitze, ift flofFenlos, und überhaupt ift diefer Fifch nur mit drey 
FlofTen verfehen, wovon zwey an der Bruft und eine am Rücken befindlich find; 
erftere find klein , die letzte aber lang; fie fängt gleich hinter dem Kopfe an, und 
endiget fich erft in der Entfernung von einigen Zollen vor der Schwanzfpitze; ihre 
weiche [und einfache Strahlen werden durch eine zarte und durchfichtige Haut ver- 
bunden. Hinter dem Afcer find ftatt einer FlofTe kleine weit auseinander flehende 
Stacheln befindlich, deren Anzahl fich bey dem gröften Exemplare, das ich befitze, 
und das zwey Fufs vier Zoll lang ift, auf hundert und zehn belaufen, wovon die 
vorderen nach hinten zu, und die übrigen nach vorne zu gerichtet find. 

Diefer Fifch gehört im mittägigen Amerika zu Haufe, wo er fich in den Seen, 
FliifTen und Bächen aufhält; er erreicht die Länge von drey und einem viertel Fufs, 
feine Breite aber beträgt nie über zwey Zoll. Er fchwimmt fehr fchnell, und ift 



Der Spit{fchwani. 67 

ein ftarker Rauher: denn das, was er einmal zwifchen feinen Zähnen gefafst hat, kann 
wegen der daran befindlichen Widerhacken nicht loskommen; er kann jedoch, weil 
ernurfchmal ift, nichts als kleine Fifche bezwingen. Er fpringt dergeftalt hoch 
über das WafTer, dafs er den Fifchern zu Zeiten in die Kähne fällt a). Man fängt 
ihn mit Netzen, auch mit der Angel, und wird er von den dafigen Einwohnern 
veripeifet. 

Die Brasilianer nennen ihn Mucu; die Deutfchen Spit^fchwan^; die Engländer 
Schwordfish und die Franzofen Pail-en-cul und Trikiure. 

Das, was Brown für Verwundung feines Körpers ausgiebt b) , find 
wahrfcheinlich nichts anders als leichte Verletzungen und RilTe der Silberhaut, 
welche feinen Körper umgiebt. 

Wenn Goüan die Genera des Artedi zu unferm Fifch anführt c), fo ift diefes 
vermuthlich ein Schreib- oder Druckfehler, und follte heifTen Species , denn nur 
im Anhange diefes Theils befchreibt Artedi diefen Fifch. 



a) Lim. S. N p. 146. c) Hifh des PoifT. p. III. 

b~) Jamaic. p. 444. 



I <2 



6$ Schlangenfifchc. 



XLIftes GESCHLECHT. 

SCHLANGENFISCHE. 

Erster Abschnitt. 

Von den Schlang enfifchen überhaupt. 

Der Körper fchlangenförmig , die Kiemenöffnung weit. Pifces anguiformcs , 
apcrtura branchiarum magna. 

Ophidium. Lina. S. N. Gen. 148. p. 431. La Dönzelle, Goüan. Hift. des PoifT. Gen. 3. 

Gronov. Zooph. p. 131. p, 102. 115. 

Arted. Gen, 9. p. 25. Schlangenfifche. Mull. L. S. 4. Th. S. 58. 

Enchelyopus. Klein. Mi/T, IV. p. 52. n. 4, 5. Leske. Anfangsgr. I. S. 36a. 

JL/ie Fifche diefes Gefchlechts unterfcheiden fich überhaupt durch ihre fchlan- 
genförmige Bildung , und befonders von den Aalen durch die weite KiemenöfFnung. 

Der Körper ift geftreckt, von beiden Seiten etwas zufammengedrückt und mit 
weichen zarten Schuppen beftreut ; der Kopf ift klein, fchuppenlos > und in den 
Kinnladen bemerkt man kleine Zähne. 

Diefe Fifche find Bewohner des mittelländifchen und oftindifchen Meeres. 
Plinius gedenkt bereits des Graubarts a) , wovon wir dem Bdlon eine gute 
Zeichnung zu verdanken haben b ). Letzterer rechnet ihn zu den weichen Schell- 
fifchen oder Quappenarten. Rondekt erwänht darauf des gelben Schlangen- 
ei) Ophidium. H. N. üb. 32. c. 9. Ophidium . b) Aquat. p. 132. 
barbatum. L. 



Schlangenßfche. 69 

fifches a), und bringt fie, fo wie die folgenden Ichthyologen, fchicklicher zu den 
fchlangenförmigen Fifchen. Artedi und Linne beftimmten ihnen unter dem ange- 
führten Namen ein eigenes Gefchlecht: Klein hingegen gefelletfie feinen Baftartaalen 
bey. Müller führt zwar den Nieuhofffchen fünfäugigen Fifch b) als eine Nebenart 
von diefer Gattung an, allein wie aus meiner Befchreibung, die bald folgt, zu erfehen 
ift;fo gehört er eigentlich nicht in diefes Gefchlecht, und kann daher vielweniger 
als eine Nebengattung deffelben betrachtet werden. Da ich indefTen vor der Hand 
kein Syftem fchreibe; fo habe ich ihn hier fo lange mit eingerückt, bis ich eine 
fchicklichere Stelle für ihn finden werde. In den neuern Zeiten hat Herr Otto 
Fabricius den grünen Schlangenfifch aus Grönland befchrieben c). 



ß) Hift. des Poiff. P. I, p. 310. Ophidium b~) Viefooge. Ind. II. p. 376. 
imberbe. L. c ) Ophidium viride. Faun. Groenl. p. 141. 



13 



7© 



Der Grauhart. 



Zweiter Abschnitt. 

Von den Schlangenfifchen insbesondere. 



DER GRAUBART. 

CLIXte Tafel. Fig. I. 

Vier Bartfafern am Kinn. K. 7. Br. 17. A. S. u. R. 2.50. Ophidium cirris quatuor 

gularibus. Br. vn. P. xvn. A. C. D. ccl. 

Ophidium barbatum, O. maxilla inferiore cir- Ophidion Plinii. Aldrov. de Pifc. p. 353. • 



ris quatuor. Linn. S. N. p. 43 1- n. I. 
Ophidion cirris quatuor in maxilla inferiore. 

Arted Gen. p. 25. n. I. Syo, p. 42. n. 1. 
Ophidium maxilla inferiore breviore y cirris 

quatuor gularibus . Corudgiao. Brunn. Pifc. 

Maß", p. 15. n. 25. 
Enchelyopus barbatus; dorfo cinereo ; mediis 



Jonfi. de Pifc. p. i8- tab. 5. 
fig. 2. 

— Wdlughb. Ichth. p. 112. tab; 

G. 7. fig. 6. ' 

— Ray. Synopf p. 38. n. 4. & 



Ophidion barbatum maculofum Rondeletii. 
p. 39. n. 6. 

lateralibus argenteis; dorfali & ventrali pin- Grillus. alter vulgaris, afelli fpecies. Bellon. 
nis longis in exitu corporis conjundtis; e Aquat. p 132. 

mento cirrofus. Klein M. Pifc. IV. p. 52. n.4. Abugudda. Forskaöl. Defcr. Anim. p. xvi. 
Ophidium Plin. Üb. 32. cap. 9. La Donzelle. Rondel H des PoifT. P. I. p. 313. 

Ophidion Plinii. Gefner. Aquat. p. 92. 630. Das Bartmännchen. Müll. L. S. 4. Th. S. 58. 
Icon. Anim. p. 83- Thierb. S. 42. 

— -■■ JL/ie vier am Kinn befindlichen Bartfafern unterfcheiden diefen Fifch von den 

Der Grau- übrigen. In der Kiemenhaut zählet man lieben, in der BruftfiofTe fiebenzehn , in 
bart. jjgj. After- Schwanz- und RückenflofTe zweihundert und fünfzig Strahlen. 

Der Kopf ift klein , fchuppenlos , von beiden Kinnladen flehet die obere 
hervor, die Lippen find flark; fowohl in den Kinnladen als am Gaumen , und im 
Schlünde, findet man viele kleine Zähne. Die Augen haben einen fchwarzen Stern 
in einem goldfarbigen Ringe, und find mit einer durchfichtigen Nickhaut bedeckt;. 
Zwifchen diefen und der Mundöffnung find die Ohren- und Nafenlöcher befindlich. 



Der Graubart. 71 

Die Zunge ift fchmal und kurz, die Kiemenöfnung weit, der Rumpf von beiden 
Seiten etwas zufammengedrückt und man fieht auf demfelben einzelne, länglichte, 
dünne Schuppen, welche feft in der Haut fitzen. Der Rücken ift rund und von bläu- 
lichter Farbe; die Seitenlinie grade und dem Rücken am nächften. Der Bauch 
ift weifs und der After dem Kopfe näher als dem Schwänze. Die BruftflofTen find 
klein, am Grunde braun, und nach dem Rande zu grau; die Rücken- Schwanz- und 
AfterflofTe laufen in einander; find fchmal, weifs, und mit einer fchwarzen Einfaf- 
fung umgeben. 

Die Leber ift weislicht , der Magen lang und dünnhäutig, der Darmkanal mit 
zwey Beugungen verfehen; die Schwimmblafe hat eine befondere Bildung, fie ift 
in der Mitte weit und an beiden Enden enge. 

Wir treffen diefen Fifch im mittelländifchen und rothen Meere an; er erreicht 
die GröfTe von zwölf bis vierzehn Zoll, und hat ein weifTes, fettes und wohlfchme- 
ckendes Fleifch, welches, wie Bellon verfichert a), von den Römern fehr geachtet 
wurde. Man fängt ihn mit dem Netze, auch beifst er an die Angel, wenn felbige mit 
einem "Wurm verfehen ift. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch Graubart, um ihn von dem Rothbart zu 
unterfcheiden; die Franzofen Don^elle , die Marfeiller aber befonders Corudgiao; 
und die Araber Abugudda. 

Gesner b) und Ray c) machen unrichtig aus unferm Fifch zwey befondere 
Gattungen. 

Beim Aldrovand d) und Jonfion e) ift unfer Fifch unrichtig ohne Bartfafern, 
und beim Gesner f), Rondelet g) und Willughby h) nur mit zwey vorgeftellt. 

Klein tadelt ohne hinlängliche Urfach den IVillughby und Artedi, dafs fie 
unferm Fifch vier Bartfafern gegeben haben 1). 

a) Aquat. p. 132. f) Thierb. S. 42. 

b~) p 92. 603. g) Hift. des Poiif. P. I. p. 310. 

c) SynopC Pifc p. 38 n. 4. p. 39. n, 6. A) Ichth. tab G 7. fig. 6. 

d~) De Pifc. p. 353. i ) Mifl: Pifc. IV. p. 52. n, 4. 

e) tab. 5. fig. 2. 



7 a Der Elephantenräßl. 



DER ELEPHANTENRÜSSEL. 

Ophidium aculeatum. 

CLIXte Tafel. Fig. 2. 
Ein Rüffel am Oberkiefer. Br. 16. A. 53. S. 14. R. 51. Ophidium roßratum 

P. XVI. A. LIII. C. XIV. R. LI. 

Viffbog. Nieukof. Ind. Tom. II. p. 228. % I. Pentophthalmos. Ray. Synopf. p. 152. n, 19. 
Pentophthalmos. Wilhghb, Append. tab, 10. Der Kahibarc. Müll. L. S. 4. Th, S. 60. tab, 4. 
fig. I. •. fig. 4. 



JVIan erkennet diefen Fifch an feinem zugefpitzten Rüffel In der Bruftfloffe zählet 
man fechszehn, in der Afterfloffe drey und fünfzig, in der Schwanzfloffe vierzehn, 



2. 
Der Ele- 
phanten- 
liiffel. und in der Rückenfloffe ein und fünfzig Strahlen. 



Der Körper ift geftreckt, von beiden Seiten zufammengedrückt, der Kopf 
klein und fchmal , der Oberkiefer länger als der untere, und beide find ohne 
Zähne. Der Rüffel wird von der Oberlippe gebildet; die kleine Augen haben einen 
fchwarzen Stern in einem weiffen Ringe. Der Kiemendeckel belteht aus einem 
einzigen Blättchen ; die Kieinenöffnung ift weit , und die Kiemenhaut liegt 
frey. Der Rumpf ift länglicht und der After der Schwanzfloffe nahe. Der 
Rücken ift rundlicht ; die Seiten fpielen oben ins röthliche und unten ins ftlber- 
farbige. Der Bauch ift weifs und endiget lieh in eine Schneide ; die Bauchhöle ift 
lang und der After der Schwanzfloffe näher als dem Kopfe. Die Seitenlinie läuft 
ohnweit dem Rücken, mit demfelben in gleicher Entfernung. Die Bruftfloffen find 
kurz, am Grunde braun, und am übrigen Theil von violetter Farbe. Die Rücken- 
flöife., welche der Afterfloffe gegenüber flehet, ift röthlich und braun marmorirt. 
Auf derfelbsn fleht man zwey fchwarze Flecke in einem hellen Ringe. NieuhojJ\ 
der bey feinem Fifche fünf dergleichen wahrnahm, gab ihm wegen der Aehnlichkeit 
der Flecke mit den Augen den Namen Fünfauge. Die Schwanzfloffe ift bläulicht 

and 



Der ElephantenrüJJel. 73 

und fchwarz marmorirt. Die Afterfioffe ift röthlich und fchwarz eingefafst , vor 
derfelben nimmt man zwey und vor der Rückenfloffe vierzehn nach hintenzu gebo- 
gene und unverbundene Stacheln wahr. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner der füffen Waffer von Oftindien , und wird er 
von den dafigen Einwohnern , als eine wohlfchmeckende Speife verzehret. Erlebt 
von Würmern und fetter Erde, wird fechs bis acht Zoll grofs, und mit dem 
Netze gefangen. 

In der Nieuhofffchen Zeichnung a) f davon wir beim' Willugkby £) und Statins 
Müller c) eine Kopie finden, find die Rücken- und Schwanzfloffe unrichtig als 
verwachfen, und die Stacheln am Rücken zu ftark , der Rüffel aber zu klein 
vorgeftellt. Auch fehlen diefer die Stacheln vor der Schwanzfloffe und die 
Nafenlöcher. 



«) Ind. IL p. 228. fig. r. e ) L. S. 4. Th. tab. 4. fig. 4. 

h) Ichth. Append, tab. 10. fig. I. 



Ntiturg, tmsh Fi/che. II, Th. 



74 Deckfifchc. 



= ^ 

XLIIftes GESCHLECHT. 

DECKFISCHE. 
Erster Abschnitt. 

Von den D eck fifchen überhaupt. 
Der Körper oval. Pifces corpore ovato. 
Stromateus. Linn. S. N. Gen. 149. p. 43a. Deckfifche. Müll. L. S. 4. Th. S. 6r. 
Arted. Gen. 15. p. 19. Stromate'e. Goüan. Hift. des Poiff. p. 106. 173; 

JL/ie breite und länglichtrunde Geftalt dienet den Fifchen diefes Gefchlechts zum 
Kennzeichen. 

Der Körper ift von beiden Seiten zufammengedrückt, und fehr dünn, da er 
aber zugleich breit ift; fo hat man diefen Fifchen der Aehnlichkeit mit einer Decke 
wegen, mit dem Namen Deckfifche belegt. Der Kopf ift von mittlerer Größe, der 
Mund klein, die Kinnladen find gleich lang; die Lippen ftark, die Kiemenöffnung 
ift weit, die Seitenlinie grade, und der Schwanz gabelförmig. Der Rumpf ift mit 
fünf FlofTen befetzt, wovon zwey anderBruft, die dritte am After, die vierte am 
Rücken, und die fünfte am Schwänze fitzt. 

"Wir treffen diefe Fifche theils im mittelländifchen und rothem Meere, theils 
in America an. Atheneus fcheint den geftreiften Deckfifch d) bereits gekannt zu ha- 
ben. Bdlon hat ihn genau befchrieben und uns auch mit einer Zeichnung verfe- 
hen£). Sloan befchrieb die Golddecke c). Obgleich auch Ray unfers Fifches 
gedenkt d) ; fo läfst ihn doch Artedi aus, und beftimmt jenem ein eignes Gefchlecht, 
unter der oben angeführten Benennung. Linne hingegen giebt mit Recht diefem 
Gefchlechte die beiden erwähnten Fifche. 

a) Stromateus Fiatola. L. c) Pampus. Jamaic.p. 28l.StromateusPdj:u.L.' 

6) Callychthis. Aquat, p. 152. . <0 ^am- SynopC p. 51. 



Die Golddecke. 75 



Zweiter Abschnitt. 

Von den D e ckfifchen insb efond er e. 



DIE GO L D D E C K E. 

CLXte Tafel. 
Der Körper ohne Streiften. K. 2. Br. 14. A. 41. S. 18. R. 50. Stromateus 

flriis carens. B. 11. P. xxiv. A. xlii.. C. xvin. D. l. 

1 
Stromateus Paru , S. unicolor. Linm S. N. p. 28 1. tab. 250. fig. 4. 

p. 432. n. 2. Pampus. Ray. Synopf. p. 51. 

Pampus, Paru pifci brafilienfi congener, fine Der einfarbige Breitfifch. Müller. L. S. 4. Th. 

pinnis ventralibus. Sloan. Jaraaic. tom. II. S. 62. 

JL^urch den gleichförmig gefärbten Körper unterfcheidet man diefen Fifch von " ■"■"'—— 
dem geftreiften Deckfifch. In der Kiemenhaut zählet man zwey, in der BruftflofTe D j e q \&„ 
vier und zwanzig, in der AfterflofTe zwey und vierzig , in der SchwanzflofTe decke, 
achtzehn, und in der RüGkenflofle fünfzig Strahlen. 

Der ganze Körper ift mit zarten kleinen Schuppen , die leicht abfallen, 
bedeckt. Der Kopf ift von mittlerer GröfTe, abfchüffig und oberwärts bräunlich. 
Die Kinnladen find von gleicher Länge, mit vielen kleinen fpitzen Zähnen bewafnet, 
und mit Harken beweglichen Lippen verfehen. Der Gaumen und die Zunge find 
glatt, letztere ift breit und frey, und im Schlünde hat er einige runde Knochen, 
die zum fefthalten der Beute dienen. Die Augen find grofs, haben einen fchwarzen 
Stern, der in einer weifTen und gelben doppelten Einfaflung flehet. Zwifchen diefen 
und dem Munde find zwey Oeffhungen, welches unftreitig zum Geruch- und Gehör- 
werkzeuge führen. Der Kiemendeckel beftehet aus einem einzigen Blättchen, das 
mit einer dünnen Haut umgeben ift. Die KiemenöfFnung ift fehr weit, die Seiten- 
linie, welche dem Rücken näher als dem Bauche flehet, ift breit und filberfarben. 

K a 



7<5 Die Golddecke. 

Die Seiten glänzen oberwärts wie Gold und unterwärts wie Silber, daher er mit 
Recht den Namen Golddecke verdient. Der Bauch und der Rücken bilden einen 
Bogen, und der After ift dem Munde ungleich näher als dem Schwanzende. 
Sämmtliche FlofTen find lang , am Grunde weifs , am Rand« blau , und haben 
weiche und vielzweigige Strahlen. Da fie durchaus mit Schuppen befetzt find; fo 
find fie fehr fteif. Die SchwanzflofTe ift ftark gabelförmig. 

Sloan traf diefen Fifch in Brafilien an A den meinigen aber habe ich vom 
Herrn Doäor König zu Tranquebar, in der GröfTe wie er auf unferer Tafel vorge- 
ftellet ift, erhalten. Er hat ein weifies und zartes Fleifch, und wird von den 
dafigen Einwohnern fehr geachtet. Man fängt ihn mit dem Netze , auch beifst er 
an die Angel. Er gehört zu den fleifchfreffenden Thieren, und lebt von der Brut 
anderer Fifche und Polypen. 

In Amerika heifst er Pampus; die Deutfchen nennen ihn Golddecke; und die 
Franzofen Fiatole doree. 

Die Leber beftehet aus zwey fchmalen Lappen , davon der auf der rechten 
Seite der längfteift, der Magen ift rund , und der Darmkanal hat fünf Windungen. 

Wenn anders die Zeichnung die uns Sloan von feinem Pampus giebt getreu 
ift ; fo würde ich den meinigen für eine Abänderung davon halten ; denn in diefer 
finde ich den Rücken in einer beinahe geraden Richtung a) , da er bey dem meinigen 
eine Bogenförmige Geftalt hat. Auch fagt er, dafs die Seitenlinie oberwärts einen 
Bogen bilde b), da fie bey dem meinigen gerade ift. 

Beim Renard finde ich im zweiten Theil auf der föten Tafel Fig. 178- einen, 
dem unfern ziemlich ähnlichen Fifch, unter dem Namen Toutetou, abgebildet; da 
aber die Befchreibung fehlt; fo kann ich nichts mit Gewifsheit beftimmen. 

Die Beftimmung des Zinne, dafs unfer Fifch nur eine Farbe habe, ift nicht 
karakteriftifch. 

«) Jam. II. Tab. 250. b) I. a. B. pag. 281. 



Spinnenßfche.. H 

-mÄÄ 



^= 



XLIIIftes GESCHLECHT a). 

SPINNENFISCHE, 
Erster Abschnitt. 

Von den Spinnenfifchen überhaupt. 

Die KiemenöfFnung im Genick. Pifces aptrtura branchialis in nucha. 

Callionymus. Zinn. S, N. Gen. 151. p. 433. Lyres ou Lafers. Goüan. Hiflr. des Poiff. Gen. 6. 
Cottus. Arted. Gen, 34. p. 48. n. 5. p. 102. 121. 

Uranofcopus. Gron. Zooph. p. 57. Muf I. p. 23. Tragonet. Penn. B. Z. III. Gen. 17. p. 164. 

Coryfrion, Klein. MilT.IV.p. 47. n. 10. Miff.V. Spinnenfifche. Leske. Anfangsgr.I. S. 362. 

p. 93. Die Schellfifchteufel. Müll. L. S.4. Th. S. 68- 

LJie kleine im Genick befindliche Kiemenöffnung ift ein Karakter für die Fifche 
diefes Gefchlechts. 

Der Körper ift fclimal, lang, rundlicht und fchuppenlos , der Kopf .von 
oben nach unten zufammengedrückt, und der Mund mit ftarken Lippen verfehen; 
die Augen flehen am Scheitel nahe beifammen, die Nafenlöcher find kaum fichtbar, 
der Kiemendeckel befteht aus einem einzigen geftrahlten Blättchen, und die Kie- 
rrienöffnung ift klein und röhrenförmig, der Backenknochen endigt fich in einen 
dreifpitzigen gekrümmten Stachel. Der Rücken ift grade, und der After dem 
Kopfe näher als dem Bauche. Diefe Fifche find mit acht FlofTen verfehen ^ wovon 

a) Mit diefem Gefchlechte der ausländifchen Fifche, fängt die Klaffe der Kehlfloffer an. 
Die einländifchen aus derfelben Klaffe kommen im 2ten Bande der Naturgefchichte der 
Fifche Deutfchlandes S. 129 — 188 vor. 

K3 



78 Spinnenfifche. 

zwey an der Kehle, eben foviel an der Bruft und dem Rücken, eine am After und 

eine am Schwänze, fitzen. 

Wir treffen diefe Fifche im nord- im mittelländifchen und oftindifchen 
Meere an. Wie es fcheinet, fo find fie den Griechen und Römern unbekannt 
geblieben. Bellon machte uns zuerft mit einem Spinnenfifche aus dem mittellän- 
difchen Meere bekannt ß), wovon uns Rondekt eine Zeichnung geliefert hat b). 
WiUughby lehrte uns einen aus dem Nordmeere kennen c). Artedi, welcher erftern 
in feinem Syftem nicht mit aufnimmt, bringt den letztern unter die Groppen d). 
Linne beftimmt ihnen ein eigenes Gefchlecht 'inter dem oben angeführten Namen, 
und lehrte uns zugleich einen aus Oftindien kennen e). Gronov belegte fie mit dem 
Namen Himmelfchauer f) , und Klan gefellete fie feinen Helmfifchen bey g). 
Nach der Zeit lehrte uns Pallas zwey neue aus den amboinifchen GewäfTern 
kennen h). Auch derjenige fcheint ein neuer zu feyn, den Houttuyh befchreibt i). 



a) Exocetus tertium Genus, Aquat, p. 223. f) Uranofcopus. Zooph. p. 57. 

Callionymus Lyra L. g) Coryftion. Miff. IV. p. 47. / 

6) Lacert. Hill, des Poiff. P. I. p. 24.T. A) Callionymus ocellatus. Spicil. Zool.Fafc. 

c) Dracunculus. Ichth. p. 106. Calliony- 8- P- 25. und C. Sagitta p. 29. 

mus Dracunculus L. 1) Japanfe Schelvisduivel. Harlem, Verhandl. 

d) Cottus. Syn. p. 77. n. 4. Tom. XX. 2tes St, p. 312.; 
e ) Syft. Nat. p. 433. Callionymus Indicus. 



Der Spinnenfifck. 



19 



Zweiter Abschnitt. 

Von den Spinnenfifchen insbefondere. 



DER SPINNENFISCH. 

CLXIte Tafel. 
Die Strahlen in der erften RückenflofTe fehr lang. K. 6. Br. 18. B. 6. A. io. S. 9. 
R. 4. 10. Callionymus radiis in prima pinna dorfali longißmis. Br. Vi. 
P. xviii. V. vi. A. x. C. ix. D. iv. x. 



Callionymus Lyra, C. dorfalis prioris radiis 
longitudine corporis. Linn. S. N. p. 403. 
n, 1. Uranofcopus piclus, Biäftrimiga blä- 
flälen. Muf. Adolph. Friedr. I. p. 71. Trachi- 
nus maxilla fuperiore longiore pinna dorfali 
priori altiflima, Faun. Suec. I. n. 283. 

Callionymus Lyra. Müll. Anim. defc. p. 56. 
Zool. Dan. tab. 27. Floi-Fisk, Fiaeftng. 
Prodr. p. 41. n. 337. Wimpelfifch. Gefch. 
der feltenen Thiere. S. 91. 

Uranofcopus officulo primo pinnae dorfalis 
primae longitudine corporis. Gron. Zooph. 
p. 57. n. 206. Muf. I. p. 23. n. 64. Schel- 
visduyvel. A£ta Helvet. IV. p. 260. n. 126. 
Cottus ofücula pinnae dorfalis primo longitu- 
dine corporis. A&.Upfal. 1740. p. 121. tab. 8. 

Exoceti tertium genus Bellonii. Seba. Thef 
III p. 92 n. 7. tab; 30. fig. 7. 

Lyra Harvicenfis. Pttiv. Gaz. tom. I. p. I. n. T. 
tab. 22. fig. 2. 

Coryftion oiTiculo pinnae dorfalis primo lon- 
giflimo. Klein. Miff, Pifc, V". p. 93. n. 14. 



Tertium genus exoceti. ßellon Aquat. p. 223. 
Dracunculus. Gefner. Aquat. p. 80. Icon. anim. 

p. 84. Kleiner Meertrach. Thierb. S. 43. b. 
Dracunculus. Aldrov. de Pifc. p, 2Ö2. 

— Jonft. de Pifc. p. 9 r. tab. 21. fig. 4. 

Rondel. JVillughb, Ichth. tab. H. 6. 

— — marinus. Borlace. Cornwal. p. 207. 

tab. 26. fig. 10. II. 

Warm. Muf. p. 20g. 

Lyra. Argenville Ory&ogr. p. 535.tab.26 fig.13. 
Flöy-Fisk, F!y vende - Fisk. Pontopp. Norw. 

2. Th. S. 209. tab. zur Seite 209. 
Draconcule. Diel, des anim. tom. II. p. 47. 
Le Lacert. Rondel. H. des PoifT. P. I. p. 241. ( 
Le Doucet ou Souris de mer. Defcript. des arts 

& met. Tom. IL Part. 2, Se&. 5. p. 610. pl. 8. 

fig. 1 - 5. 
Cuculus laevis, coeruleo flavefcens, cui in fu- 

premo capite branchiarum opercula. Yellow 

Gurnard. Philofoph. transacT:. vol, XXIV. 

n. 293. p. 1749. tab. 5. 



go Der Spinnenfifch. 

Gemmeous Dragoned. Pennant'B. Z. III. p.. 164. Der fliegende Teufel. Maller. L. S. 4. Th. S. 68. 
n. 69 tab. 27. Englifche Leyer. Valent. Muf. Mufeor. 2ter B. 

Moulette. Brünnich. Pifc. Maff. p. 17. S. 164. tab. 32. fig. 7. 

-- ■ ■ — ; .L/ie ungewöhnlich langen Strahlen in der eriten RückenflofTe , beftimmen ein 

Der Spin- ficheres Merkmal für diefen Fifch. In der Kiemenhaut zählet man fechs, in der 

nenfifch. B ru ftflofIe achtzehn, in der BauchflofTe fechs, in der Afterflofre zehn, in der 

Schwanzflofie neun , in der eriten RückenflofTe vie-r, und in der zweiten 

zehn Strahlen. 

Der Kopf ift länglicht, breit, oben gewölbt und unten flach, die MundöfF- 
nung weit, beide Kinnladen, wovon die obere die längfte ift, lind mit vielen kleinen 
Zähnen befetzt. Die Zunge ift kurz , die Lippen find ftark , und der Fifch kann 
felbige nach Willkühr hervorftoflen. Die kaum fichtbaren Nafen- und Ohrlöcher 
ftehen zwifchen den Augen und der MundöfFnung in der Mitte; diefe find länglicht, 
dicht beifammen, mit einer Nickhalit bedeckt, und haben einen fch warzblauen 
Stern • der Kiemendeckel ift angewachfen, und die Kiemenhaut am Kinn befindlich, 
der Kopf ift oben braun und auf den Seiten mit blauen großem und kleinern Flecken 
geziert. Der Rumpf ift länglicht, rund, der Rücken braun; die Seiten find gelb, 
nach dem Bauche zu weifs und mit zwey blauen unterbrochenen Linien verfchönert. 
Wie man aus derBefchreibungdesi?rä>z/HVfoü) und Duhamel b) erfiehet; fo weichen 
auch bey diefem Fifche die Farben fehr ab : denn fo findet man im mittelländifchen 
Meere welche, die bald braune und blaue, und bald röthliche Flecke haben, und 
wenn denFifchern zu glauben ift; fo follen die Männchen mit mehrern Farben, die 
Weibchen aber nur mit braunen und röthlichen glänzen. Die Bauchhöle ift kurz, und 
der After in einer geringen Entfernung vom Kopfe befindlich. Die Seitenlinie ift 
gröftentheils grade, und auf der Mitte befindlich. Von den Strahlen in der erften 
Rückenflofle ragen die erften drey weit vor der Verbindungshaut hervor ; diefe 

ift 



d) Pifc. Maff. p. 18. *) Defcript, des Am & Me't. tom. XI. p. 6x1. 



Der Spinnenßfch. 31 

ift unterwärts bräunlich , am übrigen Theil gelb, mit blauen gefchlängelten Linien 
verfehen; die zweite RückenflofTe iit blau und gelb geftreift. Zu Zeiten hat fie 
ftatt blauer Streifen dergleichen Linien. Die Schwanz- Bruft- und Bauchflofle 
find gelb, und die Strahlen der beiden letzten vielzweigigt. Die AfterflofTe ift 
bläulicht. Sämmtliche Strahlen, ausgenommen die an der Bruft, find länger als 
die Verbindungshaut. Die einfachen Strahlen in den Rücken- und BauchflofTen find 
unterwärts hart, und an ihren Enden weich. 

Wir treffen diefen Fifch fowohl in den füdlichen als nördlichen GewäfTern an. 
Pontoppidan und Ström fanden ihn in Norwegen im Söndmörifchen Meerbufen, 
Olaus Worm ujnd Friedrich Müller im Jütländifchen bey Skarpe und Dröbeck, 
Borlace und Pennant in den englifchen GewäfTern, und zwar letzterer bey 
Scarborough, erfterer zu Cornwallis, Tyfon zu Hafting in SufTex; Brünniche im 
mittelländifchen .Meere bey Marfeille, Gronov im Nordmeere, Wülughby zu Genua 
und Rom, und nach dem Bellon ift er auch bey Conftantinopel zu finden. Seine 
Länge beträgt zwölf bis vierzehn Zoll. Er hat ein weifTes wohlfchmeckendes 
Fleifch, das Rondekt mit dem von den Gründlingen vergleicht. Man fängt den 
Spinnenßfch mit Netzen, vorzüglich in den Hundstagen. In Nordamerika Wird er 
bey dem Fange der Heringe zugleich mit in dem Garne gefunden. Er lebt, wie 
Friedrich Müller verfichert, von kleinen Meerigeln und Seefternen a). 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch Spinnenßfch, TVimpelfifch und fliegender 
Teufel genannt; in Norwegen heifst er Flöy-Fisk, Flyvende Fisk; in Schweden 
Bläßrimiga B/äßälen; in Holland Schehisduyvel ; in Frankreich Doucet und Souris 
de mer; in Languedoc befonders Lacert, zu Fefcamp und Caen Vandiere; an den 
Küften von der obern Normandie Souris de mer; und in England Yemmeous 
Dragonet und Yellow Gurnard. 

Pontoppidans Zweifel b): ob unter Schotts Wafferfchwalbe c) unfer Fifch zu 



n) Gefchichte feltener Thiere. S. 93. c) Hirundo aquatica. 

b ) Norw. II. Th. S. 209. 

Naturg, ausl, Fifche. II. Theil. L 



81 Der Spinnenfifch. 

verliehen fey, läfst fich dadurch heben, weil diefer mit Schuppen verfehen, der 

unfrige hingegen glatt ift; es ift vielmehr die Seefchwalbe a). 

Ohnftreitig find der breite Kopf, die am Hälfe befindlichen BauchflofTen, die 
fehlenden Schuppen und die grofTe RückenflofTe Schuld daran, dafs die Syftematiker 
unfern Fifch bald zu dielem, bald zu jenem Gefchlechte gebracht haben. So befchreibt 
ihn Bellon b) , Seba c) und Pontoppidan d) als einen fliegenden Fifch, Tyjon e) als 
einen Seehahn, und Duhamel f) als einen Spiegelnfch. Gronov bringt ihn einmal 
unter die Himmelfeher g) , und ein andermal um er die Groppen h) , Klein unter 
die Helmfifche i), WMughby unter die aalförmigen k) und Ray unter die kleinen 
Fifche /), die mit zwey RückenflofTen verfehen find m), Linne einmal zu den 
Petermännchen n), dann zu den Himmelfehern o), und zuletzt zu den Spinnen- 
fifchen p). 

Dem Rondekt haben wir zwar die erfte Zeichnung zu verdanken, jedoch 
mangelt darin die zweite RückenflofTe q) ; Gesnerr), Aldrovands), WMughby t), 
Jonßon u) und Ruyfch x) haben diefe fehlerhafte Abbildung kopirt. Unter den 
altern Naturkündigern hat uns Tyfon y) , und unter den neuern tritdrich Müller 7) 
und Duhamel aä) eine beflere geliefert. 



a) Trigla Hirundo. L. 
h) Aquarif. p 223. 
c) Thef. III. p. 92. 
d~) Norw. 2 Th. S. 20g. 
c) Philofoph. Trans, p. 1749. 
/) Dcfcript. des Arts & Met. Tom. XI. P.2. 
p. 610. 

g Zooph p. 57. n. 206. 

K) A£h Uptal. 1740. p. 121. tab. 8. 

i) Miß V. p. 93. . 

k) Icfith p. 136. 

/) Pifciculi dorfo bipinni. 

m) Synopf. p. 79. 



n) Faun. Suec. I. p. 283. 

) Muf. Adolph. Friedr. I. p. 71. 

p) S. N. p 403. 

? ) De Pifc. P. I: p. 241. 

r) Aquat. p. 80. 

*) De Pifc. p. 262. 

O Ichth. tab H. 6. fig. 3. 

uj De Pifc. tab 21. fig. 4. 

ar) Theat. Anim tab. 21. fig. 4. 

j) Philofoph. Trans. Tom. 24. tab. 5. 

j) Icon. Anim. tab. 25. 

aa) Traue des peches, Tom.3.pI, 8. fig. r; 



Der Spinne nfifch. 83 

Wie wir oben gefehen; fo haben Beüon und alle folgende Ichthyologen unfern 
Fifch bereits gekannt: Tyfon irret daher, wenn er glaubt a), dafs von keinem 
vor ihm, unfer Fifch befchrieben worden fey. 

Aldrovand liefert zwar eine Zeichnung von einer befondern Gattung diefes 
Fifches, allein da diefer mit Schuppen, langen Bauchfloflen, und mit zwey 
dergleichen Rückenfloflen vorgeftellt ift ; fo kann er mit dem unfrigen nicht in 
einem Gefchlechte gehören. 

Nach Friedrich Müller foll der Pater Plümier den Spinnenfifch in "Weftindien 
abgezeichnet haben b) : da ich aber in meinen Handzeichnungen des Plümier diefen 
Fifch vermiffe , und da auch keiner von denandern naturhiftorifchen Schriftftellern 
von Amerika feiner erwähnt; fo vermuthe ich, dafs hier entweder ein Schreibfehler 
zum Grunde liege , oder dafs der feelige Herr VerfafFer etwan ein anderes 
Manufcript von diefem Gelehrten befeffen habe. 

Pontoppidan erzählt zwar, dafs diefe Fifche fchaarenweife fich einige Ellen 
hoch über die Oberfläche des Wafiers erheben, und einige BüchfenfchüfTe weit 
fliegen können c) ; allein ihre Bruft- und Bauchfloflen find, in Vergleich mit andern 
fliegenden Fifchen, viel zu klein, um fich damit einige Zeit in der Luft zu erhalten. 
Außerdem geftehet auch Pontoppidan felbft ein, dafs er nie einen lebendigen gefe- 
hen habe, daher feiner Nachricht nicht zu trauen ift. Ohne Zweifel rührt diefes 
. irrige Vorgeben von feiner langen RückenflofTe, und dafs er wie andere Fifche über 
das WalTer fpringt, her. 

Friedrich Müllers Vermuthung, dafs Petiver der erfte feyn möchte, der diefen 
Fifch befchrieben habe, ift ohne Grund, denn Bellon und Rondelet haben , wie fchon 
gedacht, deutliche Befchreibungen von demfelben geliefert. Auch führt diefer 
Schriftftellfir unrichtig die Lyra des Charleton, welches die Seeleyer ift d), zu 
unferm Fifch an e ). 

ß) Philofoph. Trans. Tom. 24. p. 1749. <0 Trigla Lyra. L. 

5) Gefchichte feltener Thiere, S. 93. e) I. a. B. S. 91. 

c) Norw. II. Th. S, 209. 

Li 



84 



Der Seedrache oder der kleine Spinnenfifch. 



DER SEEDRACHE 

ODER 

DER KLEINE S P I N N E N F I S C H. 

CLXIIte Tafel. Fig. 2. 

Vier kurze Strahlen in der erften RückenflofTe. K. 6. Br. 19. B. 6. A. 9. S. ia. 
R. 4. o> Caüionymus radiis quatuor in prima pinna dorjali brevibus. Br. Vi. 
P. xiX. V. vi. A. ix. C. x. D. iv. ix. 



Callionymus Dracunculus. C. dorfalis prioris 

radiis corpore brevionbus. Lina. S. N. 

p. 434. n. 2. 
Callionymus Dracunculus. Fiaefmg. Müll. 

Prodr. p. 41. n. 388. Kleiner Seedrache, 

Gefchichte dämfcher Thiere. 1. B S. 65. 

Zool. Danic. tab. XX. Defcript. Animal. p. 41. 
Cotms pinna fecunda dorfi alba. Arted. Gen. 

p. 49. n. 5. Syn p 77. n. 4. ? 
Uranofcopus ofliculo primo pinna? dorfalis 

primae unciali. Gron. Muf. 1. n. 63. Zooph. 

n. 204. Schelvis-Duyvel, Act.. Helv. IV. 

p. 26a n. 125. 



Dracunculus , Worm. Muf. p. 268. 

Coryftion pinnis IonguTimis, partim aurei par- 
tim argentei coloris; venire lato, piano, can- 
didoT Kitin. Miif. Pifc. IV p. 47. n 10. ? 

Dracunculus Rondel Wyllughb. lchth p 136. 

Callionymus Dracunculus, Moulette. Brunn* 
Pifc. MafT. p. 17. n. 28. 

Sordid Dr3goned. Penn ß. Z. III. p. 167. pl. 27. 

Doucet femelle. Defcript. des arts & me'r. 
Tom. XI part. 2. p. 614. pl. 8- fig- 6 

Pit-ifch of Draakje. Muf Schwenckf p. 25. 

Der Seedrache. Müll. L.S. 4. Th. S. 70. tab. 2.' 
fig.6. 



2 JLIurch die vier kurzen Strahlen in der erften RückenflofTe unterfcheidet fich diefef 

Der Seedra- Fifch von dem vorhergehenden, und durch die geringe Anzahl derfelben von dem 

kleine Spin- indischen Spinnenfifch. In der Kiemenhaut zählet man fechs , in der Bruftfh.fle 

nenfifch. neunzehn, in der BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe neun, in dtr Schwanzflofle 

zehn, in der erften RückenflofTe vier, und in der zweiten neun Strahlen. 

Der Körper-ift vorn breit und läuft nach dem Schranze fchmalr aus; der Kopf 
ift. flach, breiter als der Rumpf, und endiget fich in eine ftumpfe Spitze. Von den 
beiden mit zarten Zähnen befetzten Kinnladen ift; die obere etwas länger als die 
untere. Die kleinen Nafenlöcher flehen zwifchen der Mundöffnung und den Augen. 



Der Seedrache oder der kleine Spinnenfifch. 85 

in der Mitte; letztere find grofs, oval, hervorragend, und (lehen auf dem Scheitel 
dicht beifämmen, fie haben einen fchwarzen Stern in einem rechlichen Ringe. 
Der Kopf und Rücken find gelbbraun, das Kinn, der Bauch und die Seiten find 
filberfarben. Längs dem Rücken nimmt man eine Furche wahr; zwifchen dem 
Kopfe und der erfttn RückenflufTe fieht man vier kleine Oefnungert, davon die 
zwey vordem im Winkel des Kiemendeckels und die zwey hintern beim Anfang der 
Rückenfk.fTe befindlich find. Aus allen vieren fpritzt der Fifch bey jedem Athem- 
zuge das WafTer heraus. Die kaum fichtbare Seitenlinie hat ihre Richtung längs 
der Mitte des Körpers; zwifchen derfelben und dem Bauche nimmt man einen 
gelben fchlangenförmigen Streifen wahr; der After ift dem Kopfe näher als dem 
Schwänze. Indeffen find die Farben bey diefem Fifch eben fo, wie bey vielen 
andern, unbeftändig, wie folches aus den Befchreibungen die uns Friedrich Müller 
und Hr. Pennant von ihm gegeben, erhellet. Diefer giebt die Grundfarbe fchmutzig- 
gelb, mit weiflen und braunen Flecken an d)\ jener fagt er fey afchfarbig"£). Auch 
giebt er die SchwanzflofTe gelb an, und foll man zu Zeiten welche finden die nach 
hintenzu mit zwey fchwarzen Bändern gezieret find c). Von den FlofTen find die an 
der Bruft und dem After grünlich, die an dem Bauche gelb mit grünen Strahlen. 
Die erile RückenflufTe ift fchwarzbraun, die zweite blafsgelb mit dunkelgelben, und 
die runde SchwanzflofTe mit grüngelben und braunen Streifen verfehen; die Strahlen 
in den BauchflofTen find vielzweigig, die in der Schwanz- und Bruftfloflen gabel- 
förmig, und die in den übrigen Flößen einfach; die Strahlen in der erften Rücken- 
flufTe allein find ftachlicht. 

Nach dem Linne treffen wir diefen Fifch in der Gegend von Rom , Genua und 
LifTabun an. Pennant rechnet ihn unter die englifchen, Friedrich Müller unter die 
dämfehen Fifche und Duhamel 'fand ihn an den Küften der Normandie. In Abficht 
des Fanges und der Güte des Fleilches gilt das was von dem vorhergehenden 
gefagt worden. 

a) ßr. Z, III. p. 68. Gefchkhte däiüicher Thiere. S. 65. c) I. a. B. S. 67. 6g. 

L 3 



8<S Der Seedrache oder der kleine Spinnenßfch. 

Wenn den firanzöfifchen Fifchern zu glauben ift; fo wäre diefer Fifch das 
Weibchen und der vorhergehende das Männchen a). 

Die Haut am Bauche ift fo dünn, dafs ich, ungeachtet ich bey der Oeffhung 
derfelben behutfam zu Werke gieng, dennoch den Magen zugleich durchfchnitt, 
denn auch diefer ift fehr dünn. Er war fo lang dafs er fich bis an den After 
erftreckte; der Darmkanal hingegen war kurz. Die Leber lag unter dem Zwergfell, 
war kurz und von einer braungelben Farbe. Ich habe weder eine Schwimmblafe 
noch Milch oder Rogen wahrnehmen können. 

In Deutfchland wird .diefer Fifch Seedrache oder der kleine Spinnenfifch, in 
Holland Schelvisduyvel , Pitvifch of Draakje , in England Sordid Dragoned, in Frank- 
reich Doucet und Doucet femelle , und in Marfeille befonders Moulette, genannt. 

Willughby befchreibt unfern Fifch zuerft, und führt den Btllon und Rondelet, 
welche den vorhergehenden befchrieben haben , wie folches aus der Zeichnung des 
letztern deutlich erhellet, unrichtig zu unferm Fifch an b). Hierdurch find Artedi c), 
Gronov d) und Klein e) zu einem ähnlichen Fehler verleitet worden. 

Plinius gedenkt eines Fifches unter dem Nahmen Dracunculusf), ob aber einer 
von den beiden angeführten darunter zu verftehen fey, läfst fich aus der kurzen 
Befchreibung deffeiben nicht mit Gewifsheit beftimmen : er giebt ihm zwar bey 
den Kiemen Stacheln, die nach, dem Schwänze zu gekehrt Und , allein da alle See- 
hähne, das Petermännchen und andere mehr, mit Stacheln an diefem Theile des 
Körpers verfehen find ; fo kann er leicht einen von diefen gemeint haben. 

Friedrich Müller hält unrichtig den kleinen Drachen des Rondelet für unfern 
Fifch g): denn man darf nur die Zeichnung und Befchreibung des Rondelet h) mit 
der unfrigen vergleichen; fo wird man bald finden, dafs es nicht diefer, fondern 
der vorhergehende ift. 

a) Defcr. des am & mit. Tom. XI. p. 614. c) Min". IV. p. 47. n. 10. 

b) Ichth. p. 136. /) Lib. 3. c. II. 

c) Syn. p. 77. g) Gefch. dänifch. Thiere, p. 68- 

d) Muf. I. n. 63. A) De Pifcib. P. I. p. 304. 



Der Seedrache oder der kleine Spinnenfifch, 87 

Ich bin ungewifs, ob unter der vierten Gattung von Groppen des Artedi, der 
kleine oder der grofse Spinnenfifch zu verftehen fey; denn wie fich aus den "Zeich- 
nungen der zu ditfem Fifch angezeigten Schriftfteller ergiebt; fo hat er den grofsen 
Spinnenfifch befchreiben wollen. Allein das Kennzeichen, das er von der weifTen 
AfrerflofTe hernimmt a~), kömmt nur dem kleinen Spinnenfifch zu. Eben fo verhält 
es fich mit der zehnten Gattung des Klein b). 

Auch der Dracuncuius des Brünniche pafst theils zu unferm, theils zu dem 
vorhergehenden. 

Weil diefer Fifch von mehreren Schriftftellern nur'für eine Gattung gehalten 
worden ift; fo wird es nicht überflüflig feyn, die Zeichen zu bemerken worin fie 
von einander abgehen. 

I. Ift der Kopf beim Spinnenfifch oberwärts platt, bey jenem gewölbt. 
a. Ift beim Spinnenfifch der erfte Strahl in der erften RückenflofTe fo lang wie def 
ganze Körper, beim Seedrachen aber nur mit dem Kopfe von einerley Länge. 

3. Ift diefe FlofTe bey letzterm fchwärzlich, bey erfterm gelb und blau gefleckt. 

4. Erreicht der Spinnenfifch die Länge von zwölf bis vierzehn, der Drache hin- 

gegen nur von fechs bis acht Zoll. 

5. Sind bey diefem die Farben nicht fo mannigfaltig wie bey jenem. 

a) Syn. p. 77. n. 4. b) Miff. Pifc. IV. p. 47. n. 10. 



Ig Von den Sternfehern. 

.. ■ - tvg^.^fe^^J ... 



XLIVftes GESCHLECHT. 

STERNSEHER. 



Erster Abschnitt. 

Von den Stern fe he rn überhaupt. 

Eine Bartfafer im Munde. Pifces cirro in ort. 

Uranofcopus. Linn. S. N. gen. 152. p. 434. Le Boeuf, Tapecon ou Rapecon. Goüan. Hift. 

desPoiff. gen. 5. p. 102. 119. 
Trachinus. Arted. gen. 31. p. 42. n. 2. Pfaffenfifch . Leske Anfangsgr. I. Th. S. 364. 

Coryftion. Klein Miß". Pifc. IV. p. 46. n. 1. Sternfeher. Müll. L. S. IV. S. 72. 

Uie innerhalb dem Munde am Unterkiefer fitzende Bartfafer giebt ein ficheres 
Merkmal für die Fifche diefes Gefchlechts. 

Der Körper ift dick , der Kopf grofs und rauh. Die Augen flehen am 
Scheitel dicht beifammen. Der Kiemendeckel endiget fich in einen Harken 
Stachel. Die KiemenöfFnung ift weit, die Haut derfelben hat fünf Strahlen, 
und die Seitenlinie, welche im Genick entfpringt, beugt fich nach den Bruft- 
floiTen zu, nähert fich darauf dem Rücken, an dem fie in gerader Richtung 
fortläuft. Der Körper ift mit acht FlofTen verfehen, wovon zwey an der Kehle, 
eben fo viel an der Bruft und dem Rücken, eine ohnweit dem After, und die 
letzte endlich am Schwänze fitzen. 



Der 



Von den Stefnfehern. 89 

Der Aufenthalt diefes Fifches, (denn vor der Hand enthält diefes Gefchlecht nur 
einen einzigen) , ift im mittelländifchen Meere, daher er auch den Griechen und Rö- 
mern bekannt war. Er ift zwar klein, allein fein befonders gebildeter Mund und feine 
nach dem Himmel gewandten Augen haben ohne Zweifel die Aufmerkfamkeit der 
Naturkündiger rege gemacht. Von den heutigen Syftematikern, als vom Artedi, 
ward er vermuthlich deswegen , weil der Mund fich oberwärts öffnet, mit dem Peter- 
männchen a). in ein Gefchlecht gebracht: vom Klein aber, wegen des gepanzerten 
Kopfes, feinen Helmflfchen b) beigezählt. Linne hingegen beftimmt ihm ein 
eigenes Gefchlecht c), dem auch die neueren Naturkündiger folgen. Houttuyn 
fcheint diefes Gefchlecht mit einem neuen aus Japan vermehret zu haben d). 



d) Trachinns. <Q Japanfe Sterrekyker . Verband!, der hol- 

Z>) Coryftion. ländifche Maatfchapje der "Weetenfchappen, 

c) Uranofcopus. XX. Deel p. 314. 



Naturg, aus!. Fifche. IL TL 



M 



9© 



Der Sternfeher. 



Zweiter Abschnitt. 

Von den S t er nfe kern ins b efo nd er e. 



DER STERNSEHER. 

CLXIIIte Tafel. 

Der Kopf rauh. K.J. Br. 17. B. 6. A. 13. S.u. R. 4. 14. Uranofiopus 

capite fcabro. Br. r. P.xvn. V. vi. A. xiii. C. xn. D. iv. xir. 



Uranofcopus fcaber. Zinn. S. N. p. 434. n. I. 

MuH Adolph. Friedr. II. p. 59. 
Trachinus cirris multis in maxilla inferiore. 

Arted. gen. p. 42. n. 2. Syn. p. "jx. n. 2. 
Coryftion, facie plana, furfum fpe&ante; ore 

ampio in eadem faciei planitie, fciffura per- 

pendiculari. Klein Miff. Pifc. IV. p. 46. n. 1. 
ov^mifKoirif. Arifi. lib. 2. c. 15. lib. 8. c. 13. 
Uranofcopos. Plin. lib. 32. c. 7. Callionymus 

lib. 33. c. 11. 
Callyonimus vel Uranofcopus, Mefloro, Preve 

vel Prete, Becincavo,Refponfoux, Rafcafla 

bianca & Tappecon. Beiion Aquat. p. 219. 
Mefloro , Pefce prete , un preve, Bec in cavo, 

Tapecon, Rafpecon. Sah- Aquat. p. 197. b. 
Callionymus vel Uranofcopus. Gesner Aquat. 

p. 135. Icon. Animal. p. 138. Hirnmel- 

gugker, MeerpfafF, Sternfeher. Thierb. S. 20. 
Uranofcopus Rondeletii. Aldrov. de Pifc. p. 265. 



Uranofcopus. Jonft. dePifcib. p.93 tab.21.fig.7i 

Ruyfik Theat. Anim. p. 62. tab. 21. 

fig- 7- 
Callionymus vel Uranofcopus Rondeletii. 
Willughb. Ichth. p. 287. tab. S. 9. 

Ray Synopf. p. 97. n. 22. 

Coeli Speculator. Galen de ufu part 

Charlet. Onom p. 147. 

Rafquaflb blanco. Brunn Pifc. MafT p. 18. n 2. 
Rafpecon ou Tapecon. Rondel. Hill, des Poifl*. 

P. I. p 242 Uranofcopus. De Pifc. p. 305. 
Rafpecon ou Tapecon. Racaffe blanche, Racafca 

bianca. Defcript. des arts & me"t. Tom. XI. 

Secl. 5 p. 588. pl. 6 fig. 1. 2. 
ö K«AAn5v«(i»f. Kurba. Forsk. Defcript. p. XIV, 
£ne<>oxoiT>K. Opp. üb. 2. 

Pefce prete, Cuccu. Cetti. Sard. 31er Th. S. 104. 
Stargazer. Art of Angl. p. 207. 
Der Warzenkopf. Müll. L. S. 4ter Th. S. 72. 



1. JL/er rauhe Kopf ift ein hinlängliches Merkmal für unfern Fifch. In der Kiemenhaut 

Der Stern- er f f . der Bruftflofle f ie b en zehn, in der BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe 
feher. ' ' 

dreizehn, in der SchwanzfloiTe zwölf, in der erßen Rückenflofie vier t und in der 

zweiten vierzehn Strahlen. 



Der Sternßker. oj 

Der Kopf ift grofs, viereckigt, und fteckt in einem rauhen knöchernen Panzer 
der mit unendlich vielen kleinen "Wärzchen befetzt ift, die ihn rauh machen- 
daher Linne Gelegenheit genommen, ihn mit dem Namen des rauhen (Scaber) 
zu belegen. Oberwärts endigt fich diefer Knochen in zwey Stacheln und unterwärts 
in fünf kleine dergleichen; von den obern ifl der hintere der ftäikfte, und mit einer 
Scheide umgeben. Der Mund öffnet fich oben, und wenn die untere Kinnlade 
abgezogen wird; fo entfliehet eine weite Oeffnung, in welcher die dicke, ftarke 
und kurze Zunge, die von kleinen Zähnen rauh ift, zum Vorfchein kömmt. An 
der innern Seite der untern Kinnlade ift eine Haut, die fich in eine lange Fafer 
endiget, vorhanden. Mit diefem Werkzeuge fpielet der Fifch bei aufgefperrtem 
Munde, und lockt dadurch die kleinen Fifche heran, und indem fie darnach hafchen 
•wollen, werden fie von ihm verfchluckt. Auch die kleinen Bartfafern, womit beide 
Lippen befetzt find, dienen ihm zu gleicher Abficht. Diefer Fifch verbirgt fich 
gewöhnlich bis am Kopfe in den Seeki äutern , es gerathen daher die kleinen Fifche 
deffoeher in feinen Rachen., je weniger fie ihren verfteckten Feind ahnden. An 
der obern Kinnlade nimmt man inwendig zwey ovale, und dicht bey jedem Auge 
«ine runde Oeffnung wahr, welche unftreitig zu dem Geruch- und Gehörwerkzeuge 
führen. Die Augen flehen auf der Oberfläche neben einander, ragen hervor, und 
haben einen fchwarzen Stern in einem gelben Ringe. 

-Wir kennen zwar mehrere Fifche als die Schollen und Rochen, deren Augen 
{ich dicht auf der Oberfläche befinden: allein letztere haben jedoch eine folche Stel- 
lung, dafs fie mehr feitwärts, als über fich damit fehen können, weil aber diefe 
gerade in die Höhe gerichtet find; fo haben die Griechen ihn mit dem Namen 
Himmelfeher ( Uranofcopus) beleget: die Genuefer hingegen, welchen hiebey der 
Blick der Andacht eingefallen, nennen ihn Priefter ( Pefie Prete). Zwifchen den 
Augen nimmt man eine halbmondförmige Hole, und ohnweit einer jeden Bruftflo/Fe 
einen langen und einen kurzen Stachel wahr. Die Kiemenöffnung ift fthr weit, der 
Kiemendeckel beftehet aus einem einzigen ftarken Knochen, der mit einer breiten 
gezähnelten Haut umgeben ift, und die Kiemenhaut, welche verborgen liegt, ift mit 

M a 



9* Der Sternßher. 

fünf gekrümmten Knochen verfehen. . Der Rumpf iffi mit fehr kleinen Schuppen 
befetzt, und bis an der After- und zweiten RückenflofTe beinahe viereckig, von da 
bis an das Ende aber rundlich. Die Seitenlinien, welche aus lauter kleinen "runden 
Oeffnungen beliehen, nehmen im Genick ihren Anfang, bilden einen kleinen Bogen 
nach den Seiten zu, nahern (ich darauf den RückenflofTen, laufen längs denfelben 
bis an die SchwanzflofTe, wo fie eine Krümmung nach unten zu bilden, und lieh in 
der Mitte derfelben verlieren. Die BauchflofTen fitzen nahe an der Kehle, endigen 
fich in vierzweigigte Strahlen; die BruftflofTen find breit, die Strahlen an den 
Enden getheik, die in der After- und RückenflofTe einfach , und die in der runden 
Schwanzflofle vielzweigigj die efle RückenflofTe hat eine glänzende fchwarze Farbe 
und knöcherne Strahlen, die Strahlen in den übrigen Flößen find weich und von 
gelber Farbe. Unflr Fifch ift am Rücken braun, an den Seiten grau, am Bauche 
weifs, und der After flehet beinahe in der Mitte des Körpers. 

Der Sternfeher ifl ein Bewohner des mittelländifchen Meeres und hält fich an 
den Ufern im Grunde auf. Arifloteles zählet ihn daher mit Recht den Uferfifchen 
bey. Ob er gleich nicht über einen Fufs lang angetroffen wird; fo hat er doch 
durch feine befondere Bildung, wie gedacht, die Aufmerkfamkeit der griechifchen 
Naturkündiger auf fich gezogen. Er lebt von kleinen Fifchen und Waflerinfekten. 
Am Tage foll er fchlafen und des Nachts herumfehwimmen, daher ihm Opptan den 
Namen. Schwärmer gegeben hat a). Er hat zwar ein weifles Fleifch, welches aber 
zähe und mager ifi, weshalb er nicht geachtet wird. Nach der Erzählung des 
Rondelet foll er einen üblen Geruch haben b), welchen jedoch Willughby, der unfern 
Fifch in Italien unterfuchte, nicht bemerken konnte c). Man fäi.gt ihn mit dem 
Netze, auch beifst er an die Angel. 



a) Er befchreibt ihn in folgenden wenigen Efl inter medius oculos; lucesque profunda 

Zeilen ziemlich genau: Content in fomno folidas , proßratus arena; 

Stultitia excella cunäis ferus Hemerocaeta, Et folus noBu vigilat , nucluq.ue mavetur. 

Eß pecus ignavum capitis cui vemee fummo bj De.Pifc. I. p. 3°°- 

Sunt inverja fupra radiantia lumina; riäus c) Ichth. p. 287« 



Der Sternfehen 93 

Die Leber ift blafsgelb , der Magen weit, ftark; das untere Ende defTelben ift 
mit acht Anhängfein umgeben ; die Gallenblafe ift weit , und die Galle dunkeL- 
grün; die Schwimmblafe aber klein. 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch Sternfiher und Warienkopf genannt, 
in England heifst er Starga^er, in Holland Stent - kyker , in Frankreich Rafpecon 
oder Tapegon und Racaßa bianca, in Marfeille befonders Rafquaßb blanco, in Italien 
MeJJbro und Pefce prete, in Genua Preve und Prete, in Venedig Bec in cano > in der 
Türkey Kurba, in Conftantinopel nennen ihn die Griechen b -T£<z%os, und inSmirna 
b£#os und av%v ?. 

Nicht nur die altern Ichthyologen als Bellon d) und Rondelet Z>), fprechen die- 
fem Fifch unrichtig die Schuppen ab, fondern auch einer der neueften c) thut diefes, 
ob fie gleich Willughbyd) und die folgenden Ichthyologen bereits befchrieben haben. 

Wenn Willughby erzählet, dafs er die Haut innerhalb der untern Kinnlade 
nicht habe finden können; fo mufs er unfern Fifch nicht genau unterfucht haben, 
und wenn der Hr. ProfefTor Brünniche fagt, dafs er felbige zuerft bemerkt habe e); 
fo mufs er, als er diefes fchrieb, den Rondelet nicht zur Hand gehabt haben, da 
diefer fie bereits befchrieben hat /'). / 

Beim Plinius kömmt unfer Fifch unter zwey verfchiedenen Benennungen, unter 
Uranojcopus und Calionymus vor, denn er fagt felbft, dafs beide Benennungen nur 
für einen Fifch gelteng-). Ob aber die Galle diefes Fifches, fo viele vorzügliche 
Heilkräfte wider verfchiedene Augenkrankheiten habe, als ihr diefer Schriftfteller 
zueignet A), dies lafie ich dahin g< ftellet feyn. 



a) Aquatil. p 2T0. f Hirt, des Poü? p. 244. 

b) Hirt, dts Po.fl: P. I. p. 243. g ) üb. 32. c 7 

e) Defcript dei arts & met. XI. p. 587. A, Seme Worte find: Callionymi fei cicatri- 

d) Ichth. p 287. cesfanat&carnesoculorumfupervacuasconjumit, 

e t Pifc, Mali; p. ig, n. 2. Lib. 32. g 7, 



Mg 



94 



Der Stockfifch. 



DER STOCKFISCH. 

CLIVte Tafel. 
Zwey Floflen am Rücken, der Mund fafernlos. K. 7. Br. Tl. B. 7. A. 37. S. 10, 
R. 10. 39. Gadus dipterygius ore imberbi. Br. yil. P. XII. V. yir. 
A. xxx y 11. C. xx. D. x. xxxix. 



Gadus Merluccius, G. dipterygius imberbis, 
maxilla inferiore longiore. Linn.S N. p. 439. 
n. II. Muf. Adolph. Friedr. II. p. 60. Faun. 
Suec. p. 113. n. 114. 
Gadus Merluccius. Forsk. Defcr. Anim. p. xrx. 
dorfo dipterygio, maxilla inferiore lon- 
giore. Arted. gen. p. 22. n. 8. Syn. p. 36. 
n. 10. 
i dorfo dipterygio; ore imberbi, maxil- 
la inferiore longiore. Gron. Zooph. p. 97. 

n 315 

o o»«. Arifl. Hb. 8- c. 15. üb. 9. c. 37. 

Afellus. P/m. Hb. 9c. 17. 

Merluccius , Nafello , Merluzzo. Bellon Aquat. 

p. 123. 
_*1 Gesner Aquat. p. 84- 97- Icon. 

Anim. p. 76 Meerefel, Thierb S. 39. b. 
Afellus fufcus, Hake. Charta Onom. p. I22.n. 9. 
Afellus alter , five Merluccius. Aldrov. de 

Pifcib. p. 286. 
primus Rondeletii, five Merluccius. 

JVillughb. Ichth. p. 174. tab. L. membr. 2. n. 1. 



Afellus primus. Ray Synopf. p. 56. 

alter, five Merluccius. Jonß. de Pifc. 

p. 7 tab. 1 fig. 3. 
Merluzio, Sah. Aquat. p. 73. 
Nafello, Cetti Sard. III. p 100. 
Lyfing, Kulmund, Kol-Fisk. Müll. Prodr. 

p. 41.0.-34». 
Akulliakitfock. Otto Fabr. Faun. Grönl. p T48. 
Afellus alter. Ruyfch. Theat. p. 1. tab.I fig. 3. 
Merlus. Rondel. Hirt, des Poifl. P. 1 p. 2IÖ. 

Afellus primus. De Pifc. P. I. p 272. 
Grand Merlus de Bretagne, Merluche, Merlan 

de la mediterrane'e. Duham. Traite des pich. 

Tom. II St er. I p 141 pl. 24 
Grand Merlus de Bretagne. Dcfcript des ans 

& met. Tom. X. S.cl. I!. p. 236. pl 10. fig. I. 
Merlan. Brunn. Pifc. Man" p. 20. n. 31. 
Hake. Art of Angl p. 227. 
Rutty. Natur. Hifi. of Dublin. Tom. I. 

P- 355- 

Penn Br. Z III. p. 19L 

Der Stockfifch. Müll L. S. IV S. 94. 



— ~~Z~~ \jie zvey Floflen am Rücken, und der bartlofe Unterkiefer, find hinreichende 

Der Stock- Merkmale den Stockfifch von den übrigen diefes Gefchltchts zu unterfcheiden. In 

fifch. — 

a.) Die zehn vorhergehende Gattungen und diefer und d. r folgende gehört, ftehet im 2ten 
das Allgemeine von den Fifchen zu welchen Baude der Fliehe Deutichlandes, S. 135 -ijji. 



Der Stockfifch. 94 

der Kiemenhaut zählet man Geben, in der BruftflofTe zwölf, in der BauchflofTe 
fieben, in der AfterflofTe fieben und dreißig, in der SchwanzflofTe zwanzig, in der 
erften RückenflofTe zehn, und in der zweiten neun und dreißig Strahlen. 

Diefer Fifch ift gertreckt, fein Kopf lang, oben breit und von beiden Seiten 
zufammengedrückt ; die MundöfFnung ift weit, beide Kinnladen find mit zwey 
Reihen fpitzer auseinanderftehender Zähne bewaffnet. Da die kleinern zwifchen 
den grofsen, und die obern nach hinten zu gekrümmt find; fo kann derjenige 
Fifch, den er einmal gefafst hat , ihm nicht wieder entkommen. So ift auch der 
Gaumen auf jeder Seite mit einer Reihe dergleichen Zähne befetzt; die untere 
Kinnlade ift länger, als die obere; die Gehör- und Geruchsöffnungen find klein und 
dicht an den Augen befindlich, diefe haben einen fchwarzen Stern, der in einem 
goldenen Ringe flehet , aber auch felbft die Farbe diefes Theiles mufs veränderlich 
feyn, denn Duhamel giebt ihm eine gelbe a) und Hr. Brünniche b) eine Silberfarbe. 
Der Kiemendeckel endiget fich in eine ftumpfe Spitze. Die Kiemenöftnung ift 
weit, die Kiemenhaut nur zur Hälfte bedeckt und mit ftarken knöchernen Strahlen 
verfehen. Am Rumpfe nimmt man kleine Schuppen wahr, die Seitenlinie ift am 
Kopfende mit fechs bis neun kleinen Wärzchen befetzt, und läuft vom Genick nahe 
am Rücken bis nach der Mitte der SchwanzflofTe. Der Rücken ift rundlich, die 
Bauchhöle kurz ; der After dem Munde näher als der SchwanzflofTe ; der Rücken ift 
grau und die Seiten und der Bauch fchmutzigweifs. Diefe Farbe ift es, welche die 
Griechen veranlafste ihn mit dem Namen Efel (<W) zu beehren. Die Bruft- und 
Bauchfloflen laufen in eine Spitze aus, die zweite Rücken r und AfterflofTe find in der 
Mitte niedriger, als an den beiden Enden, die SchwanzflofTe ift grau, und an den 
Enden abgeftumpft. Sämmtliche Strahlen find weich, und aufTer denen in der 
After- und RückenflofTe, welche einfach find, gabelförmig. 

Diefer Fifch ift fowohl ein Bewohner des mittelländifchen als des Nordmeeres, 
undfeinFang ift für die Fifcherey wichtig. Er wird ein und einen halben bis zweyFufs 

a) Traue" des p&hes. Tom. II. Se& I. p. 142. i) Pifc, MafT. p. so. n. 31. 



96 Der Stockfifch. 

lang, ift fehr gefräfsig und verfolgt befonders den Hering und die Makrele. Sein 
Fleifch ift weifs, blättricht, aber etwas ■weich und unfchmackhaft , daher er über- 
haupt genommen wenig geachtet wird. Jedoch finden ihn die Spanier frifch fehr 
wohlfchmeckend ; vermuthlich halt er fich bey ihnen in felfigten Gegenden auf: 
denn wenn er an folchen Stellen gefangen wird, findet man fein Fleifch auch in 
Frankreich fchmackhaft. Es wird auf eben die Art wie das vom Schellfifch und 
Wittling zur Speife zubereitet ; von den Engländern hingegen bey der Menge 
von andern und belfern Fifcharten, verachtet, und daher theils eingefalzen , theils 
getrocknet, in andere Länder, befonders nach Spanien nach dem Haven Bilbao, 
verfahren a). Da er überhaupt in zu grofser Menge gefangen wird , um frifch ver- 
zehret werden zu können; fo trocknet man den grollen Theil davon, und da er 
beim Trocknen über Stangen gehangen wird ; fo haben die Deutfchen Gelegenheit 
genommen, ihn mit dem Namen Stockfifch zu belegen. Indeffen werden unter die- 
fem Namen auch viele andere getrocknete Schellfifcharten verkauft. Man fängt ihn. 
theils mit Netzen , theils mit Angelfchnüren. In Breit bedient man fich der letzteren, 
die man mit Sardellen , Tobiasfifchen oder andern kleinen Fifchen verliehet. Man 
gebraucht dazu Schiffe von zwey bis fünf Tonnen, die mit fünf bis lieben Mann 
befetzt werden. Der grölte Fang in Frankreich gefchieht in der Gegend von Bre- 
tagne, wo man etwas gröffere Schiffe gebraucht, die mit neun bis zehn Matrofen 
befetzt find Der Fang gefchieht bis in der Entfernung von drey bis vier Meilen 
vom Ufer, und wird die Fifcherey bey Nacht fowohl mit der Angelfchnur als dem 
Netze; deren Mafchen ein bis anderthalb Zoll weit find, verrichtet. Zwey Ma- 
trofen halten das Schiff in beftändiger Bewegung, weil fie fonft nichts bekommen 
würden. Er hält fich gewöhnlich in der Tiefe auf, daher fie auch ihre Angeln und 
Netze fo einrichten, dafs ihre Werkzeuge auf dreilfig Klafter in die Tiefe gehen. 
Der Fang diefer Fifcherey -dauert vom November bis im May, und ift vorzüglich 

ergiebig 

a) Pennant, B. Z, III. p. 192. 



Der Stockßfch. 97 

ergiebig an den englifchen und irrländifchen Küften; befonders giebt die Nympfen- 
bank an derKüfte von Watherford zweimal im Jahre eine ungeheure Zahl a). Auch 
hat er lieh einer Nachricht zufolge , die ich von dem Hrn. Grafen von Querhoent 
zu Croific in Bretagne erhalten, in der Gegend von Bel-isle feit der Seefchlacht 
von\ Jahre 1759 häufig eingefunden ; vermuthlich ift er durch die Menge der 
Leichname herangelockt worden. Man findet ihn alda das ganze Jahr hindurch, und 
erreichet er dafelbft eine Lange von fechs bis rieben Fufs. Es fchreibt mir ferner 
diefer Naturforfcher , dafs bey einem harten Winter viele diefer Fifche ihr Leben 
einbüfTen, indem fie im Eife einfrieren. Die erfte Schaar erfcheint in England im 
Jun, während dem Mackrelenfang , und die zweite im September, während der 
Heringszeit. Ohne Zweifel folgen fie diefen Fifchen um fich an ihnen zu fättfoen. 
Es ift nichts feltenes, dafs ein Schiff mit fechs Leuten in einer Nacht taufend 
Stockfifche, ohne eine Menge anderer Arten Fifche fängt b). Man bedient fich 
hierzu der Angelfchnüre. 

Diefer Fifch ändert in England feinen Lauf, verläfst die gedachten Küften und 
begiebt fich an andere, vermuthlich der vielen Nachftellungen wegen; jedoch 
findet er fich nach einigen Jahren wieder ein c), wenn er auch von feinem neuen 
Zufluchtsort durch Verfolgung verfcheucht wird. Ein ähnliches nimmt man -bey 
dem Hering, Schellfifch und Lachs in andern Ländern wahr. IndefTen können auch 
die Hayfifche und andere grofse Raubthiere vieles darzu beitragen, dafs die Fifche 
die erfte die hefte Küfte als einen Zufluchtsort fachen. Wahrfcheinlich befucht 
der Stockfifch aus dem Grunde die Küften, um fich an den Fifchen und Würmern zu 
fättigen, und verläfst felbige wenn er allen Vorrath dafelbft aufgezehret hat. 

Zu Penfance in der Graffchaft Cornwallis, imgleichen zwifchen Wahls und 
Irland, wird unfer Fifch ebenfalls häufig gefangen d). 



d) Smith? s t Hifl\ Watherfort, p. 261. c) Smith, a. a. O. 

i>) Penn. B. Z. III. p. 191. J) Art of Angl. p. 223. 



Naturg. ausl, Fifche. II. Theil. N 



95 Der Stockfifch. 

Die Leberwelche grofs und von blafsgelber Farbe ift, wurde von den Alten 
für eine fehr wohlfchmeckende Speife gehalten, und der vom Rothbahrt gleich 
gefchätzt a); die Galle ift grün, der Magen grofs, weit und anftatt der Anhängfei 
mit einem weiten Blinddarm verfehen; der Darmkanal hat nur zwey Beugungen; 
die Schwimmblafe ift ungetheilt, ftark und fowohl an den Seiten als am Rückgrade 
befeftiget; die Nieren find lang, grofs und endigen fich gemeinfchaftlich in der 
Harnblafe. Die Milch und der Rogen find doppelt, letzterer befteht aus einer 
grofsen Anzahl orangefarbener Eier , welche die Gröfse vom Hirfefaamen haben. 

In Deutfchland heifst diefer Fifch Stockfifch, in Norwegen Lyfing , Kulmund 
und Kol-Fish , in Grönland Akkuliakitfock , in Frankreich Merlu, Merluche, grand 
Merlu de Bretagne, Merlan de la mediterranee, und in Marfeille befonders Merlan , 
in England Hake, in Italien Merluigo und in Sardinien Nafillo- 

Oppian fagt, dafs es zweierley Arten von Afellus gebe b), ohne ihren UnterfchiecT 
zu bemerken. PLinius beftimmtfie fchon etwas genauer: denn er fagt, die eine ift 
klein, und die andere, die Bacchus genannt wird, groß. Diefe, fetzt er hinzu, 
wird nur im hohen Meere gefangen c). Da man nun. im mittelländifchen Meere, 
aufler den Zwergdorfch , keinen Fifch , der mit dem unfrigen genauer überein- 
stimme findet; fo ift wohl der Bacchus als der gröfste, der Stockfifch, und der 
Callarias der Zwergdorfch d).. Auch dies trift ein, dafs der Stockfifch mehr im 
hohen Meere, der Zwergdorfch hingegen mehr am Ufer fich aufhalte; dafs aber die 
alten Naturkündiger diefe Fifchgattung unter der Benennung Afellus verftanden 
haben , macht die grauweiffe Farbe ,, welche unter allen übrigen Fifchen des mittel- 
ländifchen Meeres, diefen allein eigen ift, wahrfcheinlich.. 

Wenn Atheneus fagt, dafs unfer Fifch das Herz im Magen habe e), fo hat ihn 
vermuthlich ein im Magen gefundenes, und vom Stockfifch verfchlucktes Herz, 
^veranlafst zu glauben, dafs es zu dem Fifch felbft gehöre.. 

a) Rondel Hiflr. des PoifT. P. I. p. 21I ¥ nera Callariae et Bacchi, qui non nifi ja alto ca- 

b) Haliet. Iib. I. c. 2. piuntur. Hift. Nat. lib. 9. c. 17. 

c) Seine Worte find: Afellorum duorum ge- d) Gadus minutus L. «) Lib. 7; 



Der Stockfifch. 99 

Wenn Plinius erzählt, dafs die im Gehirn diefes Fifches beim vollen Mond 
gefundenen Steine, wenn fie in Leinewand gebunden und getragen werden, das 
Fieber heilen a); fo gehört dies zu den Vorurtheilen jener Zeiten. 

"Wenn Salvian fagt dafs unfer Fifch nur einzeln fchwimme b); fo mag diefes 
wohl von feiner Gegend eintreffen: denn in andern erfcheinet er, wie wir 
oben gefehen haben, in ganzen Schaaren. Die Zeichnung, welche uns diefer 
Schriftfleller vom Stockfifch gegeben hat, ifl fehlerhaft: denn am Rücken hat 
er nur eine, und am After zwey FlofTen angedeutet. 

Willughby c) , Jonßon d) und der Verfaffer von den Angelfifchereien e) 
haben diefen Fehler fortgepflanzt. 

Auch- haben Salvian und die erwänte Schriftfleller die Seitenlinie in ihren 
Zeichnungen ausgelaffen. 



a) Lib. 30. c. IO. d) De Pifc.'tab. 1. fig. 3. 

b) Aquat. p. 74. e) Art of Angl. S. 227. 
«) Ichth. tab. L. membr, 2, n. I. 



N a 



100 



Die Mterquappe. 



DIE MEER QUAPPE.. 

Gadus tricirratus.. 
CLXVte Tafel. 

Drey Bartfafern am Munde. K. 5. Br. 13. B. 6. A. 46. S. 10. R. 56. Gadus 
cirris tribus. B. V. P.xriu. V'.VI. A. XL vi. C.xx. D.lvi. 



Gadus Muftela, G. dipterygius cirris quinque, 
pinna dorfali priore exoleta. Linn, S. N. 
p. 440. n. 10. ? 

Gadus Mediteraneus, G. monopterygius cir- 
ratus, maxillafuperiore cirris duobus inferio- 
re unico. Linn. S.N. p. 441. n. 17. ? 

Gadus Muftela dipterygius cirratus cirris 
quinque, pinna dorfali priore exoleta. Kroll- 
Quabbe, Moerquabbe, RÖdbrune, Tang- 
Brofme. Müll. Prodr. p. 42. n. 345. 

Gadus tricirratus, G. dipterygius cirris oris 
tribus, pinna dorfali antica minutifTima, ra- 
dio primo longiore. Brunn. Pifc. Maff. p. 22. 

"• 33. 

Gadus dorfo dipterygio, fulco magno ad pin- 
nam dorfi primam, ore cirrato. Arted, Syn. 
p. 37. n. II. Gen. p. 22. n. 11. 

Gadus dorfo dipterygio, pinna dorfi anteriore 
humili : maxilla fuperiore cirris quatnor, in- 
feriore unico. Gron. Muf. 1. p. 21, n. 2. 
Zooph. p. 97. n. 314. 

Enchelyopus cirris tribus, altero e mento, 
duobus inter nares & roftrum brevibus, 
cauda prolixa, lateraliter preffa & fenfim 
attenuata ad extremum ufque, quod trans- 
greditur pinna dorfalis & afflectitur ufque 



ad anum; nigricat pifeis; quo colore de- 

ferto. ex albo luteo, nigredine mixtis, varius 

apparet. Klein Miff. Fifc. IV, p. 57. n. 14. 
Afelli fpecies altera Graicorum , vulgo Gaide- 

ropfaro. Bellen. Aquat, p. 129.. 
Muftela vulgaris Rondeletii. Gesner Aquat. 

p. 89, Icon. Anim.-p., 81. Meertrüfche, 

Thierb. S. 41. b. 
Muftela. Charlet Onom. p. 122. ri. 10. 
Muftela vulgaris Rondeletii , Ouwquappe, 

Krnllquappe. Schonev. Ichth. p. 49. 
Muftela vulgaris Rondeletii. Aldrov. de Pifc. 

p. 290. 
Mcertryfche. Jonft. de Pifcib.p.9. tab.I. fig.4. 
■ Ruyfch Theatr. Anim. p.2.tab. I. flg. 4. 

Muftela vulgaris Rondeletii , Whiftle - fish. 

Willughb. Ichth. p. 121. Sorghe marina, 

Donzellina Venetorum,Sea-loche, tab. H. 2. 

fig. I. Muftela marina, tab. H. 4. fig. 4. 
Muftela vulgaris Rondeletii. Ray Synopf. pifc. 

p. 67. n. 1. Muftela marina p. 164. Rock- 

ling, fig. 9. 
Krollquabbe, Moerquabbe. Pontopp, Daennem; 

S. I§6. 
Djelindsjik balük r^« ? . Forsh Defcript. Anim. 

p. xiv. n. 5> 



Die Meerquappe. ioi 

Muftelle vulgaire. Rondel. Hift. des PohT. P. I. Three-Beardet-Cod: Penn. B; Z. III. p. soll 

p. 223. Muftela vulgaris. De Pifc. P. I» pl. 23. n. 87- 

p. 2 %u Die Meerquappe, Meertrufche. Müll. L. S. 4,: 

La Muftela. Cetti. Sard. Tom. III. S. 109. S. 98, ?. 

JMan erkennet diefen Fifch an feinen drey Bartfafern, von welchen zwey am Ober- 

und eine am Unterkiefer befindlich find. In der Kiemenhaut zählet man fünf, in der Die Meer-. 

BruftflofTe achtzehn, in der BauchflofTe fechs,. in der Afterflofle fechs und vierzig, <l ua PP e - 

in- der SchwanzflofTe zwanzig, und in der zweiten RückenflofTe fechs und fünfzig 

Strahlen. Die Strahlen in der erften RückenflofTe find viel zu zart r als dafs^fich ihre 

Anzahl genau beftimmen liefle. Ich habe indefTen einige fünfzig gezählt. 

Der Kopf iß klein, und von oben nach unten zufammengedrückt. Die Mund- 
Öffnung ift weit, der Gaumen rauh, und beide Kinnladen, wovon die obere die längfte 
ift, find mit einer Reihe fehr kleiner und fpitzer Zähne befetzt. Die Zunge ift frey 
und fchmal, am Ende des Unterkiefers ift eine und am obern find zwey Bartfafern 
befindlich, gleich hinter diefen flehet man- zwey runde Oeffnungen. Die Augen 
haben einen fchwarzen Stern der in einem goldfarbenen Ringe flehet. Die Seiten 
des Kopfes find filberfarbig ins violette fpielend, der Rücken und die Seiten braun- 
gelb mit fchwarzen Flecken befprengt. Der Bauch ift weis,, kurz, hervorftehend, 
und der After in der Mitte des Körpers befindlich.. Auch find bey diefem Fifch die 
Farben, wie Willughby bemerkt veränderlich: denn fo will er einige gefehen haben, 
die dem Aal gleichen, und mit Linien von weifTen Punkten verfehen wären, andere 
follen röthlich fchwarz gefleckt feyn, noch andere denen die Flecke gänzlich 
fehlen d). Auch Herr Pennant fagt, dafs er röthlichgelb und über der Linie mit 
breiten fchwarzen Flecken verfehen wäre, die RückenflofTe braun und die Bauch- 
fioffe hellroth fey b). Nach Herrn Briinniche ift der "Wirbel violet und die Seiten 
find unter der Linie bläulicht c). Die Seitenlinie macht hinter der BruftflofTe eine 



<0 Ichth. p. 121;, b) B. Z. III. p. SOI. c) Pifc. Maß p. 22. n. 33, 

N 3, 



101 Die Meerquappe. 

Beugung und geht alsdann in grader Richtung zur Mitte der Schwanzfioffe hin. 
Die Bruft- und BauchflofTe find röthlich, die erfte Rückenfloffe ift niedrig, und aus 
höchft zarten und weichen Strahlen zufammengefetzt, wovon nur der erfte hoch ift. 
Die Übrigen Floffen find hellbraun, die Rücken- und Afterfloffe mit länglichten, 
die SchwanzflofTe aber mit runden Flecken geziert. Die Strahlen in ßmmtlichen 
FlofTen find weich; der ganze Fifch ift mit einem Schleim überzogen, und der Rumpf 
mit fehr zarten Schuppen bedeckt. 

Die Meerquappe gehöret fowohl zu den Fifchen des mittelländifchen Meeres 
als des Nordmeeres, hefonders erfcheinet fie häufig im adriatifchen Meere und bey 
Cornwallis. Diejenige, davon ich hier die Zeichnung liefere, ift mir aus der vor- 
treflichen Sammlung des Herzogs von Brauhfchweig mitgetheilet worden. Sie war 
nicht gröfser als die Zeichnung befagt. Nach derVerficherung des Hrn. Brünniche a) 
wird fie im mittelländifchen Meere nicht über eine Spanne lang, im Nordmeere 
hingegen nach Herrn Pennant von neunzehn Zoll Länge angetroffen b). In diefer 
Größe wägt fie jedoch nicht über zwey Pfund. Sie hat ein weichliches Fleifch 
das gewöhnlich aus dem SalzwafTer gekocht mit zergangener Butter und Möftrich 
genoffen wird. Diefer Fifch laichet im Herbft , vermehret fich aber nicht fonderlich 
ftark,weil feine Brut von der Mackrele und den Schellfifcharten häufig verzehret wird. 
Man fängt ihn mit Netzen und der Angel. Er lebt von Mufcheln und Krebsbrut. 

Die Leber ift grofs, blafsgelb, und beftehet aus zwey langen Lappen. Die 
Gallenblafe ift klein, und die Galle gelb, der Magen ift weit, und das untere Ende 
deffelben mit acht Anhängfei umgeben. Der Darmkanal ift kurz, die Schwimmblafe 
grofs, oberwärts dick und unterwärts dünn und durchfcheinend. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch Meerquappe, im Hollfteinfchen heifst er 
Ouwquappe, Krullquappe, in Dännemark Kroll- Quabbe , Moer- Quabbe, in Nor- 
wegen Rödbrune, Tang - Brosme , in England Rockling und Three-Beardet-Cod, in 
der Graffchaft Cornwalis Whifilefish, und in der Graffchaft Chefter Sea- loche. 

«) Pifc Mafl". p. 21. b) B. Z. III. p. 201. 






Die Meerquappe. I03 

in Frankreich Mufielle und Muflelle vulgairc, in Italien Muflela, und in Venedig 
befonders Sorghe - marina , Domgllina, in der Türkey Djelindsjik balük, und von 
den dafigen Griechen rd\ict. 

Sämmtliche Schriftfteller, welche Klein a) zu unferm Fifch anführt, befchrei- 
ben, bis auf den Willughby, die gemeine Quappe/»); dagegen gehören die zur 
Quappe angeführten Schriftfteller hieher c). 

Rondelet d) und Schoneveld e) irren wenn fie unferm Fifch die Schuppen 
abfprechen.. 

WULughby /*), Ray g) und Artedi h) führen flatt der Afelli altera Jpecies 
des Bellon die Galea Venetorum deffelben zu unferm Fifch an ; man darf nur beide 
Zeichnungen anfehen z); fo wird man finden, dafs es die erfte und nicht die 
letzte fey: denn diefe gleichet dem Leng, wie es fich aus der einzigen Bart- 
fafer, dem hervorftehenden. Oberkiefer,, des. fchmalen Körpers,, und der Bildung 
der FiofTen ergießt:. 

Beim Bellon k) und Gesner l) finde ich unfern Fifch mit drey, beim 
Aldrovandm), Jonfion n) und Ruyfch o) mit vier,, und beim Pennant mit fünf 
Bartfafern abgebildet: p). Willughby fagt,. dafs er bald drey bald fünfe habe. 
Artedi macht mit dem Willughby nur eine Art daraus. Zinne giebt feiner 
Meertrufche drey und der Meerquappe fünf Bartfafern. q ) , jedoch bezieht er lieh 
bey der letztern auf den Artedi , welcher auch die Schriftfteller die ihren 
Zeichnungen nur drey Bartfafern gegeben haben anführt. Der Meertrufche 



a) Miff. Pifc. IV. p. 57. n. r4V t) Aquat. p. 129. 

b) Gadus Lota L. jfc) A. a. O. 

c) I. a. B. p. 57. n. 13- /) Aquat. p. 89. 

d) De Pifc. P. I. p. a8l. m) De Pifc. p. 290. 

e) Ichth. p. 49. n) De Pifcib. tab. I. fig. 4; 
/) Ichth. p. 121. o) Theat. anim. tab. I. fig. 4. 
g) Synopf. p. 67. n, pr. p ) B. Z. III. pl. 23. n. 87. 

&) Synon. p.37, g) Gadus n, 10. n, 17. 



104 Die Meerquappe. 

giebt er nur eine RückenflofTe ; allein da die Fafern in derfelben nur fehr 
zart find; fo kann er diefe leiciit üherfehen haben, ich bin daher ungewifs, ob 
ich die Meerquappe oder die Meertrufche des Linne zu unferm Fifch anführen 
föll, oder x>b er eine dritte Gattung ausmache. Herr Pennant macht aus der 
Quabbe mit drey Bartfafern und aus der mit fünf zwey befondere Arten a). 

Gronov irret wenn er den Lumpen der Antverber des Willughby für 
unfern Fifch hält b), denn da JVillugby von feinem Fifche fagt: dafs er keine 
Bartfafern habe, dafs die BauchflofTen wie Bartfafern ausfähen, dafs der Rücken 
nur mit einer FlofTe, die mit der SchwanzflofTe zufammenhienge, in der man 
fchwarze Flecke bemerke, und dafs er mit einer geraden Linie verfehen wäre- 
fo erhellet daraus, dafs er ein Schleimfifch und zwar die Aaalmutter c) fey. 
Auch die Zeichnung die Willughby von diefem Fifch giebt d), gleicht eher diefer 
als der unfrigen. Eben fo unrichtig ift es, wenn er die dreizehnte Gattung 
der aalförmigen Fifche des Klein zu dem unfrigen anführt e). Man fehe nur 
die Kleinfche Zeichnung/) auf die fich Gronov beruft; fo wird man gleich 
beim erften Anblick die Quappe darin erkennen. 



-a) B. Z. III. p; 201. 202. <0 Ichth. Tab. H. 

b) Zooph. p. 97. n. 314. c) A. a. O. 

c) Blennius viviparus L. /) Miff. IV. tab. 15. fig. 2. 



DER 



Der breite Schellfifch. 



105 



DER BREITE SCHELLFISCH. 

CLXVIte Tafel. - 



Der Körper breit. K. 6. Br. ig. B 
Gadus corpore lato. Br. vi. P. 
C. xxx. D. xiii. xix. xvii 

Gadus barbatus, C. trjpterygius cirratus; ma- 
xilla inferiore pundtis utrinque feptem. 
Lina. S. N. p. 437. n. 5. Smä-Torsk. Faun. 
Suec. p. 112. n. 311. Gadus Torsk. Weft- 
gothl. Reif. S. 204. . Gadus linea excavata 
pone caput S. 205. & Gadus Lufcus, G. 
tripterygius cirratus , radio ventralium pri- 
mo fetaceo p. 437. n. 4. 

Gadus barbatus, II munkara. Forsk. Defcr. 
Anim. p. xix. 

Gadus dorfo tripterygio, ore cirrato; longi- 
tudine ad latitudinem nipla: pinna ani pri- 
ma oiTiculorum triginta. Arted. gen. p. 2r. 
n. 6. Syn. p. 37. n. 12. Spec. p. 65. & 
Gadus dorfo tripterygio ore cirrato, officulo 
pinnarum ventralium primo in fetäm lon- 
gam producta Gen. p. 21. n. 5. Syn. 

P 35- n - 5- 

Gadus dorfo tripterygio ; maxillis squalibus, 
inferiore cirro'unico, cauda squali, pinna 
ani priore fubfufca. Gronov. Zooph. p. 99. 
n. 320. Steenbolk, Gullak. Muf. I. p. 2r. 
n. 160. Sc Gadus dorfo tripterygio, ore 
cirrato, longitudine ad latitudinem tripla, 
pinna ani prima ofHculorum triginta. Afta 
Helv. IV. p. 260. n. 131. 

Calarias barbatus, dilute olivacei coloris, pinnis 
thoracicis fetofis. KUinMiff. Pifc. V. p. 6. n. 3. 
Naturg. ausl. Fifche. IL T/u 



. 6. A. 15. 17. S. 30. R. 13 19. 13. 
xviii. V. vi. A. xxv. xvii. 
1. 

Afellus barbatus, Pout. Charkt. Onomaftic. 

pViai.ri. 3. 

mollis latus Lifleri. Willughb. Ichth. 

Append. p. 22. Whiting Po Utes, tab. L. 

membr. 1. n. 4. Bib & Bunds Cornubien- 

fibus. Afellus lufcus, p. 169. 
Afellus latus Liften, Whiting Poutes. Ray 

Synopf. Pifc. p. 55. n. 9. & Afellus lufcus, 

Bib vel Bunds Cornubienfibus p. 54. n. 4. 
Ogak , Ouak. Otto Fabr. Faun. Grönl. p. 146. " 

n. 103. 
Smaafiskur, Tharafiskur. Olafs. Isl. Tom. I. 

p. 190. §. 527. 
Smaa- Torsk, rodagtig Smaa- Torsk. Müll. 

Prodr. p. 42. n. 350. 
Kroppung, Smaa -Torsk. Leem Lappl. p. 165. 
Smaa - Torsk, Kropung. Ström Sönd. I. p. 316. 
Tacaud, Baraud-Gode, Poule de mer, petite 

Morue fraiche, Malcot, Guiteau. Duham. 

Traite des pech. Tom. II. Part. II. Secl. I. 

p. 229. pl. 10. 
Tacaud, Baraud-Gode, Poule de mer, petite 

Morue fraiche, Malcot, Guiteau. Deicript. 

des arts & met. Tom. X. Seft. 1. p. 229. 

pl. 10. 
Goberge. Rotidel. Hift. des PoifT. I. p. 220. 

Afellorum quarta fpecies. De Pifc.p. 279. 

o 



106 Der breite Schellfifch. 

Whiting Pout. Penn. B. Z. III. p. 183. n. 75. Pour. Butty's. Nat. Hirt, of Dubl. I. p. 354. 

Bib. pl. 30. n. 76. Der Sieinbolk. Müll. L. S. IV. S. 88- n. 5. 

— — A " of Angl. p. 293. tab. 3. fig. 1. Das Blödauge, S. 87. n. 4. 

1^] i-^ie breite des Körpers dienet zum Merkmal diefen Fifch von den übrigen 

Der breite feines Gefchlechts zu unterfcheiden. In der Kiemenhaut zählet man fechs, in 
Schellfifch. 

der Bruftflofle achtzehn, in der BauchflofTe fechs, in der erften AfterflofTe 

fünf und zwanzig, in der zweiten fiebenzehn, in der SchwanzflofTe dreißig, in 
der erften RückenflofTe dreizehn, in der zweiten neunzehn, und in der dritten 
achtzehn Strahlen. 

Der Kopf ift klein, die Mundöffnung grofs, die obere Kinnlade flehet vor der 
untern hervor, beide find mit kleinen Zähnen bewafnet; auch im Schlünde befinden 
fleh zwey ovale rafpelartige Knochen. An der untern Kinnlade nimmt man vor- 
wärts eine Bartfafer, und auf jeder Seite fechs bis fieben kleine runde Oefnungen 
wahr. Die Lippen find ftark und beliehen aus mehrern einzelnen knorpelartigen 
Stücken, die durch eine gemeinfchaftliche Haut verbunden werden, und die der 
Fifch hervorftofTen und einziehen kann. Die Zunge ift kurz, dick, und nach 
hinten zu rauh; die Nafenlöcher find doppelt, und ohnweit den Augen fichtbar; 
diefe find grofs, hervoritehend, und mit einer Nickhaut verfehen, ihr Stern ift 
fchwarz und der Ring filberfarben. Da Duhamel den Ring citronengelb angiebt a) ; 
fo mufs auch bey diefem Fifch die Farbe des Ringes veränderlich feyn. Der 
Kiemendeckel ift aus mehreren Blättchen zufammengefetzt. Die Kiemenöffnung ift 
weit, und die Kiemenhaut nur zum Theil vom Kiemendeckel bedeckt. Am Rumpf 
fieht man kleine Schuppen, welche fehr feft in der Haut fitzen. Die Seitenlinie, 
welche im Genick anfängt, ift fchwarz, macht gegen das Ende der zweiten Rücken- 
flofTe eine Beugung nach dem Bauche zu, und verliert fich in der Mitte der 
SchwanzflofTe. Der Rücken ift braungrünlich, rund und fleifchigt ; der Bauch kurz 
und weifs ; die Seiten find weifs ins röthliche fpielend, und der After nicht weit 

d) Traite des pe'ch. Tom, II. 229. 



Der breite Schellfifch. Io ^ 

von der Kopffpitze entfernt. Von den drey Flößen womit der Rücken befetzt ift, 
ift die erfte kurz, hoch und fichelförmig gebildet. Am Grunde der Bruftflofle ift 
ein fch warzer Fleck fichtbar, welchen jedoch Herr Otto Fabriäus bey den Grönlän- 
difchen Fifchen nicht bemerken konnte a). Sämmtliche Floffen beliehen aus wei- 
chen Strahlen und einer dicken Haut, und find olivenfarbig, bis auf die SchwanzflofTe, 
welche röthlich ift; fie, hat, wie die mehreften der übrigen Floffen, eine fchwarze 
EinfafTung. 

Wir treffen diefen Fifch in vielen Gegenden des nördlichen Oceans an ; Co 
fand ihn Gronov in der Gegend von Holland b), Butty in Irland c) , Willughby 
in England d), Leem in Lappland e), Otto Fabricius in Grönland f) , Ström im 
Sundmeer g) und Duhamel an der nördlichen Küfte von Frankreich h). Der Herr 
Graf von Querhoent meldet mir in einem Schreiben, dafs man diefen Fifch zu Croific 
in Bretagne das ganze Jahr hindurch im hohen Meere finde, und er fleh nur zur 
Laichzeit, welche dafelbft im Auguft einfällt, den felfigten Stellen nähere, um 
feinen Laich abzufetzen. In Grönland hingegen verrichtet er diefes Gefchäft nach 
der Erzählung des Otto Fabricius , im Februar oder März, wo er feine Eier 
zwifchen den Seetang i) abfetzet, an Stellen wo die Sonne fie befcheinet. Im 
Jun erfcheinet die Brut, welche die Grönländer Ogarkal nennen , in der GröfTe 
unfers Stichlings fehr häufig an den Ufern; ohne Zweifel die einjährige, oder diefer 
Fifch müfste gefchwind zunehmen : denn wer den langfamen Wachsthum der Fifche 
kennt, der wird leicht einfehen, dafs fie vom Februar bis Jun nicht diefe GröfTe 
von wenigftens zwey Zoll erlangen können. Er wird fünfzehn bis achtzehn Zoll 
grofs, und wiegt alsdann nicht leicht über drey Pfund; in England findet man ihn 
feiten über einen Fufs Länge. Man fängt ihn in grofser Menge; Hr. le Roi berichtet 



a) Faun. Grönl. p. 147. f } Faun. Grönl. p. 146. n. 103. 

h) Zooph. p. 99. n. 320. g) Sondmör I. p. 316. 

c) Nat, Hift. of Dublin I. p. 354. K) Traue* des pe'ch. Tom. II. p. 229. 

d) Ichch. p. 169. ,■) Fucus L. 

e) Lappl. S. 165. 

Ol 



log Der breite Schellfisch. 

an Um, Duhamel, dafs manohnweit Breft jährlich eine lange Zeit hindurch hundert bis 
hundert und fünfzig auf einen Zug erhalte a). Er gehört zu den Raubfifchen, und 
lebt vorzüglich von den Tobias- b) und Schlei mfifchen c) , in Grönland aber vom 
Angmarfet d). In Ermangelung der Fifche begnügt er lieh mit jungen Krebfen. 
Diefer Fifch hat ein weilTes blättriges und weiches Fleifch, welches fehr bald 
verdirbt, doch ift es vom Monat Oc.tober bis Januar noch am bellen: da es aber 
dennoch trocken und mager ift; fo wird es in Frankreich nicht fonderlich geachtet; 
in England hingegen , wo es fetter ift, für eine wohlfchmeckende Speife gehalten. 
Man genießet ihn aus dem Salzwaffer gekocht mit zergangener Butter und Möftrich 
oder Zitronenfaft. Die Grönländer verzehren ihn theils frifch, theils getrocknet, 
auch dann noch wenn er fchon etwas in Fäulnifs übergegangen ift. Von denjenigen, 
die getrocknet werden , fammlen fie die Eier, die fie kochen und verzehren; die 
Leber genielTen fie mit den Affenbeeren e). 

Die Leber ift blalsroth und beftehet aus zweien langen dünnen Lappen; die 
Milz ift ro'th/ fehr klein, dreieckigt und unterwärts am Magen befeftigt. Diefer 
ift breit und ftarkhäutig; die Schwimmblafe grofs und wie bey den übrigen Schell- 
fifcharten am Rückgrade befeftigt. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch den breiten Schellfifch. In Holland heifst 
er Steenbolk, Gullak, in England Whiting-Pout und Pout, in Frankreich Molle, 
in Rochelle befonders Tacaud, zu Havre und zu Dieppe Baraud- gode , zu Fefcamp 
Poule de mer, zu Paris petite Morue fraiche, zu Breft Malcot, und zu Breton 
Guiteau. In Grönland nennt man ihn Ogak und Ouak, und feine einjährige Brut 
Ogarkal, in Island Smaafiskur und Tharafiskur, in Lappland Kroppung und Smaa- 
Torsk, in Dännemark Smaa-Torsk , in Norwegen rodagtig Smaa-Torsk., und in 
Schweden Smä-Torsk. 



c) Traitedes peches, Tom. II. p. J38. d) Salmo ar&icus O. F. Faun. GrönJ, 

f) Ammodytes Tobianus L. p. 146. 

c) Blennii. c) Empetrum nigrum L. 



Der breite Schellfifch. 109 

Willughby a), Ray b), Klein c) und Pennanfs d) Frage: ob unter dem 
Zwergdorfch des Schoneveld der unfrige zu verftehen fey? kann ich verneinen: 
denn der Schoneveldfche ift der kleinfte in diefem Gefchlecht, und es ift der im 
zweiten Theil der Fifche Deutfchlandes e) befchriebene Zwergdorfch/) des Linne. 
Man vergleiche nur die auf unferer ßjten Tafel Fig. 1. befindliche Abbildung 
mit der vom breiten Schellfifch ; fo wird man leicht den Unterfchied 
wahrnehmen. 

Nach dem Köhler g) foll der Phycis des Artedi mit dem breiten Schellfifch 
einerley feyn: allein man darf nur die Zeichnungen derjenigen Schriftfteller, welche 
Artedi zu feinem Fifch anführt h), anfehen; fo wird man aus den zweyftrahlichten 
Bauchfloffen leicht erkennen, dafs er in das Gefchlecht der Schleimfifche i) gehöre. 
Rondelet hat unfern Fifch unrichtig ohne Seitenlinie, Bartfafer, und nur mit 
einer AfterflofTe abgebildet k), dafs aber unter feinem Goberge der breite Schell- 
fifch zu verftehen fey, ergiebt fich aus der Befchreibung deffelben, welche zu der 
unfrigen genau pafst. 



a) Ichth. p. 169. 

■J) Synopf p. 55. n. 9. 

c") Miff. V. p. 6. n. 3. 

<f) Britt. Zool. III. p. 283. n. 75. 

i) S. 167. 



f) Gadus minutus L. 

g) Linn. S. N. p. 437. n. 5. 
ä) Syn. p. in. n. 1. 

*') Blennius L. 

Jfc) Hift. desPoiff.I.p.220. De Pifc. I. p. 279. 



O 3 



Der bandirtc Schkimfifch. 



DER BANDIRTE SCHLEIMFISCH. 
Blennius fafciacus. 

CLXIIte Tafel. Fig. i. 

Zwey einfache Fafern zwifchen den Augen, neunzehn Strahlen in der AfterflofTe. 

Br. 13. B. 1. A. 19. S. 11. R. 19. Blennius pinnulis ßmplicibus duobus inter 

oculos, pinna ani radiis novendecim. P. xiu. V. u. A. xix. 
C. xi. D. xxix. 

z — t^T) LJiefer Fifch unterfcheidet fich von den übrigen diefes Gefchlechts durch feine 

Der bandir- einfache borftenartige Fafern , welche fich am Kopfe zwifchen den Aueen 
te Schleim- . 

fifch. befinden , und den neunzehn Strahlen in der AfterflofTe. In der Bruftfloffe find 

dreizehn, in der Bauchfloffe zwey, in der Schwanzfloffe eilf, und in der Rücken- 
flofle neun und zwanzig Strahlen befindlich. 

Der Kopf ift klein und vorn abfchüffig, oben braun und unten blafsgelb; 
die Mundöffnung ift von mittlerer GröfTe ; die beiden Kinnladen find gleich lang 
und mit kleinen.borftenartigen dicht beifammen flehenden Zähnen befetzt. Die 
Kiemenöffnüng ift weit, und mit fechs Strahlen verfehen; der Rumpf ift vorn breit, 
hinten fchmal und mit vier braunen Banden geziert, zwifchen welchen man bräun- 
liche Linien, die auf einem blafsgelben Grund flehen, und die in der Mitte einen 
Winkel bilden, wahrnimmt. Der Rücken ift rund, von bräunlichblauer Faibe, 
die Seitenlinie, die fich nahe an demfelben befindet, läuft in gerader Richtung vom 
Genicke bis nach der Schwanzflofle zu. Der Bauch ift dick, von blafsgelber Farbe, 



*) Die drey vorhergehenden und das All- zweiten Theil der Fifche Deutfchlandes, 
gemeine von diefem Gefchlecht, flehet im S. 182 - 192. 



Der bandirte Schkimfifth. 1 1 1 

und der After vom Kopfe weniger als von der SchwanzflofTe entfernt. Der ganze 
Körper ift mit einem zähen Schleim überzogen. Die BruftflofTen find rund, weifs, 
durchfichtig und mit vier bräunlichen Linien verfehen. Die BauchflofTen find 
lang, fchmal, mit den Brußfloflen von gleicher Farbe und mit braunen Flecken 
geziert. An der AfterflofTe ift nur der erfte Strahl ftachelicht und die Zwifchenhaut 
der Strahlen wechfelsweife dunkel und blasgelb bandirt. Die lange Rückenflofie hat 
braune Banden, und die graue runde SchwanzflofTe braune Linien. Die Strahlen 
in der Schwanzflofle find gabelförmig, die in den übrigen aber einfach. 

Diefes fchöne Fifchchen habe ich in einer holländifchen Verfteigerung 
erftanden. Im Verzeichnifs wurde Oftindien zu feinem Vaterlande angegeben. 
Aus dem Bau feines Mundes ergiebt fich, dafs er zu den fleifchfreffenden Thieren 
gehöre. Er kömmt dem folgenden am nächften ; da er indeflen nur mit einfachen 
Fafern verfehen ift; fo trug ich kein Bedenken, ihn für eine befondere Gattung 
«u halten, und ihm eine Stelle auf der itfaten Tafel einzuräumen. 



III 



Der Meerpapillon. 



DER MEERPAPILLON. 

CLXVIIte Tafel. Fig. i. 

Ein fchwarzer Fleck mit einer weifTen EinfafTung in der RückenflofTe. Br. n. 
B. i. A. 17. S. 11. R. 25. Bknnius ocello nigro in pinna dorfi. 
P. xii. V. 11. A. xvii. C. xi. D. xxv. 



Blennius ocellaris, B. radio fimplici fupra ocu- 
los, pinna dorfali anteriore ocello ornata. 
Linn. S. N. p. 442. n. 4. Muf. Adolph. Fr. 
Tom. II. p. 62. 

Blennius ocellaris. Brunn. Pifc. Maß", p. 15« 

"•35- 

— fülco inter oculos, macula magna 

in pinna dorfali; Arted. gen. p. 26. n. I. 
Syn. p. 44. n. I. 

Blennus pinniceps, coloris dilute cinerei, du- 
clibusque olivaceis aut fordide viridibus 
varius; fupra utrumque oculum pinnula; 
dorfalis pinna in alto capite ortum trahens, 
primoque radio altifiimo, quinto macula 
nigra notato, cum reliquis quatuor decre- 
fcens finum defcribit, & parumper elevatus 
decurrit fere ufque ad pinnam cauds. Klein 
MifT. V. p. 31. n. 1. 

bju'vvo*. Opp. üb. I. v. 109. 

Blennus vel cepola. Bellon Aquat. p. 2IO. 



Blennus Bellonii. Gesner. Aquat. p. 126. Icon. 

Anim. p. 9. Thierb. S. 3. 
Blennus Bellonii. Jon/?, de Pifc. p. 75, tab. 19. 

fig. 5. Meflbro vel Blennus. tab. 31. fig. 5. 
Blennus Bellonii. Aldrov. de Pifc. p. 203. 
Ruyfch. Thef. Anim. p. 49; 

tab. 31. fig. 5. 
Blennus Salviani Sc fortafTe etiam Bellonii, 

the Butterflyfish. Willughb. Ichth. p. 131. 

tab. H. 3. fig. 2. 
Blennus Salviani. Ray Synopf. p. 72. n. 13. 
Meflbro. Satv. Aquat. p. 217. Blennus p. 228. 
Blennius ocellaris. Cetti. Sard. III. p. 112. 
Lievre marin du vulgaire. Rondel. Hill, des 

PohT. P. I. p. 170. Scorpioides. De Pifc. 

P. I. p. 204. 
Le Meflbro ou Blenne. Cours d'Hifl. Nat. 

Tom. V. p. 350. pl. 9. fig. 1. 
The Butterflyfish. Art of Angl. p. T g,^ 
Der Schmetterlingsfifch. Müll. L. S. IV. S. 102. 



" Der fchwarze mic einem weifTen Ringe umgebene Fleck in der RiickenflofTe macht 

Der Meer- liefen Fifch kenntlich. In der BruftflofFe zähle ich zwölf, in der Bauchflofle 

zwey, in der AfterflolTe fiebenzehn, in der ' SchwanzfloiTe eilf, und in der 



RückenflolTe fünf und zwanzig Strahlen. 



Der 



Der Meerpapillon. ug 

Der Kopf ift länglicht, auf den Seiten zufammengedriickt, grofs, vorn ftark 
abfchüffig; die Augen find grofs, weit, hervorftehend , und haben einen fchwarzen 
Stern, welcher in einem orangefarbenen Ringe eingefchlofTen ift; zwifchen den 
Augen flehen zwey einfache lange Strahlen. Die MundöfFnung ift weit, beide 
Kinnladen find von gleicher Länge, und mit einer Reihe ganz fchmaler, dicht 
beyfammenftehender Zähne befetzt. Die Zunge ift kurz und breit; die KiemenöfF- 
nung weit, und der Kiemendeckel beftehet aus einem einfachen Blättchen; die 
Backen find dick; der Rücken ift rundlicht, und von bläulichter Farbe. Der 
Rumpf ift fchuppenlos, der Bauch kurz und breit, der After dem Kopfe näher als 
dem Schwänze, und die Seitenlinie ohnweit dem Rücken befindlich. Die Grund- 
farbe des Fifches ift fchmutziggrün, auf der man olivenfarbige Streifen wahrnimmt, 
auch giebt es welche deren Grundfarbe hellblau ift, und Brünniche hat den Augen- 
ring weifs gefunden. Die BruftflofTe ift grofs, rund, und hat, fo wie die Schwanz- 
flofle, gabelförmige Strahlen, die Bauchfloffe ift zweiftrahlicht, die AfterflofTe 
lang und kurz, und hat eben fo wie die Rückenfloffe nur einfache Strahlen, die 
etwas über der Zwifchenhaut hervorragen; in letzterer ift der erfte Strahl fehr lang, 
und die FlofTe felbft vorn und hinten hoch und in der Mitte niedrig; fie ift oliven- 
farbig, mit blauen Flecken und weiften Punkten befprengt. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner des mittelländifchen Meeres; Hr. Brünniche. 
fahe ihn in Marfeille a), Cttti in Sardinien b) und Willughbyin Venedig c), wo 
er im O&ober häufig unter andern kleinen Fifchen zu Markte gebracht wird. Er 
erreicht die Gröfle von fechs bis acht Zoll, hat ein mageres Fleifch und wird daher 
nicht fonderlich geachtet; er hält fich am Ufer zwifchen den Klippen und Seekräu- 
tern auf, und lebt von Krebs- und Mufchelbrut, daher ihn auch Oppian zu den 
Uferfifchen rechnet. Man fängt ihn fowohl vermittelft dem Netze als mit Angeln 
woran Würmer befeftiget find. 



d) Pifc. Maß", p. 25. n 35, c) Ichth. p. 131. 

3) Sard. III. S. 112. 

Naturg. ausl, Fifche. II. Theil P 



»14 Der Meerpapillon. 

In dem kurzen Unterleibe diefes Fifches fand ich eine kleine Leber, die aus 
zwey gelblichten Lappen zufammengefetzt war , auch die Gallenblafe und [die 
Milz waren nur klein, der Darmkanal hingegen fehr lang, er hatte verfchiedene 
Beugungen, und ein Theil davon eine gefchlängelte Lage. Ich habe weder Eier 
noch Milch bey diefem Fifche wahrgenommen. 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch Meerpapillon und Schmetterlingsfijck 
genannt, bey den Franzofen heifst er Papillen de mer und Lievre marin, in Italien 
Meßbro, und in England ButUrflyfish. 

Bellon a), Rändelet b), Gesner c) , Aldrovand d) und Linne e) geben unferm 
Fifche zwey, Artedi f) und Brünniche g) aber nur eine RückenflofTe , auch ich 
habe bey dem meinigen nur eine wahrgenommen. Diefer fcheinbare Widerfpruch 
rührt ohnflreitig davon her, dafs diefe FlofTen zu Zeiten bey einigen durch eine 
Haut verbunden, bey andern aber getrennt find. 

Bellon, der uns die erfte Zeichnung von unferm Fifch lieferte, ftellt ihn richtig 
mit zwey Fafern am Kopfe vor, die aber Salvian und Willughby aus ihren Zeich- 
nungen ÜefTen. 



d) Aquat. p. 2IO. d) De Pifcib. p. 203. 

b) Hift. des PohT. P. I. p. 170. e) S. N. p. 441. n. 4. 

c) Aquat. p. 126. Icon. Anjm. p. 9. /) Syn. p. 44. n. i; 
Thierb. S. 3. g) Pifc. Maff. p. 25. n. 35. 



Der Mterhirfch. Uj 

DER MEER HIRSCH. 

CLXVIIte Tafel. Fig. 2. 
Zwey Fafern zwifchen den Augen und eben fo viel im Genick. K. 5. Br. 14. B. 3. 
A. ai. S. 1a. R. 3.1. Blennius pinnulis duobus inttr oculos, totidanqiit in 
nucha. B. v. P. xiv, V. U. A. xxi. C. xn. D. xxxi, 

Blennius Gattorugine, B. pinnulis fupercilio- inermi fupra utrumque oculum. Gronov. 

rum nuchsque palmatis. Lim. S. N. p.441. Zooph. p. 76. n. 264. 

n. 5. Blennius vertice fuperciliisque ci- Ko fchar eddjin. Fo«it. Defcr. Anim. p. x. p. 23. 

liato , Kamju Kafla. Muf. Adolp. Fr. I. p. 68. Gattorugine Venetiis. Willughb. Ichth. p. 132. 

Blennius Gattorugine, B. pinnulis fupercilio- tab _ H 2 _ fi(T> 2# 

rum palmatis , fpinis dorfalibus XIII. Bava- . . 

- ii r> ■■ nv ™ a- «, «■* Gattorugine Venetas. Ray Synopf. Pifc. p. 72. 

rello. Brunn. Pifc. Mali, p. 27. n. 37. ° '/'■:. l ' 

Blennius pinnulis duabus ad oculos, pinna ani 

officulorum XXIII. Arted. gen. p. 26. n. 2. Gattorugine. Diel, des Anim. Tom. II. p. 247. 

Syn. p. 44. n. 2. Der Dickhals. Müll. L. S. IV. S. 103. tab. 5. 

Blennius capite crifhto, ex radio fimplici fig. 1. 

J_Jie zwey Fafern, welche man bey diefem Fifch zwifchen den Augen, und zwey 

andere, die man im Genick bey ihm wahrnimmt, find ein hinlänglicher Karakter Der Meer- 
für denfelben. In der Kiemenhaut zählet man fünf, in der BruftfloiTe- vierzehn, " 1 " c ^ 1, 
in der BauchflofTe zwey, in der AfterflofTe ein und zwanzig, in der Schwanzfloile 
zwölf, und in der RückenflofTe ein und dreißig Strahlen. 

Der Kopf ift klein, von beiden Seiten zufammengedrückt, und vorn abgeflutzt. 
Die Augen welche nahe am Scheitel flehen, find mit einer Nickhaut verfehen, 
flehen flark hervor, und haben einen fchwarzen Stern, der mit einem rechlichen 
Ringe umgeben ift. Die Nafenlöcher find dicht an den Augen befindlich ; die 
Kinnladen von gleicher Länge, und mit einer Reihe weifTer, dünner, fpitzer, 
fadenförmiger und biegfamer Zähne bewaffnet; fie flehen fehr dicht beifammen, 
und da fie einerley Höhe haben ; fo gleichen fie einem feinen Kamm. Die Mund- 

P l 



11 6 Der Meerklrfch. 

Öffnung ift im Verhältnifs des kleinen Kopfes grofs; die Zunge kurz und der Gaumen, 
glatt. Die Backen find dick, der Kiemendeckel beftehet aus einem einzigen Blättchen, 
die Kiemenöffnung fcheint weit zu feyn,fie ift aber eng, da fie und die Kiemenhaut 
oberhalb durch eine Haut verdeckt wird. Die erwähnten Fafern find breit, vielzweigigt, 
und befonders die im Genick wie das Geweih vom Tannenhirfch gebildet. Auch die 
Anzahl derFafern ift bey diefemFifche nicht in allen Gegenden gleich: denn Co hatte 
derjenige den Forskaöl befchreibt, zwifchen den Augen drey, und vor denen im 
Genick noch zwey warzenartige, die fich in zwey Spitzen theilten. Der Rumpf ift 
von den Seiten zufammengedrückt, mit unbeftimmten braunen Streifen und dunk- 
leren Flecken , die mit helleren abwechfeln, geziert; durch das Suchglas betrachtet, 
erfcheinen nach der Länge laufende fchwarze oft ununterbrochene Linien, ungleichen 
braune Flecke und Punkte, wodurch das marmorirte Anfehen des Fifches entftehet. 
Die Seitenlinie ift gerade und ohnweit dem Rücken befindlich. Der Bauch hat eine 
graue Farbe, ift kurz, und der After ohnweit dem Kopfe befindlich. Sämmtliche 
FlofTen haben eine gelbliche Farbe und einfache Strahlen; die RückenflofTe hat 
einen fchwarzen Fleck, jedoch nicht bey allen. Von ihren Strahlen find ohngefähr 
die erften fechszehn ftachelicht, und die übrigen weich, die letzten find die längften 
und reichen bis an die Schwanzfloffe; ohnweit derfelben ift der gedachte fchwarze 
Fleck fichtbar. Auch bey diefem Fifch ändern die Farben, wie Willughby bemerkt, 
fehr ab, denn man findet welche deren Flecke olivenfarbig und blau eingefafst find d). 

Diefer Fifch ift ein Bewohner des mittelländifchen und atlantifchen Meeres, 
denn Willughby fahe ihn in Venedig b), und Brünniche in Marfeille c); Gronov 
erhielt den feinigen vom Vorgebirge der guten Hoffnung d). Er erreicht die GröfTe 
von fechs bis acht Zoll", hat ein efsbares Fleifch und lebt von Krebs- und Fifchbrut. 

Die Bauchhöle ift kurz, die Leber beftehet aus zwey langen, fchmalen Lappen, 
die Gallenblafe und der Magen find klein, der Darmkanal hingegen dreimal fo lang, 



d) Ichth. p. 132, c) Pifc. MafT. p. 27. 

b) A. a, O. d) Zooph. p. 77. 



Der Meerhirfch. Hf 

als der ganze Fifch, ein Theil davon liegt in einer gefchlängelten Lage, der andere 
Theil liegt in einer geraden Richtung, und macht oben und unten eine Beugung, 
hinter demfelben liegen zwey länglichte fchmale Körper, die ich für Eierftöcke 
halte, denn als ich fie mit dem Suchglafe betrachtete, bemerkte ich, dafs fie aus 
kleinen runden Körperchen beftanden. 

In Venedig heifst diefer Fifch Gattorugine , in Arabien Kofchar eddjin, die 
Franzofen nennen ihn" Gattorugine, in Marfeille befonders wird er Bavarello genannt, 
die Deutfchen geben ihm die Namen Seehirjch und Dickhals und die Schweden 
Kamjukijß. 

Gronov's Frage: ob unter feiner zweiten Gattung die wir für den unfrigen 
halten, der zweite Schleimfifch des Artedi zu verftehcn fey a) \ läfst fich bejahen: 
da feine Befchreibung auf demjenigen Fifche genau pafst, den Artedi aus andern 
Schriftftellern anführt. Seine zweite Frage b) hingegen: ob unter LinnPs dritter 
und unter Klein s zweiter Gattung unfer Fifch zu verliehen fey? ift zu verneinen. 
Erftere ift es nicht, weil fich aus den angeführten Amoenitatibus ergiebt, dafs es 
Linnens Cornutus fey, und letztere nicht, da fie Klein mit einem Kamm auf dem 
Kopfe vorgeftellt hat. 

• Eben diefer Schriftfteller führt unrichtig den Scorpioides des Rondelet zu 
unferm Fifch an: denn da diefer Autor den vordem Theil der Rückenflofle hoch 
vorftellt, fo ift der vorhergehende darunter zu verftehen. Uebrigens ift Gronov zu 
entfchuldigen , wenn er die Fafern zwifchen den Augen für einfach ausgiebt, da er 
feine Befchreibung nach einem getrockneten Exemplar gemacht hat. 



a) Zooph, p. 76. n, 264. b) A. a. O. 



P 3 



118 Der Augenwimper. 



DER AUGENWIMPER. 

CLX tollte Tafel. 

Die Seitenlinie mit einem Bogen, eine Fafer am Auge. K. 6. .Br. 14. B. 1. A. 18. 
S. ia. R. 44. Bknnius linea laterali curva, pinnula adoculum. JB. vi. P. x IV. 
V. 11. A. xxr in. C. xii. D. xliv. 

Blennius fuperciliofus, B. pinnulis fupercilio- Zooph. p. 75. n. 258. Muf. II. p. 20. n. 172. 

rura palmatis, linea laterali curva. Lim. tab, 5. fig. 5. 

S. N. p. 441. n. 6. Blennius varius, capite fubacuto: oflieuhs ul- 
Blennius pinnulis ocularibusbreviffimis, palma- timis pinna «dorfalis mollibus. Stb. Thef. 

tis, linea laterali curva. Linn. Amoenit. Tom.I. III. p. 90. n. 3. tab. 30, fig. 3. 

p. 599. n. 59. Muf Adolph. Friedr. I. p. 69. Der Indianifche Gottorugina. Seeligm. Vögel 
Blennius ofiiculis tribus anterioribus pinns 8ter Th. tab. 72. 

-dorfalis,reliquisaculeatismajoribus. Gronov. Der Augenwimper. Müll L. S. IV. S. 104. 

"- - j_Jie mit einem Bogen verfehene Seitenlinie und die Fafer am Auge find Merkmale 

Der Augen- wodurch diefer Fifch fich von den übrigen Schleimfifchen unterfcheiden läfst. In der 

■wimper. Kiemenhaut zähle ich fechs, in der BruftflofTe vierzehn, in der BauchflofTe zwey, in 

der AfterflofTe acht und zwanzig., in der Seh wanzfiofTe zwölf , und in der Rücken- 

flofTe vier und vierzig Strahlen. 

Der Körper iil geftreckt, dick und auf den Seiten etwas zufammengedrückt. 
Der Kopf ift klein, dick, fchuppenlos, vor den Augen ein wenig breit, und nach der 
Oberlippe zu, abfehüffig. Die Augen, welche auf den Seiten liegen, find grofs, 
rund, und mit einer Nickhaut verfehen; fie haben einen fchwarzen Stern, der in 
einem filberfarbigen Ringe flehet. Am obern Rande fitzt die gedachte Fafer, 
welche nur kurz ift und fich in drey • Zweigen endiget. Die Nafenlöcher find 



Der Augenwimper. 119 

doppelt, und ohnweit den Augen Achtbar. Die Mundöffnung ift weit, die Zunge 
kurz, und der Gaumen glatt. Die Kinnladen find von gleicher Länge, in der obern 
finde ich eine Reihe gröfTerer auseinanderftehender, und hinter derfelben viele Reihen 
kleinerer fpitzer Zähne. Die untere Kinnlade ift nicht fo ftark bewaffnet. Der Kie- 
mendeckel beftehet aus einem einzigen Blättchen , und wird von der Kiemenhaut 
umgeben, welche blofs liegt, von fechs krummen Strahlen unterftützt wird; die 
Kiemenöffnung ift fehr weit. Der Rumpf ift mit kleinen Schuppen bedeckt, der 
Rücken fcharf, der After weit und dem Munde näher als dem Schwänze. Die 
Strahlen in den fämmtlichen Floffen lind einfach, die in der Bruftflofle dick, die 
in der RückenflofTe bis auf die letzten fünfe ftachelicht ; die erfte RückenflofTe wird 
an der zweiten vermittelft einer Haut verbunden. Am Grunde der Bruftflofle 
bemerkt man nach dem Rücken zu, eine hervorftehende Haut,, die eine Falte 
bildet. Auf der gelblichten Grundfarbe fieht man fchöne rothe Flecke r womit auch 
die Rücken- und AfterflofTe gezieret find. "Wir treffen diefen Fifch in Indien an. 
Die erfte Nachricht davon finde ich im Seba a), nebft einer erträglichen Zeichnung; 
nachher hat ihn Gronov genauer befchrieben und eine belfere Abbildung geliefert b), 
aufTer dafs er die RückenflofTe als zwey vorgeftellt hat. "Wie ich aus den Ueber- 
bleibfeln der genoflenen Speifen in feinem Magen erfehe; fo lebt er von Krebsbrut, 
und wie fich aus den zarten in feinem Leibe bemerkten Jungen ergiebt ; fo gehöret 
er zu der geringen Anzahl lebendig gebährender Schuppenfifche. Seine eigentliche 
GröfTe getraue ich mir nicht zu beftimmen; derjenige, den ich befitze, ift etwas 
größer, als die hier mitgetheilte Zeichnung, wahrfcheinlich hat er ein geniefsbares 
Fleifch. Er läfst fich durch einen an die Angel gefleckten Wurm, oder Stückchen 
Krebs fangen. 

Die Leber ift ungemein klein, und liegt, wenn man den Fifch dergeftalt vor 
fich legt, dafs er mit dem Bauch nach oberwärts, mit dem Schwänze nach unferm 

a) Thef. III, p. 90. tab, 30. fig. 3. b~) Muf. II. p. 17a. tab. 5. fig. 5. 



Iio Der Augenwimper. 

Körper zu gerichtet ift, auf der linken Seite. Die Gallenblafe ift im Verhältnifs der 
Leber grofs, der Darmkanal dickhäutig, weit, und mit zwey Beugungen verfehen. 
Der Maridarm ift weiter als der übrige Kanal. Hinter diefem nahm ich zwey dünn- 
häutige durchfichtige Säcke wahr, die oberwärts in eine Spitze zufammen liefen und 
unterwärts fich in eine gemeinfehaftliche Oefnung neben dem After endigten. Als 
ich diefe Blafen öffnete, fand ich eine große Menge ganz zarter Fifche, an 
denen doch alle Theile kenntlich waren , befonders die Augen ; die mehreften 
hatten die Gröffe, wie üe auf unferer Tafel vorgeftellt find; einer von diefen 
Fifchen war einen halben Zoll lang, an dem der filberfarbige Ring der Alicen 
deutlich zu erkennen war. Die Nieren waren klein, und endigten in eine kleine 
Harnblafe die hinter dem After ausging ; feine Schwimmblafe habe ich nicht 
bemerken können. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch den Augenwimper, und die Franzofen 
Percepierre de Vlnde. 



XLVtes 



Von den Hochrücken, j^i 



XLVftes GESCHLECHT. 

H C H R Ü C K E N. 

K il r t u s. 



Erster Abschnitt. 

Von den Hochriicken überhaupt. 
Der Rücken erhaben. Fifces dorfo elevato. 

JL/er erhabene Rücken giebt ein Merkmal für 'die Fifche diefes Gefchlechts ab, 
welches vor der Hand nur eine einzige Gattung, die auf der iö<?ten Tafel vorgeftellt 
ift, in fich begreift. Diefen Fifch, der den Naturkündigern unbekannt geblieben 
ift, habe ich dem um die Naturgefchichte fich fo fehr verdient gemachten feeligen 
Konferenzrath Müller zu verdanken. Er fchrieb mir, dafs er ihn vom Herrn Doctor 
König aus Tranquebar erhalten habe. Da er in Abficht der Bildung von den übrio-en 
aus diefer Klaffe fo fehr abweicht , dafs ich ihn zu keinem Gefchlecht bringen 
konnte; fo fahe ich mich genöthiget ihm ein eigenes zu widmen: denn feine Kie- 
meneftnung ift nicht im Genick wie bey den Spinnenfifchen a), er hat keine Battfafer 
im Munde wie der Sternfeher b~), keine harte Stacheln in der RückenflofTe wie das 
Petermännchen c), feine Bauchfloffen laufen nicht in eine Spitze aus, wie bey den 
Schellfifchen d), noch find fie zweiftralicht wie bey den Schleimfifchen e). 

a) Callionymus L. d~) Gadus L. 

b) Uranofcopus L, e) Blennius L. 

c) Trachinus L. 



Noturg. ausl fifcke. ILTk, Q 



ii* Der Hochrücken. 



Zweiter Abschnitt. 

Von den Hochrücken in sb efo nd er e. 

DER H O C H R Ü C K E N. 
Kürtus Indicus. 

CLXIXte Tafel. 

K. a. Br. 13. B. 6. A. 3a. S. 18. R. 17. Br. 11. P. xiii. V. vi. 
A. xxxii. C. xviii. D. xvii. 

1. üo lange diefes Gefchlecht nur einen einzigen Fifch aufzuweifen hat, fo lange pafst 
.. r " der angegebene Karakter auf unferm Fifch. In der Kiemenhaut zählet man zwey, in 

der BruftflofTe dreizehn, in der Bauchfloffe fechs, in der AfterflofTe zwey und 
dreifTig, in der Schwanzfloffe achtzehn und in der RiickenfloiTe fiebenzehn Strahlen. 
Der Körper ift breit, kurz, dünn, und ftatt der Schuppen mit zarten Silber- 
blättchen bedeckt, diefe paffen dergeftalt an einander, dafs der Fifch wie mit einem. 
Silberblatt überzogen zu feyn fcheint. Er endiget fich fowohl am Bauche als am 
Rücken in eine Schneide. Der Kopf ift grofs, von beiden Seiten zufammengedrückt 
und läuft vorn in eine ftumpfe Spitze aus. Die Mundöffnung ift weit, beide Kinn- 
laden find mit vielen Reihen kleiner Zähne befetzt. Die Zunge ift kurz und knor- 
pelartig, der Gaumen glatt, die untere Kinnlade etwas länger als die obere, und 
hat eine gekrümmte Geilalt. Statt des Kiemendeckels ift diefer Fifch mit einer 
breiten Haut, die bis an die Bruftfloffe reicht, verfehen, unter welcher die Kiemen- 
haut, die nur zwey Strahlen hat, verborgen liegt. Die Kiemenöffnung ift fehr 
weit, die Nafenlöcher find einfach und rund, die Augen grofs, mit einem fchwarzen 
Stern in einem Ringe, der oben blau und unten weif; ift. Der Rücken, "der gleich 
über den Augen fich zu erheben anfängt, hat eine goldgelbe Farbe, auf welcher 



Der Hochrücken. 113 

Punkte von Orangefarbe flehen. Vor der Rückenfloffe nimmt man vier fchwarze 
Flecke wahr. Die Seiten und der Bauch find goldfarben; die Seitenlinie fängt nicht, 
wie bey andern Fifchen im Genick, fondern über der BruftfloiTe an, und läuft in 
gerader Richtung nach der Mitte der SchwanzflofTe. Der Bauch ift kurz, und der 
After ohnweit dem Kopfe befindlich. Von den Floflen find die an der Bruft und 
dem Bauche goldgelb und am Rande röthlich, die Rücken- After- und Schwanz- 
flofTe aber am Grunde bläulich, und nach dem Rande zu, gelb. Sämmtliche Strahlen 
find gabelförmig, nur der erfte Strahl in der Rücken- und BauchflofTe ift hart, und 
die beiden erften in der AfterflofTe find flachelicht, alle vier aber einfach. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner der oftindifchen GewäfTer, und lebt von Mufcheln 
und Krebsbrut, die ich in feinem Magen gefunden habe. Seine rafpelartige Kinn- 
laden find auch gefchickt, ihre Schalen zu zerknirfchen. Seine eigentliche Größe 
kann ich nicht beftimmen, derjenige davon die Zeichnung genommen ift, war mit 
Inbegriff der SchwanzflofTe zehn Zoll lang und etwas über vier Zoll breit. 

Den deutfchen Namen Hochrücken finde ich eben fo wie den franzöfifchen 
Namen Bojju feiner Bildung angemefTen. 



Q* 



124 Von den Bandfifchen. 



=^ 



XLVIftes GESCHLECHT. 

BANDFISCH. E. 

Erster Abschnitt. 

Von den B an dfi/'c h e n überhaupt. 
Der Körper bandförmig. Pifces corpore tcBniaformi. 

Cepola. Linn. S. N. Gen. 156. p. 145. La Flamme. Goüan, Hill, des PohT. Gen. IX. 

Tsnia. Arted. gen. p. 83- Syn. p. 115. p. 102. 127^ 

Enchelyopus. Klein MiiT. Pifc. IV. p. 36. Spitzfchwänze. Leske, Anfangsgr. I. Th, S. 369. 

n. 8 - II- : Müll. L. S. IV. S. 110. 



Lan erkennet die Fifche diefes Gefchlechts an ihrem langen, fchmalen, dünnen 
und bandförmigen Körper. 

Sie find fchuppenlos , und haben fo wenig Fleifch,, dafs fie halbdurchfichtig 
find ; fie verdienen daher mit Recht den Namen Bandfifche. Müller und einige 
neuere Naturkündiger nennen fie Spitzfchwänze, allein da auch die oben abgehan- 
delten Degenflfche gleichfalls mit fpitzauslaufenden Schwänzen verfehen find; Co 
halte ich die ihnen beigelegte Benennung anpafTender. Sie gehören zu den fleifch- 
frefTenden Thieren des mittelländifchen Meeres. 

Arifioteks gedenkt nur des Bandfifches a) , Bellon befchrieb darauf eine b) 
und Rondelet zwey v befondere Arten c) aus dem Mittelländifchen Meere. 

d) Tamia. H. A. üb. 2. c. 13. Cepola Tsnia L. c) Altera Tamia: fpecies. De Pifcib. P. I. 
V) Falx Venetornm. Aquat. p. 136. p. 327. Serpens rubefcens p. 410. 



Von den Bandßfchen. 1*5 

Aldrovand erwähnt zwar noch eines Bandfifches a) , allein beim Mangel einer 
Befchreibung, und aus der fchlechten Zeichnung, die er davon liefert, läfst fich 
nicht urtheilen, ob es eine neue oder eine von den vorhergehenden Arten fey. Vor 
dem Artedi wurden fie einzeln abgehandelt, er brachte felbige unter ein Gefchlecht, 
das er mit dem Namen Bandfifche belegte und dem er vier Gattungen gab b). 
Klein hingegen bringt diefe vier Arten unter -feine aalförmigen Fifche c). Linni 
führte in der zehnten Ausgabe feines Syftems nur den Riemfifch d) , und zwar als 
einen Schlangenfifch e) auf. In der zwölften aber beftimmt er ihm ebenfalls 
ein befonderes Gefchlecht unter der oben angeführten Benennung, und gefellete 
ihm den Bandfifch bey/). Im Renard finde ich zwey Fifche, welche zu diefem Ge- 
fchlechte gehören^); ich mufs aber von ihnen eben das Urtheil fällen, das ich 
vom Aldrovandfchen gefällt habe. 

Ob gleich diefes Gefchlecht nur wenige Gattungen enthält; fo treffen wir 
doch darin eine fehr groffe Verwirrung bey den Schriftßellern an, wie folches aus 
der Folge erhellen wird. 



a) Txnh falcata imperati & authoris. De <£) Cepola rubefcens. 
Pifcib. p. 371. , c) Ophidium. 

b) Syn. p. 114. n. I - 4. /) Cepola Tznia. 

cj Enchelyopus. g) Tom. II. pl. 40. fig. 176. pl. 45. fig. 189- 



Q3 



ii6 



Der Bandfifih. 



Zweiter Abschnitt. 

Von den B and'ßfchen ins b efo n d e r e. 



DER B A N'D FISCH. 

CLXXte Tafel. 

Der Kopf abgeftumpft. K. 6. Br. 15. B. 6. A. 60. S. 10. R. 66. Cepola 
capite. truncato. Br. vi. P. xv. V. Vi. A. lx. C. x. D. lxvi. 



Cepola Tsnia, C. pinna cauds attenuata, ca- 
pite obtufifTimo. Linn. S. N. p. 445. n. 1. 

Tsnia altera dich. Arted. Gen. p. 82. n. 1. 
Syn. p. H5.n. I. 

Enchelyopus, totus pallide rubens, in imo 
ventre albefcens ; ad latera tnagis compreC- 
fus quamanguillä, cauda tenuiffima; pinna 
dorfaüs ab accipite ad caudam continuata; 
cui ventralis opponitur ab ano decurrens. 
Klein Miff. Pifc. IV. p. 57. n. 10. 

Altera Taenis fpecies. Rondel. de Pifcib. P. I. 
p. 327. Seconde efpece de Tsnia. Hift. des 
Poiff. P. I. p. 262. 

Tsnia altera fpecies. Gesner. Aquat. p. 938. 
lcon. Animal. p. 404. Meerband. Thierb. S. 56. 



Tsnia altera fpecies Rondeletii. Aldrov. de 

Pifcib. p. 370. Myrus alter five ferpens 

rupeflris Rondeletii. p. 367. 
Tsnia altera Rondeletii. Jonft. de Pifcib. p. 22. 

tab. 6. fig. 2. Ruyfck Theatr. Anim. p. 12. 

tab. 6. fig. 2. 
Tsnia rubra, Cavagiro & Freggia. Willughb. 

Ichth. p. 117. 
Tsnia rubra, Cavagiro & Freggia. Ray. 

Synopf.p. 71.11. 10. 
L'autre efpece de Tsnia. Di6Hon. des Anim. 

Tom. II. p. 1S3. 
Ruban ou Tsnia marin. Romare Didionnaire 

d'Hift. nat. Tom. X. p. 118. 
Der Bandfifch. Müll L. S. IV. Th. S. 110. 



1. ~~ JVIan erkennet diefen Fifch an feinem ftumpfen Kopfe. In der Kiemenhaut zählet 
Der Band- mari f ec h S) in der BruftflofTe fünfzehn, in der BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe 
fechszig, in der SchwanzflofTe zehn, und in der RückenflofTe fechs und fechszig 
Strahlen. 

Der Kopf iit oberwärts etwas breit, die MundöfFnung weit und hat eine fchiefe 
Richtung, die von oben nach unten gehet. Von den Kinnladen flehet die untere 



Der Bandfifch. 117 

vor der obern hervor, diefe ift mit einer und jene mit einer doppelten Reihe fpitzer 
auseinander flehender Zähne verfehen. Die Zunge ifl: dünn, breit und rauh. Die 
Augen find grofs , riehen nahe am Scheitel, haben einen fchwarzen Stern, der von 
einem filberfarbenen mit blau vermifchten Ringe eingefchlofTen ift. Am vordem 
Rande eines jeden Auges ift eine runde OefFnung oder Nafenloch fichtbar. Die 
Kiemenöffhung ift weit, der Kiemendeckel beftehet aus einem einzigen Blättchen. 
Vor demfelben nimmt man auf jeder Seite fünf Pori, und nahe am Auge mehrere 
dergleichen wahr,'die wahrfcheinlich eben fo viel Oeffnungen von Schleimröhren find. 
Der Rumpf endigt fich oben und unten in einer Schneide. Die Seiten find fehr ftark 
zufammen gedrückt, und werden nach dem Schwänze zu fchmal. Diefer Fifch ift fo 
dünn, dafs die Wirbelknochen durchfeheinen und der Bauch ift dergeftalt kurz, dafs 
er kaum die Länge des Kopfes Übertrift. Die Seitenlinie hat eine gerade Richtung; 
der Kopf ift filberfarben , durch welchen eine rothe Farbe durchfeheint. Der 
Rücken ift grau, die Seiten und der Bauch find filberfarben. Auferfterem nimmt 
man mehrere rothe rundlichte Flecke wahr. Die FlofTen find roth, die lange Rücken- 
und AfterflofFe haben nur gabelförmige, die übrigen aber vielzweigigte Strahlen. 
Die Bruft- und BauchflofTen find ungemein klein, und die Schwanzflofle ift in 
der Mitte am längften. v 

Diefer Fifch der, wie gedacht, ein Bewohner des mittelländifchen Meeres ift, 
gehöret wegen feines wenigen Fleifches zu den gering gekhätzten Fifchen. Man 
bedient fich daher defTelben nur zum Köder an die Angel. Er gehört zu den fleifch- 
frefTenden Thieren und lebt vorzüglich von Mufcheln und Krebsbrut. Der meinige 
hat die Länge der Zeichnung. Nach der Verficherung des Rondekt findet man ihn 
in der GröfTe von zwey bis drey Ellen. Er hält fich gewöhnlich in fumprigen 
Stellen an den Ufern auf. Man fängt ihn mit der Angel die man mit einem 
Wurm oder einer Krebsfchale verfehen hat. 

Die Bauchhöle ift kurz und mit einer weiften glänzenden Haut ausgekleidet, 
der Magen ift klein, der Darmkanal, der am obern Ende defTelben anfängt, hat 
nur zwey Beugungen; die Leber ift fchmal und dünn, die Gallenblafe und die Milz 



lag Der Bandfifcfu 

konnte ich wegen ihrer Zartheit kaum bemerken. Ich habe weder eine Schwimm- 
blafe, noch Milch oder Rogen gefunden. Im Rückgrade zählte ich vier und fechs- 
zig Wirbelbeine. 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch Banififch , von den Franzofen Ruban 
und Tcenia marin , von den Genuefern Cavagiro und Freggia genannt. 

Nach dem Aldrovanä a), Willughby ■ b) und Rayc), foll unfer Fifch oder 
die zweite Gattung vom Bandfifch des Rondekt, mit feiner rothen Aalart d) nur 
eine, nach Artedi e) und Klein f) aber zwey Gattungen feyn, da ich den letzten 
nicht befitze; fo überlalTe ich demjenigen Naturkündiger die Entfcheidung, weicher 
Gelegenheit hat beide Fifche mit einander zu vergleichen. 

Willughby befchreibt einen rothen Bandfifch , den er zu Genua gefehen hat, 
und von dem er ungewifs ift, ob er mit dem zweiten Bandfifch des Rondelet, 
nämlich dem unfri gen, einerley fey g) ? Ich halte ihn dafür, da die Befchreibung 
des Willughbyfchen Fifches bis auf der rothen Farbe genau zu dem unfrigen pafst; 
dafs diefe aber nicht feiten, nach der Verfchiedenheit des WafTers, der Nahrung, 
des Alters und des Gefchlechts abändere, ift den Naturkündigern eine nicht 
unbekannte Sache. 



a) De Pifcib. p. 370. Syn. p. 115. 

b) Ichth. p. ir7. /) Miffi IV. p. 57. n. 10. 

c) Synopf. Pifcib. p. 71. g) Ichth. p. 118. 

d) Serpens rubefcens. P. I. p. 410. 



XLVIItes 



Von den Schildßfchen. j, 

&== — ^ ^^============^ — -^ 

XLVIItes GESCHLECHT. 

S C H I L D F I S C H E a). 



Erster Abschnitt. 

Von den S chil dfifchen überhaupt. 
Ein Schild auf dem Kopfe. Pifces capite clypeato. 

Echeneis. Linn. S. N. Gen. 157. p. 446. Le Retnora ou Sucet. Gouart. Hift. des P'oifT. 

Arted. Gen. n. p. 15. Syn. p. 28- Gen. 37. p. 107. 183. 

Gronov. Zooph. p. 75. Schildfifche. Leske. Anfangsgr. IterTh.S.360. 

Klein. Miff". Pifc. IV. p. 50/ Sauger. Müll L. S. IV. S. 113. 



as auf dem Kopfe befindliche Schild ift ein Merkmal für die Fifche diefes 
Gefchlechts. Es wird von mehreren in die Quere gehenden rauhen Linien gebildet 
und einer nach der Länge laufenden durchfchnitten. 

Wenn man diefe rauhe Linien mit einem Suchglafe betrachtet; fo nimmt man wahr 
dafs fie aus lauter Borften zufammengefetzt find; wenn der Fifch nun feinen Kopf 
gegen einen rauhen, oder mit feinen Löchern verfehenen Körper andrückt; fo treten 
die Borften in denfelben ein, und er bleibt dadurch an felbigem hängen. Hieraus läfst 
fich erklären, warum diefer Fifch fich vorzüglich an die Haye feftzufetzen pflegt. Es ift 
daher unrichtig, wenn viele glauben, dafs er fich an die gedachten Fifche und Schiffe 
deswegen anfauge , um fich daran zu fättigen. Noch ungegründeter ift es, wenn 
die altern Ichthyologen diefen Fifchen die Kraft, Schiffe feft halten zu können 



a) Mit diefem Gefchlecht fängt die Klaffe der Bruftflofier an, das Allgemeine davon ift i m 
2ten Bande der Fifche Deutfchlandes S. I. befindlich. 

Naturg. ausl, Fifche. IL Theil R 



I3P Von den Schildfifchen. 

beilegten. Die Anzahl der Linien ift von achtzehn bis vier und zwanzig. Der 
Kopf ift oben breit und endiget fich in eine Spitze; von den beiden mit kleinen 
Zähnen befetzten Kinnladen ift die unterfte die längfte. Die Mundöffnung ift weit, 
die Zunge breit, die Kiemenöfthung grofs, und die Kiemenhaut mit neun Strahlen 
verfehen. Der Körper ift geftreckt und dick. Die Seitenlinie läuft über den Körper' 
in der Mitte. Sämmtliche FlofTen find klein und fcheinen nicht hinreichend zu feyn 
den ziemlich dicken Körper hinlänglich bewegen zu können, daher ihm der Schöpfer 
das Schild am Kopfe verliehen, um lieh an andere bewegliche Körper anzuhängen 
und mit felbigen in feinem Elemente herum, zu fchwimmen. 

Diefe Fifche find Bewohner des mittelländifchen Meeres und des Oceans. Sie 
gehören zu den fTeifchfrefTenden Thieren und erreichen die GröfTe von zwey bis 
fieben Fufsi 

Den Griechen und Römern war der Anfaugera) als ein Bewohner des mittellän- 
difchen Meeres allein bekannt, wovon uns Okarius zwar die erfte aber nicht getreue 
Zeichnung gab b). Marcgraf lieferte die erfte Befchreibung vom SchifFshalterc), und 
begleitete felbige mit einer Zeichnung^. Obgleich beide Arten merklich von einan- 
der abweichen; fo hat fie doch der fonft genaue Beobachter IVillughby nur für eine 
Gattung angefehen e) und dadurch ift Artedi, der ihnen ein eignes Gefchlecht 
widmete, zu einem gleichen Fehler verleitet worden ; daher er denn auch in diefem 
Gefchlechte, nur eine Gattung auffuhrt : Klein, Gronov und Linne hingegen 
machen mit Recht zwey befondere Arten daraus. Da ich fie beide befitze; fo will 
ich fie hier befchreiben. 



ö) Echineis Remora L. d) Ichth. p. 149. 

h) Gottorf. Kunftlc. p. 42. tah. 25. fig. 2. e) Iter Brafil. p. l$o. 

t) Echineis Nsucratcs L. 



Der Schiffshaltcr. 



131 



DER SCHIFFSHALTER. 

CLXXIte Tafel. 

Der Schwanz rund. K. 9. Br. 10. B. 4. A. 35. S. 18. R. 40. Echeneis cauda 
rotundata. B. xi. P. xx, V. tv. A. xxxr. C. xvui. D. XL. 



Echeneis Neucrates, E. cauda integra, ftriis ca- 
pitis vigintiquatuor. Lina. S. N. p. 446. n. 2. 
Echeneis cauda rotundata, Gronov. Zooph. 

p. 75. n. 252. Echeneis ftriis capitis viginti 

duobus. Muf. I. p. 13. n. 34, 
Echeneis in extremo fubrotunda. Seb. Thef. 

III. p. 100. tab. 33. fig. 2. 
Echeneis. Klein. Miff. IV. p. 51. n. 2. 
Echeneis fufcus, pinnis pofterioribus albo 

marginatis, theSucking-Fish. Ä-ow«Jamaic. 

p. 443. 
Echeneis Neucrates, Chamel. Hafelq. Reife 

nach Paläft. p. 311 
Keide, Kami, Kerfch, Keda. Forsk. Defcript. 

Anim. p. xiv. n. 7. 
.Echeneis vel Remora. Aldrov. de Pifcib. p. 335. 

Remora Iraperati p. 336. 
Echeneis vel Remora. Jonft. de Pifcib. p. l6. 

tab. 4. fig. 3. Iperuquibap.208.tab.39.fig. 8. 



Lootsmannetje. Ruyfch. Theatr. Anim. p. 7. 
tab. 4. fig. 3. Iperuquiba p. 146. tab. 4. 

Iperuquiba & Piraquiba brafiiienfibus. Remora 
Imperati. Marcgr. Iter Brafil, p. 180. 

Remora Imperati, Iperuquiba & Piraquiba, 
Piexe Pogador, Piexe pioltho, Suyger, Su- 
cking-Fish. Ray Synopf. p. 7. n. 12. 

Remora Imperati. Willughb. Ichth. p. 119, 

tab. G. 8- fig. 2. 
Remora. Petiv. Gazoph. tab. 44. fi<* 1-3. 
Piraquiba, S'ucet. Pliimier. Manufcr. 

Prini Morit^ Manufcr. 

Styris- Fiskur. Olafs. Isl. Tom, II. S, 207. 
Remore ou Aree'te - neuf. Cours d'Hift. nat. 

Tom. V, p. 463. 
Der Schiffshalter. Müll. L. S. IV. S. 114. 

tab. 4. fig. 6. 



JLJurch. die abgerundete Schwanzfloffe läfst fich diefer Fifch von dem vorhergehen- = 

den unterfcheiden. In der Kiemenhaut zählet man neun, in der BruftfloiTe zwanzig, Der Schiffs- 
in der BauchflofTe vier, in der Afterrloffe fünf und dreißig, in der Schwanzflofle haIter « 
achtzehn, und in der RückenflofTe vierzig Strahlen. 

Der Körper ift geftreckt, der Kopf von mittlerer Größe, die MundöiFnung 
weit, von den Kinnladen endigt fich die untere in eine Spitze und ragt vor der 

R a 



13* Der Schiffshalter. 

obern weit hervor, beide find durch die kleinen Zähne wie eine Rafpel anzufühlen. 
Die Zunge ift dünn , fchmal, frey und rauh, auch der Gaumen ift mit vielen kleinen 
Zähnen befetzt, ohnweit der Oberlippe nahe am Schilde nimmt man die Gehör- und 
Geruchsöffnungen wahr. Die Augen find klein, haben einen fchwarzen Stern in 
einem goldgelben Ringe. Die Backen find fleifchigt und filberfarben. Der Kie- 
mendeckel beftehet aus einem Blättchen, die Kiemenhaut und die Kiemenöffnung 
find weit; die Haut ift fchuppenlos und voll von zarten Oeffnungen. Der 
Rücken und Schwanz find grün, die Seiten unter der Linie weifs, und der 
After ift beinahe in der Mitte des Körpers befindlich. Die Seitenlinie ift 
weifs und hat eine gerade Richtung , fämmtliche Flößen , nur die am 
Schwänze ausgenommen, haben einen gelben Grund und eine breite violette 
Einfafiung. Die Bruft- und Bauchfloflen find kurz, die Rücken- und Afterfloffe 
von der SchwanzfloiTe weit entfernt. 

Der Schiffshalter ift ein Bewohner fowohl der kalten als der heißen und 
gemäßigten Gegenden. Olaffen fahe ihn in Norwegen a), Ruyfch bey den mo- 
lukkifchen Infein b) , Hafdquifi in Alexandrien c) , Forskaöl in Conftantinopel, 
Smirna und Arabien d) , Marcgraf e) und Prini Moriti f) in Brafilien, Plümier 
bey den antillifchen Infein g) und Brown in Jamaika h). Marcgraf tagt zwar i) 
dafs unfer Fifch nur achtzehn Zoll lang würde, Hafdquifi hingegen k) giebt ihm 
die Länge von zwey bis drey Fufs, Prin\ Moriti aber merkt an /) dafs er eine 
Gröffe von fieben Fufs erreiche. Aus den Ueberbleibfeln, die ich in dem Magen 
diefes Fifches gefunden habe, ergiebt fich, dafs er von Mufcheln und Krebfen lebt. 



a) Isl. S. 207. g) Manufcr. 

b) Theatr. Anim. p. 13. A) Jamaic. p. 443. 

c) Reife nachPaläft. S. '371. ») A. a. O. 

d) Defcript Anim. p. XIV. k) — 

e) leer Brafil. p. igo. I) Manufcr, 

f) Manufcr. 



Der Schiffshalter. 133 

Er hat ein zähes mageres Fleifch, das nur von armen Leuten genofTen wird. Man 
erhält ihn gemeiniglich durch den Fang der Hayfifche. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch Schiffshalter , die Holländer Zuygerßfch, 
die Franzofen Sucet und Rernore, die Engländer Sucking - Fish, die Portugiefen Piexe 
Pogador und die Isländer Styris - Fiskur. In Conftantinopel, Smirna und Arabien 
heifst er Keide , Kami, Kerfch und Keda , in Alexandrien Chamel , in Brafilien 
Iperaauiha und Piraquiba, in Jamaika Sucking - Fish , und an den molukkifchen 
Infein Coupangvifch. 

Zinne a) und Gronov h) führen zwar den Remora des Catesby zu unferm Fifch 
an, da aber diefer Schriftft eller ausdrücklich fagt, dafs er mit einer gabelförmigen 
SchwanzflofTe und mit fechszehn Furchen verfehen fey c); fo ift es nicht diefer 
fondern der folgende Fifch. 

Dem Aldrovand haben wir die erfte wiewohl fchlechte Zeichnung unfers 
Fifches zu verdanken d) ; die Willughbyfche ift zwar etwas beffer, allein 
der Schwanz hat bey ihr unrichtig eine gabelförmige Bildung e); denn aus den 
vier und zwanzig Strahlen am Schilde erfleht man dafs er unfer und nicht der 
folgende Fifch feyn könne. 

Jonfion führt den unfrigen als zwey befondere Gattungen auf/): denny^ 
da er ihn beide mal mit einer runden SchwanzflofTe vorftellt; fo kann er auch 
keinen andern als den haben abbilden wollen, oder eine von den Zeichnungen 
müfste falfch feyn. 

Die Marcgraffche Zeichnung #•) würde erträglich feyn, wenn nicht die Bauch- 
flofTe zu weit hinten am Körper wäre angedeutet worden. 



a) S. N. p. 446 n. 2. e ) Ichth. tab. G. 9. fig. 2. 

b) Muf. I. p. 13. /) i) e p,f c ib. p . r 6. tab. 4. fig. 3. p. 2 o§. 

c) Carol. p. 26. tab 26. tab. 39. fig g. 

d) Aldrov. de Pifcib. p. 335. ^ i ter Brafil. p. !8o. 



»34 



Der Anfaugir. 



DER A N S A U G E R, 

CLXXIIte Tafel. 

Die SchwanzfiofTe halbmondförmig. K. 9. Br. 11. B. 4. A. 10. S. 10. R. 11. 
Eckeneis pinna caudali femilunata. Br. ix. P. xxu. V. IV. A. xx. 
C. xx. D. xxi. 



Echeneis Remora, E. cauda bifurca, ftriis ca- 
pitis o&odecim. Zinn. S. N. 446. n. 1. Eche- 
neis. Amoen. acad. I. p. 603. Stilifugare. 
Muf Reg. Adolp. Fr. I p. 75. 

Echeneis. Arted. Syn. p. 28- n. 1. Gen. p. I5'.n.r. 

-, cauda bifurca. Gronov. Zooph. p. 75. 

n. 25b. Echeneis ftriis capitis feptemdecim. 
Muf. I. p. 12. n. 33. 

Echeneis coerulefcens ore retufö ; a medietate 
corporis tam fuperius quam inferius pinna 
decrefcente ufque ad caudam furcatam. 
Klein Miff. Pifc. IV. p. 51. n. I. 

Echeneis Remora. Forsh Defcript. Anim. p. 19. 

Remora corpore tereti. Petiv. Gazophylat. 
tab. 44. fig. 12. 

h ixmU: Arift. H. A. hb. 2. c. 14. 

Echeneis. Plin. Nat. Hift. üb. 9. c. 15. 
lib. 32. c. I. 

Echeneis vel Remora. Gesner Aquat. p. 440. 

Remora. Olear. Gott. Kunftk. p. 42. tab. 25. 

Remora. Bellon Aquat. p. 440. 



Remora. Sloan. Jamaic. Tom. I. p. 8. 
Remoralmperati, Zuyger. Willughb. Append. 

p. 5. tab. 9. fig. 2. 
Zuyger. Nieuhof, Ind. Tom. II. p. 274. fig. 67. 
Remora, Schifffteller. Catesb. Carol. p. 26. 

tab. 26. 
Koeto, Laoet, Zee-Luys. Vnlent. Out und 

Nieuw Ind. III. fig. 32. p 357-n. 32. SchifF- 

kemmer, Kemmfifch. Muf Mufeor. p. 490. 
Koucouneuw. Renard, Hift. des PoifT. I. pl. 1. 

fig- 3- 
Coupangvifch, Ican Coupan. Ruyfch Theatr. 

Anim. p. 13 n. 13. tab. 7. fig. 13. 
Remora. Du Tertre, Antül. II. p. 209. 222. 
Styris-Fiskur. Müll. Prodr. n. 36 1. 
Remora. Rondel. Hift. des Poifl". P. I. p. 334, 

De Pifcib P. I. p 436. 
Sucet ou Remora. Defcript. des Arts & M£t. 

Tom XI. Seft.4. p. 70. pl. 1. fig. 5. 
Der Sauger. Osbeck. China S. 94. 
Müll. L. S. IV. S. 113, 



— JVlan erkennet diefen Fifch an feiner halbmondförmig gebildeten SchwanzfiofTe. 
2. 
Der Anfau- In der Kiemenhaut zählet man neun, in der BruftflofTe zwey und zwanzig, in der 

8 er * BauchflofTe vier, in der. After- und SchwanzflofTe zwanzig, und in der RückenfloiTe 

ein und zwanzig Strahlen. 



Der Anfauger. 135 

Der Körper ift geftreckt, mit Schleim überzogen und mit vielen fehr zarten; 
Vertiefungen verfehen. Der Kopf ift von mittlerer Größe und oben breit. Das 
Schild, welches eine knorpelichte EinfafTung hat, bedeckt den Kopf oben, erftreckt 
fich zum Theil über den Rücken und beftehet aus fechszehn bis neunzehn Vertiefun- 
gen , und eben fo viel erhöheten Linien, die Furchen werden durch eine in der Mitte 
derfelben, nach der Länge laufende erhöhete Linie in zwey Reihen getheilt. Die 
Mund Öffnung ift weit, von den beiden Kinnladen ftehet die untere vor der ober« 
hervor, und fie gleichen, wegen der vielen kleinen Zähne womit fie befetzt find, einer 
Rafpel. Die Zunge ift breit, dünn, frey, und eben fo wie der Gaumen von kleinen 
Zähnen rauh. Nahe an der Oberlippe fieht man zwey OefFnungen, davon die vordere 
röhrenförmig und die hintere oval ift. Die Augen find klein, haben einen fchwarzen 
Stern in einem filberfarbenen Ringe. Der Kiemendeckel befteht aus einem einzigen 
Blättchen; die KiemenöfFnung ift- fehr weit und die Kiemenhaut liegt frey an der 
untern Seite. Der Rücken ift rund, von fchwarzer Farbe, welche nach dem Bauche 
zu allmählig in eine weifTe übergehet; die Seitenlinie, welche kaum fichtbar ift, 
fängt am Genick an, macht am Ende der BruftflofTe eine Beugung nach der Mitte 
des Körpers, und läuft alsdann in gerader Richtung mitten in die SchwanzflofTe 
hinein. Der After liegt der SchwanzflofTe am nächften. Die Bruft- und Bauch- 
floffen find kurz, erftere , imgleichen die After- und SchwanzflofTe im Grunde 
grau und am Rande braun; fämmtliche Strahlen find weich, vielzweigigt, und wer- 
den von einer dicken Haut umgeben. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner fowohl des mittelländifchen als des großen 
"Weltmeers. Osbeck fahe ihn bey den kanarifchen a) , Renard bey den moiukki- 
fchen Infein b) , Catesby traf ihn um Carolina c) und Sloan um Jamaika d). Er 
hat ein mageres Fleifch, und da man fich feiner wegen feines Aufenthalts, in der 
hohen See nur feiten bemächtiget; fo wird er nicht gegeffen, fondern für die Natu- 



ä) China S. 94. c) Carolina p. 25. tab. 26. 

b) Hirt, des Pohl", Tom. I. pl. 51. fig. 3. d) Jamaic. Tom. I, p. 28« 



136 Der Anfauger. 

ralienfammlungen aufbewahret. Er folgt den Schiffen und läfst fich leicht durch die 
ausgeworfene Angel, wenn fie mit einem Stückchen Fleifch verfehen ift, fangen. 
Auch hängt er fich an die Schiffe an, befonders aber an die Hayfifche, an denen man 
-gewöhnlich mehrere Stücke zugleich findet; fo erzählet Catesby dafs er fünf andern- 
Körper eines Seehundes gefunden habe, die fo feil daran hiengen, dafs er fie nur 
mit Mühe davon losmachen konnte. Es ift merkwürdig, dafs diefe kleinen Fifche frey 
und unbeforgt um den Mund des Hayfifches herurafchwimmen können, ohne dafs 
diefer die geringfte Miene macht, fie zu verfchlingen a). Man findet ihn nicht 
leicht größer als in der Länge von einen bis ein und einem halben Fufs. 

Der Magen ift fehr lang und mit ftarken Falten verfehen. Die Leber, welche 
am Zwergfell feftfitzt, beftehet aus zwey Lappen, und hat dies Befondere, dafs fie 
nicht vorwärts fondern hinten am Rückgrade liegt. 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch Anfauger und Schifffieller, von den Fran- 
zofen Remore und Sucet genannt. In Indien heifst er Koeto, Layet, und die dafigen 
Holländer nennen ihn Zee-Luys, Coupangvifih, Schiffkemmer , Kemrnfifch, Koutou- 
muw und Zuygerfifch. 

Linne giebt zwar dem Schilde achtzehn Linien , und fieht diefe als einen 
Karakter an; allein ihre Anzahl ift nicht allezeit diefelbige: denn in der zehnten 
Ausgabe feines Syftems erwähnt er nur fiebenzehn und Sloan b) nur fechszehn, an den 
dreien die ich befitze finde ich bey zweien achtzehn und bey einem neunzehn Linien. 

Gronov giebt unferm Fifch kleine Schuppen c), allein ich habe felbige felbft mit 
dem Suchglafe nicht finden können. 

Obgleich Bellon und die folgenden Ichthyologen unfern Fifch befchrieben 
haben; fo hat doch Olearius d) zuerft eine Zeichnung davon geliefert, die aber 
deswegen ungetreu ift, weil er die Bauchrloffen unter die Kehle gefetzt hat. Auch 

diejeni- 



d) Catesby p. 26. . c) Zooph. p. 75. n. 256. 

b) Jamaic. Tom. I. p. 28. d) Gott.Kunflk. tab. 25. fig. 2. 



Der Schißshalter. 1*7 

diejenigen die uns Valentin d) , Ruyfchb), Renard c\ Nieuhoßd) und Willughby e) 
nachhero gegeben haben , find ebenfalls fchlecht. 

Da ich bemerke, dafs diefe beiden Fifche von den Schriftstellern bald verwech- 
felt, bald nur für eine Gattung gehalten werden; fo wird es nicht überflüflig feyn, 
wenn ich dasjenige, worin fie fich unterfcheiden, hier bemerke. 
i. Der Anfauger ift viel kürzer und dicker als der Schiffshalter. 
1. Diefer hat zwey bis vier und zwanzig Linien in feinem Schilde, jener nur 
fiebenzehn bis achtzehn. 

3. Der Anfauger hat eine mondförmige SchwanzflofTe, der Schiffshalter hingegen 

eine runde; bei diefem ift der Theil vom After bis an der SchwanzflofTe 
ungleich länger und fchmäler als bey jenem. 

4. Hat der Anfauger in der Rücken- und Afterflofle nur zwanzig, der Schiffshal- 

ter in jener vierzig und in diefer fechs und dreiffig Strahlen. 

5. Bey diefem hat die Seitenlinie eine gerade Richtung, bey jenem bildet fie an 
der BruftflofTe einen Bogen. 



ä) Out und Nieuw Ind. III. fig. 32. d~) Ind. II. fig. 6. 7. 

b) Theatr. Ariira. tab. 7. fig. 13. e ) Append. tab. 9. fig. 2. 

*•) Tom.I.pI. 1 fig. 3. 



Naturg. eusL Fifche. 11 Th. 



138 Von den Stutftöpfen. 

XLVIIIftes GESCHLECHT. 

STUTZ KÖPFE. 



Erster Abschnitt. 

Von den St ut ^köpfen überhaupt. 

Der Kopf ftark abfchüffig. Pifies capitt truncato. 

Coryphxna. Lina. S, N. Gen. 15^; p. 446. LeRafeoir. Goüaa Hift. des PoifT. Gen, 10;' 

Arted. Gen. 12. p. 14. Syn. p. 103. 129. 

p. 28- Dorade. Leske Anfangsgr. iterTh. S. 369. 

Hippuris. Klein. MUT. Pifc. V. p. 55, n. 1. Stutzköpfe. Müll. L. S. IV. Th. S. 116: 



"er fehr abfchüffige. Kopf dienet zum Kennzeichen für die Fifche diefes 
Gefchlechts. 

Sie haben einen ftarken an den Seiten zufammengedrückten Körper, einen 
großen und breiten Kopf und feftanfitzende Schuppen. Die MundöfFnung ift 
von mittlerer Gröffe; die Kinnladen find von gleicher Länge, und mit Zähnen 
bewaffnet, die Zunge ift kurz, der Gaumen weit, die Augen find rund und mit einer 
Nickhaut bedeckt. Der Rumpf ift mit fieben Floffen befetzt, davon die am Rücken 
fehr lang ilt. Sie gehören theils im mittelländifchen, theils im oft- und theils im weft- 
indifchen Meere zu Haufe. Die Griechen gedenken nur zweier Arten, des Gold- 
fifches a) und des geftreiften Stutzkopfs b). Plinius aber, auifer diefen beiden, 
auch des Scheermeffeis c), welche Rondelet nachhero befchrieb und Zeichnungen 

ß) Coryphaina Hippufis I. <r) Novacula pifcis, H. N. lib. 32. c. 2. Co- 

i>) Corypluena Poropilus L. ryphajna Novacula L. 



Von den St ut {köpfen. 139 

davon lieferte a). Die folgenden Ichthyologen thaten aufTer dem Salvian, der uns 
eine belfere Zeichnung vom Scheermefler gab b) , nichts hinzu. Darauf befchrieb 
Marcgraf den gefleckten Stutzkopf c) aus Brafilien, der Vice-Admiral Ancarkrona 
das Sechsauge aus China d), und Catesby den Papageififch e) und den blauen 
Stutzkopf f) von den bahamifchen Infein. Bishero wurden diefe Fifche einzeln 
abgehandelt. Artedi brachte fle unter der oben angeführten Benennung in ein 
Gefchlecht zufammen ; er führt jedoch nur die drey erften Arten auf Klein hin- 
gegen, der den Marcgraffchen mit aufnimmt., giebt diefem Gefchlechte, das er 
Hippurus nennt, vier Arten. In den neueren Zeiten hat uns Liane, der den Ge- 
fchlechtsnamen des Artedi beibehält, mit fechs neuen aus dem afiatifchen Meere 
bekannt gemacht, nämlich mit dem Spitzfchwanz g), der Rumpfnafe h) , dem 
grünen Stutzkopf i), dem HalbflofTer k) , dem Kiemendeckel /') und dem 
Schildträger m). 

Auch Garden vermehrte diefes Gefchlecht mit dem Hniirten Stutzkopf aus 
Carolina n) und Pallas mit dem Seegeltuchträger o) und dem bandirten Stutz- 
kopf p) aus dem oftindifchen Meere. Auch ich finde in den Handzeichnungen des 
Pater Plümier eine neue Gattung. Diefe machen zufammen ßebenzehn Arten aus, 
wovon ich vier befchreiben werde, weil ich nur fo viel befitze. 



a) DePifc. P. I. p. 146. 250. 255. K) Coryphaena fima. 

b) Aquat. p. 217. i) — virens. 

<0 Guaracapema Brafil. p. 160. C. Equi- k) • hemiptera. 

fetis L. /) branchioftega. 

d) Schwed. Abhandl. 2terB.S. 242. C.Pen- rn) clypeata. 

tada&yla L. n) lineata. S. N. App. p. 224. 

e) Pfittacus Bahamenfis , Carol. p. 29. 0) s— veliferaSpicil.Zool.Fafc.VIIJ. 

C. Pfittacus L. p. 19. 

f) Novacula coerulea. I. a. B. S. 18. p), — — fafciolata. I. a. B. p. 23. 

g) Coryphsna acuta. 



S % 



'4° Das. Sechsauge. 

Zweiter Abschnitt. 

Von den Stut^köpfen in sb efo n d er e. 



DAS SECHSAUGE. 

CLXXIIIte Tafel. 

Die Schwanzflofle gerade, ein und zwanzig Strahlen in der Rücken flofTe. K. 4. 
Br. 13. B. 6. A. 15. S. 11. R. ai. Coryphcena cauda cequali pinna dorß 
radiis vigintiuno. B. iv. P. xiii. V. Vi. A. xr. C. xu. D. xxi. 

Coryphama pentada&yla, C. maculis nigris Ind. Vifch. Tom. I. p. 23. Banda pl. 14. 

quinis verfus caput longitudinalibus. Lina. fig. 84. Ican Banda, Tom. II. pl. 2. fig. 6. 

S. N. p. 446. n. 3. Ican Potou Banda, pl. 23. fig. 112. 

Rievier Dolfyn. Vaknt. Out & Nieuw Ooft- Ican Banda. Ruyfch Theatr. Anim. p. 40. n.8. 

Ind. III. p. 435. fig. 292. Bandafche Caca- tab. 20. fig. 8. 

toeha p. 388. fig. 123- Ikan Bandan Jang Der Füntfingerfifch. Schwed. Abhandl. II B. 

Swangi of de Bandafche toover vish, p. 308. S. 242. tab. III. Blennius maculis quinque 

fig. 67. utrinque verfus caput nigris. S. 245. 

Oranjevifch met vier vlakken, het Ligehaam Füffingerfifch. Müll. L. S. IV. S. 119. tab. 5. 

met ruitwyze banden, Renard Natürl. Hift. fig, 2. 

~ LJie gerade Schwanzflofle und die ein und zwanzig Strahlen in der Rückenflofle 

Das Sechs- geben ein ficheres Merkmal für diefen Fifch ab. In der Kiemenhaut zählet man 
vier, in der BruftflofTe dreizehn , in der BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe fünf, 
zehn und in der Schwanzflofle zwölf Strahlen. 

Der Körper ift dünn, der Rücken und der Bauch endigen fich in eine ftumpfe 
Schneide. Der Kopf ift grofs; die Augen, welche nahe am Scheitel flehen, haben 
einen dunkelblauen Stern in einem gelben Ringe , und vor demfelben find die 
Gehör- und GeruchsölFnungen befindlich. Oberwärts ift der Kopf braun, und vor- 



Das Sechsauge. 141 

wärts fleht man an der fcharfen Kante deffelben einen dunkelblauen Streifen, der 
bis an die Oberlippe reicht. Die Mundöffnung ift von mittlerer GröfTe, jede Kinn- 
lade ift mit einer Reihe fpitzer und zwey ftarken hervorragenden Hundszähnen befetzt. 
Die Lippen find dünn, und die Backen mit kleinen Schuppen verfehen. Der Kie- 
mendeckel beftehet aus zwey großen Blättchen ; die Kiemenöffnung iil fehr weit, und 
die Kiemenhaut liegt gröfstentheils unter dem Kiemendeckel verborgen. Am 
Rumpfe fieht man groffe und ftarke Schuppen, und am Rücken, unweit dem Kopfe, 
imgleichen am Bauche, nimmt man fünf Flecke wahr; von jenen ift der- erfte rund, der 
zweite oval, beide haben einen fchwarzen Grund der von einer gelben Linie umgeben 
wird, die übrigen drey find länglicht und von blauer Farbe, die am Bauche find klein, 
rund und von gleicher Farbe. Der Rücken ift braun, die Seiten find weifs, der Bauch 
kurz und der After der Mundöffnung näher als derSchwanzflofTe. Die Seitenlinie läuft 
nahe am Rücken, und wird unweit dem Schwänze unterbrochen, in der RückenflofTe, 
welche gleich hinter den Augen ihren Anfang nimmt, find die erften neun Strahlen 
ftachelicht, die übrigen aber weich. Sie ift bläulicht, mit einer orangefarbenen 
gelben Einfaflung, die Schwanz- Bruft- und BauchflofTen find im Grunde orange, am 
Rande violet, und haben vielzweigigte Strahlen, an erfterer bemerkt man am Grunde 
zwey weifte Flecke. Die AfterflofTe hat eine bläulichte Farbe und einfache Strahlen. 
Diefen Fifch findet man fowohl in den chinefifchen FlüiTen als in denen auf den 
molukkifchen Infein. Denjenigen, wovon ich hier die Zeichnung liefere, habe ich 
dem feiigen Konferenzrath Fr. Müller, der ihn von einem Chinafahrer erhalten, 
zu verdanken. Auch Herr Ancarkrona befchreibt einen aus China a), und Renard 
führt ihn unter den molukkifchen Fifchen b) auf. Zufolge deffen Nachricht hat er 
ein fehr wohlfchmeckendes Fleifch, und kömmt dafelbft fo häufig zum Vorfchein, 
dafs er bey den dafigen Völkern die Stelle des Kabeljaues vertritt: denn da fie ihn 
nicht frifch aufzehren können; fo falzen fie ihn ein, trocknen ihn und treiben damit 



a) Schwed. Abhandl. Ilter Band S. 242. pl. 14. fig. 84. Tom. II. p!. 2. fig. 6. pl. 23. 

b") Naturl. Hift. Ind. Vifch. Tom. I. p. 23. fig. 112. 

S3 



141 Das Sechsauge. 

einen grofTen Handel a)~ Er gewähret ihnen den Vortheil den der Kabeljau 
verfchiedenen europäifchen Völkern bringt. Die Größe diefes Fifches kann ich 
nicht beftirnmen. Valentin fagt von dem den er befchrieben, dafs er einen Fufs 
lang wäre, gemeiniglich fett fey, und ein weifTes derbes, fehr wohlfchmeckendes 
Fleifch habe b). 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch Sechsauge und Fünffingerfifch und von 
den Franzofen Rafeoir bleu genannt. Bey den Indianern heifst er Banda, Ican 
Banda und Ican Potou Banda, und die dafigen Holländer nennen ihn Rievier Dolfyn. 

Linne irret wenn er den Fünffingerfifch des Willughby und Ray zu unferm Fifch 
anführet c), denn man darf nur die Willughbifche Zeichnung d) und die des An- 
carkrona e) mit einander vergleichen; fo wird der Unterfchied ganz deutlich in die 
Augen fallen; denn jener Fünffingerfifch ift eine Mackrelenart. 

Beym Valentin/) und Renard g) finde ich unfern Fifch unter drey verfchiedenen 
Benennungen aufgeführt, die fich in nichts als nur in Abficht der bunten Farben 
von einander unterfcheiden, und da diefe zufällig find; fo habe ich fie alle drey zu 
unferm Fifch angeführet. In diefen Zeichnungen find am Rücken nur vier, 
und am Bauche gar keine Flecke: ob der Zeichner die fehlenden ausgelafTen hat, 
oder ob die aus den indifchen GewäfTern weniger Flecke als die aus den chinefifchen 
haben, kann ich nicht entfcheiden. 



a) Natur. Hift. Ind. Vifch. Tom. II. pl. 2. c) Schwed. Abhandl. Ilter B. tab. 3. 

fig. 6. /) I. a. B. p. 435. P . 308.388. 

3) Out & Nieuv Oftind. Tom. III. p. 435. g) Hift. des PoÜT Tom. I. p. 23, Tom. II. 

c) S N. p. 447. n. 2. pl. 2. fig. 6. pl. 23. fig. 112* 
d~) Append. tab. 8- fig- % 



Der gefleckte Stut^kopf. 



H3 






DER GEFLECKTE STUTZKOPF. 

CLXXIVte Tafel. 

Fünf und zwanzig Strahlen in der AfterfloiTe. K. 7. Br. 1 6. B. 6. A. 15. S. 1 8. 
R. 48. Coryph&na pinnce ani radiis vigintiquinque. Br. Vil. P. XVI. V. Vi. 
A. xxv. C. xviii. D. xlviii. 



Coryphaena Hippuris, C. cauda bifida, radiis 
dorfaSibus LX;. Linn. S. N. p. 447. n. 2. 

Coryphaena cauda bifurca. Arted. Gen. p. 15. 
n. 1. Syn. p. 28. n. 1. 

Hippurus pirmis branchialibus deauratis, bre- 
vibus fed latis; in ventre longioribus, ni- 
gricantibus; ore tnediocri; in maxillis, pa- 
lato & lingua acute denticulatis; fquamis 
minutis, cauda furcata ; casterum glauci Co- 
lons. Klein Miff. Pifc. V. p. 55. n. I. & 2. 

iVirajo?. Anft. lib. 8- c. 15. 

«- Athen, lib. 7. 

Hippurus. Ovid. v. 95. 

__ PUn. Hb. 9. c. 16. lib. 32. c. II. 

__ 1_ Rondel. dfc Pifcib. P. I. p. 255. 

Lampugo, Hift. des PoifT. P. I. p. 204. 

Hippurus Rondeletii. Gesner Aquat. p. 423. 
Icon. Anim. p. 75 Fäderkopf, Thierb. S. 44. 

Hippurus Rondeletii, Rodenkopf Jonfl. de 
Pifcib. p. II. tab. I. fig. 9. 



Hippurus Rondeletii. Aldrov. de Pifcib. p. 306. 

Charlet. Onom. p. 124. 

Willughb. Ichth. p. 213. 

tab. O. I. fig. 5. Guaracapema Brafilienfi- 

bus, p.214. DelphinusBelgis tab. 0.2. fig. T. 
Hippurus Rondeletii. Ray. Synopf. p. 100. n. I. 

Guaracapema Brafilienfibus n. 2. 
Guaracapema. Marcgr. Brafil. p. 160. 

Pifo Ind. p. 48. 

Tliim. Manufcr. 

Dorado Focari. Valent. Out und Nieuw Ooft. 

Ind. p. 367. fig. 63. Grane Konings - Vifch, 

p. 382. fig. 105. ? 
LaDorade. Rochefort. H. des Antill. p. 171. 173. 
Dolphin. Kalms Reif. 2. Th. S. 145. 

Adanf. Reif, nach Senegal. S. 98. 279. 

. le Bruyn Voy. II. p. 325. 

Allgem. Reif. IV. S. 279. 

Der Goldfifch. Müü. L. S. IV. S. 116. tab. 5. 

fie. I. 



LJiefer Fifch feist fich von den übrigen diefes Gefchlechts durch die fünf und ~ 

zwanzig Strahlen in der AfterfloiTe unterfcheiden. In der Kiernenhaut zählet man Dergefleck- 
fieben, in der BruftflofTe fechszehn , in der BauchfloiTe Techs, in der Schwanzflofle ' ' 

achtzehn und in der RückenfloiTe acht und vierzig Strahlen. 



144 Der gefleckte Stut^kopf. 

Der Körper ift geftreckt und durchaus mit zarten Schuppen "bedeckt, der Kopf 
kurz, auf den Seiten zufammengedrückt, oben blau, an den Seiten grünlich, und 
nach unten zu filberfarben. Die Augen welche ohnweit dem Munde flehen , haben 
einen fchwarzen Stern, der von einer weiften Linie und einem orangefarbenen Ringe 
umgeben wird, vor denfelben nimmt man die Oefthungen, welche zum Geruch- 
und Gehörwerkzeuge dienen, wahr. Die Lippen find ftark, die Mundöfthung ift 
weit, die Kinnladen find von gleicher Länge und mit vier Reihen kleiner fpitzer, 
nach hinten zu gekrümmter Zähne bewafnet. Die Kiemenöflhung ift weit, und die 
Kiemenhaut liegt unter dem aus einem einzigen Blättchen beitehenden Kiemen- 
deckel verborgen. Der Rumpf ift an den Seiten zufammengedrückt; der Rücken 
rundlicht, über der Seitenlinie meergrün mit orangefarbigen Flecken befprengt, und 
unter derfelben filberfarbig, die Seitenlinie ift gelb, macht am Ende der Bruflfloflen 
eine Beugung, und läuft alsdann in gerader Richtung nach der Mitte der Schwanz- 
flofle. Die Strahlen in der langen Rückenflofle find gelb, und die Zwifchenhaut ift 
blau. Die Schwanz- Bruft- und BauchflofTen find am Grunde hellbraun, und übri- 
gens gelb, die AfterflofTe ift fchmal und gelb, und die Schwanzflofie hat eine 
grünliche Einfaflung. 

Diefer Fifch, welcher im WafTer einen vorzüglich fchönen Glanz von fich 
wirft, wird von den Schiffern dieferwegen der Goldfifch oder Dorado genannt, er 
verlieret jedoch vieles von feiner Schönheit, fobald er aus diefem Elemente kommt. 
Er hat ein fehr weichliches Leben, und ftirbt gleich aufTer demfelben ab; daher 
denn auch der lebhafte Glanz der Farbe verfchwindet. Er ift ein Bewohner fowohl 
des mittelländifchen als der warmen Gegenden des grofTen Weltmeeres. Diefer für 
das Auge fo angenehme Fifch hat zugleich ein fehr wohlfchmeckendes Fleifch; er 
erreicht die Gröfle von vier bis fünf Fufs, ift fehr gefräftig und verfolgt vorzüglich 
den fliegenden Hering, und da er zugleich fehr fchnell fchwimmt; fo fucht diefer 
ihm durch den kurzen Flug über das Wafter zu entgehen. Da indeflen diefe Fifche 
fich nur fo lange als ihre Flügel nafs find in der Luft erhalten können ; fo lauert jener 
mit aufgefperrtem Rachen, um fie, fobald fie fich wieder ins Wafter herab laften, 



zu 



Der gefleckte Stutikopf. 14.5 

211 verfchlingen. Auch verfolgen gewöhnlich mehrere gefleckte Stutzköpfe die 
Schiffe, um dasjenige was aus denfelben weggeworfen wird aufzufangen. Sie ver- 
fchlucken alles was ihnen vorkömmt. Der Pater Plämier fand fogar vier eiferne 
Nägel in dem Magen des Fifches den er zergliederte, die er auch in dem Manufcripte 
abgezeichnet hat, und wovon der gröfste fünf Zoll lang ift. Die Zeichnung die ich 
hier mittheile habe ich von diefem Reifenden entlehnt. 

Nach dem Arifloteles d) foll unfer Fifch fehr fchnell wachfen , und bey keinem 
einzigen der "Wachsthum fo merklich feyn, als bey diefem. Auch foll • er nach 
diefem Beobachter im Winter im Grunde bleiben. Man fängt ihn am häufigften im 
Herbft, als in der Laichzeit; er nähert fich alsdann den felfigten Ufern, um feine 
Eier abzufetzen, aufTer diefer Zeit hält er fleh in der hohen See auf und wird daher 
nur einzeln gefangen. Diefer Fifch hüpfet bisweilen in der Höhe einer Klafter 
perpendiculair in die Luft. Man genieffet ihn gewöhnlich aus dem SalzwafTer 
gekocht , mit zergangener Butter und Möfhich, oder mit Zitronenfaft und Peterfilie. 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch der gefleckte Stutikopf 'und Dolphin, von 
den Franzofen Dorade, von den Engländern Dolfin, von den Holländern Delfin, 
von den Spaniern Lampugo, von den Portugiefen Dorado und von den Indianern 
Dorado Focari, von den dafigen Holländern aber groene Koningsvifch genannt. 

Arted'Cs Frage : ob unter des Marcgraf Guaracapema unfer Fifch zu verliehen 
fey? ift mit ja zu beantworten, da Plämier den Marcgraffchen zu dem feinigen 
anführt. 



a) Lib. 8. c 15. 



Naturg, ausl, Fifche. IL TheiU 



146 Die Meerpfau. 

DIE MEER PFAU. 

Coryphasna Plümieri. 

CLXXVte Tafel. 

Fünf und fünfzig Strahlen in der Afterflofle. K. 4. Br. n. B. 6. A. 55. S. 16. 
R. 77. Coryphama radiis pinna ani quinquaginta quinque, Br. IV. P. XI. 
V. VI. A. LV. C. XVI. D. LXXVII. 

Araneus non aculeatus cauds fufcinulata vulgo vives. Plüm. Manufcr. 

: JL/ieferFifch unterfcheidet fich von den übrigen diefes Gefchlechts durch die fünf 
Die Meer- und fünfzig Strahlen in der Afterflofle. In der Kiemenhaut zählet man vier, in der 
p au * BruftflofTe eilf, in der Bauchfloffe fechs, in der SchwanzflofTe fechszehn und in der 

RückenflofTe fieben und fiebenzig Strahlen. 

Er ift geftreckt ; der Kopf länglicht, oben breit, fchuppenlos und braun, 
über den Augen gelb und an den Seiten filberfarben. Die Mundöffnung ift weit, die 
Kinnladen find von gleicher Länge und mit ftarken fpitzen Zähnen befetzt; die Ober- 
lippe ift ftark; die Augen haben einen fchwarzen Stern, der mit einer weiften Linie 
und einem rothen Ringe umgeben ift. Auf beiden Seiten derfelben nimmt man 
blaue Strahlen und die doppelten Nafenlöcher wahr. Der Kiemendeckel der fich in 
einen ftumpfen Winkel endiget, beftehet nur aus einem Blättchen, die Kiemenöffnung 
ift weit, die Kiemenhaut frey, liegt an der Seite und wird von ftarken krummen 
Strahlen unterftützt. Der Rumpf ift mit kleinen Schuppen bedeckt, der Rücken ift 
rund, braun und mit fehr fchönen blauen gefchlängelten fchmalen Flecken geziert. 
Die Seiten find gold- und der Bauch ift filberfarben, diefer Bauch ift kurz und 
der After ohnweit dem Kopfe. Die Bruft- und BauchflofTen find kurz, am Grunde 
gelb, am Rande grau und haben vielzweigige Strahlen. Die Rücken- und Afterflofle 
find lang, erftere ift violet und letztere blafsgelb, beide haben einfache Strahlen. Die 



Die Meerpfau. 174, 

SchwanzflofTe ift oben und unten gelb, in der Mitte röthlich und am Rande blau, 
ihre Strahlen find vielzweigigt, wovon die in der Mitte kurz und die an den Seiten 
fehr lang find. 

Diefer überaus fchöne Fifch verdient wegen feiner bunten Farben den ihm 
beigelegten Namen, er gehöret in den Gewäffern um den antillifchen Infein zu 
Haufe , er erreicht wahrfcheinlich eine anfehnliche Gröffe ; wenigftens ift die 
Zeichnung die ich in des Pater Plümier Handfchrift finde fiebenzehn Zoll. Zufolge 
der Nachricht diefes Schrifdtellers hat er ein fehr wohlfchmeckendes Fleifch. "Wie 
man aus dem bewafneten Munde fieht, ift er ein ftarker Räuber. 

Nach der Bemerkung des Plümier hält er ihn für eine Art von Petermänn- 
chen d) , daher er ihn auch mit der franzöfifchen Benennung Vives belegt hat. 
Allein ich finde fo wenig Aehnlichkeit unter den beiden Fifchen, dafs ich nicht 
weifs, wie Plümier hat darauf verfallen können. 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch die Meerpfau , von den Franzofen 
Paon de mer und von den Engländern Sea Pea-Cok genannt. 

a) Trachinus Draco L. 



T 1 



148 Der blaue Stutftopf. 



DER B LAUE STUTZKOPF. 

Coryphcena caerulea. 

CLXXVIte Tafel. 

Die Farbe des Fifches blau. K. 4. Br. 14. B. 5. A. 11. S. 19. R. 19. Coryphcena. 

tota caerulea. Br.iv. P. xiv. V. v. A. xi. C. xix. D. xix 

Novacula coerulea, Blaufifch. Catesby Carolin, p. 18. tab. 18. 
Tsnia coerulea. Pläm. Manufcr. 

- JL/ie blaue Farbe womit diefer Fifch durchaus überzogen ift, dienet ihm zu einem 
^' fiebern Merkmale. In der Kiemenhaut zählet man vier, in der BruftfiofTe vierzehn, 
Stutzkopf, in der BauchflofTe fünf, in der AfterflofTe eilf, und in der Schwanz- und RückenfloiTe 
neunzehn Strahlen. 

Unter den Fifchen finden wir nur wenige, die nur eine Farbe haben und kein 
ganz blauer, ift mir aufTer dem unfrigen bekannt. 

Die dunkle Farbe des Rückens wird nach dem Bauche zu hell. Der Kopf ift 
grofs, oberwärts, ingleichen an den Backen und dem Kiemendeckel, mit Schuppen 
bedeckt. Die Mundöffnung ift weit, und eine jede Kinnlade mit einer Reihe 
ftarker in eine Spitze auslaufender Zähne befetzt. Die Augen find rund, grofs, 
haben einen fchwarzen Stern, der von einer weiften Linie und einem gelben Ringe 
umgeben wird; vor denfelben nimmt man zwey OefFnungen wahr, davon die vor- 
dere rund und die hintere oval ift: ohne Zweifel find diefe die Gehör- und Geruchs- 
öffnungen. Der Kiemendeckel beftehet aus einem einzigen Blättchen und die Kie- 
menöffnung ift fehr weit. Der Rumpf ift von beiden Seiten zufammengedrückt; 
der Rücken rundlicht und der Bauch fcharf; der After hat feine Lage in der Mitte 
des Körpers. Die Schuppen find am Rumpfe fehr grofs, und die Seitenlinie ift dem 
Rücken näher als dem Bauche; die Strahlen in der Bruft- Bauch- und Schwanz- 



Der blaue Stut$kopf. 149 

flöße find vielzweigig, die in der Rücken- und Afterflofle aber einfach. Die Bruft- 
floffe endiget fich in einer, und die Schwanzflofle in zwey langen Spitzen. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner der amerikanifchen Gewäfler. Catesby fand ihn 
bey den bahamifchen Infein und in den Meeren zwifchen den Wendezirkeln, und 
der Pater Plütnier bey den antillifchen Infein. Aus des letztern Handfchrift habe 
ich die hier mitgetheilte Zeichnung entlehnt. Diefer beftimmt nicht, wie grofs er 
verde, jener hingegen fagt, dafs er noch einmal fo grofs als die Zeichnung wird 
die er von ihm mittheile. Ob er ein efsbares Fleifch habe, ob er fich ftark ver- 
mehre, zu welcher Zeit er laiche, und wovon er lebe, oder aufweiche Art man fich 
am kichteften feiner bemächtigen könne , davon erwähnen fie beide nicht das 
mindeite. Aus dem ftark bewafneten Mund läfst fich mit Gewifsheit behaupten, 
dafs er zu den Raubfifchen gehöre. 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch der blaue Stut^kopf, von den Franzofen 
Rafeoir bleu und von den Engländern Bleu- Fish genannt. 

Obgleich die Handfchrift des Pater Plümier älter ift, als das Catesbyfche 
Werk; fo gebührt doch diefem die Ehre der Entdeckung diefes Fifches, da er ihn 
öffentlich bekannt gemacht hat: auch hat er eine gute Zeichnung davon geliefert a). 
Er irret aber, wenn er glaubt, dafs fein Fifch die Novacula b) des WUlughby fey: 
denn man darf nur beide Zeichnungen mit einander vergleichen; fo wird man 
finden, dafs bey jenem die Rücken- und Afterflofle ungleich länger c) als bey dem 
unfrigenfind, auch ift die Schwanzflofle bey dem Willughbyfchen rund, bey dem 
unfrigen hingegen gabelförmig. 

*) Carolina tab. 18. c) Ichth. tab. O. 2. fig. 2. 

b) Coryphama Novacula L. 



15° Von den Langfchw'dnien. 



$F ====^^^= ^ 



XLIXtes GESCHLECHT. 

LANGSCHWÄNZE. 

M a c r o ur u. s. 



Erster Abschnitt. 

Von den La n gfc hw än^e n überhaupt. 
Der Schwanz lang. Pifces cauda attenuata. 

U'ie Fifche diefes Gefchlechts unterfcheiden fich von den übrigen diefer Klaffe 
durch den langen, in eine Spitze ausgehenden Schwanz. 

Vor der Hand hat diefes Gefchlecht nur einen einzigen Fifch aufzuweifen, der 
im nördlichen Weltmeer angetroffen wird. Er ift nicht nur den altern Ichthyolo- 
gen , fondern auch den neuern , als dem Artedi und Linne, unbekannt geblieben. 
Egede machte ihn zuerft im Jahr 1741. als eine Braffenart a) bekannt; darauf be- 
fchrieb ihn Ström unter dem Namen Berglachs b) und glaubte, dafs er im Lin- 
neifchen Syftem (ich noch am fchicklichften unter die Schleimfifche c) oder Stutz- 
köpfe d) bringen lieffe. Nach der Zeit befchrieb ihn auch Gunner unter obiger 
Benennung, und lieferte eine erträgliche Zeichnung e)\ er irret aber, wenn er 



ß) Fhking en Brasme. Natur. Hift. von d) Coryphins L. 
Grönl. S 50. e) Schrift, der Dronth. GefellC III. B. S. 43. 

b) Sundm. I. p. 267. . tab. 3. fig. I. 

c) Blennii L. 



Von den Langfchwänien. 151 

glaubt, dafs er zur Klaffe der Bauchfloffer gehöre a). Darauf finde ich ihn beim 
Friedrich Müller b) , unter den Stutzköpfen, beim Cranoc) und Otto Fabricius d), 
aber unter den Grönländifchen Benennungen Igminnifetund Ingmingöack befchrieben. 
So ungern ich auch von den Eintheilungen anderer abgehe, fo kann ich doch ohn- 
möglich ganz unfchickliche Dinge nachfchreiben. Man darf nur die Zeichnung an- 
fehen; fo wird es einem jeden fogleich in die Augen fallen, dafs unfer Fifch nicht zu 
den Stutzköpfen gehöre, und da ich auch kein Merkmal an ihm entdecken konnte, wo- 
durch ich ihn zu einem andern Gefchlechte aus der Klaffe der Bruftfioffer gefeilen 
könnte; fo fahe ich mich genöthiget, ihm ein eignes zu widmen. Sein langer Schwanz 
ift ein auffallender Karakter dazu: denn noch ift mir unter den Bruflfloffern kein 
Fifch, de* einen langen Schwanz hätte, vorgekommen. 



d) I. a. B. S. 47. c) Hift. von GrÖnl. S. 140. 

f) Prodr. p. 43. n. 363. d) Faun. Grönl. p. 164. n. in. 



15* Der Berglachs. 

Zweiter Abschnitt. 

Von den Lang fc hw einten insbefonderc. 



i. 



DER BERG LACHS. 

Macrourus rupeßris. 
CLXXVIIce Tafel. 

K. 6. Br. 19. B. 7. A. 148. R. 11. 114. Br. vi. P. xix. V. rn. 
A. CXLVI1I. D. XI. cxxiv. 

Coryphsna rupeftris, dorfo dipterygio, radio der Dronth. Gefellfch. III. B. S. 43. tab. 3. 

primo pinns dorfalis prims retro dentato, fig. 1. 

Berg -Lax. Müll. Prodr. p. 43. n. 363. Fisklig en Brasme. Egedc Natur. Hift. von 
Coryphama rupeftris, Ingmingoak. Otto Fabr. Grönl. S. 50. 

Faun. Grönl. p. 154. n. in. Ingminnifec. Cran{ Hift. von Grönl. S. 140; 

Coryphsnoides rupeftris, Berg- Lax. Schrift. Berglax. Ström. Sundm. I. p. 367. 

JLn der Kiemenhaut zählet manfechs, in der BruftflolTe neunzehn, in der Bauch- 
Der Berg- flofle rieben, in der AfterflofTe hundert und acht und vierzig, in der erften Rücken- 
flofTe eilf und in der zwoten hundert und vier und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift grofs, oberwärts breit und endiget fich in eine ftumpfe Spitze. 
Die Mundöfnung ift weit, die obere Kinnlade mit fünf und die untere mit drey 
Reihen fpitzer Zähne befetzt. Die Zunge ift weifs, knorpelicht, dick, glatt und 
kurz, der Gaumen ift glatt, der Oberkiefer flehet vor dem untern hervor, und an 
diefem ift eine lange Bartfafer lichtbar. Dicht vor den Augen liehet man zwey 
runde und eben fo viel länglichte Löcher, diefe find wahrfcheinlich die Gehör- 
und jene die Nafen-Oefnungen. Die Augen find fehr grofs, rund, und haben einen 
fchwarzen Stern in einem filberfarbenen Ringe. Der Kiemendeckel beftehet aus 
einem einzigen Blättchen, das mit einer Haut umgeben ift. Die Kiemenöfnung ift 
weit, und die Kiemenhaut liegt frey, und wird durch fechs breite krumme Strahlen 

unterftiitzt. 



Der Berglachs. jjg 

unterftüzt. Der Rumpf ift mit grofTen harten Schuppen bedeckt. Merkwürdig ift 
die hervorragende harte und gezähnelte Linie, womit eine jede Schuppe verfehen 
ift. Es bilden felbige eben fo viele nach der Länge laufenden Linien, als Reihen 
von Schuppen vorhanden find, und da fie ihre Spitzen nach hintenzu gerichtet 
haben-, fo machen fie den Fifch rauh. Auf den Schuppen am Kopfe finde ich zwey, 
drey bis vier dergleichen Linien, die ungleich ftärkere Spitzen haben, als die am 
Rumpfe. Der Bauch ift kurz und breit, der After dem Kopfe ziemlich nahe, und 
die Seitenlinie dem Rücken näher, als dem Bauche; an diefem bemerkt man eine 
doppelte Reihe Spitzen. Der ganze Fifch ift filberfarben, nur der Rücken, welcher 
dünn ift, und die FlofTen, find grau; der erfte Strahl in der erften RückenflofTe ift 
ftark, lang und an dem vordem Rande gezähnelt. 

Diefer Fifch hält fich in der Tiefe verfchiedener Häfen von Grönland, vorziia- 
lieh in dem Hafen zu Tunnudliorbik, auf. Er erreicht eine anfehnliche Größe; der- 
jenige, davon die Zeichnung gemacht ift, ift drey Fufs lang, und feine ftärkfte 
Breite betrug fechs Zoll. Herr Otto Fabricius fand im May feine Eier noch fehr 
klein, und vermuthet daher mit Grunde, dafs er im Herbft oder Winter laiche. 
Man fängt ihn mit Grundfchnuren, und wenn er fich an die Angel feft flehet, fo 
bläft er fich auf, wodurch feine Augen ftark hervortreten und ihm ein fürchterliches 
Anfehn geben. Die Grönländer finden fein Fleifch fehr wohlfchmeckeno!. 

Da meinem Fifche die Eingeweide ausgenommen waren, fo kann ich von der 
Befchaffenheit derfelben weiter keine Nachricht ertheilen, nur bemerkte ich auf jeder 
Seite des Bauches dreizehn Ribben. 

Die Deutfchen nennen ihn Berglachs, die Norwegifchen Fifcher Berg -lax, die 
Franzofen PoiJJbn ä longue queue, und die Grönländer Ingmingoak, Fisklig en Brasme 
und Ingminnifet. 



Naturg, ausl Fifche. II. TL V 



*54 Die Nafengrundel. 



DIE NASENGRUNDE L. 
Gobius Pliimieri. 

CLXXVIIIte Tafel. Fig. 3. 
Der Oberkiefer hervorragend. K. 4. Br. 11. B. 6. A. 10. S. 14. R. 6. 11. 
Gobius maxilla fuperiore prominente. Br. IV. P. Xii. V. Vi. A. x. C. xiv. 
D* vi. xii.. 

Cephalus fluviatilis minor vulgo Sucet. Plüm. Manufcr. 

4 a) Uer vor dem Unterkiefer weit hervorragende Oberkiefer giebt ein Merkmal ab, 
mndlj afen " wodurch fich dierer Fifch von den übrigen Grundelarten unterscheidet. In der Kie- 
menhaut zählet man vier, in der BruftflofTe- zwölf, in der BauchflofTe fechs, in der 
Afterflofle zehn, in der SchwanzflofTe. vierzehn,., in der erften RückenflofTe fechs, 
und in der zwoten zwölf Strahlen., 

Der Körper ift fleifchigt und rund, der Kopf grofs, die Lippen Mark, die Mund- 
öffnung weit, und die beiden Kinnladen find mit kleinen fpitzen Zähnen befetzt 
und zwifchen der Mundfpitze und den Augen find die Nafenlöcher befindlich. Diefe 
haben einen fchwarzen Stern „ der in einem filberfarbenen Ringe flehet. Der Kopf 
ift oben braunroth, an den Backen gelb,, und am Kinne weifs; der Kiemendeckel 
beftehet aus einem Blättchen, die KiemenöfFnung ift weit, und die Kiemenhaut 
liegt zum Theil frey. Der Rumpf ift mit kleinen Schuppen bedeckt; der Rücken 
ift rund, und von braunrother Farbe, welche an den Seiten unter der Linie in eine 
gelbe über geht.. Der Bauch ift. weifs, und der After in der Mitte des Körpers 
befindlich, die Seitenlinie hat eine gerade Richtung, die Bruft- und SchwanzflofTen 
haben eine fchwärzliche EinfafTung und. vielzweigigte Strahlen; die Strahlen in der 
After- und RückenflofTe. find einfach, und fämmtliche. FlofTen gelb. 



d) Die drey vorhergehenden find im 2ten. Theil der Fifche Deutfchlands S. 2 — 10, und imi 
3^en:S,.l6&hefchrieben,. 



Die Nafengrundd. 155 

Diefer Fifch ift nach dem Pater Plümier ein Bewohner der FlüfTe und übrigen 
GewäfTer der antillifchen Infein, er vermehret fich ftark, hat ein fehr wohlfchme- 
ckendes und leicht zu verdauendes Fleifch. Diefes ift alles was ich von der Narurge- 
fchichte unfers Fifches in der Handfchrift des Naturkündigers, aus der ich die Zeich- 
nung mittheile, angemerkt finde. Ich habe ihm wegen der Aehnlichkeit feines Ober- 
kiefers mit der Nafe a) , die deutfche Benennung Nafengrundd beigelegt, die Fran- 
zofen in Amerika nennen ihn Sucet 

Der Pater Plümier fah unfern Fifch wegen feines grofTen Kopfs für einen Ce- 
phalus an; nach dem Linne'ifchen Syftem gehört er wegen feiner trichterförmig 
verwachfenen BauchflofTen zu den Grundein. Die franzöfifche Benennung Sucet 
hat er ihm vermuthlich deswegen beigelegt, weil er glaubte, diefer Fifch könne fich 
vermitteln: der trichterförmigen BauchflofTen an andere Körper anfaugen : allein die 
Unwahrfcheinlichkeit diefes Vorgebens habe ich bereits bey der Befchreibung der 
Grundelarten b) angeführt. 

d) Cyprinus Nafus L. £) Naturgefch. der Fifche Deutfchl. 2. Th, S. 2. 



V a 



*5 6 Der ofiindifchc Groppe. 



DER OSTINDISCHE GROPPE. Cottus Monopterygius. 

CLXXVIIIte Tafel. Fig. i. 2. 

Eine Hofle am Rücken. K. ö. Br. y. B. *. A. .5. S. 6. R. 5, Cotos /no«y/e- 
rygius. Br. vi. P. iv. V. iL A. v. C. vi. D. v. 



~~^ ) tiefer Fifch unterfcheidet fleh von den übrigen Groppenarten durch feine einzige 
Der oftindi- RückenflofTe. In der Kiemenhaut zählet man fechs, in der Bruftfiofle neun, in der 
fcheGroppe.BauchfloiTe zwey, in der AfterflofTe fünf, in der Schwanzfloffe fechs und' in der 
RückenflofTe fünf Strahlen. 

Der Körper ift fchmal, lang und achteckigt, der Kopf vorn abgerundet. Die 
obere Kinnlade ragt vor der untern hervor, und ift oberwärts, wie der Steinpicker b\ 
mit zwey nach hinten zu gekrümmten Stacheln verfchen. Die Augen find länglicht 
und fehr grofs; fie flehen dicht am Scheitel und haben einen fchwarzen Stern in 
einem filberfarbnen Ringe: zwifchen diefem und der Mundfpitze nimmt man zwey 
fehr kleine Nafenlöcher wahr. Der Kiemendeckel beflehet aus einem Blättchen , die 
Kiemenöffnung. ift fehr weit, und die Kiemenhaut an der Kehle zu fehen. Der 
Rumpf ift vorwärts breit, oben bis am Schwänze vertieft, unten hervorftehend und 
aus lauter achteckigten Schildern zufam mengefetzt; ein jedes Schild beftehet wie- 
derum aus acht kleineren geftrahlten hornartigen eckigten Blättchen, aus deren Zu- 
fammenfiigung der Fifch die erwähnte achteckigte Geftalt erhält. Am Rücken nimmt 
man eine breite Furche wahr, welche zwifchen den Augen anfängt, und am Ende der 
RückenflofTe aufhört. Der Bauch ift kurz und der After ohnweit dem Kopfe befind- 
lich. Hinter dem After fleht man ebenfalls eine Furche, die bis zu dem Ende der 
AfterflofTe reicht; derjenige Theil des Rumpfes welcher der Schwanz genennt wird, 
ift fechseckigt. Die Grundfarbe des Fifches ift am Rücken braun, die Seiten find 
grau mit braunen Punkten befprengt. An den Seiten nimmt man Bänder von der 
nehmlichen Farbe, und am Bauche weifTe Flecke wahr. 

d) Das Allgemeine und die drey vorhergehenden Fifche find im 2ten Bande der Fifche 
Deutfchlandes S. 10 — 23. befchrieben. 
5) Cottus Cataphraclus L. 



Der Brummer. 157 

Die Bruftfloflen find lang und breit, die Bauchflofle fchmal, die gegeneinander 

überftehende Rücken und Afterflofle kurz, und die Schwanzflofle ^und. Sämmtliche 

FlofTen find grau, die Schwanz- und Bruftfloflen braun gefleckt, die Strahlen in den. 

BauchflofTen einfach, und die übrigen an den Spitzen getheilt. 

Diefen Fifch habe ich vom feiigen Do&or König aus TranqueBar erhalten. Er 

lebt von der Brut der Polypen und Krebfe , und da er wenig Fleifch hat; fo wird er 

nur zum Fang anderer Fifche gebraucht.. 



DER BRUMMER. 

CLXXIXte Tafel. 
Der Körper glatt, viele Bartfafern am Unterkiefer. K. 6. Br. 22. B. 4. A. i6~ 
S, 11. R. 3. ao. Conus glaber , mz.xilla inferiore multum cirrato. Br. Vi* 
P. xxii. V. ir. A. xvi. C. xi. D. 111. xx^ 

Gottus gruniens, C. gula ramentis villofa, Niqui Brafilienfibus. Marcgr. Braftl. p. 78. 

corpore nudo. Linn. S. N. p. 451. n. 3. Pietermann, Willughb. Ichth- 

Muf. Adolph. Friedr. IL p. 65. p. 289. tab. S. II. fig. I, Niqui, Gallus 

Gottus alopidotus, varius: maxilla inferiore, gruniens, Append. p. 3. tab. 4. fig. r. 

longiore multum- cirrgta. Gronov Muf. I. Niqui Brafilienfibus. Ray Synopf. p. 92. n. 7. 

p. 46. n. 106. Zooph. p. 79. n. 269. & Knorrehaen p. 150. n. 7. 

Gottus alepidotus, varius; maxiüa inferiore Knorhaan. Nieukojf. Ind. p. 27 1. fig. 3. 

longiore, cirrata. Seb. Thef. III. p. go. n. 4. Der Brummer. Müll. L. S. IV. S. 135. 

tab. 23. fig. 4. Pietermann. Neuer Schauplatz der Natur 

Coryftion capite crafTb ; ore ranae amplo, eden- VI. B. S. 601. 



t-ulo ; fcifiura oris perpendiculari. Kdein Der grunzende Cottusfifch. Onomat. Hill. 5- 

Mir! IV. P . 46. n. g. Nat. III. B. S. 448. Der Brum " 

mer. 

iJiefen Fifch erkennet man an 'den vielen Bartfafern die an dem Unterkiefer fitzen, 
und an feinem glacten Körper. In der Kiemenhaut zahlet man fechs, in der Bruil- 
fioffe zwey und zwanzig, in der BauchflofTe vier, in der AfterfiofTe fechszehn, in der 
ScbwanzflofTeeilf, in der erfrenRückenflofle drey und in der zweiten zwanzig Strahlen. 
Der Kopf ift grofs, breit, von oben nach unten, der Rumpf hingegen von den 
Seiten zufammengedrückt. Die Mundöffnung iß fehr weit, die Zunge breit und der. 

V 3 



158 Der Brummer. 

Gaumen glatt, von beiden Kinnladen ift die untere die Iängfte, die Lippen find 
ftark und mit zwey Reihen fpitzer auseinander flehender, und nach einwärts ge- 
krümmter Zähne verfehen, auffer diefen ift auch jede Kinnlade mit einer Reihe der- 
gleichen Zähne bewaffnet. Qhnweit der Oberlippe nimmt man zwey röhrenförmige 
Nafenlöcher, und dicht an den Augen zwey GehöröfFnungen wahr. Die Augen find 
klein, haben einen fchwarzen Stern in einem rochen Ringe, über demfelben fleht 
man drey Fafern. Der Kiemendeckel ift ein einziges Blättchen, auf dem man vier 
Stacheln flehet. Die KiemenöfFnung ift fehr weit, die Kiemenhaut liegt frey, 
und wird von fechs Strahlen unterftützt. Der Rücken und Kopf find braun, die 
Seiten weifs und braun marmorirt, der Bauch ift kurz, und der After liegt beinahe 
im Mittelpunkt des Körpers, die Bruft- und BauchflofTen find rothlicht und braun 
gefleckt, -die übrigen grau und mit ähnlichen Flecken verfehen. Von den einfachen 
Strahlen in der RiickenflofTe find die erften beiden ftark und ftachelicht, auch die 
in den BauchflofTen find einfach, die in den übrigen aber vielzweigigt. Bey ge- 
nauer Unterfuchung nimmt man über den Körper ganz feine Punkte wahr, welche 
ohnftreitig die Oeffnungen der Schleimröhren find, womit der Körper ftatt der 
Schuppen bedeckt ift. 

Wir treffen diefen Fifch fowohl in Oft- als Weftindien an, denn Nieuhoff fah 
ihn in Oftindien ä) und Marcgraf 'in Brafilien b). Seine eigentliche Größe kann ich 
nicht beftimmen, denn derjenige den ich befitze, ift nicht länger als die hier mitgetheilte 
Zeichnung. Aus dem großen und ftark bewafneten Mund fleht man, dafs unfer Fifch 
zu den fleifchfrefTenden Thieren gehöre; er läfst fleh daher leicht mit der Angel, 
wenn Fleifch oder ein Fifch daran geftochen ift, fangen. Beim AnfafTen giebt er 
einen grunzenden Ton von fleh, daher er auch mit den obenangeführten Namen 
belegt worden ift. Er hat ein weifTes, fettes und wohlfchmeckendes Fleifch, jedoch 
hält man die Leber für fo giftig, dafs der Genufs derfelben den Tod nach fleh 
ziehen foll c). 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch den Brummer, die Holländer Bietermann 
und Knorhaan , die Franzofen Grondin und die Brafilianer Niqui. 



ß ) Ind.p. 27 r. O Marcgr. A. a. O. 

b) Brafil. p. 78. 



Die Stachelünie. IJ9 

Den Marcgraf 'haben wir zwar die erfte Bekanntmachung diefes Fifches zu ver- 
danken, allein feine Zeichnung ift höchft fchlecht a), die Nieuhqfffche , die auch 
im TVillughby befindlich ift b), imgleichen ift die Sebaifche c) nicht viel befTer. 

Beim JVillughby kömmt unfer Fifch zweimal vor d)\ diefer Schriftfteller hält 
ihn für eine Art von Petermännchen. Beim Marcgraf 'finde ich unter dem Namen 
Pacamo e) einen Fifch befchrieben, welcher eine Abänderung von dem unfrigen 
zu feyn fcheint. 



DIE STACHELLINIE. 

CLXXXte Tafel. 

Die Seitenlinie ftachelicht. IL 6. Br. ig. B. 6. A. n. S. 16. R. 8- 12. &>""* 

tinca laterali aculeata. Br. Vi. P. xvm. V. Vi. A. xn. C. xvi. D. Viil xu. 



6. 

Cottus fcaber, C. capite ltriis corporisque, fqua- p. 45 t. n. 4. Muf. Apolph. Friedr. II. p. 66. D j e Stacne l- 

misferratis, linea laterali elevata, Linn.S. N. Der Gabler. Müll. L. S. IV. Th. S. 136. ünie. 

\j\e kleinen auf der Seitenlinie befindlichen und nach dem Schwänze zu gekrümmten 
Stacheln, geben ein ficheres Merkmal ab, woran diefer Fifch fich erkennen lafst. 
Da man an der Seitenlinie, wenn man mit der Hand vom Schwänze nach dem 
Kopfe zu fährt , fich flicht; fo hake ich meine Benennung für anpafTender, als die, 
welche Statins Müller fich in der Linneifchen Ueberfetzung bedient hat. In der 
Kiemenhaut finde ich fechs, in der BruftflofTe achtzehn, in der Bauchflofle fechs, 
in der AfterflofTe zwölf, in der SchwanzflofTe fechszehn, in der erften RückenflofTe 
acht und in der zweiten zwölf Strahlen. 

Der Kopf ift länglicht, von oben nach unten zufammengedrückt, und mit vier 
nach hinten zu gebogenen Stacheln verfehen. Der Unterkiefer ftehet vor dem obern 
hervor, und beide find von kleinen Zähnen rauh. Die Zunge ift breit und dünn; 
die Nafenlöcher find dicht an den Augen, diefe flehen nahe am Scheitel, find 



a) Brafil. p. 78'. 

b~) Ichth. Append. tab. 4. flg. 1. 

c) Thef. tab. 23. fig. 4. 



dj Ichth. p. 2S9. Append. p. . 3.. 
e) Brafil. p. 14S- 






itfo Die Stachellinie. 

länglicht, und haben einen fchwarzen Stern in einem filberfarbenen Ringe; die 
Seiten find mit kleinen rauhen Schuppen bedeckt. Die Mund- und Kiemenöffnung 
find weit, und die Kiemenhaut liegt unter dem Kiemendeckel verborgen. Der 
Rumpf iß: von beiden Seiten zufammengedrückt; der Rücken ift bläulicht • die 
Seiten und der Bauch filberfarben. Die Schuppen find klein, hart, gezähnelt und 
fitzen feß an der Haut. Die fechs röthliche Banden, welche den Fifch umgeben 
dienen ihm zur Zierde. Der Bauch iß von mittlerer Länge und der After heinahe 
am Mittelpunkt des Körpers befindlich. Die BrußflofTen find kurz und "breit, im 
Grunde gelb, und haben bunte an den "Enden getheilte Strahlen. Die Bauchrl-flen 
find lang, bläulicht, haben drey gelbe Banden und vielzweigigte Strahlen. Die 
erite RückenflofTe iß braunröthlicht, ihre Strahlen find einfach und ßachelicht, die 
übrigen Flößen bläulicht, ihre Strahlen bunt und am Ende getheilt. 

Diefer Fifch gehöret, zufolge der Nachricht des Naturalienhändlers von dem ich 
zwey Stück gekauft habe, in Oßindien zu Haufe. Welche Größe er erreiche kann 
ich nicht beßimmen. Die Zeichnung die ich mittheile iß nach dem grofTen, von 
den erwähnten zwey Fifchen gemacht. Wie fich aus den rafpelartigen Kinnladen 
ergiebt; fo lebt unfer Fifch von hartfchaligen Thieren, als von Mufcheln, Schne- 
cken, Krebfen und Hummern, und läfst fich daher ohne Zweifel am leichteßen 
durch Theile von diefen Thierarten fangen. 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch die Stachellinie und von den Franzofen 
Chabot rüde genannt. 

Linne hat diefen Fifch zuerft bekannt gemacht; er fand an feinem Exemplar den 
Kopf geftreift, welches ich an den meinigen nicht wahrnehmen [kann. Noch haben 
wir von diefem Fifch keine Zeichnung gehabt. 

Ende des ^weiten Theih, 



D. MARCUS ELIESER BLOCH'S, 

ausübenden Arztes zu Berlin: der Utrechter, Frankfurter, Göttinger, Harlemtner, Vlieffinger, Böhmifchen und Coppen- 

hagner Gefellfchaften der Wiflenfchaften; der Berliner, der RÖmifch-Kaiferlichen, derDanziger, Hallifchen und Zürcher 

Naturforfchenden Gefellfchaften; der St. Petersburger, Leipziger, Baierfchen und Zellifchen ökonomifchen 

Gefellfchaften; der Ackerbau- Gefellfchaft und des Mufee zu Paris, Mitglieds 

oder Correfpondenten, 

NATURGESCHICHTE 






DER AUSLÄNDISCHEN FISCHE. 

MIT SECHS UND DREISSIG AUSGEMALTEN KUPFERN NACH ORIGINALEN 

und einem Titelkupfer. 



DRITTER THEIL. 







BERLIN, i 7 8 7- 

Auf Koten des Verfallen, und in CommilTion in der Buchhandlung der Realfchule. 



FORTSETZUNG 



VERZEICHNISSES DER HERREN SUBSCRIBENTEN. 

Der Mecklenburgifche Erblandmarfchal von Hahn , des Königl. Dänifchen 

Dannenbergs- Ordens Ritter, zu Remplin in Mecklenburg. 
Der Kaufmann Herr Hokhuyfen in Amfterdam. 
Herr von Leitner zu Cafchau in Oberungarn. 
Herr von Textoris Kayferlich- Königlicher Oberwaldbürger zu Cafchan. 



^mm^^L. 



-SK^ 



VORREDE. 



JLJurch die Ueberlieferung diefes Bandes erfülle ich mein Verbre- 
chen , auch von den ausländifchen Fifchen drey Theile herauszu- 
geben; und follen diefe den Befchlufs des ganzen Werks ausmachen. 
Da ich nicht zu meiner Auslage komme, fo fehe ich mich genöthigt, 
um meiner Familie keinen zu grofsen Schaden zuzufügen, diefes 
Werk nicht weiter fortzufetzen, ob ich gleich im Stande bin, es mit 
eben fo vielen Theilen zu erweitern, als bereits erfchienen find: denn 
ich habe noch weit über hundert Zeichnungen, die mit den herr- 
lichften Farben prangen, vorräthig, und viele Fifche aus meiner 
Sammlung flehen noch unabgebildet. Viele von diefen Zeichnun- 
gen find aus den Handfchriften des Pater Plümler und des Prinzen 
Morit^ von NafTau- Singen. Erfterer hielt fich lange in den Antil- 
lifchen Infein auf, und letzterer war acht Jahre lang Gouverneur in 
Brafilien; beide haben die Fifche an Ort und Stelle getreu abge- 
bildet, und nach lebendigen Farben ausgemalt. Ich kann diefes 
wenigftens von denen behaupten, die ich mit den Originalen ver- 
gleichen konnte. Ich habe auch eine herrliche Sammlung von 
Oftindifchen Fifchen erhalten, die, weil fie in jenem Lande frifch 
zubereitet, und mit einem Lackfirnifs überzogen worden find, fowohl 
ihre natürliche Geitalt als Farben beibehalten haben. Auffer diefen 
haben mich der feelige D. König mit Fifchen aus Surate, der D. 



iv Vorrede. 

Martini und der Miflionair John mit welchen aus Tranquebar, und 
die Herren Spengler und Chemnitz zu Coppenhagen mit dergleichen 
aus Norwegen verfehen. 

Hierdurch bin ich nicht nur zum Befitz vieler neuer Gattungen, 
fondern auch zu folchen gekommen, die wegen ihrer Abweichung in 
keinem der bisher bekannten Gefchlechter gebracht werden können. 
Ich habe zwar bisher manchen mit fchönen Farben prangenden Fifch 
befchrieben; allein diefe kommen noch lange denen nicht bey, die 
ich noch befitze; da die heifTen Himmelsftriche beider Indien fehr 
viele LipphTche (Labrus) y SeebrafTen (Sparus) und Baarfche liefern, 
bey welchen Gefchlechtern ich aufzuhören mich genöthiget fehe. 
Aus dem kalten Norwegen habe ich fehr bunte Fifche, welche in 
die erwähnten Gefchlechter gehören, erhalten. Es ift merkwürdig, 
dafs die WafTerthiere aus letzterer Gegend fo bunt an hellen Farben 
find, da doch nach Büifon und andern mehr, die Vögel, Landthiere 
und Infekten nur aus erfterer Gegend diefe Eigenfchaft an fich 
haben. Es koftet mir nicht wenig Ueberwindung, die Fifche, die 
ich in der Abficht, fie bekannt zu machen^ mit fo vieler Mühe und 
Koften gefammlet habe, liegen zu laffen. Man follte zwar aus der 
ftarken Anzahl der Subfcribenten, die man den Fifchen Deutfch- 
lands vorgedruckt findet, glauben, dafs ich gewinnen müfste; allein 
da viele darunter find, die nicht bezahlt haben, und da der eigene 
Verlag, wegen der kleinen Verfendungen mit der Pofl fehr koftbar 
ift, und ich nicht fo wie die Buchhändler auf der Meffe mit meinen 
Herren Correfpondenten Abrechnung halten kann; fo kann ich auch 
nicht zu meiner Auslage kommen. Es find überhaupt in Deutfch- 
land fehr viele bemittelte, aber zu wenig reiche Leute, als dafs ein 



Vorrede. v 

Werk von diefer Art viel Abgang finden follte. Man vergleiche 
nur die Subfcribentenlifte von den Fifchen Deutschlands mit denen 
von den ausländifchen ; fo wird man finden, dafs letztere nicht halb 
fo zahlreich als erftere ift : würde ich nun aufs neue drey Theile 
ankündigen, fo mufs ich gewärtigen, dafs fie fich wiederum fehr 
vermindern werde. Sollten indefTen günftige Umftände eintreten, 
dafs entweder ein Grofser diefes Werk unterftützen, oder dafs fleh 
ein billiger Verleger finden follte; fo werde ich fehr gerne mit meinem 
feltenen Vorrath hervorrücken. 

Es wird meinen Lefern nicht unangenehm feyn, wenn ich hier 
einige litterarifche Nachrichten von dem Pater Plümier und dem 
Prinzen Morit^ mittheile. 

Der Pater Plümier, vom Orden der Minoriten, ward zu Mar- 
feille 1646 gebohren. Er ftudirte die Mathematik zu Touloufe, 
und ward nachher nach Rom gefendet, wo er fleh fo fehr auf diefe 
WifTenfchafc legte, dafs er beinahe den Verftand darüber verlor. 
Er verwechfelte darauf die Mathematik mit der Botanik, weil diefe 
Weniger Nachdenken erfordert. Er kehrte darauf nach der Provence 
zurück; und als Ludewig der XIV te von feiner Kenntnifs im letztern 
Fache unterrichtet ward , fchickte er ihn nach Amerika , um die- 
jenigen Pflanzen nach fein Vaterland zu bringen , welche in der 
Arzneiwiffenfchaft nützlich feyn könnten. Er hatte drey verfchiedene 
Reifen dahin gemacht, und brachte jedesmal viele neue Pflanzen 
mit. Der König belohnte ihn durch den Titel eines Königlichen 
Botanikers , gab ihm einen jährlichen Gehalt , und er wurde aus 
einem Klofter in Bretagne in ein Parifer Minoritenklofter verfetzt. 
Der erfte Leibarzt des Königs, Fajon, vermochte ihn, eine vierte 

a 3 



vi Vorrede. 

Reife nach Amerika zu unternehmen, um zu unterfuchen, woher es 
käme, dafs die Chinarinde im Anfange fich ungleich würkfamer, als 
in der Folge bezeige. Er ftarb aber auf diefe Reife 1706 (nach 
Haller 1704) im fechszigften Jahre feines Alters, in den Hafen 
St. Marie ohnweit Cadix, am Seitenftechen. An Schriften hat man 
von ihm: 1) Defcription des Plantes de VAmerique. Paris iSgj, 
in-fol. 108 planehes, 34 pages , wovon 50 zu den Farrenkräutern 
gehören. 2) Nova Plantar um Americarum gener a. Parißis 1703. /f.to. 
worin 106 neue Gefchlechter befchrieben, und ihre Kennzeichen 
feftgefetzt find. Unter diefen befinden fich viele medicinifche 
Pflanzen, deren Charakter vorher unbekannt war, als Vanilla, Säu- 
mnis , Dorßenia , Contrayerva, Perfea, Mancanilla Mufa. 3) Tratte' 
des fougeres de VAmerique, a Paris IJ05. 17 z pl. 146 pag. 4) L'art 
de Tourner , 1745. in-fol. %o pl. Er war der erfte, der ein vollstän- 
diges Werk über die Drechslerkunft fchrieb. 5 ) Plantarum america- 
narum fafciculus I- X, continens Plantas, quas olim Carolus Plumie- 
rusy Botanicorum princeps , detexit, eruitque, atque in Infulis Antillis 
ipfe depinxit. Has primum in lucem edidit, concinnis dejcriptionibus 
& obfervationibus , ceneisque tabulis illußravit Joannes Burmannus , 
JM. D. Sumptibus autoris, proßant Amßelodami in Horto medico 
atque apud Viduam & Filium Schonten. Lugd. Batav. 17$$- 60. pl. 
2,6z. p. 2,62,. Alle diefe Werke find von einem bekannten Werth 
und feiten. 6) Zwey Abhandlungen über die Cochenille, davon die 
eine im Journal des Savans 1694. n. 1$. und die andere in dem von 
Trevoux 1703, mois de Septembre, befindlich ift. Es zeigt der ge- 
lehrte VerfafTer ausführlich in einem Briefe an Richer, dafs die Coche- 
nille ein Thier fey, das in Tunae wächfet, und eine Art Coccus ift. 



Vorrede. vii 

Der berühmte Do&or Lißer fagt in feiner Reife nach Paris, 
wo er die Merkwürdigkeiten diefer Stadt befchreibt , vom Pater 
Plümier folgendes: "Von allen den Gelehrten, die ich befuchte, 
machte mir keiner mehr Vergnügen , als der Pater Plümier , den ich 
in feiner Zelle im Minoritenklofler gefunden. Ich habe bey ihm 
verfchiedene Bücher in folio mit Zeichnungen von Pflanzen, Vögeln, 
Fifchen und Infekten aus Weflindien angetroffen. Unter den Vögeln 
waren befonders drey Arten von Ohreulen, fchöne Habichte und 
Falken, von welchen einer kohlfchwarz war, ingleichem eine Schwal- 
benart fehr merkwürdig. Unter den Infekten fand ich eine Scolo- 
pendra anderthalb Fufs lang, und einen fehr grofsen Taufendfufs. 
Er theilte mir die Zeichnungen hiervon, nebft zwey Schnecken mit 
ihren Thieren , mit; von letzteren war die eine diejenige, welche die 
ächte Purpurfarbe von fich giebt, und die andere, welche Eier mit 
harten Schaalen legt, die an Gröfse und Farbe den von den Sperlin- 
gen gleich kommen. „ Diefe hat er in feiner Reifebefchreibung ein- 
gerückt , und die Originale davon finde ich in meinem Manufcripte. 
Der Pater Plümier, fährt er fort, verfichert mich, dafs feine 
Zeichnungen von Pflanzen noch zehn Bände ausmachen würden, 
die eben fo frark feyn werden, als dasjenige Werk, welches bereits 
erfchienen ift. AufTer diefen befitzt er noch zwey Bände von Thieren. 
Hiervon ift einer in meinen Händen, welcher aus 169 Folio -Blät- 
tern befteht. Er enthält 70 Folio -Blätter von Fifchen, die fo genau 
gezeichnet find, dafs man einen jeden nach dem Linneifchen Syftem 
charakterifiren, und die Anzahl der Strahlen angeben kann. AufTer 
diefen kommen noch darin vor, viele Krebfe, Seeäpfel, Seefterne, 
Seegewächfe , Waffer - und Landfchildkröten , Fröfche , Mufcheln 



viii Vorrede. 

und Schnecken mit ihren Bewohnern, Schlangen , Vipern, Eidech- 
fen; eine fehr genaue Zergliederung vom Crocodille, einer Schild- 
kröte und Schlange : unter diefen Thierarten befinden fich noch 
viele, die noch nicht befchrieben find. Ich habe diefen Band von 
einem Parifer, der in hiefigen Dienften war, erhalten. Vor mir hat 
der Pater Feuille in feiner Befchreibung zur Arzney dienlicher Pflanzen, 
eine Befchreibung der Schildkröte , und Gautier in feinem Journal 
de Phyßque verfchiedene Fifche, Eidechfen und Krebfe eingerückt. 

Ob der zweite Band auffer den Vögeln auch andere Thiere 
enthalte, kann ich nicht fagen. Zu wünfchen wäre es, dafs alles, 
was von diefem fehr fleifsigen Gelehrten gezeichnet worden ift, durch 
den Druck bekannt gemacht würde. 

Das zweite Manufcript, aus dem ich verfchiedene Zeichnungen 
entlehnt habe , befindet fich in der Manufcriptenfammlung der 
Königl. Bibliothek zu Berlin. Es find zwey Folio -Bände, welche 
höchft merkwürdige ausgemalte Zeichnungen von Südamerikanifchen 
Thieren enthalten, nebft hinzugefügten kurzen Befchreibungen. Sie 
find von der Hand des berühmten Prinzen und Helden Johann 
Morit? Grafen von Naflau- Singen , unter defTen tapfern Anführung 
die Weftindifche Gefellfchaft in den Vereinigten Niederlanden nach 
und nach in den Jahren 1637 und 1638 die reichile Hälfte von 
Brafilien eroberte a). Diefer Fürft war dafelbft bis zum Jahre 1644 
oberfter Befehlshaber, kehrte darauf nach Europa zurück, ward 

Gouver- 



a) Man fehe weitläufiger davon des Illußrißmi Comitis Johan. Mauriüi Najfovia: 
Cafpar Borlceus rerum per ociennium in Bra- &c. Comitis, Hißoria. Amfterdam bey Joh. 
fdia & alibi nuper geßarum, fub prcefeäura Blanu 1647. fol. mit Kupfern. 



Vorrede. ix 

Gouverneur von Wefel und des Johanniterordens Heerenmeifter zu 
Sonnenburg, und ftarb im Jahr 1679. Während feines achtjährigen 
Aufenthalts in Brafilien hat er diefe merkwürdigen Zeichnungen 
gemacht, wovon Marcgraf nachher einen Theil in Holzfchnitten 
geliefert hat a) : allein diefe Holzfchnicte find fo fehlerhaft , dafs 
man nicht allein einen höchft nachtheiligen Begrif von der Runfl: des 
Zeichners erhält, fondern auch dadurch wenig oder nichts zur Auf- 
klärung der Naturgefchichte gewinnen kann. Sieht man hingegen 
diefe Zeichnungen felbft an, fo muß man nicht nnr die gute und 
fefte Manier des Zeichners, fondern auch die forgfältige Genauigkeit 
bewundern : man fieht alsdann bey Vergleichung der angeführten 
Margraffchen Kupfer die auffallenden Fehler, welche hier begangen 
find. Man erkennt in diefen Zeichnungen alles ganz deutlich, und 
kann fich einen recht lebhaften und anfchauenden Begrif der Thiere 
machen. Und auf diefe Art gewinnet die Naturgefchichte ungemein, 
indem fie mit der deutlichen Kenntnifs diefer fo entfernten und noch 
fo wenig bekannten Gegenftände bereichert wird. Ein Band diefer 
fehätzbaren Handfchrift ift in klein Folio, in weiffem Penrament- 
bande, mit der Auffchrift auf dem Rücken: Celßs loh. Mauritii 
Najfov. Iconum Brafilicarum Tomas I. Er enthält 32 vierfüfsige 
Thiere , 87 Vögel, 9 Amphibien , 24 Fifche , 31 Infekten , einige 
Mufcheln und Seefterne, und einen Dintenfifch, zufammen 173 Blät- 
ter, auf deren jedem ein Thier, entweder ein Fifch, oder Vogel, oder 
vierfüfsigesThier, oder Amphibium, oder InfecT;, oder Wurm fehr 



a) Marcgravii hifloria rerum naturalium Maurlti Com. Najfovice. Luodun. Batavorum 
Brafiüa libri 0S0, und in Eiftoria naturalis apud Hackium & Elzevir. 1648. fol. 
Brafilice, aufpicio & beneficio Illuflrif. Ducis 

b 



x Vorrede. 

fauber und zierlich gezeichnet und zum Theil mit ungemein lebhaften 
und fchönen Farben ausgemalt ift. Ueber dem Thiere fteht mit 
lateinifchen Buchftaben der Brafilianifche Name deffelben, und dar- 
unter bey vielen eine kurze Befchreibung in deutfcher Sprache, 
von des Thieres Gröfse, Lebensart, Nutzen, u. f. w. Der zweite 
Band, gleichfalls in weiffem Pergament, ift etwas gröfseres Folio- 
Format und hat die Auffchrift: Joh. Mauritli Najfov. Roßar^eney. 
Item: Iconum Braßlicarum Tomus L Er enthält: 2 vierfüfsige Thiere, 
15 Vögel, 46 Amphibien, 45 Fifche, 46 Infekten , und verfchiedene 
Blätter mit Pflanzen. Die erfte Hälfte diefes Bandes nimmt das von 
einer andern Hand gefchriebene deutfche Manufcript von der Rofs- 
arzeneikunft ein; wozu noch die Abbildungen einiger Pflanzen ge- 
hören. Zwifchen Blatt 102 und 103 find aus Verfehen des Buchbin- 
ders zwey unpaginirte Blätter eingeheftet, worauf zwey Thiere von 
der aus dem vorigen Bande bekannten Hand gezeichnet find. Nach 
der Rofsarzneikunft folget dann, mit neuer Seitenzahl/ der andere 
Theil der Brafilianifchen Abbildungen. Es find wiederum, ohne die 
vielen dazwischen leer gelaufenen Blätter mitzuzählen, 114 Blätter 
worauf die gedachte Abbildungen von Thieren, auf die nehmliche 
Art, und von derfelben Hand , wie bey dem zuerfl befchriebenen 
Bande, befindlich find. 



INHALT. 



/ 



n 



l u 



V ort den. Drachenköpfen überhaupt, '. . ; . Seite 3 Tafel. 

Der kleinfchuppigte Drachenkopf. . . ♦ , — 5 — CLXXXI. 

Der grofsfchuppigte .... — 10 — CLXXXII. 

Der Zauberflfch — 15 — CLXXXUI. 

Der fliegende Drachenkopf. — 18 — CLXXXIV. 

Der Fühlhornträger. — 21 — CLXXXV. 

Die rauhe Scholle — 25 — CLXXXVI. 

Die bandirte Zunge . . — 27 — CLXXXVII. 

Die Doppellinie — 29 — CLXXXVIII. 

Der Rothbutt. • — 31 — CLXXXIX. 

Die grofsfchuppigte Scholle. ..... — 34 — CXC. 

Der langhaarige Spiegelfifch — 36 — CXCI. 

Der Meerhahn — 38 — CXCII. Fig. I. 

Der littige Spiegelfifch —41 — — 2 - 3- 

Der Pflugfchaar — 43 — CXCIII. Fig. 2. 

Von den Klippfifchen überhaupt, ..... — 46 

Der Plümierfche GoldhTch — 49 — — — !• 

Der Kayferfifch. — 51 — CXCIV. 

Der geftreifte Klippfifch . — 53 — CXCV. 

Der gefleckte ...... — 55 — CXCVI. 

Der fchwartze — 57 — CXCVII. 

Der Indifche Pfau — 60 — CXCVIII. Fig. J- 

Der Schwanzkopf. ■ — 62 — — 2. 

Der Schwartzfloffer — 65 — CXCIX. Fig. 1. 

Der IkeitfloiTer — 67 — — 2. 

Der grofsfchuppigte Klippfifch — 69 — CC. Fig. I. 

Der Seereiher — 72 — — — 2. 

Der einfleckigte Klippfifch — 75 — CCI. Fig. r. 

Der Bogenfifch. . , — 76 — — — 2. 



Inhalt. 

Der Schnabelfifch. ...:..... Seite 78 Tafel. 

Die Scheibe. .,....;.... — 81 — 

Der Perfer. — 8s — 

Der Argus — 86 — 

Der Schwärmer — 88 — 

Der bandirte Klippfifch. .....!. — 90 — 

Der Soldatenfifch — 92 — 

Der zweifarbige Klippfifch . . — 94 — 

Der Gabelfchwantz. ........ — 96 — 

Der eingefafste Klippfifch — 98 — 

Der Wundarzt . . . ; — 99 — 

Der rautenförmige Klippfifch — 100 — 

Der blaue Klippfifch. ........ — 102 — 

Der Plümierfche Klippfifch — 104 — 

Das Pfauenauge — 105 — 

Der Curacaofche Klippfifch — 106 — 

Der Schmidt. .:..;...•• —107 — 

Der Moritzifche Klippfifch. ...... — 109 — 

Der Bengalifche — HO — 

Die Haarfchuppe — III — 

Der achbandige Klippfifch. — 113 — 

Der Ring. — 114 — 

Die Halsbinde • • — "6 — 

Der Mulatte — JI 7 — 

Nachtrag %um Zitterrochen — H8 



CCH. Fig. 1. 

CCIII. 

CCIV. Fig. 1. 

CCV. Fig. 1. 

CCVI. — r. 

CCVII. 
CCVIII. 
CCIX. 

ccx. 

CCXI. Fig. I. 

CCXII. Fig. I. 

CCXIII. Fig. 1. 

CCXIV. 
CCXV. Fig. I. 

CCXVI. Fig. I. 

_ a. 



NATUR- 



NATURGESCHICHTE 

AUSLÄNDISCHER FISCHE. 



DRITTER T H E I L. 



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Lftes GESCHLECHT. 
DRACHENKÖPFE. 



Erster Abschnitt. 

Von den Drachenköpfen überhaupt. 
Viele Fafern am Kopfe, eineFlofle am Rücken. Pifces monopterygiij capite cirrofo. 

Scorpoena. Linn. S. N. Gen. IÖI. p. 451. Scorpene ou Racafie. Goüan Hift. des PoifT. 

Gafterofteus. p. 49T. n. 9. Gen. 17. p. 104. 143. 

Scorpoena. Arted. Gen. 33. p. 47. Zeus. Defcript. des arts & met. Tom. XL 
Perca. Gronov. Zooph. p. 87- n- 290. 291. Secl. V. p. 579. 

p. 88- "• 292 293 p. 89 n- 294. Drachenbaars, Drachenkopf. Leske. Anfansgr, 
Coryftion. Klein MUT. Pifc. IV. p. 47. n. 12.13. der Naturgefch. I. S. 37t. 

Pfeudopcerus. Miß*. V.p. 76. n. 1. 2. Meerfcorpione. Müll. L. S. IV. S. 139. 



Di 



"ie Fafern am Kopfe und die einzige RückenflofTe find Kennzeichen für die 
Fifche diefes Gefchlechts. Der Kopf ift flumpf, fchuppenlos, von den Seiten 
etwas zufammengedrückt, und mit Stacheln befetzt. Die Lippen lind ftark, und 
zum Hervorftofsen eingerichtet. Die Zunge ift kurz, ftumpf, und mit Warzen 
befetzt. Der Gaumen ift breit, die Augen find grofs, flehen nahe beifammen, 
und find mit einer Nickhaut verfehen. Die Nafenlöcher find doppelt, und die 
hinterften die weiteften. Der Kiehmendeckel beftehet aus einem einzigen 



4 Von den Drachenköpfen. 

Blättchen, und find mit Stacheln verfehen; die Kiehmenhaut ift dick, liegt 
unterwärts, und ift zur Hälfte unbedeckt. Der Rumpf ift dick, fieifchigt, und 
mit Schuppen belegt, wovon jedoch der Zauberfifch a) eine Ausnahme macht. 
Die RückenflofTe ift lang, und der vordere Theil derfelben mit harten, ftarken 
Strahlen verfehen. Die Bruftfloflen fitzen unterwärts, find breit, und haben 
nur einfache Strahlen. Die Afterflofle ift fchmal und lang; die Schwanzflofle 
grofs und rund. 

Diefe Fifche gehören zum Theil im atlantifchen und mittelländifchen Meere, 
und zum Theil in Oftindien zu Haufe. Einige davon werden zwey bis drey Fufs 
lang; fie haben ein geniefsbares Fleifch, und leben von andern Waflergefchöpfen. 

Den Griechen und Römern ift fowol der kleinfchuppigte b) , als grofsfchup- 
pigte c) Drachenkopf bekannt gewefen. Matthiolus lehrte uns einen vom 
Vorgebürge der guten Hoffnung d) kennen, welchen Gronov in der Folge zwar 
befchrieben e), aber keine Zeichnung davon geliefert hat. 

In den neueren Zeiten lehrte uns Seba den fliegenden/) Drachenkopf kennen. 
Valentin erwähnt des Zauberfifches g), von welchem uns Gronov in der Folge 
eine genaue Befchreibung geliefert hat h). Daraufmachte uns Gronov i), Pallas k) t 
Duhamel l) und Linck m) jeder mit einer neuen Art bekannt, welche zufammen 
neun Cattungen ausmachen. Auch ich werde einen neuen aus Indien befchreiben. 

<z) Scorpsna Horrida L. h) Zooph. p. 89. n. 292. n. 103. 

i) Porcus L. Muf I. p. 46. 

c ) Scrofa L. k ) Scorpsna didaclyla Spicil. Zool. Fafc. 

d) Diofcorides. Lib. 2. c. 12. p. 285- VII. p. 2Q. 

e) Zooph. p. 88- "• 293. Diable ou Crapaud de merd'Amerique, 

f) Cottus, Thef. 111. p. 79. n. I. Gafte- Defcripr. des am & me"t. Tom. XI. p. 577. 
rofteus volirans L. m) Verzeichnis der Linckifchen Natura- 

g~) Ican Scwangi Bezax. Nieuwh. Ind. lienfamml. Ltipz. 1783. 8. ü. 4°« n « J ?8- 
Vol. III. p. 399. 



Der klänfchuppigte Drachenkopf. 



Zweiter Abschnitt. , 

Von den Drachenköpfen insbej andere. 



DER KLEINSCHUPPIGTE DRACHENKOPF. 

CLXXXIte Tafel. 
Die Schuppen klein , der Unterkiefer ohne Fafern. K. 7. Br. 16. B. -§• A. •§. 
S. 18. R. -§!• Scorpoena fquamis parvis , maxilla inferiore imberbi. Br.Vil. 



P. XVI. 



V - 



A. p m C. xviii. 



D.™. 

ÄJ ' XXI' 



Scorpcena porcus, S. cirris ad oculos na- 
resque. Linn. S. N. p. 451. n. r. Zeus 
cirris fupra oculos & nares. Simpskrab- 
ban. Muf Reg. Adolph. Fr. I. p. 68- 

Scorpoena pinnulis ad oculos & nares. Arted. 
Gen p 47 n 1. Syn. p. 75. n. 1. 

Scorpoena pinnulis ad oculos & nares. 
Hajfelq. Reife nach Paläft. p. 377. sxof^v«. 

P- 379- 

Scorpoena corpore varie nebulofo, pundl:a- 
toque, cirris ad oculos narefque. Raf- 
quaflb. Brunn. Pifc. Maff p. 32. n. 44. 

Coryftion, fordide flavefcens, unica parum 
interrupta pinna dorfali ; caput crebris 
fpir.is horridum & rugofum; appendici- 
bus carens. Klein Miß" Pifc. IV. p. 47. n. 13. 

h £«£*»«. Arift. H A. hb. 2. c. 17. üb. 5. 
c 9 10. lib. 8- c. 13. 

s«fTio?. Athen, lib. 7. 

Scorpoena Bellon Aquat p. 148. 

— — — — — Jovius de Pifcib, c. 23. 



Scorpoena. Plin. N. H. lib. 33. c. 21. 
Willughb. Ichth. p. 331. tab. X. 13. 

fig. I. 

Ray Synopf. Pifc. p. 142. n. I. 

Rond. de Pifcib. P. I. p. 20 r. 

Scorpeno, Hift. des PoifT. P. I. p. 169. 
Scorpoena. Gesner Aquat. p. 845- 847. 

Scorpis minor, Icon. Anim. p. 86. Der 

kleine Meerfcorp, Thierb. S. 45. b. 
Scorpoena. Charlet. Onom. p. 142. n. 22. 
Scrofanello. Salv. Aquat. p. 201. Scorpoena, 

p. 202. 
Scorpius Rondeletii. Aldrov. de Pifcib. p. 201. 
— minor. Jonft. de Pifcib. p. 74. 

tab. 19. fig. 10. Scorpis & Scorpoena, 
,p. 75 rab. 18 fig. 12. 
Scorpina. Cetti. Sard. III. p. IT 7. 
I Cippulazza. Forsk. Defcript. Animal. 

p xviii. Scorpit balük, p. xiv. 
Ulk, Marulk, Vitkiaeft. Pontop, Norw, 2.Th. 

S. 301. 

A 3 



6 Der kkinfchuppigte Drachenkopf. 

Scorpioen.Varkentje. Index Muf. Schwencken. Diable ou crapaud de mer du CroifiC. 

p. 26 n. 71. Defcript. des am & met. Tom. XI. Se£L V. 

Scorpion de mer. Cours d'Hift. nat. Tom. V. p. 575. (J 29. pl 3. fig. 1. 

P- 357- 360. PI. I. fig. 2. Das Dornfchwein. Müll. L. S. IV. Th. S. 139. 

I- L/ie rauhe kleine Schuppen, womit der Rumpf befetzt ift, und der fafernlofe 

Der klein- 
fchuppiete Unterkiefer unterfcheiden dielen Fifch von den übrigen diefes Gefchlechts. In 

Drachen- der Kiehmenhaut zählet man fieben, in der BruftflofTe fechszehn, in der 

BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe acht, in der SchwanzflofTe achtzehn, und 

in der RückenflofTe ein und zwanzig Strahlen. Der Kopf ift grofs, die Mund- 

öfnung weit; die Kinnladen find mit mehreren Reihen kleiner fpitzer Zähne 

befetzt; der Gaumen ift rauh, und die Zunge kurz und glatt. Die vordem 

Nafenlöcher flehen zwifchen der Mundöfnung und den Augen in der Mitte, und 

die hintern find dicht an denfelben befindlich. Die Augen find grofs, flehen 

am Scheitel dicht beifammen, und haben einen hervorftehenden Rand, zwifchen 

welchen eine Furche gebildet wird. Der fchwarze Stern wird von einer 

goldfarbenen Linie und einem rothen Ringe umgeben. Sowohl am Backenknochen, 

als am Kiehmendeckel nimmt man viele Stacheln wahr. AufTer diefen bemerkt 

man dafelbft noch drey Fafern. Die Kiehmenöfnung ift weit, und dieKiehmen- 

haut wird von fieben krummen Strahlen unterftützt. Die Seitenlinie läuft ohnweit 

dem Rücken in grader Richtung ; der Bauch ift lang , und der After der 

SchwanzflofTe näher, als dem Kopfe. In der langen RückenflofTe nimmt man 

zwölf ftarke nach hintenzu gekrümmte Stacheln wahr. In der BauchflofTe ift 

ein, und in der AfterflofTe find drey Stacheln vorhanden. Die Strahlen in den 

BruftflofTen find zweiftrahlicht, die in den übrigen FlofTen vielzweigigt. Die 

Grundfarbe des Fifch.es ift braun; die Seiten find oberwärts fchwarz gefleckt und 

nach unten zu weifs; der Bauch und die HofTen find röthlich, nur die Bruftflofle 

ift grau und die RückenflofTe zur Hälfte braun; alle find, bis auf die am Bauche, 

mit braunen Flecken geziert.; die Strahlen in den BruftflofTen find gelb und 

fchwarz gefleckt. 



Der kkinfchuppigte Drachenkopf. 7 

Diefer Fifch ift ein Bewohner des mittelländifchen Meeres, und verfchie- 
dener Oerter des Oceans. Willughby fah ihn in Venedig, Genua und Rom a); 
Cetti in Sardinien/*); ForskaoL an der Infel Malta und zu Conitantinopel c) \ 
Hajelquiß zu Smirna d); Duhamel zu Croific in Bretagne, und zu Dieppe in der 
Normändie e ). Er hält fich an den Ufern des Meeres auf, und verbirgt fich 
hinter Seekräutern, um defto befTer die kleinen Fifche im Vorbeifchwimmen 
belauren zu können. In Ermangelung derfelben fucht er Krebfe auf, die auch 
JVillughby in feinem Magen fand /). Er wird nicht leicht über einen Fufs 
lang angetroffen. Von den zwey Stücken, die ich befitze, hat der gröfste die 
Länge der hier mitgetheilten Zeichnung. Er hat ein mageres und zähes Fleifch, 
daher er auch nur vom gemeinen Mann verfpeifet wird. Man fängt ihn fowol 
mit dem Netze, als auch mit der Angel, wenn ein Stück vom Krebfe daran 
befefliget ift. Er hält fich gemeiniglich in ganzen Schaaren beifammen, daher 
man auch viele auf einmal fängt. "Wenn er angegriffen wird, richtet er die 
RückenflofTe in die Höhe, und verwundet dadurch mit feinen Stacheln die 
Hand. Man mufs daher beim Angreifen deffelben die Rückenfloffe feil an den 
Körper drücken, und ihn dadurch zwingen, felbige nicht aufzurichten. 

Die Leber ift blafsgelb , die Gallenblafe weit, und der Magen dünnhäutig. 
Der Darmkanal hat zwey Beugungen; die Nieren und die Harnblafe haben die 
Bildung wie bey andern Fifchen. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch den kleinfchuppigten Drachenkopf; die 
Holländer Scorpioen, Varkentje; und die Franzofen Diable ou crapaud de mer du 
Croific, Scorpeno und Storpine; in Dänemark heifst er Ulk, Mar ulk und Vitkiaeft; 
in Schweden Simpskrabban ; in Italien Scrofanello; in Sardinien Scorpina; auf 
der Inful Malta Cippullai^a ; in Smirna Zxo%iriva, und in Arabien Scorpit balük. 



a) Ichth. p. 33 f. d) Reife nach Pa!ä(t. S. 377. 

b) Naturg. III. Th. S. 117. e) Defcrrpt. des am & mit. Tom. XI.p. 575. 

c) Defcript. Animal. p. xiv. xvm, f) I, a, B. 



3 Der kleinfchuppigte Drachenkopf. 

Salvian, dem wir die erfte und gute Zeichnung diefes Fifches zu verdanken 
haben g) , verfahe es jedoch darin, dafs er die Fafern über den Augen 
weg liefs. Gesner gab uns eine neue Abbildung , in welcher die Fafern 
zwar angedeutet, die BauchflofTen aber wie Hände vorgeftellt find h). Noch 
fchlechter ift diejenige Zeichnung, die uns Aldrovand lieferte i). Er {teilte 
feinen Fifch mit einem kleinen Kopf, mit zwey RückenflofTen, und ohne 
Schuppen vor. Jonßon, der alles ohne Beurtheilung zufammenträgt, hat unfern 
Fifch zweimal befchrieben , und die eben erwähnte Zeichnungen copirt k ). 
Die Abbildung des Wu.lu.ghby ift nur eine Copie der «Sa/vz'a/zfchen /). Der 
Duhamelfchen fehlten ebenfalls die Fafern m), und die AfterflofTe ift darin nur 
mit einem Stachel vorgeftellt. 

Wenn Haßelquiß fagt, dafs die Schuppen glatt find n), fo mufs ich ihm 
widerfprechen, da ich fie bey meinem Exemplar rauh finde. 

Ich habe , nach Friedrich Müller 6) und Otto Fabricius p), den Marulk des 
Pontoppidan q) zum Seefcorpion angeführt r) : bey genauer Unterfuchung aber finde 
ich, dafs der Pontoppidanfche Fifch nicht der Seefcorpion, fondern der unfrige 
fey; denn da er fagt, dafs er längs dem Rücken eine ftarke Finne (FlofTe) mit 
fcharfen Zacken (Strahlen) und kleine Schuppen habe; fo kann es wohl nicht 
der Seefcorpion feyn; weil diefer weder Schuppen, noch ftachelichte Strahlen 
hat, und auch fein Rücken mit zwey Flößen verfehen ift. Vermuthlich find jene, 
fo wie auch ich, durch den Namen Seefcorpion dazu verleitet worden; vielleicht 
führen auch beide Fifche in jenen Gegenden diefen Namen, ein Umftand, der 
in mehreren Ländern nicht nur bey den Fifchen, fondern auch bey andern 

Natur- 

g) Aquat. p 201. ni) Tom. XI. pl. 3. fig. I. 

K) p. 845. n) Reife nach Paläftina, S. 379. 

i) De Pifcib. p. 101. 6) Prodr. Z. D. n. 367. 

k) p. 74. tab. 19. fig. 10. p. 75. p) Faun. Groenl. p. 156. n. 13. 

tab. 18. fig. 12. q) Norw. II. S. 301. 

/) Ichth. tab. X. 13, fig. I. r) Siehe Fifche Deutfchl. II. Th. S. 19. 



Der kleinfchuppigte Drachenkopf. 9 

Naturkörpern vorkömmt, und der für die Naturgefchichte und ArzneiwifTenfchaft 
zu Verwirrungen Anlafs giebt. 

Die Alten find bey der Erzählung der guten und böfen Eigenfchaften diefes 
Fifches übertrieben gewefen: denn fie hielten feine Stacheln für giftig, weil 
diejenigen, die damit verwundet wurden, zu Zeiten fchwere Zufälle beka- 
men s), allein daraus folgt noch nicht, dafs er etwas Giftiges an fich habe; 
denn wie oft liehet man nicht im gemeinen Leben, dafs durch die Verletzung 
einer Nadel oder eines Splitters, unter gewilTen Umfländen, fchwere Zufälle 
entftehen. Als ein Gegengift wider diefen bedienten fie fich des rohen Fleifches 
des Rothbarts t) , welches fie auf die Wunden legten; befonders hülfe es alsdann, 
wenn es vorher mit Schwefel , Weineflig und drey zerftofsenen Lorbeern einge- 
rieben worden fey u). Rondelet heilte ein von diefem Fifche verwundetes Kind 
dadurch, dafs er die Leber diefes Fifches auf die verletzte Stelle, und den 
Rothbart drüber, legte x). 

Nach dem Hippocrates foll die Galle die monatliche Reinigung, und die 
zurückgebliebene Nachgeburt y) befördern. Dem Diofcorides zufolge foll die Galle 
die Warzen und die Auswüchfe der Nagel wegnehmen, und die Brühe diefes 
Fifches den Leib eröfnen j). Auch rühmt Plinius den Wein, in welchem man 
unfern Fifch hat fterben lalTen, wider die Leberfchmerzen a), die Fehler der 
Harnblafe, das Ausfallen der Haaret), und die Flecke der Hornhaut c). 

Galenus rühmt die Afche diefes Fifches als ein bewährtes Mittel gegen de» 
Harnftein d), wenn nemlich drey kleine Fifche diefer Art verbrannt, und die 
zurückgebliebene Afche dem Kranken eingegeben wird. 

s) Jovius. De Pifcib. Rom. lib. I. c. 23. {) De Mat. med. üb. 2. c. 33. 

t) Mullus barbatus. L. a) H. N. Hb 32. c. 5. 

u) PUn. H. N. lib. 32. c. 9. V) I. a. B. c. 9. 

x) Hift. des PoifT. P. I. p. 176. c) c. 7. 

y) De Morb. mul. lib. I. d) De Aliment. claiT. 2, 



Naturg. ausl. Fifche. III. TL 



IO 



Der grofsfchuppigtt Drachenkopf. 



DER GROSSCHUPPIGTE DRACHENKOPF, 

CLXXXIIte Tafel. 

Die Schuppen grofs, die Seitenlinie mit Fafern. K. 6. Br. 19. B. |> A. f-. 
S. in. R. -I4» Scorpcena fquamis magnis , cirris ad lineam lateralem. 



Br. Vi. P. XIX. V. 



VI' 



A. — . C. xii. 



D. 



xn 

XXII' 



Scorpama fcrofa. S. cirris duobus ad labium 
inferius. Linn. S. N. p. 452. n. 2. 

Scorpama tota rubens , cirris plurimis ad 
os. Arted. gen. p. 47. n. 2. Syn. p. 76. 
n. 2. 

Scorpaena corpore rubro maculis obfcnriori- 
bus, capite cirrofo. Scorpena. Brunn. 
Pifc. Maff p. 32. n. 45. 

Perca dorfo monopcerygio : capite fubcaver- 
nofo, aculeato, alepidoto: ore imberbi: 
cirrulis ad oculos, latera corporis & ca- 
pitis. Gronov. Zooph. p. 87- n- 291. 

Cottus fquamofus, varius; appendiculis ad 
maxillas, nares & lineam lateralem. Seba. 
Thef. III. pS79. n. 2. tab. 2g- fig. 2. 

Trigla fubfufca nebulata, capite acnleato, 
cirris binis ad oculos, aliis brevioribusj 
the poifoned Grooper. Brown. Jamaic. 
p. 454. n. 3. 

Coryftion, fordide flavefcens , unica parum 
interrupta pinna dorfali; caput crebris 
fpinis horridum & rugofum} appendicibus 



carens. Klein. Miß". Pifc. IV. p. 47. n. 13. 
Scorpio. Plin. N. H. lib. 9. c. 51. lib. 32. 

c. 5. Scorpio marinus rufus, c. 10. hb. 32. 

c. 2r. 
Scorpio marinus. Betton. Aquat. p. 148. 

Scorpius fcorpedi p. 250. 
Scorpius vel Scorpio. Rondel. de Pifcib. 

P. I. p. 201. Scorpena. Hift. des Poiff. 

P. I. p. 169. 
Scorpius vel Scorpio. Gesner. Aquat. p. 845. 

Icon. Anim p-84- Scorpius major, Meer- 

fcorp. Thierb S. 44. b. 
Scorpius Scrofano. Sah. Aquat. p. 197. Scor- 
pio marinus, p. 199. 
Scorpius Rondeletii. Aldrov. p. 196. 

Oppiati. de Pifcib. lib. 1. p. 12. 

Scorpius major, Meerfcorp. Jonß. de Pifcib. 

p. 74. tab. 19 fig. 9. 
Scorpius major, Meerfcorp. Ruyfck. Thef 

Anim. p. 49. tab. 19. fig. 9. 
Scorpius major. Willughb. Ichth, p. 31, 

tab. X. 12. 



Der grofsfthuppigte Drachenkopf. II 

Scorpius major. Ray. Synopf. Pifc. p. 142. La Grabe de Biarrits ou Ie Saccarailla des 

n, 2. Bafques. Defcript. desarts&met. Tom. XI. 

I Mazzone. Forsk. Defcript. Anim. p. xvm. See*. 5. p. 279. pl. 4. ? 

Groote Scorpioen. Index Muf. Schwencken. Stacheifau. Müll. L. S. IV. S. 140. 

p. 26. n. 72. aus dem mitteüändifchen Meere.' 

Lo Scorpena. Cetti, Sard. III. S. T17. Linkifch, Verzeichn. S. 4r. 

JL/ie grofTe Schuppen und die mit Fafern befetzte Seitenlinie unterfcheiden diefen =========== 

Fifch von den übrigen feines Gtfchlechts. In der Kiehmenhaut zählt man fechs, Der ero ß_ 
in der BruftflofTe neunzehn, in der BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe acht, in fchupp>gte 
der SchwanzflofTe zwölf, und in der RückenflofTe zwey und zwanzig Strahlen. . r 

Der Kopf ift grofs, die Mundöffnung weit, beide Kinnladen find von gleicher 
Länge, und mit mehreren Reihen fpitzer nach hintenzu gekrümmter Zähne 
befetzt. Auch die Zunge, der Gaumen und der Schlund find mit der nehmlichen 
Art Zähne bewaffnet, und die untere Kinnlade fowohl, als die Backen mit Fafern 
befetzt. Die Nafenlöcher und die Augen haben bey diefem Fifche eben die Lage, 
wie die im vorhergehenden ; an jedem- hervorgehenden Rande der letztern 
nimmt man drey Stacheln und eine ftarkeFafer wahr. Die Augen find grofs, ihr 
fchwarzer Stern wird von einem gelben und röthlichen Ringe umgeben; auf erfterem 
nimmt manoberwärts drey Fafern, und an letzterem vier braune Strahlen wahr; am 
Kiehmendeckel flehet man zwey ftarke, über und unter demfelben mehrere 
kleinere Stacheln. Die Kiehmenöfnung ift weit, und die Strahlen der Kiehmen- 
haut find krumm und ftark. Die Seitenlinie läuft in der Nähe des Rückens mit 
demfelben in gleicher Richtung, und ift mit kleinen Fafern befetzt. Der Bauch 
ift lang, und der After vom Kopfe weiter, als von der SchwanzflofTe, entfernt. 
Die Grundfarbe des Fifches ift braunroth, ins Weifte fpielend , und mit braunen 
Flecken befetzt ; der Rücken ift braun, die Flößen find bläulicht, und die Strahlen 
in denfelben gelb und braun gefleckt. In der RückenflofTe finde ich zwölf, in 
der AfterflofTe drey, und in der BauchflofTe einen ftarken nach hintenzu 

B * 



%* Der grofsfchuppigte Drachenkopf. 

gebogenen Stachel. In letzterer find die Strahlen vielzweigigt, in allen übrigen 

aber an den Enden gabelförmig. 

Wir treffen diefen Fifch im atlantifchen , mittelländifchen, und im 
Nordmeere an ; denn Gronov befchreibt einen vom Vorgebürge der guten 
Hoffnung a); Salvian aus der Gegend von Rom b); und Pontoppidan von 
Norwegen c). Im mittelländifchen Meere wird er nicht leicht über drey Pfund 
fchwer; wenigftens hat ihn Salvian von keinem gröfsern Gewicht gefehen d). Im 
Nordmeer hingegen mufs er ungleich fchwerer feyn, da ihn Pontoppidan in der 
Gröfse von drey bis vier Ellen gefunden hat. Er iit ein ftatker Räuber: denn 
er bezwingt nicht nur Fifche von feiner Gröfse, wie Pontoppidan verfichert e), 
fondern verfchlingt auch Seevögel ; befonders ßellt er der Hafmöve fehr nach. 
Auch Oppian fchildert ihn als einen fürchterlichen Räuber f). In Italien wird 
fein Fleifch genoffen > in Norwegen hingegen verachtet, und nur die Leber, um 
Thran daraus zu brennen, gebraucht g). 

Arifloteks , der die Fifche nach ihrem Aufenthalt in Uferfifche, oder in die 
des hohen Meeres, oder auch in folche, welche fich in beiden ohne Unterfchied 
aufhalten, eintheilt, rechnet den unfrigen zur letztern Klaffe. Athenaius zahlt 
ihn zu denjenigen Fifchen, die fich an fieinigten Gegenden h) aufzuhalten 
pflegen. Da uns die neuern Naturkündiger hierüber nichts fagen: fo glaubeich, 
dafs er, weil er fehr gefräfsig ifr, allenthalben, ohne Unterfchied, wo er feine 
Frefsbegierde befriedigen kann, fich hinbegiebt. Man fängt ihn fowol mit 
Netzen, als mit der Angel. Er hat ein mageres und zähes Fleifch, welches 
jedoch in Italien alsdann für fchmackhaft gehalten wird, wenn er an fieinigten 



a) Zooph. p. 87- ii- 2Q IV f) At bis lucinam labrar, toto invocat anno, 

b) Aquat. p. 199. b. Quacuorac partus horrendus Scorpius edit. 

c) Norw. 2. Th. S. 187. Haliet. 1. 1. 
J) A. a O. g) Pontopp. A. a, O. 

e) Dafelbft. A) Saxatilis. 



Der grofsfihuppigte Drachenkopf. ig 

Ufern, oder im hohen Meere gefangen wird i)\ in Norwegen hingegen wird 
von ihm weiter nichts, als die Leber zum Thranbrennen, genutzet. Diefer 
Fifch kann leicht denjenigen, der ihn unvorfichtig angreift, mit feinen ftarken 
Stacheln verletzen, und eben die Übeln Folgen, wie bey dem vorhergehenden 
erwähnet worden, unter gewiiTen Umftänden, hervorbringen. Nach dem 
Arißoteks k) vermehrt unfer Fifch fein Gefchlecht zweimal im Jahre, nemlich im 
Herbft, und im Frühling; nach dem Oppian aber verrichtet er diefes Gefchäft 
in dem nemlichen Zeiträume viermal /). Man fängt ihn zwar mit dem Netze, 
am leichteften aber kann man ihn wegen feiner Gefräffigkeit durch die, 
Angel erhalten. 

Die Leber ift blafsgelb, die Milz braunrpth, und der Darmkanal hat nur 
zwey Beugungen. 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch der grofsfihuppigte Drachenkopf, von 
den Holländern groote Scorpiozn, und von den Franzofen Scorpene ä grandes 
ccailles genannt; in Italien heifst er Scrofano, in Sardinien Scorpena, auf der 
Inful Malta Marone, und bey den Engländern zu Jamaica poifoned Grooper. 

GronoVs Frage: ob unter dem Spiegelfifch, den Linni in dem Königlichen. 
Mufeum S. 6g befchreibt, unfer Fifch zu verftehen fey? irt mit Ja zu beantwor- 
ten, da ihn Linne felbft, in der letzten Ausgabe feines Syftems, dazu anführt tri).. 

Ray fetzt, nach dem Willughby , die Kennzeichen, wodurch fich diefer 
Fifch, der klein- und grofsfchuppigte Drachenkopf, von einander unterfcheiden,, 
fehr deutlich auseinander n);, um fo viel mehr wundert es mich, wie Gronov fie 
beide nur für eine Gattung hat halten,, und zu unfern Fifch anführen können o).. 

Arißoteles irret, wenn er die beiden befchriebenen Fifche nur für eine. 
Gattung hält, und den einen für das Männchen, und den. andern für das. 



i) Sah. Äquat p, 200.. m) S. N. p. 452.. 

i) H. A. Üb. 5. c. 9. n) Synopf p. 142. 

fj Hauet, hb. 1. 0) Zooph. p. 87. n. 2or~ 

B 3 



14 Der gfoßfchuppigte Drachenkopf. 

Weibchen ausgiebt a). Athenäus lehrte zuerft, dafs fie zwey verfchiedene Gattun- 
gen find , und unterfchied fie der Farbe nach, der kleinfchuppigte habe eine 
fchwarze, und der grofsfchuppigte eine braunrothe Farbe b). 

Dem Bellon haben wir die erße, und, ob fie zwar im Holzfchnitt ift, doch 
getreue Zeichnung zu verdanken; bald darauf lieferte uns Salvian und Rändelet 
faft zu gleicher Zeit ein jeder eine neue Zeichnung, diefer in Holzfchnitt, und 
jener in Kupfer, jedoch find vom Salvianfchen die Fafern ausgelaflen worden, 
welcher Fehler auch in die Ifillugfibyfche Copie übergetragen ift. 

Aldrovand hat uns ein& neue, aber fchlechte Zeichnung von diefem Fifch 
gegeben, denn es fehlen die Schuppen, der Kopf ift fchmal, und der Rücken 
mit zwey Floflen vorgeftellt c). 

In dem franzöfifchen Werke der Künfte und Handwerker d) finde ich im 
eilften Bande fünften Abfchnitts, auf der vierten Tafel, einen Fifch abgezeichnet, 
der den unfrigen fehr gleichet, da ich aber weder über den Augen noch an der 
Seitenlinie Fafern angedeutet, und in der AfterflofTe nur fechs Strahlen, wovon 
ein einziger ftachelicht ift, finde; fo weifs ich nicht, ob die Zeichnung fehler- 
haft iftj oder ob es eine andere Gattung fey. 



d) Sah. Aquat. p. 199-b. c) De Pifcib. p. 196. 

i) DeipnoH üb. 7. d) Defcript. des am & met. Tom. XI. See!:. 5. 



Der Zauberfifch. 15 

DER ZAUBERFISCH. 

CLXXXIIIte Tafel. 
Der Körper fchuppenlos* K. 5. Br. 16. B. •§•. A. J-. S. 11. R. |£. Scorpana 
alepidota. Br. v. P. xvi. V.^. A. *J. C. xu. D.~. 

Scorpsna horrida, S. tuberculis callofis ad- Valent. Oout & Nieuw Ind, Vol. III. 

fperfa. Linn. S. N. p. 453. n. 3. p. 399 fig. 170. 

Perca alepidota: dorfo monopterygio : capite Ikan Swangi Touwa. Renard. Hill, des 

cavernofo, tuberculato: officulis pinnas PoirT. Tom. I. pl. 39. fig. 199. 

dorfi anticis membrana dilatata Iobatis. Tooverfifcb. IndexMuf. Schwenck. p. 26. n.73. 

Gronov. Zooph. p. 88- n. 292. tab. II. Der Zauberfifch. Müll. L. S. IV. S. 14 r. 

fig. I. tab. 12. fig. r. tab. 13 fig. I. — Leske. Anfangsgr. der Na- 

Ikan Swangi Bezar, de groote Tovervifch. turg. I. S. 37 r. 

IVIan erkennet den Zauberfifch an dem glatten und fchuppenlofen Körper. In = 
der Kithmenhaut zählet man fünf, in der BruftflofTe fechszehn, in der BauchrlofTe Der Zau- 
fechs, in der AfterflofTe neun, in der SchwanzflofTe zwölf, und der RückenflofTe 
«wanzig Strahlen. 

Diefer Fifch verdient mit Recht, feiner wunderbaren Geftalt wegen, den 
Namen des Zauberfifches. Der Kopf ift grofs., mit vielen Höckern, Vertie- 
fungen und Stacheln befetzt; oberwärts lieht man eine ftarke mondförmige 
Vertiefung; der Mund öfnet fleh oberwärts, und ift weit; die untere Kinnlade^ 
welche die Geftalt eines Hufeifens hat, ift oben rund, höckerigt, bey meinem 
Exemplar über einen Zoll breit, und endigt fleh unten in zwey Spitzen; das 
Charnier ift unten an der Kiehmenöfnung, und fchliefst die Unterkinnlade 
an die obere, wie der Deckel an einer Dofe ; beide find mit vielen kleinen 



l£. Der Zauberfifch. 

Zähnen bewafnet; an der obern Kinnlade, welche gewölbt ift, nimmt man 
aufTer den beiden Lippenknochen , noch einen dritten über diefen wahr; beim 
gefchloffenen Munde flehet die untere fenkrecht, beim aufgefperrten aber vafTer- 
recht. Die Kiehmenöfnung ift fehr weit; dieKiehmenhaut liegt unter dem Deckel 
verborgen, und wird von fünf Strahlen unterftützt. Die Zunge ift breit, frey, 
rund, und fo wie der Gaumen, glatt, der Schlund, aber mit fehr vielen kleinen 
fpitzen Zähnen befetzt; vor jedem Auge ift ein länglichtes weites Nafenloch, und 
ohnweit der Oberlippe find zwey rundlichte Fafern, welche wahrfcheinlich das 
andre Paar Nafenlöcher find, fichtbar. Die Augen find fehr klein, und haben einen 
fchwarzen Stern, der in einem gelben Ringe flehet; unter demfelben ift eine 
öarke Vertiefung vorhanden; fowol der Kopf, als der Rumpf, die Bruft-und 
RückenflofTen, find mit Fafern befetzt. Die Seitenlinie, die im Genick anfängt, 
macht ohnweit dem After eine Beugung nach unten zu, und verliert fich mitten 
in der Schwanzfloffe ; fämtliche Floffen haben eine dicke Haut, und ftarke 
Strahlen; die Rückenfloffe, die im Genick anfängt, hat dreizehn, die AfterflofTe 
drey, 'und die Bauchfloffe einen ftarken Strahl, die übrigen Strahlen find 
gabelförmig ; der ganze Körper ift braun und weifs marmorirt. 

Diefer fonderbar gebildete Fifch ift ein Bewohner der oftindifchen GewäfTer. 
Seine eigentliche Gröfse kann ich nicht beftimmen ; derjenige , welchen 
ich befitze, ift von der auf der Tafd angezeigten Gröfse. Aus dem Bau feines 
Mundes ergiebt fich , dafs er zu den fleifchfreffenden Thieren gehöre , und 
vorzüglich von Krebfen und Mufcheln lebe; weil er mit rafpelartigen Kinnladen, 
welche zum Zerknirfchen diefer Schaalthiere gefchickt find, verfehen ift. Ob 
er ein efsbares Fleifch habe, ob er fich ftark vermehre, und zu welcher Zeit er 
laiche? davon erwähnen die angeführten Schriftfteller nichts. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch Zauberfifch ; die Franzofen Pythoniffe; 
die Holländer groote Toovervifch; in Oftindien heifst er Ikan Swangi Be^ar, und 
Ikan Swangi Touwa. 

Valentin 



Der Zauberfijch. 17 

Valentin hat uns die erfte, wiewol fchlechte, Zeichnung a) von diefem 

Fifche geliefert; die Renardkhe ift etwas beffer; gut find diejenigen, die wir 

dem Gronov zu verdanken haben b). 

Wenn letzterer fagt, dafs der Kopf die Hälfte des Körpers ausmache: fo 

finde ich diefes weder an feiner Zeichnung, noch an meinem Exemplare. Auch 

vermifTe ich an feiner Abbildung die Fafern, ob er fie gleich in feiner Befchrei- 

bung erwähnt c). 



a) Out & Nieuw Ind. III. fig. 170. c) Zooph. p. 88- n. 292. 

V) Mufl I. tab. XI. — XIII. 



Naturg. ausl, Fifche. III. Th. 



18 



Der fliegende Drachenkopf. 



DER FLIEGENDE DRACHENKOPF. 

CLXXXIVte TafeK 



Die Bruftfloffen länger als der Rumpf. 



Scorpcena pinnis pecloralibus trunco 

. XXIV 



A. — C. xii. 



K. 6. Br. 14. B. 6. A. T V S. n. R. ff. 
longioribus. B. vi. P. xiv. V. vi. 



Gafterofteus volitatts, G. fpinis dorfalibus tre- 
dechn, cirris fenis, pinnis pecloralibus cor- 
pore longiorihus. Lirin. S. N. p. 491, n. 9. 

Cottus fquamofus roftro bifido. Seba. Thef. 
III. p. 79. tab. 28- fig. I. 

Pfeudopterus lineis croceis ; radiis variega- 
tis egregie expÜcatis in fronte duos cirros 
habet longos, caudam non forcipatam, 
fed radiis difcretis, partim circuli defcri- 
bentem. Klein. MhT. Pifc. V. p. 76. n. 2. 
tab. 4 fig. 6. & Pfeudopterus colore fub- 
obfcuro autfufco, lineis fubcsruleis, fub 
roftro variis, unda & pinna;, quas vo- 
cavit, contingua; caerulefcunt. n. 1. 

Perca dorfo monopterygio: operculis diacan- 
this, fquamofis: ciüis rnaxillaque fuperiore 
cirrofis: cauda rotundata utrinque acu- 
leata. Gronov. Zooph. p. 89. n. 294. 
Perca dorfo monopterygio; capite caver- 
nofo, maxilla fuperiore cirris quatuor, 
cauda fubrotunda, utrinque aculeata. Muf 



II. p. 33. n. 191. 
Amboynifche vifch. Nieuhoff. Ind. Tom. II. 

p. 268. fig. 4. 
Perca amboinenfis Nieuhoffii. Wiltughb; 

Ichth. App p. 1. tab. 2. fig 3. 
Perca amboinenfis. Ray. SynopC p. 98. n. 26. 
Louw. Renard. Hift. des Poiff. Tom. I. pl. 6; 

fig. 41. p. 12. pl. 43. n. 215. Ikan Suangi. 

Tom. II. pl. 15. fig. 72. Kalckhcentje, pl. 22. 

fig. 108. Goujon, pl. 52. fig. 219. 
fliegende Steckelbaars, Index Muf Svhwen- 

cken. p. 28- n. IOO. 
Ikan Suangi. Ruyfch. Theatr. Anim. Tom. I. 

p. 4. n. 1. tab. 3 fig. 1. Kalkoevenvifch, 

p. 4. n. 4. tab. 3. fig. 4. 
Kalkoevenvifch. Valent. Out & Nieuw Ind. 

Tom. III. p. 415." fig. 213. 
Der fliegende Drachenkopf. Leske. An- 

fangsgr. der Naturg. S. 371. n. 3. 
Der fliegende Stichling. Müll. L. S. IV. Th. 

s. 253. 



7^ Uie fehr lange Bruftfloffen find ein Merkmal für diefen Fifch. In der 
Der fliegen- Riehmenliaut zählet man fechs, in der BruftflofTe vierzehn, in der Bauchflofle 
j. f fechs, in der Afterfloffe zehn, .in der Schwanzfloffe zwölf, und in der 

RückenflofTe vier und zwanzig Strahlen. 



Der fliegende Drachenkopf. 19 

Der Kopf ift abfehüflig, vorn breit, und auf den Seiten zufammengedrückt; 
er ift mit verfchiedenen Stacheln und mit vielen zacldgten Fafern, wovon 
mehrere breit find, befetzt, die längften davon fitzen über den Augen, 
und die breiteften nahe am Winkel des Mundes. Der Kopf ift, fo wie der 
Rumpf mit braunen Banden, zwifchen welchen orangefarbene und weifte Linien 
mit einander abwechfeln, geziert. Die Mundöfnung ift weit, die Kinnladen 
find von gleicher Länge, und mit vielen Reihen kleiner fpitzer Zähne befetzt. 
Die Zunge ift frey, dünn, und endiget fich in eine Spitze; die Lippen find 
zum Hervorftofsen und Einziehen eingerichtet. Die obere ift aus zwey Knochen 
zufammengefetzt, welche in der Mitte beim Zufammenftofsen einen Ausfchnitt 
bilden. Die Nafenlöcher find einfach, und flehen zwifchen der Mundfpitze und 
den Augen in der Mitte, letztere haben einen fchwarzen Stern, der in einem 
weifTen blau- und fchwarzgeftrahlten Ring flehet; der Kiehmendeckel der fich 
in einen fpitzen Winkel endigt, ift mit fehr kleinen Schuppen befe.tzt; die 
Kiehmenöfnung ift weit, und die Kiehmenhaut, die mehrentheils frey liegt, 
hat fechs krumme Strahlen. Der Rumpf ift mit kleinen Schuppen, die wie 
Dachziegel über einander liegen bedeckt; die Seitenlinie, die aus vielen kurzen 
hervorftehenden Linien und weiften Punkten zufammengefetzt ift, fängt am 
Auge an, nimmt ihre Richtung ohnweit dem Rücken, und endiget fich in der 
Mitte der Schwanzflofle. Die Strahlen in den Bauchfloffen find einfach , und 
ihre Verbindungshaut ift violet und weifs punktirt. Ohne Zweifel dienen diefe 
große Floflen dem Fifche dazu, um fich, wenn er von feinen Feinden verfolget 
wird, in die Luft zu heben, und fich fo lange in derfeiben haken zu können, bis 
er der Gefahr ausgewichen ift. Die erften zwölf Strahlen in der Rückenfloffe find 
ftachelicht, braun und gelb gefleckt, unten mit einer dunkelbraunen Haut ver- 
bunden, und oben frey, die letzten zwölf Strahlen find fo, wie die in der 
Schwanz- und Afterflofie, an den Enden gabelförmig, fchwarz und gelb gefleckt; 
die Bauchfloffen find violet und mit weiften Punkten beftreut , der erfte 
Strahl darin ift hart und einfach, die andern aber weich und gabelförmig; in 

C 1 



10 Der fliegende Drachenkopf. 

der AfterflofTe find die drey erften Strahlen ftachelicht, die übrigen aber weich 

und gabelförmig. 

Diefer bunte Fifch, der ein Bewohner der Flüffe von Amboina ift, in welchen 
er jedoch nur feiten zum Vorfchein kommt, hat ein weifTes, derbes ,^wohlfchrne- 
ckendes Fleifch, wie unfer Baarfch, er wird aber nicht fo grofs als diefer; die 
gelieferte Zeichnung ift von den gröflen, den ich befitze, genommen. Er gehört 
zu den fleifch freflenden Waflerbewohnern, lebt vorzüglich von der Bruth anderer 
Fifche, wie ich denn zv/ey kleine anderthalb Zoll lange Fifchchen in feinem 
Magen gefunden habe. Man fängt ihn fowohl mit dem Netze als mit der Angel. 

Die Haut ift faft pergamentartig; die Leber grofs, dunkelgelb, und befteht 
aus zwey länglichten Lappen; die Gallenblafe und die Milz find klein; der Ma- 
gen ift dickhäutig, und wie ein Sack gebildet, an den obern Theil defTelben fängt 
der Darmkanal an, geht nach unten zu, macht eine Beugung, und fteigt nach 
oben bis am Zwergfell, geht darauf wieder herunter, macht eine zweite Beugung 
und läuft bis am After. Nach Wegnehmung des Darmkanals kam eine kurze 
und weite dickhäutige Schwimmb!afe , die fich vom Zwergfell an, nur bis zur 
Hälfte der Bauchhöle erftreckte, zum Vorfchein. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch den fliegenden Drachenkopf; die Franzofen 
Scorpene volante; die Holländer vliegende Stackel-Baars , Kalkoevenvifch und 
Kalkhczntje ; in Indien wird er Ikan Suangi und Louw genannt. 

Im Renard finde ich vier höchft elende Zeichnungen von unferm Fifch. 

Boddaert irret wenn er die erfte diefer Zeichnungen zur Perca chrifoptera des 
Zinne macht ; denn da diefer Fifch mit keinen gezähnelten Kiemendeckel ver- 
fehen ift; fo kann er auch keine Baarfchart feyn. 

Die erfte Zeichnung unfers Fifches, die zugleich gut ift, haben wir dem Seba zu 
verdanken, derjenigen die uns Klein nachlieferte fehlen die Schuppen u&d Seitenlinie. 
Linne hat unfern Fifch unrichtig zu den Stichlingen gezählt; denn da die 
Stacheln am Rücken verbunden find, fo ift er auch kein Stichling. 



Der Fühlhornträger. ii 



DER FÜHLHORNTRÄGER. 

Scorpama antennata. 

CLXXXVte Tafel. 

Ein Band über die Augen K. 6. Br. 17. B. 6. A. jfe. S. 11. R. -f-f. Scorpama 

xn 
XX iV 



fafcia oculari. Br. vi. P. xvn. V. vi. A. — ' C. xn. D. 



iJas braune Band, welches diefer Fifch über dem Auge hat, dienet ihm zum - 

Kennzeichen. Er hat in der Kiehmenhaut fechs, in der BruflflofTe fiebenzehn, Der Fühl- 
n- ' hornträger. 

in der Bauchflofle fechs, in der AfterflofTe zehn, in der SchwanzflofTe zwölf, 

und in der RückenflofTe vier und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift von vielen kleinen Stacheln rauh, im Grunde gelb, und bis 

an die Augenbraunen gefleckt. Die Mundöfnung ift weit; die Kinnladen find 

von gleicher Länge, mit vielen Reihen kleiner fpitzer Zähne befetzt. Der 

Gaumen ift glatt, die Zunge frey und fpitzig. Die Oberlippe kann der Fifch 

hervorfchieben und zurückziehen ; fie beftehet aus zwey breiten Knochen, die da, 

wo fie zufammenftofsen, einen Ausfchnitt bilden; über diefen flehet man drey, 

und zwifchen den doppelten Nafenlöchern zwey andre runde, glatte, und am 

Ende zugefpitzte Fafern; über dem Ende der Oberlippe bemerkt man eine, und 

weiter nach hinten zu am Backenknochen zwey andere breite mufchelartig 

geftrahlte Fafern; über den Backen flehet man eine doppelte Reihe Stacheln, 

in entgegengefetzter Richtung und im Genick zwey andere dergleichen Reihen. 

Die Augen find grofs, am obern Rande mit einigen Stacheln, und über denfelben 

find zwey braune mit Wulften verfehene Fafern befindlich; vorwärts am Rande 

flehen die doppelten runden Nafenlöcher. Das Kinn ift weift, die Kiehmen- 

öfnung weit, die Kiehmenhaut hat fechs krumme Strahlen, und liegt zum 

C 3 



ii Der Fühlhornträger. 

Theil unter dem Kiehmendeckel, der fleh in eine Spitze endiget, verborgen. 
Der Rumpf hat braune Banden, zwifchen welchen er gelb und weifs liniirt 
ift; die Strahlen in den BruflflofTen find einfach, weifs und lang, ihre 
Zwifchenhaut violet, mit fchwarzen Flecken und einer fchwarzen Einfaffung; 
die übrigen FlofTen, der After, die Seitenlinie und der Rücken find wie bey 
den vorhergehenden gebildet; die Schuppen hingegen find gröfser, und die 
Banden breiter. 

Diefer Fifch bewohnet mit den vorhergehenden einerley WafTer., gehöret 
gleichfalls zu den Raubfifchen, läfst fich mit der Angel und mit dem Netze 
fangen, hat ein weifTes wohlfchmeckendes Fleifch, und wird etwas gröfser als 
jener, auch in Abficht des Baues der innern Theile kömmt er mit den 
vorhergehenden überein. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch den Fühlhornträger; die Franzofen 
la Scorpine ä antennes. 

Diefer Fifch hat viel Aehnlichkeit mit dem vorhergehenden; ob er das 
Weibchen und jener das Manchen ift, oder ob es fich umgekehrt damit verhält, 
ift mir unbekannt. Ich habe zwar von jeder Art zwey Stück geöffnet, aber in 
keinen den Eyerftock oder Milch gefunden. Vermuthlich find fie kurz nach der 
Laichzeit gefangen worden. Bey diefer Ungewifsheit haben mich folgende 
Gründe beftimmt fie als zwey befondere Gattungen zu betrachten. 

i) Hat der Fühlhornträger keinen fo abfchüfTigen und eingebogenen Kopf, 

als der fliegende Drachenkopf, 
i) Ift bey erfterem das Auge gröfser, und mit einer Bande verfehen, bey 

letzterem hingegen kleiner, und ftatt der Banden geftrahlt. 
3) Sind die Fafern beim Fühlhorntrager über den Augen, wie bey dem 

Bockkäfer, mit Wulften verfehen, und fo wie die übrigen Fafern rund, 

beim fliegenden Drachenkopf hingegen find fie f amtlich breit und 

gezackt. 



Der Fühlhorntrager. i-3 

4) Bey erflerem find die Knochen an der Oberlippe noch einmal fo lang, als 
bey letzterem. 

5) Hat der Fühlhornträger drey breite mufchelförmige Fafern, die vom 
fliegenden Drachenkopf hingegen find wie gezackte Blätter gebildet. 

6) Ift bey diefem der Kopf mit vielen Streifen und Bändern geziert, bey 
jenem hingegen nur bis am Auge mit braunen Flecken beftreut. 

7) Ift das Kinn beim Fühlhornträger weifs, beim fliegenden Drachenkopf 
aber unten eben fo bunt wie oben. 

3) Hat erfterer eine doppelte Reihe Stacheln unter dem Auge, letzterer eine 

einfache, 
o) Sind beim Fühlhorn träger die doppelten Nafenlöcher dicht an dem Auge; 

beim fliegenden Drachenkopf aber weiter unten befindlich. 

10) Bey letzterem find die BruftflofTen ungleich gröfser, und von dunklerer 
Farbe, als bey jenem. 

11) Sind die Banden beim Fühlhornträger merklich breiter, als beim 
fliegenden Drachenkopf. Endlich 

ja) Sind beim Fühlhornträger die Schuppen gröfser als beim fliegenden 
Drachenkopf. 



24 



Die rauhe Scholle. 

as^s 



*% 



SCHOLLEN *y 

Rechtäugige Schollen. 



DIE RAUHE SCHOLLE. 

Pleurone&es Limandoides. 

CLXXXVIte Tafel. 

Der Körper rauh und länglicht, die Seitenlinie breit, Br. II. B. 6. A. 63. 
S. 15. R. 79. PkuroneSes corpore oblongo afperoque, linea laterali reäa 
lataque, P. XL V.vi. A. LXin. C.xv. D.lxxix. 

10. iVlan erkennet diefen Fifch an feinem länglichten rauhen Körper, und an der 
Die rauhe 
Scholle. breiten und graden Seitenlinie. In der Bruftfloffe zählet man eilf, in der 

BauchfiofTe fechs, in der AfterflofTe drey und fechszig, in der SchwanzflofTe 

fünfzehn, und in der RückenflofTe neun und fiebenzig Strahlen. 

Der 



*) Im zweiten Bande der Fifche Deutfch- 
landes, Seite 30. fagte ich, dafs wir neun- 
zehn Schollenarten kennen; feit diefer Zeit 
find mir noch fechs Gattungen bekannt ge- 
worden, davon man beim Linne keine Nach- 
richt findet. 1. Die S'iiberfcholle von den 
Philippinifchen Infein, die Petiver in feinem 
Ga.{ophilacium S. 2, unter dem Namen: Solea 
argentea, befchreibt. 2. Die grofsfchuppigte 
Scholle aus Brafilien, deren Marcgraf bereits 
gedenkt. 3. Die Doppellinie; und 4. der 



Zebra, beide aus Oftindien. 5. Die rauhe 
Scholle; und 6. das rothe Viereck, beide 
aus dem Nordmeer. Da ich die letzten fünf 
Arten in meiner Sammlung befitze: fo will 
ich von felbigen getreue Zeichnungen und 
kurze Befchreibungen hier initrheüen. Im 
Renard finde ich zwar eine Ofiindifche vor- 
geftellt, die Zeichnung ift aber zu fchlechr, 
um daran einen Karakter wahrnehmen zu 
können, ob es eine neue Gattung fey. 



Die rauhe Schotte. ^ 

Der Kopf ift klein, die Mundöfnung weit, beide Kinnladen find mit 
verfchiedenen Reihen kleiner fpitzer Zähne befetzt. Die Zunge ift frey, dünn, 
und fo wie der Gaumen glatt; im Schlünde nimmt man zwey rauhe Zähne wahr. 
Die Oberlippe beftehet aus zwey Knochen, und kann der Fifch felbige nach 
Willküh-r hervorftofsen und einziehen; über derfelben flehet man in einer 
Vertiefung zwey runde Nafenlöcher. Die Augen, welche dicht beifammen 
flehen, haben einen weifTen Stern, der ins Bläulichte fpielet. Der Kiehmendeckel 
beftehet aus einem dünnen Blättchen, und ift fo wie der übrige Kopf mit 
kleinen Schuppen befetzt. Die Kiehmenöfnung ift weit, und die Kiehmenhaut 
liegt unter dem Deckel verborgen. Die Schuppen am Rumpfe find grofs 
und gezähnelt; daher der Fifch, wenn man gegen diefelben fährt, fich rauh 
anfühlen läfst. Die obere Seite ift braungelb ins Weifte fpielend, und die 
untere weifs. Die Seitenlinie , welche ohnweit den Augen ihren Anfang nimmt, 
ift breit, und läuft mitten über den Körper; der After liegt am Rande ohnweit 
der Bauchfloffen. Die Strahlen in der Rücken- Schwanz- und AfterflofTe 
find mit kleinen gelben Schuppen befetzt, und werden durch eine klare Haut 
verbunden; die RückenflofTe fängt vor den Augen an, und endiget fich ohnweit 
der SchwanzflofTe ; diefe, imgleichen die After- und BauchflofTe haben einfache, 
die Bruft- und SchwanzflofTe aber gabelförmige Strahlen. 

Diefer Fifch hat die meifte Aehnlichkeit mit der Glarke und der Scholle a) ; 
er unterfcheidet fich doch von erfterer durch die gerade Seitenlinie, und die 
runde SchwanzflofTe; und von letzterer durch die dichtem und gezähnelten 
Schuppen ; von beiden durch den mehr geftreckten Körper. 

Ich habe diefen Fifch aus Hamburg erhalten; er wird dafelbft in der 
Nordfee, ohnweit Heiligeland, mit Angeln gefangen; er hält fich im Grunde des 
Meeres im Sande auf, und lebt von jungen Krebfen und Hummern. Er hat ein 



a) Siehe Fifche Deutfchlands. 2ter Theil. Taf. 42. 46. 
Naturg. ausl. Fifche. III. Tk. D 



2.6 Die rauhe Scholle. 

weifles wohlfchmeckendes Fleifch, und wird entweder mit einer holländifchen 

Brühe verzehret, oder gebraten verfpeifet. 

Die Brufthöhle ift klein, und das Herz als ein länglichtes Viereck gebildet; 
die Leber ift länglich, ungetheilt, und die Gallenblafe grofs. Der Magen ift 
länglich, und nicht fonderlich weit, der Darmkanal hat mehrere Beuguno-en, 
und am Anfange zwey bis vier kurze und dicke Anhängfei. Die Leber ift 
rundlich , und von braunrother Farbe ; der Eierftock fowol als der Milch 
find doppelt. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch die rauhe Scholle, und die Franzofen 
la plie rüde. 



Die handirte Zunge. 27 



DIE B ANDIRTE ZUNGE. 

Pleurone&es Zebra. 

CLXXXVIIte Tafel. 

Viele Querbanden am Körper, Br. 4. B. 6. A. 48. S. 10. R. jji. Pleuronectes 
fafciis transyerfis plurimis, Br. iv. V. Vi. A. XLVin. C. X. D. lxxxi. 

Die Banden, womit diefer Fifch befetzt ift, dienen ihm zum Merkmal. In der 

11. 
BruftflofTe find vier, in der Bauchfloffe fechs, in der Afterfloffe acht und Die bandir- 

vierzig, in der SchwanzflofTe zehen, und in der Rückenflofle ein und achtzig te Zunge. 

Strahlen. 

Der Körper ift geftreckt, der Kopf klein, der Mund bogenförmig; von 

den Kinnladen iil die obere die längfte, und beide find mit kleinen fpitzen 

Zähnen befetzt. Die Augen find fehr klein; ihr Stern ift nur ein fchwarzer 

Punkt, und ihr Ring von meergrüner Farbe. Von den Nafenlöchern nimmt 

man fowol an der obern als untern Seite nur eins wahr. Der ganze Kopf ift 

mit Schuppen befetzt; der Kiehmendeckel ift grofs, die Kiehmenöfnung weit, 

und der Rumpf mit gezähnelten Schuppen, die den Fifch rauh anfühlen larTen, 

bedeckt. Die Seitenlinie, welche am obern Auge anfängt, läuft in grader 

Richtung mitten über den Körper nach dem Schwänze hin; der After liegt bey 

diefer Scholle weiter vom Kopfe , als bey den übrigen , entfernt. Die 

Grundfarbe der obern Seite ift an den Rändern bräunlich, in der Mitte weifs, 

mit braunen Querbanden, die paarweife nebeneinander flehen; nach dem 

Schwänze zu aber in einander laufen ; die Floffen find gelb und braun bandirt; 

die Strahlen in fämtlichen Floffen find einfach, aufler denen an der 

SchwanzflofTe , welche am Ende getheilt find ; an keinem einzigen Strahl 

D a 



4 8 Die landirte Zunge. 

habe ich bey diefem Fifch die Schuppen, die man bey den übrigen Schollenarten 
darauf wahrnimmt , finden können. Die BruftflofTen find fo zart, dafs fie fich 
nur bey einer genauen Unterfuchung bemerken laflen. Die Rücken- und 
Afterflofle find mit der SchwanzfiofTe verbunden , und nimmt erftere an der 
Oberlippe ihren Anfang. 

Diefer Fifch gehört in Oftindien zu Haufe; wahrfcheinlich hat er, wie 
die übrigen Zungenarten, ein wohlfchmeckendes Fleifch, und lebt, wie jene, 
von Mufcheln und Krebsbruth. 

Wegen der Aehnlichkeit feiner Streifen mit den des Waldefels , halte ich 
den. ihm beigelegten Namen: Zebra und bandirte Zunge, für fchicklictu. 



Die Doppellinie. 19 

DIE DOPPELLINIE. 

Pleurone&es bilineatus. 
CLXXXVIIIte Tafel. 

Zwey Seitenlinien am Körper, K. 4. A. S. R. 174. Pleuronecles lineis latera- 
libus daobus, P.iv. A. CD. clxxiv* 

\J\t beiden Seitenlinien - r welche man bey diefem Fifche wahrnimmt, geben = 

ein Merkmal ab r woran er von den übrigen Schollenarten zu unterfcheiden ift; Die Doppel- 
in der Kiehmenhaut zählet man vier, in der After- Schwanz- und RückenflofTe e " 
hundert und vier und fiebenzig Strahlen. 

Der Körper ift dünn und geftreckt; der Kopf grofs; die MundÖfnung klein.,, 
und halbmondförmig gebildet; beide Kinnladen find mit kleinen ftumpfen 
Zähnen befetzt; dicht an der Oberlippe fiehet man auf beiden Seiten zwey 
Nafenlöcher, wovon das untere eine röhrenförmige Gefralt hat. Die Augen 
find klein; ihr weifler Stern wird von einem Seegrünen Ringe und einer weifTen 
Linie umgeben; es ift diefes der erfte Fifch,. bey dem ich einen hellen Stern,, 
und einen dunklen Ring wahrgenommen habe. Die Kiehmenöfnung ift weit;; 
der Kiehmendeckel beftehet aus einem einzigen Blättchen, und die Kiehmenhaut 
liegt unter demfelben verborgen ; fowol der Kopf als der Rumpf find mit kleinen 
rundlichten und gezähnelten Schuppen bedeckt; von den gedachten Seitenlinien 
ift die eine dicht am Rücken, und die andere mitten am Körper befindlich;. 
beide fangen an dem äufseren Ende des Kopfes an,, und laufen in paralleler 
Richtung bis nach dem Schwänze zu. AufTer diefen beiden fiehet man noch 
zwey in die queer gerichtete, davon die eine an der untern Lippe anfängt, am 
Kiehmendeckel eine Beugung macht, und fich in der an ihm zunächft flehenden 
Seitenlinie verliert; die zweite nimmt gleich darunter an der nemlichen. 



3© Die Doppellinie. 

Seitenlinie ihren Anfang, und läuft queer über den Fifch nach der obern hin; 
fämtliche Flößen find braun, und haben einfache Strahlen; die RückenflofTe, 
welche den Kopf umgiebt, verliert fich in der SchwanzflofTe , welches auch 
bey der Afterflofle der Fall ift ; der After ift ohnweit der Kiehmenöfnung 
fichtbar. Diefer Fifch ift der erfte, der mir ohne Bruftflofte vorgekom- 
men ift; ich habe genau, und fogar mit dem Suchglafe darnach gefuchet, 
und keine Spur davon entdecken können. Die obere Seite ift nach den Rän- 
dern zu braun, und in der Mitte gelb; die untere Seite ift weifs ins Röthliche 
fpielend. 

Diefe Zunge ift ein Bewohner der chinefifchen GewafTer; wenigftens foll 
die meinige von einem Oftindienfahrer erhandelt feyn; fie hat wahrfch ein lieh 
wie die übrigen Zungen, ein wohlfchmeckendes Fleifch, und lebt, gleich den 
Schollen, von Mufcheln und Krebsbrut. Die eigentliche Gröfse kann ich nicht 
beftimmen, der meinige ift wenigftens nicht gröfser, als die von ihr genommene 
Zeichnung. 

Die ihr beigelegte Benennungen find von ihrem Karakter hergenommen. 



Der Rothbutt. 



DER ROTHBUTT. 

Pleurone&es pun&atus. 

CLXXXIXte Tafel. 

Der Körper breit und rauh, Br. u. B. 6. A. 68- S. 14. R. 39. Pleuronecla 
corpore lato afperoque, P. xi. V. Vi. A. lxviii. C. xiv. D. lxxxix. 

Paffer alter, cute dura et afpera; oris magno hiato. Klein Miff. IV. p. 34. n. 9, 
A WhifF, Ray Synopf. Pifc. pag. 163. n. 2. tab. I. fig. 2- 
— — Pennant Br. Z. III. pag. 238. 

Uiefer Fifch unterfcheidet fich vom Glatt - und Steinbutt durch feine rauhe " 

13. 
Schuppen und dunkle Farbe; und von den Zungenarten durch die Breite feines Der Roth- 
Körpers. In der BruftrloiTe zählet man eilf, in der BauchflofTe fechs, in der butt « 
AfterflofTe acht und fechszig , in der SchwanzflofTe vierzehn, und in der 
Rückenfloffe neun und achtzig Strahlen a). 

Der Körper ift oval; der Kopf von mittlerer Gröfse, und mit fehr kleinen 
Schuppen bedeckt; die MundöfnuÜg ift weit, und die Kinnladen find mit vielen 
Reihen dicht an einander flehender, nach einwärts gebogener Zähne befetzt; die 
Oberlippe hat zwey Knochen, und ift felbige zum Hervorftofsen und Einziehen 
eingerichtet; über derfelben ift ein länglichtes Nafenloch fichtbar; die Augen 
ßehen hervor, haben einen fchwarzen Stern, einen meergrünen Ring, und nach 
hintenzu einen fchwarzen Band ; die Schuppen find klein, gezähnelt, und liegen 
dicht übereinander; die Seitenlinie, welche an dem obern Auge anfängt, macht 
über die Bruftflofle eine Beugung nach untenzu, und läuft alsdann in gerader 



a) Durch ein kleines Verfehen hat der Künftler in der AfterflofTe nur 74, und in der 
Rückenfloffe 84 Strahlen angedeutet. 



ga Der Rothbutt. 

Richtung nach der SchwanzflofTe ; die -Farbe der Oberfläche ift am Rande braun, 
in der Mitte afchfarben, und auf der unteren weifs ins Rothe fpielend. Die 
FlofTen find grau, ihre Strahlen breit, und mit Schuppen bedeckt. Die 
Rückenfioffe fängt an der Oberlippe an, und endigt fich an der SchwanzflofTe; 
der After iü nicht weit vom Kopfe entfernt; dicht an demfelben fängt die 
AfterflofTe an, und endiget (ich an der kurzen und runden Schwanzfloffe. Sowol 
der Rumpf als die FlofTen find mit fchwärzlichten, theils runden, theils länglichten 
Flecken befetzt. Die rothen Punkte, womit diefer Fifch befprengt ift, und die 
Aehnlichkeit mit dem Butt, haben ohnftreitig Gelegenheit zu feiner dänifchen 
und deutfchen Benennung gegeben. 

Der Rothbutt ift ein Bewohner des Nordmeeres. Jago fahe ihn in Com- 
wallis; Herr Pennant zu London h); und denjenigen, davon ich die Zeichnung 
habe machen laffen, erhielt ich von meinem würdigen Freunde, dem Herrn 
Prediger Chemnit^, aus Koppenhagen. Ray zählet ihn unter die feltenen Fifche 
von Cornwallis c); in Koppenhagen hingegen erfcheint er häufig auf dem Fifch- 
markt; um fo viel mehr wundert es mich, dafs weder Statius Müller, noch 
Pontoppidan feiner erwähnen. Auch diefe Schollenart erreicht eine anfehnliche 
Gröfse; denn die, welche Herr Pennant befchreibt, war achtzehn Zoll lang, und 
ohne die FlofTen fieben Zoll breit; fie hat, nach dem Bericht des Ray, ein 
mageres und zähes Fleifch, das beim Ueberflufs an beffern Fifchen von "dem 
Cornwallern verachtet wird ; fie hält fich gewöhnlich im Grunde des Meeres in 
fandigen Gegenden auf, und lebt von Krebfen, Mufcheln und Schnecken. Man 
fängt fie mit der Grundfchnur, bey Gelegenheit wenn diefe wegen andere 
Fifche auf den Fang ift ausgeworfen worden. Der Rothbutt , der in der 
Gegend von Koppenhagen gefangen wird, hat ein wohlfchmeckendes und leicht 
zu verdauendes Fleifch. Man geniefset ihn dafelbft fowol gekocht, als gebraten; 

im 

l) Br. Zool. III. pag. 238. c) Synopf. Pifc. pag. 163. n. s. 



Der Rothbutt. 33 

im erftern Fall wird er gewöhnlich mit einer holländifchen Brühe, und im 
letztern mit darauf gedrücktem Citronenfaft genofTen ; bevor man ihn 
bratet, wird die Haut auf der untern Seite längs der RückenflofTe gefpalten, 
der Kopf durchfchnitten , darauf die Haut abgezogen > und mit jenem vom 
Fleifch getrennt. 

Die Engländer nennen diefen Fifch Whiff; die Franzofen Barbat rougc; die 
Dänen RÖttbutt; und die Deutfchen Rothbutt. 

Jago a) hat diefen Fifch zuerft entdeckt, und Ray b) die erfte Zeichnung 
davon geliefert; ob fie gut oder fchlecht iit, davon kann ich nicht urtheilen, 
weil das Kupfer in meinem Buche fehlet. 

Diefer, der vorhergehende und der folgende Fifch gehören zu den 
linksäugigen Schollen. 



a) Br. Zool. III. p. 238. b) Synopf. Pifc. p. 163. n. 2. 



Naturg. aus!. Fifche. III. TL 



34 Die großfihuppigte Scholle. 

DIE GROSSCHUPPIGTE SCHOLLE. 

Pleuroneäes macrolepidotus. 

CXCte Tafel. 

Die Schuppen grofs. Br. 14. B. 6. A. 45. S. 17. R. 69. Pleuronecles fquamis 
magnis. P. xiv. V. vi. A. xlv. C. xvn. D. lxix. 

Solea fquamis in dextro latere grifeis, par- Aramaca Brafilienfibus, Wülughby Ichth. p. 

vis. Klein. MUT. Pifc. IV. p. 32. n. 8- 99- tab. T. 8- fig. 6. 

Aramaca, Lingoada, Cubricunha, Tonge. Aramaca. Ray Synopf Pifc. p. 33. n. 4. 

Marcgr. Brafil. p. 181. Peften, Gefner Jcon. animal. p. 97. Thierb. 
' Aramaca, Pifo. Ind. p. 66, S. 556? 
Prini Moriti Manufcr. Tom. IL Peften, Jonft. de Pifc. p. 76. tab. 27. fig. I. 

pag. 329. Aramaca,* pag. 198. tab. 36. fig. 2? 

~~ j„ JVlan unterfcheidtt diefen Fifch leicht von den übrigen Schollenarten , an den 

Diegiois-"g ro f sen Schuppen. In der BruftflofTe find vierzehn, in der BauchfloiTe fechs, 

Scholle. m der AfterfloiTe fünf und vierzig, in der SchwanzflofTe fiebenzehn, und in der 
RückenflofTe neun und fechszig Strahlen. 

Der Körper ift geftreckt; der Kopf grofs und fchuppenlos; die Mundöfnung 
weit; die untere Kinnlade ift länger als die obere, und beide find mit 
keilförmigen Zähnen, die fieh in eine Spitze endigen, 'bewafnet. Die Zunge ift 
glatt, frey, und zugefpitzt; die Augen flehen dichte beifammen, haben einen 
fchwarzen Stern , der von einem weifTen Ringe und einer braunen Linie umgeben 
wird; vor denenfelben find die doppelten Nafenlöcher fichtbar; die Kiehmen- 
öfnung ift weit, und der Kiehmendeckel beftehet aus zwey Blättchen! Die 
Grundfarbe des Fifches ift oben braungelb, und unten weifs; an jener nimmt man 
auf jeder Schuppe einen dergleichen Fleck wahr, diefe Flecke werden defto dunk- 
ler, je mehrfie dem Rücken näherkommen. Die Seitenlinie, die ohnweit dem 
Genick den Anfang nimmt, macht einen flachen Bogen nach untenzu, und endigt. 



Die großfihuppigte Scholle, g<j 

fich mitten in der runden Schwanzflofle. Die Strahlen in der Rücken- und 
AfterflofTe find einfach, die in den übrigen Flößen aber vielzweigigt; fämtliche 
Floflen haben eine braune Farbe. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner des brafilianifchen Meeres, wo er fich im 
Sande aufhält, und von Krebfen, Mufcheln und andern Fifchen lebt; er hat 
unter allen mir bekannt gewordenen Schollenarten die längften Zähne; er wird, 
nach der Anzeige des Prinzen Morit^, zwey Fufs lang; man fängt ihn fowol 
mit Netzen, als auch mit der Angel, wenn felbige mit einem kleinen Fifch oder 
mit einer Krebsfcheere verfehen worden ift; er hat ein wohlfchmeckendes Fleifch. 

Die Zeichnung, die ich hier mittheile, ift nach einem Original gemacht, 
welches mir aus dem Herzoglich Braunfchweigifchen Kabinet in diefer Abficht 
gütigft mitgetheilt ward. Nach der Zeit fand ich diefe Scholle auch in den 
Handzeichnungen des Prinzen Morit{. 

Die Brasilianer nennen diefen Fifch Aramaca; die Portugiefen dafelbft 
Lingoada, und Cubricunha; die Holländer Tonge; die Deutfchen die grofi- 
fchuppigte Scholle; und die Franzofen la Sole ä grandes ecailles. 

Beim Gefner finde ich eine Zeichnung , die mit der unfrigen viele 
Aehnlichkeit hat; er fagt von ihr, dafs er fie aus Rom erhalten habe, wo der 
Fifch unter dem Namen Ptclen bekannt wäre a). Da kein anderer italienifcher 
Schriftfteller einer Schollenart unter diefer Benennung gedenkt; und da felbft 
Jovius, der einen eigenen Traktat von römifchen Fifchen fchrieb, ihrer nicht 
erwähnt: fo zweifle ich an der Richtigkeit der GefneriCchen Nachricht. 

Klein ift zu entfchuldigen , wenn er unfern Fifch nur kleine Schuppen 
giebt b), da er wahrfcheinlich feine Befchreibung nach der Marcgrafkhen 
Zeichnung, in der fie nur als kleine Punkte angedeutet find, gemacht hat. 

*) Thierb. p. 556. 3) MUT. P. IV. p. 32. n. 8. 



E i 



gö Der langhaarige Spiegelfifch. 

SPIEGELFISCHE*). 



DER LANGHAARIGE SPIEGELFISCH, 

Zeus ciliaris. 

CXCIte Tafel. 

Einige Strahlen in der Rücken- und AfterflofTe länger als der Körper. K. 7. 
Br. 17. B. 5. A. 19. S. ai. R. 30. Zeus radiis quibusdam in pinna dorfali 
analique corpore longioribus > Br, vn. P. xru. V. V. A. xix. C. XXI. 
D. xxx. 



L/iefer Spiegelfifch läfst fleh von den übrigen feines Gefchlechts durch die fechs 
Der lang- r b ö 

haarigeSpie- fehr langen haarförmigen Strahlen in der Rücken- und AfterflofTe unterfcheiden. 
gelfafch. j n j er j^i e ] imen i iaut zählet man fleben, in der BruftflofTe fiebenzehn, in der 

BauchflofTe fünf, in der AfterflofTe neunzehn, in der SchwanzflofTe ein und 

zwanzig, und in der RückenflofTe dreißig Strahlen. 

Der Körper hat eine rautenförmige Geftalt, ifl faft eben fo breit als lang, 

und dabey fehr dünn und fchuppenlos. Der Kopf ifl klein und fehr abfchüflig; 

die Mundöfnung von mittlerer Gröfse; beide Kinnladen find mit kurzen fpitzen 

*) Im zweiten Tbeil der Fifche Deutfeh- dratus; und den andern finde ich im Uten 
landes, S. 23, wo ich von den Spiegel- Bande der Defcript. des Ans & Met., S. 
fifchert überhaupt redete, fagteich, dafs uns 562, unter der Benennung: Poiflon de lune; 
vier Arten bekannt wären; feit diefer Zeit letzteren hat auch Ström im Nordmeere, 
habe ich noch vier kennen gelernt; davon Sundmeer S. 323, und Pennant im fchotti- 
befchreibt den einen Sloan, in feiner Naturel fchen Meere, Britt. Zoo!. III. S. IOI, gefün- 
Hißory ofjamaica, im 2ten Bande, S. 290» den; und ich werde hier zwey neue aus Oll- 
unter dem Namen: Faber marinus fere qua.- indien befebreiben» 



Der langhaarige Spiegelfifch. 37 

Zähnen befetzt; die untere flehet vor der obern hervor; und die Oberlippe ift 
aus zwey langen breiten Knochen zufammengefetzt. Dicht an den Augen find 
die doppelten runden Nafenlöcher befindlich; jene find grofs, rund., haben 
einen fchwarzen Stern und einen filberfarbenen Ring. Der Kiehmendeckel 
beftehet aus zwey Blättchen; die Kiehmenöfnung ift weit, und die Kiehmen- 
haut zur Hälfte bedeckt. Der Rücken und der Bauch bilden einen Bogen, 
fo wie auch die Seitenlinie bey ihrem Anfang ; der After liegt in gleicher 
Entfernung von der Schwanzflofle und dem Munde. Sowol der Rumpf als der 
Kopf ift filberfarben, nur fpielt an erfterem der Rücken ins Bläuliche, und an 
letzterem der Kiehmendeckel ins Gelbe; fämtliche Flößen find braun, die am 
Bauch fehr lang, und ihre Strahlen einfach; die BruftflofTen find fchmal; die 
Schwanzflofle ift in der Mitte beinahe bis an den Grund getheilt, und mit vielzwei- 
gigen Strahlen verfehen. Die erften eilf Strahlen in der Rückenflofle find fehr 
kurz und einfach; die mittleren lang; die zwölf letztern kurz, und endigen fich 
in zwey weiche Spitzen. Eben dergleichen Strahlen nimmt man in der Afterflofle 
wahr; jedoch find hinten nur eilf, und vorne ift nur einer vorhanden; wie fich 
aus dem bewafneten Munde ergiebt, fo gehört er zu den fleifckfreflenden Wafler- 
bewohnern. Diefer Fifch ift in Oftindien einheimifch; ich habe ihn vom feiigen 
Dodor König aus Suratte erhalten. Da er bey feinem fehr dünnen Körper nur 
wenig und zugleich zähes und unfchmackhaftes Fleifch hat: fo wird er von den 
dafigen Einwohnern nicht geachtet. 

Die langen und haarförmigen Strahlen haben mich zu den dem Fifche 
beigelegten Benennungen veranlafTet. 



E3 



33 



Der Meerhahn. 



DER MEER HAHN. 

CXCIIte Tafel. Fig. I. 

Der zehnte Strahl in der RückenflofTe, und der zweite in der AfterflofTe am 
längften. K. 7. Br. 16. B. 6. A. T T ^. S. 14. R. -g%. Zeus radio dorfali decimo 
analique fecundo longißmos. Br. Vif. P. xrri. V. Vi. A. 3™. C. xxiv. 



D. - J ^. 

XXIV 



Zeus Gallus, Z. radio dorfali decimo anali- 
que fecundo corpore longioribus. Linn. 
S. N. p. 454- n - 2. 

Zeus pinna ani folitaria, ventre inermi cauda 
bifurcata. Gron. Zooph. pag. 96. n. 312. 
Muf. i. pag. 48. n. 108. 

Tetragonoptrus, totux argenteus teviflimus; 
pinnis dorfali et ventrali fimplicibus , abs- 
que filamentis, pifcis admodum compref- 
fus. Klein. Min". IV. p. 38. n. 8- & Te- 
tragonoptrus laevifiimus , totus coloris ar- 
gentei uti prascedens ; praeter duo fila lon- 
ga in ventre et unicum ex pinna dorfali 
oriundura, nigra, n. 9. 

Pifcis Abucatuaja Brafilienfibus, Peixe Gallo 
Lufitanis vocatus. Seb. Thef. III. p. 72. 
n. 34. tab. 26. fig. 34. 

Abacatuaja Brafilienfibus, Peixe Gallo Lufi- 
tanis. Marcgr. Brafil. p. 161. 

Pifo. Ind. p. 54. 

— Willughb. Ichth, p. 295. tab. S. 

18. fig. 2. 



Meerhsehn, Gallus marinus feu Faber indi- 
cus. Append; p. 3. tab. 7. fig. I. 

Abacatuaja Brafilienfibus, Peixe Gallo Lufi- 
tanis. Ray Synopf p. 99. n. 28. 

Jonft. de Pifc. p. 202. tab. 37; 

fig. 2. 

Ruyfch. Theatr. animal. p. 141. 

tab. 37. fig. 2. 

Abacatuaja. Cours d'hift. Nat. Tom. V. p. 
439. tab. 9. fig. 5. 

The larger Silverfifh, with long fins. Brown. 
Jam. p. 455. 

I ferduk. Forsk. Defcript. animal. p. XVIII. 

Söesmed, Kollivfiuternak. Otto. Fabr. Faun. 
Grönl. p. 160. n. II 6. 

Meerhshn. Nieuhoff. Ind. Tom. I. p. 270. 

Lune. Dutertre, Antill. Tom. II. p. 215. tab. 

pag. 209. 
Bonte laertje, ou Ie Rameur. Renard. Hiir. 

de Poiff. II. pl. 26. fig. 128. 

Der Meerhahn. Müll. L. S. IV. S. 143. 



Der Meerhahn. 39 

JVxan erkennet diefen Fifch an dem zehnten Strahl in der Rücken- und am ; 

zweiten in der AfterflofTe , welche von den übrigen die gröfsten find. In der u er "M eer - 
Kiehmenhaut zählet man fieben, in der Bruftfloffe fechszehn, in der BauchflofTe hahn tj 
fechs, in der AfterflofTe vierzehn, in der Schwanz- und RückenflofTe vier und 
zwanzig Strahlen. 

Der Körper ift fehr dünn, filberfarben ins Crime fpielend, und fchup- 
penlos; der Kopf ift grofs, fehr abfchüffig, und die Mundöfnung weit; beide 
Kinnladen find mit fehr kleinen Zähnen befetzt; und die obere Lippe mit 
zwey breiten Knochen verfehen. Die doppelten NafenlÖcher find an den Augen 
befindlich; diefe letztern find rund, grofs, und haben einen fchwarzen Stern in 
einem braunen ins Silber fpi-elenden Ringe. Die Kiehmenöfnung ift weit; der 
Kiehmendeckel lang, und beftehet aus einem einzigen Blättchen,, unter welchem 
die Kiehmenhaut verborgen ift. Die Seitenlinie bildet bey ihrem Anfang einen 
Bogen; und der After ift ohnweit den Bauchfloffen befindlich. Sämtliche FlofTen 
haben eine fchöne grüne Farbe; in der RückenfloiTe find die erften neun Strahlen 
kurz und hart, die folgenden viere lang und weich, beide Arten einfach; die 
übrigen an ihren Spitzen getheilt; die AfterflofTe hat nur einen ftachelichten und 
dfey lange Strahlen, die übrigen find eben fo, wie die in der vorhergehenden 
gebildet. Die Bruft- Bauch - und SchwanzfloiTen haben vielzweigige Strahlen;, 
die erftern laufen in eine, und die letztern in zwey Spitzen aus. 

Marcgraf Tagt , dafs unfer Fifch durchaus filberfarben fey, und dafs nur die 
beiden langen Strahlen fchwarz wären. Der Prinz Morit^ hingegen hat ihn fo 
vorgeftellt, wie ich ihn hier liefere,- denn ich habe meine Abbildung nach defTen 
Handzeichnung ausmahlen lafTen. Pifo fagt ebenfalls, dafs die Farben grün find ä). 
Diefer Fifch ift ein Bewohner fowol der heifTen und kalten , als 
auch der gemäfsigten Gegenden. Marcgraf /;) und Pifo c) geben uns Nachricht: 

a) Indiz, p. 55. c ) Indis, p. 54. 

5} Brafil. p. 161. 



4» Der Meerhahn. 

von einem aus Brafxlien; Brown d) aus Jamaica; Dutertre e) von den Antillen ; 
Nieuhoßf) aus Oftindien; und ForskaÖl g) von der Infel Malta. Er erreicht, nach 
der Anzeige des Prinzen Morit{, die Gröfse von einem halben Fufs; er hat gleich- 
falls ein gutes Fleifch, das fowol gekocht als gebraten genofTen wird; und da er 
mit fehr kleinen Zahnen verfehen ift, fo kann er auch nur von Würmern, Infekten 
und von der Brut anderer Wafferbewohner leben. Man bemächtigt fich feiner 
mit dem Netze und der Angel; nach demPifo foll er alsdann wie ein Schwein 
grunzen h). 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch der Meerhahn, von den Franzofen Coa 
de mer und Lune genannt; in Holland heifst er Maanvifch; in Brafilien 
Abacatuaja; von den Portugiefen dafelbft wird er Peixe Gallo genannt; in 
Ortindien heifst er Ikan Kapelle; und in Arabien 'i ferduk, 

Gronovs Frage : ob unter der zweiten Gattung, nach der zehnten Ausgabe 
des Zmneifchen Syftems von Spiegelfifchen, der unfrige zu verftehen fey i), 
kann ich mit Ja beantworten, da Zinne' von ihm fagt, dafs der zehnte Strahl in der 
Rückenfloffe der la'ngfte fey; diefem Schriftfteller mufs der Pflugfchaar nicht zu 
Gerichte gekommen feyn, fonft hätte er nicht den Guaperva und Aabcatuaja 
des Marcgraf zu den unfrigen anführen können. Auch Brown ift unrichtig 
angeführt; denn dafs er einen ganz andern Fifch befchreibt, werde ich bey den 
folgenden beweifen. Klein hat unfern Fifch doppelt aufgeführt k) ; man 
vergleiche die von ihm angeführte Zeichnungen, fo wird man finden, dafs ich 
Recht habe. 

Marcgraf irret, wenn er fagt, dafs unfer Fifch zahnlos fey /). 



d) Jaroaic. p. 454. h) Ind. p. 54. 

c) Antill. Tom. II. p. 215. i) Zooph. p. ir8. n. 312. 

/) Ind. Tora. I. p. 210 *) MifT. Pifc. IV. p. 38. n. 8. 9- 

g) Defcript. animal. p. XVIII. 7) Brafil. p. i8r. 



DER 



Der lifiige Spiegelfifck. 4I 



DER LISTIGE SPIEGELFISCH. 

Zeus infidiator. 
CXCIIte Tafel. Fig. 2. 3. 

Die Mundofnung klein. K. 7. Br. 16. B. £. A. ^. S. 13. R. ^. Zeus ore 
anguflo. Br. vu. P. xvi. V. y ( A. ||. C. xvm. D. ^^, 

kJie kleine Mundofnung dienet zum Kennzeichen diefes Fifches. In der 



Kiehmenhaut zählet man lieben , in der BruftflolTe fechszehn, in der BauchflolTe n r/r- 
fechs, in der AfterflofTe zwanzig, in der SchwanzflolTe achtzehn, und in der Spiegelfifch. 
Rückenflofle vier und zwanzig Strahlen. 

Diefer Spiegelfifch ift nicht fo breit als die übrigen ; fein Kopf ift klein 
und vorn etwas ausgehöhlt. Der Mund hat bey diefem Fifch eine befondere 
Einrichtung; die untere Kinnlade, welche grade aufftehet, hat ihr Gelenke in 
dem Winkel beim Anfang des Kinns: fafst man diefelbe an, um den Mund zu 
öfnen, fo beugt fie lieh nach vorwärts, bekömmt eine grade Richtung die 
obere Kinnlade ziehet fich heraus, und es entlieht dadurch eine röhrenförmige 
Schnauze; die Mundofnung, die bishero oben am Kopfe war, ift jetzt in der 
Mitte delTelben, wie folches bey Fig. 3. zu fehen ift; ziehet nun der Fifch die 
Oberldnnlade ein, fo folgt ihr die untere nach, und der Fifch bekömmt die 
vorige Geftalt. Diefer Mechanifmus dienet zur Ernährung des Fifches; denn 
wenn derfelbe , da er gewöhnlich nahe an der Oberfläche fchwimmt, die 
Waflermücken und andere Infekten an den Ufern oder auf dem Waller 
bemerkt: fo ftöfst er plötzlich den RülTel hervor, fprützt das durch die Kieh- 
men eingefogene Wafler auf die Infekten, und indem fie damit herunterfallen, 
hafchet er fie. Wie wunderbar hat doch der Schöpfer für die Erhaltung feiner 
ErfchafFenen geforgt ! 

Naturg. ausl. Fifcke. III. Th. F 



4* Der liflige Spiegelfifch. 

Da fich nun diefer'Fifch durch Lift ernähret, fo hake ich den ihm 
beigelegten Namen nicht für unfchicklich. Beide Kinnladen find mit kleinen 
fpitzen Zähnen zum Feilhalten der Infekten verfehen; die Nafenlöcher find dicht 
an den Augen, letztere haben einen filberfarbenen ins Gelbe fpielenden Ring; 
der Kiehmendeckel beftehet aus zwey Blättchen; die Kiehmenhaut, welche 
unter felbigem verborgen liegt, wird von fieben Strahlen unterftützt; und die 
Kiehmenöfnung ift fehr weit. Die Seitenlinie, welche nahe am Rücken läuft, 
bildet bey ihrem Anfang einen flachen Bogen , und wird ohnweit dem Ende der 
RückenflofTe unterbrochen; fie kömmt in der Mitte des Schwanzes wieder zum 
Vorfchein, und verliert fich in defTen FlofTe. Der After ift dicht hinter den 
kleinen BauchflofTen, bey denen der vierte Strahl ftachelicht ift, befindlich. 
Die Seiten find filberfarben , und mit vielen fchwarzen Punkten befprengt; 
der Rücken ift braun, und mit fchwarzen Flecken befetzt; am Rande defTelben 
nimmt man zwey Reihen nach hintenzu gebogene Stacheln, und zwifchen diefen 
eine'Furche zur Aufnahme der FlofTe wahr; in der RückenflofTe find die erften 
fieben, und in der AfterflofTe die drey vorderften ftachelicht, die übrigen aber 
weich, und an den Enden getheilt; die Strahlen in der Bruft- und SchwanzflofTe 
hingegen find vielzweigigt. 

Diefen merkwürdigen Fifch habe ich meinem würdigen Freunde, dem 
Königlichen Dänifchen Kunft Verwalter, Herrn Spengler in Koppenhagen, zu 
verdanken , der ihn vom Doclor König aus Suratte erhalten hat. Er ift ein 
Bewohner der dafigen füfsen WafTer, hat ein fettes und fehr wohlfchmeckendes 
Fleifch, welches ftatt der Schuppen mit einer dünnen Haut, die-wie ein Silberblatt 
autfiehet, umgeben ift. Man fangt ihn fowol mit dem Netze als mit der Angel, 
wenn letztere mit einem fliegenden Infekt verfehen wird. 



Der Pflugfchaar. 



43 



DER PFLUGSCHAAR. 

CXCIIIte Tafel. Fig. 2. 

Per zweite Strahl in der Rücken- und AfterflofTe fehr lang. K. 7. Br. ig, B. 6. 
A. -^2. S. 19. R. -^-. Zeus radio dorjali, analique fecundo longijjimo. B.vil* 



P. xvm. V. vi. A. 



xxir 



C. xix. D. 



vi 

XXXV 



Zeus Vomer. Z. cauda bifurca, fpina ante 
pinnam analem dorfalemque recumbente 
Linn. S. N. p. 454 n. 1. 

Zeus cauda bifurca, SÜfver-Skrabba. Muf, 
Adolph.. Friedr. I. p. 67. tab. 31. fig. 9. 

Tetragonoptrus, fquamulis pinnisque coloris 
ad inftar bombycini, fplendentis nigri; 
circa os linea crafla purpurea, duplex: 
corpore lato et comprefTo quatuor digitos 
longo-, tres lato. Klein, MUT. Pifc. IV. 
p. 38. n. 7. Tetragronoptr. totus argen- 
teus; corporis figura praecedenti fimilis; 
laeviffimus ; pinnis dorfali et ventrali fim- 
pücibus, äbsque filamentis; pifcis admo- 
dum compreffus. n. 8- tab. 12. fig. 1. 

Zeus cauda bifurca colore argenteo purpu- 
reoque fplendens. Sölvplettet Guldfific. 
Müll. Prodr. p. 44. n. 370. 



Rhomboida major alepidota, radiis anterio- 
ribus pinnae dorfalis et anaüs longiffimis, 
pinnis ventralibus et cauda majoribus. The 
larger Silverfifh with long fins. Brown, 
Jamaic. p. 455. n. 2. 

Guaperva Brafilienfibus. Marcgraf. Brafiliae. 

P- 145- 
— Willughb. Ichthyol, tab. O. 1. 

fig. 4. 
Abacatuajarana. Prinz Morit*. 

Manufcr. 
Jonfi. de Pifcib. p. 178. tab. 32. 

fig- 3- 
RuyfcL theatr. Anim. I. p. 124. 

tab. 32, fig. 3. 
Zilvervifch, Index Muf. Schwencken. p. 16. 

n. 74. 
Der Pflugfchaar. Müll L. S. IV. Th. S. 142: 



tan erkennet diefen Fifch an dem zweiten Strahl in der Rücken- und 



AfterflofTe, welche den Rumpf an Länge übertreffen. In der Kiehmenhaut D 5 pfl 
zählet man Geben., in der BruftflofTe achtzehn, in der BauchflofTe fechs, in der fchaar, 
AfterflofTe zwey und zwanzig, in der SchwanzflofTe neunzehn, und in der 
RückenflofTe ein und dreiffig Strahlen. Der Körper ift breit, dünn, und ohne 
Schuppen; der Kopf ift fehr abfehüffig, fchmal und lang-, die Mundöfnung 

F a 



44 Der Pßagfchaar. 

ift von mittlerer Gröfse; und beide Kinnladen, wovon die untere die längfte ift, 
find mit fehr kleinen fpitzen Zähnen befetzt. Die Nafenlöcher find dicht an den 
Augen befindlich; letztere find rund, haben einen fchwarzen Stern, und einen 
filberfarbenen Ring, der von einem rothen umgeben wird. Der Kiehmendeckel, 
der nur aus einem fchmalen Blättchen befteht, ift lang, die Kiehmenöfnung weit, 
und die Kiehmenhaut liegt unter erfterem verborgen. Am Rumpfe nimmt man 
die Seitenlinie, den After, vier nach hintenzu gekrümmte Stacheln, und die 
FlofTenwahr; erftere fängt am obern Ende des Kiehmendeckej&^n, bildet einen 
Bogen nach dem Rücken zu, und verlieret fich in der Mitte der SchwanzflofTe; 
der After liegt gleich hinter den langen und fchmalen BauchfiofTen ; und die 
zwey Stacheln find vor der AfterfloiTe befindlich. Sowol der Rumpf als der Kopf 
ift in Brafilien filberfarben ins Blaue fpielend; in Norwegen hingegen fpielet er 
ins Purpurfarbene. Sämtliche FlofTen find lang, und haben eine fchöne blaue 
Farbe; in der RückenflofTe ift der erfte Strahl ftachelicht, der zweite, dritte, 
vierte und fünfte find lang, der fechste, fiebente, achte und neunte kurz und 
ftachelicht, der zehnte ift wieder lang, und die übrigen find kurz, weich, und 
an den Enden getheilt; von eben der Befchaffenheit find auch die Strählen in der 
AfterflofTe, nur der erfte ift ftachelicht; die Strahlen in der Bruft- und Bauch- 
fiofle find vielzweigigt. Von den oben gedachten vier Stacheln find zwey vor 
der Rücken-, und eben fo viel vor der AfterflofTe, befindlich. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner der brafilianifchen und norwegifchen GewäfTer; 
nach der Bemerkung des Prinzen Morif{ erreicht er die Länge eines halben 
Fufses; er hat zwar nur wenig Fleifch, es ift aber fowol gekocht als gebraten 
wohlfchmekkend. Er lebt von Mufcheln und Krebsbrut; man fängt ihn fowol 
mit dem Netze als mit der Angel. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch Pflugfchaar ; die Schweden Silfyer- 
Skrabba; die Norweger Sölypkttet Guldßfk ; die Franzofen Vomer; die 
Holländer Zilvervifch ; die Engländer in Jamaica larger Silver - Fifh\ und die 
Brafilianer Guaperva. 



Der Pßugfchaar. 45 

Marcgraf, der uns zuerft mit unfern Fifch bekannt gemacht hat, verfall uns 
zugleich mit einer ziemlich guten Zeichnung a) , davon wir beim Willughby b% 
Jonßon c) und Ruyfch d) eine Copie finden. 

Linni giebt unferm Fifch zwey RückenflofTen, und zwey nach vorwärts 
gekrümmte Stacheln, davon eine am Rücken, und die andere am After fitzen 
foll e); allein ich habe weder an den vier Exemplaren , die ich von diefem Fifch 
befitze, felbige bemerken können, noch finde ich fie in den Zeichnungen, die 
uns Marcgraf und Prinz Morit^ von diefem Fifch gegeben haben; felbft in der 
Abbildung, die uns diefer Schriftfteller geliefert hat/), finde ich nur eine Flofle, 
und keine Stacheln, angedeutet. 

Aller Wahrfcheinlichkeit nach hat Klein unfern Fifch als zwey verfchiedene 
Gattungen aufgeführt g). Seinem Vorgeben nach foll zwar die achte Art von 
der fiebenten darin unterfchieden feyn, dafs fie nur kurze Strahlen hat; allein 
aus feiner davon gegebenen Zeichnung h) erfiehet man, dafs er ein getrocknetes 
Exemplar befeflen habe, an dem die langen Strahlen fehlen. 



ß ) Brafil. p. 145. e) S. N. p. 454. n. I. 

Ä) Ichthyol, tab. O. I. fig. 4, f) fyfof. Adolph. Fr. tat?. 31. fig.9. 

c) De Pifcib. tab. 3a. fig. 3. g) Miff. IV. p. 38. <n. 7. 8- 

rf) Theatr. animal. tab. 32. fig. 3. A) — — tab. 12. fig. I. 



F3 



4 6 Von den Klippfifchen. 

■ ■ ■ ^rs^p^.-rm „...,,., 



- - ■ %ft 

Liftes GESCHLECHT. 

KLIPPFISCHE. 
Erster Abschnitt. 

Von den Klippfifchen überhaupt. 
Die Zähne borftenartig. Pifces dentlbus fetaceis. 

Chaetodon. Lim. S. N. gen. 164. p. 460. Rhomboides. Klein. Mifl". Pifc. IV. p. 36. 

Ancd. gen. 36. p. 51. Tetragonoptrus p. 37. n. 1— 4. p. 39. 

Gromv Zoq h 6 n. 13. 14. Platigloffus. p.40. n. 3 — 5. 

1 ' Bandoulilre ou Echarpe. Gouan, Hut. de 

— ; — Forsk. Defcript. animal. P. XII. Poitf gen. 14. p. 103. 137. 

p. 59. Klippfifche. Leske Anfangsgr. S. 373. 
Brown. Jamaic. p. 454. Müll. L. S. IV. Th. S. 162. 



iJ'ie borftenartigen Zähne unterfcheiden diefe Fifche von den übrigen 
BruftflofTern. Der Körper ift breit , dünn, von beiden Seiten zufammenge- 
drückt, mit harten Schuppen bedeckt, und bey den mehreften mit Queerbanden 
geziert. Der Kopf und die Mundofnung find klein; die Lippen zürn Hervor- 
ftofsen und Zurückziehen eingerichtet; die Zähne find beweglich, von gleicher 
Lange, flehen dicht beifammen, und endigen fich in eine Spitze. Die Augen 
find klein, rund, mit einer Nickhaut verfehen, und ohnweit dem Scheitel 
befindlich; die Nafenlöcher find doppelt, klein, und haben ihren Sitz nahe am 
Auge. Die Kiehmenhaut hat bald drey., bald mehrere Strahlen; bey einigen 
nimmt man entweder am Backenknochen ohnweit dem Munde, oder am 
Kiehmendeckel einen Stachel wahr; bey den mehreften ift die Rücken- After- 
und SchwanzfiofTe fteif und mit Schuppen befetzt. Bey allen findet man in der 



Von den Klippßfihen. 47 

Rücken- und AfterflofTe Stacheln, deren Anzahl bey den einzelnen Gattungen 
verfchieden ift, und daher nicht feiten zum Kennzeichen dienen. 

Die Fifche diefes Gefchlechts find Bewohner der heißen Himmelsftriche von 
Afien, Africa und America. Den altern Ichthyologen find fie unbekannt 
geblieben; Marcgraf befchrieb zuerft vier Gattungen a'); Nieuhof zwey b)\ 
Ruyfih einen c) ; und Willughby zwey d) , die Artedi zufammen in ein Gefchlecht 
unter den obenangeführten Namen bringt, und felbiges mit fünf neuen Gattungen 
vermehrt e) , die zufammen vierzehn Arten ausmachen. Artedi giebt feinem 
Gefchlecht zwar nur zehn, weil er den Jaguacaguare des Marcgraf, und den 
Seabat des Willughby ausläfst, vermuthlich aus dem Grunde, weil fie nicht fo 
breit, wie die andern Klippfifche, find ; die Nieuhof 'fchen hingegen fcheinen ihm 
unbekannt geblieben zu feyn. Nach der Zeit lehrten uns Catesbyf) und Eduart g), 
ein jeder zwey, Klein dreizehn h), Seba fünfzehn i), Forskaöl dreizehn k) , Brown 



a) Paru, acarauna, Iter Brafil. pag. 178. 
Jaguacaguare, p. 156. Guaperva, p. 178. 
Chaetodon Saxatilis. L. 

b~) Strantvifch, Ind. II. p. 269. Chaet. 
Argus. L. Soldatenvifch , p. 276.. Chaet. 
Capiftratus. L. 

c) Tafelfifch. Theatr. anim, II. p. 1. n. I. 

d) Acarauna quadrata. Ichth. p. 217. Sea- 
bat. Append p. 24. 

e) Chaetodon lineatus. L. Syn. p. 79. n. 5. 
Chaet. nigricans. L. n.|6. Chaet. cornutus. 
L. n. 7. Chaet. canefcens. L. n. 8. Chaet. 
Striatus. L. p. 80. n. 10. 

f) Turdus rhomboidalis. Carol. II. p. 10. 
Acarauna major, p. 31. 

#) Acarauna maculata. Vögel. VIII. Th. 
tab. 73. Chaet. lanceolatus. L. Avef. II. 
tab. 23. 

K) Rhomboides. MifT. IV. p. 36. n. 5. 6. 



7. 8- 9. Chaet. aruanus. £, n. 11. 12. 13. Te- 
tragonoptrus. p. 37. n. 1.3. 6. 13. 15. Chaet, 
acuminatus. L. 

i) Chaet. Thef. III. p. 65. n. 4. Chaet. 
trioftegus. L. p. 66. n. 7. Chaet. canefcens, 
X. p. 66. n. 8. Chaet. macrolepidotus. L. p. 

67. n. 11. 13. 14. 15. Chaet. pinnatus. L. p. 

68. n. 17. Chaet. roftratus. L. n. 18. Chaet: 
vagabundus. L. p. 69. n. 19. 21. p. 70. n. 23. 
p. 71. n. 30. p. 100. n. 35. 36. 

A) Chaetodon orbicularis. Defcript. anim. 
p. 59. n. 79. Chaet. fafciatus. n. 80. Chaet. 
auriga. p. 60. n. 8l- Chaet. feira. n. 82. 
Chaet. mefoleucos. p. 6r. n. 83- Chaet. 
asfur. n. 84. Chaet. maculofus. p. 62. n. 85. 
Chaet. fordidus. n. 87- Chaet. unicornix. 
p. 63. n. 88. Chaet. fohal. n. 89- Chaet. 
nigrofufcus. p.64. n. 90. Chaet. bifafciatus. 
p. 64. n. 91. Chaet. piclus. p. 65. n, 92. 



48 Von den Klippfifchen. 

zwey l), Garden einen m), und Linne vier 72) Arten kennen, welche zufammen 
drey und fechszig Gattungen ausmachen, davon aber Linne nur drey und zwanzig 
in fein Syftem aufgenommen hat, indem er den Paru und die Acarauna des 
Marcgraf ', imgleichen die acarauna quadrata und Seabat des JVillughby, den 
Turdus rhomboidalis und die acarauna major des Catesby , und die mehreiten 
vom Seba ausläfst, des Klein aber gar nicht Erwähnung thut. Darauf lehrte uns 
Valentin 6) einen neuen kennen, Auch, finde ich noch im Manufcript des Prinzen 
Moriq eine, und im Plümier fechs Zeichnungen neuer Arten. In einer ohnlängft 
erhaltenen Sammlung von japanifchen Fifchen habe ich noch fechs neue ange- 
troffen, die zufammen fieben und fiebenzig Gattungen ausmachen. Ob fie 
indelTen alle von einander wirklich unterfchieden, oder ob nicht viele davon 
Abänderungen find, und nur unter verfchiedenen Benennungen vorkommen? kann 
ich um fo weniger beftimmen, da vonfehr vielen die Zeichnungen fehlen, und 
die Befchreibungen nicht von der BefchafFenheit find , dafs man für jeden Fifch 
einen Karakter darin finden könnte. 

Merkwürdig ift es, dafs wir von diefer grofsen Anzahl kaum ein oderzwey 
Stück in den europäifchen Gewäflern , dahingegen , nach dem Bericht des 
berühmten Naturkündigers, Herrn Abbe Fortis, in dem pyrenäifchen Gebürge 
deutliche Abdrücke' davon in Schieferp) antreffen. Die mehreften gehören in 
Oftindien zu Haufe. Im Renard allein finde ich ein und fünfzig abgebildet; da 
aber die Befchreibungen fehlen, und die Zeichnungen höchfl elend find, auch 
nicht feiten ein Fifch mehrmal darin vorgeftelit ift: fo läfst Geh nicht mit Gewifs- 
heit fagen, welche oder wie viele neue darunter find. 

/) TheSea-Butterfly. Jamaic. p. 454. n. 1, n. it. Chaet. rotundus. p. 466. n. 22. 

The belted and variegated Angelfifh. n, 4. 0) Moluckfche Hertog. Out & Nieuw. 

m) Chaetodon alepidotus, & Oftind. p. 504. 

n) Chaet. argenteus. p.46r.n. 6. Chaet. p) Rotier Journ. de Phyfig. mois de Mars, 

punetams. n. 7. Chaet. leueurus. p. 463. an. 1786. p. 163. tab. 1. 

ZWEITER 



1^~ 



Der Plümierfike Goldfifch. 49 

■ i. ,■■■,■ j&k^fehgffi? 



Zweiter Abschnitt. 

Von den Klip pfifchen ins b efo n d e r e. 



DER PLUMIERSCHE GOLDFISCH. 

Chaetodon aureus. 

C X C I I I t e Tafel. Fig. r. 

Der Körper goldfarbig, eine Stachel am Backenknochen. Br. 12. B. 6. A. T 2 -. 
S. 15. R. |~|. Chaetodon aureus, aculeo ad os malae. P. xn. V. Vi. 
A.^C.xp-.D.^L 

L/ie fchöne Goldfarbe, womit diefer Fifch prangt, und der ftarke Stachel _ 1 . 

am Backenknochen find Kennzeichen für denfelben. In der BruftflofTe find I ' 

Der Plü- 
zwölf, in der BauchflofTe fechs, in der After- und SchwanzflofTe fünfzehn, und mierfche 

in der RückenflofTe vier und zwanzig Strahlen. Goldfifch. 

Der Körper hat bis an den Schwanz eine ovale Gertalt, und ift, die 

Bruft- und BauchflofTe ausgenommen, mit harten gezähnelten Schuppen befetzt; 

die MundÖfnung ift klein ; beide Kinnladen find mit borftenartigen Zähnen 

bewafnet ; die Lippen find ftark ; die Nafenlöcher doppelt , und ohnweit 

den Augen befindlich; diefe haben einen fchwarzen Stern, der von einem 

röthlichen Ringe umgeben wird. Der Kiehmendeckel beftehet aus einem 

Blättchen, das fich an der BruftflofTe in eine Spitze endiget; die Kiehmenöfnung 

ift weit, und die Kiehmenhaut liegt unter dem Deckel verborgen. Die 

Naturg. ausl Fifche. III. Th. G 



m Der Plümierfche Goldfifch. 

Seitenlinie, welche ohnweit dem Auge ihren Anfang nimmt, bildet einen 
ilachen Bogen, und der After ift beim Anfange der FlofTe gleiches Namens 
lichtbar. Die Flößen lind am Grunde gelb, und an den Enden grün. In der 
RückenflolTe nimmt man zehn, und in der AfterflofTe zwey Stacheln wahr. Die 
Strahlen in den fämtlichen FlolFen find vielzweigigt; die Schwanz- und Bruft- 
flolTen rund, und die übrigen lichelförmig. 

Diefer fchöne Fifch, den ich in der Handzeichnung des Paters Plümier finde, 
ift ein Bewohner der Cewäfler der antillifchen Infein. Da der Pater Plümier 
weiter nichts von ihm angemerkt hat, als das, was ich beim Anfang angeführt 
habe: fo kann ich auch weiter nichts von ihm fagen, als dafs er zu den 
Raubfifchen gehöre, weil fein Mund mit folchen Zähnen, welche zum Feilhalten 
der Beute gefchickt lind, verfehen ift. Seine Benennungen habe ich von der 
fchönen Farbe , womit er pranget, hergenommen. 



Der Kayferfifch. $i 



DER KAYSERFISCH. 

Chaetodon Imperator. 

CXCIVte Tafel. 

Der Körper der Länge nach geflreift, vierzehn Stacheln in der RückenfloiTe. 
Br. ig. B. i.' A. -/^ S. iö. R. |£. Chaetodon longitudinaliter firiatus , acu- 
leis dorfalibus quatuordecim. P. xviii. — . A. Yxni' ^" XVI ' D ' ' ^v • 

Der Kayfer van Japan. Renard. Hift. de acutis, valde extenfis, maxillis fpinofis. 

Poiff. Tom. II. pl. 56. fig. 238. Index Muf. Schwencken. p. 32. n. 82. 

Chaetodon eximiae naagnitudinis et raritatis, Der Japan Keizer. Ruyfch. Thefaur. Animal. 

ftriis parallelis nigris ac flavis eleganter Tom. I. p. 37. n. 1. tab. 19. fig. 1. 

coloratus, pinnis ventraübus ac pecloralibus 

IVXan erkennet diefen Fifch an feinen nach der Länge laufenden Streifen, und - -""' - . - 

2. 
den vierzehn Stacheln in der RückenflofTe. In der BruftflofTe find achtzehn, in jj er Ka V f er 

der Bauchflofie fechs, in der AfterflofTe drey und zwanzig, in der SchwanzfloiTe fifch - 
fechszehn, und in der RückenflofTe vier und dreißig Strahlen. 

Der Kopf ift grofs, und durchaus mit kleinen Schuppen befetzt. Der Mund 
ift klein; die Kinnladen, in denen lange borftenartige Zähne ßehen, find von 
gleicher Länge, und werden von ftarken Lippen umgeben; die doppelten - 
Nafenlöcher find dicht an den Augen befindlich; letztere find grofs, haben einen 
fchwarzen Stern, der von einem orangefarbigen Ringe umgeben wird; um 
denfelben nimmt man einen blauen bogenförmigen Streifen wahr. Der Backen- 
knochen ift blau eingefafst, und mit einem ftarken Stachel verfehen. Der 
Kiehmendeckel beftehet aus zwey Blättchen, davon auf einem jeden ein blauer 
Streif zu fehen ift. Am Rumpfe fiehet man hinter den Bauch- und Bruftfloflen 
grofse, und vor denfelben kleine Schuppen. Die Seitenlinie, welche am Genick 
anfängt , nimmt ihre Richtung ohnweit dem Rücken , längs dem Körper, 

G a 



5* Der Kayfirfifch. 

macht am Ende der RückenflofTe eine Beugung nach untenzu, und verliert fich 
in der Mitte der Schwan zflofTe. Die Grundfarbe des Fifches ift gelb, und die 
nach der Länge laufenden Strahlen find blau; die Rücken- und Afterfloflen find 
dick, fteif, und abgerundet; letztere ift bey ihrem Anfange mit drey kurzen 
ftarken Stacheln, die Bauchflofle aber nur mit einem langen Stachel verfehen; 
fämtliche Strahlen find vielzweigigt. 

Diefen bunten Fifch fand ich unter der obengedachten Sammlung, welche 
ich aus Japan erhalten. Er ift um ein anfehnliches gröfser, als die von ihm 
genommene Zeichnung. 

Zufolge der Berichte, die Ruyfch a) und Renard b) von ihm geben; fo 
ift er noch fetter, als der Lachs, und unter allen efsbaren indifchen Fifchen 
der gröfste und fchmackhaftefte. Da er nur feiten gefangen wird: fo flehet 
er in einem fehr hohen Preife, und kann daher nur auf der Tafel der Grofsen 
erfcheinen; und daher rührt wol feine Benennung, nicht aber, wie Ruyfch 
vorgiebt c) , von der Krone, womit fein Kopf geziert feyn foll. Wie feine 
fpitzen Zahne vermuthen laffen; fo lebt er von dem Raub anderer WafTerbe- 
wohner. 



a) Thefaur. animal. I. p. 37. n. I. c) I, a. B. 

*) Hift. de Pohl; Tom. II. pl. 56. fig. 238. 



Der gefir elfte Klippfifch. 53 



DER GESTREIFTE KLIPPFISCH. 

Chaetodon fafciatus. 

CXCVte Tafel. 

Der Körper bandirt, fieben Stacheln in der AfterflofTe. Br. 16. B. f. A. ^. 

S. 14. R. ■§■§■. Chaetodon corpore fafciato } aculeis abdominalibus feptem. P. 

T _ / A VII n _. XIV 

xvi. V. Fj . A. — . C.xiv, D. ~ Wr 

Ducheffe, Klipvifch met de agterfte Rug-en ou toille peinte. pl. 38« fig- 169? 

Aarsvin rond, de Aarsvin inet banden. Ikan fengadji molukko, of de molukfche 

Renard. Hift. de Poiff. Tom. I. p. 22. pl. -Hertog. Valentyn. Out & Nieuw. Ooft. 

14. fig. 81. Douwing bätard d'Harocke. Ind. Tom. III. p. 504. n. 507. fig. 507. 
Tom. II. pl. 16. fig. 77 ? Chietfevifch 

IVIan erkennet diefen Fifch an feinem bandirtcn Körper, und an den fieben = 

Stacheln in der AfterflofTe. In der BruftflofTe zählet man fechszehn, in der Dergeftreif- 
BauchfiofTe fechs, in der AfterflofTe ein und zwanzig, in der SchwanzflofTe zwölf, 
und in der RückenflofTe drey und dreiffig Strahlen. 

Der Kopf, die Schuppen, und die Mundöfnung find klein, die Kinnladen 
gleich lang, und wie die übrigen bewafnet. Die Lippen find ftark, und die doppelten 
Nafenlöcher ohnweit denAugen befindlich; letztere haben einen Meinen fchwarzen 
Stern, der von einem weifTen, blauen und braunen Ring umgeben wird. Auf 
der Stirn, imgleichen über, unter, und hinter den Augen nimmt man blaue 
Streifen wahr. Der Backenknochen ift gezähnelt, und endiget fich in einen 
Harken Stachel; der Kiehmendeckel beftehet aus einer dünnen Platte; die Kieh- 
menöfnung ifl weit, und die Kiehmenhaut liegt unter jenen verborgen. Die 
Grundfarbe des Fifches ift weifs, mit blauen Streifen, die braun eingefafst 
find; die Seitenlinie fängt am Auge an, nähert fich dem Rücken, mit dem 
fie parallel läuft, macht am Ende der RückenflofTe eine Beugung, und verliert 

G 3 



54 Der gefireifte Klippfifih. 

fich darauf wie gewöhnlich. Der After hat feine Lage in der Mitte des Körpers; 
die BrußflofTe ift kurz, klar, und rundlich. In der BauchflofTe finde ich einen, 
und in der Rückenflofie vierzehn Stacheln; die übrigen Strahlen in fämtlichen 
Flößen find weich und vielzweigigt. An den blauen Banden in'der Afterflofle 
finde ich nicht die braune Einfaffung, die man am Rumpfe wahrnimmt. 

Diefer bunte Fifch, der ohne Zweifel wegen der vielfarbigen Banden von den 
Japanern Herzog genannt wird, ift in Oftindien einheimifch. Ich habe die 
Zeichnung vom Herrn Do&or Boddaert in Utrecht erhalten; da ich aber weder 
beim Valentin, noch Ruyfch und Renard etwas von feiner Naturaefchichte 
finde: fo bleibt mir weiter nichts übrig von ihm zu fagen, als dafs, wie ich aus 
feinem bewafneten Munde urtheile, er wie die übrigen diefes Gefchlechts zu den 
fieifchfrefTenden WafTerbewohnern gehöre. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch den geflreiften Klippfifch; die Franzofen 
Bandouiliere rayee , die Indier Ikanfengadji molukko; und die Holländer dafelbft 
molukkfche Hertog. 

Valentyn, der uns, wie oben gedacht, diefen Fifch zuerft bekanntmachte, 
lieferte auch eine erträgliche Zeichnung] von ihm a). Im Renard finde ich 
noch zwey andere Vorftellungen b) , die unferm Fifche gleichen; aber ob er ihn 
vervielfältiget habe, oder ob es wirklich Abänderungen find, kann ich wegen 
Mangel an Befchreibungen , und der fchlechten Zeichnungen, nicht beurtheilen. 



a) Out & Nieuw Ind. III. fig. 507. 

b) Hift. de Poiff. Tom. II, pl. 16. fig. 77. pl. 38. fig 169. 



Der gefleckte Kllppfifch. 5$ 



DER GEFLECKTE KLIPPFISCH. 
H Chaetodon guttatus. 

CXCVIte Tafel. 



Zwey Stacheln in der BauchflofTe. Br. 15. B. f. A. T V S. ifi. R. ■§£. 

V A ' xri 



Chaetodon aculeis duobus ventralibus. P. xv. V. ==» A. ^=1, C. xvi* 



D. -™ 

XXIII 



D 



er erfte und letzte Strahl in der BauchflofTe, welche ftachelicht find, geben 



4- 
ein Merkmal, woran diefer Fifch zu erkennen ift. In der BruftflofTe zählet man Dergefleck- 

funfzehn, in der BauchflofTe fünf, in der After- und SchwanzflofTe fechszehn, teKlippfifch 

und in der RückenflofTe drey und zwanzig Strahlen. 

Der Körper ift im Verhältnifs zu den übrigen Klippfifchen fchmal und 

lang, und mit kleinen Schuppen bedeckt. Die Mundöfnung ift gröfser, als bey 

den übrigen; die Kinnladen find von gleicher Länge, und mit fpitzen Zähnen 

bewafnet; die Lippen find ftark, und die obere, die aus zwey Knochen beftehet, 

kann der Fifch hervorftofsen und zurückziehen. Die Augen find grofs, rund, 

haben einen fchwarzen Stern, und einen dunkelgelben Ring; vor denfelben 

nimmt man die doppelten Nafenlocher wahr. Der Kiehmendeckel beflehet aus 

einer einzigen dünnen langen Tafel, unter welcher die Kiehmenhaut verborgen 

liegt; die Kichmenöfnung ift weit; die Seiten find nach dem Rücken zu grau, 

unten weifs, und mit runden wie WafTertropfen gebildeten braunrothen Flecken 

geziert; die Seitenlinie, welche am Kiehmendeckel anfängt, nähert fich dem 

Rücken, bildet einen flachen Bogen, ift am Ende der RückenflofTe unterbrochen, . v 

und erfcheint. v ieder in der Mitte des Schwanzes. An diefem Fifche find die. 



57 Btr gefleckte Klippfifch. 

FlofTen fchuppenlos; die BruftflofFe ift braungelb; die BaucliflofTe grau; die 
'Schwanzflofie gelb; die Rücken- und AfterflofTe find dunkelgrau. Die Strahlen 
in fämtlichen FlofTen find, bis auf den ftachelichten , vielzweigigt, und die 
am Schwänze ift mit braunröthlichen Punkten geziert; die Rückenfloffe ift mit 
dreizehn, und die Afterfloffe mit fieben ftarken Stacheln verfehn. 

Auch diefer fchöne bisher unbekannt gebliebene Fifch fand fich unter 
der obengedachten Sammlung aus Japan. Er ift gröfser , als die von ihm 
genommene Zeichnung, und gehöret ohnftreitig, wie fich aus feinem bewafneten 
Munde ergiebr, zu den fleifchfrefTenden Wafferbewohnern. Da er der einzige 
mir bekannte Fifch diefes Gefchlechts ift, der durchaus mit runden Flecken 
wie WafTertropfen befetzt ift: fo halte ich die ihm beigelegte Benennungen 
nicht für unfchicklich. 



Der fchwarTj. Klippfifch. 



51 



DER SCHWARZE KLIPPFISCH. 

Chaetodon Paru. 

C X C V I I te Tafel. 

Zehn Stacheln in der Rücken- und fünf in der AfterflofTe. Br. 14. B. 6. A . . 
S. 13. R.... Chaetodon aculeis decem dorfaälms, analibus quinque. P. xiv. 
V.vi.A... C.xv. D... 



Chaetodon niger, maculis flavis, lunulatis 
varius. Arttd. Synon. p. 71. n, 1. gen, 
p. 51. n. 1. 

Chaetodon operculis aculeatis; olliculis pin- 
nae dorfi anique intermediis inermibus, 
cauda rotundata, Iongioribus. Gron. Zooph. 
p. 68. n. 231. 

Rhombotides; in nigricante corpore fqua- 
mis flavis quafi lunulatis. Klein. Miff. Pifc. 
IV. p. 36. n. 3. 

Chaetodon minute variegatus, imis fqua- 



marum luteis femilunatis. Variegated An- 
gel -Fifh. Brown. Jamaic. p. 454. n. 3, 

Paru. Marcgr. Brafil. p. 144. 

Pifo. Ind. p. 55. 

Jonfi. de pifcib. p. 177. tab. 32. flg. 2. 

Ruyfch. Thefaur. Anim. p. 123. tab. 32. 

flg. 2. 

Ray. Synopf. Pifc. p. 102. n. 7. 

Biafilienfibus. Willughb. Ichth. p. 217. 

tab. O. 1. flg. 2. 

Acarauna altera major Lifleri. Willughby. 
Append. p. 23? 



fifch. 



JVlan erkennet diefen Klippfifch an den zehn Stacheln in der Rücken- und an — 1= 

den fünf in der AfterflofTe. Die Anzahl der Strahlen in der Rücken- und Der /h 
AfterflofTe kann ich nicht angeben, da der Prinz Morit[ t aus deflen Manufcript ze Klipp- 
ich diefen Fifch genommen habe , felbige mit zufammengezogenen Flößen 
abgebildet hat. In der Bruftflofle zählet man vierzehn, in der BauchflofTe fechs 
und in der SchwanzflofTe fünfzehn Strahlen. 

Der Kopf ift klein, und die Mundöfnung etwas weiter, als bey den übrigen 
Fifchen diefer Art. Die untere Kinnlade flehet vor der obern hervor, und beide 
Naturg. ausl Fifike. III. TL H 



58 Der fchwar\e Klippfifch. 

find mit den diefen Fifchen eigenen Zähnen bewafnet. Die obere Lippe beftehet 
aus zwey langen und fchmalen dünnen Knochen; die Augen find klein, und haben 
einen fchwarzen Stern, der von einem goldfarbigen Ring umgeben wird; vor 
denfelben nimmt man die einfachen Nafenlöcher wahr; der Kiehmendeckel 
beftehet aus zwey Blättchen, und endiget fich unterwärts in einem ftarken 
Stachel; die Kiehmenöfnung ift nicht fo weit als bey den übrigen Klippfifchen, 
und die Kiehmenhaut liegt unter dem Kiehmendeckel verborgen. Der Kopf 
und die Bruft find mit kleinen, das übrige des Fifches aber mit grofsen Schuppen 
bedeckt, die insgefamt eine gelbe Einfaffung haben; vor der BruftflofTe bemerkt 
man einen gelben Fleck. Die Grundfarbe des Fifches ift fchwarz, und nur an 
den Seiten, wo die filbernen Schuppen weit auseinander flehen, bekömmt er von 
dem Durchfcheinen der fchwarzen Farbe eine graue. In der Originalzeichnung 
habe ich keine Seitenlinie angetroffen; wahrfcheinlich hat diefelbe eben die 
Richtung wie bey den übrigen diefes Gefchlechts. Der After liegt in der Mitte 
des Körpers; die Bruft- und SchwanzflofTe find kurz und rundlicht; die Bauch- 
Rücken- und SchwanzflofTe lang und fichelförmig. 

Diefer Fifch gehöret in America zu Haufe, wo er vorzüglich in Brafilien 
und in Jamaica angetroffen wird. Marcgraf a) und Pijo b) befchrieben einen aus 
erfterer, und Brown c) aus letzterer Gegend. Erfterer beftimmt feine Gröfse 
nur auf neun bis zehn, der Prinz Mcrit^ hingegen auf fechszehn Zoll. Er gehört 
zu den efsbaren Fifchen, und lebt von andern kleinen WafTerbewohnern. Man 
fängt ihn fowol mit dem Netze, als mit der Angel. 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch der fchwar^e Klippfifch, von den 
Franzofen bandouliere noire, von den Brafilianere Paru, und von den Englän- 
dern in Jamaica variegated Angel- Fifa genannt. 



£) Brafil. p. 144. c ) Jamaic. p. 454. n. 3. 

*) Ind. p. 55. 



Der fchwang Klippfifch. 59 

Marcgraf, der uns zuerft, wie gedacht, mit diefen Fifch bekannt machte, 
lieferte uns zugleich eine Zeichnung, die wir im Pifo d), Willughby e), Jonfionf) 
und Ruyfch g) copirt finden; und da ihn auch Artedi mit Recht in fein Syftem 
aufgenommen: fo wundere ich mich un fo vielmehr, warum ihn Li nne in dem 
feinigen übergangen hat. 

Artedi zweifelt mit Recht, ob unter des Lißerfchen grofsem Paru unfer 
Fifch zu verftehen fey h). 

Gronov führt unrichtig die dritte Gattung der Acarauna major des 
Willughby zu unfern Fifch an i); es ifi vielmehr der Portugiefe, den ich bald 
befchreiben werde. 

Seine Frage: ob unter der Acarauna major des Catesby unfer Fifch zu 
verliehen fey k) , läfst fich mit nein beantworten , da diefer Fifch viele Stacheln 
am Backenknochen, und nur drey knöcherne Strahlen in der RückenfioiTe hat- 
auch find bey dem Catesbyfchen die Schuppen gröfser, und der Körper breiter ./), 
als bey dem unfrigen. 



d) Am angef. Orte. K) Gen. p. 51. n. r. 

e) Ichth. tab. O. I. fig. S. i) Zooph. p. 6$. n. 231. 

f) De Pifc. tab. 32. fig. 2. k) Am angef. Orte. 

g) Thef. A. tab. 32. flg. 2. /) Catesb. Carol. tab. 31. 



H et 



60 Der indifche Pfau. 



DER INDISCHE PFAU. 
Chaetodon Pavo. 

CXCVIIIte Tafel. Fig. i. 
Der Körper fenglicht, vierzehn Stacheln in der RückenflofTe. Br. 15. B. -J. 



A. T y. S. 16. R. -§f. Chaetodon oblongus , aculeis quatuordecim dor- 

— a n c - n XIV 
vi' xviv XVI ' XXVII ' 



falibus. P.xv. V.^ r A.~. C.xvi. D.^-. 



6. lVIan erkennet diefen Fifch an feiner länglichten Gertalt, und an den vierzehn 

erin 1 c e g tac ] ie j n j n j er Rückenflofle. In der BruftflofTe find fünfzehn . in der Bauchfloffe 
Pfau. ' 

fechs, in der AfterflofTe fiebenzehn, in der SchwanzflofTe fechszehn, und in der 

RückenflofTe fieben und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift grofs, die Mundöfnung klein; beide Kinnladen find mit feinen 

Zähnen bewafnet, und mit ftarken Lippen verfehen; über denfelben ift ein rundes 

Nafenloch, und zwifchen ihm und den Augen find blaue Linien fichtbar; jene 

haben einen fchwarzen Stern in einem weifsgrünen Ringe; hinter ihnen ift beim 

Anfange der Seitenlinie ein runder blauer Fleck vorhanden. Die Grundfarbe 

des Kopfes und der Bruft ift braungelb, worauf fchöne hellblaue Flecke flehen; 

der Kiehmendeckel beftehet aus einem Blättchen; die Kiehmenöfnung ift weit, 

und die Kiehmenhaut, welche frey liegt, wird von vier Strahlen unterftützet. 

Der ganze Körper ift fo bunt an verfchiedenen Farben, welche durcheinander 

fpielen, dafs er dadurch dem Pfaufchwanz ähnlich wird. Auch bey diefem 

Fifche fängt die Seitenlinie oben am Kiehmendeckel an, bildet, wie der Rücken, 

in defTen Nähe fie liegt, einen flachen Bogen, und verliert fich am Ende feiner 

FlofTe; der übrige Theil erfcheint in der Mitte des Schwanzes. Der After ift 

in der Mitte des Körpers befindlich ; die BruftflofTen find kurz und durchfichtig; 



Der indifcht Pfau. 61 

an den BauchflofTen nimmt man bey ihrem Anfang eine MittelflofTe wahr; in 
diefen ift nur ein Strahl; in der AfterflofTe find zwey, und in der RückenflofTe 
vierzehn Strahlen ftachelicht, die übrigen Strahlen in den FlofTen weich und 
vielzweigigt. 

Diefer bunte Fifch gehöret in Oftindien zu Haufe; wie grofs er eigentlich 
werde, kann ich nicht beftimmen; fo viel weifs ich nur, dafs er wegen des 
bewafneten Mundes zu den fleifchfreflenden Fifchen gehöre. Die Spielung feiner 
fchönen Farben hat mich veranlaget , ihn mit dem Namen des indifchen Pfaues 
zu belegen. 



H 3 



6i Der Schwarikopf. 

DER SCHTFARZKOPF. 

CXCVIIIte Tafel. Fig. 2. 

Drey fchwarze Banden am Körper. Br. 17. B. J-. A. -^. S, 16. R. |f. 
Chaetodon fafciis tribus nigris. P.xvn. P. — . A.—J.C.XVI. D. ^^. 

Chaetodon aruanus. Ch.cauda bifida, fpinis Bonte Duifje. Valette Out & Nieuw Ind. 

pinnae dorfalis 12. corpore fafciis fufeis. Vol. III. p. 50T. n. 489. fig. 491. 

Lim. S.Nat. p. 464. n. 17. Ch. *auda Chaetodon a!befcenSj macro lepidotus ; cau- 

bifurca, fafciis tribus fufeis, Buyt-Klippare. da bifarca & operculis branchiarum parura 

Muf. Adolph. Fridr. I. p. 63. tab. 33. fig. 8. ferratis , SeL Thef> m> p . ?a n- ^ pl< a6# 

Rhombotides, parvus, ad ortum caudae, in ^ _. 

medio latere et ad oculos fafciis tribus di- 

varicatus. Klein. Miif. Pifc. IV. p. 57. Chaetodon abu dafür. Forst. DefcriptAnün. 

pl. 30. n. 13. tab. 11. fig. 3. P- 6 5- n> 93- 

Bourgonjefe. Renard."Hi&. de PohT. Tom. I. Der Weiskopf. Müll. L. S. IV. S. 172. 

pl. 30. fig. 165. 

-- JVlan erkennet diefen Fifch an feinen drey fchwarzen Banden, davon die erfte 

Der über den Kopf, die zweite über die Bruft, und die dritte vom Ende der After- 

c . W f bis zum Ende der RückenflolTe gehet. Da der Grund filberfarben ift: fo frechen 

die fchwarzen Banden gut darauf ab. In der BruftflofTe zählet man fiebenzehn, 

in der BauchflofTe fünf, in der AfterflofTe dreizehn, in der SchwanzflofTe fechszehn, 

und in der RückenflolTe vier und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift grofs ; die Mundöfnung klein ; die Kinnladen find von gleicher 
Länge, und mit kleinen fpitzen keilförmigen oben zugefpitzten Zähnen bewafnet. 
Die Stirn und der Ring in den Augen ift weifs ; die Nafenlöcher find dicht an 
der Oberlippe befindlich; der Backenknochen ift gezähnelt; der Kiehmendeckel 
beftehet aus einem Blättchen., das in der Mitte in eine Spitze ausläuft; die 



Der Schwär ^kopf. 6$ 

Kiehmenöfnung ift weit, und die Kiehmenhaut liegt unter dem Deckel 
verborgen. Der Rücken, und feine FloflTen find grau, bis auf die Stelle, wo 
die fchwarzen Banden über diefelben laufen; die BaucliflofTen find lang, und 
fo wie die am After fchwarz; in erfterer ift einer, in letzterer find zwey , und 
in der RückenflofTe zwölf Stacheln vorhanden; die übrigen Strahlen find weich 
und vielzweigigt; die Bruftflofle ift zart und durchfichtig; die Schwanzflofle 
aber grau und rund; die Schuppen find klein, und auch die Rücken- After- 
und Schwanzflofle eben fo, wie bey den mehreften Klippfifchen , damit 
befetzt. 

Wir treffen diefen Fifch fowol um Indien, als um Arabien an. Forskaöl 
traf ihn in letzterer d), und ich erhielt ihn aus erfterer Gegend. Er hält fich 
zwifchen den Korallengewächfen auf, und lebt von Polypen und andern kleinen 
Seethieren. Sein Fleifch ift efsbar, und man bemächtigt fich feiner fowol mit 
der Angel, als mit dem Netze. 

Die Araber nennen ihn Abu Dafür; die Franzofen Bandouliere a trois Bandes; 
die Schweden Buyt- Klipp are ; die Holländer Bourgonjefe Kliphauns ; und die 
Deutfchen Schwär ^kopf. 

Klein b) , der unfern Fifch zuerft bekannt machte, lieferte zugleich, Co 
wie auch Linne c~) } eine gute Zeichnung. Letzterer hat zwar felbigen mit 
einem kleinen Ausfchnitt in der Schwanzflofle vorgeftellt d), den er auch für 
ein Rennzeichen diefes Fifches angiebt d); allein da bey meinem Exemplar die 
Schwanzflofle rund ift, womit auch der KleinCche übereinkommt, fo mufs das 
Linneifche Exemplar an diefem Theile befchädigt gewefen feyn. Bey diefer 
Gelegenheit will ich einige feiner Druckfehler verbeflern : im Syftem flehen bey 
der RückenflofTe, ftatt zwey und zwanzig, zwey und dreiflig Strahlen; denn 



a) Defcript. Animal. p. 65, n. 93. c) Muf. Adolph. Fridr. I. tab. 33. fig. 8. 

V) MuT. IV. tab. 11. fig. 3. <f) Sylt. Nat. p. 464. n. 17. 



<5 4 Der Schwar^kopf. 

in dem Mufeo, wo er ihn genau befchreibt, giebt er zwey und zwanzig an e). 
Wenn er auch im letzteren Werke, fowol im Text, als auf der Tafel, diefen 
Fifch arcuatus nennt: fo foll es wol aruanus heifTen. Da er den Fifch mit den 
bogenförmigen Banden bereits auf S. 61 unter der eben angeführten Benennung 
befchrieben, und auf der nemlichen Tafel unter Fig. 5. abgebildet hat. 

Diefer Fifch macht gleichfam den Uebergang von den Klippfifchen zu den 
Baarfchen. Seine Zähne und der Backenknochen find wie bey letzteren gebildet; 
der Körper hingegen ift, wie bey den Klippfifchen, breit, mit Banden geziert, 
und die Flößen mit Schuppen befetzt; da er indefTen mit keinen borftenartigen 
Zähnen, welche den Karakter diefes Gefchlechts ausmachen, verfehen ift: fo 
kann er nicht füglich zu diefen , fondern zu den Baarfchen gerechnet werden. 
Vermuthlich hat Linne die Zähne nicht genau unterfucht; da ich indefTen kein 
Syftem fchreibe: fo habe ich ihn, nach diefem SchriMeller, den Klippfifchen 
beigefellet. 



e) MuH Adolph. Fried. I. p. 63. 



Der Schwar{fioJfer. 6"^ 



DER SCHTTARZFLOSSER. 

Chsetodon Teira. 
Tafel C X C I X, Fig. i. 

Drey fchwarze Bänder am Körper; die Rücken- und AfterflofTe fehr lang. K. 5. 
Br. 11. B. £. A- 2%. S. 17. R. 3 S T . ChcEtodonfafciistribus nigris , pinna dorfali 
analique longißmis. Br. v. P. xi. V. — A. UI C. xvn. D. V - 

VI. XXVI. XXXIV. 

Chajtodon Teira; corpore rhombeo; fafcia Zeebotje. Ruyfch Theatr. Animal. Tom. I. 

transverfa duplici obfcuriori: pinnis ven- p. 1.8. n. 7. tab. 10. fig. 7. 

tralibus ani & cauda: falcafis, corpore Ion- BreedvinnigeKlipvifch. Index Muf. Schwenck. 

gioribus. Teyra, Däakar. ForskaölDefcript. p. 26. n. 78. 

Animal. p. 60. n. 82. tab. 22. Ikan Kambing, Bokkenvifch. Valent. Out& 

Cambing, Klipvifch, die baltig is en de Rüg, Nieuw Ind. Tom. III. p. 366. n. 62. fig. 

Buik-en Aarsvinnen zeer groot heeft. 62. Hiftor. Befchryb. der Äe/fm XXI Deel, 

Renard Hält, des Poifibns, Tom. I. p. 35. pl. 113. fig. 60. 

n. 129. pl. 24. fig. 129. 

IVlan erkennt diefen Fifch an feinen drey fchwarzen Bändern, und an der über- 8- 
aus langen Rücken- und AfterflofTe. In der Kiehmenheut zählet man fünf, in der Der 
Bruftfloffe eilf, in der BauchflofTe fechs, in der Afterflofle fechs und zwanzig, iu Schwarz ~ 
derSchwanzflbflefiebenzehn, und in der Rückenfloffe vier und dreifsig Strahlen. 
Der fehr dünne Körper, ift eben fo breit als lang und vorn abfchüffig; der 
Kopf und die Mundöfnung find klein, und die Zähne wie bey den übrigen Klipp- 
fifchen gebildet. Die doppelten Nafenlöcher find dicht an den Augen befindlich: 
letztere haben einen fchwarzen Stern, in einem weiflen ins rothe fpielenden 
Ringe. Der Kiehmendeckel beftehet aus einem Blättchen; die Kiehmenöfnung 
iß weit, und die Kiehmenhaut liegt zum Theil unter erfterem verborgen. Die 
Seitenlinie bildet einen Harken Bogen, der aus lauter weifsen Punkten zufam- 
mengefetzt ift; und d«r After ift ohnweit den Bauchfloffen befindlich. Die 
Naturg. aus!. Fifche. III. TA. I 



66 Der Schwar^flojfer. 

Schuppen find fehr klein und gezähnelt. Die Grundfarbe des Fuch.es ift weifs, 
auf der fich die drey fchwarze Banden, die in die Queer laufen, gut ausnehmen. 
Das erfte fängt an der Stirn an, umgiebt die Augen, und endiget fich am Kinn; 
das zweite hat feine Richtung vom Rücken bis am After, und das dritte ift nahe 
am Schwänze befindlich, und erftreckt fich über einen Theil der Rücken- und 
AfterflofTe. Der übrige Theil der gedachten FlofTen, imgleichen die B ruft- und 
SchwanzflofTe find weifs, die am Bauche aber fchwarz. In der RuckenflofTe 
finde ich bey ihrem Anfange fünf, und in der AfterflofTe drey Stacheln. 

Wir treffen diefen Fifch fowohl im Arabifchen als im Oftindifchen Meere an. 
Den hier abgezeichneten habe ich aus letzterer Gegend erhalten. Er erreicht, 
wie Forskaöl verfichert, die Gröfse einer Elle a) , hat ein efsbares Fleifch, lebt 
von Korallen und Mufcheln, und wird mit dem Netze und der Angel gefangen. 

. Die Deutfchen nennen diefen Fifch den Schwar^floßer; die Holländer Breed- 
vinnige Klippvish , Zeebotje; die Franzofen la Bandouliire ä nagcoires noires • die 
Araber, fo lange er klein ift, Teyre, und wenn er grofs ift, Däaker. In Oftindien 
wird er Ikan Cambing, von den dafigen Holländern aber Bokkenvish genannt. 

Boddaert führt unrichtig in feinem Text zum Renardfchen Werke, die 6te 
Figur auf der elften Tafel im 3ten Band des Seba, imgleichen die io^fte No. 
des Gronovfchen Mufceum zu unferm Fifche an b) : denn da letzterer der Rücken- 
und AfterflofTe nur die Länge des Körpers giebt, und da er bey feiner genauen 
Befchreibung der Banden gar nicht erwähnet, fo kann Gronov auch nicht unfern 
Fifch vor Augen gehabt haben; und was die erfte Figur betrifft, fo darf man 
felbige nur mit der unfrigen oder der Renardfchen vergleichen, um mein Ur- 
theil gegründet zu finden, 

a) Defcripr. Animal. p, 60. b~) Hift. des Poiff. Tora. I. p. 35. 



Der Bnitflojjlr. 67 

DER BREITFLOSSE R. 
Chstodon Vefpertilio. 

C X C I X t e Tafel. Fig. 2. 

Die Rücken- und AfterflofTe fehr breit, ein fchwarzer Band am Schwänze. K. 5, 
Br. 18. B. 6. A. g 3 ^-. S. 17. R. ~ 5 r - ChcBtodon pinna dorfali analiyue latis , 
fafcia caudali nigra, Br. v. P, xvm. V. Vi. A. — — — C. xvn. Z>.i-— 

XXXIII. XII. 

Sea-Batt. Willughb. Append. p. 24. tab. 0. 5? 

JVLan unterfcheidet diefen Fifch an feiner breiten Rücken- und AfterflofTe, und 9- 
an dem fchwarzen Band, das man beim Anfang der SchwanzflofTe wahrnimmt. Der Bmt - 
In der Kiemenhaut zählet man fünf, in der BruftflofTe achtzehn, in der Bauch- 
floife fechs, in der AfterflofTe drey und dreifsig, in der SchwanzflofTe fiebenzehn. 
und in der RückenflofTe ein und vierzig Strahlen. 

Diefer Klippfifch ift fehr dünn, und eben fo breit als lang. Der Kopf iß 
fchuppenlos, die Mundöfnung klein; die Lippen find öark; und ohnweit den 
Augen find nur zwey runde Oefnungen vorhanden. Die Augen haben einen 
fchwarzen Stern und einen filberfarbenen ins gelbe fpielenden Ring. Der Kiehmen- 
deckel beftehet aus zwey Blättchen, die mit einer Silberhaut überzogen zu feyn 
fcheinen; die Kiehmenöffnung ift fehr weit, und die Kiehmenhaut liegt zum 
Theil unter dem Deckel verborgen. Der Rumpf ift mit fehr kleinen Schuppen 
bedeckt, nach dem Rücken zu grau, an den Seiten und am Bauche weislich. Die 
Seitenlinie, welche oben an der Kiehmenöfnung ihren Anfang nimmt, bildet 
einen Bogen, und verlieret fich, wie gewöhnlich, in der Mitte der Schwanz- 
flofTe. Sämmtliche FlofTen haben vielzweigigte Strahlen und eine graue Farbe, 
nur die Rücken- und AfterflofTe find, fo weit fie von den Schuppen bedeckt 
werden, gelblicht. In den langen BauchflofTen ift der erfte Strahl ftachlicht. 

I a 



6Z Der Breitflojftr. 

In der AfterflofTe finde ich drey, und in der RückenflofTe fünf Stacheln von 
gleicher Befchaffenheit. Beide letzten FiofTen find ungemein breit und dick, 
von welchem Umftand ich die Benennung genommen habe. Ich fand ihn unter 
der Sammlung von Fifchen, die ich aus Oftindien erhielt. 

Von den Deutfchen wird diefer -Fifch der Brätflojfer , und von den Fran- 
zofen Bandouliire ä larges nageoires genannt. 

Im Willughby finde ich auf der Tafel O. 5. einen Fifch abgezeichnet, der 
eben fo breite FiofTen, wie der unfrige hat. Ift die Zeichnung getreu, fo gehört 
er in einer ganz andern Klaffe, da die BauchflofTen an der Kehle fitzen; im ent- 
gegengefetzten Fall aber könnteer wohl der unfrige feyn; indeffen wäre die 
Zeichnung doch fehlerhaft, da weder die Schuppen noch die Seitenlinie darin 
angedeutet find. 



Der großfihuppigte Rlippßfih. 



6 9 



DER GROSSCHUPPIGTE KLIPPFISCH. 

C C t e Tafel. Fig. r. 

Zwey Bänder am Rumpfe, die SchwanzflofTe grad, der vierte Strahl in der 
RückenflofTe fehr lang. Br. 16. B. f. A. -g^. S. 18. R. ||. Chcetodon 
bifafciatus, cauda truncata, radio dorfali quarto longlßmo. B. xvi. V. — 

. III „ _ XI ri * 

A. C. xviii. D. — — 

xxir. xxxir. 

Chcetodon macrolepidotus. C. cauda integra 
ipinis dorfalibus undecim, radio quarto 

dorfali filiform! longiflimo. Linn, S. N. p. 

464. n. 14. 
Chcetodon macrolepidotus. Index Muß Lin- 

cken. p. 43. 
ChiEtodon macrolepidotus, lineis utrinque 

duabus nigris, ofiiculo quarto pinna? dor- 

falis fetiformi longiflimo. Aned. Syn. p. 80. 

n. 9. Spec. p. 94. n. 6. 
Chcetodon ofliculis pinna; dorfalis tribus an- 

terioribus acutis, quarto fetiformi, feptem 

fubfequentibus iterum aculeatis. Gronov. 

Muf. II. p. 37. n. 194. 
Chcetodon maxillis producTis brevibus, ofli- 

culo quarto pinns dorfalis fetiformi lon- 
giflimo. Zooph. p. 69. n. 234. 
Chcetodon macrolepidotus; lineis utrinque 

duabus magnis nigris; ofiiculo quarto 

pinna: dorfalis fetiformi, longiflimo. Seb. 

Thef. Tom. III. p. 66. n. 8- tab. 25. fig. 8. 



Chstödon bifafciatus. Ind, Muf. Schwenk, p. 

32. n. 83- 
Rhombotides duabus fafciis obliquis, latifli- 

mis, pifcem in tres partes dividentibus ; 

tribus vel quatuor radiis in pinna dorfali 

excurrentibus. Klein Miff. Pifc. IV. p. 37. 

n. 12. tab. 11. fig. 2. 
Ikan Pampus Tereloc, de uitnemend-fraeje 

Pampus - Vifch. Valent, Out & Nieuw. 

Ind. Tom. III. p. 448. n. 324. fig. 324. 
Tafeififch. Ruyfch Pifc. Amboin. p. 1. n. 1, 

tab. I. fig. 1. 
BezaantjeKiipvifch, met drie Rugdoornen, 

het derde beentje allerlangft. Renard Hift. 

des poifl". Tom. 1. p. 5. n. 13. tab. 3. fig. 

13. grooteTafelvifch, Tom. II. pl. j. fig; 

1. moorfe Afgott. pl. 9. fig. 44. Vaan- 

draager, pl. 14. fig. 66 ? Speervifch, Piquier, 

pl. 16. fig. 75. 
Der grofsfchuppigte Klippfifch. Müller L. S. 

IV. Th. S. 170. tab. 6. fig, 3. : 



Uie zwey breite Bänder, welche man am Körper diefes Fifches wahrnimmt, 
und die fich bis in die Flößen verbreiten, die gerade SchwanzflofTe, und der 

13 



10 

Der grofs- 
fchuppigte 
Klippfifch, 



70 Der grofsfchuppigte Klippfifch. 

vierte Strahl in der RückenflofTe, welcher fehr lang und borftenartig ift, geben 
Merkmale ab, diefen Fifch von den übrigen feines gleichen zu unterfcheiden. 
In der Bruftflofle zählet' man fechszehn, in der BauchflofTe fechs, in der After- 
flofTe vier und zwanzig, in der SchwanzflofTe achtzehn, und in der RückenflofTe 
vier und dreifsig Strahlen. 

Der Kopf ift klein; die Kinnladen find von gleicher Länge; die Augen rund, 
und haben einen fchwarzen Stern in einem bläulichen Ringe; vor demfelben 
flehet man zwey paar kleine Oefnungen; über den Augen nimmt man einen, und 
vor denfelben einen andern braunen Fleck wahr. Der Kiehmendeckel beftehet aus 
einem Blättchen, und endigt fleh in der Mitte in eine Spitze; dieKiehmenöfhung 
ift weit, und die Kiehmenl\aut liegt unter erfterem verborgen. Die Schuppen 
find am Kopfe klein und vergrößern fich allmählig bis nach dem Schwänze zu. 
Die Seitenlinie bildet einen Bogen, und der After hat feine Lage beinahe in der 
Mitte des Körpers. Auf dem Silbergrund ftechen die braunen Bänder fehr gut ab. 
Die RückenflofTe hat eilf harte und drey und zwanzig weiche, und die Afterrlofle 
drey harte und ein und zwanzig weiche an den Enden getheilte Strahlen; in den 
übrigen FlofTen find fie vielzweigigt, und nur der erfle in der BauchflofTe ift ein- 
fach und hart. 

Das Vaterland diefes fchönen Fifches ift Oftindien. Er mufs eine anfehn- 
liche Gröfse erreichen, denn Renard erzählt, dafs man ihn auf der Infel Hila 
ohnweit Amboina von zo bis 2,5 Pfund fchwer antreffe a); er mufs alfo, da fein 
Körper nur fehr dünn ift, ziemlich grofs werden. Nach dem Valentyn b) hat 
er ein fettes und fehr gutes Fleifch, das dem von der Scholle gleich kömmt. 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch der grofsfchuppigte Klippfifch genannt. 
Bey den Franzofen heifst er Bandouliire ä larges icailles; bey den Holländern 
Tafeh/ifch, Bt{aantt Klipvijch t groote Tafelvifch, moorfe Afgott, Speer- und 
Pampusvifch, Vaandrager ; und bey den Indianern Ican Pampus und Tereloc. 



a) Hift. des Poiff. Tom. IL pl. I. fig. I. b) Out &Nieuw. Ind. Tom. III. p.448. n. 334. 



Der grofsfchuppigte Klippfifch. 71 

Vakntyn, der uns diefen Fifch zuerft bekannt machte, gab uns zugleich 

eine erträgliche Zeichnung von ihm c) , die wir im Ruyfch verkleinert^), und 

im Renard vergrößert e) copirt finden. Nachherhat uns auch Seba von diefem 

Fifch eine gute Abbildung geliefert/). 

Gronov fuhrt auch die gte Figur auf der 33ften Tafel des königl. fchwe- 
difchen Mufeum zu unferm Fifch an ^); allein man darf nur diefe Zeichnung 
mit der unfrigen vergleichen, fo wird man leicht gewahr werden , dafs es zwey 
verfchiedene Fifche find. 

Auch darin kann ich dem Gronov nicht Beifall geben, wenn er denjenigen 
Fifch, welchen Klein auf der Uten Tafel Fig. a. K) abgebildet hat, für den un- 
frigen hält, da bey diefem das Band über den Kopf gehet, und die SchwanzflofTe 
gabelförmig ift, bey dem unfrigen hingegen letztere rundlicht ift, und erfteres 
über die Bruft läuft. Ich halte den Kleinfchen Fifch für den Cornutus des Linne 
wie ich in der Folge zeigen werde. 

Btim Vakntyn kommen mehrere Fifche* vor, die dem unfrigen fehr ähnlich 
find; ob er ihn vervielfältigt habe, oder ob es befondere Arten find, diefes 
läfst fich aus feinen fchlechten Zeichnungen nicht beftimmen. 



c ) Out & Nieuw Ind. Tom. III. fig. 324. /) TheC III. tab. 25. fig. 8- 

d) Theatr. Pifc. p. I. n. 1. fig. 1. g) Zooph. p. 69. n. 234. 

e) Hift. des Poiff Tom II. tab. 1. fig. 1. Ä) MÜT.III. p. 39. n. 13. 



7a 



Der Seereiher. 



DER SEEREIHER. 

C C t e Tafel. 

Der Mund röhren- der Schwanz mondförmäg; der dritte Strahl in derRücken- 
flofle fehr lang. K. 4. Br. 13. B. 6. A. t \. S. 16. R. ^_. Chcetodon 
roßro cylindrico, pinna caudce lunata, radio tertio pinnce dorfi longißmo. 



Chanodön cornutus; C. cauda bifida, fpinis 
pinns dorfalis feptem, radio dorfali tertio 
longiffimo. Linn. S. N. p. 461. n. 5. 

Chcetodon cornutus, Muf. Lincken. p. 42. 

Chanodon cornutus, Largerßr. Chin. p. 25. 

Chstodon aculeis duobus brevibus, fupra 
oculos, officulo tertio pinns dorfalis lon- 
giffimo. Arted. Syn. p. 79. 11.7. Spec.p.92. 

Chauodon duobus aculeis brevibus fupra 
oculos, & officulo tertio pinna? dorfalis 
longiffimo praeditus. Seb. Thef. III. p. 65. 
n. 6. tab. 25. fig. 6. 

Tetragonoptrus magis latus quam longus, 



creti excurrunt ; ore prscedenti magis ex- 
ferto & dentato. n. 14. tab. 12. fig. 3. 

GeflamderTrompetter , Valent. Out & Nieuw 
Ind. Tom. III. p. 398. n, i6g tab. p. 
402. fig. 168. Ikan Paroeli Jang Djantan, 
Manneken van de Paroeli -Vifch, p. ior. 
n. 177. tab. p. 406. fig. 177. Ikan Pa- 
roeli Betina, Wyfken van de Paroeli- 
Vifch, p. 410. n. 201. fig. 201. Alferez 
D/awa, Javaanfche Vaandrig, p. 495. n. 
456. fig. 456. 

Ican Swangi, Ruyfch Theatr.Anim. Tom. I. 
p. 2. n.19. tab. 1. fig. 19. 



demtis ore & cauda; in mediis lateribus Bezaanqe Klipvifch met drie Rugdoornen, 



cineritii, csterum ex fufco variegati colo- 
ris; pinnis ventralibus, branchialibus & 
cauda fufcis; priores duo imprimis radii 
pinns dorfalis concreti in longiffimam Ii- 
gulam attenuatur; ore exferto & dentato. 
Klein MifT. Pifc. IV. p. 39. n. 13. tab. 12. 
fig. 2. & Tetr. tribus hneis latis.; amplif- 
fima verfus caudam, pinnas fimul macu- 
lante ; pinna dorfali radii circiter fex con- 



het derde beentje allerlangft. Renard Hifh 
desPoifT. Tom. I. p. 5. tab. 3. fig. 13. Be- 
zaatje Klipvifch , met de erfte vinbeentjes 
der Rugvin driemaal zo lang als het Lig- 
chaam, de Staart Maangewyze, het Lig- 
chaam met twee breede bruine banden, 
p. 21. tab. 12. fig. 76. Speer- vifch, Moor- 
fe Afgodt, Tom. II. pl. 39. fig. 173. 
Der Stachelkopf, Mali L. S. IV. Th. S. 164. 



Der Seerei-JDer röhrenförmige Mund, der dritte fehr lange Strahl in der RückenflofTe, 
und die mondförmige SchwanzflofTe find Merkmale für diefen Fifch. In der 

Kiehmenhaut 



her. 



Der Seereiher. 73 

Kiehmenhaut zählet man vier, in der BruftflofTe achtzehn, in der BauchflofTe 
Techs, in der AfterflofTe zwey und dreifsig, in der SchwanzflofTe fechszehn, und 
in der RückenflofTe fünf und vierzig Strahlen. 

Der Körper diefes Fifches ifl: dünn, und mit Tehr zarten Schuppen -bedeckt. 
Die Kinnladen find von gleicher Länge, und bemerke ich darin flatt einer zwey 
Reihen Zähne. Die Augen, die einen fchwarzen Stern, und einen gelblichten 
Ring haben, flehen dichte am Scheitel. Vor derselben flehet man zwey Paar 
kleine Oefnungen. Der Kiehmendeckel, der aus einem Blättchen beflehet, ift 
rundlicht; die Kiehmenöfnung ifl weit, und die Kiehmenhaut liegt unter dem 
Deckel verborgen. Dir Seitenlinie, die nahe am Rücken läuft, bildet einen 
ftarken Bogen, und der After ifl in der Mitte des Körpers befindlich. Die 
Grundfarbe, die weifs ifl, wird durch die fchwarzen Banden verfchönert. Das 
vordere, welches das Auge mit umfchliefst, ifl bey einigen Fifchen durch eine 
fchmalere hellere Stelle, der Länge nach getheilt. In der RückenflofTe finde ich 
drey harte, und fünf und vierzig weiche Strahlen. 

Wir treffen diefen Fifch in Oflindien an, und hat er nach dem Välentyn 
ein wohlfchmeckendes Fleifch a). 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch der Seereiher und der Stachelkopf 
und von den Franzofen Heron de mer genannt. In Indien heifst er Ican Paroeli t 
Betina, lang, Djantan, Alfere^ Ican Swangi und Djawa; die dafigen Holländer 
nennen ihn Manneken van de Paroeli- Vif ch, Javaanfche Vaandrig, Be^aantje 
Klip-vifik, Speer -vifch, und Moorfe AfgodL 

Wenn Linni unferm Fifch lieben Stacheln in der RückenflofTe giebt£), fo 
liegt wahrfcheinlich ein Schreib- oder Druckfehler zum Grunde; denn bey drey 
Exemplarien, die ich befitze, habe ich nur drey knöcherne Strahlen wahr- 
nehmen können. 



a) Out & Nieuw. Ind. Tom. III. p. 410. b) S. N. p. 461. n. 5. 

n. 2or. 

Naturg. ausl. Fifche. III. TL K 



74 & er Seereiher. 

Auch habe ich die zwey Stacheln an den Augen, die Linne c) und Artedi d) 
zum Kennzeichen rechnen, an meinen drey Exemplarien nicht bemerken können. 
Ob diefer Fifch die Stacheln nur in gewifTem Alter habe, oder ob der Sebaifche, 
nach welchem Artedi und Linne ihre Befchreibungen gemacht haben, eine Abän- 
derung von den meinigen fey, kann ich nicht mitGewifsheit beftimmen. 

Klein macht unrichtig aus unferm Fifch zwey Gattungen e); denn wie man 
aus feinen Zeichnungen fieht; fo find diefe nur darin unterfchieden, dafs bey 
dem einen das vordere Band getheilt ift. Allein wie wir eben gefehen haben; 
fo ift diefe Theilung nur blos zufällig, wovon meine in "Weingeift aufbewahr- 
ten Kleinjchen Exemplare redende Beweife find. Zwar ift auch bey der einen 
Figur der Mund länger vorgeftellt, als bey der andern; allein auch diefer 
Umftand fcheint zufällig und die Wirkung eines langfamern oder gefchwindern 
Trocknens zu feyn. 

Valentyn hat ihn als vier befondere Gattungen befchrieben und abgebil- 
det/) ; wenigßens finde ich bey feinen Zeichnungen keinen wefentlichen Unter- 
fchied. Hiervon hat jedoch Renard nur drey g), und Ruyfch einen h) copirt. 

c) S. N. p. 461. n. 5. 177. tab. pag. 406. fig. 177. p. 410. n. 20T. 

d) Syn. p. 79. n. 7. fig. 201. p. 495. n. 456. fig. 456. 

c) Miß! Pifc. IV. p. 39. n. 13. tab. 12. fig. g) Hift. des PoifT. Tom. 1 tab. 3. fig. 13. 

2. n. 14. fig. 3. . tab. 12. fig. 76. Tom II. tab. 34. fig. 173. 

f) Out & Nieuw. Ind. Tom. III. p. 39g. k) Theat. Aniin. tab. 1. fig. 19. 
n. 168. tab. ad pag 402. fig. 168. p. 101. n. 



Der einfleckigte Klippfifch. 75 



/DER EINFLECKIGTE KLIPPFISCH. 
Chsetodon unimaciilatus, 

CCIte Tafel. Fig. I. 

Ein fchwarzer Fleck auf der Seite, dreizehn Stacheln am Rücken. K. 4. Br. 14. 
B. 6. A. -2^-. S. iö. R. ff. Chcetodon macula nigra ad latera, aculäs dor- 
falibus tredeäm. JB. IV. P. xiv. V, vi. J,. ^— - C.xvi, &^/f 



Der fchwarze Fleck, der auf der Seitenlinie flehet, und die dreizehn Stacheln •. ■ 
•^ ' Der einflefc- 

in der RückenflofTe , find Kennzeichen für diefen Fifch. In der BruttflofTe zählet kigteKlipp- 
man vierzehn, in der BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe drey und zwanzig, in fifch. 
der SchwanzflofTe fechszehn, und in der RückenflofTe fünf und dreifsig Strahlen. 
Der Kopf ift klein, und mit einem fchwarzen Bande, der über das Auge 
gehet, gezieret. Die Kinnladen find von gleicher Länge, und die zwey Nafen- 
löcher dicht an den Augen befindlich; letztere haben einen fchwarzen Stern, der 
in einer weifsen Linie und einem braunen Ringe flehet. Der Kiehmendeckel ift 
aus zwey Blättchen zufammengefetzt, und die unter felbigem verborgene Kieh- 
menhaut hat vier Strahlen. Die Seiten find veifs, mit grofsen Schuppen 
bedeckt, und mit braunen nach der Quere laufenden Linien geziert. Die Sei- 
tenlinie, die im Genick ihren Anfang nimmt, nähert fich dem Rücken, bildet 
mit demfelben einen Bogen, und verliert fich in der Mitte der Schwanzflofle. 
Der Rücken ift grau , und am Schwänze ift eine braune Linie fichtbar. Sämmt- 
liche FlofTen find gelblich und mit vielzweigigten Strahlen verfehen. In der 
RückenflofTe finde ich dreizehn, und in der AfterflofTe drey Stacheln, von 
welchen letztern der mittlere der ftärkfte ift; diefe und die RückenflofTe find 
kurz , rundlicht und braun eingefafst. Auch diefer Fifch war mit in der 
oftindifchen Sammlung befindlich. 



7 6 Der Bogenfifih. 

DER BOGENFISCH. 

C C I t e Tafel. Fig. 2. 

Fünf weifTe Bänder am Rumpfe, neun Stacheln in der Rü.ckenfloffe. K. 6. Br. 

14. B. -§-. A. 3 3 y . S. 14. R. -£>j. Chcetodon fafciis quinquc albis, acukis 

novem dorfalibus. B. vi. P. xiv. V. — A. — C. xiv, D. — — 

Vi. xxv. XLUI. 

Chcetodon arcuatus. C. cauda integra, fpinis Seb. Thef. Vol. III. p. 63. n. 5. tab. 25. 

pinnae dorfalis oclro , arcubus quatuor al- fig. 5.0- 5 b. 

bis, Lim, S. N. p. 462. n. 8- Bugt-Klip- Platigloflus exiguus nigsr; zonis aliquot lu- 

pare, Muf. Adolph. Fridr. Tom. I. pag. 6r. teis pietu:, Klein MifT. Pifc.IV. p. 41. n. 5. 

tab. 23. fig. 5. Guaperva, Marcgr. Brafil p. 17g. 

Chstodon arcuatus, Muf. Linden, p. 43. Acarauna exigua nigra, zonis aliquot luteis 

Clmodon niger, capite diacantho, lineis eleganter depifla, Lifieri Willughb. Ap- 

utrinque quatuor, transverfis, curvis, pend. p. 23. tab. O. 3. fig. 3. Guaperva. 

Aned. Syn. p. 79. n. 4. Gen. p. 82. n. 4. fig. 4. 

Spec. p. 9r. Guaperva, Ray Synopf. Pifc. p. 103. n. 12. 

Cha:todon niger, capite diacantho, & lineis Der Bogenfifch, Mail. L. S. IV. Th. S. 167. 

utrinque quatuor, transverfis, curvis, tab. 6. fig. 2. 



13. JL/iefen fehönen Fifch erkennet man an feinen neun Stacheln am Rücken, und an 
Der Bogen- (j en fünf weifTen Bändern, welche auf dem braunen Grunde fehr gut abftechen. 
In der Kiehmenhaut zählet man fechs, in der BruftflofFe vierzehn, in der Bauch- 
flofTe fechs, in der Afterfloffe fünf und zwanzig, in der Schwanzfilofie vierzehn, 
und in der RückenflofTe drey und vierzig Strahlen. Von diefen Bändern um- 
giebt das erfte den Mund und das letzte die Schwanzfloffe; die übrigen drev 
laufen über den Rumpf, haben eine bogenförmige Geüalt, und find die Urfache 
der Linnäjihen Benennung. Der Kopf ift grofs; die Augen, welche am Scheitel 
ftehen, find klein, und haben einen fchwarzen Stern in einem goldfarbener) 
Ringe. Die Kiehmenöfhung ift weit, und am Kiehmendeckel nimmt man einen 
Stachel wahr. Die Seitenlinie befteht aus weifsen Punkten und der After ift 
in der Mitte des Körpers befindlich Die Grundfarbe des Fifches ift braun, die 



Der Bogenfifch. 77 

nach dem Rücken zu ins fchwarze übergehet. Ueberhaupt Gehet diefer Fifch 
aus, als wäre er mit Sammet überzogen, und mit Elfenbein eingelegt, welches 
einen reizenden Anblick gewähret. Da man daher die Schuppen nicht deut- 
lich wahrnehmen kann; fo habe ich eine befonders abbilden laßen. 

Der Bogenfifch ift ein Bewohner der brafilianifchen Gewäfler. Marcgraf 
beßimmt zwar feine Gröfse nur auf 3 bis 4 Zoll ; allein dafs man ihn auch 
gröfser antrifft, beweifet das Exemplar, welches ich befitze, und wovon die 
Zeichnung genommen ift; eine noch weit gröfsere enthält das Sebaifihe Werk.. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch den Bogenfifch; die Schweden Bugt* 
Klippare; die Franzofen la bandouliire ä arc ; die Engländer Are -Fish und die 
Brafilianer Guaperva. 

Marcgraf hat uns die erfte aber fchlechte Zeichnung geliefert; beim Wil- 
lughby finden wir diefe copirt und eine neue , die eben fo , als die , welche uns 
Linne im fchwedifchen Mufceum hinterlafTen hat, befTer ift, als die Marcgraf- 
fche; gut aber kann man diejenigen beiden Zeichnungen nennen, die wir dem 
Seba zu verdanken haben.. 

Gronov hat ganz recht, wenn er die Figur 5.0. auf der 15. Tafel des Seba 
für eine Abänderung unfers Fifches hält, da ihr nur die weifte Einfaflung der 
SehwanzflofTe fehlt, und die Afterflofle etwas länger ift , als bey dem Boganfifche;. 
hingegen irret er, wenn er die Acarauna major des Willughby'SviZ den unfrigen 
hält: denn diefer fehlen nicht nur alle Bänder, fondern flehat auch viel längere 
Strahlen in der Rücken- und Afterflofle; es ift diefes vielmehr die Haarfehuppe, 
welche wir bald befchreiben werden. Auch die übrigen Schriftfteller die Gronov 
zu diefem Fifch anführt, haben nicht den Bogenfifch, fondern den Paru des 
Marcgraf oder den jehwar^en Küppfifch der auf unfer lüften Tafel vorkommt, 
befchrieben, wie folches aus den angeführten Schriftftellern ; und der Zeichnung 
des Marcgraf erhellet. 



K3 



73 Der Schnabelfifch. 



DER SCHNABELFISCH. 

C Cllte Tafel. Fig. i. 

Die Kinnladen röhrenförmig, ein eingefafster Fleck am Rücken, Br. n. B. •§-. 
A. -^3. S. 15. R. -^. Chcetodon roßro cylindrico , macula ocdlata in dorfo. 
P.xu. r.*^J!L. ; Cxr.D.. IX 



VI XXIII XXXIX 

Chanodon roftratus; C. cauda integra, fpinis tax rotundis, macula nigra ad pinnam 

pinna; dorfalis novera maculaque ocellari, dorfalem, Zooph. p. 69. n. 203. 

roftro cylindrico, Zinn. S. N. p. 462. n. Chastodon macrolopidotus, albo flavercens, 

9. Nos-Klippare, Muf. Adulph. Fried. I. roftro longiffimo offeo, & macula nigra 

p.6. tab. 33. fig. 2. ad bafrn pinnae dorfalis, Seh Thef. III. p. 

Chatodon roftratus, Muf. Lincken. p. 43. 68- n. 17. tab. 25. fig. 17. 

Chaetodon macrolepidotus, albo flavefeens, JaculatorSchlofTeri, Pküofph. Transact. Tom. 

roftro longiffimo ofTeo, macula nigra ad XXV. p. 89- tab. 9. 

pinnam dorfalem, Gronov. Muf I. p. 48. Spritzfifch, Schütze, Spuytvifch, Strahl/. 

n. 109. Chaetodon roftro longiffimo of- Maga{. 1. Stück. S. 58. 

________ feo, pinnis dorfi, ani & caudae ad extre- Der RüfTelfifch, Müll. L. S. IV. S. 68. 

I4 * TV • 

Der Schna- -L/iefer Fifch unterfcheidet (ich von den übrigen diefes Gefchlechts durch den 

belfifch. röhrenförmigen Schnabel und den fchwarzen eingefafsten Fleck am Rücken. In 

der Bruftflofle zählet man zwölf, in der BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe drey 

und zwanzig, in der SchwanzflofTe fünfzehn, und in der Rückenflofle neun und 

dreifsig Strahlen. 

Der Rumpf ift breit und dünn, der Kopf fchmal und lang, die Mundöfnung 
klein. Die Kinnladen find von gleicher Länge, und mit kleinen Zähnen befetzt. 
Die Nafenlöcher find einfach, röhrenförmig und dicht an den Augen befindlich; 
letztere haben einen fchwarzen Stern, und einen gelben Ring, der zum Theil 
von einem braunen übers Auge laufenden Bande bedeckt ift. Die bogenförmige 
Seitenlinie läuft ohnweit dem Rücken, und der After liegt in der Mitte des 
Körpers. Auf der weiflen Grundfarbe des Fifches nimmt man braune nach der 



Der Schnabelfifch. 79 

Länge laufende Linien, und fünf nach der Breite laufende Bänder wahr, wovon 
die letztern weifs eingefafst find. Am Schwänze nimmt man ein fchwarzes Band, 
und am Rücken einen gleichfarbigen Fleck wahr : beide werden von einer 
weifTen Linie umgeben. In der FlofTe am Bauche fiehet man einen, in der am 
After drey, und in der am Rücken neun einfache und harte Strahlen. Die übri- 
gen Strahlen in fämmtlichen FlofTen find vielzweigigt. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner der oftindifchen GewäfTer. Vorzüglich hält 
er fleh, nach dem Bericht des Hofpitalauffehers zu Batavia Herrn Hommel, an 
den feichten Ufern des Meeres auf, und zwar in den Gegenden, wo fich die 
FlüfTe ins Meere ergiefsen. Seine Art fich zu nähren, macht diefen fchönen 
Fifch befonders merkwürdig: denn erweis der Fliegen, welche fich auf den aus 
dem Wafler hervorragenden Pflanzen fetzen, auf folgende Art fich zu bemäch- 
tigen. Er nahet fich der Fliege bis auf einer Entfernung von 4 bis 6 Fufs, und 
fpritzet das WafTer mit einer folchen Heftigkeit nach dem Infekte, dafs es ihm 
nie fehl fchlägt, felbiges ins WafTer herabzuwerfen, um es darauf verfchlingen zu 
können. Da diefes 'ein angenehmes Schaufpiel ift ; fo halten die Vornehmere 
auf mehreren oftindifchen Infein, diefe Fifche in grofsen Gefäfsen., um fich an 
ihre Jagd zu ergötzen. Herr Hommel hat diefen Verfuch felbft gemacht. Er liefs 
zu dem Ende einige Spritzfifche in ein weites mit SeewafTer angefülltes Fafs 
fetzen. Nachdem fich nun die Fifche an ihr Gefängnifs gewöhnt hatten; fo 
fpiefste Herr Hommel eine Fliege mit einer Nadel, und zwar an der Seite des 
FafTes. Hier fahe er nun zu feinem gröfsten Vergnügen, alle feine Fifche fich 
täglich um die Wette beftreben, fich der Fliege zu bemeiftern, und ohne Unter- 
lafs mit ungemeiner Schnelligkeit, und ohne jemals ihr Ziel zu verfehlen, ein- 
zelne WafTertropfen darauf abfchiefsen a). Man bemächtigt fich feiner fowohl 
mit der Angel, die mit einer Fliege verfehen ift, als auch mit dem Netze. Er 
hat ein gutes und wohlfchmeckendes Fleifch. 

a) Strahlfi Magaz. 1. Stück. S. 61, 



§0 Der Schnahelfifck. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch Schnabelfifch , Spritz fifch und Schübe; 
■die Holländer Spuyt-vlfeh; die Schweden Nos- Klippare j und die Franzofen 
Bandouliire ä bec. 

T)em Linnc haben wir die erfte b) ziemlich gute, .dem Seba aber c) eine 
noch befiere Zeichnung zu verdanken. 

Gronov irret, wenn er den Pilot -Fifch des Sloan mit dem unfrigen für 
einerley hält d). Man darf nur die Sloanfche Zeichnung e) anfehenj fo wird man 
finden, dafs es eine Gattung von Spiegelfifch f) fey. Aus eben diefem Grunde 
hat auch Gronov den Ray und Klein unrichtig angeführt g). 

Gronovs Frage ob unter dem Soldaten- Vife h, den wir auf der 5ten Tafel 
unter fig 4. des Anhangs von Willughby Ichth. finden, unfer Fifch zu verftehen 
fey, ift zu verneinen; denn es ift der Soldatenfifch h) , den wir auf Tafel CCV. 
fig. 5. liefern. Man vergleiche nur beide Zeichnungen mit einander, fo wird 
man ihre Uebereinftimmung leicht gewahr werden. 



b) Muf. Adolph. Frid. I. tab. 33. fig. 2. f) Zeus. 

c) Seb. Thef. III. tab 27. fig. 17. g) Am angef. Orte. 

d) Zooph. p. 69. n. 233. ä) Chastodon Caprifcus I. 

e) Jamaic. II. tab. 251. fig. 4. 



DIE 



Die Scheibe. gl 

DIE SCHEIBE. 
Chsetodon orbis. 

C C I I t e Tafel. Fig. 2. 

Der Körper fcheiben förmig, neunzehn Strahlen in der AfterflofTe, Br. ig. B. f. 
A. T 3 -p. S, iö. R. -2V ChcEtodon orbicularis , radils novemdecim in pinna 
anali. F. xviu. V. — . A. — . C. xn. D. ——, 

VI XIX XXVIII 

jVian erkennet diefen Fifch an der fcheibenförmigen Geftalt feines Körpers, und Die Scheibe, 
an den neunzehn Strahlen in der AfterflofTe. In der BruftflofTe find achtzehn, in 
der BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe neunzehn, in der SchwanzflofTe fechs- 
zehn., und in der RückenflofTe acht und zwanzig Strahlen vorhanden. 

Der Kopf ift klein , fehr abfchüfsig; die Nafenlöcher find einfach und ohn- 
weh den Augen befindlich, ihr Stern ift fchwarz und von einem goldfarbnen 
Ringe umgeben. Die Kinnladen find von gleicher Länge; die Kiehmenöfnung 
ift fehr weit, und die Kiehmenhaut liegt unter dem fchmalen und langen Kieh- 
mendeckel verborgen. Die Seitenlinie hat hier eine andere Richtung, als bei- 
den übrigen Klippfifchen; denn anftatt des gewöhnlichen Bogens, bildet fie 
mehrere unterbrochene gerade Linien, die gegen den Rücken einen ftumpfen 
Winkel machen. Der After liegt in der Mitte des Körpers. Die BauchflofTe 
ift lang, und nur mit einem, die AfterflofTe mit drey, und die RückenflofTe mit 
fieben Stacheln verfehen. In letzterer verlängert fich der zweite, dritte und 
vierte Strahl in borftenartige Fafern; die übrigen Strahlen in den fämmtlichen 
jFlofTen find vielzweigigt. Die Grundfarbe des Fifches ift bläulicht. 

Sein Vaterland ift Oftindien, woher ich ihn gleichfalls mit erhalten habe. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch die Scheibe, und die Franzofen VOrbe. 



Naturg. ausl Fifche. III. Th t 



s* 



Der Perfer. 



DER PERSER. 



CCIIIte Tafel. 



Die Zähne ausgezackt , ein Stachel ohnweit der gabelförmigen SchwanzflofTe. 
K. 4. Br. ig. B. \. A. -gf. S. 11. R. ^ Chcstodon dentibus emarginatis , 
aculeo ad caudam bifidam, B. IV. P. XV111, V. — A. yfy-jj C. xxx. 

IX 



D. 



XXXVI. 



Chstodon nigricans. C. cauda fubbifida, Acarauna. Prinz Morh\ M. S. p. 312. 
fpinis pinnaj dorfalis novem, fpina laterali 
utrinque, caudae bifidae, Lina, S. N. p. 
462. n, 10. 

Chstodon nigricans, Muf Lincken. p. 42. 

Chstodon aculeis in utroque latere ad cau- 
dam duobus, Hafelq. Reife p. 379. n. 71. 

Chanodon cauda bifurca, aculeo in utroque 



BrafiSienfibus, Willughb. Ichthyol. 

p. 21. tab. O. 1. fig. 3. 

Ray Synopf Pifc. p. 102. n. 8. 

J un ß de Pifc. p. 177. 178, 

tab. 32. 

Ruyfch Theatr. AnimaJ. 

Tom. I. p. IC3. tab. 32. 
latere ad caudam, Arted. Syn. p. 79. n. 2. Philofophe; Klippvifch, die zwart is, met 



Gen. p. 51. n. 2. 
Chstodon nigrefcens ; cauda albefcente, 

sequali & utrinque aculeata, Seb. Thef. 

III. p. 64. n. 2. & Ch. nigrefcens, cauda 

parum bifurca & utrinque aculeata, p. 65. 

n. 3. tab. 25. fig. 2. 3. 
Tetragonoptrus cinereus, Isvis, pinnis ni- 



een witten band aan den ftaart, Renard 
Hilr. des Poiff. Tom. I. p. 17. n. 63. tab. 
9. fig. 63. Caantje of Verkens - Kop, 
Oeftereeter, Klipvifch met eene lange 
ftuiit, het Ligchaam geftipt, en eenen 
doorn by den ftaart, p. 22. n. 82. tab. 
14- fig- 82. 



gricantibus, Klein Miß". Pifc. IV. p. 38. Ikan Batoe Boano, Boano's Klip- Vifchje, 
n. 4. tab. 11. fig. r. Valent. Out & Nieuw. Ind. Tom. III. p, 

Acarauna Brafilienfibus, Marcgr. Brafil. p. 144. 501. n. 490. fig. 490. 

__ pif c , jnd. p. 55. Der Perfianer, Müller L. S. IV. Th. S. 168. 



16. 



Der Perfer. Die ausgezackten Zähne und der Stachel ohnweit der gabelförmigen Schwanz- 
flofle, find Kennzeichen, wodurch man diefen Fifch von den übrigen feines 
Gefchjechts unterfcheiden kann. In der Kiehmenhaur zählet man vier, in der 



Der Perfir. jj 

BruftflofTe achtzehn, in der BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe fieben und 
zwanzig, in der SchwanzflofTe ein und zwanzig, und in der RückenflofTe fechs 
und dreifsig Strahlen. 

Wenn man die Zähne mit einem Suchglafe betrachtet, fo erfcheinen fie in 
der Geftalt einer Reihe von Hände; denn fie find unterwärts fchmal und rund, 
oberwärts breit, und endigen fich in gelben Spitzen, wovon die eine immer 
etwas höher als die andere ift,- wie man folches aus der auf der Tafel befindlichen 
Zeichnung erfehen kann. In der obern Kinnlade zähle ich fechszehn, und in der 
untern zehn Zähne, Der Körper ift bey diefem Fifch fleifchigter, als bey den 
übrigen diefes Gefchlechts, und mit kleinen Schuppen bedeckt. Der Kopf ift 
klein, und die Zunge kurz und dick. Die Augen find grofs, ihr Stern ift 
fchwarz, und der fie umgebende Ring filberfarben. Dichte vor denfelben nimmt 
man zwey Paar Oefnungen wahr. Der Kiehmendeckel ift lang und fchmal, und 
die Seitenlinie, die oben an demfelben anfängt, läuft nahe am Rücken in paral- 
leler Richtung mit demfelben Der obenerwähnte Srachel hat in der Mitte eine 
länglichte Vertiefung, und ift mit der Spitze nach dem Kopfe zu gekehret. Der 
Rumpf ift am Rücken fchwärzlich, auf den Seiten braun, und nach dem Bauche 
zu weifs. Die Bruftfloffen find grau, die BauchflofTen fchwarz und beide mit 
vielzweigigten Strahlen verfehen; die After- und RückenflofTe find am Grunde 
weifs, nach dem Rande zu bräunlich, und ihre Strahlen gabelförmig; die 
SchwanzflofTe ift weifsgrau und mit vielzweigigten Strahlen, wovon die äufsern 
fehr lang find , verfehen. 

Man trift diefen Fifch in verfchiedenen Weltgegenden an. Marcgraf fahe 
ihn in Brafilien a),Hafelquifi im rothen Meere b) , und Vakntyn in Oftindien c). 
Er erreicht eine anfehnliche Gröfse. Derjenige den ich befitze, ift länger, als 
unfere Zeichnung; derjenige den Hafdquifi in Cairo fah, war ein und einen hal- 
ben Fufs lang; und der Prinz Moriq giebt ihm eine Länge von zwey Fufs d). 



a) Brafil. p. 144. c ) Reifen, p. 397 n. 71. 

b) Out & Nieuw Ind. IL p. 591. d) M. S. p. 312. 

L 2 



84 Der Perfir. 

Er hat ein weifses, derbes und wohlfchmeckendes Fleifch. Er lebt von 
Mufchel- und Krebsbrut, Man bemächtiget fich leiner vermittelft des Haackens 
und des Netzes. 

Die Leber ift gelb, grofs, lang, und reicht bis am After; der Magen ift 
fehr lang, der Darmkanal weit, dickhäutig, und mit vielen Beugungen ver- 
fehen; Die Bauchhöle ift weit, lang, und reicht bis an der Hälfte der After- 
rlofie. Der Rogen beftand aus einem einzigen gekrümmten Sack, der unter- 
wärts an der Bauchhöle lag; die Schwimmblafe war auf beiden Seiten am 
Rücken befeftigt. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch den Perfir ; die Franzofen k Perfien; 
die Holländer Caantje of Verkenskop , Oefiereeter und Boanos Klip- Vifchje; und 
die Indier Ikan Batoe Boano. 

Beim Seba kommt unfer Fifch als zwey befondere Gattungen vor a). Er 
giebt zwar der zweiten Nummer einige Strahlen in der RückenflofTe weniger, 
als in der dritten: allein da die zweite Befchreibung nach einem getrockneten, 
die erfte aber nach einem frifchen Exemplare gemacht ift, wie die Abbildungen 
zeigen; fo find wahrfcheinlich bey jenem einige Strahlen zufammengetrocknet 
gewefen. Da diefes Exemplar nur klein war, fo hat er auch auf felbigem die 
Schuppen nicht wahrgenommen, und daher in der Zeichnung nicht angedeutet. 

Hafelquifi's Frage, ob unter Artedi s Chcetodon nigricans unfer Fifch zu 
verfklien fey b) glaube ich mit Ja beantworten zu können, da beide Befchrei- 
bungen bis auf der SchwanzflofTe, die er als grade angiebt, übereinkommen. 
Indeffen hat wahrfcheinlich Artedi feine Befchreibung nach einem getrockneten 
Exemplar gemacht, wovon die Spitzen leicht abgebrochen feyn können. 

Hafelquiß hat bey feinem Fifch auf jeder Seite zwey Stacheln bemerkt, 
Ob das Exemplar, welches er vor fach gehabt, etwan ein Männchen gewefen 



ß)Thef. III. p, 64. n. 2. tab. 25. fig. £5, b) Reifen, p. 379. n. 71. 
p. 65. n, 3. fig. 3. 



Der Per/er. 85 

ift; oder ob durch das Alter die Stacheln (ich vermehren; oder ob unfer Fifch 
den Stachel jährlich erneuert, wie folches bey dem Meeradler der Fall ift, und 
der Hafelpuiflfche den alten, als der neue erfchien, noch nicht weggeworfen» 
hatte, diefes kann ich eben Co wenig, als die Abficht zu welcher der Schöpfer 
unfern Fifch mit diefen Waffen verfehen hat, beßimmen. 

Im Valentyn findeich einen c) und im. Renard d) zwey Fifche mit einem 
Stachel am Schwänze abgebildet;, allein die Zeichnungen find zu fchlecht,. um 
mit Gewifsheit fagen zu können, ob es der unfrige oder eine neue Gattung fey. 

Renard hat fogar einen davon mit zwey aus dem Munde hervorragenden 
Zungen vorgeftelk e). 

Im Marcgraf finde ich die erfte Zeichnung, die aber fchlecht ift f), Diefe 
ift vom Pifo g), Willughby h), Jonfion i) und Ruyfch k) copirt worden. 
Daraufgab uns Klein eine /) und Seba zwey neue Abbildungen rn), davon jedoch 
nur diejenige von letztern gut ift, die nach einem frifchen Exemplare gemacht ift. 



c) Out & Nieuw Ind. Tom. III. fig. 490. h) tab. O. I. fig. 3. 

<f) Hill, des PoilT. Tom. I. pl. 9. fig. 63. i) de Pifcib. tab. 32. 

pl. 14. fig. 82- - Tc) Theatr. Anim. tab. 32. 
e) Im angef. Buche, pl. 9. fig. 36. /) MifT. IV. p. 38. 

/) Brafil. p. 144, m) Thefaur. tab. 25. fig. 2. & 3, 

g~) Ind. p. 88. 



86 Der Argus. 



DER ARGUS. 

Tafel C C I V. Fig. i. 

Der Körper breit und gefleckt, vier Stacheln in der AfterflofTe. K. 4. Br. ig. 
B. •§-. A. T \. S. 14. R. |-|. ChcBtodon corpore lato maculatoque , fpinis ana- 
libus quatuor. Br. iv. P. xviii. V. — A. C. xiv. — 

■* VI. XVlll. XXVIII. 

ChcEtodon Argus, C. fpinis dorfalibus unde- Stront- vifch, Nieuhoff Ind. Tom. II. p. 269. 

cim, corpore puncUs nigris plurimis, cau- fig 6. 

da integra, Linn. S. N. p. 464. n. 18. Ican Fay, Strontvifch, Ruyfch Pifc. Amboin. 

Rhombotides ventre fubcsruleo, corpore p. 33. n. 6, tab. 17. fig 6. 

maculis fufcis vario; vix fpithamum longus Ican Taci, Renard Hift. des PoifT. Tom. II. 

& latus, Klein Miff. Pifc. III. p. 36. pl. 50. fig. 21 r. 

n. 4. Cacatoeha Babintang, Ican Cacatoeha Ba- 

Stront-vifch; Pifcis ftercorarius , Willughb. bintang, gefrerden Cacatoeha -Vifch, Va- 

Ichth. App. p. 2. tab. 2. fig. 2. lent. Out & Nieuw Ind. Tom. III. p. 403. 

Gevlackter Klip vifch, Chstodon Argus, Bod- fig. 180. 

dm Epift. II. Der Argus, Müll. L. S. IV. Th. S. 171. 

J 7- Ljet Argus unterfcheidet lieh von dem auf der ioöften Tafel abgebildeten ge- 

Der Ar ? us ' fl ec kten Klippfifch, durch die Breite des Körpers, und von den übrigen durch 

die vier Stacheln in der AfterflofTe. In der Kiehmenhaut zählet man vier, in 

der BruftflofTe achtzehn, in der BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe achtzehn, in 

der SchwanzflofTe vierzehn, und in der RückenflofTe acht und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift klein, der Kiehmendeckel grofs, und der Rumpf, ohne dem 
Kopf und dem Schwänze, beinahe viereckigt. Die Kinnladen find gleich lang. 
Zwifchen dem Munde und den Augen nimmt man zwey Paar Oefnungen wahr. 
Der Stern ift fchwarz, und der ihn umgebende Ring goldfarben. Die Kiehmen- 
öfnung ift weit, und die Kiehmenhaut liegt frey. Die Seitenlinie bildet eben 
einen folchen Bogen, als der Rücken; und der After ift beinahe in der Mitte 
des Körpers befindlich. Die Seiten find mit braunen Flecken befprengt, nack 



Der Argus. 87 

dem Rücken zu violet, nach dem Bauche zu weifs. Die fämmtlichen FlofTen 
find kurz, und von gelber Farbe, In der BauchflofTe finde ich einen und in der 
RückenflofTe eilf Stacheln. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner der füfsen Waffer in Oftindien, und hält fich 
gewöhnlich in moraftigen Gegenden auf, wo er viele Infekten, die feine Nah- 
rung ausmachen, antrifft; auch foll er, wie Ruyfch verfichert., den Schiffen 
nachfolgen, und dasjenige, was daraus weggeworfen wird, verzehren a). Er 
hat, nach dem Bericht des Valentyn, ein gutes, fettes und wohlfchmeckendes 
Fleifch b). 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch der Argus; von den Franzofen V Argus; 
von den Holländern Gevlackter Küpvifch, Stront-yifch und geßerdee Cacatoeha- 
yifch; und von den Indianern Ican Taci, Cacatocha Babintang und Ican Catocha 
Babintang genannt. 

Nieuhoffj der, wie oben gedacht, diefen Fifch zuerft bekannt gemacht 
hat, befchenkte uns zugleich mit einer guten Zeichnung c) , wovon wir im 
Willughby eine Copie antreffen d); diejenige die uns nachher Valentyn gelie- 
fert hat e), ift etwas fchlechter; am fchlechteften aber ift die vergröfserte 
Copie davon im Renard f). 



c) Pifc. Amboin. n. 33. d) Ichth. App. tab. 2. fig. 2. 

b~) Out & Nieuw Ind. Tom. III. p. 403. e) Im ang. Buche, fig. 180. 

c) Ind. Tom. II. p. 269. fig. 6. ß Hift. des PoifT,. Tom. II. pl. 50. fig. 20. 



Der Schwärmer, 



DER SCHWÄRMER, 

C C I V t e Tafel. Fig. 2. 

Der Mund röhrenförmig, ein Band über dem Auge, dreizehn Stacheln am Rücken. 
Br. 13. B. •£. A. 2 3 ö- S. 14- R- If- Chaetodon ore cylindrico, fafcia oculari,, 
radiis dorfalibus tredecim, P. xvm.. V. — A. — C. Xiv. D. — ^— 



Chstodon vagabundus; C. cauda integra, 
fpinis pinnae dorfalis tredecim, corpore 
•ftriato, roftro cylindrico. Linn. S. N. p. 
465. n. 18- Muf. Adolph. Wider. II. p. 271. 

Chastodon vagabundus, Muf Schwende, p. 43, 

Chajtodon macrolepidotus, albefeens, linea 
nigra ad oculos, Sek Thef. III. p. 6$. n. 
ig. tab. 25. flg. iS. 

Rhombotides, pinna dorfali feptemdecitn 
aculeis pertufa; zonalata, perpendiculari- 
ter oculos intereipiente; cujus latera ob!i- 
quis lineistenuibus tredecim diftinfta funt. 
Klein Miff. Pifc. IV. p. 36. n. 5. tab. 9. fig. 2. 

Douwing Prins, Klipvifch met eenen fpitzen 
bek, de zyden Schuinfch geftreept an eene 



band over de bogen, RenardHlR. desPoifT. 
Tora I p. 16. n. 58. pl. 8- fig» 58- Dou- 
wing Royal, p. 32. n. n6.pl. 21. fig. ir6. 
Douwing Hertogin, Klipvifch met vyfgeele 
banden op het ingedmekte vorhoft, de 
rüg met fehuinfehe banden, p. 34. n, 126. 
pl. 23. fig. 126. 
Ican Poetri, Princeffe-Vifch, VaJent Out Sc 
Nieuw. Ind. Vol. III. p. 359. n.43. fig. 43. 
Ican Sagadji, Parampoewa, p. 357. n. 34: 
fig- 34- Japanfche Prins, p. 395. n. 157. 

fig- 157- 
Princeffe, Ruyfch Pifc. Ämboin. p. 28. tab" 

14 fig. 17. 
Der Schwärmer , Müll. L. S. IV. Th. S. 173. 



I ^" JL/er röhrenförmige Mund, das Band über dem Auge und die dreizehn Stacheln 
er Seh wär- 
mer. 



am Rücken unterfcheiden diefen Fifch von den übrigen diefes Gefchlecbts. In 
der Bruftflofle zählet man achtzehn, in der BauchflofTe fechs, in der Afterflofle 
zwanzig, in der SchwanzflofTe vierzehn, und in der RückenflofTe drey und 
dreifsig Strahlen. 

Der Kopf iit mit kleinen und der Rumpf mit grofsen Schuppen bedeckt; 
an erfterem nimmt man ein fchwarzes Band, und an lezterem braune Linien wahr. 
Die Seitenlinie ift wie bey den übrigen gebildet; der After hingegen ift der 
•SchwanzflofTe näher wie dem Kopfe. Der Kiehmendeckel beflehet aus zwey 

Blättchen 



Der Schwärmer. ga 

Blättchen, und die Kiehmenhaut Hegt frey. Der fchwarze Stern in den Augen 
wird von einem braunen Ringe umgeben; vor denfelben nimmt man zwey Oef- 
nungenwahr. Die Grundfarbe des Fifches ift gelb; am Ende des Rumpfes und 
in der Mitte der Schwanzflofle nimmt man einen fchwarzen Band wahr- letztere 
imgleichen die Rücken - und AfterflofTe find fchwarz eingefafst. Sämmtliche 
FlofTen haben eine gelbe Farbe, und die ftachlichten ausgenommen, vielzwei- 
gigte Strahlen. 

■ Diefer fchöne Fifch ift ebenfalls ein Bewohner der Oftindifchen GewäfTer. 
Er hat, nach dem Berichte des Valentyn, ein fettes, derbes und wohlfchmek- 
kendes Fleifch. 

In Deutfchland wird diefer Fifch der Schwärmer; in Frankreich Vagabond; 
in Holland Douwing Prins , Douwing Hertogin, Princejß- Vifch, Japanfchc 
Prins; in Indien* Ican Poetri, und Ican Sajadji Parampoeua genannt. 

Boddaert irret, wenn er in der Befchreibung zu den Renardfchen Kupfer- 
tafeln fagt, dafs der Fifch noch von niemanden befchrieben fey, und dafs Linnc 
unrichtig- die i8te Figur auf der i5ften Tafel im dritten Bande des Sebaifihen 
Werks anführe. Man darf nur diefe Zeichnung und die davon gegebene Befchrei- 
bung mit der unfrigen vergleichen, fo wird man die Uebereinftimmung leicht 
wahrnehmen. 

Im Valentyn finde ich drey und im Renard vier Fifche, die mit dem un- 
frigen eine Gattung auszumachen fcheinen. 

Klein giebt zwar dem Fifche, den wir zu dem unfrigen angeführt haben 
fiebenzehn Stacheln in der RückenflofTe : allein da die Zeichnung genau über- 
einftimmt; fo kann die geringe Anzahl von Stacheln, die man bey der feinigen 
mehr als bey der unfrigen findet, leicht daher rühren, dafs bey feinem getrock- 
neten Fifch die Haut fich zurück gezogen, und daher der Zeichner die hervor- 
ragenden Spitzen der getheilten Zweige für Stacheln angefehen habe. 



Naturg. ausl. Fifche. III. Tk. M 



90 



Der bandirU Klippfifch. 



DER BANDIRTE KLIPPFISCH. 

C C V t e Tafel. Fig. i. 

Der Körper bandirt, die Schwanzfloile rundlicht, dreizehn Stacheln in der 
RückenflofTe. Br. 16. B. •§-. 4ä- S. ig- R. ü • Chatodon corpore fafciato , 
cauda rotundata, aculäs dorjalibus tredeäm. P. xvi. V. — A. —^- C. 

J VI. XXII. 



xyni. D. 



XII 
XXXII. 



Chanodon ftriatus, C. cauda integra. fpinis 
pinns dorfalis duodecim, corpore ftriato, 
roflro prominente, LinrnS. N. p. 464. n. 
j6. C. flavefcens, fafciis quinque fufcis, 
Strim-Klippare, Muf Adolph. Fridr. I. p. 
62. tab. 33. fig. 7. Labrus roftro reflexo, 
fafciis lateralibus tribus fufcis. Amoenit. 
Tom. I. p. 595. n. 45. 

Chanodon ftriatus, Muf Schwenk, p. 43. 

Chaetodon macrolepidotus, lineis utrinque 
tribus nigris latis, linea quam in cauda^ 
Arted. Syn. p. 80. n. 10. Spec. p. 95. n. 4. 

Chaetodon fafciis latis transverfalibus fufcis, 
maxiSiis produclis brevibus: pinnis dorfi 

. anique poftice rotundatis, cauda rotun- 
data, Gronov Zooph. p. 70. n. 235. C. 
roftro longo, ofTeo, macrolepidotus, albo- 
flavefcens, lineis transverfis quatuor bru- 
neis, Muf I. p. 49. n. 110. 



ChcEtodon macrolepidotus, lineis utrinque 
tribus, nigris, latis, 6k quarta in ipfa cauda, 
Seb. Thef III. p. 66. n. 9. tab. 25. fig. 9. 

Rhombotides edentulus; exporre&o capite 
per zonam nigram latam & curvatam di- 
vifo; fquamis quadratis fulphureis; in la- 
teribus duse piftura: latas incurvae, badii 
coloris ; aculeis decem recTis pinnam dor- 
falem in anteriore parte perforantibus : 
cauda in exitu filamentofa, Klein MifT, 
Pifc. IV. p. 37. n. 10. tab. 10. fig. 4. 

L'Onagre ou le Zebre. Defcripr. des Arts Sc 
Met. Tom. XL Part. II. feft. 4. pl. 7. fig. 8. 

Ikan Ratoe Moelia , Heerlykke Klipvifch, 
Falenc. Out & Nieuw. Ind. Tom. III. p. 
397. fig. 163. 

Der bandirte Klipp vifch, Müll, L. S. 4. Th. 
S. 171. 




.L/iefer Fifch unterfcheidet {ich von den übrigen feines Gefchlechts durch die 
braunen Banden, die abgerundete SchwanzflofTe, und den zwölf Stacheln in der 
RückenflofTe. In der BruftflofTe zählet man fechszehn, in der BauchflpfTe Techs, 
in der AfterflcfTe zwey und zwanzig, in der SchwanzflofTe achtzehn, und in der 
RückenflofTe zwey und dreifsig Strahlen. 



Der bandirte Klippfifch, p t 

Der Kopf ift klein, und mit grofsen Schuppen bedeckt. Die Augen find 
grofs; ihr fehwarzer Stern wird von einer weifsen Linie und einem gelben Ringe 
eingefchloffen. Dicht vor demselben nimmt man zwey kleine Oefnungen wahr. 
Der Kiehmendeckel, unter welchem die Kiehmenhaut verborgen liegt, beftehet 
aus zwey Biättchen. Die Seitenlinie hält mit dem Rucken gleiche Richtung, 
und der After fteht näher am Kopfe als am Schwänze. Die Grundfarbe des 
Fifches ift gelb; die Schuppen haben eine hell- und die Hoffen eine dunkelbraune 
Einfaffung; nur die Bruftfioffe allein ift durchaus braun. Die gelbe Grundfarbe 
des Fifches wird durch die braunen Banden erhöhet. 

Wir treffen diefen Klippfifch in Oftindien an: denn ich fand ihn unter meiner 
Japanifchen Sammlung. Er hat, wie Valmtyn verfichert, ein überaus wohl- 
fchmeckendes Fleifch. 

Von den Deutfchen wird er der bandirte Klippfifch; von den Franzofen 
VOnagre und k Zebre; von den Schweden Str im -Klippare; von den Holländern 
Heerlykke Klipvifch; und von den Indianern Ican Batoe moelia genannt. 

Linne, welcher unfern Fifch anfänglich als einen Lippfifch a) betrachtete, 
gefeilte ihn in feinem Syftem mit Recht den Klippfifchen bey. Seine Frage : ob 
unter der Jaguacaguare des Marcgraf der unfrige zu verliehen fey, kann ich ver- 
neinen; denn es ift der Gabelfchwanz b), den ich bald befcbreiben werde. 

Im Valentyn findet man verfchiedene Zeichnungen , die mit unferm Fifche 
eine Aehnlichkeit haben; weil fie aber nur feiten getreu find; fo läfst fich nicht 
beftimmen, welcher ihn eigentlich vorftelien follen. 

Die weiffen Flecke auf der Kleinfchen Figur c) find keine wahre Flecke, 
fondern rühren von den abgefallenen Schuppen her. 



a) Labrus. Atncenit. I. p. 595. n. 45. c ) Miff. Pifc. III. tab. lo. üg. 4. 

b) Chanodon faxatilis L. 



M a 



9* 



Der Soldatenfifch. 



DER SOLDATENFISCH. 

C C V t e T a f e 1. Fig. 2. 
Ein eingefafster Fleck am Schwänze, dreizehn Stacheln in der RückenflofTe. K. 5. 
Br. 14. B. -§-. A. T 3 ^-. S. 16. R. ■£§-. Chcetodon ocello ad caudam, radiis 
dorfalibus tredecim. Br. v. P. xiv. V. — A. — C. xvi. D. — - 



XIII 
XXXIII. 



Clmodon capiftratus', C. cauda integra, fpi- 
nis pinnae dorfalis duodecim, corpore 
ftriato, ocello fubcaudali, Linn. S. N. p. 
4. fig. 65. n. 18. C. pallidus, fafeia capitis 
ocelloque fubcaudali fufco. Grimm -Klip- 
pare, Mut. Adolph. Frider. I. p. 63. Labrus 
roftro reflexo, ocello purpureo iride alba 



Chstodon fubgrifeus, lineis nigris obliquis 
varius, ad caudam macula majori notata. 
The ftriped Angel- fish. Brown Jamaic. p. 
454. n. 2. 

Chauod. macrolepidotus , albefcens, linea [ni- 
gra ad oculos & macula rotunda ad caudam, 
Sei. Thef. III. p. 68- n. 16. tab. 25. fig. 16. 



juxta caudam, Amaenic. Tom. I, p. 596. Tetragonoptrus laevis, ad caudam bruna 



n. 46. 

ChEtodon capiftratus, Muf. Schwende, p.45. 

Chanodon roftro obtufiufculo ; pinnis ani 
dorfique poftice rotundatis curtis, cauda 
truncata, macula ocellata in lateribus, Gro- 
nov. Zooph. p. 70. n. 207. C. macrolepi- 
dotus, linea nigra ad oculos, maculo ro- 
tunda ad pinnam dorfalem, Muf. II. p. 37. 



macula circulari intra iridem albicantem 

ophtalmos : fimili zona obliqua oculos 

utrinque oculatos, Klein MhT. Pifc. IV. 

p. 37. n. 2. tab. II. fig. 5. 

38. tab. II. fig. 18. 
Coquette des lies ame*riques, Defcript. des 

Arts & Me't. Tom. XI. Part. II. fed. 4. 

pl. 16. fig. I. 
Der Soldatenfifch, Müll L.S. IV. Th. S. 172. 



2 °* T\ 

Der Solda- i-'iefer Fifch macht fich durch den ohnweit der SchwanzfloiTe befindlichen 

tenfifch. fchwarzen Fleck, der in einem weifTen Ringe liehet, und durch die dreizehn 
Stacheln in der RückenflofTe kennbar. In der Kiehmenhaut zählet man fünf, 
in der BruftftofTe vierzehn, in der Bauchflofle fechs, in der AfterflofTe neunzehn, 
in der SchwanzflofTe fechszehn, und in der RückenflofTe drey und dreifsig Strahlen. 
Diefer fchöne Fifch hat im Verhältnifs zu den übrigen Klippfifchen einen 
ziemlich grofsen Kopf, und ein grofses Auge, durch welches ein fchwarzes Band 
gehet, das von einem gelben Ringe umgeben irr. Der Kiehmendeckel beftehet 



Der Soldatenfifch. 93 

aus zwey Blättchen, unter den die Kiehmenhaut verborgen liegt ; die Kiehmen- 
Öfnung ift fehr weit. Am Rumpfe nimmt man ziemlich grofse Schuppen und 
gegen einander laufende Linien wahr. Die obern laufen vom Rücken gegen 
den Kopf, und die andern vom Bauche eben dahin, und-ftofsen in der Mitte 
zufammen. Beim Anfange der SchwanzfiofTe nimmt man einen braunen Band, 
und am Ende der Rücken- und Aftern 1 ofTe eine EinfafTung von der nehmlichen 
Farbe, wahr. Die Grundfarbe ift weifs, und die gedachten braunen Linien 
nehmen fich fehr gut auf derfelben- aus. Der Kiehmendeckel, imgleichen die 
Stacheln in der Rücken- und AfterflofTe find meergrün, die übrigen FloiTen aber 
gelblicht, und haben vielzweigigte Strahlen. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner der GtV7Ä&r von Jamaica. Er ift nur fehr 
klein und dünn, indem er nicht leicht über zwey bis drey Zoll grofs wird, und 
dienet daher den Raubfifchen zur Speife. 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch der Soldatenfifch; von den Schweden 
Grimm- Klippare; von den Franzofen Coquette des lies ameriques; und von den 
Engländern ßriped Angelfish genannt. 

Linne's Frage: ob unter der löten Figur der litten Tafel im 3ten Bande 
des Sebaifchen Werks unfer Fifch zu verftehen fey a)} lafst fich mit Ja beant- 
worten, da fowohl die Zeichnung als die Befchreibung mit der unfrigen über- 
einkommt. Ich halte, mit dem Gronov , des Browns Sea-Butterfly für den unfri- 
gen, da feine Befchreibung, bis auf den Stachel am Kiehmendeckel, paffend ift. 
Vielleicht ift diefer Stachel bey feinem Fifche etwas zufälliges gewefen; und 
wäre er auch beftändig vorhanden, fo kann er doch nur höchftens für eine 
Abänderung gelten. Wenn aber Gronov den Soldatenfifch des Nieuhoß b) für 
den nehmlichen hält; fo kann ich ihm darin nicht beiftimmen, weil der Fleck 
bey diefem nicht nahe -an der SchwanzflofTe ftehet; ich halte ihn daher für 
das Pfauenauge, welches ich auf der 21 iten Tafel Fig. a. vorgeftelk habe. 

a) Syft. Nat. p. 465. n. 18. b) Ind. p. 270. 



94 Der $weif arbige Kti'ppfifch. 



DER ZWEIFARBIGE KLIPPFISCH, . 
Chaetodon bicolor. 
C C V I t e Tafel. Fig. i. 

Der Körper zweifarbig. Br. 14. B. -§-. A. j\. S. 16. R. ff. Chcetodon bicolor. 
P. xiv. V. — . A. ~~. C. xvi. D. ■ X 



vi xvin XXXV 

Acarauna maculata, Sseligm. Vögel. Tom, vifch met eenen körten beck, het Lig- 

VII. tab. 73. fig. 4. chaam ter helfte zwart. p. 19. n. 106. pl. 

Ikan Koelar, hidjoe of groene Koelar, Va- 19. fig. 106. Parallelogram. p. 33. n, iar; 

fojt.Out & Nieuw. Ind. Tom. III. p. 361. pl. 22. fig. 121. 

n. 48. fig. 48. Grifette, efpece de demoifelle de l'Ame'rique, 

Ekorkouning, Klipvifch met twee dootnige Defcript. des Arts & Met. Tom. XL pl. 6. 

Buikvinnen, het Ligchaam van agter vio. fig. a? 

let, Renard Hift. de PoiC Tom. I. p. 10. Chxtodon bicoloratus, tweekleurige Klip- 

pl. 5. fig. 35. Color Soufounam ; Klip- vifch , Muf. Schwencken. p. 27. n. 88- 



ai * L/nter den vielen fonderbar gezeichneten Fifchen, die uns der heiffe Himmels- 

ftrich liefert, unterfcheidet fich diefer befonders durch die zwev abflachenden 
bige Klipp- * 

Äfch. Farben. In der BruftflofTe zählet man vierzehn, in der Bauchflofle fechs , in der 

AfterftofTe achtzehn, in der SchwanzflofTe fechszehn, und in der Rückenflofie 

fünf und dreifsig Strahlen. 

Diefer Fifch macht gleichfam den Uebergang von den Klippfifchen zu den 

Baarfchen; denn er hat eine länglichte Geitalt, einen gezähnelten und mit einem 

Stachel verfehenen Kiehmendeckel, fo wie letztere; aber zugleich borftenartige 

Zähne und fteifFe FlofTen, wie jene. Der dicke Kopf und der halbe Leib, im- 

gleichen der Schwanz, ift weifs, das übrige aber braun. Die Bauchfloflen find 

klein, die BruftfloiTen klaar, die Rücken- und Afterfloflen bis am Rande mit 

Schuppen befetzt; in diefer nimmt man drey^ und in jener fünfzehn einfache 

harte Strahlen wahr; fowohl die Strahlen in diefen als in fämxntlichen übrigen 



Der {weifarhigc KUppfifch. 95 

Flößen find weich und vielzweägigt, wovon jedoch der erfte Strahl in den 
BauchflofTen eine Ausnahme macht. Die Augen find grofs haben einen fchwar-, 
zen von einem filberfarbenen Ringe umgebenen Stern. Der Kiehmendeckel iü 
grofs, und beftehet aus einem einzelnen Blättchen. 

Wir treffen diefen Fifch in beiden Indien an. Eduart brachte ihn aas 
Brafilien a), und Valentyn aus Oftindien b). Das Original meiner Zeichnung 
findet fich in der fchönen Naturalienfammlung des Herrn Commerzienrath Lincks 
zu Leipzig. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch den ^umf arbigen KUppfifch; die Hol- 
länder groene Koelar und tweekleurige Klipvifch; und die Indianer Ifo/2 Koelar. 



a) Vögel. Tom, VII. tab, 73. fig. 4. b) Out & Nieuw Ind. Tom. III, p. 361. 

n, 48. 



9 6 



Der Gabelfchwan\. 



DER GABELSCH IVA N Z. 

C C V I te Tafel. Fig. 2. 

Der Iänglichte Körper bandirt, dreizehn Strahlen in der AfterflofTe. Br. 13. 
B. •§.. A. T 8 T . S. 19« R. -||. Chcstodon corpore oblongo fafciatoque, radiis 
tredeäm in pinna ani. P. xvm. V. — A. SL C. xix. D. XUI 

VI. XIII- XXVI. 

Qmodon faxatilis; C cauda bifida, fpinis Jaguacaguare, Ruyfch Theatr. Anim. Tora.I. 
pinnae dorfalis quatiiordecim, pinnis ven- p. 182. tab. 33. fig, 4. 

tralibus acuminatis, dentibus emarginatis, Ray Synopf.Pifc. p. 130. n.7. 

Linn. S. N. p. 466. n. 21. C. fafciis quin- Ikan Siam, Siamze Vifch. Valent. Out. & 



que albis, cauda bifurca; ör- Klippare. 
MuH Adolph. Frlder. I. p. 64. Sparus faf- 
ciis quinque transverfis fubfufcis, Amoe- 
nit, Tom. I. p. 599. n. 44. 
Sparus latifiimus, cauda lunulata, fafciis 
quinque transverfis fubfufcis, Gronov. 



Nieuw.Ind.T0m.III. p. 370. n. 75. fig. 75. 
groene Lootsmann, p. 501. n. 492, fig. 
492. p. 502. n. 493. fig. 493. 
Lootsmannetje, Lootsmann des Hayen, Re- 
nard Hill, des PoifT. Tom. I, pl. 33. fig. 
176. 177. 



23- 



Zooph. p. 64. n. 222. Muf 1. p. 37. n. 89. Gate, Gete, Gatgut; Forskaöl Defcript Ani- 

Jaguacaguare. , Jaqueta Lufitanis, Marcgr. mal. p. 62. n. 87. 

Brafil. p. 156. Pifo. Ind. p.6&\ Moucharra, Defcript des Arts & Mit. Tom. 

Jaguacaguare, Jonft. de Pifcib. p. 194. tab. XL Part. II. pl. 3. fett. 5. fig. 5. 

= 33- fi g» 4- Der Gabelfchwanz , Müll. L. S. IV. Th. S. 174. 

Per Gabel- Uiefer Fifch unterfcheidet fich von den übrigen diefes Gefchlechts durch feinen 
ichwanz. länglichten und bandirten Körper, und durch die dreizehn Strahlen in der After- 
flofTe. In der BruftflofTe zählet man achtzehn, in der BauchflofTe fechs, in der 
AfterflofTe dreizehn, in der SchwanzflolTe neunzehn , und in der Rückenflofle 
fechs und zwanzig Strahlen. 

Die Schuppen find an diefem Fifche in Verhältnifs fehr grofs, nur an den 
Flößen klein. Die Augen find grofs, ihr Stern ift fchwarz, und der ihn umge- 
bende Ring gelb; vor denfelben nimmt man zwey Paar kleine Oefnungen wahr. 
Die Kiehmenhaut liegt frey, und die Kiehmenöfnung ift fehr weit. Die Seiten- 
linie 



Der Gabelfchwan{. q~ 

linie fängt am Kiehmendeckel an , geht in gerader Richtung bis am Ende der 
RückenflofTe , wo fie unterbrochen wird, und kommt nicht weit vom Schwänze 
wieder zum Vorfchein. Auf der weifsen Grundfarbe nimmt man fechs fchwarze 
Banden wahr. Sämmtliche Flößen find fchwarz, und die SchwanzflofTe hat 
eine gabelförmige Geftalt. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner der Brafilifchen, Oftindifchen und Arabifchen 
Gewäfler. Marcgraf fand ihn in der erften, Vakntyn in der zweiten, und 
Forskaol m der dritten Gegend. Er hält fich in der Tiefe zwifchen den 
Korallen auf, und lebt von Polypen ; er wird nicht leicht über fechs bis acht 
Zoll lang, hat ein weifses und mageres Fleifch, und dienet daher nur dem ge- 
meinen Manne zur Speife. Da er wegen feines Aufenthalts in der Tiefe des 
Meeres, vor den Nachftellungen der Menfchen fo ziemlich gefiebert ift, fo wird 
er nur feiten zu Markte gebracht. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch den Gahdfchwani; die Schweden ör- 
Klippare; die Holländer Siamie-Vifch; die Franzofen Moucharra; die ßrafi- 
lianer Jaguacaguare ; die Portugiefen dafelbft Jaqueta; die Indier Ican Slam; 
und die Araber Gate, Gete, Gatgüt. 

Im Marcgraf finden wir die erfte Abbildung von unferm Fifch, die jedoch 
nicht getreu ift, und die Pifo und Jonfion nur copirt haben. Auch im Vakntyn 
find drey und im Renard zwey Zeichnungen, wovon bey letzterm die eine das 
Männchen, und die andere das Weibchen vorftellen foll. 

Da diefer Fifch wegen feiner borftenardgen Zähne, feines geftreckten und 
bandirten Körpers, und feiner grofsen gezähnelten Schuppen, eine Aehnlichkeit 
mit mehreren Fifchen von verfchiedenen Gefchlechtern erhält; fo ift er auch von 
den Schriftftellern bald mit diefem, bald mit jenem verglichen worden. So hält 
ihn Marcgraf für eine Baarfchart ; Pifo vergleicht ihn mit dem MurmelbrafTen 
des Salvian ; und Gronov rechnet ihn zu den MeerbrafTen. Diefes that auch 
anfänglich Linne; nachher aber brachte er ihn unter die Klippfifche. 



Naturg. aus!. Flfche. III. Th. N 



98 Der eingefaßte Klipp fifch. 

DER EINGEFASSTE KLIPPFISCH. 

Chcecodon marginatus. 

Taf. CCVII. 

Sämmtliche Flößen eingefafst, und in einer Spitze fich endigend. Br. 12. B. 3. 
A. 16. S. 0.0. R. |-|. Chcetodon pinnis marginatis } acuminatisque. P. Xii. 
V. vui. A. xvi. C. xx. P. -^~ 

Seferinus fafciatus cauda falcinulata. Pliim. Manufc. 



LJiefen fchönen Fifch erkennet man an feinen in eine Spitze auslaufenden und 
Der einge- 
faßte Klinr>_ Draun eingefafsten Floffen. In der BruftflofTe zählet man zwölf, in der Bauch- 

fifch. flolTe acht, in der AfterflofTe fechszehn, in der SchwanzflofTe zwanzig, und in 

der RückenflofTe fünf und zwanzig Strahlen» 

AufTer diefen Merkmalen, unterfcheidet er fich noch von den übrigen da- 
durch, dafs er an der After- Schwanz- und RückenflofTe keine Schuppen, und nur 
in letzterer allein harte Strahlen hat. Der Kopf und der Bauch find weifslicht, 
die Seiten und der Rücken gelb; die Schuppen grofs., die Bauch- Bruft, After - 
und der hintere Theil der RückenflofTe grau, der vordere Theil derfelben aber, 
wie auch die gabelförmige SehwanzflofTe, gelb. Sämmtliche FlofTen haben, 
aufser den zwölf Stacheln im Rücken, vielzweigigte Strahlen. Die Seitenlinie 
hat die bey diefen Fifcharten gewöhnliche Beugung, der After hingegen liegt der 
SchwanzflofTe viel näher, als bey jenen; auch haben die Augen ftatt der gewöhn- 
lichen runden, eine länglichte Geftalt, und die Kiehmenhaut liegt frey. Es ift 
übrigens der Stern in erfteren fchwarz, und der Ring filberfarben ; vor denfelben 
nimmt man ein Paar kleine runde Oefnungen wahr, und die acht hellbrauen 
Bänder geben dem Fifch ein fchönes Anfehen. 

Der Aufenthalt diefes Klippfifches ift das Meer um den Antillifchen Infein, 
wo er fich am fteinigten Ufer, und an den Stellen, wo die FlüfTe fich in 



Der eingefaßte Klippfifch. 99 

dafTelbe ergiefsen, aufhält. Er fucht dafelbft feine Nahrung, die aus kleinen 
Fifchen befiehl:. Er hat ein wohlfchmeckendes Fleifch, und wird nicht leicht 
gröfser gefunden, als die hier mirgetheilte und aus der Handfchrift des Pater 
Plümier entlehnte Zeichnung. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch den eingefaßten Klippfifch t und die 
Franzofen la Bandouliire bordee. 



DER WUNDARZT. 

Chatodon chirurgus. 

Taf. CCVIII. 

Am Schwänze einen, am Rücken vierzehn Stacheln. Br. 16. B. •§-. A. ^. S. 16. 
R. £-§-. Chcetodon acuko caudali unico , dorfalibus quatuordecim. P. xvi. 

T I III XIV 

V. — A. — C. xvi. D. 

VI. XX. XXVI. 

Seferinus aculeatus cauda lunata, vulgo Chirurgien , Plüm. Manufc. 

LJle vierzehn Stacheln am Rücken, und der einzige am Schwänze, geben fichere De w d 
Merkmale ab, diefen Fifch von den übrigen feines Gefchlechts zu unterfcheiden. am ' 
In der Bruftfiofle zählet man fechszehn, in der BauchflofTe fechs, in der After- 
flofle zwanzig, in der Schwanzflofle fechszehn, und in der Rückenflofle fechs 
und zwanzig Strahlen. 

Auch bey diefem Fifche findet man keine Schuppen an den Floflen. Der 
Kopf ift grofs; von beiden Kinnladen ift die obere die längfte; die obere Lippe 
befliehet aus zwey breiten und dünnen Knochen. Die Kiehmenöfnung ift fehr 
weit, und die Kiehmenhaut liegt frey. Die runden Augen haben einen fchwarz 
zen Stern, der von einer weiften Linie und einem gelben Ringe umgeben wird; 
vor denfelben nimmt man ein Paar runde Oefnungen wahr. Der Kopf hat eine 
violette Farbe; an der Mundftutze einen breiten, und auf der Backe einen 

N a 



100 Der Wundarit. 

runden fchwarzen Fleck. Der Rücken und die Seiten find gelb, der Bauch 
bläulicht, die Bruft- und BauchflofTen violet, die AfterflofTe eben fo gefärbt und 
gelb bandirt. Die SchwanzflofTe ift im Grunde gelb, und am Ende violet, und 
die RückenflofTe gelb und violet marmorirt. Auch am Rumpfe nimmt man 
fünf fchmale violette Banden wahr. Der lanzetförmige Stachel am Schwänze 
hat unftreitig Gelegenheit zur Benennung diefes Fifches gegeben. Die Seitenlinie 
hat die gewöhnliche Richtung, und der After ift der Mundöfnung naher als der 
SchwanzflofTe. 

Auch diefer Fifch ift ein Bewohner des Meeres obengedachter Infein ; wird 
mit den vorhergehenden an gleichen Oertern angetroffen, und hat gleichfalls 
ein wohlfchmeckendes Fleifch. Unfere Zeichnung ift aus dem Manufcripte des 
Paters Plümier genommen. 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch der TVundar{t t und von den Fran- 
zofen k Chirurgien genannt. 



LER RAUTENFÖRMIGE KLIPPFISCH. 
Chstodon Rhomboides. 

Taf. CCIX. 
Am After zwey, am Rücken fünf Stacheln. K. 4. Br. ig. B. f. A. ^. S. 16. 
R. 2 S 2- Chcetodon aculeis analibus duobus , dorfalibus quinque. Br, iv. P. 

xv 111. V. — A. — C. xxvi. D. — 

vi. xx ir. xxu. 

Seferinus pinnis longioribus, Plümier Manufc. 

* 5 ' n 

Der rau- JL/i e fünf kurzen Stacheln am Rücken, und die zwey am After, geben einen 

en "n j ge f ic ^ ern Karakter ab, diefen Fifch von den übrigen diefes Gefchlechts unterfchei- 
Klippfifch. ° 

den zu können. In der Kiehmenhaut zählet man vier, in derBruftflofTe achtzehn, 

in der B^uchnofTe fechs, in der AfterflofTe vier und zwanzig, in der Schwanz- 
flofTe fechs und zwanzig, und in der RückenflofTe zwey und zwanzig Strahlen, 



Der rautenförmige Klippfifch. 101 

Der Köper, der mit Schuppen von mittlerer Gröfse bedeckt ift, hat ohne 
Floflen eine j rautenförmige Geftalt; und diefe hat mir Gelegenheit zu feiner Be- 
nennung gegehen. Der Kopf ift filberfarben, vorn abgestumpft, die Mundöf- 
nung grofser und die Zähne kleiner als bey den übrigen diefes Gefchlechts ; die 
Oberlippe ift aus zwey langen dünnen Knochen zufammengefetzt. Die Augen 
find grofs, rund, und haben einen fchwarzen Stern, der in einer weifsen und 
rothen Einfaflung flehet; vor denfelben nimmt man zwey Paar kleine Löcher 
wahr. Der Kiehmendeckel beftehet aus zwey halbmondförmigen Blättchen, und 
die Kiehmenhaut liegt an der weiten Kiehmenöfnung frey. Die dunkelgrüne Farbe 
des Rückens verwandelt Geh an den Seiten ins Seegrüne, und verlieret lieh nach 
dem Bauche zu in drey Bänder. Der Zwifchenraum diefer Bänder ift weifs, und 
der Bauch gelb. Die Seitenlinie ift ein wenig gekrümmt, und der After mitten 
am Körper befindlich. Die Bruft-und BauchflofTen find am Grunde gelb, nach 
dem Rande zu violet; die After- und SchwanzflofTe, haben eine grüne Einfaf- 
fung ; eben diefe Farbe hat auch die RückenflofTe. 

Diefer fchöne Fifch ift ein Bewohner der Amerikanifchen GewäfTer. Er 
mufs eine anfehnliche Gröfse erreichen, da die Plümierfc he Zeichnung, wovon 
wir die unfrige entlehnt haben, beinahe noch einmal fo grofs ift. 

Von den Deutfchen wird diefer Fifch der rautenförmige Klippfifch, und 
von den Franzofen la Bandouliire rhomboide genannt. 



N 3 



loa Der blaut Küppfifch. 



DER BLAUE KLIPPFISCH. 

Chastodon Glaucus. 

Taf. CCX. 

Die Seitenlinie gerade, fünf Stacheln am Rücken. Br. n. B. -}. A t 17, S. ao. 
R. -g 5 ^. Chcst odon linea laterali recla, aculäs dorfalibus quinque. P. xn. V. 
— . A. xvii. C xx. D. — . 

FI XX 

Glaucus, Plümier Manufc. Out & Nieirw Ind. Tom. III. p. 336. n. 

Pefque Pampus; Klipvifch met eene uitge- Il8- fig. 118? 

fneeden Aarsvin, cn gevorkte Staartvin, Le Glaucus des anciens, ou du fleuve de la 

Renard Hift. dePohT. Tom.I. p. 41. pl. 27. Colchide dit le Verdätre, Gautier Journal 

fig. 151? de Phyfique Tom. I. p. 468. ann. 1756. 

Ikan Batoe Jang Haboe, HaboeWarna, afch- mois de Decembre. 
graeuwen veelverwigen Klipvifch, Valent. 



2 ^- .L/ie gerade Seitenlinie und die fünf Stacheln am Rücken find Unterfchei- 

dungszeichen für diefen Fifch. In der Bruftfloffe zählet man zwölf, in der 
Khppfifch. ° 

BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe fiebenzehn, und in der Schwanz- und Rük- 

kenflofle zwanzig Strahlen. 

AufTer den gedachten Kennzeichen, hat diefer Klippfifch noch das befondere 

an fich, dafs feine Afterflofle aus lauter weichen Strahlen zufammengefetzt ift, und 

die BauchflofFen fehr klein find. Der Körper ift länglicht und mit Schuppen 

von mittlerer Gröfse bedeckt. Der Kopf ift klein, und die Mundöfnung etwas 

weiter als bey den übrigen Klippfifchen ; die Lippen find ftark und aus mehreren 

Knochen zufammengefetzt. Die Augen find klein: ihr grofser fchwarzer Stern 

wird von einem fchmalen gelben Ringe eingefchlofTen : zwifchen diefen und dem 

Munde fieht man vier kleine Oefnungen. Die Kiehmenhaut liegt frey, und die 

Kiehmenöfnung ift nicht fehr weit. Der Rücken und die Seiten find bis an der 



Der blaue Klippfifch. 113 

Linie blau; unter diefer und am Bauche filberfarben. Die fechs braunen Streifen 
die man am Rumpfe wahrnimmt, find fchtnal und kurz, die Bruft- und Bauch- 
flofTen weifslich, und die übrigen von fcrnrärzlicher Farbe ; letztere endigen {ich 
in fchmale lange Spitzen. Sie haben fämmtlich bis auf die fünf kurzen Stacheln 
am Rücken, lauter vielzweigigte Strahlen. Auch diefen Fifch habe ich aus den 
Handzeichnungen des Pater Plümier, in den er etwas gröfser vorgeftellt ifl, 
genommen. Er ifl: alfo ebenfalls ein Bewohner der Amerika nifchen GewäfTer. 
Er wird, wie Plümier verfichert, eine Elle lang, und hat ein weifses fehr wohl- 
fchmeckendes Fleifch. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch den blauen Klippfifch; die Franzofen 
la Bandouliere bleue; und die Indianer Ican Batoe Jang, Haboe Warna, und 
Pefque Pampus. 

Beim Valentyn, und bey feinem Copiften dem Renard, finden xrir eine 
Zeichnung, welche der unfrigen ziemlich ähnlich ift; da indefTen erfterer fagt, 
dafs es nur ein kleines Fifchchen fey, fo bin ich ungewifir , ob es auch der 
unfrige ift. 



104 Der Plümierfche Klippfifch. 

DER PLUMIERSCHE KLIPPFISCH. 

Ch&todon Plurnieri. 

C C X I t e Tafel. Fig. 2. 

Zwey Fl offen am Rücken, der Kopf fchuppenlos. K. 4. Br. 14. B. §•. A. ~ z . 
S. 11. R. 5. 34; Chaetodon dorfo bipinnato , capite alepidoto. Br IV. P. 
XIV. V. L -^ Ji7 c - XI1 - D * r. XXXIV. 



Der PIü- Uer fchuppenlofe Kopf und die zwey FlofTen am Rücken find ein ficheres 

mierlche Merkmahl für diefen Fifch. In der Kiehmenhaut zählet man vier, in der Bruft- 
Klippfifch. . . 

flofle vierzehn, in der BauchflofTe fünf, in der AfterflofTe fünf und zwanzig, in 

der SchwanzflofTe zwölf; und in der erften RüekenflofTe fünf, in der zweiten 

aber vier und dreifsig Strahlen. 

Der Rumpf hat ohne dem Schwänze eine länglichte Geftalt, ift mit fechs 
grünlichen Bändein gezieret und mit kleinen Schuppen bedeckt. Der Kopf ift 
klein, oben braun, an den Seiten weifs; die Lippen find ftark. Die Augen 
haben einen weifsen ins grünliche fpielenden Ring; über denfelben bemerkt man 
eine Erhöhung, und unter diefer eine runde Oefnungwahr. Der Kiehrnendeckel 
beftehet aus zwey Blättchen, und die Kiehmenhaut, die mit breiten Strahlen 
verfehenift, liegt frey. Der Rücken hat eine bräunliche, die Seite eine graue, 
und der Bauch eine weifse Farbe. Die Seitenlinie bildet einen Bogen. Die 
fchuppenlofen FlofTen haben eine grünliche Farbe, eine dunkelgrüne EinfafTung 
und vielzweigigte Strahlen: nur der erfte in der BauchflofTe, und die vordem 
beiden in der AfterflofTe ausgenommen, als welche hart und einfach find; auch 
die Strahlen in der erften RückenflofTe find ftachelicht, aber von einer gelb- 
lichen Farbe. 

Auch 



Der Plumierßche Klippßßh.' 105 

Auch diefen Fifch habe ich um die Hälfte verkleinert aus den Plämierßchen 
Handzeichnungen genommen. Er ift daher ebenfalls ein Bewohner der weftin- 
difchen GewäfTer, und hält fich eben fo, wie der vorhergehende, an den fteinigten 
Ufern des Meeres auf; und da alle Fifche, die man an folchen Gegenden antrifft, 
ein gutes Fleifch haben, fo gehört auch diefer zu den geniefsbaren Fifchen. 

Die Deutfchen nennen ihn den Plämierfchen Klippfißch; und die Franzofen 
la Bandouliere de Plumier. 



DAS PFAUENAUGE. 

Chsetodon ocellacus. 

Tafel C C X I. Fig. 2. 

Ein eingefafster Fleck, und zwölf Strahlen in der RückenflofTe, ein Band über 
das Auge. K. 5. Br. 16. B. § . Ä. Ä- S. ig. R. ff. Chcztodon ßaßcia 
oculari, aculeis duodecim ocelloque in pinna dorßali. B. v. P. XV 1. V. ~ 

* Sä. a XVI11 ' D ' xx%F. 

Chsetodon macrolepidotus, albefcens, linea nigra ad oculos & macula rotunda in pinna 
dorfali ; Seh. Thef. Tom. III. p. 67. n. II. tab. 25. fig. II. 



jVLan unterfcheidet diefen Fifch von den übrigen diefes Gefchlechts an dem 

Das Pfauen- 
fchwarzenüber das Auge laufenden Bande, an den zwölf Stacheln und dem run- 

den fchwarzen in einer weifTen EinfafTung fliehenden Flecke in der RückenflofTe. 

In der Kiehmenhaut zählet man fünf, in der BruftflofTe fechszehn, in der Bauch- 

flofTe fechs, in der AfterflofTe zwey und zwanzig, in der SchwanzflofTe achtzehn, 

und in der RückenflofTe vier und dreifsig Strahlen. 

Die Kinnladen, die von gleicher Länge find, ragen etwas hervor, die 

Lippen find ftark j zwifchen diefen und den Augen nimmt man vier kleine Oef- 

nungen wahr. Der Kopf und die FlofTen find mit kleinen, der Rumpf aber mit 

Nacurg. ausl. Fifche. III. Th. O 



l°6 Das Pfauenauge. 

grofsen Schuppen bedeckt. Der Kiehmendeckel befteht aus einem kurzen gold- 
farbigen Blättchen, und die Kiehmenhaut liegt frey. Der Rücken ift gelb, 
die Seiten und der Bauch find weifs. Die Seitenlinie weicht in ihrem Laufe fehr 
von den übrigen ab : denn fie geht in gerader Richtung von dem obern Ende 
des Kiehmendeckels bis nach den runden Fleck in der RückenflofTe , wo fie fich 
verliert, und erfcheinet wieder diefem gegen über in der Mitte des Schwanzes. 
Die Flößen haben insgefammt eine graue Farbe und vielzweigigte Strahlen; nur 
der erfte in der BauchflofTe, und die drey in der AfterflofTe find einfach und hart. 

Auch diefer Fifch fchreibt fich aus Oftindien her. 

Die Deutfchen nennen ihn das Pfauenauge; und die Franzofen f (Bilde Paon, 



DER CURACAOSCHE KLIPPFISCH, 

Chastodon Curacao. 

C C X I I t e T a f e L Fig. i. 

Am After zwey, am Rücken dreizehn Stacheln. Br. 11. B. ■§. A. T ^. S. "16. 

R. -§-§-. Chcetodon fpinis dorfalibus tredecim duobusque in pinna ani. P. xn. 

vX A.JL- Czr*. D.*™- 

VI, XVI. xxv. 



29 " T\ 

Der Cura- JLlie dreizehn Stacheln am Rücken, und die zwey in der Afterflofle, find Merk- 

caofche male, wodurch man diefen Klippfifch von den übrigen unterfcheiden kann. In 
Klippfifch. der BruftfloJ r]r e zäh i et man zwö i f) in der BauchflofTe fechs, in der After- und 
SchwanzflofTe fechszehn, und in der RückenflofTe fünf und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift grofs; die Kinnladen find gleich lang, die Lippen ftark; zwi- 
fchen diefen und den Augen fiehet man auf jeder Seite eine kleine röhrenförmige 
Oefnung. Die Augen haben einen weifTen gelb eingefafsten Ring, und in der 
Mitte defTelben einen fchwarzen Stern. Der Kiehmendeckel ift breit, hat eine 
violette Farbe, und grofse Schuppen. Der Rücken ift bräunlich, und auf den 



Der Curacaofche Küppßfch. 107 

Seiten nimmt man drey Flecke wahr, an welchen die filberfarbenen Schuppen 
violet eingefafst find. Die Seitenlinie, die aus weifTen länglichten Schuppen 
beftehet, ift, wie bey dem vorhergehenden, unterbrochen, und der After hat feine 
Lage mitten am Körper. Sämmtliche Floffen find gelb, und aufTer den gedachten 
Stacheln in der Rücken- und AfterflofTe, und den einen in der BauchflofTe, mit 
vielzweigigten Strahlen verfehen. Die SchwanzflofTe ift gabelförmig, und die 
AfterflofTe befonders ftark. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner der GewäfTer des füdlichen Amerika; und 
befonders derer um der Infel Curacao. Er ift dicker, als die übrigen diefes Ge- 
fchlechts, und hat ein fettes und wohlfchmeckendes Fleifch. 

Die Deutfchen nennen ihn den Curacaofchen Klippfifch; die Franzofen ld 
Bandouliere de Curaffau. und die Engländer Angelfish of Curacoa. 



DER S C H M I D. 

ChcEtodon Faber. 
L C C X I I t e T a f e I. Fig. 3. 

Der Körper bandirt, der dritte Strahl in der RückenflofTe lang. K. 3. Br. 16. 
B. •§-. A. 2V S. 2.0. R. 3 9 T . Chcetodon fafciatus, aculeo dorfali tertio 



Sil. 



longiore. Br. vm. P. xvi. V. — A. 

Vi, xxiv. 

Seferinus fafciatus, Plüm. JVtanufc. 
Chstodon Faber, BrouJJbnet Ichth. 



JLßie Banden am Körper, und der dritte vor den übrigen weit hervorragende ^°* 
Stachel in der RückenflofTe , dienen zum Merkmal für diefen Fifch. In der Kieh- 
menhaut zählet man drey, in der BruftflofTe fechszehn, in der BauchflofTe fechs 
in der AfterflofTe vier und zwanzig, in der SchwanzflofTe zwanzig, und in der 
RückenflofTe ein und dreifsig Strahlen. 

O % 



IOS Der Schmid. 

Der Körper ift dünn, der Grund filbergrau, mit fechs dunkelblauen Banden, 
von denen das erlte und das letzte nur blafs find, geziert. Der Außenring ift 
gelb, und der Stern fchwarz; und die Kiehmenhaut liegt unter dem Deckel ver- 
borgen. .Die Seitenlinie, die nahe am Rücken läuft, macht mit ihm einen 
gleichförmigen Bogen, und der After liegt am Körper in der Mitte. Die Bauch - 
und Bruftfiotfen find fchwarz, die übrigen aber dunkelblau. An erfterer bemerkt 
man einen, in der Afterflofle drey, und in der RückenflofTe neun harte einfache 
Strahlen; die übrigen find weich und vielzweigigt. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner des füdlichen Amerika. Er erreicht eine 
anfehnliche Gröfse ; wenigftens ift derjenige, den ich in dem Pater Plümier finde, 
eilf Zoll lang und acht Zoll breit. Er hat ebenfalls ein geniefsbares Fleifch. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch den Schmid-; die Franzofen It Forgeron; 
und die Engländer tht Smith. 

Broujfonet irret, wenn er den Argus des Linne und den Stront- Vifch des 
Nieuhqff und Willughby für den nehmlichen hält: man darf nur die Zeichnun- 
gen der beiden letzten Schriftfteller a) mit der feinigen vergleichen; fo wird 
der Unterfchied deutlich in die Augen fallen. So ift auch der Faber marinus des 
Ray und Sloan b), den er ebenfalls zu unfern Fifch anführt, ein Spiegelfifch , 
wie folches aus der Zeichnung des Sloan erhellet. Auch der Kleinfche Fifch auf 
der iaten Tefel Fig. 14. MifTus IV. den er für den unfrigen hält, ift ebenfalls 
ein Spiegelfifch. Auch der Sebaifche Fifch auf der 25ften Tafel Fig. 14. c) kann 
nicht, wie diefer Schriftfteller glaubt, der unfrige feyn, da bey diefem die Rük- 
ken- und AfterflofTe gerade, bey dem unfiigen hingegen in eine Spitze ausläuft. 

a) Ichth. Append. tab. 2. fig. 2. Ind. b~" Jamaic.tab.25i. fig. 4. 

tab. S. 26S. Thef. Tora. III. 



Der Morit{ifche Klippfifch. 109 

D£H MORITZISCHE KLIPPFISCH. 

Chstodon Mauritii. 

C CX III te Tafel. F i g. r. 

Am After drey, am Rücken eilf Stacheln. Br. 14. B. 6. A. r \. S. 18. R. ff. 

Chcstodon acukis undecim dorfalibus tribusqut in pinna ani. P. XIV. V. Vi. 

. in n ~ XI 

A. C. xviii. D. 



XIII. XXIII, 



JVLan erkennet diefen Fifch, an den drey Stacheln in der After und an den eilf * 

1 Der Mo- 

in der RückenflofTe. In der BruftflofTe zählet man vierzehn, in der BauchflofTe r } tz if cne 
fechs, in der AfterfiofTe dreizehn, in der SchwanzflofTe achtzehn, und in der Klippfifch. 
RückenftofTe drey und zwanzig Strahlen. 

Der Körper ift gedreckt, und mit kleinen Schuppen bedeckt; die Mundöf- 
nung ift weit, die Oberlippe beftehet aus zwey dünnen Knochen. Die Augen 
haben einen filberfarbenen ins gelbliche fpielenden Ring; vor denfelben liehet 
man zwey kleine Oefnungen. Die Kiehmenöfnung ift weit; und die Kiehmen- 
haut liegt unter dem Deckel verborgen. Der Rücken, der nur einen flachen 
Bogen bildet, ift dunkelblau, der Bauch weifs, und über den hellblauen Seiten 
laufen fechs fchmale fchwarze Bänder. Die Seitenlinie hat ihre Lage ohnweit 
dem Rücken; und der After ift der SchwanzflofTe näher als der Mundöfnung. 
Die BauchflofTen find gelb, die BruftflofTen dunkel- und die übrigen hellblau; 
in allen find die weichen Strahlen vielzweigigt. 

Diefer Fifch gehört, nach den Prinz Morit{, in Brafilien zu Haufe. Er 
erreicht die Gröfse von zweyFufs, und hat ein weifses und efsbares Fleifch. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch den Morifpfchzn Klippfifch; und die 
Franzofen la Bandouliirc du Frince Morit{. 



HO Der Bengalifchc Klippfifch. 

DER BENGALISCHE KLIPPFISCH. 

Chsetodon Bengalenfis 
CCXIIIte Tafel. Fig. 2: 

Der Körper bandirt, zwey Stacheln in der After- und dreizehn in der Rüdren- 
flofTe. K. 4. Br. 16. B. ■§, A. r \. S. 18. R. £f . Chaztodon fafciatus , 
acutus dorfalibus tredecim duobusqut in pinna ani. Br. IV. P. XV 1. V. — 

a II n n Xm VI ' 

A. C. xviii. D. — — 

xiv. xxv. 



3 2, \J\q dreizehn Stacheln am Rücken, und die zwey hinter dem After, welche man 

IT h Kli - an un ^ erm uandirten Fifche wahrnimmt, find Merkmale, wodurch er fich von 

fifch. den übrigen diefes Gefchlechts unterfcheidet. In der Kiehmenhaut find vier, 

in der BruftflofTe fechszehn, in der BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe vierzehn, 

in der SchwanzflofTe achtzehn, und in der RückenflofTe fünf und zwanzig Strahlen. 

Der Körper ift breit, und auf der weifTen Grundfarbe nimmt man fünf 

caftanienbraune Bänder wahr. Die Flößen find am Grunde braun, und am Rande 

blau. Die Schuppen find an dem Kopfe und den FlolTen klein, am Rumpfe aber 

grofs» Die Kiehmenöfnung ift weit, und die Kiehmenhaut liegt unter dem 

Kiehmendeckel verborgen. Die Augen haben einen fchwarzen Stern, welcher 

in einem weifTen ins gelbe fpielenden Ringe flehet. Die Seitenlinie, welche 

ohnweit dem Rücken einen flachen Bogen bildet, wird gegen das Ende defTelben 

unterbrochen, und fängt ohnweit der SchwanzflofTe, in der fie fich verliert, 

wieder an. Die Bauchhöle ift lang, und der After weiter vom Kopfe als vom 

Schwänze entfernt. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Bengalen. Ich habe ihn meinem gelehrten 
Freunde, dem Herrn Garnifonprediger Chemnitz zu Coppenhagen, der ihn von 
dem Doktor Martini von gedachtem Ort erhalten hat, zu verdanken. Diefer 
Fifch hat die meifte Aehnlichkeit mit dem Gabelfchwani : er unterfcheidet fich 



Der Bensaüfche Klippfifch. 1 1 1 

jedoch von jenem darin: i ) ift der unfrige viel breiter als jener; i) hat der Ga- 
belfchwanz fechs fchwarze, der unfrige aber fünf braune Bänder; 3) hat diefer 
nur zwey Stacheln hinter den After, jener aber drey; 4) beim Gabelfchwanz 
haben die Rücken- und AfterfloiTe einen lanzetförmigen , beim Bengalifchen 
Klippfifch hingegen eine rundlichte Geftalt. Endlich endiget fich bey diefem die 
SchwanzflofTe in zwey fcharffen, bey jenem hingegen in zwey ftumpfen Spitzen. 



DIE HAARSCHUPPE. 

CCXIVfte Täte!. 

Ein Stachel am Kiehmendeckel, haarförmige Linien an den Schuppen. K. 6* 
Br. ao. B. f-. A. -fy. S. 16. R. •§!-. Chcetodon operculo acukato , fquamis 
cihatis, Br. Vi. P. xx. V. — A. ■ C. xvi. D. 



vi. xxzr. xxx r. 

Chatodon ciliaris ; C. cauda integra. fpinis bus in operculis, poftico longiflimo, MulT 

pinns dorfalis quatuordecim, operculis Ichth. II. p, 36. n. 192. 

fpinofis, fquamis ciliatis, Linn. S. N. p. PlatiglofTus, qui Acarauna altera major Lifte«, 

465. n. 20. Klein MirT. Pifc. IV. p. 41. n. 4. 

Chstodon operculis utrinque aculeatis: offi- Aearauna altera major, Willughb. Append» 

culis pinnse dorfi anique intermediis cau- p. 23. tab. O. 3. fig. 1. 

dam rotundatam fubsquantibus, Gronov. Acarauna altera major, Ray Synopf. p. 103; 

Zooph. p. 69. n, 232. C. microlepidotus, n. ir. 

cauda fubrotunda, aculeis utrinque duo- Die Haarfchuppe, MüllL, S. IV. Th. S. 173» 



.L/ie Stacheln am Kiehmendeckel, und die haarförmigen Erhöhungen, womit ' 

die Ränder der Schuppen befetzt find, unterfcheiden diefen Fifch. InderKieh- fchuppe. 
menhaut zählet man fechs, in der Bruftflofle zwanzig, in der Bauchflofle fechs, 
in der Afterflofle zwey und zwanzig, In der SchwanzflofTe fechszehn, und in der 
RückenfiofTe fünf und dreifsig Strahlen. 

Der Kopf und die Floflen find mit kleinen, der Rumpf aber mit großem 
Schuppen bedeckt. Damit man die haarförmigen Linien auf den Schuppen, 



* 12 Die Haarfchuppe. 

die in der Mitte derfelben anfangen, und über den Rand hinauslaufen, defto deut- 
licher erkennen möge, habeich auf unferer Tafel eine folche Schuppe, wie fie 
fich, wenn man fie durch ein Suchglas betrachtet, darfteilet, ftechen laiTen. 
Die Mundöfnung ift ungemein klein; die Kinnladen find von gleicher Länge, 
und die Lippen ftark; zwifchen diefen und den Augen nimmt man vier runde 
Oefnungen wahr; letztere haben einen fchwarzen Stern, und einen weiften ins 
rothe fpielenden Ring. An dem dunkelgrauen Rücken flehet man vor der Flofle 
defTelben einen fchwarzen Ring. Die Seiten find grau, die FlofTen von gleicher 
. Farbe mit einer braunen Einfaflung, und der Bauch ift weifs. Der Backen- 
knochen oder der vordere Kiehmendeckel ift gezähnelt, und vor dem langen 
Stachel find noch zwey kleinere vorhanden. Die Kiehmenöfnung ift weit, und 
die Kiehmenhaut liegt zum Theil verborgen. Die Seitenlinie läuft ohnweit dem 
Rücken mit demfelben in gleichförmiger Richtung; und der After ift in der 
Mitte des Körpers befindlich. In der BauchflofTe finde ich einen, in der After- 
flofTedrey, und in der Rückenflofie vierzehn einfache und harte Strahlen; alle 
übrige find am ganzen Fifche weich und vielzweigigt. , 

Diefer Fifch foll , wie mir der Naturalienhändler, von dem ich ihn gekauft 
habe, verficherte, aus Oftindien gekommen fevn. Mir ift es wahrfcheinlich, dafs 
er feinen Aufenthalt richtig angegeben habe, weil er mit einer langen After- und 
Rückenflofie verfehen ift: denn faft alle Fifche, die ich im Marcgraf, Pijo , und 
in den Handzeichnungen des Pater Plümier finde., find mit einer langen Rücken- 
und AfterftofTe abgebildet; dahingegen diejenigen, die ich aus Oftindien erhalten 
habe, und die im Vakntyn flehen, beinahe durchgängig diefelben FlofTen abge- 
rundet haben. Seine eigentliche Gröfse kann ich nicht beftimmen; nur fo viel 
v/eis ich, dafs derjenige, den ich befitze, etwas gröfser ift, als die von ihm 
genommene Zeichnung. 

Der Magen iftgrofs, weit, hat eine krumme Lage und bildet einen halben 
Bogen; er war bey demjenigen, den ich geöfnet habe, mit halbverdauter Krebs- 
brut angefüllt. Der Darmkanal ift fehr lang, hat viele Umwickelungen , und 

ift 



Die Haarfchuppe.^ jm 

ift, wie bey den ' vierfüfsigen Thieren, am Mefenterium befeftigt. Die Leber, 
welche dünn ift, beflehet aus zwey Lappen. Die Schwimmblafe ift ftark, und 
fitzt auf beiden Seiten an den Ribben, wie bey den Baarfcharten feft. Ich 
habe weder einen Eierftock noch Milch bemerken können. 

"Von den Deutfchen wird diefer Fifch die Haarfchuppe , und von den Fran- 
zofen k Peigne genannt. 

Willughbfs Frage: ob unter der Paru des Marcgraf unfer Fifch zu ver- 
liehen fey? läfst fich verneinen, wie man folches aus der Gegeneinanderhaltung 
jenes Fifches, den wir auf der io^ften Tafel geliefert haben, mit diefem, 
erfehen wird. 



DER ACHTBÄNDIGE KLIPPFISCH. 

Chastodon o&ofalciatus. 

C C X V t e Tafel. F i g, r, 

Acht Banden am Körper, eilf Stacheln in der RückenflofTe. Br. 16. B. K 
A. -f^. S. 11. B. ~^. Chaitodon oäofafciatus , aculäs dorfalibus undecim. 

P. xvi. V. - A. — C. xu. D. -^- 

vi. xri. xxvm' 

Chstodon macrolepidotus, albefcens, lineis los intercipiente; poftremis quatuor in 

utrinque o<üto trausverfis, nigris. Seb.Thef. pinnas excurrentibus. Klein Min". Pifc. IV» 

III. p. 67. n. 12. tab. 25. fig. 12. p. 36. n. 6. tab. 9. fig. 3. 

Rhombotides; cujus pinnam dorfalem radiis Chauodon armacus, oclo lineatus. Mufeuni 

conjun&is inermibus antecedunt undecim Schwende, p. 32. n. 8r. 

vel duodeeim aculei ineurvi firophces ; fep- Chstodon llriatus. Muf. Lincken, p. 42. 

tem lineis arcuatis lateraübus ; primo ocu- 

JLJ'iefer fchöne Klippfifch unterfcheidet fich von den übrigen durch feinen ^' 

Der acht- 
nach die Queere laufenden acht Banden, und durch die eilf Stacheln in der u j- 

RückenflofTe. In der BruftflofTe zählet man fechszehn, in der BauchflofTe fechs, Klippfifch. 

* Naturg. ausl Fifche. III. Th t P 



114 Der achtbändige Klippfifch. 

m der AfterflofTe fechszehn, in der SchwanzflofTe zwölf, und in der Rücken- 

floffe acht und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift klein ; die hervorftehenden Kinnladen find von gleicher Länge. 
Die Augen haben einen weifsen ins gelbe fpielenden Ring, und vor denfelben 
nimmt man zwey runde Oefnungen wahr. Die Grundfarbe ift weifs ins violette 
fpielend. Sämmtliche FlofTen find kurz und am Grunde bräunlich; die Rücken- 
und AfterflofTe haben eine braune, die übrigen eine graue EinfafTung. Die Ban- 
den find braun, und flehen paarweife beifammen. Die Seitenlinie, die nur einen 
flachen Bogen macht, ift breit, und der After mitten am Körper befindlich. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Oftindien. 

Mich wundert dafs Linne diefen Fifch in feinem Syftem nicht aufgeführet 
hat, da ihn doch Seba und Klein befchrieben und abgebildet haben, 

DER RING. 

Chajtodon annularis. 

CCXVte Tafel. Fig. 2. 
Der Körper geftreift, einen Ring auf der Seitenlinie. Br. 16. B. -f. A. ^. 
S. 16". R. ~ff. Chcetodon ßriatus t annulo ad lineam lateralem. P. xvi. 
V.± A.-JE- Cxvi. D.^ 

VI. XXVIII. XLI. 

Chanodon annularis. Muf. Schwenk, p. 3T. Tom. III. p. 498. n. 467. fig. 468. Ikan 

n. 20. & Ch. fufcus, ftriis coeleftini coloris Batoe Jang Aboe, Aboe Betina, Wyfken 

incurvatis, diverfi modo definentibus, pin- van de graeuwenKlipvifch. p. 455. n. 347. 

nis dorfalibus ac ventralibus valde extenfis. fig. 347. 

p. 32. n. 84. Douwing Marquis, Klipvifch die witagtig is^ 

Ikan Pampus Cambodia, of Cambodifche met ftaalblauwe hoekige ftreepen. Ren.H'itt. 

Pampusvifch. Vaknt. Out & Nieuw Ind. de PoifT. Tom. II. p. 38. pl. 20. fig. 135. 



35- JVlan erkennet diefen Fifch an den nach der Länge lauffenden Streifen, und den 
runden Ringen auf der Seitenlinie ohnweit dem Kopfe. In der BruftflofTe zählet 



Der Ring. 115 

man fechszehn, in der BauchflofTe fechr, in der AfterflofTe acht und zwanzig, 
in der Schwanzftofle fechszehn, und in der RückenflofTe ein und vierzig Strahlen. 

Der erwähnten Streifen find fechs an der Zahl; lie haben alle eine etwas 
gekrümmte Richtung; wovon die vier öberften in den Winkel der Rückenflofle 
zufammenftofsen. Der Kopf ift wie bey den übrigen diefes Gefchlechts gebildet. 
Nahe an den Augen, die einen filberfarbenen Ring haben, flehet man vier kleine 
Oefnungen, Der Kiehmendeckel beftehet aus zwey Blättchen, wovon das vor- 
dere gezähnelt und mit einem Stachel verfehen ift. Die Schuppen find klein. 
Der After liegt mitten am Körper, und die Seitenlinie läuft in gleicher Beugung 
mit dem Rücken. Die Grundfarbe ift bräunlich; die Streifen find hellblau, die 
Bruft- Bauch- und Schwanzflofle weifs; die After- und RückenflofTe fchwarz- 
braun. Die erftere ift rund und mit einem hellblauen Bande verfehen, und 
letztere läuft in eine Spitze aus. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Oftindien. Unter den mehreren Exem- 
plaren, die ich aus Japan erhalten habe, ift das gröfsfte davon noch einmal fo 
grofs, als die hier gegebene Zeichnung. Er hat nach dem Valentyn ein un- 
gemein zartes Fleifch. 

Die Holländer nennen diefen Fifch Douwing Marquis, camhodifche Pam- 
pusvifch; die Franzofen V Anntau; die Deutfchen den Ring , und die Indianer 
Jkan Pampus Cambodia, Ikan Batoe Jang, Aboe y und Aboe Pelina. 

Im Valentyn finde ich zwey fchlechte Zeichnungen, und im Renard drei 
bunte Copien derfelben. 



P a 



ii6 Die Halsbinde. 



DIE HALSBINDE. 

Chsetodon Collare. 

C C X V 1 te Tafel. Fig. i. 

Fünf Bänder am Kopfe, zwölf Stacheln in der RückenflofTe. K. 4. Br. 14. 

B. f. A. ^. S. 20. R. ■£§. ChcEtodon capite quinque fafeiato , fpinis dof- 

falibus duodeeim. Br. iv. P. xiv. V. — A. m C. xx. D ~ 

vi. XXIV. XL. 

Chstodon macrolepidotus, nigrefeens, lineis utrinque duabus , albis, ad caput, Ssb. TheC 
_______ III p. 66. n. 10. tab. 25. fig. io. 

Die Hals- ie ^ ün ^ ^ än ^ er am Kopfe, wovon zwey weifs und drey fchwarz find, und 
binde. die zwölf Stacheln am Rücken, find Merkmale für diefen Fifch. Die Kiehmen- 

häut hat vier, die BruftflofTe vierzehn, die BauchfloiTe fechs, die AfterflofTe vier 
und zwanzig, die Schwanzflofle zwanzig, und die RückenflofTe vierzig Strahlen. 
Die Kinnladen ragen hervor, die Augen find grofs, haben einen fchwarzen 
Stern, einen blauen Ring, und find mit einer Nickhaut verfehen; vor denfelben 
nimmt man zwey kleine Oefnungen wahr. Die Stirn ift fehr abfehüffig. Der 
Kopf und die FlofTen find mit kleinen, der Rumpf aber mit fehr grofsen Schuppen 
befetzt. Die Kiehmenhaut liegt unter dem Kiehmendeckel verborgen. Die Sei- 
tenlinie macht an der RückenflofTe einen ftumpfen Winkel, wird am Ende der- 
felben unterbrochen, und fängt erft ohnweit der SchwanzflofTe wieder an. Die 
Seiten und der Rücken find blau, der Bauch gelblicht, die Bruflfloffe gelb, die 
BäuchflofTe grau, und die übrigen FlofTen gelblicht und braun eingefafst. An der 
RückenflofTe nimmt man ein gelbes, und am Schwänze ein braunes Band wahr. 
Auch diefen Fifch habe ich aus Japan, in der hier mitgetheilten Gröfse, 
erhalten. Die Sebaifche Zeichnung wäre gut, wenn ihr nicht die Seitenlinie fehlte, 
und die Stellen, wo dem Fifche die Schuppen mangeln, als Flecke ausfähen. 



Der Mulatte* 117 

DER MULATTE, 

Chastodon Mefoleucus. 

C C X V I t e Tafel. Fig. 2. 

Ein Band übers Auge, ein Stachel am Kiehmendeckel und zwölf am Rücken. 
Br. 16. B. ■§•. A. 2 3 r- S. 16. R. fj-. Chcetodon fafcia oculari, aculeo unico 
ad operculum duodecitnque ad dorfum. P. xn. V. — A. '—- C. xvi. 



Uas fchwarze Band, der bey unferm Fifch über das Auge geht, der bewafnete Der Mulatte 
Kiehmendeckel, und die zwölf Stacheln in der RückenflofTe, find Kennzeichen, 
für diefen Fifch. In der Bruftfloffe find fechszehn, in der Bauchflofle fechs, in 
'der AfterflofTe ein und zwanzig, in der SchwanzftofTe fechszehn, und in der 
RückenflofTe neun und zwanzig Strahlen. ' 

Diefer Klippfifch, der eine länglichtrunde Geftalt hat, ift mit kleinen 
Schuppen bedeckt, am vordem Theile des Körpers weifs ins blaue fpielend, und 
am hintern Theile fchwarz. Von den FlofTen find die am Rücken und After von 
letzterer, die übrigen aber von weiiTer Farbe. Die Augen find grofs, und vor 
denfelben find zwey länglichte Oefnungen vorhanden. Der Kiehmendeckel Le- 
fteht aus zwey Blättchen, und unter den grofsen Stachel nimmt man einige kleine 
wahr. Die Kiehmenöfnung ift weit, und die Kiehmenhaut liegt zum Theil frey. 
Der After befindet fich in der Mitte des Körpers, und die Seitenlinie ohnweie 
dem Rücken. 

Auch diefen Fifch habe ich aus Japan, in der Größe meiner Abbildung, 
erhalten. 

Die Deutfchen nennen ihn den Mulatten; und die Franzofen le Muht. 



118 Nachtrag %um Zitterrochen. 

NACHTRAG ZUM ZITTERROCHEN*). 



jjeim Hippocrates finde ich die erfte Nachricht von unferm Fifche. Er rechnet 
ihn zu den efsbaren, und fagt, dafs fein Fleifch eine gefunde Speife abgebe; 
er räth ihn befonders gebraten zu geniefsen in derjenigen HautwafTerfucht an, 
welche von der Verftopfung der Leber herrührt a); von feiner betäubenden Ei- 
genfchaft aber erwähnt er nichts. Plato, fall ein ZeitgenofTe des Hippo- 
crates, mufs diefe Eigenfchaft bereits gekannt haben: denn er läfst dem So- 
crates im Scherze zum Meno fagen : du halt mich mit deinem Geipräch fo 
betäubt, als es der Torpedo, ein breiter Seefifch, demjenigen thut, der ihn in 
der Nähe berührt b). Arifloteles, der einen merklichen Beitrag zur Naturge- 
fchichte diefes Fifches geliefert hat, erzählt von ihm, dafs er durch die erwähnte 
Eigenfchaft die vorbeifchwimmenden Fifche betäube, und fie in diefem Zuftande 
verzehre c). Tiphilus hat eine noch genauere Kenntnifs der Eigenfchaft diefes 
Fifches gehabt: denn er fagt, dafs nicht dem ganzen Fifche, fondern nur einigen 
Theilen delfelben das Erfchüttern eigen fey d). Eine Bemerkung, welche die 
neueren Naturkündiger beftätiget haben, und welche die wunderbaren Eigen- 
fchaften unfers Fifches felbft durch die Electricität zu erklären fehr erfchwerer. 
Hero aus Alexandrien e) wufste fchon, dafs er die betäubende Eigenfchaft durch 
Kupfer, Eifen, und andere dichte Körper mittheile. 

PliniuSy der alles was andere vor ihm gefagt haben, zufammengetragen 
hat, erzählet uns auch, dafs er feinen Stofs durch die Angelruthe mittheilen 

*) Siehe den erflen Theil der Naturgefch. c) Hift. Anim. lib. 9. c. 37. üb. 2, c. 13. 

ausl. Fifche. Seite 44 — 48- . de partion. Anim. lib. 4. c. 13. 

a~) de Intern. Affeclion. lib. 13. t6. 30. d) Theriaca commentar. 3. 

b~) Meno, five de virtute. Dialog. 16. ej Pneumatic. 



Nachtrag {um Zitterrochen. II 9* 

könne; wenn er indefTen fagt, dafs auch der ftärkfte Menfch dadurch augen- 
blicklich zu Boden finke, fo hat er die Sache übertrieben a). Plutarch, den man 
fonften nicht zu den eigentlichen Naturkündigern zu rechnen pfleget, belichtet, 
dafs er auch durch das Netz den Fifchern einen Stofs mittheile; wenn er aber 
ferner fagt, dafs man beim Aufgiefsen des Waffers auf den Fifch ohne weitere 
Berührung Z>) davon erfchüttert würde; fo ift es nur in fo fern möglich, wenn 
der Wafferftrahl die Verbindung zwifchen der Perfon und dem Fifche macht, 
und als Leiter würkt. 

Die altern Naturkündiger, welche keinen Begriff von der Elektricität 
hatten, erklärten diefe Erfcheinung durch den Ausflufs bald giftiger, bald kalter 
Theile, wodurch der Fifch die Betäubung zuwege bringe. Nachdem man aber 
in den neuern Zeiten die Kunft zu Beobachten etwas beffer verftand , glaubte 
man die Sache auf eine mehr mechanifche Art erklären zu können. Redi, 
Perault und Loren^ni meinten, fo wie das Feuer folche Theilchen von fich 
gebe, die uns erhitzen, fo gebe der Zitterroche folche Partikeln von fich, 
welche die Theile die fie treffen, betäubten; es gefchehe nun, indem fie in fo 
grofser Menge in einen Körper hineingiengen, oder wenn fie in ihrem Lauf, 
weil fie nicht proportionirt wären, gehindert würden c), 

Borelli hielt alle die angegebenen Ausdünnungen für Werke der Einbil- 
dungskraft, und glaubt, die Betäubung rühre lediglich von der heftigen Erfchüt- 
terung desFifches felbft her, die er erlitte, fo oft er berührt würde, und die er 
auch der Hand mittheile d). Reaumur, welcher unfern Fifch bey feiner Bewe- 
gung genau beobachtete, fand nicht, dafs der Fifch, wenn er den Stofs vom 
fich gebe, heftig erfchüttert werde: erfuchte die Urfache in den Bau des Fifches 
felbft, und glaubte fie in gewifTen Cylindern, die mit einer Materie, die der 



c) Natur. Hift. üb. 32. c. I. c) Reaumur Hiffoire de l'Acad. de Paris, 

b) De Induft. Anim. p. 246. 1714. p. 457. edit. in 8vo. 

d) Im angef. Buche, p. 454, 



iao Nachtrag {um Zitterrochen. 

Fifch beim Anrühren von fich gebe, und die Erfchütterung zuwege bringe, zu 
finden a). So wie eine Entdeckung gewöhnlich, auf mehrere andereführt fo 
hat auch die von der Elektricität uns belehrt , dafs die wahre Urfache der 
betäubenden Kraft des Zitterfifches in einem elektrifchen Stofs beftehe. Herr 
Walsh war der erfte, welcher diefes durch Verfuche deutlich gezeigt hat b)\ 
da indefTen diefe fall die nehmlichen find, die er mit dem Zitteral angeftellt hat, 
und die wir im zweiten Bande diefes Werks umftändlich angeführet haben; fo 
wäre es unnöthige Wiederholung, wenn wir fie hier nach der Reihe noch ein- 
mal erzählen wollten. Auch Spala^ard hat nicht nur diefe Verfuche erneuert 
und richtig gefunden, fondern auch entdeckt, dafs fogar die Jungen im Mutter- 
leibe diefe Eigenfchaft befitzen: denn indem er einen fo eben fterbenden Zitter- 
rochen öfnete, bemerkte er zwey junge vollkommen ausgebildete in ihren Eiern. 
Er entblöfste fie von ihren Häuten, und machte mit ihnen die nehmlichen Ver- 
fuche, die er mit der Mutter angeftellt hatte. Er empfand die nehmliche Er- 
fchiitferung, jedoch in einem weit geringern Grade, als bey der Mutter c). 



a') Hift. de l'Acad. 17 14. p. 45 r. c) Littera del' a abate Spalazani al Si- 

b) Philofoph.Transact.Vol. 83. obferv. 33. gnore marchefe Lucbeiini, 



Ende des dritten Theils. 



Berichtigungen. 

Seite 104. ftatt Fig ä.., lies Fig. i. 
112. — Oftindien., lies Weftindien. 



Fortgesetzte 



Fortgefet^e Anzeige , der in diefim Buche vorkommenden Verkürzungen 
der angeführten Schriftßeller *). 



Cetti. Sardin. 

Defcript. of three hund. 
Egede. Isl. 

FeuilU. Reife. 

Forfler. Zoolog. Ind. 

Ceorgi. Reifen. 
Grew. Muf. 

Hartßnck. Guiana. 

Herrn. Tabul. 
Imperati. Hift. 
Langguth. üpufcul. 

Le. Brun. Voyage. 

Lepechin Reifen. 

Lincke Verzeichn. 



T'rancefco Cetti , Naturgefchichte von Sardinien. I — 3. Theil. 
Leipzig 1784. 8vo. 

Defcription of three hundred Animals. London 1748. 8vo. 
Det Gamle Grönlands nye Perluftration eller naturel Hiftorie for- 
fattet af Hans Egede. Kiöbenhavn 1673. 8vo. 
Peter Ludewig Feuille, Befchreibung zur Artzney dienlicher Pflanzen 
des mittägigen America. T — 2. Theil. Nürnberg 1758. 4to. 
Indifche Zoologie oder fyftematifche Befchreibungen feltener und 
unbekannter Thiere aus Indien von Johann Reinhold Forfler. Halle 
1781. fol. 

Bemerkungen einer Reife im Ruflifchen Reich von Johann Gottlieb 
Georgi. I — 2ter Theil. St. Petersburg 1775. 4to. 
Mufeum regalis Societatis. Or a Catalogue & Defcription of the 
natural und artifical Rarities belonging to the Royal Society. Ma- 
deg by Nehemjah Grew. London ]68l. fol. 

Johann Jacob Hartßnks Befchreibung von Guiana, oder der wilden 
Küfte in Süd- Americka. Berlin 1784. 8vo. 

Johanne Hermann Tabula affinitatum animalium. Argent. 1783. 4to. 
Fernandi Imperati Neapolitani. Hift. Natur. Libr. 28. Köln 1595. 4to. 
Georgii Augufli Langguthü. Opufcula Hiftoriam naturalem fpeclan- 
tia. Wittemberg 1784- 4to. 

Voyage de Corneilles LeBrun par laMofcovie, en Perfe & aux Indes 
oriemales. Tom. I— II, Amfterdam 1718. fol. 
Jwan Lepechin < Tagebuch der Reifen durchs Ruflifche Reich. 1 — 3 
Theil. Altenburg 1774. 8vo. 

Index Muf. Linkeniani, oder kurtzes fyftematifches Verzeichnifs der 
vornehmften Stücke der Linkifchen Naturalienfammlung zu Leipzig. 
Leipzig 1783. 8vo. 



*) Siehe iter Theil Fifche Deutfchlandes. S. 17— 22. und 3ter Th. S. 188—190. 
Naturg. ausl. Fifche. III. Theil. Q 



Nieukoff' Ind. 

Oppian de Pifcib. 

dePicat. 

Pifo Ind. 

Redi Opufcul. 

Ruyfcli Theatr. Anim. 

R{ac{ynski Hift. natur. 

Schranck Naturh. Brief. 

Seeligm. Vögel. 
Sloan Jamaic. 

Valentyn Ind. 
Wortn. Muf. 



Fortgefit^t Anläge, &c. 

Johann Nieuhoff. Gezandfchapt der Neerlandcfche Ooft-Indifche 

Compagnie. Amfterdam 1693. Vol. i. 2. fol. 

Oppiani Poetae Alieuticon, five de Pifcib. Argentorati 1534. 4to. 

De Pifcatu. Libr. V. Lugduni Batavor. 1597. 8vo. 

Guillelmi Pifonis , de Indiae utriufque re naturali & medica. Ara- 
ftelodami 1658. fol. 

FranciJ'ci Redi, Opufculorum five Experiraenta &c, Amftelodami 
1686. fol. 

Henricl Ruyfch Theatr. univerfale omnium Animalium, CCLX ta- 
bulis ornatis. I. II. Tom. Amftelod. 1718. fol. 
Hiftoria naturalis curiofa Regni Poloniae Gabrielis Riac{ynski. San- 
domiriae, Ann. 1721. 4to. 

Naturhiftorifche Briefe über Oeftreich , Saltzburg , Pafiau und 
Berchtsgaden von Ftant^ von Paula Schranck und Carl Ehrenbert 
Ritter von Moll. Iter. Th. Salzburg 1785. 8vo. 
Sammlung verfchiedener ausländifcher und feltener Vögel von Mi- 
chael Seeligmann. Iter Th. Nürnberg 1749 — 1776. fol. 
HansSloane, Voyage to the Islands, Madera, Barbados, Nieves, 
St. Chriftophers und Jamaica , whith the Natural Hiftory in two 
Volumes. London 1707. fol. 

Francois Valentyn , Befchryving van Amboina , &c. in vyf Dee- 
len. Amfterdam und Dordrecht 1724— 1726. fol. 
Mufaeum Wormianum , feu Hiftoria rerum rariorum tarn natura- 
lem quam artificialium. Ab Olao JVorm, variis & accuratis Ico- 
nibus illuftrata. Lugduni Batavorum, 1655. fol. 



123 



Regißer nach dem Linneifchen Syßem *). 







Taf. 


Fig. 




Taf. 


Fig. 


Raja Torpedo. I. 44. III. 






Oftracion triqueter. I. 99. . 


CXXX. 




118 




CXXI. 




concatenatus. 1. 101. 


CXXXL; 




Squalus Canicula. 1. 16» 


CXII. 




- bicaudalis. I. 103. . 


CXXXIIJ 







ftellaris. I. 16. 


— 




cornutus. I. 105. . 


CXXXIII. 




* 


fafciatus. I. 19. 


CXIII. 




quadricornis 1. 108. 


CXXXIV. 







Catulus. 1. 21. 


CXIV. 




trigonus. I. HO. . 


CXXXV. 







Centrina. I. 23. 


cxv. 




* turritus. I. 113. . 


CXXXVL 







Squatina. I. 25. . 


CXVI. 




cubicus. I. 115. 


CXXXVII. 




, 


Zygaena. 1. 29. 
Galeus. 1. 31. 


CXVII. 
CXVIII. 




* Nafus. I. Il8- 

Tetrodon. I. 120. . . . 


CXXXV1II 







Carcharias. 1. 33. . 


CX1X. 




tefhidineus. I. 123. 


CXXXIX. 







Priftis. 1. 41. 


CXX. 




lagoeephalus. I.126. 


CXL. 




Chimaera. 1. 60 






lineatus. I. 128- 


CXLI. 






monftrofa. 1. 61. . 


CXXIV. 




hifpidus. I. 130. . 


CXLII. 




Lophius Vefpertilio. I. n. . 


ex. 




* Honckenii 1. 133. . 


CXLKI. 







Hiftrio. I: 13. . . 


CXI. 




* Spengleri. 1. 135. . 


CXLIV. 




Acipenfer Hufo. I. 79. . . 


CXXIX. 




occellatus. 1!. 3, 


CXLV. 




Cyclopterus Liparis. 1. 48. . 


CXXIII. 


1.2. 


*— oblongus. 11. 6. . 


CXLVI. 


f. 


Baliftes. II. 9 






* rofiratus. 11. 8- 





2, 





Monoceros. 11. 12. . 


CXLVII. 




raola. I. 75. . , 


CXXVill. 







tomentofus. 11. 15. . 


CXLVIII. 


r. 


Diodon. I. 65 






* 


biaculeatus. 11. 17. . 





2. 


Hyftrix. I. 67. 


CXXV. 







aculeatus. 11. 19. . 


CXLIX. 




Attinga. I. 69. 


CXXVL 







Vetula. 11. 22. . . 


CL. 




* orbicularis. I. 73. . 


CXXVII. 







maculatus. 11. 25. . 


CLL 




Centrifcus. I. 54. ... 









ringens. 11. 27. 


CLII. 


2. 


Scolapax. I. 55. 


CXXIII. 


I. 





Chinenfis. 11. 29. . 


— 


1. 


feutatus. I. 57. 





2 


Oftracion. I. 96 






Syngnatus Pelagicius. 1. 5. . 


CXI. 


«r 



*) Diejenigen Fifche, die mit einem Sternchen bezeichnet find, flehen nicht in Lin£i- 
fchen Syftem. Die römifche Ziefer zeigt den Theil und die arabifche die Seite an. 

Qa 



ia4 Re gißer nach dem 

Taf. Fig. 

Syngnath.Hippocampus.1.6. CIX. 3, 

* biaculeatus. I. 10. . CXXI. 1. 2. 

Pegafus. 1. 51 

Draconis. 1. 52. . CIX. 1, 2. 

natans. 1. 53. . . CXXI. 3.4. 

Mursna Helena. II. 31. 

Ophis. 11. 35. 

Conger 11. 37. 

Gymnotus. 11. 4L . . 

eleclricus. 11. 43. 

. Carapo. 11. 59. 

Tiichiurus. 11. 63. . . 

Lepturus. 11. 65. 

Ophidium. 11. 68- . . 

barbatum. 11. 70. 

* aculeatum. 11. 72. 

Stromateus. IL 79. . . 

■ Paru.. 11. 75. . 

CalÜonymus. II. 77. 

Lyra. 11. 79. 

Dracunculus. 11. 84. CLXII. 

Uranofcopus. 11. 88- • • 

fcaber. 11. 90. 



CIX. 
CXXI. 
CLIII. 
CLIV. 

CLV. 

CLVI. 
CLVII. 

CLVIII. 

CLIX. 



CLX. 



CLXI. 



CLXIII. 

CLX IV. 

CLXV. 

CLXVI. 

CLXII. 

CLXVII. 



Gadus Merluccius. 11. 94. 

— Muftela. 11. 100. . 

— barbatus. 11. 105. 
*B!ennius fafciatus. 11. 110. 

ocellaris. 11. 112. . 

Gattor11gine.il. 115. 

fuperciliofus.il. 118. CLXVIII. 

*Kürtus. 11. 121. . . ; 

* ___ Indicus. 11. 122. . CLXIX. 

Cepola. 11. 124 

Taenia. 11. 126. . CLXX. 

Echeneis. 11. 129. . . . 

— — Neucrates. 11. 131. CLXXI. 



Lineifchen Syflem. 

Echeneis Remora. 11. 134. ; 
Coryphsna. 11, 138. . . . 

pentadactyla.il. 140. 

— — hippuris. 11. 143. . 

* Plümieri. 11. 146. . 

* coerulea. 11. 148. . 

*Macrourus. II. 150. . . 

* rupeftris. II. 152. . 

*Gobius Plümieri. 11. 154. . 
*Cottus monopterygius. 11. 

156 

— gruniens. 11. 157. . 

— fcaber. 11. 159. , . 
Scorpania. 111. 3 

Porcus. 111. 5. . . 

■ Scrofa. 111. 10, . . 

horrida. 111. 15. . 

* volitans. 111. 18. . 

* — ■ — antennata. 111. 21. . 

* Pleuronec~tes limandoides. 

111. 24. . 

* Zebra. 111. 27. . 

* bilineatus.lll. 29. 

* punctatus.lll.31. 

* macrolepidotus. 

111. 34. . 
Chaetodon. 111. 46. . . . 
* aureus. 111. 49. 

* Imperator. 111. 51. 

* fafciatus. 111. 53. . 

* guttatus. 111. 55. . 

* Paru. 111. 57. 

* : Pavo 111. 60. . 

aruanus. III. 62. . 

* Teira. III. 65. . 

* ____ Vefpertilio. ül.67. 



Taf. Fig. 
CLXXII. 

CLXXIII. 
CLXXIV. 
CLXXV. 

CLXXVI. 

CLXXVII. 
CLXXVI1I. 3. 



CLXXIX. 
CLXXX. 

CLXXXL 

CLXXXIL 

CLXXXI1I. 

CLXXXIV. 

CLXXXV. 

CLXXXVL 
CLXXXVII. 
CLXXXVM. 
CLXXXIX. 

CXC. 

CXCIII. ] 

CXCIV. 

CXCV. 

CXCVI. 
CXCV1I. 
CXCXV111. 



CXCiX. 



Regißer nach dem 


Lineifchen Syßem. 




ia 5 




Taf. 


Fig. 




Taf. 


Fig. 


Chxtodon macrolepidotus. 






* Chaetodon glaueus. 111. 






111. 69. . . 


CC. 


I. 


102. . . . 


ccx. 




cornutus. 111. 72. ♦ 


— 


2. 


* Plümieri. 111. 104. 


CCXI. 


I. 


unimaculatus. 111. 






* ocellatus. 111. 105. 





2. 


75 


CGI. 


I. 


* Curacao. 111. 106. 


CCXII. 


I. 


arcuatus. 111. 76. . 


— 


2. 


* Faber. 111. 107. . 





2. 


roftratus. 111. 78. • 


ccir. 


I. 


* Mauritii. 111. 109. 


CCXIII. 


I. 


* orbis. 111. 81. 


— 


2. 


* Bengalenfis. 111 110. 





2. 


nigricans. 111. 82. . 


CCIII. 




ciliaris. lll.'iii. . 


CCXIV. 




Argus. 111. 86. . 


CCIV. 


I. 


* oclofafciatus. 111. 






vagabundus. 111.88- 





2. 


113. . . . 


ccxv. 


I. 


ftriatus. 111. 90. . 


ccv. 


I. 


* — ' — annularis. 111. 114. 





2. 


capiftratus. 111. 92. 


— 


2. 


* Collare. 111. 116. . 


CCXVI. 


I. 


* bicolor. 111. 94. . 


CCVI. 


I. 


* mefoleucus. 111. 11 7. 





2. 


faxatilis. 1 1 1. 96. . 





2. 


* Zeus ciliaris. 111. 36. . . 


CXCI. 




* marginatus.il I.98. 


CCVII. 




— Gallus. 111. 39. . . 


CXCII. 


I. 


* Chirurgus. 111. 99. 


CCVIH. 




* — infidiator. 111. 41. . 


CXCIII. 


2.3. 


* Rhomboides. 111. 






— Vomer. 111. 43. . . 


CXCII. 


2. 


IOO. . . . 


CCIX. 











Deutfehes Regißer. 



A. 

x\al betäubender. II. 43. 
Aal bunter. II. 35. 36. 

— chinefifcher. II. 65. 

— elecTrrifcher. II. 43. 

— furinamifcher. II. 59. 61. 
Altes "Weib. II. 20. 24. 
Anfauger. II. 134. 136. 
Argus. 111. 86. 
Augenwimper. 11. 118. 120. 

B. 
Bandfifche. 11. 124. 126. 128. 



Bartfifch. 1. 48. 
Bartmännchen. 11. 70. 
Befaal. 11. 56. 
Beinfifch. 1. 96. 
Berglachs. 11. 152. 153. 
Biegelesfen. 1. 99. 100. 
Bogenfifch. 111. 76. 
Brafilianer. II. 59. 6r. 
Breitfifch. 11. 75. 
BreitflorT'er. 111. 76; 
Brummer. 11. 157. 158. 



iaö 



C. 



Chimäre. 1. 63. 
Corallenfauger. 1. 56. 
Cottusfifch, grunzender. 11. 157. . 
Congeraal. 11. 43. 

D. 

Deckfifche. 11. 15. 
Degenfifche. 11. 63. 
Dickhals. 11. 115. 117. 
Dolphin. 11. 143. 
Doppeliinie. 111. 29. co. 
Dornfehwein. 111. 6. 
Drachenbaarfch. 111. 3. 
Drachenkopf. 111. 3. 

kleinfchupigter. 111. 4. 5. 7. 

— fliegender, 111. 4. 18. 20. 

grofsfchuppigter.il], 4. 10. II. 13. 

Dreieck. 1. iro. in. 
Driüfifch. 11. 43. 
Dünnfchwänzs. 11. 63. 
E. 
Einhorn. 11. 12. 
Einhsrnfifcb. 11. 12. 14. 

fchwarzer. 11. 27. 28. 

Einhornteufel. 1. 11. 12. 
Ekclrifcher Gimnotusfifch. 11. 43. 
Eiephantenrüfle!. 11. 72. 
F. 
Fühlhornträger. 111. 21. 22. 23. 
Fünffingerfifch. 11. 140. 142. 

G. 

Gabler. 11. ^9. 
Gabdfchwanz. 111. 96. 
Geperltes Dreieck. 1. 110. in. 
Golddecke. 11. 75. 76. 
Goldfifch. II. 148. 
Goldfifch Plümierfcher. 111. 49. 



Deutfches Reg iß er. 

Graubart. 11. 70. 71. 



Groppe, oftindifcher. 11. 156. 

H. 

Haarfchuppe. III. 11 1. 
Halsbinde. 111. 116. 
Hammerfifch. 1. 29. 3r. 
Hafenkopf. 1. 126, 127. 
Haufen. 1. 79. 93. 
Hay. 1. 16. 

— bandirter. 1. 19. 2T. 

— getiegerter 1. 16. 18. 20. 
Himmelgugker. 11. 90. 
Hochlücken. I. 121. 122. 
Hornfifch. 1. 105. 
Hornfifche. 11. 9. 

— gefleckter. 11. 25.26. 

chinefifcher. 11. 29. 30. 



Hundshay. 1. 16. 

Jagdfifch. I. 71. 
Igelfifch. I. 65. 
Judenfifch. 1. 29. 



J. 



K. 



Kahlbart. 11. 72. 
Kahlrücken. 11. 41. 
Kayfei fifch. 111. 51. 52. 
Kemmfifch. 11. 134. 
Kettenfifch. 'I. 101. 102. 
Klippfifche. 111. 46. 
Klippfifch. 111. 55. 

achtbändiger. 111. 113. 

bengalifcher. 111. 110. 

bandirter. 111. 90. 

blauer. 111. 102. 

curacaofeher. 111. 106. 

■ einfleckiger. 111. 75. 

— eingefafter, 11. 98. 



Dtutfches Regißer. 



«7 



Klippfifch, gefleckter. III. 55. 

geftreifter. III. 53. 54. 

Flüraierfcher. 111. [04. 

rautenförmiger. 111. 100. 

— fchwarzer. III, 51. 53. 

Krampfifch. 1. 44. 
Krollquabbe. 11. TOO. 
Kropfifch. 1. 99. 10. 108. 113. 114. 
Krullquappe. II. 100. 
Kugelfifcb. 1. 70. 71. 130. 131. 
Kurt/fchwantz. II. 61. 

L. 

Langfchwanz. II. 59. 60. 150. 
Leier, englifche. 11. 80, 
M. 
Mausbocksmaul. 11. 9. 12. 19. 22. 25. 
Menfchenfreifer. 1. 33. 34. 40. 
Meeraal. II. 37. 46. 
Meerband. 11. 126. 
Meerengel. 1. 25. 28. 
Meerefel. 11. 94. 
Meerflafche. 1. 71. 130. 131. 
Meerhahn. 111. 38. 39.40. 
Meerhirfch. II. I15. 
Meerkatze. 1. 16. 
Meerpfaff. 11. 90. 
Meerpfau. 11. 173. 174. 
Meerpferde. 1. 5r. 
Meerpapillon. II. 112. 114. 
Meerquabbe. 11. IOO. 102. 
Meerquappe. 11. 100. 
Meerfau. 1. 31. 32. 
Meerfchnepfe. 1. 56. 57. 
Meerfcorpione. 111. 3. 
MeertaufFe, 1. 71. 130. 131, 
Meertrüiche. 11. 100. 



Meervielfrafs. !. 34. 40, 
MerTerfifch. 1. 57. 59. 
MühlenfteinnTch. 3. 75. 77, 
Mulatte. III. 117. 
Muraal. II. 31. 
Murene. 11. 3L 34. 

N. 
Nadelfifche. I. 5. 
Nafenbeinfifch. 1. n8- 119. 
Nafengrundel. 11. 154. 
Nafenrümpfer. II. 27. 

o. 

Ouwquappe. 11. 100. 

P. 

Peruaner. 111. 82. 
PfafFenfifch. 11. 83. 
Pfau, indifcher. 111. 60. 
Pfauenauge. 111. 105. 
Pfeildrache. 1. 6r. 63. 
Pflockfchwantz. 1. 103. 104. 
Pflugfchaar. 111. 43. 44.45. 

R. 

Riemfifch. 11. 63. 
Ring, 111. 114. 
Ringbauch. 1. 48. 50. 
Rothbutt. 111. 31. 33. 

S. 
Sägefifch. !. q.x. 

Saufifch, brafiüanifcher. II. 29. 
Sauhund. 11. 24. 
Sauger. 11. 129. 134. 
Scheibe. 111. 81. 
Schelfifchteufel. II. 77. 
Scheinfeh, breiter. 11. 105. ic8. 
Schiffshalter. 11. 13 r. 133. 
Schiffskemmer. 11. 134. 
SchirTsfteller. 11. 136. 



i*3 

Schiesfifche. 11. 9. 
Schildfifche. 11. 129. 
Schlangenfifche. 11. 68- 
Schlägelfifch, 1. 29. 3r. 
Schlaagel. 1. 29. 
Schleimfifch bandirter. II. 110. 
Schidkrötenfifch. 1. 123. 124. 
Schmalzfifch. 1. 48. 
Sehmetterlingsfifch, 11. 112. 114. 
Schmid. 111. 107. 
Schnabelfifch. 11. 8- HI- 78. 
Schnattfifch. 1. 130. 131. 
Schneppenfifche. 1. 54. 
Schneppenfifch. 1. 55. 56, 57. 
Schnottholf. I. rr8. 
Scholle, grofsfchuppige. 111. 34. 35. 

rauhe. 1 1 1. 24. 26. 

Schwärmer. 111. 88- 
SchwarzflofTer. 111. 65. 
Schwarzkopf. 111. 62. 
Schwerdtfifch. 1. 43. 
Schwimmer. 1. 53. 54, 
Schwimmenderkopf. 1. 75, 77. 
Seedrache. 1. 52. 53. 60. 11. 84- 86. 
Seeflafche. 1 130. 131. 
Seefledermaus. 1. II. 12. 
Seegukguk. 1. 108. 109. 
Seehirfch. 11. 117. 
Seehündchen. I. 25. 
Seehund. 1. 23. 25. 
Seekät/chen. 1. 105. 106. 
Seekröpfer. 1. 130. 13 1. 
Seekröte. 1. 13. 25. 
Seepferdchen. 1. 6. 7. 8- 
Seeratze. 1. 60. 61. 63. 
Seereyher. 111. 72. 
Seefchwein. 1. 23. 25. 



Deutfehes Regißer. 

Seeferpent 11. 35. 
Seeftier. 1. 105. 106. 
Sechsauge. 11. 140. 142. 
Soldatenfifch. 111. 92. ' 
Spiegelfi fch. 111. 36. 

langhaariger. 11. 



36. 37. 



— liftiger. 111. 41. 42. 

Spinnenfifche. 11. 77. 
Spinnenfifch. 11. 79. %i. 

kleiner. 11. 84- 86. 

Spitzfchwänze. 11. 124. 
Spitzfchwantz. 11 65. 67. 
Spritzfifch. 111. 78. 
Stachelbäuche 1. 120. 11. 3. 
Stachelbauch, gefleckter. II. 3. 5. 

geftreckter. 11. 6. 

geftreifter. 1. 128- 129. 

getiegerter. 1. 123. 124. 

Stachelfifch. 1. 67. 69. 
Stachelkopf. III. 72. 
Stachelkugel. 1. 73. 74. 
Stachellinie. 11. 159. 160. 
Stachelnadel. 1. 10. 
Stachelfchwantz. 11. 19. 21. 
Stachelfchweinfifch. 11. 20. 25. 27. 
Steinbolk. 11. 106. 
Sternbauch. 1. 126. 127. 
Sternflafche. 1. 130. 131. 
Sternfeher. 11. 88. 90 93. 
Stichling , fliegender. 111. 19. 
Stockfifch. 11. 94. 98. 

T. 

Teufel, fliegender. II. 8o.8r. 
Thurmträger. I. 113. 114. 
Todtenruhe. 1. 115. 

V. 
Viereck, ftachellofes. L n6. 



W. 



w. 

Warzenkopf. 11. 90. 93. 
Weifskopf. 111. 62. 
Wimpelfifch. 11. 80. 
Wundartzt. 111. 99. 

z. 

Zauberfifch. 111. 4. 15, 16. 
Zitteraal. 11. 43. 56. 



Deutfehes Regißer. 

Zitteraal, Cayennifcher. 11. 43.. 
Zitterfifch. 1. 44.47. 11. 43. 
Zitterroche. 1. 44. 47. 111. I18. 
Zottenfifch. 1. 135. 
Zotenfifch. 11. 1 5. 
Zange, bandirte. 111. 27. 28- 
Zweiftachelichter Hornfifch. 11. 17. 18. 
Zweiftachelichtes Dreieck. 1. 103. 104. 



119 



Lateinifches Regißer* 



A. 



B. 



AciPENSER. I. 6l. 

Acipenfer Hufo. 1. 79. 

Altera taeniae fpecies. II. 124. 126. 

Amniodytes tobianus IL 108. 

Amphifilen. 1. 54. 

Anarhichas Lupus. I. 106. 

Antaceus boryfthenis. I. 79. 

Araneus non aculeatus, caodae fufeinulata. 

II 146. 
Afelli fpecies altera Graecorum. IL 100. 
Afellorum quarta fpecies. IL 105. 
Afellus. 11. 94. 

alter five Merluccius. II. 94. 

barbatus. 11. 105. 

fufeus. 1 1. 94. 

. luxus. 11. 105. 

mollis latus Lifieri IL 105» 

— — primus. II. 94. 

— ■ — Rondeletii. five- Merluccius., 

IL 94. 
Atinga. 1. 67. 
Attilus. 1. 79> 

pado. 1. 79; 

Naturg. ausl. Fi/che. III Th, 



Balifies. 1. 13. II. 9. 

aculeatus. 11. 10. 19. 

aculeis dorfi tribus , cauda bifurca. 

II. 22. 25. 

Chinenfis. 11. 29. 

hifpidus. II. 13. 

lineis ftriatis, cauda bifurca. 11. 27.. 

Monoceros. 11. 10. 12« 

papillofus. 11. 10. 

ringens 11. 10. 27. 

■ roftratus. 11. 10. 

Scolopax. 11. 55. 

feriptus. II. 13. 

: tomentofus. 11. 10. 15,. 

verueofus. 11. 10. 

Vetula. 11. 10. 22.. 

Batrachus. f. 11. 13. 
Beluga. 1. 79: 
Blennii. 11. 108. 150. 
Blennius. 11. 109. 121. 

fafeiatus. II. 110.. 

Gattorugine. II. 115.. 

— — ocellaris. II. U2 t 
R 



13° 

Blennius fuperciliofus. 11. Il8- 

viviparus. 11. 104. 

Blennus. 11. 112. 

Bellonii. 11. 112. 

Salviani. 11. 112. 

vel Cepola. 11. 112. 

c. 

Cagnola. 1. 29. 

Calarias barbatns. II. 105. 

Callionymus. 11. 77. 

Lyra. 11. 78- 79- 

_ Dracunculus. 11. 78. 84« 

— Indicusll. 78. 

| ocellatus. 11. 90, 



Lateinijches Regißei 



Callorynchus. 1. 60. 6l. 

Gallychthis. IL 74. 

Canicula Ariftotelis. 1. IQ. 21. 

Pünii. 1. 31. 

Canis Carcharias 1. 34. 

— Galeus. 1. 31. 
Caprifcus. 11. 9. 10. 19, 22. 

. ■ longus. 11. 12. 

Carapo brafilienfibus. 11. 59. 6l. 

— prima fpecies. 11. 59. 

— fecunda fpecies. 11. 61. 
Cataphraftus. 1. 51. 53- 

Catulus major 1. 16 18. 19- %h 23' 

maximus. 1. 16. 

minor. 1. 21. 23, 

Centrina. 1 24. 

prima, 1. 61. 

vera. 1. 61, 

Centrifcus, 1. 54. 55- 

fcutatus. 1. 57* 

Cephalus fluviatilis, 11. 154. 
Cepola. 11. 124. 



Cepola rubefcens. 11. 125. 

taenia. 11. 125. 126. 

Ceftracion. 1. 29. 
Chxtodon. 111. 46. 

abudafur. 111. 62. 

albefcens. 111. 62, 

• akpidotus. 111. 53. 

• annularis. 111. 115. 

arcuatus. 111. 47. 76. 

Argus. 111. 47. 86. 

aruanus. 111. 47, 62. 

. acuminatus, 111. 47. 

argenteus. 111. 53v 

affur. 111. 53. 

. — . aureus. 111. 49, 

auriga. 111. 47. 

Betigalenfii. 111. HO, 

bicolor. 111. 94. 

bicoloratus. 111. 94. 

bifafciatus. 111. 53. 

. canefcefcens. 111. 47. 92.' 

capiftratus. 111. 47. 

Chirurgus. 111. 99. 

ciliaris. 111. III. 

Collare. 111. 116. 

— cornutus. 111. 47. 

Curacao. 111. 106, 

. Eaber. 111. 107. 

fafciatus. IM. 47. 

glaucus. 111. 102, 

guttatus. 111. 55. 

Imperator. 111. 5 t. 

leucurus. 111. 53. 

, lineacus, 111. 47. 

maculofus 111. 53« 

macrolepidotus. Hl, 69. 113. 

. — marginatus, 111. 98.. 



Latänifches 

Chstodon Mauritii. 111. 109. 

■ rnefoleucus. 111. II 7, 

niger. 111, 57. 

nigricans. 111. 47. 

nigrofufcus. 111. 53. 

ocellatus. 111. 105. 

o&ofafciatus. 111. 113, 

orbicularis. 111, 47. 

Orbis. 111. 8 r. ♦ 

Paru. 111. 47. 57. 

— — pavo. 111. 60. 

pictus. 111. 57. 

— — pinnattrs. 111. 47. 

Plümieri. 111. 104, 

— — punctatns. 111. 53, 

— — rhomboides. 111. IOO. 

roftratus. 111. 47. 78. 

rotundus. 111. 53, 

faxatilis. 111 47. 

Seif a. 111, 47. 

fohal. 111. 47. 

— — fordidus. 111. 47. 

ftfiatus, 111, 47. 90. 113. 

. Teyra. 111. 65. 

— — tricftegus. 111. 47. 
unicornis. 111. 47. 

unimaculatus. 111. 75. 

■ vagabundus, 111, 47 88. 

Vefpertilio. 111. 07, 

Ch'unsra. 1. 60. 

tnonftrofa, 1. 61, 

Columba marina. 1. 126. 

Conger. 1 1. 35. 37. 
Coryphsna. 111. 138. 143. 

acuta. 11 139, 

branchioftega, 11. 139, 

— — caudce bifurca. 11, 143, 



Regißer. 131 

Coryphaena clypeata. 11. 139. 

coerulea. 11. 148. 

— — equifetis. 11. 139. 

— — fafciolata. 11. 139. 

— — hemiptera, 11. 139. 

Hippuris. 11. 138. 143'" 

lineata. 11. 139. 

Novacula. 11. 138 149* 

pentada&yla. 11. 139, 140. 

Pompilus. 11. 138. 

Pfittacus. 11. 139. 

— — rupeftris. 11. 152. 

fima. 11. 139. 

— — velifera. 11. 139, - 

virens. 139. 

Coryphsnoides rupeftris. II. 152. 
Coryftion. 11. 77. 78. 79. 84. 88. 89. 9°- T 57. 

111 10. 35. 
Cottus. 11. 77, 78. 

- cataphra&us. II, 156. 

- gruniens. 11. 157. 

- monopterygius. 11. 156. 

- pinna fecunda dorfi alba, III, 184- 

- fcaber. II. 159. 

Crayracion. I. 7. 65. 66. 67. 70. 75. 96. 98. 

99. 100. 105. 108. 110, 115. n8. 120. 

123. 126. 130. 
Cyclogafter. I. 48. 
Cyclopterus liparis. 1. 48. 

gelatinofus 1, 48. 

Cynocephalus albus. 1. 33, 
Cyprinus Grislagine. 1. 82. 88. 
Nafus. 11. 155. 

D. 

Dicdon. I. 65, 
~ atringa, I. 69, 

R a 



i 3 ? 

Diodon attinga. 1. 66. 

■ Hiftrix. 1. 66. 

Mola. 1. 75. 

Diodontes. 1. 98. 
Dracunculus. 11, 79. 84. 

E. 



Echeneis. 11. 129. 131. 134. 

Neucrates. 11. 130. 13t. 

Remora. 1. 39. II. 130. 134. 

vel Remora. 11. 131. 134. 

Empetrum nigrum. 11. 108. 

Enchelyopus. 11. 62. 63. 64. 68. 70. IOO. 124, 

125. 126. 
Exoceti tertium genus. 1 1. 69. 

F. 



Lateinifches Regifier, 

Gladius. 1. 41. 
Glaucus. 111. T02. 
Gobius Plümieri. 11. 154. 
Grülus alter vulgaris, Afelli fpecies. 11. 70. 
Guaperva cauda forcipata. 11. ro. 
— — — ftriata. II. 10. 

hiftrix. 11. 10. 

lata ad caudam ftriata Lifteri. 11. 22. 

— — longa. 11. 10. 25. 

Gymnogafter. II. 63. 65. 
Gymnotus. 11. 41. 43. 59. 6r. 

albifrons. 11. 42. 

Afiaticus. 11. 42. 

Carapo. 11. 42. 

ele&ricus. 11. 42. " 

roftratus, 11. 42. 



Faber marinus fere quadratus. 111. 26. 
Falx Venetorum. II. 124. 

G. 

Gadus. 11. 121. 

— barbatus. II. 105. 

— Lota. 11. 103. 

— mediteraneus. II. 105. 
1 — Merluccius. 11. 94. 

— minums. 11. 94. 109. 

— Muftela. 11. 100. 

— tricirratus. 11. IOO. 
Galei genus. 1. 61. 

Galeus. 1. 16. 18- 21. 24. 31. 41. 64. 

— Acanthias. 1. 61. * 

— Canis. 1. 3T. 

— cinereus. 1. 16. 
Gafterofteus Ductor. 1. 89- 

volitans. 111. l8- 

Gattorugine Venetiis. 11. 115. 



H. 

Hippocampus. I. 7. 

aequivoca. 1. 7. 

jubatus. 1. 7. 

laevis. 1. 7. 

parvus. 1. 7. 

Hippuris. II. 138. 143. 

■ Rondeletii. 11. 143. 

Hirundo aquatica, 11. 81. 
Holofteus. 1. 115. 

alius pifcis Niloticus, 1. 115. 

Hufo. 1. 79. 

— germanorum. 1. 79. 

K. 

Kürtus. 11. 121. 

Indicus. II. 122. 



L. 



Lamia. I. 33. 34. 
Lepturus. 11. 63. 65. 



Libella Baliita. I. 29. 
Liparis. 1. 48. 
Lophius. 1. II. 13. 
cute fcabra. I. 13. 

fronte unicorni. 1. II. 

hiftrio. 1. 13. 

minor. 1. 13. 

tumidus chinenfis. I. 13. 

vefpertilio. 1. II. 

Luna. 1. 75. 

Lyra. 11. 79. 
«— Harvicenfis. 11. 79. 

M. 

Macrourus. 11. 150. 

rupeftris. 11. 152. 

Merlu&ius. 11. 94. 
Mola. 1. 75. 

Monoceros pifcis. 11. 15. 
Muraena. 11. 21. 

Conger. 11. 37. 

foemina. 11. 31. 

maculata nigra. 11. 31. 

— & viridis. II. 31. 

mas. 11. 31. 

omnium Autorum. 11. 31. 

-, — Ophis. 11. 35. 

pinnis pecloralibus nullis. 11. 3 t. 

five Conger brafilienfibus. 11. 31, 

Muftela. II. 100. 
marina. 11. ioo. 

vulgaris Rondeletii. 11. 100. 

Muftelus llellaris primus. 1. 19. 

N. 

Narcation. 1. 44. 
Nafus niloticus. 1. Il8. 
Novacula ccerulea. 11. 139. 148. 



Latänifihes Regißer. 



133 



O. 



Ophidion Plinii.. II. 7c. 

barbatummaculofum.il. 70. 

Ophidium. 11. 68- 70. 125. 

aculeatum. II. 72. 

barbatura. 11. 68. 

imberbe. II. 69. 

viride. 11. 69. 

Orbes quibus plurimi dentes. I. 96. 
Orbis. I. 122. 

— alter. I. 70. 

— echinatus. I. 70. 

— — — feu muricatus. I. 73. 

— hirfutus. I. 130. 

— laevis variegatus. I. 126. 

— lagocephalus. I. 122. 126. 

— muricatus ranae riclu. 67. 

— oblongus. I. 122. 

— teftudinis capite. 1. 120. 123. 

— pifcis folaris diclus. I. 130. 

— primus. I. 130. 

— quibus bini dentes. I. 120. 

■ — — quaterni dentes. I. 120. 

— fpinofus Clufii. I. 70. 

— ftellatus. I. 130. 
Orchis. I. 130. II. 10. 

- vel orbis. I. 130. 
Orthragorifcus feu luna pifcis. I. 75. 
Oftracion. I. 65. 66. 67. 69. 70. 75. 96. 98. 

III. 112. 

alter. I. 97. 

bicaudalis. I. 103. 

concatenatus. I. lor. 

cornutus. I. 98- 108. 

. corpore catheoplateo. 1. 120. 

cubicus. I. 97. 1x5. 

— — gibbofus. I. 97. 



*34 

Oftracion prior. I. 97. ri8. 

quadrangularis. I. 113. 

■ quadricornis. I. 98. 108. 

■ tertius roftratus. I. 118. 

tricornis. I. 98. 

— — triqueter. I. 98. 99. 

■ tuberculatus. I. 98. 

P. 
Pampus. 11, 74. 75. 
Paru. 11. 74. 75. 111. 47. 57. 
Paffer alter? 111. 31. 
Peclen. 111. 34. 
Pegafus. 1. 51. 

Draconis. 1. 52. 

natans. I. 53. 

Pentophtalmos. 11. 72. 
Perca. 111. 3. [5. 18. 

— Amboinenfis. 111. 18, 
Pifces orbes. 1. 66. 
Pifciculus \mboinenfis, 1. 52. 

cornutus. 1. 105. 

PifcicuÜ dorfi bipenni. 11. 82. 
Pifcis brafi'.ienfis cornutus. I. 13. 

— cornutus. 1. 108 109. 11. 17. 

— mediocris triangulatus. 1. 103. 

— Mola. 1. 75. 

— niloticus. 1. 97. 

■ — quadrangularis. 1. 105. 

— triangularis. 1. 99. 103. 

— fine cornubus. 1 1, 10. 

Pleurone&es bilineatus. 111. 29. 

limandoides. 111. 24. 

macrolepidotus. 111. 34. 

— — — pundtatus. 111. 31. 

■ — Zebra. 111. 27. 

Priftis. I. 76. 

Pfutacus Baharaenfis. 11. 139. 



Lateinifches Regißer. 



R. 



Raja Torpedo. I. 44. 

Rana pifcatrix Americana. I. II. 13. 

Remora. II. 134. 

Imperati. II. 131. 134. 

cauda bifurca. II. 134. 

corpore tereti. II. 134. 

Rhina. !. 25. 

Rhomboida major alepidota. 111. 43. 
Rhomboides. 111. 46. 47. 57. 62. 

s. 

Sepia caput medufa. 1. 63. 
Salmo ar&icus. II. 108. 
Scorpaena. 111. 3. 18. 

— — antennata 111. 21. 

didaayla. 111. 4. 

horrida. 111. 4. 15. 

. Porcus. 111. 4. 5. 

Scrofa. 111. 4. 10. 

volitans. 111. iS- 

Scolopax. 1. 56. 
Scorpio. 111. 5. IO. 

marinus. III. 10. 

Scorpius. 111. 5. IO. 

major. III. 10. 

minor. 111. 5. 

Serpens rubefcens. 11. 124. 128. 

- marinus. 11. 35. 

- maculofus. 11, 35. 
Serra. 1. 41. 

Seferinus aculeatus, cauda lunata. 111. 99. 
fafciatus, cauda fufcinulata. 111. 107. 

pinnis longioribus. 111. IOO. 

Silurus catus. 11. 48. 

Simia danica. 1. 61. 

- marina. 1. 61. 



Latänifches Regißer. 135 

Solea argentea. 111. 24. 111. 34. Taenia fpecies. 11. 126. 



Solenoftomus. 1. 56. 
Speculator coeli. 1, 90. 
Sphyraena Gillii. 1. 29. 
Squalus. 1. 18. 

— — Canicula. 1. !"i6. 

Carcharias. 1. 32. 33, 

— — Catulus. 1. 2T. 

Centrina. 1. 23. 

cinereus. 1. 16. 

— — condu&us. Li 6. 

— — ex rufo varius. 1. 16. 

fafciatus. 1. 19. 

Galeus. 1. 31. 

glaucus. 1. 32. 

— — maximus. 1. 32. 

Priftis. 1. 41. 

Squatina. 1. 25» 

flellaris. 1. 16. i& 

Zygaena. 1. 29. 

Squatina autorum. 1. 25. 

I.25. 

Stromateus. 11. 74. 

Fiacola. 11. 74. 

Paru. 11. 74. 75. 

Syngnathus. 1, 5. 7. 

— — — b'aculeatus. 1. 10. 
< ■ hippocampus. 1. 6. 

■ ' pelagicus. 1. 5> 

T. 

Taenia. II 124. 

— altera di&a. II. 126. 

— coerulea. 11. 148. 

— falcata Imperati & Authoris. 11. 125. 

— Rondeletii. 11. 126. 
—■ rubra. 11, 126. 



Tetragonoptrus. 111. 38-43. 47. l'I. 5. 
Tetrodon. 1. 78- 120. 

hifpidus. I. 122. 130. 

Honkenii. 1. 133. 

laevigatus. 1. 122. 

lagocephaliis. 1. 122. 126. 

lineatus. 1. 122 128- 

Mola. 1. 66. 75. 122. 

— — ocellatus. 1. 122. 11. 3. 
roftratus. 11. 6. 

- Spengleri. I. 135. 
teftudineus. 1. 122. 

Tetrodontes. 11. 98. 
Tinea marina. II. 42. 
Torpedo. 1. 43. 44. 

recentiorum. 11. 43. 58. 

Trachinus. 11. 88- 89- 121. 

Draco. 11. 146. 

Trichiurus. II. 63. 

lepturus. II. 64. 65. 

Trigla. 111. 10. 

- Hirundo. II. 82. 

- Lyra. 11. 83. 
Turdus oculo radiato. II. 22. 

- rhomboidalis. 111, 47. 



u. 

Uranofcopus. II. 77. 78. 79. 84- 
121. 

Rondeletii. 11. 90. 

— feaber. 11. 90. 

V. 

Vefpertilio aquaticus. I. II. 
Vulpecula. 1. 24. 61. 64. 
Vulpes. 1. 64. 



89- 90. 



I3<5 
Xiphias. 1. 4L 

z. 

Zeus. 111. 3. 5. 38. 
— ciliaris. 111. 36. 



Lateinifches Regißer. 

Zeus Gallus. 111. 38. 

— Infidiator. 111. 41. 

— Vomer. 111. 40. 
Zygaena. 1. 29. 






Fran^oßfches Regißer. 



Ami. I. 34. 40, 

Änge. I. 25. 28. 

Angelot. I. 28* 

Anguille de Boeuf. II. 43, 57.. 

de Cayenne. 43. 57. 

de la Jama'ique. IL 65. 

trembfante. IL. 43. 57.. 

Anneau. III. 115» 
Argus. III. 87. 
Arrite-neuf,. IL 131. 

B. 
Balifte. IL 9. 

— chinois. IL 30. 

— a deux piquants. IL l8- 

— noir. IL 27. 28. 

— a pointes. IL 2r. 

— tachetee. IL 26, 
Bandouliere, III. 43. 

a arc. III. 77» 

abec. III. So. 

a grandes 6cailles. III. 701. 

■ a nageoires larges. III, 68. 

a nageoires noires.. III. 66* 

< • a huit bandes., III. 115;» 

ä trois bandes. IIL 63.. 

— bordee. IIL 99. 

de Curaflau. III 107. 



Bandouliere noire. III. 58. 

de Plümier. IIL 

rayee. IIL 54. 

■ rhombo'ide* IIL IOI» 

Barbue rouge. III. 33. 

B£cafie. I. 54. 57. 

Bernardet . I. 24. 25. 

Blenne. II. 112. 

Sauf. II. 88- 

BoffJSKk J123. 

Bourfe. I. 110. n r. 

c 

Cagnot. I. 32. 
Carapo. II. 59. 6r. 

a queue. Iongue. IL 60» 

CarcafTe. I. 115. 
Chabot rüde. IL 160. 
Chameau marin. I. 114. 
Chat marin. I. 105. 
Chauve-fouris de mer. L 12. 
Cheval marin. I. 7. 8. 
Chien de mer. I. 32. 
Chimere. I. 61. 64. 
Cochon de mer. I. 110. Iir» 
Coffre. I. 96. 110. nr. 

— a bec. I. 119. 

— a quatre piquants, I. 109. 



Coffre 



Fran^öfijchcs Regißer. 

Coffre a perles. I. III. 

— tigre. 1. 116. 

— lifTe. 1. ioo. 
— ■ rnaille. 1. I02. 

Coquette des lies Ameriques. 111. 93. 
Cornüte, petite. 1. 105. 
Crabbe de Biarrits. 111. 11. 
Crapaud de mer. 1. 15. 

D. 

Diable , 011 Crapaud de mer d'Amerique. 

111. <*. 
Diable , ou Crapaud de mer du Croific. 

111 6. 7. 



137 



H. 



Donzelle. 11. 68- 70. 71. 
Dorade. 11. 139. 143. 
Doucet. 11. 79. 81. 

femeile. 11. 84. 86. 

Draconcule. 11. 79. 

E. 
Efcharpe. 111. 46. 
Efturgeon, grand. 1. 79. 

F. 
Fiatole doree. 11. 76. 
Flafcopfaro. I. 130. 131. 
Flamme. 11. 124. 
Forgeron. 111. 108. 

G. 
Gattorugine. 11. 115. 117. 
Glaucus des anciens. 111. 102. 
Globe raye. 1. 129. 
Goberge. 11. 105. 
Goujon. 111. 18. 
Grondin. 11. 158. 
Guara. 1. ff. 
Guiteau. 11. 105. 108. 
Gymnotes. 11. 41. 

Naturg. ausl Fifcke. III. Theil. 



He'riffbn croiflant. 11. 5. 

de mer. 1. 65. 

— — a quatre dents. 1. 120. 

tigre'. 1. 134. 

Humantin. 1. 24. 25. 

L. 
Lacert. 11. 79. 8r. 
Langue de fernem. 1. 41. 
Licorne de mer. II. 14. 

petite. 11. 16. 

Lievre marin du vulgaire. 11. 112. 114. 
Lune. 1. 75. 77.. 111. 38. 40. 
Lyres ou Hafers. 11. 77, 
M. 
Malcot. 11. 105. 108. 
Marteau. 1. 29. 31. 
Merlan. 11. 94. 

de la Mediterrane'e. 1 1. 98. 

Meilus. 11. 98. 

de Bretagne. 11. 94. 98. 

Merluche. 11. 94. 98. 

Milandre. 1. 32. 

Mole. 1. 75 77. 

Molle. 11. 108. 

Moucharra. 111. 97. 

Moulette. 11. 86. 

Morue fraiche. II. 105. 108. . 

Mulat. HL 117. 

Murene. 11. 31. 34. 

tachetee. II. 36. 

Muftelle. 11. 103. 

vulgaire. II. 10 r. 103. 

N. 
Nageur. 1. 54. 
Niveau. 1. 29. 31. 

S 



138 



O. 



(Eil de Paon. 111. 106. 
Onagre. 111. 90. 
Orbe. 1. 126. 111. 81. 

— etoile. 1. 127. 

— heriffon. 1. 74. 

P. 
Paule -en-cul. 11. 63. 65. 67. 
Pal. 1. 32. 
Pantoufflier. I. 29. 

des Americains. 1. 29. 

Paon de mer. 11. 174. 

Papillon de mer. 11. 114.. 

Peigne. 111. 113. 

Perce-pierre de l'Inde. 11. 120. 

Pe'gafe. 1. 57. 

Perfien. 111. 84. 

Philofophe. 111. 83. 

Piierude. 111. 26. 

Plomb. 1. 29. 31. 

Poiflbn arme". 1. 67. 69. 70. 71. 

. 2t longue queue. 11. 153. 

Juif. 1. 29. 

. de röche. 11. II. 

Pore. 1. 24. 25. 

Poule de mer. 11. 105. I0&. 

Pythonife. 111. 16. 

Q- 

Quarre*. 1. 31. 

R. 
Racafle. 111. 3- 

blanche. 111. 9a 

Rameur. 111. 38- 
Rapecon. 11. 88- 9°- 93- 
Rafoir. II. 139. 

bleu. 11. 142. 149. 

Rafquaffo blanco. 11. 90. 93. 



Fran{ößfihes Reglßer. 
Regle. 1. 3r. 



Remore. II. 129. 131. 133. T34. 136. 
Renard. 1. 24. 25. 
Rouffette. 1. 16. 18. 23. 
Requiem. 1. 34. 40. 

s. 

Sacarailla des Bafques. II. 21. 
Scie. 1. 43. 
Scorpene. 111. 3. 

a antennes. 111. 23. 

— ^ grandes ecailles. 111. 13. 

volante. 111. 20. 



Scorpeno. 111. 57. 
Scorpine. 111. 57. 
Scorpion de mer. III. 7. 
.Sole a grandes ecailles. 111. 
Souris de mer. II. 79. 81. 
Spadon. 1. 41. 
Stromate'e. II. 74. 
Sucet. 11. 129. 133. 136. 

T. 
Tacaud. 11. 105. 108. 
Taenia marin. 11. 126. 128. 
Tapecon. 11. 88. 90. 93. 
Tete de tortue. 1. 124. 
Torpille. 1. 47. 11. 43. 
Tremble. 1. 47. 
Trikiure. 11. 63. 65. 67. 

V. 
Vagabond. 111. 89. 
Vandiere. 11. 81. 
Vieille. 11. 24. 
Vormer. 111. 44. 



35. 



z. 



Zebre. 111. 90. 
Zigene. I. 29. 
Zygene. 1. 29. 



139 



Holländifches Regißer. 



A. 



Afgodt Moorfe. III. 79. 80. 

B. 

Balans- vifch. I. 29. 31. 
Beefaal. II. 56. 
Bokken-vifch. III. 66. 
Bonte Duifje III. 52. 

latertje. III. 38. 

Bont- vifch. I. 124. 
Bouigonjefe. III. 62. 

kliphauns. III. 63. 

c. 

Caantje of verkenskop. III. 82. 
Cacatocha- vifch gefleerden. III. 87- 
Coffer-vifch I. 116. 
Coupang-vifch. IL 136. 
D. 
Delfin. II. 145. 
Doodkift. I. 116. 
Douwing Hertogin. III. 89. 
Marquis. III. 115^ 

Prins. III. 89. 

Draakje kleine. I. 52. 53. 

E. 

Eenhornige Hoorn-vifch. II. 12. 
Ewauwe Hoornvifch. II. 15. 

G. 

Geel zeepardje. I. 7. 8. 
Geodge Ophlaazer- vifch. II. 5, 
Geftieipte Kiftkenvifch. I. 116. 
Groote Blafer. I. 126. 127, 



Grospoupou. II. 21. 
Grynzert. II. 28- 
Gullak. II. 108. 

H. 
Heerlykke-klip- vifch. III. 31. 
Hornvifch. II. 11. 16. 17. 18» 



Japanfche Prins. III. 89. 

K. 

Kalkhoentje. III. 18. 20. 
Kalkhoevenvifch. III. t8- 20. 
Kayfer van Japan. III. 57. 
Kemmfifch. II. 136. 
Klipp- vifch afchgramwen. III. 103. 

Bezaantje. III. 69. 72. 

Boanos. III. 82. 

gevlackter. III. 87- 

veelvenvigen. III. 103." 

twekleurige. III. 95. 

Knoorhahn. II. 157. 158. 
Kockock. I. 109. 
Koffervifch. I. 105. 106. 
Kolkenbutti. II. 27. 
Kongeraal. IL 40. 
Koutouneuw. II. 136. 
Kringbuyk. I. 50. 
Kruyshay. I. 29. 31. 

L. 

Little Oldwife. IL 25. 
Louw. III. 18. 

S 2 



140 



M. 



Holländifches Regißer. 

Sounock Hoornvifch. II. ig. 



Manvifch. II. 21. 111. 40. 
Mefvifch. I. 59. 
Molenfteenvifch. I. 77. 
Müiukfche-Hertog. III. 48. 53. 54. 

o. 

Oeftreeter. 111. 83- 84. 
P. 
Pampus -vifch -cambodifche. III. 115. Jl6. 
Pareoli- Manneken. 111. 73. 

-vifch. 111. 73. 

wyfken. 111. 73. 

Packhay. I. 28- 
Pennevifch.»J. 74. 
Pefque Pampus. 111. 103. 
Pietermann. 11. 158. 
Princefie -vifch. 111. 89. 

R. 

Rievier-Dolfyn. -11. 142. 

s. 

Schelvisduyvel. 11. 8'- 
Schiffkemmer. 11. 136. 
Schoerhay. 1. 28- 
Scorpiaen groote. III. IT. 13. 

— varkentje. 111. 6. 7. 

Siamzevifch. 111. 97. 
Sidder-aal. 11. 21. 
Soldatenvifch. 111. 47. 



Speervifch. 111. 69. 70. 73. 
Spuytvifch. 111, 78. 80. 
Stackel-Baars vliegende. 111. 20. 
Steenbolk. II. 108. 
Sterre - kyker. 11. 93. 
Strontvifcb. 111. 87- 
Strykyzer- vifch. 1. 100, 

T. 

Tafelvifch. III. 69. 70. 

grooter. 111. 69. 70. 

Toovervifch. 111. 15. 
groote. 111. 15. 16. 

w: 



Wyf. 11. 24. 



V. 



Vaandraager. 111. 69. 70. 
Vaandrig javaanfcher. III. 72. 73. 

z. 

Zaagvifch. 1. 43. 
Zeebotje. 111. 66. 
Zeedrakje. 1. 53. 
Zeeduif. 1. 126. 127. 
Zeekatje. 1. 106. 
Zeeluys. 11. 136. 
Zilvervifch. 111. 43. 44. 
Zuygervifch. II. 133. 134. 136. 
Zwaardvifch. 1. 43. 



I4i 



Englifches Regifler. 



A, 



American Toad-Fifh. I. n. 13. 15. 
Angel- Fifh. I. 25. 28- 

ftrieped. III. 93. 

Are, III. 77. 

B. 
Balance -Fifh. I. 29. 3r. 
Bellow-Fifh. I. 56. 57. 
Bleu -Fifh. II. 149. 
Bronce. I. 18. 
Butterfly-Fifh, II. 112. 114. 

c. 

Centrina. I. 24. 26. 
Coney-Fifh. I. 108. 109. 
Conger. 11. 37. 

or Conger- Eel. II. 37, 40. 

Crampfifh. I. 44. 47. 
Cuckold-Fifh. I. 108. 109. 

D. 
Dolfin. II. 145. 

E. 
Elearical-Eel. II. 43. 56. 
Eiearic Ray. I. 44. 
Elwers. II. 40. 

F. 
File -Fifh. II. 22. 
prickle or long. 25. 26. 

G. 
Flemmeous Dragoned. II. 80. 8 r. 
Globe. I. 70. 11. 131. 

Diodon. I. 126. 127. 130. 

Glob-Fifh, little. I. 67. 69. 127. 130. 
Greater Cot -Fifh. I. 18. 



H. 



Hake. II. 94. 98. 

Hedgehogg G!obe-Fifh. I. 70. 7 r. 

Hornedfifh. I. 108. 109. 

L. 

Little Old-wife. II. 16. 25. 26. 

M. 
Milvfl. II. 40. 

Molebute. I. 77. 
Monk. I. 25. 28. 
Morgay. I. 23. 
Muräne. II. 34. 

o. 

Old-wife. II. 24. 

— Fifh. I. 99. 100. 

P. 

Poifonned-Grooper. III. 10. 13. 

Pout. II. 106. 108. 

Prickly Bottlefifh. I. 73. 74» 

R. 

Rockling. II. 
Roug-Houndt. I, 23. 

s. 

Saw-Fifh. I. 41. 
Scull-Fifh. I. 70. 71. 130. 131. 
Sea-Bad. I. 12. 
Sea-Hound. I. 34. 
Sea-Pea-Cok. II. 174. 
Sea-Snail. I. 48. 50. 
Shark. I. 34. 
Short-Diodon. I. 71. 



14$ 

Silverfifh larger. III. 38. 44. 
Snipe-Fifh. I. 56. 57. 
Sordid Dragoned. II. 84. 86. 
Spotted Dog-Fifh. I. 16. 21. 
Square- Fifh. I. 115. 116. 
Stargazer. II. 93. 
Sucking-Fifh. II. 13 r. 133. 
Sutififb. II. 77. 
Swordfifh. II. 67. 

T. 
Three Beardet - Cod. II. 101, 102. 
Toad-Fifh. I. 104. 
Tope. I. 32. 
Torpedo. I, 44. 
Torporfic. II. 43. 
Torpor-Eel. II. 56. 



Englifches Regißer. 

Trumpet -Fifh. I. 56. 57. 
Triangulär -Fifh. I. 110..111. 
Trunckfifh. I. 99. 100. 

u. 

Unftuous-Suker. I. 48. 50. 

V. 
Variegated Angel -Fifh. II. 57. 53, 

W. 
Weather-Cock. I. 13:. 
Whiff. III. 31. 33. 
White-Shark. I. 34. 40. 
Whiting-Pout. I. 106. 10S. 

Y. 

Yeüow-Gurnard. II; 8t. 



Dänifches , norwegifches , fchwedifches, isländifches , lappländifches 
und grönländifches Regißer. 



A. 

AßAPOKITSOCK. I. 48. Grönl. 
Akkalage. I. 34. 40. Norw. 
Akkaliakitfack. II. 94. Grönl. 
Amerfulack. I. 48. Grönl. 

B. 

Belg-Kurra. I. 126. 127. Schued. 
Berglax. II. 152. 153. Norw. 
Blaeftrimiga- bläftälen. 11. 79. Schw. 
Bugt • Klippare. 111. 62. 63. 76. 77. Schw. 
Bye-Naflet. 1. 61. 64. Noiw. 

E. 

Ekallurkfoack. I. 34, 40. Grönl. 



F. 

Fiaefing. 111. 79. 84. Dan. 
Fisklig en Brafme. 11. 152. 153. Grönl. 
Floi-Fisk. 11. 79. 8r. Norw. 
Floy-Fisk. 11. 79. 81. Norw. 
Flyvende-Fisk. 11. 78. 81. Norw. 

G. 

Gernyf. 1. 64. Island. 
Grimm -Klippare. 111. 92. Schwed. 
Guldfisken. 6l. 62 64. Norw. 
Guldhaac. I. 6l. 62. 63. Norw. 
Guulhaae. 1. 61, 64. Norw. 



Dänlfches, normglfches , ßhwedlCchs, isländifches , &c. Regißer: 143 



H. 

Haa-Kal. 1. 34. 40. Island. 
Haa-Skiaerding. 11. 34 40. Schwed. 
Haamus. I. 61. 63. 64. Island. 
Haakonge, 1. 64. Norweg. 
Haabrand. 1. 34. 40. Norweg. - , 
Haae-Skiaerding. !. 34. 40. Norweg. 

— -Skiaering. 1. 34. 40. Norweg, 
Hai -Fish. I. 34. 40. Dan. 
Hav-Kal. 1. 34. 40. Dan. 
Hav-Kat. 1. 61. 63. Dan. 

I. 
Iis Gälte. 1. 61. 63. Nonceg. 
Ingmingoack. 11. 152. 153. Grönl. 
Ingminnifet. 11. 152. 153. Crönl. 

K. 
Kamju-Kufla. 11. 115. 117. Schwed. 
Kolfi.sk. 11. 94. 98. Norw. 
Kollivfiuternak. 111. 38. Grönl. 
Kornkurra. 1. 105. Schwed. 
Krollquabbe, 11. IOO. 102. Dan. 
Kroppung. 11. 105. 108. Lappl. 
Kubb-Kurra. 11. 115. 116. Schwed. 
Kulrnund. 1 1. 94. 98. Norw. 

L. 
Lyfing. 11. 94. 98. Norweg. 

M. 
Marulk. 111. 57. Dan. 
Moerquabbe. 11. 100. 102. Dan. 

N. 
Nosklippäre. 111. 79. 80. Schwed. 

o. 

Ogaa-Kal. II. 108. Grönl. 
Ogak. 11. 105. 108. Grönl. 
Or-Klippare. 111. 96. Schwed. 
Orm-äl. 11. 3r. Schwed. 
Ouak. 11. 105. 108. Grönl. 



P. 

Putaol. 11. 61. Schwed. 

R. 
Rödbrune. 11. IOO. 102. Norweg. 
Röttbutt. 111. 31. 33. Dan. 

S. 
Säg-Fisk. 1. 43. Schwed. 
Säge-Fisk. 1 43. Norw. 
Saug-Fisk. 1. 43. Norw. 
Silfver- Skrabba. 111. 43.44. Schwed. 
Silver-Skiotel. 11. 65. Schwed. 
Smaa-Fiskür. 11. 105. 108. Island. 
— -Torsk. 11. 105. 10S. Lappl. 
Smae-Torsk, 11. J05. 108. Schwed. 
Soe-Raev. 1. 61. 63. Norw. 
Sölv-Fisken. 1. 61. 62. Norw. 
Soe- Rotte. 1. 64. Norw. 
Sölvhaen. I. 63. Dan. 
Soe-Muus. 1. 64. Norw. 
Sölvplettet-Guldfisk. 111. 44. Norw. 
Spiel- Strick -Schellfifch. 11. 61. 64. Norw. 
Spil-Strüng-Hyfe. 1. 61.64. Norw. 
Stillfugare. 11. 134. Schwed. 
Strim-Klippare. 111. 90. 91. Schwed. 
Styris-Fiskur. 11. 131. 133. Island. 
Suaerd-Fisk. 1. 43. Norw. 

T. 
Tangbrofme. 11. IOC. 102. Norw. 
Tharafiskur. 11. 105. 108. Island. 
Torsk. II. 105. 108. Schwed. 
Trekandtad-Kurra. 1. 99. 100. Schwed. 

u. 

Ulk. 111. 5. 7. Dan. 

V. 
Vidunder-Fisken. 1. 61. Schwed. 
Vit-Kiaeft. 111. Dan. 



144 



Reg iß er in verfchiedenen Sprachen. 



A. 

Abacatuaja. III. 38. 40. Braß, 
Abugda. II. 70. 71. Arab. 
Abukotr. 1. 29. 31. Ar ah. 
Abumechajar. 1. 70. 71. Arab. 
Abuminfchar. 1. 4t. 43. Arab. 
Abu Sendük. 1. 115. I [6. Arab. 
Acipaquitly. I. 4r. 43. Arab. 
Ar3guagua. 1. 41/43. 70. Jl. Braßt. 
Aramaca. III. 34. 35. Brafil, 
Aramacu. 11. 12, 14. Brafit. 

Bec in cavo. 11. 90. 93. Vena. 
Beluga. 1. 79. Ruf. 
Belüge. 1, 79. Ruf. 
Bifcia. I. 8. Venet. 
Bont. 1. 77, Span, 
Bontvifch. 1. 123. 124. Ind. 
Broncha. II. 37. 40. hat. 

c. 

Cacatocha Babintang. 111. 87. Ind. 
Cambat babi. 11. 31. 34. Ind. 
Carnuri. I. 70. 71. Brafd. 
Cane Carcaria. 1. 34. 40. Sard. 
Canofa. 1. 32. hat. 
Carapo. 11. 59. 60. 61. 62. Brafil. 
Cavagiro. II. 126 I28. Genua. 
Cavalletto marino. 1. 8- hat. 
Chamel. II. 131. 133. Alexandr. 
Chorbio. 1. 79. Arab. 
Ciambetta. 1. 8- hat. 
Cippulazza. 111. 5.7. Malta. 
Cojmdgiao. 11. 70. 71. Marfeit. 
Cubricunha, 111. 34. 35. Portug. 

D. 
Djelindsjik-Balük. 11. 100. 103. Turk. 
Djemel, 1. 113. 114. Arab. 



Dorado. II. 145. Portug. 

focari. II. 143. 145. Ind. 

Dormigliofe. 1. 44. 47. Marftil, 
E. 

Eftorpijo. I. 44. 47. Uarfe.il. 
Ewauwe. 11, 16, Ind. 

F. 

Fahaka. I. 128. 129. Arab. 
Fammo. II. 40. Jap. 
Far. 11. 35. 36. Arab. 
Farras el bahr. 1. 57. 59, Arab. 
Freggia. 11. 126. 12$. Genua. 
Furuba. 11, 3. 5. Jap. 
G. 

Gargatufio. 1. 21. 23. Marf. 
Gat-aug'hier, 1. 16. 18. Marfeit. 
Gattuccio. I. 21. 23. Sard. 
Gerfch. 1. 34. 40. Arab. 
Garbufcha. 1. 82. Ruf 
Grongo. 11. 37. 40. Sard. 
Guacucuja. 1. 11. T2. Bcafil. ' 
Guamajacu ape. 1. 1 08. 109. IIO. Braßt. 

atinga 1. 67. 69. Brafil. 

guara. 1. 70 71. Brafil. 

Guaperua. 1. 13. 15. 11. 22. 24. 25. 27. 111. 

43. 44. Brafil. 
Guaracapema, 11, 143. 145. Brafit. 

I. 
Ikan Banda. 11. 140. 142. Ind. 

— BatoeBoano. 111. 85- Ind. 

— — nioelia. 111. 41. Ind. 

— Cambing. 111. 66. Ind. 

— Kipas, 111. 15. 16. Ind. 

— Kapelle. 111. 38. 40. Ind. 

— Pampus. 111. 70. Ind. 

— Papoewa Djantan, I. 131. Ind. 

Ikan 



Ikan Peti Bariska. 1. 115. 116. 

— Pifan. I. 57. Ind. 

— Poetri. III. 88 89. Ind. 

— Sajadji. -111. 88. 89. — 

— Sengadji Molukko. 111. 54. Ind. 
Setang. 1. 106. Ind. 

— Suangi. 111. 18. 20. Ind. 

— Swangi Bezar. III. 15. 16. Ind. 
— Touwa. III. 15. 16. — 

— toetombo Bezar. I. 105. 116. Ind. 
— Batavi. 1. 105. Ind. 

— tomtombo. 1. 113. 114. — 
Imfella. 11 40. Malt. 
Iperuquiba. 11. 131. 133. Braß. 
Itaoca. 1. 108. lam. 

Iferduk. 111. 38. 40. Arab. 

K. 

Kay - po - y. II. 3. 5. Ckin. 

Kakatocha capitano. 1, 105. 106, Ind. 

Kami. 11. 13 r. 132. Conßantinop. 

Karnar. 1. 75. 77. Malt. 

Kandawara. 1 1. 27. 28- Ind. 

Keda. 11. 131. 133. Confiant. Smirn. Arab. 

Keide. 11, 131. 133. — 

Kerfch. 1. 34. 40. II. 131. 133. Conßantinop. 

Smirn. Arab. 
Kefab el bahr. 1. 57. 59. Arab. 
Kiorpa. I. 79. Ruß, 
Kolkenbutti. 11. 27. 28- Ind. 
Kornae. 1. 29. 3T. Arab. 
Kofchar eddjin. 11. 115. 117. Arab. 
Kurba. 11. 90. 93. Turk. 

■ L. 
L'ami. 1. 34. Mar f. 
Lampugo. 11. 143. 145. Span. 
Lerzmachi. 1. 47. Per f. 
Lingoada. 111. 34. 35. Port. 

M. 
Martel 1. 31. Malt. 
Mat^raja. 1. 82. Ruß. 
Mazzone. 111. 13. Malt. 

Naturg. ausl. Fifche. III. Th. 



Regißer in verfihiedenen Sprachen. 

Ind. 



US 



Merluzzo. II. 94. 98. Ital. 

Mernaja. 1. 82. Rujf. 

Meflbro. 11. 90. 114. Ital. 

Mokarran. 1. 29. 31. Arab. 

Mola. I. 77. Ital. 

Morskoi Ufchkahn. I. 48. 50. Ruß. 

Moulette. 11. 84- 86. Marfeil. 

Mucu. II. 65. 67. Brafil. 

Munkara. II. 105. Malt. 

Muraena. 11. 31. 34. Malt. Sard. Ital. 

N. 
Naki-Fifchi. II. 57. Surin. 
Nafella. 11. 94. 98. Sard. 
Niqui. II. 157. 158. Brafd. 

o. 

Occhiatella. 1, 44. 47. Ital.- 

P. 

Pal. 1. 32. Marfeil. 
Pampus-vifch, 111. 70. Ind. 
Paru. 11. 75. 111. 38. 57. Brafil. 
Parampoewa. 111. 88- 89. Ind. 
Pti-Ange. 1. 28. Marfeil. 

Jouzou. I.29. Marfeil. 

Peis Limo, 1. 31. Span. 

Peixe Porco. 1. 71, 11. 22. 24. Port. 

— Gallo. 11. 38. 40. Port. 
Pefce Baleftra. 11. 31. Ital. 

— Gallo. 1. 21. 23. — 

— Martello. 1. 31. — 

— Palonibo. I. 130. I3T. Ital. 

— Potazzö. 1. 77. Ital, 

— Porco. 1. 24. 25. Sard. 

— taruburo. I. 77. Ital. 
Piexe Pogador. 11. 131, Portug. 

Pioltho. 11. 131. 

Piqnitinga. 1. 70. 71. Brafil. 

Piia-aca. 11. 29. 30. 

Piraquiba. 11. 131. 133. Braß, 
Polumernaja. 1. 82. Ruß. 
Polumateraja. I. 82. — 
Pore, 1. 24. 25. Marfeil,, 



14-6 



Regifier in verfchiedenen Sprachen. 



Preve. II, 93. Ital. 
Puraque. 11. 43. 57. Braß. 

R. 

Riado. 1. 47. Arab. 
Ruffetta, 1. 21. 23. Malt. 

s. 

Same. 1, 21. 23. Jöj?. 
Sapkowaja. 1. 82. -R"/- 
Schaekra. 1. 40. 43. Arab. 
Scbaaram. 11. 19. 21. Arab. 
Scbokiae. 1. 70. 71. Arab. 
Scrofanello. 111. 7. Ital. 
Scrofano. 111. 10. 13. Ital. 
Scorpina. 111. 5, 7. Sari. 
Scorpk Balük. 111. 37. Arab. 
Scorzono.l. 16. 18. Ital. 
Sgrampho. 1. 47. Venet. 
Sia. 1. 40. 43. Malta. 
Squadro. 1. 25. 28- Ital. 



T. 



Tandoc Koening. I. T05. 106, Ind. 
Tereloc. 111. 70. Ind. 
Toilandano. 1. 31. lap. 
Toadfifh. 1. 108. lamaic. 
Torpedine. 1. 44, Sard. 
Toujou Cocciou. 1. 76. Braß. 
Tremouletti. I? 44. 47. Marfeil. 
Tremorize. 1, 47. Ital. 
Tuka Same, 1. 21. 23. lap. 

U. 
Ulufchnaja. 1. 82. -Rz#. 
Uuz, 11. 35. 36. Arab. 

V. 
Viffoog. 11. 72. Ind. 

w. 

Wager -vifch. 11. 16. Ind. 
"Wannan-poliea. 1. 21. — 

z. 

Zeeduif. 1. 126, Ind. 



J\vr analog. I. 79. 
BKsvvog. II. 112. 
Exewiie. II. 134- 

'Epeq i oxoir'/is r II. 90. 
TaXeog wjw. I. 31. 
'IitTroxccfJLKog. I. 7. 

'iWTtügog. IL I43. 

. KaXTuwvt/jtws-. II. 90. 
Kc^%agja<r. I. 33« 
K?VTgmj. I. 24. 



Griechifches Regißer. 

Koyyqog. II. 37. 
Aa/^icj. I. 33. 
Na^fcTj. I. 44. 
"Ovo?. II. 93. 94. 

'Piv*i. I. 25. 
IxvKiov. I. i(5. 
Ixogitig. III. 5. 
2;co£7noa\ III. 5. 
Zv'yaiva. I. 29. 



SMrTHSONIAN INSTITUTION LIBRARIES 



3 9088 01349 0842